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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Mittwoch, 1. Zurri 1921

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952

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Nummer 120

Die Einsicht in der Entente.

Ist Reisen Luxus?

Der Nachteil der Fahrpreiserhöhung.

Mir dem 1. Stoii treten die neuen Erhöhun- jet der Preise für Eisenbahnfahrten uns .Frach­ten in Kraft, die für weite Kreise eine ungeheure Belastung darstellcn. Es verlautet Zwar, daß im Reichsardeitsministerium neue Beratungen statt finden sollen, um die Verteuerung Der Wochen- und Monatskarten einen Teil zurückzu- schrauben, aber ob und wann diese Absicht ver­wirklicht wird, ist noch ungcllvtß. Früher, als die Eisenbahnsahrten spottbillig waren, galt das Reisen als angenehme Gewohnheit, als etwas SeLbstverständliches, ohne daß man seine höhe­ren Werte besonders beachtet hätte. Was aber nicht mehr Gewohnheit ist, was Einschränkungen und besondere Aufwendungen erfordert und nicht mehr der großen Allgemeinheit zugänglich ist, wird landläufig als L u x u s bezeichnet. Vom geldlichen Standpunkt aus betrachtet, ist das lichtig, und nach der Tariferhöhung vom 1. Juni ob wird das noch richtiger fein, weil bann wei­ten Kreisen des D-M.-s, und gerade den schas­senden Kreisen, den Arbeitern, Angestellten, Be­amten und kleinen Gewerbetreibenden, ein grö­ßerer Ausflug, der sich auf mehr als einige Tag­erstreckt. eben unmöglich ist. Soweit aber Luxus als leicht entbehrliches Vergnügen betrachtet wird, muß Einspruch dagegen erhoben wer- den, das Reisen in diesem Sinne als »Lurus" zu bewerten. Mau hat bei einer so engherzigen und philiströsen Beurteilung des Reisens wahr­scheinlich die hohen Bildungs- und Ge­müt swerte vergessen, die immer von einem Wechsel der täglichen Umgebung crusgehen. Denn die Gewohnheit stumpft ab und verengt den Ho­rizont. Die Gewohnheit macht kurzsichtig im Denken und Urteilen und nimmt der Krittk an Dingen und Verhältnissen jede sachliche Berech­tigung. Fremde Gegenden, fremd« Kunstschätze und zivilisatorische Errungenschaften, andere Volkssitten und Gebräuche, Sprachgewohnheiten und Geselligkeitsformen weiten und vertiefen Sinne und Herzen und geben dem sehenden Auge, dem empfänglichen Gemtit und dem prü­fenden Verstände neue Anregungen und fordern manches zu wirksamer Praxis, was bisher nur als Theorie eine beschränkte Bedeutung batte. Der Bolksmund, der ja in der Regel da? Rick- ttge trifft, sagt: «Wenn jemand eine Reite tut, so kann er was erzählend Das heißt, der Rei­fende erlebt etwas, was ihm sonst in den engen Grenzen seines Daseins verschlossen ist. In die- sem Sinne ist das Reisen eine Mutauffrischnng, deren wir gerade jetzt am nötigsten bedürfen.

Ich denke gern zurück an meine ersten Reisen, tue ich als Kind schon unternehmen konnte. Auch einer kleinen Stadt ging es nach dem lebendigen Leipzig, dem kunstgesegneten Dresden und dem betriebsamen, mit Recht auf feint» Bürgersinn so stolzen Frankfurt am Main Welche Eindrücke schon damals, die sich fest einprägten und noch heute nachwirken! Ich denke auch an die tiefen Erlebnisse, die mir die erste Besteigung der Schneekoppe, eine Wanderung über den Renn- stieg, die Fahtten durch den Taunus, Spessart, Odenwald und das Vogelgebirge, die einsamen Spaziergänge an der pommerfchen Küste und die Streifzüge durch da- reizende Rügen hinterlie­ßen, so stark und plastisch, daß sie noch heute in mir wie alte, kostbare Gemälde lebendig sind. Ich war in Kohlenbergwerken und großen Stein- brüchen, sah dem Schiffsverkehr in den Wett- bäfen zu und ging mit hinterpommerschen Land­wirten an die schwere, von der Stadt nur viel zu mühelos beurteilte Landarbeit. Mit Ostsee­fischern fuhr ich in altertümlichen Kuttern auf den Fischfangs und bei einem Bahnwärter, mit­ten im ostpreußrfchen Walde, verlebte ich einen Urlaub in dem feiten en Stimmungsgemisch von Weltverkehr und idyllischer Weltabgeschiedenheit Ich blickte dabei in manches Gebiet, das mir bisher ganz fremd war, lernte in Ostpreußen und den Rbeinlanden ebenso wie in Sachsen und Bayern an diesem lebendigen Anfchwungs- material neue Menschen kennen, die auch Deittfche sind, und sand darin die beste Stütze meiner Studien und Bildungsbestrebungen.

