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KaM Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 143.

Fernsprecher 951 und 952

Dienstag, 28. Zuni 1921

Fernsprecher 951 und 953

11. Jahrgang.

KnegSstimmung in Kleinasien.

Neue Schwierigkeiten.

Immer der feindliche Druck.

Die gegenwärtige politische Lage ist wieder besonders unbehaglich. Wir stehen vor neuen Schwierigkeiten, die die innere Ruhe und Ste­tigkeit der Entwicklung bedrohen: einmal der Weiterbestand der sogenannten Sanktionen im Rheinland, dann die Ungewißheit über Oberschlesien und schließlich, wenn auch in untergeordneter Bedeutung, die Frage der Kriegsbeschukdigten. Wenn man sich klar darüber werden will, wie diese Dinge ge­rade mit unseren gegenwärtigen innerpolitischen Verhältnissen auf das engste verbunden sind, dann muß man sich daran erinnern, daß die neue Regierung das Ultimatum vor allem in der Annahme und geradezu unter der Voraus­setzung unterzeichnet hat, daß dann einmal die das gesamte deutsche Wirtschaftsleben aus das schwerste bedrängenden militärischen und wirt­schaftlichen Sanktionen rm Rheinland in Weg- sall kommen und daß vor allem durch eine der­artige Handlung das Verbleiben Oberschlesiens beim Reiche gesichert werden kann. Man muß daran erinnern, daß von Ententeseile inoffizielle Zusicherungen gegeben waren, aus denen man mit Recht entnehmen konnte, daß die deutschen Ansprüche erfüllt würden. Die Entscheidung über diese Frage bildete ja auch den Kernpunkt der Auseinandersetzungen, die hinsichtlich der Stellungnahme der Deutschen Volkspartei zum Ultimatum gepflogen wurden. Der Führer der Deutschen Volkspartei, der Abg. Stresemann, bat später erklärt, daß die ihm allerdings ver­spätet gewordenen Informationen über die cr- 4uäj.m:n Punkte, die Fraktion Wohl zu einer Annahme des Ultimatums hätten bestimmen können.

Nun ist aber inzwischen weder in der einen noch in der anderen Frage etwas geschehen. In den nenbeietzten Gebieten werden Wohl hie und da kleinere, aber kaum fühlbare Erleichterungen zollpolitischer Art getroffen, die ungeheure Last der militärischen Besetzung, wie der Z o l l i n i e im ganzen ist aber geblieben. Die Wirkungen, die daraus erwachsen, heben sich mit jedem Tage schärfer und krasser hervor. Die wirtschaftliche Rot tm gesamten Rhein­land steigt. Sie hat einen derartigen Um­fang angenommen, daß sie ohne schwere Schädi- gungen für das Reich nicht mehr lange ertragen werden kann. Andererseits sind die Verhalt- nisie in OberschSesien heute unklarer und ver­worrener alS je. Oberschlcsien soll sicht­lich zu einem Verhandlungs-Objekt zwischen Frankreich und England unter Ausschal­tung Deutschlands gemacht werden. Eine für Deutschland ungünstige Entscheidung über daS Schicksal Oberschlesiens, wie sie angesichts der Haltung auf der gegnerischen Seite ernstlich be­fürchtet werden muß. würde von geradezu be­ängstigenden Folgen für die geamtse Innenpo­litik des Reiches begleitet sein. Die Dinge zei­gen auch, daß die Entscheidung über das Schick­sal OberschlesienS auch gleichzeitig die Entschei­dung über das gegenwärtige Knbi^ nett in sich bergen müßte. DieRegierung der Erfüllung* würde zusammenbrechen müssen, da dieses ganze Erfüllungsprogramm aufgebaut ist auf Oberschlesiens Verbleiben beim Reich einerseits und auf dem Wegfall der die wirt­schaftliche Entwicklung Deutschlands auf das äußerste gefährdenden Sanftionen andererseits.

