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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
Nummer 92.
Fernsprecher 951 mtd 952.
Mittwoch, 27. April 1921
Fernsprecher 951 und 952.
11. Jahrgang.
Kampf um Deutschlands Schicksal.
Tirols Anschluß.
Deutsch rr Sieg durch Abstimmung.
In diesen Tagen politischer Röte, die als finstere Wolken vom Westen her stürmen und dem armen Deutschland den Atem zu rauben drohen, hat sich an der Südgrenze ein Ereignis abgespielt, das uns wieder einmal ein Trost {ein kann. In Tirols hat am Sonntag 24. April, lie VoWadstimmung über die Frage des Anschlusses an Deutschland stattgestmden, und wir erleben mm die Freude, daß sich sieben-achtel der Stimmberechtigten für Deutschland erklärt haben. Dies ist eine überwältigende Mehrheit, die nicht unbeachtet bleiben kann. Das Ergebnis ist umso höher zu bewerten, als die Abstimmung aus innerem An- trieb der Tiroler Bevölkerung geschah, als die erste Tat in der Anschlußbowegung der Deutsch- Oestcrreicher. Es waren große Hindernisse zu überwinden. Vor allem erhob die Entente wütend Einspruch gegen eine Abstimmung und drohte Oesterreich mit Entziehung der finanziellen Kreditgewährung. Die österreichische Regierung in Wien gab unter dem Druck der Verhältnisse nach und hat in ihrem Bereiche noch keine Abstimmung vornehmen lassen. Auch die Tiroler Abstimmung sollte sie verhindern, verlangte die Entente. Aber das ijt nicht gelungen. Der Volks- Wille war stärker. Die Tiroler erklärten, daß sie sich weder um die Entente, noch um die Wiener Regierung kümmern würden. Sie bestanden auf ihrem Selbstbestirmimnasrecht, stimmten also ab. Und das Ergebnis ist eine kraftvolle Bestätigung dafür, daß sie Recht hatten.
Die Deutsch-Oesterreicher gehören nun einmal zu Deutschland, wenn sie national und wirtschaftlich nicht untergehen wvLen. Das noch beweisen wollen, ist überfliMg. Wie lebensunfähig Oesterreich allein ist, erhellt besonders aus einem Bild aus den verbliebenen Rumpf. Tirol, Nordtirol, stellt eigentlich ein einziger Längstal vor, eingerahmt beiderseits von Bergketten in seiner Längsrichtung West-Ost von zwei Hochge- birgspäflen sackartig zugeschlossen, im Süden eine zweihundert Kilometer lange Grenze, int Norden eine noch längere, zweihundertsünszig Kilometer. Dazwischen ein Gebietsstreifen, der oft nicht einmal sechzig Kilometer breit ist. Im Norden eine Daluta, für die eS das Zwölffache, im Süden eine solche, für die es das Achtundzwanzigfache der eigenen Währung zahlen mutz, von dem mehr als Hundertfachen der im Westen angrenzenden Schweiz gar nicht zu reden. DaS Land selbst, mit Ausnahme der Talsohle, ist Berge, Steins Schnee und Eis. ES hat keine Möglichkeit, um sich aus eigenm Mitteln zu erhalten, weil die Schätze, die das Land birgt, eben wegen der traurigen wirtschaftlichen Lage nicht gehoben werden tonnen. Wo liegt nun die Zukunft des Landes? Rordtirol gehört geographisch zum dentschen Wirtschaftsgebiet, durch das stets offene Tor bei Kufstein damit verbunden. Die Brenner-Bahn ist in jeder Hinsicht voll lei- stungsfähig. Sie wird auch vor allem die bedeutendste und gegebene Linie des Warenaustausches zwischen Deutschland und Jta- l i e n werden. Das wird aber erst sein können, wenn kein .selbständiger" Korridor, keine t s o- lierende Zollschicht, kein angeblich neutrales, in Wahrheit aber nach Westen orientiertes Zwischenland zwischen den beiden Staaten liegt. Das wäre nichts anderes, als ein Verkehrshindernis. Rordtirol ist nun einmal Verbindungs- glied zwischen Nord und Süd und kein »Korri- or* von West nach Ost, den Frankreich als Ein- slutzgebiet schaffen möchte durch das .selbständige" Oesterreich, nm eine Verbindungslinie nach dem Osten zu haben, die vollständig von ihm abhängig ist. Tirol will nicht als Korridor fremden Interessen dienen, sondern will für seine Lebensnotwendigkeiten und seine gesunde, natürlrche Entwicklung arbeiten. Diese liegt aber im Anschluß an Deutschland, wie Deutschlands handelSpokitischer Weg nach dem Süden nur über das angefchlosseiie Tirol führen und anSgeliatit werden muß.
