Meter Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
11. Jahrgana
Donnerstag, 28. April 1921
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 93
Fernsprecher 951 und 952.
Die Raffelet »leueftew ttadjrWen erscheinen wöchtnrua, sechsmal und nvar a be» D t Der AbomiementSprel» Beträgt monatlich 6.00 Mart bei freiet gufteHuna ins Haus. Au«. wLttr durch die Post bezogen 5.10 Mart monatlich einfchltekli» Zustellung. Bestellungen werben lebeti^i von bet iSefchüNsstell« ober den Boten entgegengenommen. Druckerei, Betlag und SledaNion . EchlachtboMrabe 28/30. ftur unverlangt elngelanbte Beiträge tann die »ebattion eine BerantwOrtung oder Gewähr In feinem stalle übernehmen. Rückzadlung bei Bezugsgeldes ober Ansprüche wegen eiwalgernlcht orbnungimähsger Lieferung auggefchlosten.
gnferttenNtetfe-. t) «tnheimifche Aufträge: Die etnfpalttge Anzeigen.Zette M. 1.», die etnfoalttge Reklame,eile M. 8.—. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige An,eigen,eile M. L60. btt einspaltige Metlameieile M. MO, alle« einschlietzli» Teuerung«,Uschlag und An,eigenfteuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Sah Hunden Prozent Aufschlag stür die RichNgtett oller durch Fernsprecher aufgegebenen An,eigen, sowie für Aufnahme- baten und Plage tann eine Gewähr nicht übernommen werben. — Druckerei: Schlacht, hofstrofte 28/30. Geschäftsstelle: »älnlsche Straße 6. Telephon Nummer 951 und 952.
Das neue Milliaeden-Angebot.
Das letzte Angebot.
Die Geld« und Sachleistungen.
Nun sind endlich die lange entarteten deutschen Vorschläge erfolgt. Man wird eine gewisse Beklemmung nicht los, wenn man die ungeheuren Zahlen liest und fragt sich, wird das deutsche Volk die Summen auch wirklich auf- bringen können dber sind es Versprechungen, die wir nicht werden halten können? Was die deutsche Regierung jetzt zu zahlen verspricht, kommt ungefähr den Pariser Beschlüssen vom 29. Januar gleich, und so liegen mancherlei Bedenken nahe. Waren die Berechnungen der deutschen Sachverständigen damals richtig, daß die Forderungen unmöglich zu erfüllen seien, so bestcht diese Unmöglichkeit auch heute noch denn unsere Sage ist nicht besser geworden und wird auch nicht so schnell besser. Hst die legte- mng heute aber überzeugt, daß tue Zahlungen geleistet werden können, dann müssen wesentliche Aenderungen zu erwarten sein. Wie die neuen deutschen Vorschläge erkennen lassen, bestehen diese Aenderungen darin, daß man das Geld durch eine internationale Anleihe beschaffen will und außerdem die alliierten Machte an einer Besserung der deutschen Finanz- und Wirtschaftslage teilnehmen läßt. Es sind weitgehende Garantien geboten, die den Gläubigerstaaten Vertrauen einflößen sollen und vielleicht zur Zustimmung geneigt machen werden. Auch dir Bereitwilligkeit Deutschlands, die Verpflichtungen aus ihrem Schuldverhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika auf sich zu nehmen, dürfte den Alliierten ein Beweis für den guten Willen der deutschen Regierung sein.
Sehr bedeutsam ist der Vorschlag, daß Deutschland sich mit aller Kraft am Wiederaufbau der zerstörten Gebiete beteiligen' will. Diese Absicht hat die Regierung schon früher kundgegeben, aber Frankreich sträubte sich aus mancherlei unlauteren Gründen dagegen. Einmal war es die Sorge, daß deutsche Arbeiter die Bevölkenmg der französischen Gebiete beeinflussen könnten; dann witterten die Franzosen angeblich, irgend eine andere Bosheit. In Wirklichkeit fürchtete die französische Industrie die Konkurrenz. Vielleicht besteht diese Abneigung auch heute noch in Frankreich, aber es scheint, daß England sich bereits mit dem Vorschlag befreundet hat. Sowohl darin als auch hinsichtlich der Zahlungen war Frankreich die treibende Kraft. Es kommt jetzt bei allem daraus an, ob Llohd George sich wieder inS Schlepptau nehmen läßt und als unerbittlicher Wortführer auftritt oder endlich Vernunft annimmt und nicht unmenschliche Gegenforderungen stellt. Wir Deutsche haben ja bisher nicht verstanden, was die Feinde mit ihrem tyrannischen Zwang eigentlich bezwecken wollten. Wenn sie Geld und Sachleistungen aus Deutschland herauspresse« wollen, müssen sie uns wenigstens die Möglichkeit lassen, die Summen und Werte zu erarbeiten.
