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Donnerstag, 9. Juni 1921.

Kaffeler Neueste Nachrlchre»

Nr. 127. 11. Jahrgang.

Im Ganzen war es eine über dem Durchschnitt I einer aus Spaß ein Kartoffelfeuerrben cmgezun- sichende Leistung, was aber bei dieser Partie det hatte. «tseh.

nicht allzu viel besagen will. Eine andere Frage ist, ob sie auch Wagner singen kann, worauf es hier bod) sehr ankommt. Erst danach kann man ein endgültiges Urteil abgeben. K. F. Dr.

Neues aus Kastel.

Großfeuer am Bahndreieck.

Kirchdittnolder Waffernot.

Ein Mitarbeiter aus Kirchditmold schreibt uns: Welche Unmengen Wasser zur Bekämpfung des Branvcs erforderlich waren, geht daraus hervor, daß eine Knappheit an Leitungs­wasser eintrat. Im Stadtteil Kirchditmold hatten abends, als das Feuer auf seinem Höhe­punkt an gelangt war, zwar die Erdgeschoßleitun- gen Wasser, doch die oberen Stockwerke gaben überhaupt kein Wasser mehr!

Am Bahndreicck von Kirchditmold brach gestern abend Großfeuer aus Es brannte ein langer SckMppcn, in dem Retsigbündel lagerten, die zum Anziinden der Lokomotivenheizung dienten, fer­ner Braunkohlenbriketts und Torfkohlen, sowie auch zwei Eisenbahnwagen. Tie Feuerwehr, die den Brandherd von allen Seiten angriff, hatte dreizehn Rohre vor. Sie mußte mit sehr langen Schlauchleiruiigen arbeiten, weil die Wafferver- bältnisse ungünstig lagen. Auf alle Fülle gelang es, das Feuer zum Stillstand zu bringen. Die Hauptsache war, daß ein Uebergreifen des Feuers auf aas Maschincnhans verhütet wurde. Außerdem konnten noch vierzig bis fünfzig Me­ter von dem Schuppen selbst gerettet werden. An der Brandstätte weilten Bürgermeister Brunner und Mitglieder der Feuerlöschkommifston. Erst heute früh fünf Uhr rückte die Feuerwehr ab. Eine Brandwache blieb zurück. Ter Schaden ist erheblich. Es steht so gut wie sicher, daß Fun- lenflug einer vorüberfahrenden Maschine den Brand verursacht hat.

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Bahnamtlicher Bericht.

Das Eisenbahn-Betriebsamt 2 in Kassel be­richtet amtlich: Am 7. Juni, abends 6.35 Uhr, ist, wahrscheinlich durch Funkenauswurf der Loko­motive des Uebergabezugs 4862, in Kilometer 0,6 der Verb indun gsgleise Kaffel-Vcrschiebebahnhos- Kasscl-Oberstadi der in der Rühe des Bahndrei­ecks gelegene Reisigholzbestand und die Hälfte eines angrenzenden Holzschuppens entzündet worden und trotz sofortiger Löschbilfe verbrannt. Personen nicht verletzt. Sachschaden bedeutend.

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Berichte von Augenzeugen.

Gegen sechs Uhr abends, bemerkten tote er­zählt wird, Arbeiter ein kleines Feuer. Sie glaubten es selbst löschen zu können. Aks dann die Feuerwehr alarmiert wurde, stand bereits der Teil des Schuppens, der nach dem Rangierbahn­hof zu liegt, in hellen Flammen. Es wurde zu­nächst der Teil nach dem Maschinenhause ge­sichert. Bei den Häusern des Ärbeirer-Bauver- eins und an der Eisenbahnbrücke begannen Spritzen zu arbeiten. Alle dienstfreien Mann- schaftcu wurden herbeigeholt, teilweise sogar aus der Scheidemann-Versammlung heraus.

