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Hesfische Abendzeitung

Nummer 138

Fernsprecher 951 und 952

Mittwoch, 22. Juni 1921

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 953

Verschärfte lommunislische Agitation

Bcr-

Jn

Die Jt6eintonfc-,eanhionen*

rung, die nun die vielen wirtchsafttichen sprechungen Korfantys nicht erfüllt sicht.

landssanktionen gegolten. Die Aufhe­bung ist vorläufig nicht zu erwarten, viel­leicht aber nach Erledigung der oberschlesischen Angelegenheit und nach der deutsch.französischen Einigung über den Wiederaufbau.

Jnsrrtionspretse a) Ltnhewrtsch« auf trag«- Dt- einfpaltige Anzerg-n.Zeil- M. L20, bte einfpaltige HeHamegetle M. 3., b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltig« Angetgenzetle M. L50, die einspaltig- ReN«metl« M. 8.60, alles einschließlich TeuerungS,Uschlag und Anzeigensieuer. Für Anzeige« mU besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten> Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werd««. Druckerei: Schlacht- hofflraße 28/30. BeschäftSstell«: Kölnische Straß« 5. Telephon Nummer 951 und 952

Gewalttätigkeit in Berlin.

Die kommunistische« Kundgebungen.

(Privat-T ckgranim.)

Berlin, 21. Juni.

Gegen den Berliner Arbeitslosenrat ist das Verfahren wegen Aufforderung zum Hochverrat eröffnet worden. Die kommuni- stischen Demonstrationen in Berlin und Span- dau, die erst gestern zum U e b e r f a l l deS Berliner Gewerkschaftshause.s ge- führt haben, erreichten am Abend ihren Höhe- punkt mit dem Anmarsch der Spandauer Kom­munisten und der Arbeitslosen auf dem SPan­da u c r R e i ch s b e t r i e b, zu dessen Besetzung gestern Flugttätter in Spandau aufgefordert hatten. Ter Spandauer Polizei gelang es, die Demonstranten zu zerstreuen. In Tegel bei Ber­lin forderte der Arbeitslosenrat Mr Besetzung der großen Borsig'schen Fabrik für heute auf.

Volnksche Vllinderer.

Berlin^ 21. Juni. (Privattelsgramm.)

Olnts^efie« befinden sich etwa tausend Fluß­schiffe, von denen die Mannschaft slüch. t e n mußte. Nachdem die Polen zurückgedräugt " id, stellte sich heraus, daß sie die Wohnräume ttffgebrochen und geplündert hatte». Die im Blottnitzkanal und auf dem rechten Oder- ufcr befindlichen Schiffe sind vollständig geplün- dert. Von den am linken Oderufer befindlichen Schiffe« sind größtenteils nur die wertvollsten Dachen gerettet. Verschiedene Schiffe sind durch Minenwerser in den Grund geschossen. Jeder einzelne Schiffsman« hat einen Verlust dadurch von mehreren tausend Mark erlitten.

nichts von Europa wußte, weder wie der Krieg wirklich artfing, noch Worum es tatsächlich ging. Jetzt weiß es dies und Niemand Wird sich wieder den Kopf »er* drehen lassen durch eine bezahlte Propaganda für oder gegen einen europäischen Staat oder eine Staatengruppe. ... Es ist sehr zu bebau- ern, daß die Ausländer so wenig über die Ame­rikaner wissen und so vollständig die Psucholo- gie des amerikanischen Volkes mißverstehen. Sie ind eben so unwissend über Amerika als die Amerikaner es über Europa sind, und so halten sie folgerichtig den Ausdruck einiger wenigen amerikanischen Zeitungen die anerkannten Fürsprecher stemder Interessen und nur dem Namen nach amerikanisch kür die wahren Stimmen Amerikas. Das ist, weil weder das 8olk in Frankreich noch in Deutschland in be- chränfiem Maße auch das von England wirk­lich versteht, was unser Volk von ihnen und ihren Regierungen denkt zwei Jahre nach Be­endigung der Kämpfe. Es ist sicher, daß ein

großer Meinungsumschwung

Um Oberschlesien.

Verschlechterung der Verhältnisse.

(Eigener Drahtbericht.)

Oppeln, 21. Juni.

