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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 ttnb 952

Sonntag, 26. Juni 1921

Nummer 142.

Fernsprecher 951 ttnb 952

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M 9leuefte Nachrichten

11 Hessische Abendzeitung _____

Andauernde polnische Gefahr.

Am Oesterreich.

Römische Blätter melden von einer Äende rung der italienischen Austcnpolitik. Man hätte sich in Rom durch die Abstimmungen in Tirol und Salzburg, sowie durch die Haltung der Südtiroler Abgeordneten davon überzeugt.

Bolschewistische Umtriebe.

Russischs Agitation in Deutschland.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 25. Juni.

DieDeutsche Tageszeitung" berichtet: Ra­deck war bis zum 21. Juni in Deutschland und führte einen griechischen Paß unter dem Ra,neu Stambuli". Radeck der inzwischen nach Rutz, land gereist ist, fährt am 28. Juni aus Rußland wieder zurück und begibt stch nach Breslau, da die Bolschewisten jetzt das Hauptgewicht aus Oberschlesien legen. Am 19. Juni war Radeck mit seinem Adjutanten und mehreren russischen Offizieren in Altvamm beim vor. tigen internierten Rotgardistenstab. Dieser Stab besteht aus zwölf Mann. Er soll, da das Lager in Altdamm aufgelöst wird, nach Breslau ver­legt werden. In Altdamm kümmert sich die deutsche Lagerverwaltung um das Treiben der Ruffen nicht. Die Kommissare bestrafen Wider­spenstige mit Stockhieben. Es sollen sogar heim­liche Erschießungen stattgefunden haben, um sich unliebsamer Weißgardisten zu entledigen. Ra­deck hat in Altdamm geäußert, daß in Ober­schlesien bald der Sowjet ausgerufen würde, um sich von dort aus über ganz Deutschland zu verbreiten. Er unterhält bezahlte Gruppen von Agitatoren in gan, Pommerm Waffen werden von den Ruffen eingeschmuggelt.

Oberfchlesiens Räumung.

Verzögerung dsr Entscheidung.

(Privattelegramm)

Breslau. 25. Juni.

Aus Oppeln wird bestätigt, daß die Ver­handlungen über die Räumung Oberschle­siens noch nicht abgeschlossen find, da General Le Rand gegen die Abmachungen zwi­schen den Generälen Hoefer und Hennicker einige Einwendungen im polnischen Jutereffe erhoben hat und erst mit Korfanty eine Einigung erzielen will. Gestern abend bat der englische General Hennicker den deutschen Verbindungsoffizier von Pleß zu sich, um ihm ein wichtiges Schreiben an General Hoefer zu übergeben. Der Offizier ist mit diesem Schreiben, das die entscheidende Antwort der interalliierten Kommission auf die deutschen RäumungSvorschläM zu enthalten scheint, sofort in das Hauptquartier gefahren.

Die Gefahr im Osten.

Wieder ein Millioneuschade«.

(Eigener Drahtbericht.)

Bromberg, 25. Juni.

Am Montag weilte der Woywode aus Posen in Bromberg, um über die Vorgänge einen Be­richt entgegen zu nehmen. Auf der Dtarostei fand eine gemeinsame Sitzung der deutschen und pol­nischen Gewerkschaften, des Magistrats und des Stadtverodnetenkollegiums statt, in der festge fiellt wurde, daß die Ausschreitungen einen kommunistischen Charakter getragen haben. Es wurden Maßnahmen erwogen, «m diese Bewe­gung mit allen Mitteln zu unterdrücken. Die Tu m ult sch äd en, die bis jetzt angemeldet sind, betragen mehr als acht Millionen Mark. Die Stadt ist nach dem Tumultschädengefetz zum Ersatz verpflichtet. Das bedeutet eine schwere Belastung der Stadtkaffe.

Wobnungsbautm

Förderung durch Reichsgesetz.

.. Die bedauernswerten Opfer.

Hernes 25. Juni. (Privattelegramm.) Un­ter ungeheurer Beteiligung fand gestern die Be- erdigung der zweiundachtzig Opfer der Schlag­wetterexplosion auf der ZecheMont Cenis" statt. Als Vertreter der Reichsregierung nahm Reichsarbeitsminister Braun daran teil.

