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Hessische Abendzeitung

Nummer 112

Sonntag, 22. Mai 1921

Fernsprecher 951 und 953

Fernsprecher 951 nnd 952

11. Jahrgang.

Finanzpläne und neue Gteuem

Aufstieg.

K. F. Dr.

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Sprache immer neue An«"

zosen nicht gewillt zu sein scheinen, die von unS

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«nttrag.: Sie «infpaltige ainjeigen-öeile S». L20, die etafpalttje SUTtamejetle M. 8. , b) Kutoärttge Stufträge: Die einspaltige Lnzeigenzeile M. -UiO. di. einwamg, «eName-eüe M. 8.50, alle» etnschlieblich Teuerungszuschlag und Ln,eigenste»«. Für Ängetgen tntt besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aLer durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme» daten und Platze tarnt eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht» hofftratze 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße ü. Telephon Nummer 951 und 952.

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wunde gegen die Matericrlliefcnrttg und gegen die Derivenoung deutscher Arbeiter. Die Knfund- zwamzigtauseud Holzhäuser, die demnächst gelie­fert werden, bringen noch kein Aufleben der In­dustrie. An der deutschen Börse kommt bereits diese Hemmung und GeschLstsunlust wie­der zum Ausdruck. War bisher ein Steigen der deutschen Werte zu verzeichnen, so ist vor eini­gen Tagen ein Stillstand eingetreten, dem viel­leicht ein Rückgang folgen wird. Daneben macht sich auch eine Abschwächung der Mark gel­tend, die auch wieder ihre unangenehmen Folgen nach sich ziehen wird. Es ist also noch kein Fort- schritt zu verzeichnen. Die französische Quer­treiberei ist weiterhin das Hemmnis für den

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«achte« ihm ernste Vorstellungen über die Lage in Kattowitz. General Le Rand entsandte dar­aufhin den HSchfflomandierenden der französi. schen Truppen in Oberfchtesien nach Kattowitz zur Untersuchung der Lage.

Beherrscher der konttnentalen Kohlenfclder ein zu starker Faktor gegenüber England wäre.

Frankreich strebt gerade danach, sich die haupt­sächlichen Kohlengebiete Mitteleuropas zu sichern, also die oberschlestschen und die rheinisch­westfälischen Gruben. Turin ist der Drang nach der Besetzung des Ruhrgebiets begründet. Die englischen Industriellen sehen dieses Bestreben sehr argwöhnisch an und haben es endlich dahin gebracht, daß Lloyd George den französischen Absichten. in letzter Stunde einen Riegel vorschob. Wie jetzt in Berlin verlautete, soll kurz vor Ablauf der Frist des Ultimatums gerade von London der deutschen Regierung der dringende Rat erteilt worden sein, das Ultimo« tum anzunehmen. Bei der Ausführung werde von Englands Seite ein Auge zugedrückt wer­den. Dieser Rat hat natürlich nur private Be­deutung und bietet im späteren Ernstfälle keiner­lei Handhabe. Ein Wagnis bleibt die Annahme ans jeden Fall, aber man mußte alles versuchen, was möglich war. Der feindliche Einmarsch ist also damit vorläufig vermieden. Trifft es zu, daß EnMnd das Einrücken ins Ruhrgebiet miß­billigt, dann hat es bei späteren französischen Versuchen immer Gelegenheit und auch die Macht, es $u verhindern. Ebenso liegt es in seiner Macht, die polnischen Roubgewste in Oberschlesien und die damit verbundenen fran­zösischen Intrigen zu durchkreuzen. Es ist schon viel zu weitgehend, daß England zwei oberschle­sische Kreise, die in allen Fasern mit dem dor­tigen ganzen Industriegebiet zusammenhängen, abtrennen will. Nicht nur für die Kohlenwirt- schäft würde infolge der Beschaffung von Hilfs­mitteln, insbesondere des Grubenholzes, und in­folge der Absatzschwierigkeiten ein Zusammen­bruch entstehen, sondern auch füT die vberschle- sische Eisenindustrie würden alle Aussichten ver­nichtet. (Nach einem heutigen Telegramm soll sich das britische Kabinett für ein ungeteiltes Oberschlesien ausgesprochen haben. Die Bestäti­gung blecht äbzuwarten.)