Das sind ungeheuerliche Schwierigkeiten, die unmittelbar vor uns stehen, und die sich, viel­leicht sehr plötzlich, zu katastrophalen Wirkun­gen answachsen können. Tas Chaos, das man bisher immer noch unter unsäglichen Opfern vermied, würde dann Herrinbrechen, denn es würde sich, nachdem nun auch das Letzte, das wirkbich Allerletzte, aufgewandt worden ist, in der Meinung, damit doch noch den Zusammen­bruch aushalten zu können, niemand mehr fin­den. der zu einer Uebernahm« der Verantwort­lichkeit in der gegenwärtigen politischen Linie bereit wäre. Einen neuen Druck beabsichtigt die Entente anschetnend auch in der Frage der Ab­urteilung der sogenannten .Kriegsverbrecher". Rach einer Erklärung des englischen General- staaisanwalts Polack im englischen Unterhause sei beabsichtigt, sich unter den Mächten der En­tenteüber das weitere Vorgehen be­züglich der Kriegsbeschuldigten' zu verständigen. Dies im Zusammenhang mit er­regten Äeußerungen in der französischen und belgischen Bresse scheint daraus hinzudeuten, daß man einen neuen Truck gegenüber Deutsch­land in dieser Frage plant. Es ist besremdend, daß gerade der genannte englische General- ftaatsanwLlt solche Erklärungen abgibt, nach­dem er doch bei den Verhandlungen vor dem Reichsgericht in Leipzig sich persönlich von der Unparteilichkeit und der ausgezeichneten! Hal­tung der deutschen Richter überzeugen konnte. Aus allem geht hervor, daß die Äll'.ierten syste­matisch daran arbeiten, Deutschland nicht zur

Rübe kommen zu lassen. Diese Entwicklung der Dinge sich rechtzeitig vor Augen zu führen, ist das Gebot dieser ernsten Tage. Die einzige Hoffnung, daß es nicht zum Äeußersten kommt, liegt in dem Zwiespalt zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen. Trotz dem nationa­listischen Wahnsinn kommt doch in den Kreisen von Handel und Industrie in Frankreich immer mehr die Einsicht zur Geltung, daß eine weitere Zerstörungspolitik nicht mehr zu ertragen ist.

Die Neinasiatische Krise.

Griechenland gegen die Alliierten.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 27. Juni.

Die griechische Rote, deren Text hier heute morgen von den Zeitungen ausführlich wiedcrgegeben wurde, hat wegen ihrem ableh­nenden Inhalt sehr überrascht, da man sowohl in Paris wie in London glaubte, daß England sich im voraus darüber vergewissert habe, daß die Regierung Konstantin die Vorschläge der Alliierten annehmen würde. Auf jeden Fall hätte man sich nicht aus eine absoluteWei- gerung gefaßt gemacht. Man stellt fest, dass sdn,)hl Lord Curzon wie Lloyd George ent­täuscht ist. Konstantin sei wahrscheinlich über die Unterhandlungen in Paris und über die An- sickst, Griechenland Smyrna und Thrazien zu entreißen, unterrichtet gewesen. Nachdem er neuerdings vierzigtausend Rekruten ausgehoben hat, werde et nicht, ohne jeden Kmnpf auf die Griechenland im Vertrage von Severes 'zugc- standenen Rechte verzichten.

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Sin Krieg In AuSMd

London, 27. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Gunaris, der in einer Volksversammlung er­klärte, die anatolische Frage werde nur durch die griechischen Bajonette entschieden werden, hat sich sofort nach Smyrna begeben. Man erfleht darin einen Beweis dafür, daß dje griechische Offensive nicht mehr verschoben wer­den wird. Der griechische Generalstab müsse mit der Offensive etwaigen persischen und russischen Verstärkungen für die Ke- malisten zuvorkommen. Der bolschewistische Außenminister kommt in den nächsten Tagen in Angora mit den persischen Delegierten zu­sammen, um mit der Regierung von Angora über Bündnisfragen zu verhandeln.

Deutschland und die Entente

Die franzSfische Deutschenfetndschast.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 27. Juni.