Die Feuerwehr leistete Hervorragendes. Das aufgestapelte Holz bereitete dem Ablöschen größte Schwierigkeiten. War das Feuer an einer Ecke gelöscht, so kam es an der anderen wieder au». Oftmals war die Wehr von Feuer und Rauch eingeschlossen. Bläuliche Flammen loderten auf. Sie zeigten an, daß Kohlen brannten. Auf den Gleise» am Schrippen stand ein Eisenbahnzug. feer entladen werden sollte. Auch er geriet in Brand. Glücklicherweise konnte eine Lokomotive d'.irchfahren und den Zng abschleppen. Nur zwei Wagen, die bereits Flammen entsandten, blie­ben zurück. Bald glichen sie glühenden Gerip­pen. Die Holzschwellen der Geleise, die hier liegen, begannen zu schwelen und die Gleise zogen sich. Aber der Verkehr konnte aufrecht er­halten werden.

Weithin waren die Flammen sichtbar. Mäch­tige Wolken schossen die ganze Nacht über zum Himmel, wenn das Wasser ins Feuer zischte. Dazwischen der helle Flammenschein! Die Men­schen rasten hin. Es war kaum durchzukommen. Dicht gedrängt standen sie an den Eisenbahn- Böschungen. auf der Brücke am Tannenwäldchen und an hochgelegenen Stellen. Sie schauten zu und machten angebrachte wie auch unangebrachte Lemerkuirgen, aber rmnrer wieder löste sich aus dem Rcdedurcheinunder die Bewunderung der tatkräftigen und zielsicheren Arbeit unserer bra­ven Feuerwehr heraus, die immer und immer wieder, in kritischen Situationen sogar, dem Flammenmeer entgegentoritte! -l-

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Es mochte so gegen sieben Uhr fein, als wir, von einem Spaziergänge heimkehrend, die ersten Flammen aufsteigen sahen. Gleichzeitig ertönten mich schon die Hellen Signale der Feuerwehr und die Wagen fuhren in jagendem Tempo zu der Unglücksstelle. Inzwischen verbreitete sich die Naürrickst:Großfeuer" mit Schnelle. Wer vom Fenster oder vom Balkon aus das grausig-schöne Schauspiel beobachten konnte, tat es. Operngläser wurden zur Unterstützunq hervorgeholt. An den Babugleisen entlang liefen die Menschen, klet­terten gewagt die Böschungen hinaus und stan­den stundenlang, unermüdlich an sonst verbote­nen Platzen. Derweilen da unten immer wie­der die breiten rotgelben Fhammensäulen auf» stiegen, neben den dickgeballten, schloarzen Wol­ken. Dann kam der Scheinwerfer heran, um gegen hie zunehmende Düsterheit zu schützen.

Man hörte das Arbeiten der Wasserspritzen. Während die Wasserquellen der umliegenden We-Hnungen eine Zeitlang versiegen mußten. Bon der Leipziger Strecke und der Hannoverschen Strecke her liefen die Züge ein mit ihren beque­men Speisewagen . Blitzschnell konnte man sehen, daß in dem vorüberhaftenden Augenblick die Reisenden nach der Fensterseite drängten, vor welcher die Feuerwolken zu sehen waren. Eine lange Kette von Kohleitwagen kam von Kassel her und fuhr langsam an der Glut vorüber, Von anderer Seite her wollten Wagen, mit Holz beladen, einlaufen, verzögerten aber in der Nähe der Brandstelle schon ihr Tempo und blieben schließlich vor dem Ziele liegen.

Diese leckenden Flammen schienen auch immer gieriger um sich zu greifen. Während Stunde um Stunde verrann. Während langsam, langsam die Leute sich zum Schlafengehen zurückzogen, während Kirchditmold in dem Dunkel der Nackt immer tiefer versank Leckte und sprühte es dort unten weiter mit heißen Zungen. Seltsam flir­rend erschien die erhitzte Lust darüber. Und der Brandgeruch stieg schärfer und schärfer auf. Dom Wind getrieben, bis in die Zimmer hinein. Heute morgen aber, in aller Frühe noch, pufften die Rauchwolken emvor. wenn auch jetzt in hel­lem, friedlichem SScifc als ob da unten höchstens

Tarksbewegung der Angestellten.

Berfammlung im Hackerbräu.