Die Ungewißheit des Schicksals Ober- Mesiens, sowie die Unklarheit zwischen England nnd Frankreich Wicke« weiterhin l äh« mend auf Deutschland. Denn der Druck ist noch nicht von uns gewichen, daß Frankreich etwa doch noch zur Besetzung des Ruhrgebiets 1 schreiten wird, wenn ihm ein Zeitpunkt günstig 1 erscheint. Daher ist die Hoffnung, die man in 1 der vorigen Woche hatte, daß Deutschland nun 1 nach der Annahme des Ultimatums Gelegenheit > zur regsamen Betätigung erhalten werde, wieder 1 gesunken. Die Frage der Wiederaufbau- ' tätigtet! für Nordfrankreich steht schon nicht i mehr im Vordergründe, da die Fran- i

Die polnischen Umtriebe.

Erneute Unruhe-Vefürchtunge«, (Pttvat-Telegramm.)

Kattowitz, 21. Mai.

Infolge ungültiger und gefälschter Ausweise der in der Stadt zurückgebliebenen Arbeiter der umliegende« Werke sammelten stch diese am 19. Mai von früh morgens ab in den Straße« der Stadt a« und verlangten die Einsetzung eines Neunerausschusses. Als dieser zusammentrat, ließ der Kommissar nur eine Abordnung der Ar­beiter vor. deren Stimmung dadurch immer er­regter qcwordcn war und unter denen p o l i t i. sche Aufwiegler Stimmung für die Ueber- gabe der Stadt an die Aufrührer zu machen suchten. Tie Lage in Kattowitz ist derack zuge­spitzt, daß schwere Befürchtungen gerechtfeckigt sind. Die Fernsprechleitungen waren durch die Aufrührer wiederum zerstört. Im Landkreise Kattowitz macht sich die Lebensmit­telknappheit immer mehr bemerkbar.

Die Verzögerung.

Amsterdam, 21. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Aus London wird gedrahtet, daß man in maß­gebenden Kreisen glaubt, der Zusammentritt des Obersten Rates werde nicht so bald stattfinden, wie man ursprünglich annahm. Eine bestimmte Erklärung darüber wird noch erwartet.

Für Sberfchleflen.

Befchluh des Hessische« Landtags.

(Pckvat-Telegramm.)

Darmstadt, 21. Mai.

Sämtliche Parteien des Hessischen Landtages nahmen eine Entschließung an. Der Landtag erwartet nach der Annahme des Ultimatums, daß die Entente ihren Berpflichtungeu inbezug auf Obeckchlrssen nachkommt und erblickt in dem polnischen Gewaltakt eine schwere Der. letzung des Friedensvertrages und Vergewaltigung des Abstimmungsergebnisses. Taz Schicksal des Landes muß schnell entschie­den tocrbcn. Oberschlesien müsse unge­teilt bei Deutschland bleiben. Aus Lp-

Oberschlesien unteilbar.

Rotterdam' 21. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Mvrningpost hört, daß r>as e n g l i s ch e K a b i - nett sich vor der Aussprache Lloyd Georges mit dem Reutervertreter mit Einstimmigkeit da­hin erklärt habe, daß nach dem Versailler Ver­trag Oberschlesien auf Grund der Volks- abttimmung als unteilbar anzusehen sei.

Kein Fortschritt.

