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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 84

Sonntag, 17. April 1921

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 nutz 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Sie deutschen Vorschläge für die Entente

Neue ©teuerfragen

mir schon rn den ge-

crklÄruibg abgoben muß, nachdem seit Juni 1920 Doa meinem Ei

der Beamte als berufsmäßiger Diener der Ge­samtheit in der Wirtschaftspolitik stets das All- gemeinwohl den Privatintereffen voran» ^»stellen hat. Entsprechend diesen Grund­sätzen wird der Deutsche Beamtenbund gemäß seiner parterpolitrschnentralen Orga­nisationsgrundlage unabhängig von allen partei- poliiischen Gesichtspunkten zu den für die Beam­ten wesentlichen Fragen Stellung nehmen."

Die Raff dir Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal urt> zwar ad,»»«. Ter «bonnemenrrprel« »«tragt monatlich MO Morl bet freier Zustellung in» Hau«, etu«. »art« durch di. Poft bezogen MO Mart monatlich «tnschUibltch Anstellung. Bestellungen werden ,ed«r»eu von der »elchaftsftelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Betlag »ne Siebenten-. Lchlachthofstrabe 28/30. Für unverlangt etngefanbte Beiträge tann die Siebenton eine Beantwortung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen, Rückzahlung be« Bezug «gelbe« oder Unsprüche wegen etwaiger nicht orbnungdmaßiger Lieferung au«gelchlosten.

Das Einkommen der Festbesoldelen.

Sie Schwierigreiten de» Steuer . SlnschLtzrrnM nach den neuen vielseitigen Vorschriften wer. den im nnchftehenbe» Auffeh weiterhin «rUin. tert. For,ehung ans Str. 81 unserer Leitung. »Fst es denn wirklich noch notwendig, daß ich als Fsftbesotdeter jetzt eine Einkommensteuer^

Zmserrtonchzreise, e> MnheinNsche Aufträge: Die «tnfpalttge «nzeigen-Zeile S». UO, bte einspaltige Reklame,eile N. 8.. b) LuSwärUge Auftrage: Die einspalUge Rnzeigen^il« M. L60, die etnfpalttge Reklame,eile M. MO, alle« einschließlich Teuerung«,Uschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonber« schwierigem «atz hunberl Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller burch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Apfnahme- baten und Plätze kann eine Gewahr nicht übernommen werden. Druckerei, Schlacht- hosftratze 18/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 6. Telephon Kummer 061 und 863.

und geistlicher Fürsten, vor denen die Untertanen demütig die Knie beugten, da sich er sich einer unermeßlichen Versammlung, einem unübenseh- daren Hansen zuschauenden Boltes gegenüber, und aller Angen auf ihn gerichtet, und Es har­rend der Antwort, die er geben würde. Und diese Antwort? »Es sei denn, daß ich Lurch Las Zeugnis der Schrift oder durch klare Gründe überwunden werde, sonst bin ich überwunden durch die von mir angeführten Schriften und mein Gewissen gefangen in Gottes Wort/ Wie­der erscheint hier das Gewissen als die einzige und letzte Distanz jeden Wortes, jeder Handlung. Deshalb haben uns Marti« Luther mtd der vier-. hundertjährige Gedenktag von WornB gerade für unsere Tage so viel zu'sagen: Das, was man tut, soll man einer guten Dache Halder tun. So wird der vierhundertjährige Gedenktag von Wornls begangen, nicht als ein der Vergangen- heit angehrötgeg, sondern als ein Gegenwarts­tag voll neuen Hoffens, neuen Mutes.

Beamte und Wirtschaft.

Allgemeinwohl vor dem Drivattntereffe.

tPrivat-Telegramm.)

Berlin, 16. April.

lieber die künftige Stellung des Deutschen Bc- amtcnüundes zur Wirtschaftspolitik hat die Bun- vesauSschutzsttzung folgende Leits tze angenom­men:Die Bcmntenwirtschaft ist ein Teil der Volkswirtschaft. ZiÄklare Beamtengewerkschafts- politik bedingt daher auch die Einwirkung auf die Wirtschaftspolitik. Richtunggebend für die Stel­lungnahme der Beamtengewcrkschasten zur Wirt- schaftspoliük ist die Lage der Beamten als Ar- veunchmer nud Verbraucher. Der Deutsche Be- «lmtenbrmd vertritt daher de» Standpunkt, doch

Gegenmaßnahmen der Regierung.