Viel hängt jetzt von Amerika ab, das die Vermittlung übernehmen will. Deshalb ist die deutsche Rote dem amerikanischen Geschäftsträger überreicht worden. Rach Hardings Erklärung darf man annehmeu, daß er seinen Einfluß bei den Alliierten zum Zweck einer Verständigung geltend machen wird. Er soll sich vorher geäußert haben, er werde die Vermittlung nur WernÄmen, wenn Aussicht auf An- nahnte bei den Alliierten bestehe. In diesem Falle wolle er aber nicht nur Briefträger fein, sondern auch eine ausschlaggebende Stimme im Rate der Alliierten haben. Man sollte doch glauben, daß bei so weitgehenden deutschen Kugoständnissen es Harding nicht schwer fallen könnte, zu unfern Gunsten zu wirken — vorausgesetzt, daß er unsere Interessen wirklich vertritt. Es darf nicht vergessen werden, daß er, ebenso wie die Franzosen und Engländer, auf dem Standpunkt steht, Deutschland müsse sich zuerst als schuldig bekennen und dementsprechend zahlen. Die Schuldfrage ist in der deutschen Note nW berührt. Aber es wird darin wieder von der deutschen Leistungsfähigkeit gesprochen, und die soll diesmal infolge Hardings Empfehlung berücksichtigt werden. Aber dennoch sind deutsche Sachverständige der Ansicht, daß die neuen Vorschläge eine jahrzehntelange Skla- venarbeit bedeuten.
Trotzdem ist die deutsche Regierung optimi- siisch. Wie jetzt bekannt wird, hat sie vorher Fühlung mit amerikanischen Finanzleuten genommen und eine ungefähre Zusicherung erhalten Auch die B ö r s e ist gestern ruhiger geworden, was sich in einer kleinen Besserung des Markkurses und der Festigung der deutschen Werte ausdrückte. In Böneukreisen, die in solchen Fällen immer gewisse Anhaltspuntte haben, rechnet man ziemlich sicher mit der Annahme der deutschen Vorschläge durch die Alliierten. Man erkennt zwar, daß die Lasten tzir Deutschland bann ungemein schwer fein werden, besonders
da wir den Gläubigern weitgehende Garantien geben müssen. Auch das letzte französische Verlangen, wonach Deutschland anstelle der Auslieferung des Goldschatzes sofort eine Milliarde Mark an die Bank von Frankreich zahlen soll, wird sehr auf die Finanzen drücken. Dagegen wird von dem Wiederaufbau-Paragraphen viel erhofft. Wenn sich DKttfchland am Aufbau beteiligen kann, stehen für unfere Jndu- ftric große Aufträge in Aussicht, wovon natürlich das ganze deutsche Wirtschaftsleben Nutzen ziehen würbe. In diesem Punfte würde sich das deutsche Interesse mit dem der Alliierten decken, weil wir nur die Verpflichtungen erfüllen können, wenn unsere Lage gebessert wird. Unser; Lasten werden trotzdem drückend schwer werden, aber schließlich wird man wenigstens wissen, woran man ist, denn die bischerige Ungewißheit war fast unerträglich. Und letzten Endes bleiben die Abmachungen doch nur ein Provisorium, bis eines Tages die Wendung zum Besseren kommt. ' K. F. Dr.
Sachverftanbigezr-Llileile.
Kritik an Len Vorschlägen. tPrivat-Telcgrarnm.)
Berlin, 27. April.
