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Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Sonnabend, 16. April 1921

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 83

S)U Raffeln 91 weite« Nachricht-- erscheinen »au» au"

abeimementipttl« beträgt monatlich KOO Mark bet Mer BufteEimj ta« C«“»- wärt* durch die 93oft bezöge» 6JO eiert monatlich etufchUetzlich Zuftelluug. Beftellmigen werden l-derz-U oon der »efchäftdftelle ob« de» Boten ««lag <md Kebattlo».. «chlachthofftraß- AM. «"r E«l-»gl^gtta«dte dte «edatttd»etxe Verantwortung oder »-wahr in -einem Falleub«».tzE Rn^atzlungde« «ezu-sgetde« oder Ansprüche wegen eiwatg« nicht ordnungsmäßig« Slerenrng au49efd>loflen.

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einr^t^^ffleriameidle 9Jt S.-. d> autivärNge Aufträge: Dte etnfpeMg« «nzeigenzeile M UV dte etnfpalttge Rekiamezeiie M. S.60, a»e« einschtießlich Teneruna8juf*la9 »nb AnzOgenfteuer. Für Anzeigen mit befonder« fchwiertgem Sa» »miderk Pro^nt Auffchlag Sfo Me Richtigkeit all« durch Fernsprecher aufgegebenen Antigen. ®

baten und Plätze kann eine »ewützr nicht übernommen werden. — DruNnN. Schlacht- tzofftratze 18/30 »efchäNSfielle: «ölnifche Straße ä. Leleptzan Nummer 96t und «r.

Vorbereitung zu weiterem Zwang.

rechts des Rheins Verwendung finden sollen.

2 sHLLt neL Vor:-Die Pariser nationalistische Presse erörtert e feindlichen Forderungen die Frage einer mSglichen Besetzung «ud- zeichnet. Was ehtc solche Deutschlands durch französische Lireitteaf

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Willkürliche Verhaftung.

übrig: Die bisherige Koalition unter Zuziehung

Die VarteigegeasStze.

Die Polizeiderwaltungen des besetzten Gebietes haben von den Besatzungsbehörden den Befehl erhalte», auf schnellstem Wege einen Fragebogen von den Gewerkschaften ausfüllen zu lasten, der genaue Angaben über Vorstandsmitglieder, über die politische und ivirtschastliche Richtuitg der Organisation, dte Anzahl der Ausstände politischer und wirtschaft­licher Art und die Ramen der tätigsten Mitglie­der verlangt. Die Gewerkschaften haben erklärt, daß sie die Beantwortung der Fragen ableh- nen, da nach deutsch,em Gesetz eine Grundlos für die Beantwortung solcher Fragebogen nicht gegeben sei. Die werden ihre» Standpunkt auch nicht aufgebcn auf die Erklärung der Pvlizeiver- Wallungen hin, daß sie die Folgen zu tragen ha­ben werden Die Gewerkschaften find vielmehr gewillt, auch schärferen Maßnahmen der Besat­zungsbehörden gegenüber feftzubleiben.

hervoraetretcn sind, bleiben nur noch zwe Auswege der Kabinettsbildung für Preußen

Der Ausstand in England.

Der Dersöhnuugsversuch ist gescheitert.

(Eigene Dra-imeldung-s

London. 15. April.

Im Bergarbeiterkonflikt ist gestern ein neuer BersShnung-Sversuch unternommen worden. Der Arbeiter-Dreiverband hatte bei Lloyd George

Reue deutsche Vorschläge. !

Berat«»» der Regierung «nd Parttzieo.

(Priv- Telegramm.)

Berlin, 15. April.

Die Beratungen im Reichskabinett haben ge­stern dazu geführt, daß einem neue» direkten Angebot an Frankreich in der Reparati- onsfrage zugestimmt worden ist. Ueber den In­halt des Angebots wird hertte Dr. Simons in der bevorstehenden Sitzung des Auswärtigen AusschuffeS des Reichstages weitere vertrauliche Mitteilungen machen. Auch mit den ReichstagS- ftaktione» wird ständig Fühlung gehalten. Eben­so werden viele Sachv er ständige, die schon vor der Londoner Konferenz die Regierung in ihren Arbeiten nnterstvtzt haben, fortwährend gehört; es dürste aber noch geraume Zeit ver­gehen, bis das neue deutsche Angebot sertiWe- stellt sein wird. Dies wird kaum vor End« der nächsten Woche uröglich sein. Die Grundxu. g r der neuen Vorschläge stehen bereits fest, aber die Besprechungen der technischen Sachverstandi- -« werden noch manche Tage in Anspruch neh­men. Ueber diese Grttndlage wird in Regie­rungskreisen strengstes Stillschweigen bewahrt,

Keine Kabinettsbildung.