Augenblicklich läßt sich über die Stimmung im oberschlesischcn Industriegebiet keine Mge- mcin gültige Meinung bilden, da die Polen Kundgebungen, die ihnen unangenehm find, mit rücksichtsloser Drangsalierung durch die bewaff­neten Insurgenten beantworten. Aus gut un­terrichteter, Gewerffchastskrciscn erfährt der Kor­respondent desVorwärts", daß bei der Bevöl­kerung unter der Oberfläche eine sehr radika­le Stimmung herrscht, die natürlich mit der Stillegung der Industrie und der zunehmenden ArbeitLlosigkett bolschewistische Formen annrh- men kann. Die Gefahr wird noch verstärkt durch die Ertttänschung der polnisch gesinnten Bevölle-

deutsthe Volk wird ja nicht für ewig zu welt­politischer Ohnmacht verdammt sein, und Sow­jetrußland wird doch früher oder später wieder ein Machtfakwr werden, und am Ende werden sogar die Franzosen einmal erkennen, daß ihre ' hemmungslose Fortsetzung des Weltkrieges ge­gen Deutschland, die zur Selbstverstümmelung Europas geführt und damit die Grundlage für den angelsächsischen Konzert geschaffen hat, eine Art politischen Selbstmord darstellt.

Kommunismus in Bayern.

Hochverratsprozeh in München.

(Eigene Drahtmeldung.)

München, 21. Juni.

Bor dem Münchner Volksgericht begann gestern der Prozeß gegen siebzehn der Kommunisti­schen Partei München angehörige Angeklagte, Schlaffer, Sutteier und Genosse«, wegen hochverräterischer Komplotte und Dyna­mitverwendung bczw. Beihilfe dazu. Den Vorsitz der Verhandlungen führt Oberlandesge­richtsrat Reichardt, die Anklage vertritt Staats- anwalffchastsrat Kellerer. Fünf Rechtsanwälte sind als Verteidiger der Angeklagten tätig. Die Anklage gründet sich darauf, daß die Angeklag­ten verfncht haben, den unter Leitung der Zen­trale der Bereinigten Kommunistischen Partei in Mitteldcutschland auSgebrochenen A u f st a n d auch auf Bayern auszudehnen, besonders durch die Zerstörung wichtiger Berkchrsanlagen. Die Angeklagten Reutershahn und Seebaut7 r waren mit der Beschaffung des SPrengmateriLs beauftragt. Um 11/, Uhr begann die Verneh- mung der Angeklagten. Der Prozeß wird vor­aussichtlich eine ganze Woche dauer«.

TU Kasseler Neues!«« Nachricht«« erscheine« wöchentlich sechsmal und nvar ab««ds. Ter Adomr«mentSpre,r beträgt monatlich 6.50 Mart bet kreier ZuNellung ins Taus 8tu$. roaIbUt? bezogen 6.80 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen 2?*2£ B0" der Geschäftsstelle oder de« Boten entgegengenommen. Druckerei, S? Ridattion.. Schlachthofstraße 28/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann v ^erant?>ortmg ober SoDa^t in keinem Fall- übernehmen. Rückzahlung d«S «ezugsge.des oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Dir englischen Truppen.

B e r l i«, 21. Jttni. (Privattelegramm.) AuS Oppeln wird gemeldet: Tie Engländer sind in Myslowitz eingerückt. Sie haben die Stobt darauf dem französischen Wachtkommando übergeben. Die Lage in Oberschkcsien ist durch die Besetzung der Großstädte noch nichigebes ert, da die Polen nach wie vor das flache Land beherrschen und auch letzt noch keine Le­bensmittel in die Stadt gelange« lassen.

Neue Dervaftungen.

München, 21. Juni. (Privattelegramm.) Unter den Verhafteten der letzten Tage befinden sich wieder mehrere Russen. Unzählig sind die Drohbriefe, die dem Polizeipräsidenten und dem Minister des Innern zugehen. Man hat in München mit neuen Ueberraschungsversuchen der Unabhängigen und Kommunisten zu rechnen, worauf auch das vermehrte Austauchen von Russen und Berliner Kommunisten im Sttaßen- btld und tu bett Lokalen hinweist.

(Sin neues Bündnis?

Britisch-amerikanische Bestrebungen.

