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Kasseler Neueste Nachrichten

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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Sonnabend, 28. Juni 1921

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 141

Fernsprecher 951 und 952

Die Räumung Oberschlesiens beginnt

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1

Die Verteilung der Beute.

Dis

Entscheidung umfaßt auch die Fabrikation von Jaqdwaffcn Eine Abschrift dieses Beschlusses wird der Botschafterkonfrrenz überwiesen.

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sie einmal: .23-ir können mit den Deutschen nichj fertig werden, weil sie zu gute Führung habens Hätten wir auch solche Führer, dann wäre die Dative anders." Es ist gar keine Frage, daß bei Wert -es deutschen Selbstschutzes dem des polui- scheu vielfach überlegen ist. Es ist nötig, daß das Minze deutsche Volk begreift, welch großer 'ipfcrmut den deutschen Selbstschutz beseelt. Der Gegensatz zwischen dem Geiste, der Stimmung und bein Leben der Kämpfenden einerseits uno

gttferttonäpretfe-, a) Stnhetmtsche Auftrage: $te einfpallige anjetgen.Seift M. L20, die eiufxaUige Reklame,eile M. 3.. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige An-eigen,eile M. L50, die eiulpaltige Reklamezelle M. 3.50, alles einschließlich Teuerungrzufchlag uud Anzeiaeufieuer. Für Änzeigeu mit besonders schwierigem Satz hundert Pro;ent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegedenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- daten und Plätze kann eine Gewahr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- Hofstrabe 28,'30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße ch Telephon Nummer 951 und 952

von Deutschland übernommenen Verpstichtungen auf äußerste gefährdet wird Auch die Entente darf nicht glauben, daß Deutschlands Geduld unerschöpflich ist. Sie kann auch vom besiegten deutschen Delle nicht erwarten, daß es sein Bestes hergibt, um fein Wort einzulösen, wenn man ihm absichtlich und bewußt die LLöglichlcil dazu nimmt. cr-

Deutschland und die Entente.

Berliner und Pariser Beratungen.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 24. Juni.

Die französischen Sachverständigen kehren am Freitag bereits aus Berlin wieder zuiück. Nach einem Bericht des Berliner Vertreters desEcho de Paris" sind auch die Berliner Besprechungen wieder ergebnislos verlausen. Die deutsche» Bestrebungen gehen nach Ansicht der Sachver­ständigen dahin, Abschwächung der Sanktionen zu erreichen, zu denen die französische» Delegier­ten nicht die Hand bieten könnten. Weiter wird berichtet: Es steht nunmehr ziemiich fest, daß der Oberste Rat am 15. Juli in Paris zusam- mcntreten wird. Die Tagesordnung dieser Sitzung ist außerordentlich reichhaltig und wird unter anderem auch die Räumung der Ruhrortc Duisburg und Düsseldorf, die Ausheb­ung der Rhein Zollgrenze und die ober- schlesische Frage betreffe«.

Die Raff der Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal uns zwar abends. Der Abormementspreis beträgt monatlich k50 Mark bei freier Zustellung ine Haus. Aus. würtS durch die Post bezogen &S0 Marl monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden lederzeit von der Geschäftsstelle oder den Boren enrgegengenomme». Druckerei, Berlag und RedaktionSchlachthofstrabe 28/30. Für unverlangt eingetzrndte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgelder oder Ansprüche wegen eiwaigernicht ordnnugSmätziger Lieferung auSgeschlosten.

Die lRdeinzvllgtenze.

Paris, 24. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Der Finanzminister teilte in der Sitzung des Finanzausschusses der französisck^n Kammer mit,'daß die Zollgrenze am Rbein bis 20 Juni fast drei viertel Milliarden Mark Einnah­men gebracht habe, was ihre Beibehaltung wünschenswert erscheinen lasse. Wie die Daily Mail" meldet, wurde die Gcncralleitung der Nheinzollgrcnze von Juni an die Franzosen übertragen. Die erheblick>en Erträgnisse der Rheinzovgrenze machen vorläufig ihre Auf­hebung ohne andere Garantien r icht möglich.

Standrecht und Entwaffnung.

