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Dor dem feindlichen Einmarsch

Beisetzungsfeier in Potsdam

den sind, wird damit bestätigt

Die letzte Sdrung im Wildpark, wurde am Sarge niedergelegt. Nach kurzem Auf­enthalt fuhr der Zug nach Potsdam weiter.

Die Ankunft in Potsdam.

Eine Ehrenwache von Offizieren.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. April.

Gestern abend 10 Uhr 45 Min. fuhr der Son­der zug, der die sterbliche Hülle be* Kaiserin von HauS Doorn nach Deutschland gebracht hat, in der Bahnsteighalle des Kaisrrpavillons der Sta­tion Wildpark ein. Tas Prinzenpaar Adalbert und OSkar und der Herzog von Braunschweig, die der Entschlafenen das Geleit aus Holland ge­geben hatten, begrüßten der wenigen erschiene­nen Fürstlichkeiten und Würdenträger. Prinz August Wilhelm und das Prinzenpaar Eitel Friedrich hatten sich eingesunden. Auch General- s-ldmarfchall von Hindenburg befand sich unter den Erschienenen. Vor dem Wagen, der den Leichnam barg, zog sofort die Ehrenwache der Offiziere der Pasewalker Kürassiere mit Palasch aus, die später von den Offizieren des Füsilier- Regiments und Infanterie-Regiments 86 abge- köst wurde. Tiefe Ehrenwache stand unter dem Kommando des Majors von Tschirschnitz.

Leber neun Milliarden Schoben.

Aus Halle a. d. S. wird gemeldet: Nach Fefi- stellung des Oberpräsidiumis der Provinz Sach, fett betragen die Schäden in der Pnovtnz an

Dor der Beisetzung.

Berlin, 1<). Aprill. lPrivattelegrainm.l Ter Andrang zum Potsdamer Bahnhof setzte gestern bereits in den früheren NachMittagsstunden ein. Der Verkehr wickelte sich jedoch vollkommen rtchi» ab. Vereinzelt erschienen Kranzabordnungrit und die Zahl der Uniformen wurde größer. Offiziere und Mannschaften, die in Gruppen ans die Züge warteten, auch einige Abordnungen von ehemaligen Berliner Regimentern erschie­nen, die die umflorte Fahne ihres Regiments nach Potsdam brachten, um der toten Kaiserin die letzte Ehre zu erweisen. Die FÜrfienhalle in Wildpark war mit Griin geschmückt. Das In­nere des Gebäudes war schwarz ausgeschlagen. Hunderte umstanden den Bahnhof, nm die ein. treffenden Gäste kn Empfang zu nehmen. Heute, Dienstag früh wurde der -arg zur Beisetzung im Fürstenzimmer vorbereitet. Die Generalfcld- marschälle Hindenburg und Mackensen nehmen an den Feierlichkeiten teil.

Deutschlands Vorschläge.

Berlin, 19. April. (Privattelegramm.) Ta die Regierung noch nicht in der Lage ist, abschlie­ßend über die Kriegsentschädigungs-Frage zu urteilen, ist die Sitzung deS auswärtigen Aus- schrtfles des Reicktstages vertagt worden. Ende dieser Woche wird wahrscheinlich die Ver- öfscntlichuttg der neuen deutschen Vor­schläge an die Entente erfolgen. Wie wir zu­verlässig erfahret«, werden die neuen Vorschläge den Wiederaufbau Rordfrankreichs in den Vordergrund rücken und Maßnahmen Vorschlägen, die Frattkreich möglichst bald zu den nötigen Geldmittel« verhelfen sollen.

alliierten Kommission ist, hier nur den sranzöfi-Ilicnische Regierung noch nicht einverstan- schen und polnischen Interessen dienen zu wol. bcn r1Utlf wird damit bestätigt

len, wo sein Amt rhm ausdrücklich Unparteilich-

DieAufruhrWerkstaf Enthüllungen de« Kommunisten Levi.

«caenAbe» »en Versuche«, mit bene» M Sichrer des Mitr,-Aufruhr« fich ihrer We­berlage zu entziehen beabfichtigeu, find bi* nachfolgenden «nthüllungen beachtenswert.