vberschleste«. Der Alliierteaftrett. Die Börse

Die vergangene Woche hat leider keine Besse- tung in der innen- und außenpolitischen Lage gebracht. Auch der kurze Anlauf, der von eng­lischer Seite gemacht wurde, ist bereits wieder ins Stocken geraten. Zwar hat Lloyd George zrmn zweitenmal erklärt, daß er auf seinem Standpunkt, Oberschlesien Gerechtigkeit ange­deihen zu lassen, verharren werde; zugleich schlägt er eine Konferenz mit Briand vor, in der über diese Angelegenheit noch verhandelt werden soll. Es stehen nun zwei Vorschläge neben­einander: der srangösische, der das ganze Ober­schlesien den Polen zufchicben will, und der eng« Ache, wonach nur die Kreise Rybnik und Pleß zu Polen kommen sollen. Bis jetzt ist noch kein Termin für die Konferenz festgesetzt, weil Briand erst mir feinen Auftraggebern zu Rate gehen will. Aus der französischen Kammersitzung ist bereits bekannr geworden, daß die nattonalistische Mehrheit hinter ihm steht. So wird er ver­suchen, doch noch feine Politik zugunsten der Po­len durchzufetzen. Die Frage ist nur, ob Lloyd George sich wieder überreden läßt. Wenn der bckttfche Premierminister in den letzten Tagen eine für Deutschland günstige Haltung eingenom­men hat, so geschah es nicht, um Deutschland hel­fend beizuspringen, sondern weil man in London eine Gefährdung der britischen Interessen be­fürchtet. Zunächst ist es, allgemein gesprochen, die Besorgnis, Frankreich nicht zu übermütig werden M lassen. Reben dem politischen Argument, daß der ungehemmte französisch-psi- nische Imperialismus eine Gefahr für Europa werden würde, sind die wirtschaftlichen Bedenken auAschlaggebeub, daß Frankreich als

Die Zahlungöpflichten.

Finanzpläne und neue Steuern.

(Pttvat-Telegramm.)

Berlin, 21. Mai.

Zur Vorbereitung der durch die Annahme des Entente-Ultimatums notwendig werdenden Reichsgesetze sollen, wie wir hören, die Sachver­ständigen kommende Woche im Reichsantt des Innern gehöck werden. Um die notwendigen und erheblichen Zahlungen an die Entente sicher, zustellen, ist mtt einschneidenden gesetzliche« Maßnahmen des Reiches auf verschiedenen Gc- bitten der Volkswirtschaft zu rechnen. Für die finanziellen Leistungen liegen Pläne vor, dir neue Steuern zur Folge habe«. Im Einzelne« sind dabei vorgesehen.- Eine Erhöhung der Kohlensteuer.die den Preis der Kohlen auf die Höhe des Weltmarktpreises bringen soll, fer­ner eine Erhöhung der KörperschastS- steuer, um die bis jetzt in den Steuergesetzen allzu günstig gestellten Gesellschaften mit be­schränkter Haftpflicht erfasse« zu können, weiter eine Erhöhung der Tabaksteuer, eine Er­höhung der Branntweinsteuer und eine Erhöhung der Zuckersteuer. Gegebenenfalls soll dir Erttchtung eines RttchSmonopols flir Zuckererzeugung ins Auge gefaßt werden.

Deutsche werben mißvanvett.

BreSlau, 21. Mai. (Privattelegramm.) Aus Kattowitz werden neue empörende M i ß - Handlungen Deutscher durch die polni­schen Aufrührer gemeldet. In einem Falle haben fr- nzösischc Soldaten iytätig zugesi hen, wie aus einem von ihnen besetzten Hause zweiPerso- nen fortgeschleppt wurde«. Der Geweck- schastssekretär Bomba wurde von den Aufrüh­rern verhaftet, auf einen Tisch gestellt und fürch- tcckich geschlagen. Auf dem Transpott riß sich Bomba los. Die Polen schossen hinter ihm her und verwundeten Bomba, der dann von einem Franzosen an die Polen ausgeliefett wurde.

die Großmacht Presse

mit dem riesigen Beeinflussungsapparat ihrek Berichterstattung und Telegraphendienste. Ter Massen- und Fernwirkung der franzö- stschen und angbo-amettkanischen Weltpresse ge- genüber bleibt die Reichweite der deutschen Presse im allgemeinen auf Mitteleuropa be­schränkt. Den deutschen Bemühungen um di« Sympathien der Welt ist oben schon durch di« natürliche Verbreitung der deutschen Sprach« eine ziemlich eroge Grenze gesetzt, auch wenn die deutschen Methoden geschiffter wären als sie es sind. Ihre von der Natur und der Uedorlie-

relschullehrern schon sehr viel weitere Kreise. Auch auf diesem Gebiete sind die Fran- Zosen stets benrüht, eine ihrer Natur nach inter­nationale Dache, wie die Wissenschaft, ihren po­litischen Zwecken dienstbar zu machen. Das le­bendige Werkzeug der Kultirrpropaganda deS Auslandes sind große Vereine und Ver­bände, an deren Spitze und als Muster aller die Alliance franeaife steht. Breiteste Unterstüt­zung durch die öffentliche Meinung und tatfräf-' tige Förderung durch die Regierung ihres Lan­des unterfdKibet diese Oroanisatton von ähnlich qerichtetcn Vereinigungen in Tcuttchland. Eins der kräftigsten Werbemittel der Kultovc Propaganda <st

die Kunst in allen Formen, vom klassischen Theater, das die Franzose« auf Reisen schicken, bis hinab zum minder an»