Die Lage hat sich verschärft- (Privat-Tclrgraimn.)

Berlin, 15. April.

Stegerwalds Bemühungen zur Bildung eines preußischen Kabinefts find als gescheitert an­zusehen. Der allgemeine Eindruck in allen be- teiligten Kreisen geht unverkennbar dahin, daß stch die Lage verschärft hat. In den gestern fortgesührten Besprechungen Stegerwaws mit den Parteiführern erklärten dir 8««‘ trnmsabgcordneten erneut, daß sie auf eine Ml- Wirkung der Deutschen Volkspartei bei der Ka­binettsbildung nicht verzichten wollen. Ta auch die Sozialdemokraten mit neuen Forderungen

Ausbau der ausländischen Polizeien

Mahnung zur Dorsicht.

Basel, 15. April. (Eigener Drahtbericht.) Den Basier Nachrichten wird aus Paris ge­meldet: In Erwartung der neuen Vorschläge DmttschlandS mahnt die französtsche Presse in bemerkenswerter Weise die Regierung zul be­sonnenem und kaltblütigem Vor­gehen und dazu, feinen Vorschlag im voraus abzulehncn. Man müsse schert, ob Deutschland Beweise seines guten Willens bringe.

Die Krisenstimmung

Verfallstag am 1. Mai.

beweist, wie tot Auslande, besonders tu FranL» reich, England, Italien usw. die Mrlrtar- poli zei herrscht und zu weiterem Ausbau ge­langt. ES ist zu hoffen, daß diese Nagers«! in Verbindung mit den Erfahrungen der Md unruhen die Entente veranlassen, von.wette­ren B-anistantdungen der deutschen Polizei abzu- sehen. Tatsächlich hat das Aeußische Mtnte terium des Innern biS an die Grenze des Mög­lichen allen dar ruf bezüglichen^Forderungen d« Fnteralllierten Militär-KontroMommMon Rech- nnng getragen. Or^nisaticmsüUderungmt dmc- Mer hinaus würden Staat und Reich gefährden, zumal für die Verhinderung Mrftiger Aufruhr- versuche Vorsorge zu treffen ist. Dte Denkschrift stellt ntit ihrem Beiheft wichtiges Wcfter^ ftn° Parlamente und die gesamte Oeftenftichkeit dar, ist aber auch für das gesamte AnAand von Wert, so weit dieses einer fachliche« AuseinandE- zung überhaupt zugänglich ist. Die Arbeft W den ungeheuren Ernst der Polizetfrage für die weitere Zukunft von Staat und Retch erkennen, und wird daher zu eingehenden Erörterungen Anlaß bieten.

Erregte Aussprache hn Landtag.

Berlin, 15. April. (Eigener DrahtbettchtF Ahn preußische Landtage ging es am geftrt- gen Donnerstag recht lebhaft zu, stand doch der kommunistische Aufstand und das, was er im Gefolge gehabt Hat, auf der Die Regierung mußte sich recht kräftige Worte sagen lassen, zuerst von der äußern Rechten, dann von den Linksradikalen. Für die Deutschnauv- nalcn begründete d-r Aviv G r a e f e=«nßant toe von seiner Partei eingebrachte große Anfrage über den Ausstand in Sachsen. Er fuhr schwe­res Kaliber auf insbei andere gegen den Minister des Firnem Herrn Severing und gegen »en s<uh- fischen Oberpräfidenten Hörfing wegen dersäu- miaen BekÄnpfunq des Ausstands. Die Shutz- polizei hafte achftmddreißig Tote und fünfunr^ sechzig Schlververletzte zu beklagen. (Lebhaftes hört, frört.) Zivilpersonen sind«rmo^ del worden und zahlreiche Getfeln, dte tu.den Händen der Kommunisten waren, haben Tage , banger Sorge erlebt. Der E i s e n fr a h n v e r. 1 kefrr im Ausstandsgebiet istkahm gelegt WM- ; den. Im Bezirk Halle find 9tHentate gegen 1 Bahnanlagen unternommen n. sind auch Bahn. ' aeb äude z erstört worden. Der angertchtete : Schaden wird auf sechs Millionen Mack va- anschlagt. (Hört, hört.) Städte und Dörfer

Die März-Unruhen.