R o t t e r d a m. 24- Juni. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Motningpost meldet vom englischen Hauptquartier in Obcrschlesien: Die militärische Aktion in Oberschlcsicn steht vor der endgültigen Säuberung des Abstimmungsgebietes von den Insurgenten. In allen von den Engländern besetzten Gebieten wird das Ste.udrecht dis zur Beruhigung der Bevölkerung verklängt. Nach dem Einlenkcn deS deutschen Selbstschutzes geht

HDutzitions-Ervlosion.

Breslau. 24. Juni. (Privatielegramm.) Auf dem Bahnbos in Rqbnik find zwei polnische Mu­nitionswagen explodiert. Der Schaden wird auf fünfunddrcistia Millionen Mark geschätzt. Eine Anzahl deutscher Kaufleute wurde verhaftet, da man den Deutschen die Schuld an dem Erplo- sionsunglüü in die Schuhe zu schieben versucht.

gan- für

Oberfchlefierw Räumung.

Rückzug innerhalb sieben Tage».

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 24. Juni.

Rach dem neuen Räumungsplan soll die voll- stäudiac Räumung Oberschlesiens innerhalb sieben Tagen durchgcfühtt sein. Die Po­len müssen nach Beröffentlichung der Anord­nung der Interalliierten Kommission innerhalb sechsunddrcitzig Stunden eine Linie erreichen, dre westlich von Rybnik liegt und in einem Bogen um Gleiwitz hernmgeht. Erst wenn die Polen die neue Linie erreicht haben, wird der d e u t sch e Selbstschutz sich zurückziehen. Die neue Linie des Selbstschutzes ist im Norden etwa östlich Kreuzburg, im südlichen Halbkreis östlich Ober- glogau. Nachdem der deutsche Selbst­schutz diese Linie erreichst hat, beginnt für die Polen die Verpflichtung, sich weiter in der Richtung auf die deutsch-polnische Grenze zurück- zuzirhen. Erst wenn die Polen Oberschlesicn vollständig geräumt haben, tritt für den deutsche» Selbstschutz die Verpflichtung ein, seinerseits die beiden Halbkreise nördlich und südlich von Op­peln zu räumen. Die interalliierten Truppen haben Anweisung erhalte», sowohl den Polen wie den Deutschen unmittelbar zu folgen.

Gegen die Kommunisten

Wasseafunde in Bayern.

(Privat-Trlcgramm.)

Kundgebungen wegen Hölz.

Berlin, 24. Juni. (Privattelegramm.) Rach den übereinstimmenden Berichten der Berliner Morgenblätter über die gestrigen kommunisti­schen Demonstrationen ist es nirgends zu Zwi- schensällen gekommen. Tie Redner betonten, der Zeitpunkt zum Losschlagen würde bald konrmen. Man werde so plötzlich losschlagen, daß die Polizei ihre Waffen gar nicht gebrauchen könne. Eine andere Meldung besagt: Die ge­stern in Berlin von der Kommunistischen Partei veranstalteten Hölz. Demonstrationen sanden bei Hetzer Beteiligung statt. Die Ruhe und

die Entwaffnungsaktion schwell vor sich. Die Po­len haben den Ausstand endgültig ver­loren. (?) Die Postperbindung mit dein zen Industriegebiet Oberschlesiens wird Mittwoch nächster Wiche angesündigt-

ist dieser Gesellschaft zur Gewohnheit geworden, Sie halten es sür eine Selbstverständlichkeit. - isziplin gibt es bei ihnen nicht. Die Führung :rsagt vollkommen. In den Quartieren jagten

München, 24. Juni.

Einer Durchsuchung deS Landtagssitzungs­saales nach' Waffen find Haussuchungen bei Füh­rern und Mitgliedern der kommunistischen Par­tei nach verbotenen Waffenbeftänden gefolgt. Ueber das Ergebnis liegen noch keine Mcldun'- gen vor. Verhaftete Mitläufer der Kommuni­sten haben jedoch schwerwiegende Aussagen über neue Putschplüue in München ge­macht, die schon in den nächsten Tagen zur Durchführung kommen sollten. Polizeiliche Nach­prüfungen der Beschuldigungen haben Anhalts­punkte für die Richtigkeit der AuSfazcn erbracht. Der GeschäftsordnungsauSschufi des Bayerischen Landtages har die Haftentlassung der kommunistischen Abgeordneten Toller, Nickisch und Eisenberg abgelehnt.

und einstimmig angenommen: Alle Waffenfabri-

jation in Dauria must sofort aufhäreu. ^iek»ii^rdnikno wurde nirgends gestört.