Frankreichs Gewaltpolitik.

Patts, 21. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Wie der Matin meldet, hat Präsident Millerand im Handschreiben an die Regierungen Englands und Italiens sich persönlich für das Fo r tbe - tehen derSanktionen" in Deutschlmrd eingesetzt. Die persönliche Intervention des Präsidenten begründet dieser damit, daß nach den bisherigen Eckahrungen seit dem Versailler Vcckrag Deutschland keine Garantien für die Brttragserfüllung biete.

ferung begünstigte Stellung tot Weltpresseweseu haben die anderen großen Nattoncn zu erweitern gewußt, indem sie ihrer Sprache immer neue Aw

Das Besatzungs-Llebel.

Berlin, A. Mai. (Privattelegramm.) Ein Nachtragsetat des Reiches fordert einunddrei­viertel Milliarde Mack an, wovon eine Mil­liarde Mack für die Ententebefatzung im Quackal Januar bis März entfallen. Wie wir erfahren, haben die deutschen Botschafter in Paris, London u. Rinn am DonnerSta-r das Er­suchen von der deutschen Regierung überreicht, nach Annahme des Londoner Ultimatums die alliierten Besatzungen rechts des Rheins in Wie- derherstellung des Versailler Veckrages beschleu­nigt aufzuheben. Aus Paris wird berichtet: Die Hurnanit6 veröffentlicht Aufrufe der Kom­munistischen Partei zu Masseukundge- 6ttngett des französischen Proletariats am kommenden Sonntag gegen die Fockdauer der Tcilmobilisierung und der Besetzung der rechts­rheinischen deutschen Städte.

Wettere polnische Llebettaten.

Hindenburg, 21. Mai. (Pttvottelegramm.) Hier ist die Lage «ach wie vor ernst. Die Auf­rührer fühlen sich als Herren der Stadt und tre­ten dementsprechend auf. Am Mittwoch ist ein deutscher Apobeamter von der Dreihundettschaft buchstäblich zu Tode geprügelt worden. Tie Polen sind von Kattowitz aus, das sie voll­ständig umzingelt haben, gestern abend nach Beuthen und Königshütte vorgestoßen. Beide Städte stehen unmittelbar vor ihrer Ein­nahme durch die polnischen Aufrührer.

England und Frankreich.

Die Streitfrage um Oberschlefie«.

(Eigener Drahtbericht.)

Amsterdam, 21. Mai.

Aus Paris wird gemeldet: In der Frage der Zusammenkunft der Premierminister und der Sitzung des Obersten Rates scheint Eng­land auf eine sofockige Konferenz zu dringen, während Frankreich nicht geneigt ist, die Dinge zu beschleunigen. Nach Nachrichten aus O ber­sch l e s i e n ist dock die Gefahr einer kommu­nistischen Bewegung infolge der jetzigen Auflösung sehr groß. Es ist richtig, daß wegen der Dringlichkeit eine Aenderung des Planes ciugttrctcn ist, aber während Lloyd George auf eii; möglichst baldige Besprechung rechnet, stimmt Briand nur grundsätzlich einer Konfe­renz zu, gibt jedoch kein Datum an. Gesprochen wird von einem so fernen Datum? dem 6. Juni. Die Vertagung der großen Kmnmer- dcbatte bis Dienstag hat in Pariser politischen Kreisen um fo größeres Aussehen erregt, als nachmittags in Paris eine Londoner Rem--«ncl- buup eingetroffen war, in der die Hoffnung geäußeck wurde, daß die Debatte noch am Abend zum Abschluß gelange und die Tagung des Obersten Rates am Sonntag stattfinden könne.

