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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nnmrner 85. ■UBBBHnHQSE
Fernsprecher 951 und 952.
Dienstag, 19. April 1921
Fernsprecher 951 und 952.
11. Jahrgang.
ziMMche Wine, ieuWe Botfrtjläae.
Die Landarbeit.
Keine internationale Arbeitszeit.
Wie führ di« Landwirtschaft von äußeren Einflüssen abhängig ist. hat wieder der letzte Witterungsumschlug in Mitteldeutschland ge- zeiigt, den wir auch in Kassel zu spüren oe- tomtnen haben. Die wannen Frühlings wachen sind plötzlich von einem ungeheuren Schne-esall unterbrochen worden, der eine Neueintettu rg der Landarbeiten verursacht hat. Der Schnee selbst hätte der Landwirtschaft nichts geschadet, im Gegenteil hätte er die erwünschte Feuchtig- kett in den Boden gebracht; aber leider ist in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag mich Frost ringetteten, wodurch zweifellos an vielen Obst- bämnen und an jungen Saaten Schaden ange- richtet worden ist. dessen Umfang man erst in einigen Tagen aus den Saatenstandsberichten erkennen wird. Jedenfalls sieht sich der Land» mann überall da, wo die SchneÄfcckd nur sehr dünn oder halb weggetrmt war als der Frost kam, vor neue Aufgaben gestellt, die unvorhergesehene vermehrte Arbeit nötig machen. Wollte er seine Tätigkeit an gewisse Arbeitsstunden binden und mit oem Mockenschlag den Spaten hinwerken, wie das jetzt die streikenden Landarbeiter in Pommern Vorschlägen, dann hätten wir im Sommer bestimmt eine Mißernte zu erwarten. Das Wachstum in der Natur richtet sich nicht nach Arbeitsstunden, sondern in der Landwirtschaft muß sich notwendigerweise die Arbeitszeit nach der Raturentwicklung richten. Aus diesem Grunde ist es auch u n m ö g - lich, eine bestimmte Arbeitszeit für ein ganzes Land oder etwa für ganz Europa Dber^gar für alle Länder der Erde einheitlich ' Der Friedensvertra-f^trchM bekanntlich auch Bestimmungen Wer die Schaffung eines in» terrrationalenArbeitsamtes, dem die Aufgabe obliegt, die Arbeitsverhältnisse international möglichst gleichartig zu regeln. Gemäß dieser Anordnung haben bereits zwei internationalle Anbeitslonferenzen stattgefunden, näm- lich eine im Herbst 1919 in Washington, die sich ttntt den ArbeitSverhältttiffen in der Industrie und dem Handel, und eine Konferenz im Frühjahr 1920 in Genua, welche sich mit den Ar- beitSverhÄmissen der Seeleute befaßte. Da nun gemäß Artikel 427 des Friedensvertrages aber nicht nur di« Arbeitsverhältnisse dies:r Gruppen, sondern überhaupt aller Lohnarbeiter, welche aus fremde Kosten arbeiten, einer Regelung unterworfen werden sollen, so ist für die nächste Konferenz auch eine Behandlung der Arbeitsverhältnisse in der Landwirt- schaft vorgesehen. Diese Käufern» sollte nach den ersten Plänen bereits im April d. I. in Genf stattfinden, ist aber nunmehr aus den Okto, ber verschoben worden.