Die Tragweite der durch die Aeußerungen des amerikanischen Botschafters Harvey in Lon­don und die Rede Lloyd Georges angeschnittenen Frage einer britisch - amerikanischen Entente läßt sich noch nicht recht übersehen da man einmal nicht weiß, wieviel hierbei eng- lischerseits lediglich Pressionsmittel gegenüber Frankreich sein soll, und da andererseits bisher noch nicht zu übersehen ist, wie weit die Heber« brückung der Interessengegensätze zwischen dem Britenreiche und der Union möMch ist. Auch ist nicht zu verkennen, daß die von amerikanischer Seite vorgeschlagene Einteilung der See­herrschast in dem Ginne, daß der Stille Ozean als amerikanische und der Atlantische Ozean als brittsche Einflußsphäre gelten soll, dem Verzicht auf das bisher noch bestehende eng­lisch-japanische Bündnis gleich käme. Was die vorher erwähnten Gegensätze zwischen Eng­land und der Union betrifft, so sind sie nicht zu unterschätzen, wobei wir nur an den Streit um die Mandate, die OeKonzefstonen und die Kabel, an die Rivalität in China und zum Schluß auch an die irische Frage zu erinnern brauchen. Heber- Haupt muß man sagen, daß Mischen England und der Union im Grunde weit mehr Gegensätze als Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Aber das ist ja gerade der Grund, weshach John Bull die Verständigung mit Onkel Sam sucht.

über die Mehrheit des Volkes gekommen ist und daß England und Frankreich sicher und mit wachsender Geschwindigkeit die außerordent­liche Svmpathie verlieren, welche sie ich vorher zu gewinnen verstanden hatten, dank der Erregung und Urteilslosigkeit, welche die Kriegspsychose erzeugte, und daß das geschlagene deutsche Volk ebenso sicher an Wohlwol­len gewinnt. Jetzt nehmen dies augenschein­lich weder die Franzosen noch die Engländer noch die Deuffchen wahr, und aus diesem Grun­de scheint auch Washington noch immer Staub in den Augen zu haben. Wenn die Franzo­sen den Wechsel kennen würden, der im Ge­fühl des amerikanischen Volles vorgegangen ist, würden sie mit mehr Vernunft handeln. Wenn die Deutschen es wüßten, würden sie ermu­tigt sein, fleißig ohne Unterbrechung am Wie­deraufbau arbeiten und in Ruhe die Zeit er« warten die ihnen ihr Recht wieder bringen wird. Wenn das englische Voll mehr als bisher diesen GefüHlsumschwung beachten wür- de, würde es sein grausames und blutiges Werk in Irland einstellen. Es steht zu hoffen, daß Präsident Harding den Rat seines eigenen ge­sunden Menschenverstandes befolgen wird, an«

Britische Reichökonfererrz.

»Die Welt will Frieden"?

lEigener Drehtbericht.)

London, 21. Juni.

Lloyd George hat gestern nachmittag die bri­tische ReichSkonferenz der Ministerpräsidenten mit einer Ansprache eröffnet, worin er unter an­derem erklärte, daß trotz der Agitation unter den Arbeitern und der bedenllichen Lage infolge der Arbeitslosigkeit das englische Volk gegenwärtig nickt die gleichen Entbehrungen durchwachen müsse, wie nach den napoleoni­schen Kriege«. Aber i« gewissen Länder« Europas sei das Elend entsetzlich groß. Aber die Welt beginne immer mehr, der Schwie- rigkeite« Herr zu werde«. Die ganze Welt wolle nichts anderes als Frieden. Lloyd George kam dann auch auf Deutschland zu spreckem Die Entwaffmmq sei so gut wie durck- geführt. Deutschland habe keine Flotte und nur noch hunderttausend Soldaten, keine Mafckinen- aewehrc und nur noch einige hundert Geschütze.

AmerikanifcheSlnflcht.