Mehr als zwei Jahre fristet Deutsch-Oester- rerch von der Haud in den Munv sein Leben, hungernd, frierend, ausgesogen von den fremden Valuten, ein Jammerdasein, während in den Ländern rings neues Leben zu pulsieren beginnt. Der Bundesregierung in Wien sind durch den Friedensvertrag die Hande gebunden. Donau- Föderalisten, die von einem Donanstaaten-Bund unter den Habsburgern träumen, pflegen Pläne mit Frankreich, aber die deutschen Stämme des Landes sind der Spiels müde, das man mit ihnen und ihrer Zukunft treibt. Ihre Geduld ist zu Ende. Sie haben selbständig zu handeln be- aotmen. allen Bundesländern voran Tirol.— Tirol hat freie Hand, denn um den Willen der Wiener Bundesregierung kümmert sich keines der Lander. Die politischen Parteien in Tirol stehen geschlossen hinter der Anschlußbewegung. Zudem ist die Unmöglichkeit und Unerträglichkeit der ganzen wirtschaftlichen Verhälmisse und die nackte Not nirgends so verzweifelt geworden, wie gerade in Tirol, und die Tiroler wissen, daß die
anderen ihnen nrnhfolgen werden: Steiermark,, Salzburg, Kärnten. Sie sind die ersten, und es gibt nichts, Was sie abhalten kann» ihrer Abstimmung gemäß zu handeln. Zwar wird die Entente das Ergebnis noch nicht anerkennen, weil sie darin eine Stärkung Deutschlands erblickt. Aber auf die Dauer läßt sich der Volkswille nicht durch fremde Gewalthaber unterdrücken. Die jubelnden Kundgebungen am letzten Sonntag in Tirol sind ein Zeichen dafür, daß sich das Deutschtum außerhalb der Grenzen doch zu Deutschland findet. -5o-
Llm das deutsche Angebot.
Bekanntgabe heute nachmittag.
♦ (Privat-Lelcgramm.j
v Berlin, 26. April.
In der heutigen Sitzung des Reichstages wird zunächst Dr Simons sprechen. Dann soll der Fraktionen Gelegenheit gegeben werden über die Rote zu sprechen, die die neuen Vorschläge ent hält. Ez ist also damit zu rechnen, daß sich das frans nach der Regierungserklärung vertagt, um in den Fraktionen Stellung nehmen zu können. 'Setzern abend trat die Fraktion der Deutschen BolkSpartei zusammen. Die Verhandlungen verliefen ccher ergebnislos, da der Inhalt der Note nicht bekannt war. Man nimmt in parlamenta. rtschen Kreisen an, daß die Rote spätestens heute nachmittag bekannt gegeben wird. Die außenpolitische Lage hat noch keinerlei Klärung ersah rett. Solange nicht die Entente die Bereitwilligkeit zu Verhandlungen und die Aufhebung der am 1. Mai drohenden Zwangsmaßnahmen ausgesprochen hat, ist auch keine Entspannung der jetzigen Lage zu erwarten.
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Wirkung auf die Börsen.