Zahlreiche Pariser Zeitungen beschäftigen sich mit den deutsch-französischen Beziehungen. So schreibtHomme Libre" über die Erllärun- gen Briands im Kammerausschuß für Auswär­tiges: In seinem Bericht über die gegenwärtige Lage ist Briand nicht nur im Einklang mit der Vernunft und mit pen besonderen Informatio­nen, über die er verfügt, sondern er ist auch im Einklang mit allen unparteiischen Erscheinun­gen, mit alle» französisch-freundlichen Neutra- len und mit allen denen, die überlegen, bevor sie ein so delikates Problem zu lösen versuchen. Wie derTemps" meldet, teilte Briand im Sam- merausschutz weiter mit, daß die Besat­zungsarmee in Deutschland zur Zett hun- dcrtdreiundUvanzigtausend Mann stark sei und daß ihre Verminderung zur Zett nicht in Aus­sicht gestellt werden könne.

* * * Englands Haltung.

Rotterdam, 27. Juni. (Privat-Telegramm.) Laut demCourant" sprach Chamberlain am Freitag im Unterhaus auf eine Änfraee Hen­dersons, daß England die peinlich genaue Ver­tragserfüllung durch Deutschland in der letzten Zeit anerkenne, an den Bestrebungen, die Sank­tionen für Deutschland in absehbarer Zett zu mildern, festhalte, und daß England seinen durch Lloyd George bekannt gegebenen Standpunkt, die oberfchlesische Frage streng nach dem Abstim­mungsergebnis zu lösen, nichts andern werde

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Termin des Ultimatums.

Paris. 27. Juni. (Eigene Trabtmekdung.) Die französische Presse erinnert daran, daß zum 30. Jun» vier wichse Termine des Lon­

doner Ultimatums ablaufen. An diesem Tage müsse erstens die Ablieferung pes K r i e g s- Materials beendet sein, zweitens die Abliefe­rung der Waffen der Einwohnerwehren, drit­tens die Auflösung der Einwohnerwehren selbst urb feiner müsse viertens an diesem Tage ei» Gesetz verabschiedet fein, daz dir Ein - und Ausfuhr von Waffen verbietet.

Unter Aussicht.

Berlin, 27. Juni. (Privattelegramm.) Die neu ernannte Finanzkontrollkommis- fion der Alliierten für Deutschlind hat gestern ihren erste» Besuch im Auswärtigen Amt abge­stattet. Die Kommission verlangt den unge­hinderten Einblick in die Vorbereitun­gen des neuen Reichs-Etats.

ObeiMlksims Schicksal.

Die Alliierte« hinter de« Kulisse«.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 27. Juni.

Ueber den letzten Kriegsrat Korsanty? mit polnischen Generälstabsoffizieren in Bietchowitz wird durch einen höheren polnischen Offizier fol­gendes bekannt: Korsanty erklärte, er sei glücklich, daß die Engländer gekommen seien und den deutschen Selbstschutz ausge- halten hätten. Es hätte keine drei Tage mehr gedauert, bis der letzte Pole aus Oberscklesten hätte abziehen müssen. Als ein Mitglied des Kriegsrats meinte, daß dann Polen den Deut­schen offiziell den Krieg hätte erklären müs­sen, warnte ein polnischer GeneralstabSossizier vor jedem derartige» Abenteuer, denn selbst di- gesamte reguläre polnische Armee sei dem wohldisziplinierten Häuslein deutscher Reichswehr nicht gewachsen. Korsanty bestätigte dies, fügte aber hinzu, es sei genügend erreicht, denn wie ihm vo» Leronp versprochen worden fei, käme für die polnischen Insur­genten eine Entwaffnung in keinem Falle in Betracht, sondern nur ein Zurückziehen derselben.

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Die Haltung der IreichSreglerung.

