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11. Jahrgang.

Sonntag, 24. April 1921

Fernsprecher 951 und 958.

Nummer 90

Fernsprecher 951 und 958.

Die Regierung vor der Entscheidung

Besprechung mit den Parteien.

Die AMierten-Haltung

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Site Raffelet Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar a den d t. Der rlbonnemenUprei« betrögt monatlich 6.00 Mark bei tretet tzustellung ml (aus. Lus. wärt» durch die Post bezogen L30 Mari monatlich einfchlieblich Zustellung. Bestellungen werdenderzeu von der <Se1d)ättSfieUe ober den Boten entgegengenommen. $ ruderet, «erlag und «edattton . Lchlachtdofflrab« 28/30. tzui unverlangt eingelandte «eilröge kann di« «teettten «ine Verantwortung oder Bewahr In lelnem Falle übernehmen. Rückzahlung de« BezugsgeideS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungömüßiger Lieferung anSgeschlosten.

Entgegenkommen in England?

London. 23. April. (Eigener DraHtbericht) Die Role n« Harding und die Antwort Hardiugs an Deutschland werden in der Presse lebhuft tc. sprachen. Der Eindruck ist, dast Amerika nicht endgültig abgrlehnt hat. Bemerkenswert war an der gestrigen Börse die festere Haltung der Mark ES bestand rege Nachfrage, sodaß jjch der Kurs hoher teilte als vorgestern. Die

gen Bedenken erDeven, zmnai tnr Gewinnanteil im Der gleich zu den sonstigen hohen Forderung gen nur gering sein wird. aber etwas Greifbares

9nfertton6e>retfe! e) «tnhetmtsche auftrage: Die etnfpattlge Anzeigen-Zeile ®t. L», die etutoalttge Reklamezeile SL S.. b) KuSroartige Aufträge: Die etnfpalttge Anzeigenzeile SOt 1.50. die einspaltige ReNamezeile TL 8.60, alles einschiießlich Deuerung«,Uschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die RichNgke« aller durch Fernsprecher abgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme, baten und Plätze tarnt eine Bewähr nicht übernommen werden. DruckereiI Schlacht, hesstratze 28/30. »etchästsstelle: Kölnische Straße 6. Delephon Nummer 051 und toi.

Times" hat Lloyd George über die Aussichten eines deutschen Schrittes bei den Alliierten be­fragen lasten und gibt Lloyd Georges Erklärung wieder, wonach der Premierminister an keinen ernsten deutschen Borschlag glaubt, nachdem die­ser ht den letzten drei Wochen wohl angekündigt, aber nicht erfolgt sei. Lloyd George sprach wei­ter, dast er jeden annehmbaren Ans- gleich einer neuen sswangsbchandlung Deutsch­lands vorziehen würde.

muß geschoben, um aus der entsetzlichen Be­drängnis heraus,»kommen. Don diesem Ge­sichtspunkte aus ist es jedenfalls zu begrüben, dast die Negierung jetzt mit Angeboten hervor­tritt. K. F. Dr.

konischen Regierung nicht weit genug geht, müff- die Aktion von vornherein als gescheitert an­gesehen werden.

Die Haltung Amerikas.

Genf, 23. April. (Eigene DrahtmeNmng) Der Hrrald berichtet aus N e w Y o r k: Der ame­rikanische Senatsausschuß hielt Donnerstag abend eine Sondersitzung ab. Es kam zu einer großen Aussprache im Anschluß an die Hughesche Rede, wonach Amerika moralisch verpflichtet fei, sachlich Deutschland bcizustehen, gleich­zeitig aber die Rechte der Alliierten nicht beeinträchtigen zu lasten. Eine Anzahl der Red­ner sprach sich mit Entschiedenheit gegen eine Einmischung Amerikas in europäische Angelegen­heiten aus. Ern Bcschlrrst wurde nicht gefaßt, da nach der Verfassung der Präsident der Repu­blik keiner Billigung seiner Maßnahmen in der auswärtigen Politik durch den Senat bedarf.

Köln, 23. April.

