Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 79»
Fernsprecher 951 und 952.
Dienstag, 12. April 1921
Fernsprecher 951 und 952.
11. Jahrgang.
Verhandlungen im englischen Ausstand.
Preußens Regierung. Ministerpräsident Stegerwald.
Wie aus dem Bericht über die Sitzung des Preußischen Landtags hervorgeht, ist der bisherige Minister für Vollswohlfahrt, Stegerwald, am Sonnabend zum preußischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Von den M8 abgegebenen Stimmen hat er 332 erhalten, also eine große Mehrheit. Daraus darf man aber •- leider — nicht schließen, daß nun eine Einheit in der Frage der Regierungsbildung zustande gekommen sei. Diese Mehrheit ist nur durch die Notlage entstanden, daß man keinen andern Kandidaten aus Parteigründen für geeignet hielt Nrch am Sonnabend morgen wüßte Herr Stegerwald noch nicht, ob er eine Wahl annehmen solle oder nicht, schließlich war er unter der Bedingung bereit, daß man ihm bei der Kabinetts-
schute Köln volkswirtschaftliche Vorlesungen. Als tot den neunziger Fahren, als Gegengewicht gegen die -freien sozialdemokratischen Gewerkschaften. die christlichen Arbeiter sich ebenfalls organi- fierien, trat er dabei agitatorisch und organisatorisch in den Vordergrund. Er wurde Sekretor, danach Generalsekretär der Gewerkschaften. Während des Krieges wurde er in den Beirat des ReichSfchatzamtes itrtb in den Vorstand des Kriegsernährllmgsmnts berufen und kam 1917 als erster Arbeitervertreter ins preußische Herrenhaus. In der Republik wurde er Wohlfahrts- Minister. Nach diesem schnellen Empvvsteigen, das persönlliche Tüchtigkeit voraussetzt, darf man von Adam Stegerwald auch jetzt ein geschicktes Handeln erwarten. K. F. Dr.
Der Streik in England.
Wiederaufnahme der Verhandlungen.
btldung freie Hand lasse. Einem Ka-nldidaten der Sozialdemokratie hätten die Rechtsparteien nicht zugestimmt, wogegen die Sozialdemokraten und Demokraten einen Kandidaten der Rechtsparteien abgelehnt hätten. In dieser Lage einigten sich die Parteien von den Deutschnational en bis zu den Sozialdemokraten, aus den, Zentrumsmann. Also haben wir vorläufig einen Mini- sterprästdeniten, aber noch kein Kabinett.
Die Zusammenstellung der Ministerien wird noch einige ungewiss« Tage vergehen lassen, denn es bestehen noch starke Gegensätze zwischen links und rechts. Die Sozialdemokraten wollen nur an der Regierung teilnehmen, wenn sie die Ministerien des Innern, der Landwirtschaft und das Kultusministerium behalten. In diesem Falle hätten sie wahrscheinlich auch nichts gegen die Deutsche Volkspattei einMvenden, vorausgesetzt, daß diese noch ein Bekenntnis zur republikanischen Verfassung ablegt und die Demokratisierung der Verwaltung nicht stört. Die Volks- Partei steht allerdings auf dem Standpunkt, daß sie die sozialdemokratischen Bedingungen nicht ohne weltcres anerkennen kann, aber zu gewissem Entgegenkommen bereit ist. Daneben ist es Herrn Stegerwalds Wunsche, die vier Parteien. Deutsche Volkspartei, Demokraten. Zentrum und Sozialdemokraten, tut Kabinett vereinigt zu sehen. Am wahrscheinlichsten ist es. daß ein sogenanntes Geschäfts-Ministerium zustande kommt, in dem einige Politiker und einige Beamte vertreten sind. Dabei käme es darauf an, diejenigen Ministerien, deren Besetzung partei-politische Schwierigkeiten Hervorrufen würde, mit Ministeriakbeamten zu besetzen und damit einen provisorischen Zustand solange zu schassen, bis die politische Klärung e ne endgültige Lösung gestatten würde. Bei dieser Gelegenheit wird sich endlich zeigen, ob die bisherige Halsstarrigkeit einer besseren Einsicht weichen wird.