Der Ablehnung der gestellten Forderungen der Angestellten in der allgemeinen Industrie folgte eine Versammlung im Hackerbräu, in der Herr S ch o l a n d betonte, es sei Wenig glaub­haft, wenn die Arbeitgeber ihre Ablehnung da­mit begründeten, ihnen würde der ganze Ge­winn durch die Angestellten ahgenommen. Die Preissteigerung ist so führte der Redner wei­ter aus keine Folgerung der festgesetzten Ta- risgehälter, tote man stets zu beweisen versuche, sondern umgekehrt. Äe Angestellten haben erst auf Grund der Preissteigerungen eine Erhöhung ihrer Gebälter erhalten. Bezeichnend ist auch, daß mau betont, die kleinen Betriebe seien nicht fähig, die neuen Forderungen zu bewilligen. Die Erfahrung hat jedoch gelehrt, daß gerade die großen Betriebe die meisten Schwierigkeiten machten Von einer Notlage in der allgemei­nen Industrie kann nicht gesprochen werden. Ter Arbeitgeber ruft dem Angestellten zu, daß nach und nach alles billiger werde. Ta dürfe man nicht an die Heraufsetzung des Gehaltes denken. Zu antworten ist. daß man nur erst mit der Herabsetzung der Preise beginnen solle, dann könne an Lohnabbau gedacht werden.

Redner streift die einst zugestcherte Arbeitsge­meinschaft. Jetzt denft man gar nicht daran, die in der ersten revolutionären Angst gemachten Zugeständnisse zu verwirklichen. Man bemüht sich, die sogenannte Arbeitsgemeinschaft auf ein totes Gleis zu fahren. Bei der Ablehnung der neuen gestellten Forderungen stellen sich die Ar­beitgeber auf einen ganz besonders schroffen Standpunkt. Sie gehen selbst soweit, daß sie jegliche Verhandlungen rundweg ablebnen mit der Begründung, die Teuerung ließe nach. Dock damit -nicht genug, sie lassen durckblicken, daß man an Lohnabbau denke. Das ist jcdock nicht so tragisch zu nehmen. Das ist ein Schreckschuß. Dann geht der Redner auf das Nachlassen der Teuerung ein und kommt zu dem Ergebnis, daß toebT einige geringfügige Dinge int Preis herabgesetzt wurden, daß ande­rerseits die Teuerung im Steigen begriffen sei. Er richtet Mahntoorte ah die Versammlung, zu­sammenzustehen, nicht durch lächerliches Gezänk die Einheitsfront zu zerstören. Hier handelt^es sich um eine Machtfraae die über den jetzigen Streitpunkt hinmis entscheidende Bedeutung hat.

Dann sprach Herr Schumann über den Lohnabbau. Er führt ans, daß der Preisabbau im allgemeinen notwendig ist. Das ist jedoch nickt durch den Lohnabbau möglich, sondern durch eine vernünftigere Preispolitik. Tie ($} tu oblagen einer gesunden Kalkulation sind dem Arbeitgeber verloren gegangen. Tie deut­sche Wirtschaft kann nur dann gesunden. Wenn durck die Wirtschaftspolitik die wirtschaftlich am schlichtesten Gestellten die Angestellten ge­sunden. Heutzutage ist eine ganz erbärmliche Vorschuß- und Pumpwirtschmst eingerissen, zu der sich der Angestellte flüchten mußte, weil er so glaubte, sich auf diese Weise ein Wenig län­ger über Wasser halten zu können. Die Arbeit­geber sollten einsichtig fein und sich nickt der Not der Angestellten verschließe'» Wenn sie auf ihre freudige Mitarbeit rechnen! Herr Böttcher beweist, daß man von eine' Verbilli- gitng der Lebenshaltung nicht fprechen kann. E- betont, daß man auf der Hut fein und durch eine geschlossene Front einen einheitlichen Wil­len bezeugen muß. Dann wurde die Entschlie­ßung angenommen, die wir gestern bereits an dieser Stelle zum Abdruck brachten. F.. sc.

Stirnen, Sport und Gptet.