Di« internationale Regelung der Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft findet nicht in allen Ländern gleichen Beifall. Arbeitgeber, aber auch Arb-eitnehmer haben schwerwiegende Bedenken dagegen geäußert, welche besonders auf der unabänderlichen Tatsache der uh.'n, daß die Landwirtschaft wie kein anderes Gewerbe von natürlichen Faktoren (Klima, Jahreszeiten, Witterung) abhängig ist. In der Industrie, im Hamoel und in allen anderen Gewerben — außer in der Landwirtschaft und zum großen Teil auch itt der Forstwirtschaft — lassen sich einheitliche Festsetzungen, wie sie der Acht- Stunsentag bezw. die Achtundvierzig-Stundnr-. Woche darstellt, treffen, ahne daß — wenn alle Beteiligten in gleicher Weise Verfahren — irgend jemand durch derartige Festsetzungen mehr als ein anderer betroffen wird. In Der Landwirtschaft hingegen ist dergleichen völlig ausgeschlossen. Man denke daran, daß in den gemäßigten und nördlichen Kfimaten die Haupiarbeitspe - rtode in den Monaten April bis November liegt, während in den übrigen Monaten landwirt- schcchtliche Arbeiten nur in geringem Umfange ausaefichrt werden können. In südlicheren Lärwern, zumäl aber in den subtropischen und tropischen Gebieten, verteilt sich die Arbeit in mehr gleichmäßiger Weise über das ganze Jahr. Außer diesen Verschiedenartigkeiten kommt isrner für eine internationale Rettung erschwerend in Betracht, daß man in der Landwirtschaft scharf zwischen extenstven und intensiven Betrie- ben unterscheiden muß, während dergleichen Unterscheidungen für die Industrie naturgemäß nicht in Betracht kommen.
Es bedarf keiner näheren Erörterung, daß derartig starke Gegensätze, wie sie die Industrie nicht kennt, eine internationale schematische Arbeitsregelung in der Landwirtschaft unmöglich machen; dieser Standpunkt ist gegenüber dem Vorschläge des internationalen Arbeits- auttes auch von mehreren Staaten betont worden. Zwar wird nicht verkannt, daß es etliche Zweige der landwirtschaftlichen Arbettsverhält- Nisse gibt, in denen eine internationale Regelung nicht nur ntögtid». sondern teilweise auch Zweckmäßig erscheint wie z. B. Einführung von ftirbetterversicherungen aeaen Unfall, Krankhüt.
Invalidität, Alter; allgemeine Borbeugungsmaßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit; Schutz der Frauen und der Kinder gegen eine übe,-- maßige, ihrer körperkichen Beschaffenheit nicht entsprechende Verwendung; Nnterbringungsfra- gen sowie schließlich das Vereinigmrgs- und Koalitonswesen. Auf diesen^ Gebiete hat die Festsetzung von internationalen Richtlinien viel für sich, aber — und dieses wird allgemein auch von den Arbeitnehmern anerkannt — Deutschland marschiert bei allen derartigen Maß- ncchmen bereits jetzt anderSpitzeder zivili- stetten Völker. W. W.
Weitere Besetzung?
Französische Pläne für das Ruhrgebiet.
(eigene Drahrmeldunfl.)
Pari«. 18. April.
Die stanzösischen PsLne hinsichtlich des Ruhrreviers. wie sie sich in der französischen Presse Widerspiegeln, sind in «roßen Umrissen etwa folgende: Die normale Kohlenproduk- t i o n und die Weiterarbeit der Fabriken soll sichergestellt werden. Bon den neun Mil- lionen Tonnen, die da» Ruhrrevier nach fron- -ösiicher Ansicht monatlich produziert, sollen zunächst zwei an die Entente abgegeben werden Eine Million wird man fü-r den Betrieb bei Bergwerke zur Verfügung stellen. Akan W N> aber mich dafür sorgen, daß die Fabriken deS RuhrrevierS Kohlen erhalten und daß a u ch das übrige Deutschland Kohlen geliefert erhält. nur teuer bezahlen wird sie Deutschland müssen. Man den« an eine fünfzigprozentiss- Taxe. Für die militärische Erpcdirio.r rechnet man mit achtzigtausend Mann. Die Kosten hierür sollen die RuhrstLd« tragen, denen eine besondere Steuer auserlegt weiden soll Die Leitung würde ein französischer General übernehmen, dem ein Zivilfunktionär beigegeben würde. ES sind bereits alle technischen Bersügungen getroffen worden, um unverzüglich das Kohlenbecken und das Industriegebiet von Westfalen zu besetzen.
Die Drohungen.
Genf. 18. April. (Eigene Drahtmeldung.t Nack, einer Kavasmeldung von gestern abend hat der stauchst'-he Sammerausschuß einstimmig die Erklärung vriandS gebilligt, in der die Be- setzuna «euer deutscher Gebiete und wirtschaftliche Druckmittel anaekündigt wurde. Auch bte anwesenden Sozialisten stimmten für die Bri- andschen Drohungen gegen Deutschland.
