Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
11. Jahrgang,
Fernsprecher 951 und 952
Sonnabend, 4. Juni 1921
Fernsprecher 951 und 952
Nummer 123
Die Wirkung der Regierungserklärung
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$te Kasseler ««refteu»tachrtchteu erschewe»wöcherrtlich 1eü>kolai tmb zwar Ldeudt. Ter Ddonnementkpr»!« beträgt monatlt» 6.00 «Start bet freier Zustellung tnS £att«. Sta«. wättä durch btt Post btfogtn 430 Mark monaMch einschNestNch Zustellung. Bestellungen wertxn jeberjjtt von der «efchastsstelle ober bea Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag tmb Siebaltton; SchlachthofftraHe L8M. Für unverlangt eingesanbte Beiträge tarm btt Siebaktion eine BerantrvOrtung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rück-ahlung beö Bezug kgeldes ober Ansprüche wegen eiwaiger ni cht orbnungLmäßiger Lieferung ausgeschlossen.
Rom, 3. Juni. (Eigener Drahtvericht.) Der Corriere della Sera meldet, daß der italienische Vorschlag zur Austeilung ObcrMe- siens wie folgt lautet: P ölen soll erhalten: die südlichen Bezirke östlich der Oder. Pleß, Rybmk und einen Tell von Ratibor, ferner die Bezirke Kattowitz, Königshütte, Beuthen, Tarnvrvitz und einen Teil von Lublinitz. Deutschland aber
Snfertionipretfe-. »> »inheimische Aufträge; Die etafpatttge Anzeigen-Zeile M. L20, bte ÄpaMge Reklamezeile M. d) Auswärtige Aufträge: Die einspaltig- Anzeigenzeilo «DL L50 bte einspaltige Reklam.zeile M. 8.50, alle» eiuschNetzlich TeuerungSzuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen Bitt besonders schwierigem Satz Sintbert Prozent Aufschlag säte bte Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen. 1<Mte für Atmmhme- baten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werben. — Druckerei; Schlacht- hosstratze 28/30. Geschäftsstelle! Kölnische Straße 5. Telephon Rümmer 051 und 052.
London, 3. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die englische Presse zeigt sich immer ungeduldiger über die Berz ö gerung der Sitzung des Obersten RateS durch die Franzosen. Das einzige günstig- Zeichn der Lage in Oberschle- fieu sei im Eintreffen der englischen Truppen zu erblttken, die aber nicht nach Oberschlefien gekommen seien, trat den Vertrag von Bersakves über den Ha'tsen zu werfen, dem die Polen ihren Staat verdanken, sondern um seine Durchführung zu sichern, und man mutz verlangen, daß die Truppen als unparteiische, die Ordnung aufrecht- erhaltende Partei anzufehen sind. Ohne Ordnung fei kein wirklicher Friede möglich. Tie Verzögerung des Obersten Rates sei gefährlich. Man mitztraut Frankreich, weil es Korfanty unterstützt.
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Sin AuftellungS-Dorschlag.
Weitere polnische Umtriebe.
Oppeln. 3. Fnni. (Eigene Drachttneldung.) Bei LandSbcrg schlugen polnische reguläre Truppen drei Brücken über den Grenzfluß, über welchen die Jnfurgenten alles bei Plünderungen geraubte Gut in ganzen Wagenladungen über die Grenze schaffen. Nach cinge- lausenen Meldungen stehen itt Mhslowitz fünfzehn polnische Waggons mit Geschützen, Munition usw^ die von Siedlec und Warschau am 22. Mai eingeangen find. Ebenso ist bei MhSlowitz ein polnischer Panzerzug znsammcngcstellt worden. Auch in Emanuel- scgxn ist polnische Artillerie eingetroffen. Ebenso in'BiSmarühütte. — In Köln und den umlie- gendett Ortschaften find dreitausend Schottländer gestetn einguartiert worden. Ununterbrochen rollen Mllitärzüge von Köln nach Mainz, dir immer neue englische Truppen nach Ober- schleficn weiterbringen. Der britische General Henniler in Oppeln hat eine von der Interalliierten Kommission gewünschte zweitägige Frist an die Insurgenten gestellt.