Zu den Spielen am vergangenen S'nntag gebt noch folaend-.r Bericht ein- Turn- und Ra­sensport Wehlheiden hatte sich im F. C. Einbeck einen annehmbaren Gegner verschrieben, der mit seinen Leistungen befriedigte. Wenn die Wehl- beider Mannschaft mit dem Resuftat 3:0 Sieger blieb, so hat sie b:e§ in erster Linie dem hervor­ragenden Spiel des Torwartes zu verdanken, der sich jeder Sage gewachsen zeigte. Die Mann­schaft macht in der neuen Aufstellung einen recht guten Eindruck und wird in dem Spiel am heutigen Ackend gegen Spielverein Rothendit­mold beweisen, daß sie ein beachtenswerter Geg­ner ist.

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Bei den Ausscheidungskämpfen in Göttingen am vergangenen Sonntag ermittelte der 7. Ober­weserkreis folgende Kasseler volkstümlichen Tur­ner und Turnerinnen zur Teilnahme an den Meifterschaftswettkämpfen der Deutschen Tur­nerschaft in Nürnberg am 17. Juni: Stöbt. Wal- peri, Bcck, Sellhast, Hirt. Frl. Schulz und Frl. Klavpert. sämtlich vom Turn- und Sportverein 1548. ferner Keidler vom Turn- und Sportver­ein Bettenharksen und Nötiger C. T. »fr.

Wander-Borschlag,

Der Hessische Gebirasverein macht für den kommenden Sonntag folgenden Wandervorschlag - Gensungen, Felsberg mit Ruine, Altenburg mit Ruine. Rhünd. Berge, Harlcr Berge, Ruine Fockenberg, Hebel, Wabern.

LokaknachrrMen vom Tove.

Personalnachr'.chten von der Eisenbahn Zugang: Etsenbahnassistent Becker von Bebra nach Kassel. Bestellt: Zum EisenbahNinspektot der Vorstand des Personalbüros Rechnungsrat Otto. Ernannt: Zum Bahnhofsvorsteher die Eisenbahnassistenten Preiß und Sckwarz und Eisenbahn-Praktikant Weynandt in Kastel: zum Eisenbahnassistenten die komm. Eisenbahnasft«- ftenten Bauer in Bad Wildungen, Haaemann in Mönckehof, Börner in Trevsa; zum Zugführer: die Schaffner Grünewald, Pieper u. Wissemann

in Kassel; zum Rangiermeister Äangterfubrer Möller in Kassel; zum Weichensteller 1 Klaffe Weichensteller Ebbrecht in Obervellmar. Versetzt: Bahnmeister Korte von Paderborn nach Kastel zum bautechnischen Büro; Oberbahnassistmt Germershausen von Kassel »ach Zrerenberg: die Eisenbahnafftfienten Eilenberg von Gensungen nach Berleburg, Höhne von Treysa nach Kassel. Die Prüfung haben bestanden: Zum maschinem technischen Büroassistenten Technischer Buroaspi- rnnt Dlünch in Kassel; zum Eisenbahnassistenten die Statt onsaspiranten Mebus in .Kapel--Bes­ten Hausen; Wedemeyer in Homberg und Hage- mann in Mönche Hof: zum Nnterajsistenten dic EiseNbabnaehilsen Strüber i. Breitenbach, Frsch- bach und Fuchs in Biedenkvof, Heyer ht Cor- bach, Stück in Fürstenhagen, Dchäfr in Jhrm s Hausen. ..

Einmachezucker-Verteilung. Den Wünschen zahlreicher Verbraucher entsprechend ist die Ver­kaufszeit für den Einmachczucker, der von Mite wvch dieser Woche an auf Gnmackezuckermar ke ? verteilt wird, auf 14 Tage ausgedehnt worden Der Abschnitt verliert alfo erst am Donnerstag, den 23. Juni feine Gültigkeit.

Richtesest von Einfamilienhäuschen Zur Linderung der Wohnungsnot will die Gruppe .Lindenbergs der Siedlungs- u. Arbeitsgemein­schaft .Neu-Deutschland", Bezirk Kassel mit ihren der Vollendung entgegengehenden Einfa- milienhchrsern vor dem Holländischen Tor. auf dem Gelände an der Schenkbierstanne, einen be­achtenswerten Beitrag liefern. Das Richtefest oer Häuschen, die sich durch schlichte Einfachheit bei größter Zweckmäßigkeit auszeichnen, foll in die­sen Tagen stattfinden.