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Deutschlands Vorschläge.
Berlin, 18. April (Privattelegramm.) Das Reichskabinett hielt gestern eine neue Besprechung ab über di« der Entente zugehenden neuen Vorschläge. Wie unS aus zuver- lässiger Quelle gemeldet wird, sind für Montag di« Sachverständigen nach Berlin berufen.
tim die Vorschläge.
England hofft- daß Deutschland «achgibt.
(Privat-Telegramm.)
Berlin. 18. April.
In London hat man noch keinerlei Kenntnis von neuen Vorschlägen, die Deutschland in der Reparationsfrage vorbereiten soll. Die britische Regierung hofft, daß die neuen Vorschläge weit gerat« gehen, um ihr die Möglichkeit zu geben, eine Wiederaufnahme der Verhandlungen z« befürworten, damit die von ihr erteilten gleichsam verhängnisvollen SanMonen nicht noch verschärft zu werden brauchen. Der diplomatische Mttarbeiter des „Dbfrmr" »er- sichert, wenn der schlimmste Fall eintritt, so wird England Frankreich unterstützen, wenn nicht aktiv, so doch moralisch, durch Billigung der Maßnahmen, die Frankreich für notwendig hält. Offizielle britische »reife hoffen jedoch, daß Deutschland nachgeben und dadurch sich retten werde.
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<glnt amerikanische Vertretung.
Paris, Iß. April. (Eigene Drahtmeldung ) Die Bereinigten Staaten haben Mitteilungen über die Borschläge Deutschlands durch den neutrale» Vermittler erhalten. Ter we- senüichste Inhalt der Vorschlag« ist, wie daS Blatt zu wissen glaubt, der Plan einer internationalen Anleihe und die Uebernahme der Eutenteschulden durch Deutschland. Die Bereinigten Staaten werden eine inoffizielle Delegation nach Europa senden, um sich bei den Beratungen der Alliierten über die Reparations- f"aen und über die anderen Fragen, die im Zu
sammenhang mit dem Bersailler Berttag stehen, vertreten zu lassen.
Für Oesterreichs Anschluß.
Kundgebungen und 9tiit-i=$d)toitr. lEigener Drahtbericht.)
Wien, 18. April.
Die gestrige Kundgebung aller Stände für den Auf chlutz an Deutschland gestaltete sich trotz regnerischen Wetters zu einem machtvollen Ereignis, an welchem viele Tausende teilnahmen. In geschlossenem Zuge zogen die Teilnehmer mit Musikkapellen und unter Vorantragen von Tafeln mit Inschriften für den Anschluß an Deutschland vor dem Rathaus auf. Redner aller Parteien und Stände sprachen unter stürmischem Beifall. Die Alternative des Bundeskanzlers Mayr: Kredithilft ohne Anschluß, sei eine falsche. Zur Kredithilfe seien die Alliierten verpflichtet, zur Anschlutzpolitik fei Oesterreich berechtigt. Der demsch-katholische Pfarrer Schmid forderte in flammenden Worten den Anschluß an Deutschland und erklärte, daß die Katholiken auch in religiöser Beziehung durch den Anschluß an Deutschland nichts zu befürchten hätten. Ter Redner sprach die Sätze des Rüttli-Schwu- res den Versammelten vor, die sie mit entblößtem Haupte tmd mit erhobenen Dchwur- ftngeru begeistert nachsprachen.
Sine Entschließung.
Wien, 18. April. (Eigene Trahtmcldung.) Bei der gestrigen Kundgebung wurde in einer einhellig angenommenen Entschließung der Nationalrat und die Regierung aufgefordert, die Vorbereitungen für eine Abstimmung bezug, liih des Anschtui iä vis längstens Mittel Mai zu treffen. Die Volksabstimmung soll in ganz Oesterreich durchgeführt werden, um der ganzen Welt zu zeigen, daß Oesterreich denAnschlutz will. Die Bersammelten formierten sich zu einem langen Zuge und zogen unter Absingung des Liedes „Deutschland über alles" vor dem Parlament vorbei zu dem Schwarzen Bergplatz wo sich der unübersehbare Zug nach Absingung nationaler Lieder und Heilrufen auflöfte.