L o n d o u, 16 April. (Eigener Drahtbericht.) Die Regierung betreibt die Streikabwehrmaßnah­men in größtem Umfange. Sie stützt sich dabei auf die Mithilfe der gegründeten freiwilli­gen Organisationen. Das ganze Land ist in große Distrikte eingeteilt, die je einem Le­bensmittelkontrolleur unterstehen. Wa­gen-, Auto- und Pferdebesttzer find durch einen Erlaß verpflichtet. Wagen und Pferde zur Ver­fügung eines eigenen Stratzenkommissars zu stel­len. In einem weitere« Erlaß wird bis aus wetteres die Milchverteilung, wie im Jahre 1919, von der Regierung i-- die Hand ge- uonnnen. Die EisenbahngeseUs,testen haben heute nacht der Regierung erüärt, daß alle Maß­nahmen getroffen seien, um auf den Hauptlinien einen möglichst uneingeschcäntten Verkehrs­betrieb aufrecht zu erhalten. Wie Reuter meldet, hat das Land für einen Monat Koh- lenvorrätefürdie Eisenbahn, für einen Mo­nat für die Gasversorgung, für sechs Wochen für die elektrischen Unternehuumgeu und für vier Monate !Bett«U«m.

Vreußens Regierung.

Stegerwalds Bemühungen um das Kabinett.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 16. April.

Ministerpräsident Stegerwald erflärte heute mittag in einer Unterredung mit den Führern der Koalitionsparteien, daß er nicht daran denke, ein Kabinett zu bilden, das als Fottsetzung der bis­herigen Rcgierungskoalition anzusehen setz weil dafür nach bald zwei Btonaten Verhandlung über die Regierungsbildung keine Möglichkeit mehr bestehe. Wetter gedenke er, aus innen- und außenpolttische« Gründen nicht zurückzu­treten. In positiver Hinsicht teilte er mit, daß er beabsichtige, ein Ministerium aus den drei po- lttischen Persönlichkeiten Stegerwald, Se- vering und Fischbeck zu bilden. Dazu soll von jeder der bisherigen «valitionsparteien ein parlamentarischer Staatssekretär treten. Die übri­gen vier Ministerien sollen mtt Beam- ten besetzt werden, die sich verpflichten, die Reichs- und preußische Verfassung in Stunden der Gefahr mtt allen staatlichen Machtmitteln zu verteidigen. Wenn auch dieser Vorschlag nicht von Erfolg befettet sein sollte, so will er bis zur Erledigung der Sanktionen ein Geschäfts, oder Uebergangsministerium bllden, in das er Männer aus dem Landtage berufen will, die ,,in Gesinnung und Leistungen erprobt sind". Bei einer Vertrauensfrage fall dem Landtage dann die Verantwortung überlassen bleibe».

Kein Streik in England?

Uuschlüsiigkeit der Arbeitergruppen.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 1«. April.

Nachdem die Bergwerksgesellschaften den Ar­beitern neue Angebote gemacht haben, wird der Generalstreik vielleicht vermieden. Eine Ab­ordnung der Eisenbahner und Transportarbeiter Iftrtic eine Besprechung mit Lloyd Gemge. Die Bergarbeiter sind aber immer noch un- schlüssig. Vorläufig ist der Generalstreik widerrufen worden. Im Unterhaus verlas Lloyd George einen Bries des Bergarbeiterbun­des. demzufolge ein Ausgleich nur miMch ist, falls ein nationales Lohnamt errichtet und die Nationalisierung zugeftzmden wird. Der Bund sei überzeugt, daß die Besprechung mit den Grubenbesitzern einen Erfolg nicht zeitigen könne.

hatten ihm Tag und Nacht keine Ruhe gelassen mtt ihren Anklagen wider den aufrührerischen Ketzer vom Wittenberg. Und auf der anderen Seite verlangten die Reichsstünde, insbesondere Sachsens Kurfürst Friedrich, der Weife, daß Luther zuvor in eigener Person gehört und feine Lehre durch verständige und unparteiische Weifen nach Gottes Wort mochte beurteilt und gerichtet werden.