Soll das nun alles zu Ende sein, weil das Reisen ein »Luxus" geworden ist? Soll die heu- liae Jugend sich mir ttockenen Lehrbüchern und Brldertafeln begnügen und den Begriff »Deutsch­land" nicht mehr mit eigenen Augen und Herzen fassen dürfen? Das wäre ein Kulturrück­gang, eine Vernichtung großer Bildungs- und Gemütswerte. Aber man muß der Zeit stark ins Auge sehen: sie ist hart und unerbittlich und for­dert Entbehrungen, die uns erst in der Zukunft in ihrer vollen Auswirkung zum Bewußtsein kommen werden. Es wird Jugendliche und Er­wachsene genug geben, die es sich versagen müs­sen. über den heimatlichen Kreis hinaus in die Krc-inbe zu gelmrgen. Ein kleiner, urUb boch nicht hoch Mtnug schätzender Ersatz ist in den Sckü- ler'oerschsckungen gefunden worden, die gleichzeitig mit der Notwendigkeit einer gesund, bittlichen Erholung die Vorzüge einer Reise ver- tiaat Ser die Erzählungen von ,8ertc*dm«

dein* einmal mit anhörte, der wird es nur be. dauern können, daß diese Wohltat nicht allen Kindern zuteil werden kann. Der Heranwachsen­den Jugend aber kann nur der Rat gegeben wer­den, auf den üblichen wirklichen Luxus in der Kleidung, der sich immer breiter macht,.und auf die verschiedenen »Genüsse" moderner Art zu verzichten, zu sparen und sich lieber, Wenns auch nur im Kleinen ist, die Welt anzusehen, die voll Wunder und Neuigkeiten ist, die das Herz auk. frischen und den Feind alles Denkens und jedes Fortschrittes am wirksamsten bekämpfen: die bleierne Gewohnheit. Nein, das Reisen ist k e i n Luxus, und der Reisende, auch in dieser Zeit, ist kein Verschwender, sondern, wenn er nicht gerade blind durch die Lande irrt, ein Samm­ler und'ein Sucher. Und das ist mehr als alles lote Wissen. -ok.

Der versöhnliche Lon.

Briand glaubt an Deutschlands gute« Wille«.

(Eigener Drohtbericht.)

Paris, 31. Mai.

Ministerpräsident Briand erklärte gestern im Senat: Frankreich, das praktisch und voll von gesundem Menschenverstand fei, habe sich gesagt, Deutschland werde zahlen, Deutschland müsse zahlen. Zwei Jahre lang habe die Rcparations- kommission schlecht gearbeitet, weil die Delegier­ten untereinander nicht einig gewesen seien. Man habe den Vertrag für unausführbar gehalten. Wir müssen endlich dem französischen Volk die Wahrheit sage« und es darauf aufmerksam machen, daß Frankreich allein nicht sShig gewesen wäre, das Ruhrgebiet zu' besetzen. Wer dem französischen Volk daS vor- geredet hat, belog und betrog es. Zum Schluß sprach Briand noch einmal von dem guten Willen Deutschlands. Auf eine Anfrage, ob die bisher getroffenen Sanktionen aufgehoben werden fallen, antwortete Briand: Rein. Hierzu liege kein Grund vor. Die Sanktionen könnten nur bann aufhören, wenn Deutfchland Beweise seines guten Willens gegeben habe.