Pakete ins besetzte Gebiet. Bei der zoll- amtlichen Prüfung der im besetzen Gebiet dw gegangenen Pakeft ans dem unbesetzten Deutsch­land werden zur Beseitigung oder Vermeidung von Verkehrsstockungen die Sendunen mit er­sichtlich zollfreiem oder leicht verderblichem In­halt häufig mit Beschleunigung behandelt oder von den Zollförmlichkeiten ganz befreit. Es cmo- fiehlt fick daher für die Absender, derartige Pa­kete durch fachige Zettel mit entsprechender Aus- sckrift (z. B. zollfreie Lebensmittel, ftifches Fleisch, u. dgl.) oder in ähnlich h rvortretender Weise zu kennzeicknen.

~ Zusammenschluß der alten 80et. Eine stattliche Versammlung in Reuters Gastwirtschaft beschloß einstimmig die Gründung eines Orts­vereins der ehemaligen Angehörigen des aus der alten Kurhessischen Leibgarde hervorgegangenen Füsilier-Regiments v. GerSdorff (Kur- hessijches Nr. 80). Der Führer der Abordnung Kassel zum Regimentstay in Homburg erstattete Bericht über dieses Ereignis. Ein anwesender Offizier des Neginnnts hob hervor, daß es Ehrenpflicht eines jeden alten Regimentsange­hörigen ohne Rücksicht auf den Dienstgrad fein müsse. Mitglied einer Vereinigung zu fein, die zur Pflege der alten Kameradschaft, der Er­innerungen aus der Dienstzeit im Frieden und im Kriege und damit zur Erweckung und Erhal- ttlng des deutschen Gedankens (wobei ausdrück­lich die politisch-nationale Bedeutttny ausgeschlos­sen sei), nicht minder aber auch möglichst zur Un- rerstützuny notleidender Kameraden ins Leben gerufen werden solle. Den vorläufigen Vorstand, dem es obliegt, einen Satzungsentwurf anszu- arbeilen-und weitere Werbearbeit zu leisten, bil­den die durch Zuruf gewählten Kameraden PH. Eitel, Vorsitzender, Wilhelmshöher Allee 18. W. Barnbeck. Schriftführer, und L. Berghoff. Schatzmeister. Regelmäßige Versammlungen ta­gen an jedem ersten Donnerstag im Monat.

Verein ehern. Res.-Jnf.-Regt Nr. 2.33. In Meiningen, der Geburtsstadt des Regiments, ist einVerein ehern. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 233 ins Leben gerufen. Ohne Rangunterschied und ohne Rücksicht auf seine politische Anschauung soll je­der Angehörige des Regiments ausgenommen werden. Vorsitzender ist Bankbeamter Julius Eichhorn, Landsibergerstraße 10.

-T- Aus dem Reiche der Kurzschrift Stenogra­phenverein der O. R. I (System Stolze-Schrey) teilt mit: Bei dem zu Arossen stattgefundenen ste­nographischen Wettschreiben erhielten folgend^ Mitglieder Preise: Alfted Rüppel einen 1. Preis in Abteilung 80 Silben; Willi Rünne einen 1. Preis in Abteilung 100 Silben; Heinrich Rose einen 2. Preis in Abteilung 100 Silben; Julius Neuhaus einen 1. Preis in Abteilg. 140 Silben.