Berlin, 26. April. (Privattelegramm.) Die Berliner Börse reagierte auf die unklare Gesamtlage mit sprunghaften Kursen. Die P a - riser und Londoner Börse waren bereits Montag früh in der Lage, die deutschen Vorschläge an Harding im Auszuge wieder früher bekannt yi geben, als sie in Deutschland der Oef- fentlichkett zugängig gemacht wurden. Havas nimmt vorläufig zu den deutschen VorsMägen keine Stellung. Die gesamte Pariser Presse »er- hält sich jedoch, mit Ausnahme der Humantts, ablehnend. Die Rewhorker Presse fängt an, für die Reparationsfrage lebhaftes Interesse zu zeigen, wobei die Hearst-Presse in erster Linie deutlich gegen Frankreich Stellung nimmt. An R e w. hork hat sich gestern an der Börse der Staub der deutschen Mark wieder gebessert.
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Lange Verhandlungen?
Genf, 26. April. (Eigene DraHtmekdung.) Ter Herold berichtet atzs Rewyork: Bevor die deutsche Rote hier eingegangen ist, lagen gemeinsame Erklärungen Frankreichs und Betgiensinder Relmrationsfrage vor, die nut ein geringes Nachlassen in den Forderungen an Deutschland erwarten lassen. Fn Washington hält man eine schnelle Erledigung des deutschen Anliegens für ausgeschlossen.
Französische Räuberei,
llm den Goldbestand der Reichsbank.
(Privat-Tclcgramm.)
Berlin, 26. April.
Die Reparatiouskommisfion hat an die deutsche Kriegslastenkommisfion folgende Rote gerichtet: „Die Reparationskommission hat In ihrer Sitzung vom 25. April 1921 mit Bedauern Kenntnis genommen von der Mitteilung der deutschen Regierung vom 22. April 1921 und von deren Weigerung den Goldbestand der deutschen Reichsbank nach Köln oder Koblenz zu überfüh reu. Die Aufforderung, den Goldbestand der Reichsbank in das besetzte Gebiet zu legen, erfolgte, um die Bestimmungen des Versailler Vertrages mit den Bedürfnissen der deutschen Valuta in Einklang zu bringen Angesichts der H il- tung, die die deutsche Regierung eingenommen hat, angesichts ihrer Weigerung, die in Artikel 235 vorgeschriebenen Bedingungen zu erfüllen, sieht sich die Reparationskommission gezwungen, von der Macht, die ihr der Friedensvertrag zu- gesprochen hat, Gebrauch zu machen und die
Bezahlung von einer Milliarde Goldmark zu fordern, die spätestens am 30. April an die Kaffe der Bank von Frankreich erfolgt sein muß. Es ist nicht Sache der Reparatiouskommisfion, auf das Verhältnis der deutschen Regierung zu der Reichsbank einzugel-ett, da die beutfdje Re
gierung, wenn sie will, die nötigen Mittel besitzt, um die Reichsbank zu Dpranlaffen, der Aufforde- rung der Reparatiouskommisfion nachzukommen."
Lloyd George und Briand.
Das Ergebnis der Konferenz.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 26. April.
Lloyd George hat gestern morgen im Unter- Hause auf zwei Anfragen folgendes erklärt: Ich habe mit Briand persönliche Besprechungen gehabt. Wir haben unsere Absichten Über die Lage ausgetauscht, die dadurch verursacht worden isi, daß Deutschland die Wjedergutmachungssorde- rungen des Versailler Vertrages nicht erfüllte. Briand hat versprochen, der englischen Regie rung in ein oder zwei Tagen nähere Einzelheiten über die französischen Pläne und über die Vorschläge einzureichen. Sobald wir im Besitz dieser Mitteilungen find, wird die ganze Frage vom englischen Kabinett geprüft werden und wir werden den Vertretern der englischen Regierung bei der Ententekonferenz Jn- ftrultiotten erteilen. Diese Konferenz ist auf nächsten Samstag anberaumt worden, um neue Maßnahmen zu besprechen zum Zwecke der Durchfiihrung des Versailler Vertrags
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Vorbereitung zur Besetzung.
Paris, 26. Avril* (Eigene Drohtmekdung.) Der „Matitv- meldet, daß die englisch-französisch ’ Konferenz in Hythe keine Beschlüsse über die Stellungnahme der Alliierten gegenüber neuen deutschen Vorschlägen gefaßt habe und mich nicht darüber, ob die am 1. Mai eintretenden neuen Zwangsbesetzungen in Deutschland für den Fall neuer Verhandlungen ausgesetzt werden sollen Die Borbereittmgen für den Vormarsch der alliierten Heere am 1. Mai gehen weiter.