Der junge Kaiser Karl der Fünfte und der junge Mönch Martin Luther. Beide zum Höchsten beritten. Beide wie von Gott er­wählt, sich über alle trennenden Gegensätze hin­weg die Hand zu reichen, ein neues, religiös wie national stark geeintes deutsches Reich zu er­bauen aber Beide unaufhaltsam auseinander­strebend. Wer versteht die wunderlichen Fügun­gen der Geschichte? In dem Wittenberger Mönch den gefährlichen Revolutionär zu furchten, dazu war Karl der Fünfte zu klug und zu gleich­gültig gegen alles, was innere Fragen und An- gelegenbeiten betraf. Luthers Sache interessierte ihn nicht im geringsten, und er selber machte so wenig Eindruck auf ihn, daß er meinte: der würde ihn nie zum Ketzer machen. Vielleicht ver­stand er deshalb Luther und fern Werk so wenig.

weil dies ein lediglich aus religiöser und deut­scher Innerlichkeit geborenes war. Als Luther die fünfundneunzig Thesen die Schsvßkirche zu Wittenberg schlug, war ihm nichts ferner und stemder, als der Gedanke, hiermit eine kirchliche Umwälzung herbeizuführen. Gerade weil er seine Kirche liebte und ihr als treuer Sohn untertan war, wollte er sie vor unübersehbarem Schaden bewahren. Ja, nicht einmal den Ablaß als sol­chen verwarf er, er ließ ihn vielmehr als kirch-

Der Tag von Worms.

LUther vor vierhundert Jahre».

Boa

Artur Braune Wetter.

Hoch gingen die Wogen der Zeit. Ein Schwanken und Wanken überall. Noch tour keine Form für die Regierung gefunden^ kein Finanz- systsm, keine Kriegseinrichtung war zustande ge- kom>m?n. Cs gab kein höchstes Gericht. Den Landfrieden achtete keiner. Alle Stände im Reiche waren widereinander, Fürsten und Adel, Ritter und Städte. Weltliche und Laien, Bauern und Herren. Und nun, was tiefer griff, starker anpackte: eine längst schon im geheimnisvollen Untergründe des Volksb-wußtseins und der Volksfehnsucht gärende, wachsende religiöse Be­wegung, die gleichzeitig auf oas engste mit de: nattonalen Erregung, der vaterländischen Däm­merung verwachsen war und sich immer deut­licher bis zur offenbaren Empörung wider das Bestehende, wider Roms eherne, ewige Kirchen- Pfeiler steigerte. Eine Morgenröte, hell u.rd scharf von Glm mnbrandet, die Stmmgeichen einer neuen Zett. Das ist die Zeit des Reichs­tages von Worms. Ein Kaiser, der, eben erst ruf den Thron berufen, der deutschen Sache fremd und kühl bis ans Herz gegerrüberstand, der, was damals die deutschen Gemüter bis in den Grund ihres Seins bew e und erschütterte, als lästr- = " anstch, der weder deutsche

Gedanken verstand^ hatte

tim OberMesien.

Eine englische Stimme für Deutschland.

(Eigene Drahimeldung.)

London, 16. April.

In einer Besprechung der oberfchlcsischeu Frage stellt der bekannte Oberst RepinBon im Daily Telegraph" sest, daß das sog. Kohlen- d r e i e ck zwischen Gleiwitz, Tarnowitz und Mys- lowitz hundertdreizehn Milliarden Tonnen Kohle fasse, deren Ansbeutunq vor dem Kriege einen Gewinn von vierzig vom Hnndert abgeworfen habe. Repington nimmt an, daß das Kohlen­revier von Dombrowe, dessen Ausdehnung er auf 1700 Quadratkilometer berechnet, für den Bedarf Polens anSreiche. Wie Repington behauptet, habe der englische Sachver­ständige einer Teilung des Kohlendreiecks nicht zugestimmt, well dies vom wirtschaftlichen Ge- sichtspunlt eine Katastrophe wäre. Die fchle-

die irregeleiteten oder verwerflichen Händler, die ihn in marktschreierischer und jedes kirchliche Empfinde» grob verletzender Form vor» chacherten.