Das waffenlose DeutjMand.

Paris, 31. Mai. (Eigene Drahttnekdung.) In der Aussprache im Senat betonte Briand General Rollet habe eine ungeheure Zerstö­rung der deutschen Waffen erreicht. Die französifche Regierung fei entfchloffeu, den deut­schen Militarismus (?) bis in feine geheimsten Schlupfwinkel zu verfolge». Rach einer kurzen Bemerkung zweier Senatoren, am 22. Mai habe in IMnchen eine militärifche Revue stattgesun­den, wurde die Sitzung auf Dienstag vertagt.

Die polnischen Umtriebe.

Verteilung von Waffen an die Polen.

(Eigen? Drahtmeldung.)

Oppel«, 81. Mai.

Bar einigen Tagen fuhr ein von Polen besetz­tes Lastauto mit einer Waffenladung von Beuchen nach Radzionka. Außer fünf mit Ge­wehren bewaffneten Insurgenten befanden sich auf dem Auto ein franzöfifcher Offizier und zwei französische Soldaten. Vor de» Rad- zionka Grube wurden fünfzig Gewehre abgela- ben und den Insurgenten übergeben. Am ver­gangenen Mittwoch kam von Bismarckhütte eine mit polnischen Aufrührern besetzte Lokomo­tive nach Kattowitz, koppelte vierzig Güter- unb Personenwagen zusammen und fuhr davon, ohne daß die französische Besatzung auch nur Miene machte, den Raub zu verhindern. Ter Bcuthener Bahnhof ist dauernd von Insurgen­ten besetzt. Als am Freitag Beuthener deutsche Eisenbahner geschloffen zum Dienst gingen, wur- den sie von Franzosen auseinandergetriebcu.

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Kriegs recht in Kvnlgsdütte.

Oppeln, 81. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Der im südlichen Stadtteil von Königshütte be­fehlende Platzkommandant erläßt in Gemein- führst mit dem Mlitärchef des Aufstandsgebietes folgende Verfügung: Men Bewohnern von- nigshütte, die im besetzten Gebiet wohnen, wird seitens der Militärverwaltung die völlige Sicherheit für Leben, Besitz und Freiheit zuge­sichert. Standrechtlich zum Tode verurteilt wird, wer sich des DieMahla oder des RanbeS unter Bedrohung von Waffengewalt schuldig macht, wer widerrechtlich jonranden der Freiheit beraubt ohne hierzu die GeaShmtgung ber zuständigen

Behörden zu besitzen. Der standrechtlichen Ab­urteilung unterliegt auch, wer im besetzten Ge­biet verbotene Zeitungen verkauft.

*

Französische Frechheit.

Oppeln, 31. Mcn. (Privattelegramm.) In Kattowitz wurden Frauen, die Wasser ans einem Brunnen holten, von einem französi­schen Offizier unter Vorhaltung des Revolvers, gezwungen, das Waffer wieder auszu­gießen, da das Waffer, wie der Offizier er­klärte, nur für die Polen da fei. Die Lage ber eingeMosseuen Industriestädte verschlechtert sich infolge des Aufbrauchs der Lebensmittel von Tag zu Tag Bei den polnischen Truppen macht sich aber neuerdings eine große Kampfmüdigkeit bemerkbar. Die Leitung ist daher Kongrctzpolen übertragen worben, mit Unterstützung von Trup­pen, die aus Polen gekommen sind.

ÄM deutschen Oberschlesien. Kundgebung der Bevölkerung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Gleiwitz, 31. Mai.