DieDeisetzungsseler.
llebersührung der Leiche der Äaiferin.
(Prtvat-Telegramm.)
Köln. 18. April.
Im Schloß Doorn fand Sonntag abend eine Trauerfeier für die verstorbene Kaiserin statt. Bon den Angehörigen waren der Kronprinz, Prinzessin Viktoria Luise (Herzogin von Braun- schweig) und Prinz Oskar anwesend. Außerdem waren Prinz Heinrich und Fürst Fürstenberg, sowie eine Reihe von Persönlichkeiten, die der Äav ferin in den letzten Jahren nahe gestanden hatten, »ach Schloß Doorn gekommen. Rach der Zranetfeier wurde die Leiche nach dem Bahnhof übcrgeführt und in den Zug geschafft, der heute früh nach Potsdam abgefahren ist. Der Kaiser, der Kronprinz und die übrigen Trauergäste gaben der Leiche das Geleft dis zum Bahnhof.
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Königin von Hofland.
Amsterdam, 18. April. (Eigene Drahtmel- dung.) Die Königin von Holland, sowie die Königin-Mutter habe« je einen Hofbeamten beauftragt. bei der veberführuM der Leiche der ehemaligen deutschen Kaiserin anwesend zn fein,
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Urlaub für Beamte.
Berlin, 18. April, (Privattekegramm.) Die Reichsministerien haben denjenigen Beamten, die an der Beisetzung der Kaiserin in Potsdam teflnehme« wollen, für beit Beisetzungstag Urlaub erteilt. Der Urlaub beschränkt sich jedoch auf diejenigen Beamten, die schon der kaiserliche« Regierung angehört habe«.
Vreußens Regierung.
Bemühungen um ei« Beamteurabtnett.
(Privattelegramm)
Berlin, 18. April.
Ministerpräsident Stegerwald setzte am gestrigen Sonntag seine programmatischen Besprechungen mit denjenigen Persönlichkeiten fort, die er zur Uebernahme oon Ministerien aufgefordert hat. Auch für heute vormittag waren noch solche Besprechungen anberaumt und ein Kabinett mit seinem Geschäftsministerium unter dem Vor. bleib Fischbecks und Am Zehnhosf als Fachminister dürfte daher wtchl fertig und morgen dem Landtag vorgestellt werden. — Die »Wftrige Fraktionssitzunq der Mehrheitsso- , i a I i fte n beschloß, treten die Bildung eines Uebergangsgeschäfts-Ministeriums durch Stezcr Wald keinen Einspruch tu erheben. Damit ist die parlamentarische Mebrhett für das neue B:am- tenlatinett Stegen»alds verläuft« oestchert.
Das Handwerk.
Bericht der Handwerkskammer in Kassel-
Der von Syndikus Thnnhoisc» der heutigen ssrU4iahr«volldersam:nlu»g der SanbioetiS- »am»er Kassel vorqelegte Geschäftsbericht Uder die Tätigkeit tm lehren Kaldjc.hr catwickect ein überaus interessanrcs Bild. Seit der letzten Vollversammlluna im Oktober 1920 hat die Kammer wieder eine umfangreiche und vielseitige Tätigkeit entfaltet. Zunächst wurden die Beschluss- der Vollversammlung zur Ausführung gebracht. Unter anderem wurde der Antrag auf Abänderung des Erlasses des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 1. Juli 1920, wonach in Bäckereien und Konditoreien nur ein Lehrling gehalten werden darf, ist durch Bescheid vom 15. März 1921 genehmigt worden. Jetzt können unter gewissen Voraussetzungen Ausnahmen zugelassen werden. Zwei solch.