Lieb« zur Wahrheit und der brennende Wunsch, sie an den Tag zu bringen, das allein leitete ihn bei feiner Wittenberger Tat. Aber als Lacher nach Worms ging, da wußte er, daß er seinem Ideal, die CHri-stonHett zu der ursprüng­liche« Reinheit dos Christentums zurückzuführen, zum Liege -^rhelfen mußte. Dabei lag ihm jeg­liche An st Attischer Erwägung ferne, ja, nicht einmal von rationalen Gesichtspunkten, sondern lediglich von ooligiöseu Erwägungen, religiösen UeberzeuMngon ging er aus. Am wenigsten dachte er an sich selber. Er wußte genau, daß er einen Weg auf Leben und Tod ging, noch auf der letzten Station ließ ihm ein Rat seines Kur- fürfteit sagen: er möge doch lieber nicht kom­men. leicht könne ihn das Schicksal Husses tref­fen. Luther kam doch. Er schwankte oder zau­derte auch nicht eine Sekunde? Warum nicht? Well sein Gewissen ibn gehen lsieß. Dies Gewissen, bei stärkste Faktor im Leben Martin Luthers, der ihn die Mistrndneunzig Thesen an die Schlosskirche Wittenbergs schlage« hieß, der ihn nicht nur in das Erfurter AugustinerVoster, sionderu zugleich auf den Weg der Reformation getrieben hatte, es hieß ihn auch nach Worms gehen, und wenn so viel Teufel in Worms wä­ren als Ziegel auf den Dächern.

Da stand der einfache Mönch vor dem Thron eines Kaisers und dem ganzen Glanz seiner Umgebung, da sah er sich den sechs Kurfürsten gegenüber und einer Wendenden Reihe weMcher

setzlichen Steuerabzug gemacht hat?" Diese und ähnliche Fragen tauchen allerorts auf, und meist wird dabei von den Arbeitern, Angestellten und Beamten die irrtümliche Auffassung vertte- leu, daß durch den Steuerabzug die ganze Steuer- schrtkd erledigt sei, und sie glauben, daß sie keine Steuererklärung mehr abzngeöeu brauchten, und daß von einer Nachzahlung nicht die Rede fein könne. Und doch soll jeder eine Steuererklärung abgeben'und ist in einzelnen Fallen eine Nach­zahlung zu erwarten. Nach dem neuen Steu'ertaris vom 29. Mtarz, der insbeson­dere für Lohn- und Gehaltsempfänger mit ge­ringem Eirckommen, wie unten an einem Bei­spiel gezeigt wird, günstiger ist, als der alte, werden von den ersten 24000 Mark des steuer­baren Einkommens zehn Prozent, von den näch­sten 6000 Mark zwanzig Prozent, von den näch­sten 5000 Mark fünfmwFvanzig Prozent, von den nächsten 5000 Mark dreißig Prozent ustv. erho­ben. Ans die nach diesem Steuertarif zu zah­lende Einkommensteuer werden die bis zum 31. März nock einbehaltenen Steuerabzüge angc- rechnet. Der Rest muß bezahlt werden. Das steuerbare Einkommen deck sich nun nicht ohne weiteres mit dem Lohn oder Gehalt, sondern zu dem Lohn oder Gehatt treten noch die Wirt- schaftAbechilfen, Teuerungszulagen und Entschul- dungszulagen, welche Arbeitgeber ihren Arbeit­nehmern zuweuden. Dieses Einkommen verrin­gert sich aber noch durch gewisse Abzüge, und zur Berechnung dieser Abzüge braucht das Fi­nanzamt die EinkommensteuererQäruug auch Vov jedem. Was gibt es nun für

Abzüge und Sieucrnachlässe?

Da sind die sogenannten .WerbungNosten*. Dar» unter sind allo diefenigen Beträge zu verstehen, die Arb-ttnehmcr zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung des Arbeitseinkommens aufsutoenben haben, also die Mehrkosten, die durch Be- schafsung von Arbeitskleidung Arbeitsgerät und Arbeitsmaterial entstehe» und die Kosten, die für Fahrten zwischen Wohnung rmb Arbeitsstätte anszuwenden waren. Wenn der Nachweis über außergewöhnliche Belastung durch Unterhalt mit- leüloser Angehöriger, durch Krarckheit, Unglücks« fälle ustv. erbracht wird, kann bei einem Ein» kommen bis zu 10000 Mark der ganze Steuer« betrag bei mehr als 10000 Mark die Hälfte, und bei mehr als 20000 Mark, aber nicht mehr als 30000 Mark, ein Viertel der festgesetzten Einkommensteuer erlassen werden. Nachdem di« Steuerbehörde so das steuerbare Einkommen er­mittelt hat, setzt sie nach dem oben angegebenen Steuertarff die Einkommensteuer fest Für das Steuerjahr 1920 verringert sich dieser Betrag mm noch Kr den Steuerpflichtigen und feine