Dom alliierten Zollverwaltungsausschutz hat dir Kohlenabteilung vorläufig eine allgemeine Einfuhr-Erlaubnis für die freie Versendung aller deutschen Brennstoffe zwischen dem besetz­ten und unbesetzten Gebiet erteilt. Alle Zollstellen sind ailgcwicscn, die Kohlensen­dungen über die neue Zoll-Linie nicht zu behindern. Ausfuhrzölle auf Kohlen werden nicht erhoben, da der deutsche Zollvertrag sie nicht vorsieht. Dagegen wird eine statistische Gebühr in Höhe von einer Mark pro Tonne berechnet für Kohlen, die aus dem besetzten Gebiet stam­men und ins unbesetzte Gebiet gehen.

Berlin, 23- April. (Privattelegramm) Gestern abend versammelten sich die Parteifüh­rer beim Reichskanzler Fehrrnbach, um hier einen Bericht des Ministers Dr, Simons über die Note an Präsident Harding entgegen zu nehmen und sich zu den in Aussicht genommenen Vorschlägen zu äußern. Alle Parteien kamen dabei zu Wort. Die Besprechung zog sich bis in die ersten Nacht­stunden hinein. Soweit sich bisher übersehen läßt, will k e i n e der großen Parteien es in die­sem Augenblick auf eine Kabinettskrise ankonnnen lassen. Auch die deutsche Bolksvartei, die, hauptsächlich der rechte Flügel, ursprünglich anderer Ansicht war, nimmt eine gemäßigte auf einen Ausgleich hinstrcbende Haltung ein. Der zur Stunde noch nicht sertiqgestellte Regierungs- Vorschlag in der Reparationsfrage wird nach demselben Blatt sich arkf der Basis des gewerk schafilickien Wiederanfbauprogramms und der internationalen Anleihe be. wegen. Wenn die deutsche Regierung einen Borschlag macht, der nach der Ansicht der ameri-

Um Amerikas Vermittlung.

Harbins will nicht Schiedsrichter sein, aber Vorschläge weltergeben.

Widersprüche in Frankreich.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris. 23. April.

An hiesigen amtlichen Stellen geht man weit über die negative Haltung der Presse hinaus. Man ist entMoffen, keinerlei Bermitt- lung anznnchmen. Die französische Re­gierung wird nicht dulden, daß neue deutsche Vorschläge einen anderen Weg nehmen, als den direkten, wie er im Versailler Vertrag vorge­schrieben ist. Mit anderen Worten, neue deutsche Vorschläge müssen direkt an die Wiedergut machungskoinmisflon gerichtet werden. Das .Zournal" meldete gestern abend, daß die fran­zösische Regierung geneigt sei, die deutschen Vor­schläge günstig aufzunehmen, wenn sie von Amerika vorgclegt und unterstützt werden unb wenn die Vorlage durch die Regierung b-r Vereinigten Staaten eine Art Garantie dafür darstellc, daß Deutschland feine eingcgaugenen Verpflichtungen erfüllt.

Sitte um Aufschub.

Berlin, 23. April. (Privattelegramm.) Gleichzeitig mit der Note der Neichsregierung an Harding ist ein weiteres Ersuchen der Reichs- regicrung nach Washington abgegangen, bei den Alliierten auf E i n st e l l u n g der zum 1- Mai angekündigten neuen Besetzung deutscher Ge­biete für den Fall hinzuwirken, daß Harding die angebotene deutsche Vermittlung annimmt. Das Plenum des Reichstages tritt heute nachnrittag nicht zusammen. Im Laufe des heu­tigen Tages Werden die Fraktionen zu den Mitteilungen, die ihnen gemacht woN>en sind, Stellung nehmen. Im Laufe des Spätnachmit­tags wird dann eine zweite Beratting beim Reichskanzler stattfinden. Die Deutsche Volks- Partei hat gestern abend beschlossen, tm jetzigen Augenblick es nicht zu einer Regierungs- kr isc kommen zu lassen. Tie Bolkspartei glaubt im Interesse unserer auswärtigen Politik zurzeit alle Bedenken zurückstellen zu müssen.

Der Wiederaufbau-Dorschlag.

Berlin. 23 April. (Privattelegramm.) Der heute der Reparattonskommission zugehcnde deutsche Vorschlag znm Wiederaufbau läuft nach Informationen des Berliner Tageblatts auf eine unmittelbare Heranziehung deutscher Snbunternehmer hinaus, die die Wieder- aufbauarbeiten in enger Verbindung mit den französisch en Haupt Unterneh­mern ausiührcn sollen. Die Geschädigten selbst sollen ihre Wünsche der deutschen Regierung un­terbreiten können.