Nicht ungeteilt für Voten.

Danzig, 24. Juni. (Eigener Drahtberichr) Nach einer Meldung aus Warschau hat der polnische Außenminister im polnischen Reichs­tagsausschuß am Mittwoch vertrauliche Miiiei- lung gemacht, wonach auf eine ungeteilte Zuteilung Oberschlesiens oder aus die Zu- svre«^»ng des gesamten Industriegebiets an Polen n i ch t m e h r zu rechnen sei.

3n OberWeflen.

Polnische Greuel. Deutschs Zurückhaltung« Segenület bet» polnischen Mordtaten nnb gUUnverungen ist Me Langmut des deutschen ch«ll>stkrhu-«s xeravezn erstaunlich. Welcher rlnterfchied in dem Verhalte« der Pole« und der Dentiche« besteht, geht an» fol­gendem Dries von Br. «leine» (Ratto- loch) hervor. Er schreivt au» Llaiventzitz.

Mit einer bewundernswerten Zurückhaltung beschväntt sich der deutsche Selvssschutz auf die Verteidigung, oi»gleich das Spiel, welches die Entente in Obelschlesieii treibt, die Empörung jeden deutschen Mannes Hervorrufen muß. De' Gmeral Hoefcr zeigt gegenüber den unberechtig-. ten Forderungen der Mitglieder der Inter­alliierten Kommission ein Entgegenkommen, des­sen Boweggrüude dem ihm unterstellten Selbst, schütz sehr schwer begreiflich zu »rachen sind. Nur die ausgezeichnete Disziplin der Deutschen macht die allmählich unerträgliche Zurückhaltung uftchich. Desto unglaublicher ist es, wenn fran­zösische und englische Meldungen die Behaup­tung ausstellen, daß gegenwärtig das Element der Unordnung in fAcrschlesien von deutscher Seite ausginge. Man muß in diesen Tendenz- nmhrichten das erneute Anfloben eines großen Entente-Lügenfeldzuges erblicken. ES ist mrch in der deutschen Oeffentlichkeit viel zu üvenig bekannt, wie es in dem Kampfgebiet aussieht. Uebevall sind die Deutschen die Ver­teidiger, die Polen die Angreifer. Der Zufall brachte es mit sich daß ich kürzlich einem Ame- rflaner eine Reihe von Beweisen für die

brutale polnische Kriegführung vor Augen führen konnte. Frisch eingeliesertrn Gefangenen wurden Geschosse abgenouMen, die durch Msschncidung und Einkerücn, zum Teil auf maschinellem Wege in Dum-Dum-Gc- schosse verwandelt waren. Mr gaben sie dem Amerikaner mit, der hoffentlich zur Aiuistlärung seines Volles beitragen wird. Er besinn das Dorf Lützinia zu sehen, in dem ein Pole auf ein Mädchen mir den Worten schoß: .Du sollst kei­nen Deutschen mehr lieben!" Das Mädchen liegt schwer verwundet im Krankenhaus. Ist einem Dorfe in der Nahe sanden wir einen uns serer Soldaten in furchtbarer Weise hingomor- det. Die polnischen Banden hatten ihm mit einem Bajonett an eine Scheunenwand ge­spießt. In dieser entsetzlichen Stellung fanden wir ihn. Man kann sich denken, welche Wut die tapferen deutschen Heimatkämpfer bei solch grau­enhaften Anblick packt. Es ist ein Wunder von SclhsWbcrwindimg, wenn sie niemals Gleiches ntit Gleichem vergelten. Ueberall berichtet die Bevölkerung. daß alle deutschen Gefangenen ge- quält und getötet worden sind. Hoffentlich wer­den die polnischen Gefangenen, die von uns durchaus menschlich behandelt werden, nach der Itückkchr in die Heimat ehrlich genug sein, der Wahrheit gemäß zu berichten. Sie verdanken ihr Leben dem

versöhnlichen deutschen Geiste.