Der Lokalanzeiger veröffentlicht zwei Sachver- ständigen-Urteile über die Aufnahme des beute scheu Angebotes in deutschen Finanz- und In- dustriekreise«. Der bekannte Letter der Deutschen Bank und hervorragende Sachverständige bei früheren Verhandlungen, Direktor von Strauß, äußert sich unter anderem: Die Sachverständigen haben schon im Anschluß an die Londoner Konferenz erflärt, daß sie die Londoner Angebote als viel zu weitgehend und unerfüllbar an« sehen. Unter diesen Umständen ist eS klar, daß das Urteil auch auf das neue Angebot Anwendung finden muß. Selbstverständlich bedeutet ein Vertrag, wie wir ihn jetzt Vorschlägen, eine Sklavenarbeit für das deutsche Volk auf Jahrzehnte hinaus. Tie Aufbringung einer großen Anleihe ist an sich heute in keinem Lande der Welt möglich- Trotzdem zwingt die Gesamt- lage der Welt dazu, daß
die größte Finanzoperation der Weltgeschichte gemacht wird. DieS ist nur möglich, wenn die ganze Weft an der Aufbringung einer., folchen Anleihe mitwirkt. Alles, was feit dem Waffenstillstand gefchehen ist, hat nur dahin geführt, daß die Konfumkrast nicht nur in Deutschland, sonder« in ganz Europa zerstört wurde. — Ein hervorragender Vertreter der Industrie erklärt: Das Angebot mutz von jebem, der die deutsche LeistungssähigkeU kennt, als ein lediglich politisches Angebot betrachtet werden. Die Verfasser haben sich anscheinend auch nicht die geringste Mühe gegeben, zu prüfen, ob wir unfere Versprechungen auch wirklich ausführen könne«. Ich möchte glaube«, sie waren sich a«ch darüber klar, daß kein Sachverständiger dieses Angebot unterschreiben konnte.
Amerikas Auffassung.
Günstige Denrleilnng der Vorschläge.
lEiaener Drahtbericht.)
Washington, 27. April.
Die deutschen Vorschläge find im amerikanischen Aritzenamt eingegangen und dem Gesamt- kabinetti« einer gewöhnlich«« Sitzung unterbreitet worden. Amtliche Kommentare fehlen zwar noch, aber man glaubt, datz die deutsche« Vorschläge einen günstigen Eindruck hervorge- rufen haben — Die deutschen Vorschläge find noch nicht öffeittlich bekannt gemacht. Das Angebot zur Bezahlung einer Schadenvergütung von im ganzen zweihundert Milliarden Mark wird jcvoch befriedigend ausgenommen, vor allem an der Börse, wo eine Bewegung nach aufwärts die Folge war. Auch in politifcke« Steifen scheint eine günstige Auffassung gu bestehen.
Anregung zu Aenderungen.
Paris. 27. April. (Eigene Drahtmeldmtg.) Die Wafhingtoner Regierung hat die deutsche Regierung bereits verständigt, Aeuderu«. gen in dem Vorschlag vorzunehmen. Dr. Simons hat dem zugefiinmtt. Washington weist darauf hin, datz eine vierprozentige Verzinsung der internationalen Anleihe zu niedrig sei. Die amerilanifche Regierung sei gewillt, übet eine höhere Zinsrate zu verhandeln. Dadurch, daß die Bereinigten Staaten und alle Alliierten jede Anstrengung versuchen, um die Wiedergin- machrrngsfraW ohne Äerzögerung zu regel«.
'glaubt man, daß Frankreich das neue Angebot der Deutsche« günstig beurteilen werde.
Segen-Agttatlon.
Rotterdam, 27. April. (Eigener Drahtbcrichi.) Die Times melden aus R e w Y o r k: „Sun" und „Herald", die beiden führende« Blätter, nehmen gegen die deutfchen Vorschläge Stellung, die auch jetzt noch nicht die Hälfte der Parifer Bc- schlüffe erreichten (?) und deshalb wohl z« einem Meinungsaustausch, aber zu keiner Verständigung Veranlassung geben könnten.
Stimmen aus Frankreich.
Kritik an der deutschen Note.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 27. April.