Der kommunistische Reichstag sabgeordnete Paul Levi, der kurze Zeit vor dem Putsch auf Weisung des Moskauer Exekutivkomitees von seinem Posten als erster Vorsitzender der Kom- mimistischen Partei enthoben wurde, gibt eine BrosMre heraus, bk geeignet ist, das größte Aussehen zu erregen. In dem Vo'wort hnßt es u. a. wörtlich: .Als ich diese Broschüre plante bestand in Deutschland eine kommunistische Partei von 500000 Mitgliedern. Ms ich sie acht Tage später schrieb, tw die kommunistisch- Partei i« ihren Grundsssten erschüttert, ihr Besttnd in Frage gestellt. Es mag als Wagnis erschei- nen, in einer solch schweren Krise in der die Kommunistische Partei sich jetzt befindet, mit einer so schonungslosen Kritik zu kommen. Auch kurze Uebeelegung schon muß sagen, daß dies« Kritik nicht nur nützlich, sondern notwendig ist. Das unverantwortliche Spiel, daS mit der Eri- stens einer Partei, mit dem Leben und Schicksal ihrer Mtglieder getrieben wurde, must zu End« gebracht werden. Es mutz durch den Willen der Mtglieder beendigt werden, wo die Verant­wortlichen auch heute noch nicht sehen wollen, was sie getan haben. Kann in Deutschland noch einmal eine kommunistische Partei ausgebaut werden, so verlangen die Toten in Mittel­deutschland, in Hamburg. tat Rheinland, in Ba­ven, in Schlesien, in Berlin, verlangen die vie­len Tausenden von Gefangenen, die

das Opfer diese» Wahnsinns geworden sind, so verlangen sie alle angesichts der Dor» gange der letzten Wochen: .Niemals wieder!" Descmbe^s interessant ist die Darstellung Le­vis, w i e der Putsch inszeniert wurde. Der erst, Anstoß kam nicht aus der deutschen kommunisti- scheu Partei. Levi erklärt, er wisse nicht, wer dafür die Verantwortung trägt, aber der Fall sei schon häufig dagewesen, daß Abgesandte des Erekutivkomitees über ihre Vollmacht hinaus- gingen. Nachträglich habe sich dann heran sgi- stellt, die Abgesandten Hütten zu den Hand, hingen, die sie veranlaßten, gar keine Vollmach­ten gehabt. Jedenfalls bestand in Kreisen des russischen Erelsttivkomitees Mißstimmung über die InaMvität der deutschen Partei. Es lag mithin ein gewisser starker Einfluß auf die Zen« träte vor, sofort und in jedem Kreis

in die Aktion zu trete«.

Zur Begründung dieser Mion erklärte A» verantwortlicher Redner in der Sitzung d«S Zentralausschusses am 17. März: die Gegensätze zwischen Amerika und England hätten sich bereits derartig zugespitzt, daß, wenn nicht durch eine Revolution eine neue Wendung emtrete, wir in kurzem vor einem amerikanisch-engli schm Kriege stehen würden. Ferner wurde wahr­scheinlich die Abstimmung in Oberschlesien mi­litärische Konflikte zwischen den deutschen tmb polnischen Imperialisten heraufbe - schwören. Es sei mit neunzig v. H. Wahrschciu. liwkeit damct zn rechnen, daß es zu einem be­waffneten Konflikt komme. Der Stand der Dinge verpflichte die Kommunistische Partei, sich den innen- und außenpolitischen Spannungen gegenüber nicht länger passiv zu Verhalten, son­dern mit Aktionen einMtgreisen." L-vt meint, in jeder anderen Partei wäre ein Mann, welcher erklärt, wir stünden in kurzem vor einem englisch-amerikanischen Krieg, in den Keller einer Kaltwasser-Heilanstalt gebracht worden. Bei der kommunistischen Partei Deutschlands aber blieb er der Leiter der Angriflsaktion. Die konmmni- stische Partei war über schon die Gefangene ihrer eigenen Parolen geworden. Die Mansfeldischen Arbeiter schlugen los. Später erklärte Vie Par­tei entschuldigend, die Genossen im Mansfeldi­schen hätten die Parole der Zentrale

etwas zu forsch an gefaßt.»