Berlin. 23 April. (Privattelegramm.) Auf die Rote der deutschen Regierung an den ameri­kanischen Präsidenten Harding, worin er als Schiedsrichter angerufen wurde, ist gestern eine ablehnende Antwort eingetrossen. Sie hat folgenden Wortlaut: Die amerikanische Re­gierung sei nicht in der Lage, ihre Zustim­mung dazu zu geben, in der Reparationsfrage derart zu vermitteln, daß sic als Schiedsrichter bei ihrer Regierung mitwirke. Durchdrungen in dessen von dem Ernst der aufgeworfenen Frage und deren Bedeutung für die ganze Welt ist die Regierung der Vereinigten Staaten selbst stark an einer baldigen und gerechten Lösung dieser Frage interessiert. Die amerikanische Regierung wünscht dringend eine sofortige Wieder­aufnahme der V er Handlungen und gibt wiederholt ihrer ernstlichen Hoffnung Aus­druck, daß die deutsche Regierung schnell Vorschläge formulieren möchte, die eine ge­eignete Verhandlungsgrundlage bieren. Sollte die deutsche Regierung diesen Weg einscklagen, so wolle die amerikanische Regierung in Erwä­gung ziehen, die Angelegenheit den alliierten Re­gierungen in einer für sie annehmbaren Weise zn unterbreiten, damit die Verhandlungen als­bald wieder ausgenommen werde«.

Zm besetzten Gebiet.

Versendung von Nuhrkohle.

(Privat-Tclcgramm.)

lleberraschungen.

Die Ditte an Amerika.

Seit der Zeit, da wir nicht mehr Herr im eigenen Hause sind, das heißt; die deutsche Regie- rung den Geboten der Alliierten folgen mutz und das deutsche Volk in tiefer Rer und Pein unter der brutalen Fremdherrschaft leidet, erle­ben wir unaufhörlich Uöberraschungen unana.e- nehmster Art. Immer wenn man sich einvild-n, daß oer Wahnsinn fremder Unterdrücker geheilt fei, wenn man glaubt, Europa werde endlich wieder genesen, werden wir in eine neue Krise gestürzt. Die Sinnlosigkeit der Ententepolllik treibt jeden Tag neue Auswüchse; daran sind wir schon beinahe gewöhnt. Aber ein betrüblich-es Symptom scheint es doch ju sein, wenn die deutsche Regierung selbst sich zum Betreten dunk­ler Wege verleiten läßt. Ein Hilferuf war st- oensalls der Schritt, als die Regierung eine Rote nach Amerika sandte. Worin jte den Präsidenten Harding bat, in dem Streit um die Kriegsentschädigung die Vermittlung zu übernehmen und die Summe f e st z u st c l - len, die Deutschland an die alliierten Ltächte zahlen zoll.

Ist es schon sonderbar, daß dem amerikam- schen Prästdenten die Feststellung unferit Schuldsumme Übertagen wurde, so fällt mast aus einer Besorgnis in die andere, wenn man liest, daß die deutsche Regierung ohneEinschrän» tunaen oder Vorbehalte bereit und willens war den Miierten diejenige Summe zu zahlen, die der Präsident Harding nach ein­gehender Prüfung und Untersuchung recht und billig befinden sollte. Seinen Schieds­spruch wie er auch lauten möge, wollte die deutsche Regierung sowohl dem Buchstaben wie dem Geiste nach erfüllen. Dian glaubte zunächst, nicht richtig gelesen zu haben. Ist es denn nicht sehr unvorsichtig, daß eine Regierung einen Blankowechsel unterschreibt ohne zu wissen, ob nicht Mißbrauch damit ge­trieben werde? War sie der Tugend des Herrn Harding so sicher, daß er nur die Gerechtigkeit hätte walten lassen? Lag nicht die Gefahr vor, daß wir einen zweiten Fall Wilson erlebt hät­ten, der uns noch den Rest des deutschen Volks- Vermögens hätte kosten können? Diese Fragen bedürfen mindestens sofortiger Aufklärung, denn die Nachrichten über eine vorherige Fühlung­nahme Miseven Berlin und Washington sino gänzlich widersprechend.

