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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Mittwoch, 13. AprU 1921

Nummer 80,

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Frankreich droht weiter mit Gewalt.

Neue Vorschläge?

Deutschland und die Entente.

Di« Aeußerung deS Reichsaußenmimsters Simons aus Anlatz seines Besuches bei den schweizerischen Bundesbehörden in Bern,daß die deutsche Regierung wohl demnächst Gelegen, heil haben werde, ihren guten Willen zu bewei- fett, ließ darauf schließen, daß seitens der deut, scheu Regierung ein neuer Schritt unleruoimnerv werden soll. Inzwischen sind aus Paris Mit­teilungen nach Berlin gelangt, die erkennen las­sen. datz die französische Regierung auf solche Vorschläge geradezu wartet. Es hat den An­schein, als wenn gewisse fvanzösische Politiker, welche den Ausgleich zwischen Deutschland' und Frankreich in dieser Frage in voller Erkenntnis der gerade für das französische Wirtschaftsleben unheilvollen Rückwirkungen bei einer Sauer des gegenwärtigen Zustandes wünschen, der deut­schen amtlichen Politik das erlösende Wort auf die Lippen legen möchten. Rach den Pariser Informationen scheint für die nächsten Tage schon die Mitteilung der gesamten Wie. dergutmachungszifsern an die deutsche Reichsre- gierung bevorzustehen. Es würde dabei noch nicht die, auf Grund des Friedensvertragcs von Versailles der Entene zustehenden t.Festset- Ü u n a* der Gesamtschuldsumme gegenüber Deutschland m Frage totnmen, sondern es wür­de sich zunächst lediglich um die zusammertgerech» netcn Schadensausstellungen der einzelnen En- tentrländer handeln.

In der französischen Oeffentlichkeit wird ge­genwärtig ein Trommelfeuer von Drohun­gen gegen Deutschland gerichtet, für den Fall, datz bis ersten Mai. dem Verfallstermin des Friedensvertrages, die Zahlungsfrage nicht ge­löst sei» sollte. Die französischen Militärs schwelgen nur fo in Vorschlägen von der Mi­litär i sche n Besetzung Deutschlands, und empfehlen nachgerade für diese Besetzung eine Linie, die Deutschland von Norden nach Süden in zwei Halsten teilen würde. Die französischen Politiker suchen ihre Ziele nicht minder weit, hoffen sie jedoch mit anderen Mitteln zu errei­chen. Die größte Gefahr liegt in den Bestrebun­gen dieser Seite, die alte französische imperialisti­sche Annektionspolitik gegenüber dem Rhein­land vorzubereiten, zum anderen aber durch Erlangung der Mainlinie den deutschen Norden vom Süden zu trennen. Man muß doch sehr nachdenklich werden, wenn man eine angeblich aus gut unterrichteten ftanzöstsche» Kreisen in. formierte Mitteilung eines Pariser Berichter­statters liest, wonach die französische Regierung unbedingt entschlossen sei, wenn bis zum 1. Mai keine Verständigung mit DeutMand in der Wiedetgutmachungsfrage angebahnt sei, mit Maßregeln vorzugehcn, die eine Katastrophe für Deutschland bedeutet könnten. »Ich versichere Ihnen," eMärte der ftanzösische Gewährsmann, »daß der Fortbestand Deutschlands in seiner heutigen Gestalt ernstlich gefährdet ist, wenn die deutsche Regierung von dem angebotenen Aus­weg keinen Gebrauch machte In wie weit auch diese schwerwiegende Aeutzerung in den Kreis der Stimmungsmache zum Zwecke der Ein­schüchterung Deutschlands gehört, läßt sich schwer beurteilen. Aber man wird auf deutscher Seite sehr gut baran tun, mit der unbedingten Enschlossenheit Frankreichs, gegenüber Deusch- land die allerschärfsten Gewaltmittel militäri­scher, politischer und wirtschaftlicher Natur anzu­wenden, nüchtern zu rechnen.