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England wird ungeduldig.
läufigen Lösung auch nichts wissen, denn man weiß dort nur zu gut, daß eine nicht endgültig ! Regelung nur eine Verlängerung der Qualen und Schikanen bedeuten würde. Die Franzosen würden sich die Leitung dieses „neutralen" Gebiets vermutlich nicht nehmen lassen und sie würden sich dauernd Mühe geben, die betben Teile der Bevölkerung gegeneinander auszuhet- zen. Diese vorläufige Regelung wäre also über- St keine Lösung. Es hat sich zur Genüge rsgksteltt, daß nur Ruhe eintreten kann, wenn das ganze Oberschlefien in seinem natürlichen Bestände beieinander bleibt, als deut- sches Land! K. F. Dr.
Regierung und Parteien.
ELellungnahms zum Regierungsprogramm.
lPrivat-Telegramm.)
Berlin, 3. Sunt,
Wie die Berliner Börsenzeitung hört, war man gestern in der Deutschen BolkSpartei der Airffassnng, daß eine allgemeine Zustimmung zu dem Wortlaut der Negierungserklärung der Regierungsparteien kaum durchführbar sei. Man erhob den Einwand, daß ein Text, der den Beifall der Deutschen Bolkspartei findet, automatisch die Ablehnung der Unabhängigen Hervorrufen werde und umgekehrt. Es ist dadurch wahrscheinlich, daß beide Flngelparteien rechts und links der Koalition entweder mit eigenen Erklärungen ycrvortreten oder sich der Abstimtmmg enthalten. Uebrigens sollen auch die Deutschnaiioualen eine Tagesordnung beabsichtigen, die in gewissem Ausmaße positive Mitarbeit znfichcrt und vor allem so gefaßt wird, daß keine gedanklich oder auch nur taktisch Achn- lichett mit den Kommunisten entsteht. Der Lokalanzeiger berichtet: Der endgültige Wortlaut der Erklärung der Regierungsparteien stand gestern noch nicht fest. Heute vormittag tagen noch einmal die Demokraten und das Zentrum.
WeitgesaMes Vertrauensvotum.
Berlin. 3. Juni. (Privattelegramm.) Die ReaienraaSparteien des Reichstages sind enb- gültia dahin überein gekommen, ein möglichst weitgefatztes Vertrauensvotum ein- znbringen, das auch den außerhalb der Koalition stehenden Parteien annehmbar erscheinen möchte. Der endgültige Wortlaut der .Erklärung der Regierungsparteien stand noch nicht fest.
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Die Haltung der Sozialdemokraten.
Berlin. 3. Juni (Privattelegramm.) Unmittelbar nach der Rede des Kanzlers haben die MehrheitSsozialisten eine FrattionSsitzung adge- hatte.!. (Eine Anzahl Redner erklärte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Neuerafny- rnnfl von indirekten Steuern zur Erfüllung des Entente-Ultimatums.
BüyernöGlgwohnerwchren.
Die Frage der Auflösung-
(Pridat-Trlegramm.)
München, 3. Juni.
Vrefsestimmrn zu RathenauS Rede.
Berlin, 3 Juni. (Ptivattelegramm.) Der „Lolalanzeiger" stellt fest, datz Rathenau ein kultivierter Redner ist und fährt fort: Dabei fällt vor allem auf, datz sich Rathenau über die Grundzüge dessen, was er will, doch sehr i m K l a r c n i st. Seine Rede, obwohl sie nur den Abgeordneten zu gellen fchien, hat er nach dem Auslande, insbesondere nach den Handels- und Jndustrickreisen Frankreichs gesprochen. — DaS Organ der Unabhängigen Partei schreibt: Was Rathenau ans seinen Absichten sagt, läßt erhoffen, daß er den großen Aufgaben, die ihm in dem neuen Gebiet gestellt sind, zu entsprechen versuchen wird. — Die „Deutsche Tageszeitung" erklärt, Rathcnaus Rede sei so leer wie am Tage vorher die des Reichskanzlers. — Die „^.agfiche Rundschau" macht aus den Widerspruch mit drr früheren Anschauung Rathenaus von der Unerfüllbarkeit des Ultimatums aufmerksam und kritisiert Rathcnaus jctziM Erklärung, daß das Ultimatum erfüllt werden könne.