Kultur-Propaganda.

Die Werbemittel der Nationen.

Hebet Mc «altur-Propaganda der t>erf»te. denen Völker hat Dr. San« Mann har? Bibliothekar de« Deutsche» Ausland« Jnsti !»t«- »inen sehr beachtenswerten Vortrag im Werbebnnd ff. D. Stuttgart gehalten, worüber un« Folgendes geschrieben wird' Der gegenwärtige Augenblick, wo Deutschland von der seiudlichen Kufturpropaganda wie mtt einem Ring umgeben ist und ihre Methoden in den besetzten Gebieten am eigenen Leibe verspürt, zwingt dazu, die Frage der KuliurpropaganDo ernsthafter zu studieren. Denn Kultnrpropcv ganda ist ja nicht Selbstzweck, sondern fast stets ein Mittel, wenn auch eins der feineren Mittel der äußeren Politik. Indern sie Sympathien für die Kultur erweckt, erzeugt sie (Stimmungen und Uoberzeugungen, die der politischen Absicht des werbenden Landes günftig sind und dort, wo es sich um Grenzberührungen handelt, wie zum Beispiel Mischen Frankreich und Belgien, der Westschweiz und den Rheinlanden, der politi­schen Durchdringung »erarbeitet Gestützt auf die Arbeiten von Professor Rühlmcmn in Beckin und die Sammlungen des Deutschen Ausland» Jnstitilts und der Hcsbibliothek in Stuttgart zeichnete der Redner die Hcmptvertreter unter den Kulturpropaganda treibenden Nationen: Die Völker mit stackem politischem und militättschem Expansionsdrang wie Franzosen, Polen nutz Magyaren, die Länder raschen wirtschaftlichen Aufschwungs wie England, U. S. Amerika und Japan, die jungen Staaten, die um ihre An­erkennung ringen wie Litauen, Georgien und Armenien. Der Vielseitigkeit der politischen Be­strebungen und der Nationalcharaltere entspre­chen die Mittel der Kulturprvpagcrnda. An do Spitze steht =

Hänger gewonnen. Ein Mittel dazu waren Lese- und Nachrichtensäle, ein anderes die Gründung doppelsprachiger, auf bestimmte Länder zugeschnittener Zeitschriften, ein drittes die Einflußnahme auf die Bibliothekeo fremiber Länder. Es läßt sich zahlenmäßig nach- weisen, wie besonbers Frankreich in der Vor­machtstellung seiner Literatur in Lateinamerika die Früchte lahrzehrttelanger Arbeit geerntet hat Die Verbreitung der eigenen Sprache ist ein« der wichtigsten Voraussetzungen erfolgreicher Kulturpropaganda. Für sie zunächst die fremd« Intelligenz und damit die öffentliche Meinung des Auslandes zu gewinnen, das nächste Ziel Damit ist die kulturpolitische

Bedeutung der Auslandsschulen bereits angebcutet. Ihren Weck haben Frau« zosen itnb Italiener auf der einen, Engländer und Amerikaner auf der andern Seite früh er­kannt und dementsprechend ihre Auslambsschulen großzügig gefördert, während in Deutschland fast jedes Verständnis dafür fehlte. Wenn die ro­manischen Völker sich dabei mit Vorliebe auf dis katholifchen Orden stützten wie die Fran­zosen im nahen Orient und in Südamerika, so benutzten die Angelsachsen die Missionen, in denen sie namentlich in Ostasien die kräftigsten Helfer ihrer wirtschaftlichen Pläne fanden. Be­sondere Mühe wird darauf verwandt, die aka­demischen Kreise des Auslandes zu gewinnen. Erstreckt der Professorenanstaufch seine Wirkung nur auf eine schmale Schicht, so ergreift die Heranziehung der ausländischen Studie« re «den, die Einrichttmg von Studienheimen und Stipendien, sowie der Austausch von Mit-

Kasseler Neueste Nachrichten

____________ Kasseler Abendzeitung

peln wird berichtet: Zwei Gcwerlfchaftssekrc. gebotene Hand zu ergreifen. Sie macken Ein- täte weilten gestern morgen bei Le Roud und