Die Kunsttöpserei am Reinhardsivalv. Bischer arbeitete sie ganz in der Stille des Schocketalcs, jetzt tritt sie ;um erstenmal in die Oeffentlichkeit. In der Buch- und Kunsthand­lung Lomeffch in der Kölnischen Straße sind Wertvolle Arbeiten ausgestellt. Es ist erfreulich, daß das gute, alte, ja Wohl älteste deutsche Hand­werk neue Belebung und Anregung erhält Viele unserer hessischen Dörfer haben Ton in ihrer Erde liegen. Viele arbeitsfrohe Dorfbewohner könnten in der Ausübung gesunder Heimatkunst wertvolle befriedigende Tätigkeit finden. Für die hessischen Künstler wird es non Interesse fein, daß in der Kunsttöpferei am Reinhardswald all: Vorrichtungen getroffen stick, Künstler-EnNvÄrse anszuführen

4- Künstlerbrettl Winzcrstuben. Im Brettl an der Wilhelmstraße spürt man nichts von der Tropenglut, die draußen auf dem Pflaster brü­tet. Da sitzt es sich angenehm und auf dem Po- drum zeigt eine entzückende Palme so heißt die fiünftterin Spitzentanz und Grazie in hübfcker Bindung Irene Linde seht Rasse und Temperament ihren kimswollen Tanzlei- stnngen zu und erfreut außerdem noch im Duett mit Hermy, einem flotten Tänzer mit einem Arm. Den rechten ließ er vor dem Feinde. Den­noch ist er frohen Mutes und leistet so erstaun­lich Gittes, daß ibm und seiner keck-aparten Part- neriil fteundlichster Beifall gespendet wird. Da­bei gibt er nock einen beredten Ansager ab. Lie­der von Trudel Adam, der Soubrette des Neuen Theaters, und gehaltvolle Flügeldarbie- tuugen von Heinz Weckesser sowie Geigensoli von Ninni Nikolaus ergänzen die gefällige klein- künstlerischeStarte* dieses Brettls. -m

4- Wie wird das Wetter? Der amtliche Wet­terbericht sagt für morgen, Donnerstag, folgen­de Witterung voraus: Nock zeiiweife heiter, doch vielerorts Gewitter, Warm.

-T- Veranstaltungen am Donnerstag. Staat!. Schauf p iele:Boccaceio*, 1% Uhr. Kammerfpiele:Der Leibgardist*, 7^ Uhr. Residenz-Operettentheater:Tie Czikosbaroneß*, 7)4 Uhr. Neues Thea­ter:Er und seine Schwester*, Ta Uhr. Stadtpark: Große» Doppelkonzert, 8 Uhr.

Letzte Deveschen.

Die polnischen Umtriebe.

Fortgesetzte Kriegstätigkeit.

(Eigener Drahtbericht.)

Breslau, 8. Sunt

Die Polen haben bei Rosenberg ihre Stel­lungen stark ausgebaut. Vierundzwanzig Ma­schinengewehre und sechs Minenwer- f er sind sistgestellt. Bei Schönwalde steht eine Batterie mit vier Geschützen. Die Schicho- witzer Brücke ist von den Polen gesprengt und an gezündet worden. Vom deutschen Selbstschutz wird gemeldet, die FeueriätiHkeit ist im allgemeinen gering. Die Polen sind bis zum Rande von Alt-Kosel vorgedrungen. Bei San» drziu haben die Polen wiederholt unsere Trup­pen mit einem Panzerzuq beschossen. Nach polnischen Blättermeldungen hat der Oberbe» sehlshaber der polnischen Jnsurgentenarmee Do- liwa (Graf Mielzinsky) den Oberbefehl nieder­gelegt, weil er eiusehcn mußte, daß es ihm nickt möglich war, die Disziplin unter den Aufständischen aufrecht zu erhalten und weil er es vermeiden wollte, mit mordenden und plündernden Insurgenten gleichgestellt zu werden.

Das Vorgehen der SngkSndrr.

Breslau, 8. Juni. (Privat - Telegramm.) Die Stadt G l e i w i tz steht vor der Einnahme durch die Engländer. Die Insurgenten halten den Bahnhof und die Post besetzt, Während die Franzosen im Rathaus sitzen und sich durch Sta­cheldraht isoliert haben. Die Engländer haben mit der Wiederherstellunq der zerstörten Fern- sprechleitungen von Oppeln nach Gleiwitz be­gonnen.

Sin deutscher Einspruch.