Am 18. März begann die .Rote Fahne* mit der» Ausrufen zur Bewaffnung und fuhr dann in demselben Tone fort Nun war das Geschick im Gange. Der Funke sprang vom Mansfeldischen nach Hamburg über, wo man naiv genug war, xu glauben, die Parteizentrale wisse, was sip tue. Aber die Aktion, tue entstanden war in einem politischen Kindskopf, hatte die kämpfenden Kommnniften dann sich selbst über­lassen. Levi schließt seinen Beicht mtt der Schilderung, wie die Zentrale die Aktion noch immer förderte, obwohl sie den Zusammenbruch deutlich vor Augen sah. Die deutschen Kommu­nisten schickten ihr eigen FleischuNd Blut zum Sterben für eine Sache, die sie selbst schon als verloren erkannten.-

lleberMrung der Leiche der Kaiserin.

Emmerich, 19. April. (Privat-Telegramm) Nach der Trauerfeier im Familienkreise im Schloß Doorn wurde der Sarg vorgestern abend zur Bahnstation gefahren, wohin der ehe­malige Kaiser mit einigen seiner Söhne und der Tochter das letzte Geleit gaben. Dem abfahren­den Zuge sah der Kaiser entblößten Hauptes, mit der Hand winkend, nach, bis der Zug durch eine Biegung den Blicken entzogen war. Einige Prin­zen und Gefolge begleiteten den Zug. Aus den Bahnhöfen unterwegs fanden sich überall Abord. nungen von Holländern und Deutschen ein. Die Wege an der Bahnlinie entlang waren mit Tau­senden von Menschen besetzt. Um zehn Uhr ge­stern vormittag fuhr der Zug Über die hollän­disch-deutsche Grenze und kam bald darauf in Elten, dem ersten deutschen Orte, an, nm nach erfolgtem Maschinenwechsel nach Emmerich wei­terzufahren. In Emmerich hatte sich zahl­reiches Publikum auf dem Bahnhofe eingesun­den. Blumen und Lorbeerkränze wurden über­reicht. Der Kranz des Vaterländischen Frauen- Vereins stellte eine mit Lorbeer durchwirkte Dor- nenkrone dar. Rach kurzem Auenthalt fuhr der Zug weiter Über Wesel nach Berlin.

2lus der Fahrt.

Hannover, 19. April. lPrivattelegromm., Gestern nackMittag traf der Zug mit dem sterb- lichen Reste der Kaiserin tu Bielefeld ein und hatte infolge Maschinenwechsels einen saft halbstündigen Aufenthalt. Die Kriegervereine in Stadt und Land hatten Abordnungen entsandt. Als der Zug in die Halle eintief, senkten sich die Fahnen. Kurz vor drei Uhr setzte sich der Zug wieder in Bewegung. I» Hannover lief der Sonderzug kurz nach fünf Uhr ein. Auf dem Sarge lag unter Blumen die Kaiserin-Standarte. Die Prinzen Oskar und Adalbert in Zioilklei- dung hielten die Totenwache. Ein zcchlreicheö Publikum hatte sich auf dem Bahnhof eingrfun- den. dem die Besichtigung deS Sarges nicht ver­wehrt wurde. Auch eine große Anzahl Kränze

leit vorschreibt.

Das Verhalten des Generals Le Rand, mag nun die Entscheidung ausfallen, wie fie will, mutz von allen gerecht Denkenden auf das aller- schärfste verurteilt werden. Wie werden sich nun wahrscheinlich die Dinge entwickeln? Wahrschein­lich so, datz jeder Vertteter der in der Kommission vertretenen Länder seiner Regierung einen Sor.- dcrbericht erstatten wird, da man zur einem Ein- heitsvoium in Oppeln nicht gelangen kann. Der General de Marims und der Oberst Porcival werden aber ihren Regierungen nicht anders be. richten, als diese es wollen, und die Entscheidung Aber Oberschlesien wird dann der Oberste Rat wahrscheinlich aus ganz anderen Erwägungen heraus treffen als aus denen, die fiir das Schick­sal des Landes notwendig sind. Wir haben in der Abstimmung gesiegt. Mir uns gibt es nur eins und Bann es nur eins gaben: Ein untefl- bares Oberschkesien beim Deutschen Reich! D. N.