Titte Denkschrift der preußischen Regierung. Heber bie langfatne Bekämpfung »e« tlufruHe» ftn vergangenen Monat bestand tu ber'Bürger- fchaft o «gemeine ««tristnng,«>ovnrch bleRe- glernng zu eine» Lenksehrift veranlaßt wurde Berlin, 15. April.

Berlin, 15. April. (Privat - Telegrnmm.s Die sozialdemokrtttische Fraktion hat in ihrer gestrigen Sitzung mit allen gegen elf Stim- men beschlossen, unter keinen Umständen in ein Kabinett mit der Deutschen Bolkspartei rinzutreten. Sie hat erneut den Vorschlag r>eS Ministerpräsidenten Stegerwald, zwei Mitglie- der der deutschen Volksparei in die zu bildende neue Regierung auszunehmcn, abgelehnt.

um eine Besprechung nachgesucht. Beim Verlassen der Konferenz erklärte Thomas, bar Führer der Eisenbahner: Ich sehe noch keine Möglichkeit für eine Verständigung. Der Versöhnungsversuch scheint danach gescheitert zu sein. — Reuter meldet: Das Land ist vollständig vorbereitet auf die Tatsache, daß der Streik der Ei.sen- bafrncr und der Transportarbeiter am heutigen Tage beginnen soll. Es scheint, daß keine Hoff­nung zu einer Verständigung bestehn

Anläßlich der gestrigen Verhandlungen tot preußffchen Landtage über die Marzuuruheu iu Mitteldeutschland ist, wie angekündigt. von dem preußischen Ministerium des Innern eine Denk­schrift mit einem Beiheft fertigg^ettt Worden. Die Denkschrift wird eingeleitet durch einen Ueberblick über die Rechtsstellung und O^ gcmisaticm der Schutzpolizei. Es folgt die aus- führftche Erörterung der Maßnahmen der Staatsregierung zur Derhinderung der Awf- standslbewegung. Der Hauptteil enthaft die Dar- fiestung der Bekämpfung des Aufruhrs in der Form einer zerttichen Aneinanderreihung der wichtigsten von feiten der Staatsregierung und der Leitung tot gefährdeten Gebiet getroffenen Anordnungen, die ergänzt werden durch die T a- tigkeitsderichte der eingesetzten Teile bet Schutzpolizei. Erläuterungen durch Mver Skizzen veranschaulichen die Polizeiaktton. An­schließend erfolgt eine Zusammenstellung von Erfahrungen und Bemerkungen, zu denen dte Unruhen Anlaß gaben. Besonders werden davet die Gefichtspimkte erörtert, die für die Bemessung der eingesetzten Schutzpolizeikräfte, sowie für ixe Zurückhaltung der Reichswehr matz- Tefrenb waren. Leider haben die Kümpfe erneut bewiesen, daß die __.

Bewaffnung der Schutzpolizei unzureichend ist, da die Aufrührer mit MafchinengÄveh. ren, Karabinern usw. wett besser ausge­rüstet waren. Die Denkschrift schließt Mit einem Uederblick über die bereits vorhandenen und über die geplanten Versorgungsbestimmun- gen der Schutzpolizei unter Hinweis aus die Not­wendigkeit weitestgehender Berücksichtigung aller Polizeibeamten. — Ein Beiheft schildert die Erft­wickelung von der Schutzmannschaft zwr Schutz- polizei. Ae Schutzmannschaft wird vcm^ w«r Gründung bis zum Umsturz verfolgt. Dos Hin- zutreten der Sicherheitspolizei und schließlich dte Bildung der jetzigen einheitlichen Schutzpolizei Wird geschildert, deren Abweichung in Zustan- diaLeit und Gliederung vom den früheren Polizei- arten unter Hervorhebung der wichtigsten Pwcktt dargelegt wird. Ein lehrreicher Absatz über ber