Wir können es uris nicht leisten, die Ding: an uns herankommen zu lassen. Wir müssen vielmehr verlangen, daß die deutsche Reichsre» gicrun« den gegen das deutsche Volk und Land geplanten niederhämmernden .Faustschlag- pa­riert. Die nächsten Tage werden für die Ent- Wicklung dieser Dinge von einer ungeheuren Be. deuiung sein. An die Staatskunst des deutschen Auswärtigen Amtes wie des Reichskabinetts werden nunmehr gewaltige Anforderungen ge­stellt werden, denn in dem. was die deutsche Re- gierug demnächst an neuen Vorschlägen zu bit­ten gewillt ist. wird sich das Schicksal über Le­ben und Tod Deutschlands ausprägen. Inzwi­schen ist Frankreich nicht müßig gewesen, sich einen Bundesgenossen im Osten zu schaffen. Rach Warschauer Meldungen ist gegenwärtig eine starke milttaristtsche polnische Gruppe am Werk, um eine bewaffnete Aktion gegen Deutschland, einen Marsch in deutsches Reichs­gebiet in die Wege zu leiten. Man kolportiert dieser Tage in Warschau das Gerücht, daß Franfteich in Ultimatum an Deutschland in der ReparationSfrage schon in den nächsten Tagen richten werde. Die Polen rechnen darauf, daß Frankreich schließlich zur Gewalt gegen­über Deutschland greift, in welchem Falle die polnischen Streitkräfte über die deutschen Ostgrenzen eindringen, und die militärische Ak­tion Frankreichs verstärken helfen würde. Es tft in der weiteren OeffenÄichkcit auch noch viel zu wenig bekannt, daß ein ftanzösisch-polnisches

Der Tod der Kaiserin.

Die Trauertage in Holland. Lleberslihrung der Leiche nach VotSdam.

Der Tod der ehemaligen Kaiserin Augusta Viktoria ist am Montag früh um 6% Uhr auf Schloß Doorn (Hollands nach monatelangem Herzleiden saust eingetreten. Da diese telegra­phische Nachricht gestern mittag während des Druckes der Zeitung hier einlief, konnten wir sie in einem kleinen Teil der Auflage, die schon aus­gesandt war, nicht mehr veröffentlichen, weshalb wir die Mitteflung heute wiederholen. Die Verstorbem, die zu Kassel und Hessen-Nassau be­sonders enge Beziehungen hatte, wird vom gan­zen deutschen Volle betrauert werden, denn sie hat sich als Kaiserin stets vom Streite der Po­litik fern gehalten und ihre Arbeit nur der Mr. sorge-TSttifleit und der Kirche gewidmet. Darin hat sie nur Güte und aufrichtige Frömmigkeit be­wiesen, fp daß sie wegen ihrer edlen Menschlich- kcit bei allen Vollskrciscu Liebe und Verehrung fand, die ihr auch über das ftagische Geschick der Revolution hinaus erhalten geblieben ist.

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Die Teaueriage in Holland.

Doorn (Holl.), 19. April. (Eigene Drattnel- dnnAs Als gestern morgen 11 Uhr das Glocken­geläut« einsetzte und eine hÄbe Stunde dauerte, wußte man, daß die deutsche Kaiserin die Augen für immer geschloffen hatte. Alle Einwohner der Gemeinde Doorn begaben sich an das Haus des Kaisers, wo die wachthabenden Damen den Tod der Kaiserin verkündeten. Das Haus war scharf bewacht. Mehrmals versuchten Leute, bis zum Kaiser vorzudringen. Als gestern morgen 6 Uhr 15 Mim die Kaiserin verschieden war. weilten nur der Kaiser und der Leibarzt bei der Toten. Durch eine Injektion wurde der Todeskampf ab- geschwächt. Der holländische Spezialsekretar des Ministeriums deS Innern, Karn, war der Ein­zige, der vom Kaiser empfangen wurde, um we- gen der UeberfÜhrung nach Potsdam z« verhandeln. Der Soifer wird die Leiche bis an di« deutsche Grenze begleiten, danach wer­den die Prinzen weiter mitreisen nach Potsdam.

B isetzungtzl i 7 und Würdigung.