gegen die Brillanten, Juwelen und sonstigen Schmncksachen; sie feie« versteckte Kriegsgewinne. die erworben worden seien in einer Zett, als das ganze deutsche ^BoA hungerte, und gegen die man nun jetzt schärMens zusassen müsse. Wenn es gelänge, diese Stil» lauten, die von den Frauen der neuen Reichen zur Schau getragen würden, verschwinden zu lassen so würde das zur moralischen Gesundung des deutschen Volkes beitragen. Warme Worte des Dankes und der 9üterfennung widmet der Sprecher der oderschlesifchen Bevölkerung. tmb er weckt damit den Beifall des ganzen Hauses. Der nächste Redner ist der deutschnationale Av- aeordnete Edler von Braun, der Vorsitzende des Reichswirtschaftsrats. Er hält das Regie- rungsprogramm eben so undurchführbar, tote er das Ultimatum selbst für undurchführbar HAt. Er bemängelt, daß die Regierungserklärung sich so wenig über die Einzelheiten des Progranuns ausgesprochen hat. Des wetteren geht der Red- ner aus die Vorgeschichte der gegenwärtigen Entwicklung, insbesondere auf die frühere Stellungnahme des Reichstages zu den Forderungen des Ultimatums, ein, und es kommt wahrend dieses Tetts seiner Ausführungen zu ganz erbitterten Zusammenstößen zwischen rechts und lrrcks. Der Abgeordnete von Brann belampfi das Programm der Reichsregierung im allgemeinen mit der Kritik, daß es jeder Grundlage entbehre, weil jede Mitteilung über die Grundlage der Durchführung fehle. Auch das innenpolttr^e Programm des Reichskanzlers lehnt die äußerste Rechte ab, weil es das Gegenteil von dem zur Folge haben müsse, was der Kanzler zu erstreben
erklärt, eine allive Mitwirkung Bayerns sei nur bei der Entwaffnungsaktion notwendig. Die bann folgende Auflösung könne rechtlich und po- litifch ohne Mitwirkung Bayerns geschehen. Der Ministerpräsident hat in seiner letzten Rede bereits daraus hingewiesen, welche Stellung die bayrische Regierung gegenüber dem nunmehr vom Reich zu erwartenden Auflüsungs- akt eiunehmen werde: die der loyalen Entgegennahme einer verfaffungSmätzigen Anordmmg vonseiten der Reichsbehörde.
Die oberschleflsche Krisis.
Stillstand der alliierte« Truppe«.
(Eigene Drahttneldung.)
Breslau, 8. Juni.
Die Einstellung des englischen Vormarsches reizt die Polen zu neuen Angriffen gegen die Deutschen. Gestern mittag hielten die Engländer immer noch mit ihrer ganzen Trup- pemnacht auf halbem Wege in Grotz-Stttbendorf. Tie Polen haben sich an diefer Stelle etwas zurückgezogen, während sie den Deutfchen Selbstschutz im Norden und Süden des Aufstands- gebietes Henle nacht wiederum angriffen. Nach guten Informationen haben die En^ändcr die Verhängung des Kriegszustandes über Oberschlesien verlangt. Der französische General Le Rand widersetzte sich diesem Anträge und erreichte dadurch, datz jede militärische Maßnahme nur möglich ist, wenn die Interalliierte Kommission und außerdem der französische Ober- kommandierende der alliierten Truppen sie anordnet, beziehungsweise bewilligt.
erklärt Wels, daß es der Sozialdemokratie immer noch Reber wäre, wenn wir selbst die Schuld abzahlten, als daß der General Foch komme und ich aus Deutschland heraushole, toaS er wolle. Das Finanz- und namentlich das Stener-Pro- Gramm Dr. Wirths möchte er gern etwas deutscher umschrieben Haden. Diese Forderung ist aus parteitaktischen Momenten entsprungen, denn gerade die sozialdemokratische Fraktion weiß ganz genau, daß im gegenwärtigen Augenblick deutlicher nicht gesprochen werden konnte, da das Kabinett über die Einzelheiten dieses Pro- gramranS sich noch nicht schttMg machen konnte. Im übrigen spricht Wels der Regierung bte Bereitschaft der Sozialdemokratie ans, an der Erfüllung des Programms mitzuarbetten. — Für das Zentrum ergriff dann der AD geordnete Belker- Arnsberg das Wort. Er erklärt die Bereitwilligkeit des Zentr:Ms, die Konsequenzen, die aus der Annahme des Ultimatums sich ergeben, rückhaltlos zu ziehen. Er knüpft daran aber die Forderung, daß nunmehr anch die Sanktionen, deren weitere