Rechtsparteien der Außenminister schon nach fei­ner Rückkehr aus London angegriffen worden ist, weil er mit einem Angebot seine Befugnisse über­schritten hatte. Seine Lage hat er jetzt noch durch seine Unterredung mit dem Vertreter des Pari,er „Tiatin" verschlechtert. Das Reichskabinett hat ihm zwar das Verttauen ausgesprochen, aber die Opposition bleibt bestehen, zumal er auch ein­flußreiche Jndusttiekreise gegen sich hat. Vielleicht gelingt es, durch Fesflegumg genauer Richtlinien eine Krise zu vermeiden. Unter dieser ungrttm sen Lage leidet natürlich auch die p r e u ß i s ch e Regierung, wodurch es dem Ministerpräsi­denten Stegerwald nicht gelingen will, das neue Kabinett zusammen $u bringen. Die Sozialdemo­kraten wollen auf ihre Vormachtstellung nicht ver­zichten, und die bürgerlichen' Pafteicn möchten die Deutsche Bolkspartei nicht in der Opposition lassen. Der nahende 1. Mai drängt zu einer raschen und klugen Lösung. K. F. Dr.

Die Zwangsmaßnahmen.

FvauzSsische Vorbereitungen.

lPrivat-Telegrannn.l

Mannheim, 15. April.

In der ganzen Pfalz sind am Dienstag und Mittwoch neue schwarze Truppen eingerückt. Da die Truppen provisorische Quar­tiere beziehen und zum Teil stark mit Artillerie ausgerüstet find, erhält sich die Annahme, daß die neuen Truppen für etwaige Maßnahmen

’te. — In der Entwaffnungsfrage hat die alliierte Ueberwachungskommiffion heute ei­ne Reise ndch Ostpreußen und Bayern angetreten. General Rollet hat den Befehl aus Paris erhalten, bis 25. April und vor Inkraft­treten der neuen militärischen „Sanktionen" ge­gen Deuffchland dem alliierten Rat einen Schlutz- bericht über die deutsche Entwasfnungsdurch- führung nach Paris zu übersenden.

» Englands Beteiligung.

Haag, 15. April. (Eigene Drahtmeldung.f Don den britischen Dominions (Abhangigkefts- länder) haben sich nur Reuseeland und In­dien zur Beteiligung an den „Sanktionen* be­reit erklärt. Die anderen haben ab gelehnt. In­dien wollte ursprünglich auch einen ablehnen­den Standpunkt etnnechrnen, scheint aber dann doch dem Druck Londons nachgegeben zu haben.

Feindliche Kontrolle.

Meldung politisch tätiger Personen» lPrivat-Telegramm.)

Duisburg, 15. April.

Sm Ausschuß für Auswärtige«.

Berlin, 15. April. (Privat - Telegramm ) Der Vorsitzende des Auswärtigen Aus- schusses, Abgeordneter Stresemann, hatte ge­stern laut „Rattonalzeitung" eine Besprechung mit dem Außenminister Dr. Simons, die der Einberufung des Auswärtigen Ausschusses galt. Ter Ausschuß wird wahrscheinlich am Mon- tag zusammentreten. Dr. Simons dürste es dann schon möglich sein, ein klares Bild über die außenpolitische Situation zu geben.

Trübe, sturmanWndende Wolken hängen tote* »er am politischen Horizont. Deutschland wird seines Daseins nicht mehr froh, solange es wehrlos dem blutsaugenden Vampyr Frankreich preisgegeben ist. Wenn man einmal glaubt, es werde endlich eine leise Regung der Vernunft in das wirre Getriebe europäischer Politik kom­men, so taucht sofort eine neue Störung auf, die sich ntit den vielen bisherigen Hemmungen schließlich noch zur völligen Zerstörung aus- wächst. Die Geistesverfassung der Franzosen wird immer mehr gemeingefährlich; ihre Toll­wut ist schon auf einem Grad ernstester Besorg­nis, und noch ist der Höhepunkt der Krisis mcht erreicht. Ministerpräsident Briand hat feiner Drohung mit der „starken Hanv", die auf Deutschland niedersausen soll, eine neue Anlün- digmrz folgen lassen: Der Gerichtsvollzieher sei bereits beauftragt, Deutschland zu pfänden, und wenn Deutschland sich weigexe, werde auch der Gendarm geschickt werden. Am 1. Rlai ist der Verfallstag der Frist, nach deren Ablauf die weiteren Zwangsmaßnahmen in Kraft tre­ten. Wir haben also nur noch zwei Wochen Zeit. Inzwischen geht der Gendarm mit ras­selndem Säbel vor dem Hause auf und ab. Feindliche Flieger zeigen sich in deutlicher Ab­sicht über dem Ruhr- und Wuppergebiet, wah­rend Ententetruppen starke Kräfte in jener Ge­gend zusammenziehen. Durch Drohungen über Drohungen sollen wir mürbe gemacht werden, damit sich eine deutsche Delegation bereit finde, die noch in ifiesem Monat f< "" m

schlüge macht oder die ohne Widerrede unter?,...,— ------ ..