Berlin, 12. April. (Privaftelegramm.) Die preußische Regierung hat bereits alle Vorkehrun­gen getroffen, um Zusammenstöße, die zu einem unwürdigen Verlauf der Trauerfeier führen könnten, unmöglich zu machen. Die Absper­rung durch Schutzpolizei wird in weitestem Maße durchgesührt werden. Die B e i s e tz u ng wftd in Potsdam in aller Stille nach dem Zere­moniell der preußischen Könige stattfinden. Die Einzelheiten sind schon vor längerer Zeit mit der preußischen Regierung geregelt worden. Am kom­menden Sonntag wird in Den Kirchen Pren-

ßen8 des Todes der Kaiserin gedacht werden. In den Zeitungen, mit Ausnahme der sozialisti­schen Organe, sind eingehende, mitfühlende Wür­digungen des segensreichen Lebens der deutschen Kaiserin veröffentlicht worden.

Halbmast im besetzten Gebiet.

Krefeld, 12. April. (Privattelegranmn.) Aus eine Anfrage der deutschnationalen Botts­partei hat die interalliierte Rheinlandkommisfion das Halbmastflaggen mit deutschen Fah­nen anläßlich des Todes der Kaiserin gestattet.

Die letzten Stunden.

Am Sterbelager im Schloß Doorn.

(Eigene Drahimeldung.)

Doorn, 12. April.

lieber die letzten Stunden der Kaiserin in Schloß Doorn wird mitgetellt: Am Sonnabend abend trat im Befinden der Kaiserin Bewußt­losigkeit ein. Der Puls begann auszusetzen. Die Kaiserin erkannte ihre Umgebung nicht mehr. Sonntag früh begannen die behandelnden Aerzte einzusehen, datz eine Rettung nicht mehr möglich sei und das Ende nur noch Stunden entfernt fein konnte. Der Kaiser wich dann nicht von dem Bette seiner Lebensgesährtin. Montag früh gegen 4 Uhr begann die Kaiserin unruhig zu werden. Um 5% Uhr wurden die Herzschläge unregelmäßig und gegen 6 Uhr 15 stellten die Aerzte fest, daß die Kaiserin ohne Schmer- zeu entschlasen ist. Außer dem Kaiser weilte auch Prinz Adalbert am Sterbelager. Die T o ch t e r des Kaiserpaares war nach Doorn unterwegs, konnte, aber nicht mehr vor dem Tode der Mutter dort eintreffen.

Beileids-Kundgebungen.

Berlin, 12. April. (Privat - Telegramm.) Im Laufe des gestrigen Tages find bereits zahl­reiche Beileidstelegramme aus dem ganzen Rei­che nach Doorn gesandt worden. Die Deutsch- nationale Volkspartei hat beschlossen, daß bis zur Beisetzung alle geselligen Veranstal- ttmgen der Partei unterbleiben sollen, auch sol­len sich die Mitglieder sonstigen lauten Vergnü- gungen sernzuhalten. Am Tag derBeifetzung sollen Trnuerfeiern veranstaltet werden. Die Deut­sche BolkSPartei hat ein herzlich gchalte- ms Beileidstelegramm an den Kaiser nach Doorn gesandt. Bon den Türmen der Berliner Kirchen ertönte gestern nachmittag ein län­geres Trauergeläute. In Potsdam wurde zahl­reich auf Halbmast geflaggt.____________________

Militär-Bündnis bestecht, welches gerade mir als Hauptzweck bte Jnschachhalttmg Deutschlands und die Bekräftigung stanzöstscher mtlitarifti» scher Maßnahmen gegen Deutschland vorsieht. In diesem Zusamenhange verdient Erwähmmg, daß französische Agenten die Tschecho-Slo- wakei ebenfalls im Sinne einer Beteiligung an einer militaristischen Aktion Frankreichs ge­genüber Deutschlands ;u beeinflussen suchen. Frankreich kann gegenüber der Tschecho-Slowak.-i starke wirtschaftliche, vor allem flnanzielle Druck­mittel anwenden, um es gefügig zu machen, rt.

Unter feindlichem Druck.