Tiroler Abstimmung.
Deutsche Grüße an das Tiroler Volk.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 26. April.
Reichstags Präsident Loebe richtete an die Landesversammlung in Innsbruck folgendes Telegramm: „erfreut und begeistert von dem glänzenden Ergebnis der Volksabstimmung sendet der deutsche Reichstag der Landesversammlung in Tirol brüderliche Grütze und die Versicherung des herzlichsten Gemeinschaftsgefühls. Der Gedanke der Volksgemeinschaft findet in unseren Herzen lebhaften Widerhall.« — Die Reichstagsfraktion und Parteileitung der Deutschen BolkSpartei richtete an den Landeshauptmann von Tirol in Innsbruck nachstehendes Telegramm: „Unsere Herzen sind froh bewegt, durch das T r c u ■ bekenntnis Tirols für das deutsche Heimatland in schwerster Zeit deutscher Rot. Die Zeit wird kommen, wo die Welt uns auch das Selbstbestimmungsrecht für das deutsche Volk nicht mehr verweigern kann.«
Siraßen-Kundgedungen.
Innsbruck, 26. April. (Eigene Drahtmeldung.) Gestern vermochte die Menge vor das italienische Konsulat zu gelangen, wo stürmische Psui- und Protestrufe erschollen. Ein Teil der Kundgcbcr betrat das Kaffee Müller und nötigte alle anwesenden Ftaliener das Lokal zu verlassen. Ebenso ging es den Italienern in anderen Kaffeehäusern. Als die Kundgebungen vor dem italienischen Konsulat wiederholt wurden, gelang es der Sicherheitspolizei Vie Menge zu zerstreuen. Vor dem deutschen Konfulat kam es dann zu endlosen n«tianalen Kundgebung en. Tie BcweOtng in den Straßen dauerte bis um die Mitternacht stunde.
Da« etimmen-<£rgebnl<.
Innsbruck, 26. April. (Telegraphische Metoung) Die abgegebenen Stimmen verteilten sich wie folgt: Innsbruck: 33954 Stimmen mit ja. 472 Stimmen mit nein 134 ungültige. Von auswärts zugereist 2144 Stimmen, davon 2139 mit ja, 5 mit nein. — Kufstein: 18 352 Stimmen mit ja, 135 Stimmen mit nein. — Schwanz: 10457 Stimmen mit ja, 56 mit nein. — Imst: 1899 Stimmen mit ja, 71 Stimmen mit nein. — Landeck: 9651 Stimmen mit io. 242 Stimmen mit nein. Damit ist der Anschluß an Deutschland mit überwältigender Mehrheit ausgesprochen worden.
Texas-Milchkühe.
Warn« werde« die Kühe nicht verteilt?
®le durch vir amerikanische EtebeStiUigteU »ach Deutschland gesandt«uMtichttth« find no* immer nicht der Allgemeinheit Udrrgedrn. 3m nachstehenden Bericht finger« sich ein Reichetageabgeordneter über die Urfache der Der Tigerung.
Aus den Greifen des Berliner städtischen Publikums und der in Frage kommenden Anstalten, die mit diesen DftlchÄHen belisserr werden sollten, wird die Frage, warum die amerikanischen Milchkühe nicht verteilt werden, täglich mit großer Erregung erörtert. Allenthalben behauptet man wegen angeblicher .Maul- und Klauenseuche-Gefahr würde die Quarantäne von Woche zu Woche verlängert, obwohl in der näheren und weiteren Umgebung der jetzigen Unterbringung überhaupt keine Seuche vorhanden sei. Diese Annahme ist vollkouunen irrig. Es handelt sich nicht nm Maul- und Klauenseuche und deren Verschleppung, sondern um die viel größere Gefahr einer Einschleppung des sehr ge- fährlichcu .TexaSsieberS". Es ist nämlich festgesiellt worden, daß die überwiesenen ameri- kamscheu Milchkühe aus Gebietsteilen stammen, in denen das .Aerasfieber beheimatet ist. Tiere, die das Tcras,feuer überstanden haben, find wohl immun, bleiben aber für die ganze Zeit ihres Lebens Bazillenträger. Auf Grund dieser Tatsache hat die zuständige Veterinärpolizeib«-- hörde
den Tieren Blutproben entnommen.