Berlin, 27. Mini. (Privattelegramm.) Die Reichsregierung hat gestern über die Lage in Oberschlesien den Parteiführern vertrauliche Mitteilungen gemacht. Die Mitteilungen des Reichsaußenministers haben den Abgeordneten die Zuversicht gegeben, daß keine Veränderung in der Haltung der Reichsregierung in der oberschlests^n Frage und auch keine we­sentliche Aenderung in den Erwartungen einge­treten ist, die hinsichtlich der schließlichen Ent­scheidung über Oberschlesien gehegt werden. Der Geheimbefehl des Generals Lerond, den er an die französische Mission in Berlin ge­sandt haben sollte, betreffend Zusammenarbeit mir Korsanty, wird von der Agence Havas in allen Teilen widerrufen.

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Frankreichs GianbpunN.

Genf. 27. Juni. (Eigene DrahtmeUmng.) Der Kammerausschuß für Auswärtiges hat am Sonnabend die Besprechungen über die Erklä­rungen Briands über die oberschlesische Frage und das Fortbestehen der Sanktio­nen gegen Deutschland sortgesetzt. Die Pariser Blätter entnehmen aus den Reden der Depu­tierten, daß der Kammerausschuß einstimmig die Erklärung Briands gebilligt habe, wonach Oberschlesien an Polen sollen solle. Auch die anwesenden sozialistischen Deputierten hatten keine Einwendung gegen die Darlegung erhoben.

Der Bolschewismus.

Ei« Antrag derDentfchsn" i« Moskau.

(Eigener Drahtbericht.)

Rotterdam, 27. Juni

DieMornjngpost" meldet aus Moskau: Auf dem Kongreß der dritten Internationale reichten die Deutschen den Antrag ein, ein internationales Freiwikligenregi- ment der roien Armee z» schaffen, um im Falle neuer revolutionärer Aufktände in Mi11el - deutsch land sofort die Befehle der revolutio. nären Zentralleitung in Moskau durchznführen. Die Angehörigen des roten Regiments sollen auf die europäischen Mitteistaaten vertellt werden und für die dauernde Bereitstellung der revo­lutionären Wassenbestände verantwortlich sein. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

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Itußlanbs Verarmung.

Riga, 27. Juni. (Eigene Drahtmeldung) Aus offizieller russischer Quelle verlautet aus Moskau, daß bis zum 1. April dieses Jahres in Rußland für über elftausendMilliar- den Papiergeld gedruckt worden ist. Als die Bolschewisten ans Ruder kamen, waren nur zweiundzwanzig Milliarden im Umlauf.

Die Ingenieure.

Kundgebung der deutschen Technik.

Nachdem bereits am ®onnabene®e*6anbl«neen voran gegangen waren, begann gestern mittag in ber Stadthalle bi* einnndjekhzigfte Sanpt- eertammluna des Vereins bentscher 3«, gtnieure mit runb achthundert Teilnehmern

Die Kasseler Tagung ist. wie der Vorsitzende des Vereins deutscher Ingenieure. Generaldirek­tor Dr. ing. Reinhardt-Dortmund, zum Ausdruck bringt, Nie erste in dem großen Rah- men, wie er aus der Vorkriegszeit bekannt ist. An wesend sind die mit der Grashos-Denkmünze ausgezeichneten Ehrenmitglieder n>.d früheren Vorsitzenden, Staatsrat Prof. v. Bach-Stuttgart, Patentartwalt Fehlert-Berli», Geh. Bauräte Dr. Flor-Bad Pyrmont und Dr. ing. h. c. von Mil­ler-München. sowie B.rnrat Dr. ing. h c. Wild. Schmidt-Kassel Ihnen entbietet der Vor­sitzende besonderen Gruß, ferner den Vertretern der Reichs- und Landes-Behörden u. a Oberpräsider.t Dr. Schwandet und Landeshaupt-' mann von Gehren, der Kasseler städtischen Körperschaften, der technischen Hochschule», wis­senschaftlichen Vereine und Wirischaftsverbände, sowie der Vereinigungen deutscher Ingenieure in Argentinien, Chile und China. Bei der Be­grüßung der Vertreter aus Deutsch-Oester­reich weckte die Bemerkung des Vorsitzenden, der lebhafte Wunsch der Bruder in Oesterreich nach Anschluß an Deutschland finde in allen Herzen lebhaftes Echo, rauschenden Beifall. Durch Erheben von den Plätzen werden 315 Tote geehrt, darunter viele, die wiclsiige Stellen in der Technik einnahmen und durch' ihr Wirken in der Ocssentlichkeit einen Namen von gutem Klang erworben haben. Der Verein umfaßt heute 25000 Mitglieder. Diese Zahl ist in weiterem Steigen begriffen. "Weiter beschäftigte sich der^Bvrsih^nde mit der DereinStätiigkeit im letzten Iahte und führte aus, daß die notwendigen Grundlagen für die