Hier ist es zu großen Demonsttationen der deurschgesinnten Bevölkerung gekommen. In den Außenbezirken ber Stadt waren Spazier­gänger von polnischen Aufrührern beschossen und getötet Worben. Diese Nachricht erregte die Menge und sie zog demonstrierend zum Ring. Die Menge feierte die italienischen und 'englischen Cfft$tere. Ein englischer Hauptmann wurde mit Laub bekränzt und von den Deutschen auf den Schultern getragen. Ebenfo erging es mehreren italienischen OMie- reu. Die französischen Truppen nahmen den heranuahenden Demonsttanten gegenüber eine Absperrung der benachbarten Straßen nach dem Ring vor. Sie fuhren zwei Panzer- automobile auf, bewaffneten den Ring mit Ma­schinengewehren und stellten Postenketten auf und in den Nebenstraßen bereitstehende Abtei­lungen französischer Infanterie verhinderten die Menge an ihrem weiteren Vordringen.

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Die erregte Menge.

Gleiwitz, 31. Mai. (Privattelegramm.) lieber die Kundgebung wirb noch berichtet: Die Menge ließ sich durch Pauzerautomobile und Maschinengewehre nicht fdireden, fondern lief den Panzerautomobilen mit offenen Armen ent­gegen. Zwei junge Leute erlletterten die Pan­zerautomobile und deckten mit ihren Leibern die Mafchinengewehröffnungeii. Die Demonstration dauerte bis zehn Uhr und löste sich dann unter pünktlicher Beachtung der Sperrstunde auf.

England und Frankreich.

Auseiuandergehende Wege der Politik,

(Eigene, Drahtbericht.)

Paris, 31. Mai.

Rccoul berichtet imFigaro" über eine Un­terredung. die er mit einem Führer der eugli- schen Konservativen gehabt hat. Dieser Poli­tiker hat über die Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frankreich gesagt: Wir Engländer wollen so rasch wie möglich mit Deutschland zu normalen Handels­beziehungen kommen. Tarnt aber erscheint uns die russische Frage ohne die Mit­arbeit Deutschlands unlösbar. Wir sind da­von überzeugt, daß in Rußland bald wieder Ordnung fein wirb. Siele Franzosen reden von unserer Abneigung gegen Polen. Das ist falsch. Wir lieben es nicht, Gefühle in die Po­litik hinrinzuiragen, ober wir glauben nicht an die Zukunft Polens. Es ist unmöglich, auf Po­len zu rechnen, wenn man nicht bitter enttäuscht werben will. Deshalb wollen wir, dass Deutschlanb einen ansehnlichen Teil des o b e r sch le si scke n Jnbustriedeztrks erhält, tdei bet Bekämpfung ber fran­zösischen Absichten auf bas Ruhrge- biet finb hauptfächlich Hanbelsintereffen maß- gebenb. Das englifche Volk glaubt, baß Ihr Franzofen bie Ruhr besetzen wollt, um bie Soh­lenschätze auszubeuten. Wir haben jetzt in Eng­land vierhunderttmisenb Ausständige. Das ist eine furchtbare Lage.

Deutsche Abstimmung

Volkskuudgebungsu.

Wi« »oe einiger Seit in Tirol, so bat fW> ieV auch in Salzburg die Devöttemng ftr Mn Anschlnfl an Deutschland ausgesprochen.

Die am Sonntag in Salzburg veranstaltete Aöstimmung hatte ein günstiges Ergebnis für Deutschland. Wie in Tirol so hat auch in Salz­burg fast der gesamte stimmberechtigte Teil deS Bvlkes mit einer Mehrheit von neunundneunzig Prozent sich für den Anschluß an Deutsch­land ausgesprochen. Trotz des Widerspruches der Entente und trotz des Abstimmungsverbots, das die Wiener Regierung unter dem Druck der Entente erlassen hatte, fand die gewaltige deut­sche Kundgebung statt. Das Ergebnis zeigt deutlich, wohin der Volkswille strebt, und wenn die feindlichen Regierungen Gerechtigkeit walten ließen, wenn sie selbst die Zusicherungen des Versailler Vertrages achten würden, müßten Tirol und Salzburg mit Deutschland vereinigt werden. Einige Tage vor der Abstimmung fand in Salzburg auch die gemeinsame Tagung des Vereins für das Deutschtum im Auslande und des Wiener deutschen Schulvereins statt, die sich ebenfalls zu einer großartigen