Unterstützungen dvpelt so hoch seien wie die­selben in den alliierten Ländern.

Nach dem Lechenungiück.

Untersuchung der Ursache.

lPrivat-Telegramm.)

Herne, 25. Juni.

Der parlamentarische Uittersuchungsausschuß, bestehend aus vierzehn Reichstagsabgeordneten, wird heute vormittag unter Führung des Ge- neralbireftors Bögler auf der ZecheMont Cenis" zur Untersuchung des Unglücks eintres- fen. Wie verlautet, ist die Ursache der Explo­sion ein Svrengschuß der verbotswidrig abgegeben wurde. Die beiden Schießmeister waren zur Zeit der Explosion nicht am Explo­sionsherd. Man hat dott aber, während die Belegschaft im allgemeinen mit elektrische Lampen ausgerüstet ist, eine Wctterlampe gefun­den, die nur Hauer besitzen. Während sonst nur mit Sprengstoff geschaffen wird, wo- bei keine Flamme entsteht, will ein Steiger ni einem benachbarten Revier einen Knall gehört haben, wie von einer Dynamitpatrone. Trifft das zu, dann wäre das Unglück nur durch un­vorsichtiges und verbotswidriges Han­deln entstanden. Die Untersuchung vermochte bisher im Revier des Steigers Bottermmcn. in dem die Explosion geschehen ist, keine Schlagwet­ter Nachweisen, trotzdem schon hier tagelang keine Wctterzuführung erfolgt ist.

Deutschland und die Entente.

Um die deutschen Zahlungen.

^Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 25. Juni.

Infolge des Einflusses, den die lebten deut­schen Zahlungen in Dollar auf den Wechsel­kurs ausgeübt haben (Hausse in Dollar und Baisse in den übrigen Wechselkursen) hat die Wiedergutmochungs - Kommission besckfloffeu, Deutschland bis auf weiteres bei feinen späteren Zahlungen von der Verpflichtung zu entheben, die Zahlung in Dollar vorzunehmen. Verhin­dern könne sie allerdings nicht, daß die deutschen Zahlungen mit Wechseln auf Rewyorker Ban­ken erfolgen. Im ministeriellenMatiu" wird über die Reparationserfüllung , durch Deutschland geschrieben, daß die neue Finanz - lontrollkommission in Berlin die bindende Wei­sung habe, die Hälfte aller deutschen Abgaben und Steuern für die Alliierten sicher zu stellen, (l

gesamte Wirtschaftsleben wieder in schnelleren Sstmg kommen wird. Eins treibt das Andere Verbesserte Wirtschaft fördert die Bautätigkeit und vermehrtes Bauen fördert Industrie und Gewerbe. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die westlichen Nachbarn endlich mit ihren feindlichen Erpressungen Maß halten. Jeweils der Grenze wurzelt alles Hebet K. F. Dr.

Unter feindlichem Druck.

Paris, 25. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Driand erflärte gestern im Kammerausschu für auswärtige Angelegenheiten, daß die Sank firmen aufrecht erhalten bleiben und die französischen Truppen die befehlen Gebiete nicht räumen würden. Bezüglich Oberschlesiens drückte er die Hoffnung aus, daß daS Industriegebiet Pillen zufalleu werde. (?). England, Italien und Amerika hätten zugestimmt.

Die Kabinettskrise.

Wien, 25. Juyi. (Eigene Drahtmeldung.) Die sozialdemokratifche Partei Oesterreichs hat beschlossen, nicht für das chttftlich-soziale groß­deutsche Ministerium in der Kammer zu stimmen, Tie Partei erklärt, daß sie mit allen parlamen­tarischen Mitteln das Ministerium be­kämpfen würde, in dem sie die Wiederkehr eines MluiLerimns der Bürgerlichen erblicke.

werde. Er schlug als ein weiteres Hilfsmittel vor, den Ausbau von Mursarden-Wohnungen zu fördern, wodurch gesundheitlich einwandfreie Wohnungen geschossen würden, die auch den Vor­zug der Billigkeit haben. Vermittelnd stellten sich die Demokraten ganz auf den Boden des Ge­setzes. das einen Fortschritt bedeute. Dagegen faßten die Mehrheitssozialdemokraten ihre Stel­lungnahme dahin zusammen, daß sie eine völlige Neuregelung des Wohnungswesens empfahl'», die über das Gesetz hinausgehe. Scharfe Kritik übten natürlich die Unabhängigen, die Vollsozia. liftcruna auch im Wohnungswesen verlangten.