Neue Vorschläge »der Zwangsmaßnahmen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 12. April.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Dr. Str esc mann, wird den Ausschuß des Reichstages Mr den zweiten Teil dieser Woche einberufen. Dr. Dtresemann wird heute mit Dr. Simons alle schwebenden Fragen der Aus­wärtigen Politik, vor allem die Entschä- digungsftage, besprechen. ReichSminister Dr. Simons erklärte auf der Durchreise in Basel einem Vertreter der Baseler Nachrichten, er hoffe bestimmt,daß die auf einer neuen Basis zu machen- den deutsche« Vorfchläge in der Wieder- gtttmachungSftage zu einer Einigung und damit zur Vermeidung einer Katastrophe führen wer. den. Der Reichskommissar für das befetzte Ge­biet hat der (Offener Handelskammer mitgc- teilt, daß die Interalliierte Rheinlandkommtfston

die Bestimmungen über das Inkrafttreten der Zwangsmaßnahmen bekanntgegeben hat. Als Ta« ist der 20. April festgesetzt. Als wichtig unp nett ist hervorzuheben, daß dann anch im besetzten Gebiet für den Verkehr mit dem unbe­setzten Gebiet Ein- und Ausfuhrbewilligungen für Wassertransporte nötig sind.

Frankreichs Forderungen.

Genf. 12. April. (Eigene Drahtmeldrmg.) In der Sitzung des Kammerausschuffes.teilte Briand am Samstag das Ergebnis der Mission Biviauis in Newnork mit. Laut demMotin" sprach Briand, datz bat amerikanische Präsident Hording sich verpflichtet habe, die franzö­sische« Forderungen gegenüber Deutsch­land in vollem Umfange zu unterstützens?). Der Finanzausschuß der französische« Kam­mer Hot am Sonnabend in e "ein Rochtragsetot die sranzösischen Pensionen an Kriegsverletzte und Opfer des Krieges für 1921 mit 2yt Milliarden Franken festgesetzt. Der Fi- nonzminister stellte die Rückerstattung durch Deutschland (!) für Weitere Jahre in Aussicht.

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Das deutsche Reichskabinett.

Berlin, 12. April. (Privat - Telegramm.) Rack der Rückkehr Dr. Simons aus Lugano, die hcttte erfolgt, tritt das Retchskabinett am Mittwock zu einer Sitzung zusammen, nm die schwebenden auswärtigenFragenzube- sprechen. TaS Kabinett wird zur oberfchlestschen Frage in ihrem jetzigen Stadium und zu dem von Dr. Simons in einer Unterhaltung mit dem Matin-Korrcspondcnten angeregten direkten Mei­nungsaustausch mit Frankreich Stellung nehmen

Frankfurter Messe.

Gute Beschickung. Gutes Geschäft.

Pie gegenwärtig ftattftnbcnbe International« Mrgr in Ftankfnrt a- M. nimmt einen günstigen Berlins uns hat anq, bereit« gesthästiitho Er­folge aufintoeifen.toie auägolgenoem hervorgeht

Die Eröffnung der Frankfurter Messe am ver­gangenen Sonntag war von strahlendem Früh- lingÄvetter begünstigt. Das Gelände ist weiter bebaut worden und die Hallen sinh übersichtlich nach Branchen angeordnet. Neben den festen Bauten haben noch zahlreiche Zette Platz ge­funden und die großen land-wirtschaftlichen Ma­schinen sowie Motze Boote stehen im Freien Bei der Ordnung der ausgestellten Gegenstände hat man besonderes Gewicht auf die kulturelle Seite gelegt; das beweist nicht nur die imRömer" abgchaltene Kunstmesse, sondern auch die Ausstellung des schönen niederländische« BucheS, die sich im MetzchausGoethe" einge­funden hat. Diese Sonderschau niederländischer Buchkunst und Graphik zeigt die charakteriMche Entwicklung bet holländischen Buchkunst vorn Ende des sechzehnten Jahrhunderts bis auf die Tage der Modernen und Modernsten. Im Goethe'-Mctzhaus findet man eine Fülle erle- senär Gegenstände des deutschen Kunst- gewerbes. die von her hohen Blüte dieses Jndnftriezwe^es in Deutschland Kenntnis gab. Nicht nun dw Münchener sind darin vertreten, sondern sozusagen alle Länder deutscher Zunge, sei es nun mit dem unzähligen Kleinkram, den Wir Luxus zu nennen pflogen, oder mtt mit anderm wie Künstlerpuppen, Tischdecken, Kis­sen und allen den anderen Gegenständen, die bte Gemütlichkeit des Heims gewährleisten sollen. Wohltuend fällt hier wie in allen anderen Messt' häufern die strenge