zu unterhalteiwen Familienangehörigen

(Frauen und minderjährige Kinder, soweit deren Einkommen nicht selbständig zu veranlagen ist) bei einem Einkommen bis zu 60000 Mark um je 120 Mark, bei einem Einkommen bis z« 100000 Start um je 60 Mark. Für die nächst, jährige Veranlagung (1921) ist schon jetzt be- stimmt worden, daß sich für den Haushattuugs- vorstand bei einem Einkommen von weniger als 24000 Mark sein Steuerbetrug für die minder« jährigen Kinder ohne Arbeitseinkommen um je 180 Mark verringert. Auf dies neue Steuerjahr (1921) werden auch die feit dem 1. April ein- behaltenen Steuerabzüge ungerechnet. Zum Schluß fri noch dargelegt, welche Erleichte­rungen der neue Steuertarif vom 29. März gegenüber der früheren Steuer schafft. ES be­trägt nämlich die Steuer für einen Steuerpflich­tigen mit Frau und einem unmündigen Kinde bei einem Gehalt von 10000 Mark jetzt 520 Mark gegenüber 846 Mark früher, bei einem Gehalt von 16 000 Mark 1120 Dtark, gegenüber 2080 Start früher, bei einem Gehalt von 20000 Mack 6520 Mark gegenüber 3050 Mark früher ustv.

Schmachvolle Szenen.

Komnnmisten-Skaudal im Laudta» Telegraphischer Bericht.)

Berlin, 16. April.

Bei der gestrigen Erörterung des DWrz^luft standes entstand ein wüster Lärm im preußische» Landtag durch die Reden der Kommunisten. Zu­nächst hielt der Innenminister Severing seine angekündigte Verteidigungsrede. Er wandt« steh gegen die Rechtsparteien, die die Vorgänge stark übertrieben hätten. Dann wandte er sich gegen die äußerste Linke, erinnert an die Mans- fdber Erhebung von MS, bie damals mtt Mi-

men. Fünfzehn v. H. der deutschen oberschlesi­schen Produttion würden die Entschädigungen decken. Die technischen Leiter der oberschlestschen BerMverke seien zum größten Teil Deutsche. Für den Fall, daß man Oberschlesien Polen zuspräche, würden alle Deutschen das Land verlassen, was den Ruin sein« Industrie herbeiführen würde.

«

England gegen polen?

Warschau, 16. April. (Eigene Drahtmeldung.) Der Pariser Berichterstatter derGazeta Wars- zawska" will aus autoritativer Quelle die Nach­richt erhalten haben, daß mau sich hinsichtlich der Haltung Englands in der oberschlesischen Frage keinen Täuschungen hingeben dürfe. Daseng, lische Ministerium des Aeutzeru sei scst entschlossen, die Bereinigung Oberschlesiens mit Polen nm jeden Dreis zn verhindern. Tie englische Regiumng unter stütze mit ungeheu­rer Tatkraft den Gedanken, die Rentralisie. rnnM^ves Industriegebietes dnrchzu. sichren und letzteres der Verwaltung einer Kom­mission zu unterstellen.

Sie neuen Vorschläge.

Kabinettfihung über die «ntschSdigung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 16. April.

Im Laufe des heutigen Bonnittags trat daS Reichskabiuett zu einer Sitzung zusammen in der zur Frage der neuen deutschen Vorschläge eingehend Stellung genommen wurde. Dabei trat innerhalb des Kabinetts volle Einmütigkett dar­über suiroge, daß die Reichs regierung den Alli- iertyi unbedingt neue Vorschläge unterbreiten müsse. Der neue deutsche Plan wird einmal die brennende Wiederansbausrage in den Vordergrund zu rücke« haben, sodann der Tat­sache Rechnung tragen müssen, daß bte Hanptge- schädigten, namentlich Frankreich, so rasch wie möglich in den Besitz flüssiger Geldmittel gelan­gen. Es versteht sich von selbst, daß der deutsche Wiederaufbanplan im engsten Einvernehmen mit den gewerkschaftlichen Arbeiter-Organisationen durchberaten und festgestellt werden muß. Dem­entsprechend folgte der heutigen Kabinettssttzung eine längere Beratung der Reichöregiernng mit be» Gewerkschastsleitern, in der ausgiebig Ge- legenhett gegeben war, die Einzelheiten des Wie- deraufplans nach allen Seiten hin zu erörtern.