Paris, 8. Juni. (Eigene DrahtmeLung.) Der deutsche Botschafter Dr. Mayer hat gestern im Ministerium des Auswärtigen gegen dic Entscheidung der interalliierten Kommission Ein­spruch erhoben, nach der die Alliierten den Schutz der deutschen Städte in Oberschlesien nicht übernehmen wollen.

voiitik der Reichsrsglerung.

Berlin, 8. Juni. (Privat - Telegramm.) Reichskanzler Dr. Wirth hat den Vertreter einer argentinischen Zeitung empfangen. Erwäh­nenswert ist nur die Antwort Dr. Wirths aus die Frage nach etwaigen Neuwahlett. Wenn die jetzige Politik von irgend einer Seite sabotiert werden sollte, so soll jedenfalls das deutsche Volk über sich selbst entscheiden können.

Dreußens Negierung.

Berlin. 8. Juni. (Privattelegramm.) Mi­nisterpräsident Stegerwald erklärte einem Vertreter des Berliner Tageblatts, daß vor einer Neubildung des Kabinetts drei Fragen ge­löst werden müßten: 1. Beilegung der persön­lichen Differenzen, die zwischen den Führern der Sozialdemokratie und des Zenttums bei der Ka­binettsbildung entstanden sind, 2. Auffindung einer gemeinsamen Grundlage über eine andere Negierung, 3. Klärung der Frage, wer Minister­präsident werden soll. Stegerwald tritt für eine PolitikderMitte von der Deutschen Volks­partei bis zur Sozialdemokratie ein.

Finanz-Besprechungen.

Berlin, 8. Juni. (Privattelegramm.) Der bayerische Finanzminister wird sich in den nach, sten Tagen zu der in Berlin stattfindenden F i - nanzministerkonferenz begeben. Wie der Berliner Lokalanzeiger erfährt, wird zuf die ser Konferenz die Frage besprochen werden, wie die Länder ihre Finanzgebahrunii einrichten sollen. Diese Frage mutz besonders in der Rich­tung. wie weit das Reich beabsichtigt, seine .Steu­erhoheit auf die Steuereinkommen der Länder u. Gemeinden auszudehnen, geklärt werden.

Weitere Kriegsbeschuldigte.

Brüssel, 8. Juni. (Eigene Drähtmeldung.) Wie der Soire berichtet, fordert auch die bel­gische Justizverwaltung in einer zweiten Li­fte die Aburteilung von weiteren dreizehn Sriegsbeschuldigten aus der Okupationszeit.

Deutschland und der Völkerbund.

Genf, 8. Juni. (Eigene Drahttnelduna.) In der gestrigen Sitzung des Internationalen Verbandes für den Völkerbund wurde die Auf­nahme der deutschen Liga in den inter­nationalen Verband cinjtimmig gutgehei- ßen unter lebhaftem .Händeklatschen der Ver­sammlung.

Keine weitere Besetzung?

Brüssel, 8. Juni. (Eigene Drähtmeldung.) Es verlautet, dass Belgien die im Mai einbe- rufeuen Reserven bis zum 20. Juni ent­lassen will, weil eine weitere Besetzung deutschen Gebietes nicht in Frage komme.

Die Bayreuther Festspiele.

BaUleuth, 8. Juni. (Privat - Telegramm.) In Bavreuth hat sich ein VereinDeutsche Fest- spielleitirnq Bayreuth" unter Mitwirkung der Familie Wagner gebildet, der die Wiederauf­nahme der Bayreuther Wagner-Festspiele er­möglichen soll. Mit den Spielen soll im näch­ste-l Jahr begonnen werden.

Monarchismus in Vortugal.

Rotterdam, 8. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Morningpost berichtet aus Lissabon: Tie neue Regierung hat alle Staatsvertra­ge, die Portugal mit fremden Staaten abge­schlossen hat, gekündigt. Die Kasernen in Lissabon tragen neben der republikanischen Flagge auch die burbonische Flagge des frühern Herrscherhauses. Die Unruhen der letzten Tage in Oporto lassen neue revolutionäre Kämpfe während der bevorstehenden Neuwah­len erwarten.

ÄTMDsmLAsM

in rosiges, jugendfrisches Antlitz und einen zarten, blendend schönen Teint Alles dies erzeugt die echte