Fortsetzung des Krieges? Der Feldzugsplan gegen Deutschland.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 19. April.

In der Wohnung von Marschall Fach in Pa­ris sand gestern ein KriegSrat statt, um die letzte Hand zu lege« an die Ausarbeitung veS Feldzugsplanes gegen Deutschland für den 1. Mai. An diesem Kriegsrat nahmen aus­schließlich Franzosen teil und zwar außer Mar- schall Foch, General Weigand, Lonchenr, ferner der Finanzsachverständige vom Auswärtigen Amt Seydoux. sowie mehrere andere Speziali­sten des Wiederherstellungsproblems. In einer amttichcn Mitteilung wird ausdrücklich hervor­gehoben, daß dieser FeldzugSplan in allen Ein­zelheiten sämtlichen Entente-Regiernn- gen unterbreitet werden soll. Die bereits ge­meldete Tatsache, daß also abgesehen vom bel giscknn Auswärtigen Amt die englische und ita-

Vorbereitungen der Alliierten.

Mainz, 19. April. (Eigene Drahtmeldung.) Hier sind am Sonntag fünftausend Mann neue französische Truppen durchmarschiort. Rechts deS Rheins werden die französischen Truppen lonzentriert. Auch viel Artillerie und mehrere Tanks sind über den Rhein gegan- gen. Tas Londoner BlattDaily Mail" mel­det aus Paris, daß die militärische Seite der Besetzung des Ruhrgebiets einem sranzösischen General übertragen, die wirtschaftliche Kontrolle dagegen einem Engländer überlassen werden würde. Der Artikel trägt die Ucberschrifl:Noch vierzehn Tage Zeit für die Hunnen." In gut unterrichteten neutralen Kreisen wird behauptet, daß Frankreich die Durchführung der Besetzung deS Ruhrgebietes auf eigene Hand n 0 ch n i ch t ip Angriff nehmen wird und daß der Zeittanm für Entgegennahme deutscher Vorschläge oder Anknüpfungen, die zu Vorschlägen fuhren könn­ten, noch über dem L Mai hinaus dauern soll.

Die Auspressung.

Französische Raubgelüste.

Immer deutticher zeigt sich, daß es zwischen . der ftanzösischen und der veutschen Geistcsverfaf- fttna keine Verständigung geben kann, und daß an Biefer Tatsache, für die man letzten Endes weder die eine Partei noch die andere verant­wortlich machen kann, alle Hoffnungen auf eine demnächstige friedliche Auseinandersetzung zwt- scheu den beiden Nachbarstaaten und damit auf 1 eine endgültige Verhinderung weiterer Erschüt­terungen des europäischen Friedens und wirt- 1 schastuchen Lebens scheitern müssen. Deutschland , versteht Frankreich nicht und wenn es seine Ab­sichten versteht, dann begreift es noch lange nicht, warum eS diese feinem eigensten Interesse wi­dersprechenden Absichten hegt, und umgekehrt kann man sich in Paris in die deutsche Auffas­sung der Dinge nicht versetzen. Wäre dieser Ge­gensatz zwischen zwei Kulttcrstaaten, die Jahr­zehnte-lang 'Schulter an Schulter die Ideale der Zivilisation und des geistigen Fortschritts zu verfechten glaubten, nicht ein so gewaltiger, dann könnten wir hüben nicht immer wieder aufs neue durch Kundgebungen von der Art überrascht wer- den, wie diejenigen, die seit einer Reihe von Wochen aus dem Munde des sührenden Staats­mannes der französischen Republik zu uns her- übersclMllen. Was soeben erst wieder der fian» tzöstsche Ministerpräsident als den Ausdruck der öffentlichen Meinung zu unseren Ohren gelgn- aen ließ, ist so hahnebüchen, daß einem nur die Wahl bleibt: entweder an der Vernunft der fron» 10fischen Politiker zu verzweifeln, oder sie aber iir raffinierte Fälscher des eigentlichen Volks- willens zu halten. Soll man wirklich glauben, daß das französische Vosk in feiner Mehrheit so verbohrt sei. zu glauben, ein in Daumenschrau­ben und Zwangsjacke schmachtendes Deutschland wäre imstande, selbst auch nur einen Teil der Forderungen, die man an das Deutsche Reich stellen zu dürfen glaubt, zu befriedigen? Die Frage ftetten heißt sie verneinen.