So findet die bevorstehende Abgabe der fün Prozent nur wenig Freunde, aber trotzdem ist ja nun das Gesetz zustande gekommen, weil cs torläufig der Anlauf zu einer Besserung fein soll. Da auch die Erhöhung der Mieten in bestimmten Grenzen gehalten wird, dürste die Mieterschaft keine drückenden Fotzen zu befurch­ten haben. Die W i r k u n g im Wohnungsmarrt ttfird sich erst später geltend machen, vielleicht im nächsten Jahre, wenn ein größere« Angebot ton Wohnungen vorhanden sein wird. Von ixt äb ist damit zu rechnen, daß ine B a u- tätigfeit in steigendem Maße zuntmmt, weil das Bauen mit Zuschußgekdern nmnerhrn eine Erleichterung ist und weil schließlich da--

Segen die Kohlenverteuening.

Loudon, 25. Juni. (Eigene Trahtmeldnng.) Wie verlautet, erklären sich auch englische Regie- rungskreise gegen eine Verteuerung der an Frankreich vertraglich zu liefernden deut­schen Kohlen, die Deutschland durch eine Steigerung der Inlandspreise herbeiführen will.

Segen die lArbeitslosea-LlnterstLdung.

Paris, 25. Juni. (Eigene Trahtmeldung.) Wie der PariserTempS" meldet, hat sich die interalliierte Kontrollkommission gegen die jetzige Höhe der Erwerbslofenunter- stützungen in Deutschland ausgesprochen und zwar mit der Begründung, daß die deutschen

daß nur das Air-Deutschtum der ärgste Gegner eines vergrößetteu Italiens sei. Tie rechts­sozialistische Kammerfraktion hat abgelehnt, den Einspruch der vier deutschen (Tiroler) Abgeord­neten zu unterstützen, der sich gegen die Einver­leibung Tirols ohne Volksbefragung in Italien richtet. Die Abstimmung der sozialistischen Kmn- merftaftiou erfolgte mit allen gegen 2 Stimmen.

Ataliens gegnerische Haltung.

(Eigen" Drahtmeldung.)

Paris, 25. Juni.

Die Wohnungsnot ist ein beklagenswerter dauernder Zustand geworden, der noch für Jahre hinaus vielen Menschen das Leben er­schweren wird. Heber die Ursachen ist schon ge­nug geredet und geschrieben worden, ohne daß dem Mangel abgeholsen werden konnte. Man Hat längst erkannt, daß das einzige Mittel zur Besserung nur an Bau neuer Hauser liegt. Alles, was bisher versucht wurde, die zwangsweise Beschlagnahme großer Woh­nungen und bereit Einteilung in kleinere, ist ungenügendes Stückwerk. Zwar hat man damit sehr viel zur Linderung beigetragen, da zum Beispiel in Kassel Tausende von Menschen auf diese SSeife ein mehr oder weniger erttäg- Uches Obdach gesunden haben. So geschah es überall in Deutschland. Und doch kann diese Art der Unterbringung die Zwangsmieter nicht auf die Dauer befriedigen, weil sie ton den für ganz andere Verhältnisse eingebauten Hausei n- r Lichtungen und sonstigen Umständen abhängig sind. Desgleichen ist dem Vermieter ober ur­sprünglichen Wohnungsinhaber eine starke Be­schränkung auserlegt worden. Immer warten Tausende bei den Wohnungsämtern auf die Zu­weisung ton Räumen, in denen sie für sich allein zu leben in der Lage sind.