In diesen Blutproben wurden die Parasiten deS Texasfiebers fest-gestellt. Die Tiere sind also Bazillenträger Die Parasiten tonnen auf deutsche Rinder sehr leicht übertragen werden und zwar durch Zecken, die das Blut der amerikanischen Rinder eingcsogen hüben. Gegen Zecke« gibt es keinen Sckmtz und so würden sie die Parasiten, die im Mute der amerikanischen Tiere vorhanden sind, in das Blut der deutschen Rinder übertragen. Um fest;ustellen, inwieweit das deutsche Rind von Vieser Krankheit ergriffen wird, wurden
Blrtt Einimpfungen vorgenommeu an zwei gesunden deutschen Rindern. Infolge der Impfungen sind die Versuchstiere an Texasfieber erkrankt. Es besteht also die große Gefährder Einschleppung einer Viehseuche. von der Deutschland bisher frei war, nämlich des Texasfiebers. Was dar bedeuten würde und inwieweit dadurch namentlich die städttsche Milchver - sorgung von neuem gefährdet würde, läßt sich nicht in Zahlen fassen. Die Seuche würde eine vollkommene Lahmlegung der Milcherzeugung und somit eine neue Gefahr für unsere Kinder und Säuglinge bedeuten. Wenn man bebend, daß unsere Rindviehzucht sich vom Einfluß der Zwangswirtschaft kaum erholt hat und daß die südlichen Nachwirkungen der Maul- und Klauenseuche sich nur ganz langsam ausmerzen las. fett, so ist es erklärlich daß die zuständige Ve- tcrinärpolizei-und in erster Linie der Herr Mi- nister für Ernährung und Landwirtschaft eine Verteilung der amerikanischen Milchkühe vorläu. fig unterlassen. Der eHrr Minister beabsichtigt, die amerikanischen Milchkühe nur an kommunale Stallungen verteilen zu lassen. Auch das ist gefährlich. denn selbst, wenn die Tiere in abgeschlossenen kommunalen Stallfinaen gehalten würden, könnte die Krankheit auf deutsche Rinder übertragen werden. — Mitteilungen zufolge, die ich erhalten habe, soll ein zweiter Transport amerikanischer Milchkühe au? fieberfreien Staaten In die Wege geleitet werden; aus seinen Beständen werden bann die Anträge auf Zuteilung amerikanischer Milchkühe befriedigt werden.
Heinrich Lind. M. d. R.
Die Kriegsschuwsrage.
Ein amerikanischer Verteidiger Deutschlands.
Nachdem Lloyd George in London gesagt hat. daß der Versailler Vertrag mit der Schuldfrage stehe und falle, erhoben neuerdings auch amtliche Kreise in Amerika die Forderung, Deutschland solle die völlige moralische Verantwortung für bett Krieg übernch- men. So wird die Schuldfrage tatsächlich zur deutschen Lebensfrage, zu der Frage, in der es sich um Sein oder Nichtsein handelt. Es ist von allerhöchster Bedeutung, wenn gerade in dieser Stunde ein freier Amerikaner, Stewart E. Bruce, das Wort ergreift, der als Kanadier von Haus aus Englänver, seine Landsleute in ihrem Wesen und in all ihren politischen Künsten kennt. Bruce schrieb sein Werk aus dem Gefühl heraus, dach eS unerträglich für das Menschheitsgewi ssen sei. wenn durch den Versailler Vertrag ein Volk in einer Weise vergewaltigt werde, wie es an Brutalität in der Geschichte kein Gegenbeispiel fltot Das Buch hat m Anrcrika erklärlicherweise Aussehen erregt Er ist in deutscher Uebersetzung jetzt im Verlag von Hermann B o «s f e t, Berlin S. W. 61 erschienen. Aber nicht nur gegen die Entente sollen uns seine Ermahnungen eine Waffee sein, fi« sol-