Briand bringt es fertig, Deutfchlanid nicht nur mit der Wegnahme Les Ruhrgebiets, son­dern auch des Äüerschlcsischen Jndustriebezirkes zu drohen. Und nickst zu drohen, denn die Aus­lassungen des französischen Ministerpräsidenten können nur in dem Sinne verstanden werden, daß sich die französische Regierung hinsichtlich dieser Pläne bereits im Klaren ist. Selbst wenn Deutschland derartige Vorschläge macht, daß fein guter Wille auch der französischen Skepsis unver­kennbar ist, sollen Bürgschaften gegeben werden,um auf diese Weise eine Fortsetzung der ausweichenden Politik zu verhindern, die das Reich sonst zu betreiben versucht Wäre". Das kann nichts anderes heißen, als daß Frankreich auch für den Fall, daß die deutschen Vorschläge an sich Frankreichs Beifall finden, das deutsch« westliche Kohlengebiet zu besetzen beabsich­tigt, bis alle seine Forderungen restlos befrie­digt sind. Wer damit nicht genug, Im Ka-m- mercmsschutz für auswärtige Politik gab Briand die Erklärung ab. der Vertrag von Versailles wie auch der zum Ausdruck gekommene Wille der oberschlesischen Bevölkerung gebe dasRecht" eine Teilung des Abstimmungsgebietes Oberschlesien vorzunehmen und zwar in der Art, daß man Polen die Gruben und die industriellen Bezirke zuteile und Deutschland die landwittsckfastliche Zone. Höher gehts nimmer. Zu einer solchen Erklärung sieht sich der verant- r-ortliche Staatsmann Frankreichs ermächtigt in (einem Augenblick, wo die Interalliierte Kom­mission noch nicht einmal die Prüfung der Ab­stimmungsergebnisse bewältigt hat, geschweige denn bevor der Oberste gfat"feine Entscheidung such nur in oberflächlichster Weise vorzuberetten in der Sage gewesen ist. Vergegenwärtigt man sich, daß gerade in den Industriegebieten das M>- stimrmmgsergebnis den Deutschen günstig ge­wesen ist, so wird die ganze Brutalität der fian- zösischen Machtpolitik offenbar. Wer auch in der Politik gitt wie attderSwo das alte Wort: Allzu scharf macht schattig!

In Oberschlefien selbst werden inzwischen all« möglichen Gerüche über die Ziehung der Grenz- Itnt« kolportiert. So soll es etne italienische Grenzlinie geben, die den Ostteil des Kreises Rattvor und die Kreise Pletz und Rvbnck von Deutschland loSttennt. Es soll auch eine eng­lische Grenzlinie geben, die Rybnik und Pletz den Polen tiberanttoortet wissen will, und die außerdem noch Grenzberichtigungen an der Ost- Frenje bezweckt. Und es gibt natürlich auch eine ranzösische Grenzlinie, die selbstverständlich mtt der Korsanth-Linie zusammentrifft oder die darüber noch hincmsaeht, indem sie alles Land rechts der Oder zu Pole.: schlagen will. Wenn in der Presse behauptet worden ist, daß der Ge­neral LeRond sich bereit» dahin geäußert habe, datz daS rechte Oderufer zu Polen kommen müsse, so scheint daran soviel ttchtia zu sein, datz Gene­ral Le Ron- daS Ziel verfolgt, das ihm von französischer und polnischer Seite untergeschoben wird. Und da müssen wir uns denn doch fragen, ob das die Aufgabe des Vorsitzenden der Jnter-

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang,

Mittwoch, 20. April 1921

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Nummer 86

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