Der offiziöse sranzösische Pressedienst meldet: Die Hauptabschnitte des deutschen Angebots sind folgende: Deutfchland hält die Vorfchläge nur für durchführbar, wenn das Regime der Sanktionen sofort aufhört, wenn der gegrnwärttge Umfang der deutschen Produktion nicht Wei. ter verringert wird, ferner wenn Deutschland zum freien Welt handel zugrlaisen und von unproduktiven Auslagen entlastet wird. Der mittlere Vorbehalt bedeute, das Angebot beruhe auf dem territorialen Status quo. Er muß umgeorbeitet werden, wen» bet ober« schlesische Industriebezirk an Polen gegeben wird, da das eine Herabsetzung der deutschen Produktion bedeuten würde. Der letzte Vorbehalt wendet sich gegen die Beibehaltung der alliierten Streitkräfte am Rhein, für die Deutschland bezahlt- Frankreich wird den ersten und letzten Vorbehalt nie annehmen und auf dem Rechte bestehen, weitere Gebiete zu be- s atz en, wenn einzelne Punfte des Abkommens nicht erfüllt werden fönten.
Garantien und Ansprüche.
P a r i S, 27. April (Eigene Drahimeldung.) Frankreich ist fest cntfchloffen, auf den rheinischen Garantien zu verharren, bis der ganze Vertrag ansgeführt ist. Frankreich legte sich sest auf eine Unterstützung der palnische » Ansprüche auf Oberfchlesien, aber man glaubt, wenn alle anderen Punkte festgelegt sind, fo werde man sich auf eine Formel einigen, die Polen fchützt, aber die deutfche Führung der Bergwerke und Fabriken sichert.
•
Weitere Hetze.
Paris, 27. April. (Eigene Drahtmeldung.) Pariser Blätter lehnen die neuen deutsche« Vorschläge mit unerwarteter Schroffheit und Schärfe ab. Ein günstiges Wort für die Vorfchläge finden nur „Le Peuple" und „Journal de Peuple", während die anderen Zeitungen in gehässigem Tone die neuen Angebote eine Unverschämtheit neunen, auf die Frankreich nur mit Gewalt und ohne Rücksicht antworten könne.
Regierung und Varteien.
Die Koalitionsparteien stützen das Kabinett.
(Privat-Tclcgr amt.)
Stettin, 27. April.
Die ResierungSparteien find über- eingekommen, in der heutigen Sitzung deS Reichstages eine gemeittfatne Erklärung ab- geben zu lassen. Voraussichtlich wird der Bolks- parteiter Abgeordneter Dr. Rictzer spreche«. Trotzdem aber werde« die Vertreter der drei Ko. alttionsftattione« in die Debatte eingreifen. Während ht den gemeinsamen Erklärungen zum Ausdruck gebracht wird, daß die Regierung sich bei ihrer Avion auch weiter aus die S o a l i- tionsparteien stützen kann, werden die drei Einzelredner Krittk üben. Trotz aller Be- denken, die in weiten Steifen der Volkspartei, des Zentrums und der Demokraten gegen den Reichsautzenminister vorhanden find, «erden diese aber im Augenblick, mit Rücksicht auf unsere auswärtige Politik, zurückgestellt werde«.
Sn der Schwebe.
Berlin, 27. April. (Privat - Telegramm.)
Tie tunen- und autzenpolittsche Situation kann auch heute noch als unverändert angesehen werde«. Mtt einer zustimmenden oder ablehnenden Antwort aus Rewyork ist vor zwei bisdreiTagen überhaupt nicht zu rechnen. Bis dahi« bleibt die ganze politische Lage in bet Schwebe. Entgegen der Meldung eines Setliner Blattes Hegt eine Havasmeldung von gestern abend vor, wonach bis jetzt fein Aufschub der militärischen Sanftionen gegen Teutschland ungeordnet worden sei. — Die Franzosen haben gestern durch Anschlag in Sehl die Sperrung der Rheinbrücken zum 30. April mittrrmnht ange^igt.
Die neuen Vorschläge.
Dee Wortlaut des deutfche« Angebots.