Gliederung nach Branchen

auf. Hier Weiß der Einkäufer durch einen ein- zigen Blick in das umfangreiche Meßadretzbuch, wo er hinzugehen hat. In höchstens s«hzehn Mi­nuten hat man alle Metzhäuser erreicht, die sftenge Konzentratton, verbunden mit der vor­bildlichen Wegmarkierung durch das Meßamr schafft Ruhe und Ordnung in daS Metzgetriebe, die wohltuend ausfällt Man stelle sich z. B. die Festhall- vor, die größte Halle Europas, in ge­wöhnlichen Zeiten fünfzehntausend Sitzplätze umfassend, und achte aus das imposante Bild, daS diese gewaltige Rieftnhalle dem Meßbesu- cker bietet, die nur den TertilverkäuferN eingerämnt üft Hier sind fte zusämmengekom- men, die Verkäufer sowohl von Krefeld, tote von Mühlheim, von Oberckaden unb Chemnitz, Sei­de, Baumwolle, Kattun, Mansch, Loden und hunderterlei anderer Stoffe finden tmr in ge- treuer Nachbarschaft von Halb, unb Fertigfabri. taten als ba sind Wäsche, Damen- unb Herren- Konfektion, EinzoMeidungSsÄcken und vieles anderes mehr. Hier sind namentlich auch di» österreichischen Ateliers in hervorragenden Schöpfungen vertreten und bte Preise find, die Kronenvaluta in ziemliche Berücksichtigung gezo­gen, noch nicht einmal so hoch. Ueberhaicht bk Preise!

Um die Preise dreht sich alles.

Mr find seit der letzten Herbstmesse teilweise be­deutend Befallen und die Textilmiesse int Besonderen zeigt eine Tendenz nach unten, bte das Geschäft wesentlich beeinflussen dürfte. Daz Stampfen und Doimern unzähliger Maschi" nen umfängt uns in der Osthalle und den SÜd- hallen. Hier Hai die deutsche Industrie ihr Do-' rado gefunden und zeigt die vorzüglichsten Hel» fer menschlicher Arbeit in vorzüglicher Qualität und Ausmachung. Kleinste Drehbänke lassen ihr Surren ebenso deutlich vernehmen, wie die gro­ße Holzbearbeitungsmaschine, wenn man nicht vorzieht, hinaus auss Gelände zu gehen, wo sich die Riesen unter den Maschinen ein Stell­dichein geben. Dampfpflüge, Motor» fahrer, Dampfwalzen, neben Fahr­rädern. Automobilen, Motor, und anderen Boote«, landwirtschastttchen Maschi" nen und was der Mensch sonst noch braucht zur Hilfe bei feiner ost mühsamen Arbeit. Recht interessant ist ein Blick in die Tabakmesse. Hier haben sich die großen deutschen Zigarren» und Zigarettenfabriken niedergelassen. Man glaubt in eine orientalische Stadt zu kommen, wenn man die Aufbauten im anmrischen, bh- zanthinische-n und frühgothischen Stil sieht, wenn einem nicht vor der schwindelnden Höhe eines Minaretts gruselt oder bet gewaltige Budda einer bekannten Zigarettenfabrik uns! Ehrfurcht einflößt Noch einen kurze» Blick in die Halle der Ersatzbanstoffe und Bau-' Materialien überhaupt und wir wenden uns nach dem Gewerbemetzhaus, wo die Haus- stau ihre Freude erleben wird, beim neben elek­trischen Schwachstrom-Artikeln findet man hier die Küchengeräte in einer Mannigfaltigkeit die wirklich erstaunlich ist. Im BiSmarckmeffehanZ hocken Wir bamt wundervolle Möbel aus