Ein Anfang zur Besserung ist damit ger.achr worden, daß für dieses EtatSjahr Gemeinden und Kreise erhebliche Geldmittel zum Bauen bereit gestellt haben, wodurch im Laufe des Jahres neue Wohnungen entstehen werden "tfgn dieser behördlichen Anregung und eigenen SSüüiatiflfcft Haden auch die in manchen Gegen­den entstandenen Siedlungsgesellschasten sehr nützliche Taten geleistet. Außer dem Vorteil der eigenen Wohnung haben zahlreiche Arbeiter und Handwerker dabei Beschäftigung gefunden. Aber alles dieses ist gegenüber dem ungeheueren Be­darf nur ein schwacher Notbehelf. Viel, sehr viel muß noch getan werden. Mit dem Schmerzenskind ,Wohnungsnot" hat sich auch di« Regierung schon lange beschäftigt und kürzlich einen Gesetzentwurf fertiggestellt, der am 21. Juni dem Reichstage torgelegen hat und so­fort nach kurzer Beratung angenommen worden ist. Es handelt sich um die Erhebung einer Abgabe ton fünf Prozent de>s Miets- wertes, um damit den Wohnungsbau zu för­dern. Wie der Reichsarbeitsminister Dr. Braun im Reichstage mitteUte, war die Vorlage das Ergebnis der Wahl zwischen mehreren Nebeln. Das Gesetz bedeute aber eine wesentliche Ver­besserung gegenüber dem Notgesetz vom 23. Fe­bruar dieses Jahres. Innere Gründe, die für die neuen Bestimmungen sprechen, sind die Be- seiügung der Wohnungsnot und die Belebung der Bautätigkeit, die nach wie vor nur durch große Zuschüsse ermöglicht werden kann. Würde statt dessen der Wobnungsmarkt schon jetzt frei- gegeben, so wäre zweifellos in vielen Fällen mit einer erhebkchen Steigerung der Mieten zu rech­nen, wodurch neue soziale Schwierigkeiten her- torgerufen würden. Das neue Gesetz enthält unter anderem auch Bestimmungen über die Ver­wendung der Wohnungsabgabe, um dadurch eine Milderung der bisherigen Zustande zu erreichen.

Die Parteien hatten Mancherlei an dem Ge­setzentwurf ausHusetzen und beantragten Aenve- rungen je nach ihren wirtschaftlichen oder sozia­len So nder ns chen. So wiesen die Deutschnationalen daraus hin, daß das Gesetz eine große Belastung für den gewerblichen Mit­telstand bedeute, wogegen nur die Freigabe des Bauwesens wirksame Abhilfe schaffen könne. Auch der Redner der Deutschen VoMspartei war der Ansicht, daß das Gesetz nur in verhältnis­mäßig geringem Grad fernen Zweck erfüllen

Vor neuen Steuern.

Die Erfassung aller Gebiete.

Di« Finanznot beS Reiches veranlaß« bie 9te> flierung. wieder neue Steuervorlagen vor be« Reich-«ag zu dringen. SS gibt bann Wohl ton Gebiet mehr, ba« nicht von der erhöhte« Beste««, rung betrogen wctrc. Mau schreibt uns bariider Die Finanzlage des Reiches bringt eine Fülle gesetzgeberischer Ausgaben, insbesondere für das Reichsfinanzministerium, mit sich. In letzter Zeit wurden zahlreiche neue Gesetzesvorlagen vorbereitet, die teilweise Reichsrat und Reichs- kadinett beschäftigt haben und der Verabschie­dung nahe sind. Zu den letzteren gehört die No- totte zu den Gesetzen über das Reichsnot­opfer und über die Kriegsabgabe vom Ber - Mögenszuwachs und der Entwurf zur Aenderung des Kapitalsluchtgesetzes. Aus dem Gebiete der Verbrauchsahgabengesetze feien die Gesetze über die Erhöhung der Zucker- teuer über das Süß stoss Monopol und über die Kohlensteuer erwähnt; alle drei Novellen sind bereits den Ausschüssen des Reichstages zugegangen. Andere Entwürfe un­terliegen augenblicklich noch der Beratung des Reichsrates und seiner Ausschüsse. Hierzu ge­hört insbesondere daS Gesetz über die Einkom­mensteuer vom Arbeitslohn, durch das be­kanntlich der bereits bestehende