Aufrechterhaltung nicht mehr ge- eechksertich sei, aufgehoben werden. Zum Frnanz- prograumt übergehend, stellt der Redner tnsbe- sondere die Forderung aus, daß nun auch wirtlich einmal mit der restlosen Durchführung der bereits bestehenden Steuern ernst gemacht wird. Allen Steuerhinierziehungen müßte mit der größten Schärfe begegnet werden. Becker formuliert den Standpunkt des Zentrums dahin, daß die Zentrumspartei bereit fei, innerhalb des von dem ReFierungsprogramm befchlossenen allgemeinen Rahmens an der Erfüllung des Ultimatums mitzuarbetten, daß man aber ttn einzelnen die Vorlagen abwartet und dann die Stellungnahme festlegt. Scharfe Worte findet Becker
en glisch-fran z ösiischen Zw i esvalt entstehen? England hatte, wie man annehmen dar,, wirklich die Absicht, in Oberschlefien Ruhe zu schaffen und den franzSstsch-Polnischen Umtrieben ein Ende zu bereiten. Die begonnene militari,che Aktion der Engländer und die Bereitstellung einer tocta teren Division geben Zeugnis dafür. Wird sich nun England die Beleidigung gefallen lassen, daß der Befehl des englischen Generals in Oberschlefien durch den Gegenbefehl des französischen Kommissionsvorsitzenden Le Rond mißachtet und unwirksam gemacht wird? Es wäre das erstemal, datz England sich dieses bieten Keße, und man wird an seiner Haftung j'tzt den politischen Willen und die wahre Macht oder die Scheinmacht erkennen können. Sollte Frankreich wider Erwarten die Oberhand vehm- ten. dann wäre die Entsendung der alliierten Truppen nur eine schlechte Komödie geawjen, eine DoSdatenspielerei auf Deutschlands Kossen. -Die Polen aber würden ihre Frevettkiten mit desto größerer Frechheit siortsetzen. Es klingt gerade ttn jetzigen Augenblick wie bittere Jrome, toenn Reichskanzler Wirth in seiner Regierungs- erflärutta vorgestern die Erwartung aussprach, daß uns die Alliierten fair chance. Erleichterung und Gerecht!akett, geben würden.
Immerhin ist es möglich, daß auf Betreiben Englands wenigstens die Organisation der Interalliierten Kommiffion die geplante Änderung erfährt. Dann ist an erster Stelle damtt zu rechnen, daß der französische General Le Rond, der als Vorsitzender der Kommission io unheilvoll gewaltet hat, nicht mehr lange fernen Posten behalten wird. Gleichzeitig rechnet man in eingeweihten Kreisen mit weiteren durcharei- Even Neuerungen. Dann wird auch nicht mehr
Titel .Regierungs- und Abstimmungs-Kommission' bestehen bleiben, sondern voraussichtlich wird er in Zukunft .Interalliierte Schutz- und Kontrollkommission" lauten. Dieser stolze Name wird zwar ruf dem Papier sichen, aber ob er berechtigt ist, mutz erst noch bewiesen werden Die Zentralstelle der Kommission soll zum Zweck der Zusammenfassung der ganzen Orgamsatton nach einem Orte des Zenttolreviers verlegt werden. Theoretisih hört sich das alles ganz gut an. aber wenn man einmal eine wirkliche Tat 'eben will, versagt der gesamte Apparat, immer zum Nachteil Deutschlands. Llovd George will vor dem Zusammentritt des Alliiertenrats eine Rede halten, in der die endgültige Stellungnahme Englands zu der oberschlesischen Frage klar zum Ausdruck kommen soll.
Wann der Alliiertenrat tagen soll, ist immer noch unbestimmt. Bisher haben es die Franzosen verstanden, die Beratungen hinauszuschieben. Nach ihren neuesten Leistungen in Oberschlesien kennt man ja auch die Gründe dafür. Der englische Vorschlag, die Dreiteilung Oberschlesiens, die zuerst von Italien angeregt wurde, bleibt nach wie vor ein Problem Der als Provisorium gedachte Vorschlag ziell im Wesentlichn daraus hin, die ausgesprochen deutfchen Kreise Deutschland zu überlassen, die überwiegend polnischen zu Polen zu geben, und der umstrittene eigenttiche Jndustriebezirk soll bis auf weiteres neutralisiert bleiben. Aber nicht nur in Frankreich und Polen, sondern auch in Deutschland stoßen diese Pläne auf Widerstand. In Oberschlesien sechst will man von einer vor-
Volitische Aussprache
Der Reichstag und die Kauzlerrede.