Die haben an manchem deutschen HeldenMck Lek von Kämpfen um Kvndrzin den Unterschied Mischen polnischer und deutscher Kriegführung kennen gelernt. Ein Vorfall glänzender Ger­stesgegenwart verdient festgehalteu zu werden. Ein deutscher Radstchrer wurde Vvn hundert Polen gefangen genommen. Ms sie ihm das Gewehr auf die Brust setzten, um ihn zu erschießen, sagte er kaltblütig: -Ihr tonnt mich erschießen, aber glaubt ja nicht, daß ihr dann lebendig heraus kommt. Ihr sett auf allen Seiten von unseren Leuten eingeschloffen, Wenn mein Führer siehtz daß ihr mich ermordet hckbt, dann läßt er keinen von Euch am Lebe»«. Daraufhin machte der polnische Bandenführer ein verdutztes Gesicht, überlegte einen Augenblick und erklärte: .Dann gehen wir lieber gleich mit Dir mit!" Daraufhin nahm der brave Radfah­rer die hundert Polen und führte sie zu fernem Truppenteil. Damit nicht genug, mußte der pol­nische Führer mit dem deutschen Radfahrer »och einmal in den Wald zurückgehen, aus dem et noch eine ganze Schar polnischer Insurgenten herausholte. Dem Banditenführer wurde ein Brief abgenommen, in dem er seinem Bruder Valentin fdmeb. er möchte doch auch hcrkom- men. Er tobe so viel Sachen, besonders Her­renwäsche erbeutet, die noch Hause transportier» werden müssen. Man steht,

das Rauben und Plündern

Rom, 24. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Auf Grund eines Einvernehmens mit Frankreich gehen die von der Reparations-Kommission Frankreich zugesvrochcnen oder noch zuzusprechen­den früheren österreichisch-ungarischen Handelsschiffe in den Besitz Italiens über. Ein gleiches Abkommen wurde im ver­flossene» Jan«ar mit England abgeschlossen. Italien übernimmt also diese gesamte wäh rend des Krieges beschlagnahmte Tonnage.

Zwang und kein Ende.

Fortdauer derSanktionen".

Wochen sind vergangen, seit der deutsche Reichstag unter dem Drircke der äußeren Ver­hältnisse das Londoner Ultimatum angenommen . hat. In all den parlamentarischen Kreisen Deutschlands, die sich damals schweren Herzens für die Annahme entschieden, war zu jener Zeit die Auffassung verbreitet, daß damit auch die von der Entente am 7. Diürz beschlossenen Sanktionen" automatisch aufhören wür­den; und nicht zuletzt die Hoffnung auf baldigst,.' Beseitigung dieses Druckmittels hat die Stel- lungnachnre der einzelnen Rcichstagsparteieu und ihrer Mitglieder zur Frage: Annahme oder Ab­lehnung des Ultimatums entscheidend beeinflußt. Herr Wirth hat im Reichstage seinerzeit eben­falls erklärt, daß die deutsche Regierung die Aus­hebung der über das Rheinlaird verhängten Sanktionen als eine selbstverständliche Folge der Annahme der Londoner Bedingungen durch Deutschland betrachte, da damit jeder Rechts- ; gründ zu ihrer weiteren Aufrechterhaltung ent­fallen sei. Die Entente ist offenbar anderer Mei­nung. Heute, volle fünf Wochen nach Annahme des Londoner Ultimatums, sind die Zwangs­maßnahmen noch nicht aufgehoben und es besteht bei der von Paris wie London in gleicher Weise beliebten Verschleppungs­taktik wenig Hoffnung, daß der Oberste Rat, hordie Entscheidung über die Aushebung zu fal­len yut, sich in nächster Zeit dazu bequemt.