Steuerabzug geändert werden soll

in der Weife, daß er nicht mehr wie bisher eine Abschlagszahlung auf die Einkommensteuer dar­stellt, sondern in weitem Umfange eine nachträg­liche Veranlagung überhaupt entbehrlich macht. Ferner fei erivähnt. die Novelle zum Körpcc- Uhaftssteuergesetz, die neben mehreren anderen bedeutungsvollen Aenderungrn des gtiteuden Gesetzes eine wesentliche Tariferhöhung bringen wird. Außerdenr ist eine Novelle zum Brannt­weinmonopolgesetz vom Reichsrat verabschiedet worden. Sie wird bereits in den nächsten Ta­gen dem Reichstag zugehen. Außer den genann­ten Vorlag:n befinden sich noch eine größere Anzahl ©teuerenftoürfe in Vorbereitung. Zunächst ist die Erhöhung verschiedener Ver- brartchsahgabeu geplant, so ton Tabak, vom B» er. dem Mineralwasser, den Leucht­mitteln und Zündwaren. Auch die Er­höhung gewisser Zölle ist beabsichtig, und es schweben Erwägungen wogen einer Erhöhung der Kohl en steu er. Ferner nähern sich die Vorbereitungen zu einem Ktpitalverkehrssteuer- gcsetz ihrem Ende. Dieses Gesetz wird insbeson­dere den Gesellschaftsstempel erhöhen und den Börsen- und Devisenumsatz steuerflch schärfer beraubteren. In Vorbereitung sind fer­ner Gesetzentwürfe zur Desieuenmg der Ver­sicherungen. Kraftfahrzeuge> de: Rennwetten. Auch das Landessteuergesetz, das bekanntlich die Grundlage für den steuer­lichen Ausgleich

zwischen Reich, Länder» wrv ©emembat

darstellt, wird durch eine Novelle ergänzt wer­den müssen. Schließlich darf erwähnt werden, daß auch mit einer wesentlichen Erhöhung der Umsatzsteuer demnächst gerechnet werden muß. Es haben bereits Verhandlungen mtt Sachverstän­digen und Interessenten stattgefunden. Weiter wird zurzeit geprüft, inwieweit und in welcher Weise ein Ausgleich für die unvermeidlich schwere Belastung des Besitzes erfolgen tonn, wobei ins­besondere eine geeignete Erfassung der durch die wirtschaftliche Entwicklung eingetreteneu Ver­schiebung in den Vermögensverhältniffeu unk Vermögenswerten erwogen werden muß.

Geld für Siedlungen.

Dreihundert Millionen Mark Kredit.

Das Preußifche Staatsministerium hat einen» tom Landwirtschastsminifter vorzelegten Gesetz­entwurf. bett, die Bereitstellung ton Staatsmit­teln jur Förderung der Ansiedlung im Gesamt­beträge von dreihundert Millionen Mark $ug-- stimmt. Ein Teil dieser Mittel kann zur Betei­ligung des Staates mit Stammeinlagen bei ge-> menrnützigen Siedlungsunternehmungen ver­wendet toerben, der übrige durch Gewährung von Z w i s ch e n k r e d i t e n. In der Begrün­dung des Gesetzes wird folgendes ausgciuhrt: Zwischenkredit wird gewahrt, um die bet der Einloitung und Durchführung eines Verfahrens znr Bildung ton Rentengutern eittstehendeu Ausiwendungen zur Beschaffung ton Siedlungs­land, zur Abstoßung von Hypotheken und Lasten, zum Ausbau der Ansiedlergehöfte, M Bodsn- verbesserungen und dergleichen Zwischenzeit =» (ich ju decken Sobald die einzelnen Rcittengut- stellen fertig eingerichtet und mit Rentenbank­rente beließen sind, wird der Zwilchenkredit aus dem Erlös der RertteNbriese zurückgezahlt und fließt dem Zwischenkrcditfonvs wieder zu. Der Staat hat bereits wiederhott Mittel Mr Ge- Wäbruntj von Zwischcnkredit bereitgestellt. Da­nach stehen heute insgesamt hundertfirnfzchn Millionen Mark Mi Verfügung. Bei der Rot-