Wie f*mt gestern mitgeteill, ist dem ameri" »«niskhe« «eietzititstrager die neue deutschs Stete am vergangenen Sonntag iibe-reicht worden, di» nachfolgenden Wortlant hat. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat durch ihr Memorandum vom 22. April in dankenswerter Weise die Möglichkeit gegeben, nochmals auf dem Woge von Verhandlungen das Reparationsproblem zu lösen, bevor es durch Zwangsmaßnahmen unlösbar gemacht ist. Die deutfche Regierung würdigt diesen Schritt der amerikanischen Regierung nach seiner ganzen Bedeutung. Sie hat sich bemüht, in den nachstehenden Vorschlägen das Aeußerste anzubieten, was nach ihrer Uoberzeugung dir deutsche Wirtschaft selbst bet günstigster Entwicklung aufzubringen vermag. Sie lauten folgendermaßen:
1. Deutschland erflärt sich bereit, zum Zwecke der Reparation eine Gesamtverpflichtung von sünfzig Milliarden Goldmark Gegenwartswert anzuerkennen. Deutfchland ist mich bereit, den Wert dieser Summe in Annuitäten (jährlichen Zahlungen), die seiner Leistungs- sähigkeit angepaßt sind, jum Gesamtbeträge von zweihundert Mlliarden Goldmark zu zahlen. Teutschland will seine Zahlungsverpflichtungen in nachstehender Form «wbilisieren:
2. Deutschland legt sofort eine internationale Anleihe auf, deren Höhe, Zinsfuß und Amortisation zu vereinbaren wären. Es wird sich an dieser Anleihe beteiligen und hier weit- gehendste Vergünstigung gewähren, sie auch mit solchen Unterlagen ausstatten, daß ein möglichst großes Aufkommen erwartet werden kann. Der Ertrag dieser Anleihe wird den Mliierten zur Verfügung gestellt.
3. Den Betrag der zu zahlenden Summe, der durch die internationale Anleihe nicht ge« deckt ist, wird Deutschland nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit verzinsen und amortisieren. Deutschland hält hierfür zurzeit nur eine Verzinsung von vier Prozent jährlich für möglich.
4. Deutschland ist bereit, die beteiligte« Mächte an einer Besserung feiner Finaitz- und Wirtfchaftslage teilnehmen zu lassen. Die Amortisation der Rrstsumme wäre zu diesem Zweck veränderlich zu gestalten. Im Falle der Besserung, für die ein Jmrexthema fest- zustellen wäre, würde sie steigen, im Falle der Verschlechterung entsprechend sinken.
5. Um die Restsumme möglichst rasch abzutragen, will Deutschland sich mit aller Kraft a« dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete beteiligen. Es hält den Wiederaufbau für die dringendste Aufgabe der Repa« ratton, weil damit am unmittelbarsten Kriegs- elend und Völkerhatz gemildert wird. Deittschlmrd erbietet sich, den Wiederaufbau bestimmter Städte, Dörfer und Flecken selbst zu übernehme« oder auf jede andere, den Alliierten erwünschte Weise mit seiner Arbeit, feinen Materialien und feinen Hilfsmitteln am Wiederaufbau mite zuwirken Die Kosten seiner Leistungen würde e3 selbst zu tragen haben. (Näheres ist hierüber in der deutschen Wiederaufbaurwte an die Repa- ratio nskomiurifsion gesagt.)
6. Zum gleichen Avecke ist Deutschland bereit, über den Wiederaufbau hinaus nach möglichst rein kaufmännischem Verfahren Sachleistungen für die geschädigten Staaten zu übernehmen.
7. Um den unverkennbaren Beweis seines gu. ten Willens zu geben, ist Deutfchland bereit, der Rsparationskomötissum alsbald den Betrag von einer Milliarde Goldmark in folgender Form zur Verfügung! zu stellen: a) 160 Millionen Goldmark in Form von Gold, Silber und Devisen, b) 850 Millionen Goldmark ht Rrichsschatz- mechseln, die längftens innerhalb drei Monaten in Devisen und ausländischen Wertpapieren ein- gelöst werden.
8 Falls es dem Wunsche der Vereinigten Staaten von Amerika und der Alliierten entspre- dKn sollte, würde Deutschland willens sein, nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit Verpflichtungen der Alki tert en aus ihrem SchuldverhäktniS zu den Vereinigten Staaten auf sich zu nenten.
9. Deutschland schlägt vor, daß über die Art imd Weise, wie die deutschen Leistungen zu Rc- parcrttonszweckett auf die deutscheGcf amtschuld anzurechnen sind, insbesondere über die Festsetzung der Preise und Werte unter Hinzuziehung von Sachverständigen eine Regelung erfolgt.
10. Deutschland würde bereit fein, für alle Arten von Kredit- und Geldgebimg in einer näher zu vereinbaren Weise aus öffentlichem Eigentum und öffentlichen Einkünften jede erforderliche Garantie zu geben.
11. Mit der Annahme dieser VorsclMge erlöschen sämtliche anderen Verpflichtungen Deutschlands zu Reparatiouszwecken. Auch wird