Es hat sich inzwischen herausgestellt, daß keine oorheiige Fühlungnahme erfolgt ist, denn schon gestern ist eine adlehnendeAntWori von Amerika in Berlin eingetroffen. Präsident Harding wünscht nicht als Richter angerufen zu werden. Nur für den Fall, daß Deutschüiiid annehmbare Vorschläge zu machen habe, wolle er sie den Alliierten zur Beachtung empfehl?".. Diese Antwort kann verschieden aujgefaßt wer­den. Während manche Kreise nicht viel Hoff­nung auf amerikanische Unterstützung haben, glaubt man in Regierungskreisen nno auch in der Berliner Presse, daß die Bereitschaft^ zur Uebermittlung der Vorschläge nicht ungünstig aufzustsssen ist. Bedauerlich ist es aber daß die F r a k t i o n s f ü h r e r der Regierungs­parteien von dem Schritt der Regierung nichts gewußt haben. Es lag doch kein Grund vor, eine Bitte um neutrale Vermittlung vor ihnen geheim zu halten. Allerdings würden sie wahr­scheinlich bedingungslose Unterweisung unter einen unbekannten und unsicheren Schiedsspruch nicht gutgeheißen haben. Wie gewöhnlich im Leben jede Tat nach ihrem Erfolg gewettet wird, so auch diese. Die Absage ist kein diplomatischer Erfolg für uns, wobei wir vielleicht floh fein können, daß wir ohne Schiedsspruch davvuge-

kommen sind

Der negative Erfolg prägt sich sofort sichtbar an der B ö r f e aus. In Newhork, wo der Kurs der Mark monatelang auf ungefähr sechzig (das ist ein Dollar gleich sechzig Markt gehalten wurde, ist vorgestern ein Sturz der Mark eingetreten, so daß gestern die Mark aus pebzig gesunken war. Auch die deutschen .Wette schwächten ab. Wohin diese Entwicklung führen wird, kann heute niemand lagen Man muß die nächsten Tage abwarten bis sich die Lage be­ruhigt hat und eine bestimmte Tendenz erkennbar ist. Ein Ausblick bleibt nur noch offen durch die andere deutsche. Rote, die an die Rcpara- tionskommifston gesandt worden ist wottn Vor­schläge für den Wiederaufbau Frank­reichs gemacht werden Finden diese Dor - schlage Gebär, dann besteht wenigstens die Möglichkeit, endlich eine aufbauende Arbeit zu leisten und auf diese Weise ein gemeinsa­mes Interesse zwischen Deutschland und den Ententestaaten zu schaffen. Dem Bestreben nach einer gewissen Gemeinschaft ist auch der Plan zuzinchreiben, die Alliierten als Aktionäre an deutschen Indnsttte-Unterneh- igen zuzulaffen. Zwar lassen sich auch nage- Bedenken erhoben, zumal ihr Gewinnanteil

Keine britischen Truppen.

Basel, 23. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die LondonerDaily Matt" versichett, es sei ausgeschlossen, daß britische Trup­pe n an der fianzöfischen Militäraktion im Ruhr­gebiet teilnehmen, da kein einziger englischer Soldat hierfür oerfügbar sei. Aus jeden Fall werden aber einige englisll-e Verbindungsoffi­ziere au der Operation teilnehmen. Prozentual dürfte Frankreich fünf Sechstel und Belgien ein Sechstel der Besatzungsstreitkrufte stellen.

Fremdherrschaft.

Düsseldorf unter feindlicher Besatzung.

Wie vorher aus bett linksrheinische« Stäbfen, so lammen auch j«»r di« «lagen an« bettt neuvefrh. ten Gebiet, wo di« fremden B,fahung«trupp«n desouders di« Franzofen, mit Willkür Hausen

Düsseldorf, 23. April.

liefere Stadt hat nun seit über fünf Wochen Entente-Besatzung. Der anfängliche Reiz der Neuheit de« militärischen Schauspiels ist vorbei, die Neugierde, die man dem Neuen und Unge» wohnten entgegengebracht hat. ist verflogen, und allmählich merkt man in weiteren Streifen der Bevölkerung mit wachsendem Entsetzen, welche Beengung und Beeinträchtigung der Druck der Entente-Besatzung für jeden Einzelnen bedeutet. Der anfängliche Sammethandschuh, das schein­bar unabsichtliche Sicheinordnen in den Gesarnt- organismns der Stadt hat sich bedenklich gewan' bett. Unter dem Sammethandschuh macht sich eine Eisensau st bemerkbar, die alltäglich vo« dem zn ihr gehörigen Kopf zu neuen Schlägen gegen das kommunale itnb gesellschaftliche Leden der Stadt tangiert wird. Eines der ttaurigsten Kapitel in den Gewaltmaßnahmen der Entente ist die Wohnungsfrage. Die Stadt Düssel­dorf Hai gan zimgeheuer große Einguartie. rnngslaften zu tragen. Tagtäglich werden neue Wohnungen für Offiziere un- deren Fa­milien angefordett. Die Beschaffung solcher Wohnungen wird ganz besonders dadurch er­schwert, daß von der Entente-Delegatton die Forderung aufgestellt wird.