Kundgebung für das Deutschtum gestaltete. Wir erhalten darüber folgenden Be- richt: Die von Bergen umlagerte im Frühlings» grün und lachenden Sonnenschein prangende schöne alte Stadt Salzburg war reich mit Flag­gen geschmückt. Eine festliche Menge belebte die Straßen. Stark war auch die Beteiligung der Bauernschaft, die durch ihre bunte Tracht das Gesamtbild belebte. Die erste Veranstaltung war eine feierliche Begrüßung der aus dem Reich gekommenen Tagungsteilnehmer dirrch den Wie- iier deutschen Schnlverein. In der Hauptver­sammlung sprachen der Bürgermeister von SalMrrg, der Vorsitzende des Schulvereins Dr. Groß und der Vorsitzende des Vereins für daS Deutschtum im Ausland von Dirksen. Professor Steil aus Wien hielt eine begeisternde Rede, tn der die Bedeutung des Zusammenschlusses der beiden großen Vereine gefeiert wurde. Die Be­siegelung des Bündnisses wurde symbolisch dar- acstelli durch die Ueberreichung von Blumen durch Salzburger Kinder an die Vorsitzenden der beiden Vereine. In der am zweiten Tage statt­gefundenen gemeinsamen Feskversammlimg be» grüßten der Landeshauptmann Stellvettreter von Salzburg und der Bürgermeister der Stadt Salzburg die Gäste aus dem Reiche und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß aus dieser ersten Vereinigung der große allgemeine Zusammen­schluß eine Förderung erfahren möge. Die bei­den Vorsitzenden warfen einen kurzen Rückbfick aus die vierzigjährige Tätigkeit der Vereine und hoben die BÄeutung eines künftigen gemein« firnen und unpolitischen Wirkens für das Grenz« und Ausland-Deutschtum hervor. Nicht enden« wollender Beifall folgte den Ausführungen der Redner, spontan und begeistert wurde daS Deutschlandlied gesungen. Eine feierliche Ver« brüderung der Fugend

aus dem Reiche mrd Dentschösterreich erfolgte auf der Feste Hohen-Salzburg. Im Blick auf die trutzigen Mauern der alten Feste gelobte die Jugend ihrem Volkstum durch Handschlag ewige Treue, sie erwartet eine Vertiefung der Beziehungen durch ein dauerndes Hinüber­und Herüberfluten über die hoffentlich bald verschwundene Grenze. Unter stärkt Be­teiligung der gesamten Bevölkerung entwickelte sich ein gewaltiges Volksfest, das bei allem festlichen Treiben eine starke vaterländische Kundgebung war. Zugleich tagten die Frauen­gruppen des V. D. A. zum erstenmal gemeinsam mit den Frauen des deutschen Schulvereins in Wien. Frau Else Kunkel auS Berlin und Frau Emmor-Braas aus Wien berichteten Wer die Frauenarbeit ans dem kulturellen und dem Für- forgegebiet. Einmütig waren die Frauen in der Auffassung, ihre Arbeit in starker Weise fortzu­setzen. Ein gemütlicher Abend mit Ansprachen unter Darbietung des Salzburger Heimatdich­ters und Volkstänzer schloß die Festveronstottun« gen ab. In der eigentlichen Tagung des Ver­eins für das Deutschtum im Auslande.. die un­ter Leitung des Vorsitzenden von Dirksen stand, erstattete der Hauptvorstand den Arbeitsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verein im Laufe des letzten Jahres einen erfreulichen Aufschwung genommen hat. Die Zahl der Mitglieder und Ortsgruppen, insbesondere In Bayern, ist ge­stiegen. Die Unterstützungen, die ber Verein verausgabt hat, gingen weit über die ftüheren Leistungen hinaus. Der Voranschlag für das laufende Jahr ergibt ein gutes Bild der gegen­wärtigen Entwicklung des Vereins. Die Aus­sprache war sehr lebhaft ganz allgemein waren die Redner der Ansicht, daß es alle Kräfte efti- zusetzen gilt, um den Verein zusammen mit dem deutschen Schnlverein in Wien zu einem Boüks-