- Ausnahmen sind bereits bewilligt worden Der Beschluß über die Beseitigung des Wettbewerbs der Strafanstalten flogen« über dem Handwerk wurde ebenfalls genehmigt. Die Bürstenmacherwerkstatt in der Strafanstalt Wehlheiden ist durch Verfügung des Fustizuu- nisters ausgehoben worden. Fortan dürfen in Strafanstalten Handwerksarbeiten für Unternehmer nur mit Zustimmung der Handwerkskammer ausgeführt werden. Auf die Beschwerde über die mangelhafte Belieferung der Schmiede und Bäcker mit Kohlen hat der Reichswittschaftsminister nach Anhörung des Reichsko-lienkommissars geantwortet, daß diese Handwerke so gut als irgend möglich beliefert werden sollen. Bei der Knappheit der Kohlen sollten sie aber auch Streckungsirnittel breanziehen und mehr als bisher elektrtische Kraft verwenden Die Zahl der Lehr lin- g hat weiter 31tgenommen In die LehrlingS- rolle der Kammer sind 1967 Lehrlinge eingetragen worden, darunter 244 weibliche. Mehrere Lehrflnae Hoven auf Befürwortung der Kammer aus den Mitteln der
Kasseler Gewerbehalle monatliche Geldunierstützunfl erhalt.-n. Der Gesellenprüfimg unterzogen sich 1346 Lehrlinge und 153 Lehrmädchen, 17 haben nicht bestanden. Ehrenurkunden sind an 19 Gesellen verliehen worden. lleb.-r die Arbeit von Gesellen in ihrer freien Zeit für Kundschaft laufen immer noch aus allen Kreisen des Bezirk- fvrt- während Beschwerden ein. Die Kammer sucht nach Möglichkeit Abhilfe zu fchasfm. An 27 Orten fanden Lehrgänge zur Vorbereitung von Handwerkern auf die Meisterprüfung statt Die Zahl der Teilnehmfer und Teflueh- nterinnen betrug 1849. Der Meisterprüfung selbst haben sich 496 Handwerker unterzogen, 466 männliche und 30 weibliche, 6 Prüflinge haben nicht bestanden. An neun Handwerker sind Ehrenmeiste rbriefe verliehen worden. Der Zufamfmenfchluß des Handwerks schreitet immer weiter fort. Es sind 27 neue Zwangsinnungen und 3 freie Innungen errichtet worden. U.-ber 80 neue Zwcmfgrinnungen sind in Vorbereitung. Auch vier neue Fn- nungsmis schlisse sind gegründet worden. Gekd- beihilken sind wieder in großem Umfange an Handwerker bewilligt worden. Die Auskunfts- erjettung nimmt türmet größeren Umfang an. Gerichtlüche Sachverständige sind in vierzehn Fällen vorgefchlag.-n worden. Außerdem hat die Kammer auch zahlreichen VerMaftungs- tntb Steuerbehörden Sachverständige in Bor- schkag bringen müssen. Die Zahl der zu erstattenden Gutachten ist weit-r gestiegen. Die bei der Kammer eingegangenen Beschwerden betrafen den Wettbewerb der Kommunalverbände und Gemeinden durch Verkauf von Hand- werkS.-rzeugnissen, die Veranstaltung von Lehr- kursen im Umherziehen durch ungeeignete Personen ohne behördliche Erlaubnis, die hohen Gewerbesteuern ukw. Aus dem von RegierungH» baumeister a. D. Perle erftatteten
Bericht des BerdinNmgsamteS sind folgende Feststellungen von Jmterefft; Die Bestände an Heeresmaterial tat Bezirk der Kasseler Zwttgstelle der ReichStreu- handaesellschaft sind, soweit es sich um Material für das Handwerk handelt, und sie nicht durch die Entente-Kommission gesperrt sind, größtenteils erschöpft Es konnten deshalb tm vergangene Halbjahr auch nur noch für einen Betrag von 235000 Mark Heöresgüter erworben werden. Ob und wieweit noch weitere Erwer- bungen möglich sind, wenn die von der Entente-Kommission fesp.rrten Heeresgüter für den Verkauf frei werden, bleibt abzuwarten. Inzwischen wurde mich bte Bewirtschaftung der Rohstoffe durch den Staat größtenteils aufgehoben. Dadurch hm die Zuteilung solcher durch den Handwerks- und Gewerbekammertag aufge- hört Die Handwerk_>r können ihren Bedarf nnmebr wieder tm freien Landet beschaffen.