nur Wohnungen im Hofgartenviertel bereitzustellen, d. h. Wohnimgen in dem Viertel unserer Stadt, das von den besten Kreisen be- wohnt wird. Wohnungen, die also dementspre» chenh luxuriös einaerichtei sind nnd eine pracht­volle Aussicht auf den Hosgarten haben. Die Ver. waltung der Stadt muß die Inhaber solcher Wohnungen einfach ansguartieren und muß ver suchen, sie mitsamt ihren Familien in weniger guten Stadtteilen nnterzubringen. Wie weit diese Wohnungsanforderungen gehen, ergibt sich aus der Tatsache, daß an einem Tage von der Stadt die Bereitstellung von dreiundachtzig Wobnnngen gefordert worden ist, darunter zwan­zig Wohnungen mit je drei, vier und fünf Zim­mern, zehn Wohnungen zu je sechs Zimmern, zehn ju je sieben bis acht und drei Wohnungen zu acht bis zehn Zimmern. Daß diese Wohnun­gen alle eine Küche, Bade- und Durschenzimmer enthalten müssen, sei mir nebenbei bemerft. Nichts alz Schikane ist es, daß man Tag für Ta« gegen große Geschäfte der Stadt mit Stra­fen vorgeht und große Restaurants schließt. Man verhängt Strafen wegen NichtandttngenS von Preisschildern, wegen verspäteten Schlietze ns der Lokale, wegen Verkaufs von Zeitungen, wegen ungebührlichen Beneh­mens. Und eS find nicht geringe Strafen. Si« gehen von zweihundert Mark bis zu zehntausend Mark hinaus. Hat z. B. irgend jemand seinen Personalausweis nicht bei sich, so kann es Stra­fen von fünfzig bis dreihundert Mark regnen. Immerhin eine ziemlich teure Sache für ein ver. hältnismäßig kleines Vergehen, wenn man be­ben«. daß es geschehen kann, daß eine Hausstau, die morgens sckmell in einem benachbarten Ge­schäft noch etwas einholen will, unterwegs von der Kontrolle ertappt wird. Sehr strenge geht man besonders gegen Leute vor, die Zeitun­gen verkaufen, deren Inhalt der Entente nicht genehm ist. Dabei diktiert man ©trafen bis zu zehntausend Mark. Ein besonderes Kapitel smd die Bestrafungen wegen Nichtanbttngung von Preisschildern; auch hier smd Strafen von drei, hundert bis dreitausend Mark an der Tagesord- nung. Ein Kapitel für sich ist schließlich auch das der

Beschränkung der Derfammlnnssteiheit.

Jede Versammlung muß einige Tage vorher durch Antrag bei der Stadtverwaltung geneh- migi werden. Jede Versammlung muß aber auch öffentlich sein, d. h. die Entente-Konttolle mutz ' jederzeit die Möglichkeit des Zutritts zu den Versammlungen haben. Daß gerade die großen ' Jndustriekonzerne, die in der Düsselsiadt ihre Zentrale haben .einen solchen Zutritt nicht gerne sehen, auch in nationalem Interesse ost gar nicht zuiassen können, ergibt eine Erschwerung, die diejenigen trifft, die man als die Begüterten oder deutlicher gefaat: als dieKapitalisten" an. sieht. So erweist sich, daß dir anfänglich sich kaum bemerkbar machende Besatzung heute sich L aus Weg und Steg als eine schwere un- lästig« , Behinderung des gesamten kommunalen Leben- . offenbart. Sie geht in ihrem Poussieren gewisser Bevölkerungskreise so weit, daß sie jetzt tagtäglich [ Suppen an Bedürftige ausgibt und es , sich dabei eifrig angelegen fein läßt, zu beweisen, . haft das wohltätige Frankreich die Kosten für i dieses Liebeswerk trage. Wenn man sich einen Begriff davon macht, welche Summer» di« oben

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