Wiederaufrichtung mtfercS Landes noch immer gestört werben durch dis. Unwahre schcinlichkeit oder Unmöglichkeit, die uns auf- erlegten Friedensbedingungen zu erfüllen, ohne daß wir für eine lange Reihe von Jahren förm­lich zu Sklaven der übrigen Welt herabsinken. Neben der Anstrengung aller Kräfte sind wir lediglich auf Hoffnungen angewiesen. Der Red­ner befürwortet, daß die großen Wirtschafts- ftagen wieder mehr durch hervorragend« Führer gelöst werden. Erst wenn die sich jetzt bildenden großen Konzerne sich endgültig ausgestaltet ha­ben, wird sich Ne erforderliche Spezialisierung von selbst ergeben. An die Leiter der großen Werke und führenden Industrien richtete der Vorsitzende unter allgemeiner Zustimmung die Bitte, sich in Zukunft mehr als bisher an den Arbeiten des Vereins, zu beteiligen. Er begrüßte auch die Bestrebungen, den Notstand der deut­schen Wissenschaft zu lindern und gedachte der Fachgenossen in den abgetretensn und besetzten Gebiete, besonders in Oberschlesien. Das Un­glück unseres Vaterlandes liegt lähmend auf allen guten Deutschen. Wir müssen hoffen auf das Wiederevwachen des Wcltaeistes und der Weltgerechtigkeit. Die deutschen Ingenieure aber werden auch ferner den Grundsatz hochhalten, daß die Arbeit an sich, ohne Rücksicht auf den äußeren Erfolg, ein idealer Lebenszweck ist, und daß die aus treuer Pflichterfüllung folgende Rirhe und Befriedigung des menschlichen Ge­müts uns stärkt zum Aushalten in der Hoffnung auf glücklichere Zeiten.

Eine hohe Ehrung.

Der Rektor der Technischen Hochschule Hannover Geh. Regierungsrat und ordentlicher Professor Ludwig Klein verkündete unter Ueberreickymg der entsprechenden Urkunde den einstimmigen Beschluß des Senats der Technischen Hochschule Hannover, ihrem ehemaligen Schüler, dem Direk­tor des Vereins deutscher Ingenieure. Professor Dr. ing. E. Matschoß, Ne Stürbe eines Ehrendoktors zu verleihen in Anerkennung seiner hervorragenden VerNenste auf dem Ge­biete der Geschichte der Technik. Der so Geebtte dankte und verwies auf de» Wert der «beschichte, ans der Begeisterung und fester Glaube an die Arbeit gelernt werden kann. Dabei wandte er sich besonders an die Heranwachsende Jugend. Starker Beisall umrahmte den feierlichen M.

Der geschäftliche Teil

begann bereits amt Sonnabend mit einer An- spraye des Vorstandsmitglieds des Vereins deutscher Maschiuenbauanstalten, Generaldirektor Dr Reute r -Duisburg, der dem Verein als wichtigstes Glied beim Wiederaufbau Deutsch­lands bezeichnete. Der Ingenieur werde in erster Linie die Leistungen zu verrichten und Ne Lasten zu tragen haben. Der Vorsitzende des Hessischen BczirksvereinS, Diplom-Ingenieur Doetlofs- Kassel. erinnerte daran, daß diese Tagung die dritte in Kassel ist. Die erste fand genau vor fünfzig Jahren, im Jahre 1871, nach dem ge­wonnenen Kriege gegen Frankreüh statt, die zweite vor 24 Jahren. Die erste zur Zeit des