Eine Stimme der VerstLndignug.

eine Leser!« der Äaffeler Neueste« Rache!«le" sendet uns d!»Ueber,«z>ung eines sehr beachten«, werten Aufsatzes de« au»«rtkantscheu Senator« Franris, der in der Rewyorkcr Sta«tS»eitu «« virStzentttcht wurde. Di« Newherker Staat«, zeitung war eine« der wenigen Blätter, d!< es wagten, in Amerika wahrend des «rieae» für Deutschland rinzntreteu. Der Senat»! Francis macht u. a. sorgende Ausführungen

»Eine Sache, in der praktischerweise alle Amerikaner übereinstimmen, ist die, daß die amerikanischen Soldaten mit jeder nur möglichen Eile vom europäischen Boden zurückgezogen werden sollten. Als der Krieg ausbrach, wußte unser Volk absolut nichts von europäischer Politik, sodaß es sehr leicht und auf einfachste Weise das Opfer britischer und

1 französischer Propaganda wurde. Es verschlang die Geschichten von den Greneltaten der .Hunnen-, und die Luftspiegelung, daß Eng­land, Frankreich uitb Rußland für bte Erlösung und die Freiheiten von ganz Europa kämpften gegen einen gewalttätigen und grausamen Mili­tarismus. der darauf hinausging, die ganze Welt zu veresklaven, fast festen Glauben.

Aber es ist jetzt anders.

Diese Tage der Leichtgläubigkeit, Hnwks- fenbeit und Hysterie sind vorüber und ab­getan. Mit Ausnahme Einiger, welche noch im­mer in den amerikanischen Zeitungen ihr Ge­schrei wie früher hinausschmettern, und eines ge­legentlichen männlichen oder weiblichen Red­ners wünscht sich niemand an diese Zeit der Hy­sterie zu erinnern, wo selbst normal empfindende Personen glaubten, daß die deuffchen Bäcrer Glassplitter unter das Volksbrot mischten und die fürchterlichen Spionengeschichten wahr seien. Jetzt weiß jedermann, daß die hunderte von Personen, welche geschrieben und erzählt hatten, daß sie Glassplitter im Brot vorgesunden baden, gemeine Lügner waren und daß sie die Wahr­heit nicht sprechen durften, weil sie für die Lügen bezahlt wurden. Eine Flut von Licht hat sich über die Geschichte des Krieges verbreitet Die Gründe aller (?) Kriegführenden sind offen dargelegt, ihr prunkvolles Lügengewebe ist ans­ein andergezerri und die gänzliche Hnveriräglich- leit zwischen den schimmernden und hochtönen­den Erklärungen und dem hinterlistigen und selbstsüchtigem Betragen der Sieger hat für sich selbst gesprochen. Unser Voll ist kein Narren- volk und e8 hat nicht zwei Jahre gebraucht, um zu erkennen, daß der einzige Grund, den es hatte, feine Hand in den verrückten Krieg Euro­pas zu stecken, der war, daß es

Das großbritannische Weltreich, das durch den Krieg die deuffche Handels- und Schiffahrtskow- fttrrenj los geworden ist, sieht sich auf diesen beiden Gebieten einer umso schärferen Kon- kurrenz der Vereinigten Staaten gegenüber, dlSh.ch zum grössten Gläubigerstaat entwickelt ha­ben, so daß das Pfund seine frühere Weltherr­schaft an den Dollar abtreten mußte. Ame­rika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das feine Handelsflotte von fünfeinhalb Millionen Tonnen im Jahre 1913 auf nahezu Ä Millionen vermehrt hat, kommt der m Handelsflotte mit ihren etwa zwanzig Millionen Tonnen immer näher, und der gleiche Wettkampf spielt sich auf dem Gebiet der Kriegs flotte ab. Da liegt bei den geschäfts­tüchtigen Engländern der Gedanke nahe, daß es besser fei, das Weltgcschäft nicht gegen diesen ge­fährlichen Konkurrenten, sondern mit ihm zu machen. Vielleicht auf Kosten des Bündnisses mit Japan, das man ja heute nicht mehr so nötig hat wie früher, seitdem eine Gefährdung des Kernstücks des brittschen Imperiums, In­dien, durch Rußland für absehbare Zeiten nicht zu befürchten ist. Dazu kommt, daß die japa­nische Einwanderungssrage, die mit Rücksicht auf Kalifornien zu dem Gegensatz mit der Union ge­führt hat. auch für die brittschen Kolonien eine Rolle spielt, und es ist sicher kein Zufall, daß die Frage eines angelsächsischen Konzerns gerade letzt, vor dem Zusammentritt der britischen Reichskonferenz, angeschnitten worden tff.