(Eigener Bc richt.f
Berlin, 3. Juni,
Die Kauzlerrede in der Mittwochs-Sitzung des Reichstages bildete den Untergrund für die politische Aussprache, die der Reichstag in der Sitzung vorn Donnerstag vornahm. Inzwischen waren in den Fraktionen teilweise recht heiße Gefechte über die Stellungnahme der Parteien geliefert worden. Von all dem ist in der Vollversammlung nur wenig zu merken. Der Reichstag zeigt sein Alltagsgesichl. Zwar ist das Ju- terefie des Publikums auch heute recht groß, die Tribünen such wieder dicht gefüllt. Aber die Besetzung der Abgeordneten-Bänke ist doch nur recht müßig. Eine drückende, lähmende Hitze liegt auch jetzt über dem gewaltigen Bau. Man hat viele Arbeit, um die Abgeordneten, die nur zögernd herbeikommen, in den großen Saal zu bringen. Lange müssen die Klingeln durch das Haus rufen. Die Aussprache vollzieht sich wieder in Gegenwart des Reichskanzlers, den eine Reihe feiner ministeriellen Mitarbeiter, darunter auch der weitzhauptige Außenminister Dr. Rosen, begleiten. Die Debatte eröffnet der so- zialdemokmtische Abgeordnete Wels. Er fühll sich veranlaßt, dem verflossenen Kabinett Fehreu- bach einen Seitenhieb zu erteilen und er verspottet insbesondere das Kabinett der »Fachmini- ter". das, nach der Meinung des Redners, wegen seiner unklugen Politik und Verhandlnngs- Laktik, sowie seiner Unentschlossenhett eut volles , Fiasko erlebt habe.
Zur ReparatwnsfriWe
Keine Ruhe in Oberschlefien.
Wie uns gestern aus Oberschlesien telegra- ptert wurde, tauchten dort jetzt neue Schwierigkeit auf, die die Wiederkehr geordneter Verhältnisse hindern. Wiederum sind die Franzosen schuld daran. Gerade waren einige Bataillone englischer Truppen dort angekommen, um die polnischen Aufrührer zurückzutter- ben und sie möglichenfalls zu entwaffnen, — gerade hatten sie ihren Vorstoß erfolgreich begonnen und die Polen aus den ersten Linien hmaus- getrieben, da mußten sie schon ihr Vorgehen einstellen, weil die französischen Vertreter in Oberschlefien Einspruch erhoben! Man wußte ja, daß die Polen unter franzosi- sch-m Schutz stehen, ja sogar zum Aufruhr aw- gettieben werden, aber daß jetzt, nachdem die Interalliierte Kommission feierlich verbrochen hat, die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, die Ordnungsmaßnahmen hintertrieben werden, ist ein Akt französischer Verraterei. Erneut sind die Deutschen betrogen worden. Wir wurden gezwungen, unsere Freikorps aufzulosen, die den deutschen Landsleuten, die sich tn höchster Rot befanden, zu Hilfe eilen wollten. Die Alliierten haben dabei das Verssirechen gegeben, datz sie nach erfolgter Anflöfimg der deutschen Freikorps auch die Polen entwaffnen wurden. Ader was geschieht? Die Polenbetreiben den Aufruhr weiter und erfreuen sich unge- schwächt der französischen Unterstützung.
Wenn Deutschland diesen Verrat erdulden Muß, fo erklärt sich das aus der Zwangslage. Das deutsche VoM ist ja leider rechtlos, weil es waffenlos ist. Die Schuld und Torheit von 1918 rächt sich bitterlich Was aber wird aus dem
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Die Tatsache, daß England die Erklärung abgegeben hat, die Auflösung der Einwohnerwehren müsse pflichtgemäß erfolgen, hat in den Kreisen, die noch Hossuung auf irgendwelche englisch Unterstützung gel>egt batten, enttäuscht. Tie bayrische Staatsregierung glaubt, daß von einer Beteiligung Italiens an iem öorgeneri Englands nnp Frankreichs nichts bekannt sei. einen xew uuu -----------------
In London und Paris werde man an °en Fol- f B wf.a(ten: ^as Bergtoerksgebiet von Gleiwitz gen .die:sich früher oder: später zeigen wurden, und die Gegend, durch die
wenig Freude haben. Die deutsch BolkSwirt- 5L , . «atibor-Gleiwitz läuft, sowie
kiftaft werde nur taua- Reit hinaus von Erschut- die Eisenbahn 'JtatUror-UHeiuMq uuiii, terungeu'bcdroht (ein. Der „Bayrisch Kurier" weiter tue Bezttke westlich der Oder.