Unterzeichnung zu bedeuten hätte, fft wohl auch dem harmlosesten Deutschen klar geworden. Es wäre das eigene Todesurteil. Da die Franzo­sen mit dem, was wir als durchMHrbar bezeich­nen, niemals zufrieden fein werden, ist diesmal mit weiterem militärischem Zwang zu

rechnen.

Soeben werden Gerüchte laut, wonach von einer neutralen oder amerikanischen Seite eine Vermittlung zwischen Deutschland und der En­tente angebahn.t werden solle. Es wäre schon möglich, daß so etwas im Gange ist, denn schließ­lich darf man doch annebmen, daß nicht die ganze Weft sich vom französischen Irrsinn anstecken küßt. Lange genug hat allerdings die Welt das üble Marterschauspiel schweigend mit angesehen. Eine beachtenswerte Rolle scheint neuerdings Amerika zu spielen Man soll Mar keine Hoffnung darauf fetzen, denn sowohl die Bot­schaft des Präsidenten Harding als auch die im Senat vorgestern angenommene Entschließung des Senators Knox sind sehr dehnbar; sie find ein diplomatisches Dokument, dessen Bedeu­tung darin liegt, daß es Amerikas Mitwirkung in der Wettpolittk ankündigt, ohne sich nach einer bestimmten 'Seite festzulegen. Das Wesentliche daran ist. daß die Regierung der Vereinigten Staaten dem Völkerbund fernbleibt und dessen Beschlüsse nicht anerkennt, wenn Amerika nicht gefragt worden ist. Das ist also eine Absage an die Entente. Vielleicht fft es günstig für Deutsch­land, vielleicht auch nicht Beide Erklärungen sagen, Deutschland sei zu einer gerechten Scha­denersatz-Leistung verpflichtet. Leider ist aber nicht angedeutet, was man in Amerika unter „gerecht* versteht. Und gerade darin gehen die Meinungen zwischen Deutschland und dem Feind­frunde weit auseinander.

Seit einigen Tagen besäst sich das Reichs­kabinett mit diesen krittschen Fragen. Rach den Mitteilnnoen unseres Derftner Vertreters darf man es als sicher betrachten, daß die Regie­rung neue Vorschläge machen wich. Fn ihrer Absicht ist sie, wie eS scheint, durch die dem Außenminister Dr. Sinnms in der Schweiz ge­gebenen Anregungen bestärkt worden, und zwar sollen die Anregungen von neutralen und auch der Entente angebörenden maßgebenden Persön­lichkeiten auSgegangen fein. Einzelheiten verkan­ten noch nicht, aber es dürfte dahm kommen, daß Deutschland eine ganz neue Verhandlung^- basiS vorschlaot. frei der die politischen Erwägun­gen mehr im Vordergründe stehen als es bisher der Fall war. Rach welcher Richtung dies in die Erscheinung treten wird, mag angedeutet werden durch ein im Kabinett gefallenes Wor.< daß die Leistungsfähigkeit eines VolkeS immer vorwiegend eine Machtfrage des betteffenden Staates sei. Die Regierung hat inzwischen auch die Führer der Regierungsparteien nach Berlin berufen, um mit ihnen unmittelbar über diese Dinge zu verhandeln. Auch sonstige politische und wirtschaftliche Persönlichkeiten sind zu den Be­sprechungen zugezogen. Es sind Entscheidungen von größter Tragweite zu fassen.

Im Zusammenhang damit steht die «rage einer Kabinettskrise. Dr. Sinwns hat deni Vertreter eines Pariser Mattes i« der iLchweiz gesagt, er würde in keiner Regienmq sein, die nicht' für eine loyale Durchführung etwaiger Ab­machungen eintrete. Nun weiß man, daß von den

Köln. 15. April. (Privattelegramm.s Die ------------------- _ _ . ..

französische LSesatzungsbehörde hat gestern nach- 6 n Beamten, die der Bolkspartei nahe stehen,

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Maiwe, und den Polizeiinspektor Klein Ministerium für die nächste Zeit, in Duisburg' verhaftet. Beide wurden, ohne daß man ihnen den Grund ihrer Festnahme angao, in das Gerichtsgefängnis überführt.