Ob die vorher gekennzeichneten Interessen­gegensätze zu überwinden sind, wird sich erst zei­gen müssen. Gelingt es, so würde der angestrebte Konzern jedenfalls die denkbar stärkste Mächte­vereinigung darstellen, mit der alle anderen Staa­

ten sehr ernsthaft zu rechnen hätten. Vor allem auch Frankreich. Denn wenn die .Times" die Freundschaft mit Frankreich noch alsEckstein der englisch-europäischen Politik* bettachtet, so deutet sie doch bereits unverblümt an, daß bei einem .törichten Verhalten" Frankreichs die be­absichtigte Abmachung mit der Union die Form einer engen Allianz a«nehmen würde. Das heißt, wenn Frankreich sich nickt der englischen Parole fügt, dann riskiert es die Kalfftellung. Das be­zieht sich natürlich vor allem auf die Orient- Politik, wo England zurzeit sein Wclttriegs- geschüst macht.

WaS kann dieseWendung für Deutsch­land bringen? Auf der einen Seite müssen wir mit der Möglichkeit rechnen, daß England die Franzosen als Kompensatton für die Benach­teiligung in Kleinasien mit oberschlesischen AbschlagszaHlungen auf Kosten Deutschlands ent- schlädigt. Auf der anderen Seite liegt aber auch die Möglichkeit vor, daß die Annäberung Eng­lands an die Union für uns insofern günstig wirkt, als die letztere ja ihre Wirtschaftspolitik auf den Handel mit Europa einstellen mutz, und deshalb in erster Reihe an der Erhaltung eines produkttonssähigen, austauschbereiten Deuffch- land interessiert ist. Der Ausgang des Kampfes um die Friedensresolutton Knox-Porter wird uns darüber belehren, was wir nach dieser Rich­tung hin zu erwarten haben. Jedenfalls erwei­sen diese Konzernverhandlungen, daß bis auf weiteres nicht nur Deutschland und Rußland, sondern auch Frankreich dank seiner unsinnigen Revanchetcckttk lediglich Objekt der Politik ist, das von den großen Mächten cckhängt, und auch Ja­pan wird nunmehr erkennen, daß die Mitarbeit an der Zertrümmerung Europas ein veriehlter

Kasseler Neueste Nachrichten

_________ Kasseler Abendzeitung

Die Nüumungsaktton.

Breslau, 21. Juni. (Privattelegramm.) Heber de« von deutscher Seite ausgearbeite­ten Räumungsplan für Oberschlesien be­gannen gestern inoffizielle Verhandlungen zwischen General Höfer und dem englischen Ge­neral Hennike- Gleickfzeitig zwischen dem Vor­sitzenden des deutschen Vöfferausschnsses und Ge­neral de Martini, als dem Vertteter der Inter­nationalen Kommifsion. Der italicnifdje Gene­ral soll dabei die deuffchen Vorschläge im einzel­nen kritisiert, im ganzen aber icks eine geeignete Grundlage weiterer Verhandlungen bezeichnet haben. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

England und Frankreich.

Die Krise im Nahen Osten.

(Eigener Drahibericht.)

Paris, 21. Juni.

Die Verhandlungen Mischen Briand und Curzon haben die Kluft zwischen dem engli- chcn und stanzösischen Standpunkt in den ver­schiedenen Angelegenheiten in einem grelle« Licht gezeigt. Frankreich ist mit dem britischen Bor- schlag nicht einverstanden und will auf keinen Fall die Grieche« attiv gegen die Kemalisten un­terstützen. Dahinter steckt die Furcht vor der Ausbreitung der Macht Englands und die Er­kenntnis der Gegensätze der englischen und fran­zösischen Interessen im nahe« Osten. Briand wäre damit einverstanden, die Zone um Son- tmttinopel autonom zu erklären, während sie nach Curzons Vorschlag vom Militär entblößt werden soll.

Rotterdam, 21. Juni (Eigener Draytbr.

.. ----------------------- richt.) Tie TimeS« meldet aus Paris: Die Be-

«chachzug war. Zum Schluß wird aber wohl lpreckungen mit Lord Curzon und Briand ha- bajur gesorgt werden, daß die angelsächsischen ben außer der oberfcklesifchen und der Orien- Bamne nicht m den Himmel wachsen; denn das talenfragr auch der Aufhebung der Rhein-