Unterdessen leidet das Rheinland aufs schwerste untsdem Drucke der Sanktionen, die bereits zu ungeheueren wirtschaftlichen Schädi­gungen geführt haben. Als übelste Folge der verhängten Zwangsmaßnahmen hat sich eine ständig zunehmende Arbeitslosigkeit ein­gestellt, die zu einer Katastrophe zu führen droht. Viele Betriebe müssen schließen und die Arbei- lerschast steht dank der unerhörten Repressalien der Entente, die am Tage des Waffenstillstandes dun ach so vertrauensseligen deutschen Volke eine rosige Zukunft versprach, wieder einmal auf der Straße. Kein Wunder, wenn unter diesen Um­ständen eine Beunruhigung unter die Bevölke­rung getragen wird, die sich schließlich eines Ta­ges explosiv Lust macht. Das Verhalten der Bef atzungstruppen ist zudem vielfach nicht dazu angetan, die mit Elektrizität geladene Atmosphäre zu entspannen. Die Entente sieht das alles, aber sie denkt nicht daran, Deutschland irgend etwas zu ersparen. An fadenscheinigen Gründen für die weitere Aufrechterhaltung der Sanktionen fehlt es ihr nicht. Der Standpunkt der französischen Regierung »st heute der, daß die Sanktionen nur dann aufhören werden, wenn Deutschland einen einwandfreien Beweis für die Ehrlichkeit seiner Absichten in der Repa- rationssrage geliefert und gleichzeitig die Forde­rungen der Entente bezüglich der Entwaffnung resüos erfüllt habe. Diese Auffassung steht zum mindeste» im schroffsten Widerspruch zu den durch dre englische Lwffchaft in Berlin wie durch Lloyd George selbst gegebenen Zusicherun- jjen. Darum aber kümmert nun sich in Paris offenbar nicht und London fügt sich wieder, wie immer und überall, der allmächtigen Politik der Poincaristen, die nur das eine Ziel kennen: «Deutschland muß vernichtet werden!"

Tue deutsche Regierung hat es nicht cmPro - testen schic» rassem um die Entente zur Auf­hebung der Sanktionen zu bewegen. Bisher lei­der mit dem Erfolg, der noch allen deutschen Protesten beschiedc» war. Frankreich kennt keine Nachgiebigkeit. Aber alle bisherigen Mißerfolge bürfeu dre berufenen Vertreter des deutschen Volkes nicht abhalten, sich mit voller Kraft für die Aushebung der Sanktionen einzusetzen, die entgegen allen Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages über das Rheinland verhäng! worden sind. Herr Btiand hat in einer seiner letzten Scuatsredeu, wie erwähnt, die Aufhebung der Zwangsmaßnahmen am Rhein von deut Nachweis des guten Willens Deutschlands, die in dem Londoner Ultimatum übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, abhängig gemacht. Wenn am 30. Juni auch die verlangte Entwaff­nung restlos durchgeführt sein wird, dann hat die deutsche Regierung wahrlich Grund, den franzö- sischen Ministerpräsidenten mit allem Nachdruck daran zu erinnern, daß sie nun hinlängliche Be­weise ihrer Ehrlichkeit geliert habe, und daher die sofortige Aushebung der Sanktio­nen verlange. Es ist soioieso an der Zeit, der Entente emmal llarzumachen, daß durch die Sanktionen und deren Folgen die Erfüllung der

Danzig uMer den Bo!en.

Beschluß des DSlkesbrrndrates.

(Eigener Drohtbertcht.)

Paris, 24. Juni.

Gestern früh hat der Rat des Völkerbundes die Danziger Frage weiter beraten. Er hat be­schlossen, Polen einen besonderen P l a tz am Weichseluscr zu bewilligen, um dort Ent- (atmngen und Aufspeicl-erungcn des für Polei, bestimmten Kriegsmaterials tot Transit - verficht vorzunehmen. Polen wird das Recht ha­ben, auf biefem Platze, der in einer gewissen Entfernung von der Stadt liegen wird, ein be­sonderes Platzpersonal zu halten, das damit be­auftragt ist, die Ordnung und Sicherheitsmaß­nahmen durai-uführen, die ein derartiges, manch­mal gefährliches Material notwendig machen Ferurr hat der Rat des Bölketbundes die in sei­ner ersten Sitzimg angeschnittene Frage der Waffenfabrikation in Danzig behandelt