Die Führer der Zentrumspartei sagen Herrn Stegerwald nach, daß er in der Lage sein werde, erfolgreich zu vermitteln. Er werde vor altem ein Programm ausftellen, gegen das weder von rechts, noch von links ein wirklicher Widerspruch erhoben werden könne. Es fragt sich nur, ob dann auch im entscheidenden Augenblick die Sozialdemokraten das Programm für gleichbedeutend mit ihren Forderungen halten. Einer der Gründe für die Wahl Stegerwalds war ja seine Herkunft von den christlichen Gewerkschaften, sowie der Gedanke, daß er nach links hin eher anknüpfen könne als mancher Andere. Es wird sich zeigen, ob diese Erwartung durch Tatsachen erfüllt wird. Die katholischen sowie protestantischen christlichen Gewerkschaften, die zu einer Interessengemeinschaft vereinigt sind, haben im Reichstage wie auch im Landtag eine Reihe einflußreicher Ab^ordneter, deren Wirken voraussichtlich zu seinen Grmsten sein wird. Die Parteien beabsichtigen jedenfalls, dem neuen Mini- sterpkäsidenten zum Aussuchen seiner Slitarbeiter eine volle Woche Zeit zu lassen. Deshalb sind die Landtagssitznngen bis zum Donnerstag vertagt worden; dann wird erst die große Aussprache über den mitteldeutschen Ausstand erfolgen, wobei noch die alte Regierung die Interpellationen beantworten wird, und erst am Dienstag nächster Woche soll sich das neue Kabinett Vvrstellen. ES verlautet schon jetzt, nach der .Germania", dem Zentrumsorgan, daß die Absicht bestehe, den bisherigen Justizminister Am Zehnhoff (Zentrum) zu bewegen, in feinem Amte zu bleiben, ebenfalls den bisherigen Handelsminister Fischbeck (Demokrat). Da das Verkehrsmintsterinm wegen des Ueber- ganges der Verkehrshoheit auf das Reich sowieso aufgelöst wird, solle der freiwerdende Demokrat Qeser das Finanzministerium erhalten. Das Weitere würden die Verhandlungen ergeben.
Ministerpräsident AdamStegerwald har sich aus kleinen Anfängen emporgcardeitet. Er wurde am 14. Dezember 1874 in Greußenheim in Württemberg geboren, erlernte nach dem Bestich der Volksschule das Schrcinerhandwerk nni> arbeitete in verschiedenen Städten Süddeutschlands als Geselle, wobei er sich der Gewerkschaftsbewegung anschloß. Er hatte die gewerbliche Fortbildungssclnile besucht, hörte später in Dtttoi- chen an der Universität und an der HandeLLHach-
(Eigener Drahtbericht.)
London. 11. April.
Reuter meldet: Die Streiklage ist unverändert. Die militärische Besetzung der Gruben. Bahnhöfe. Bahnanlagen und Poftstationen ist inzwischen durchnefüchrt worden. Der Londo- ner Hafenarbeiterverband hat sich gegen den Streik erklärt. Der Londoner „Star" meldet, daß die entscheidende Sitzung der englischen Gewerkschaften über den Generalstreik auf Dienstag vertagt worden ist. Nachdem am Sonnabend zwischen Lloyd George und den De» legierten der Transportarbeiter verschiedene Konferenzen stattgefunden hatten, deren Resultat mit größter Unruhe seitens des Publikums erwartet wurde, erreichte man abends ein Ergebnis. das etwas beruhigte. Die Verhandlungen der Streikenden mit der Regternno führten aüf Vorschlag der Regierung z« einer Wiederaufnahme der Besprechungen zwischen de« Streikenden vnd den Grübcnbcsitzern für Montag. In alle Grubendistrikte wurden diesbezügliche Telegramme an die Streikenden gesandt.
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Die Wirkung auf Deutschlonv.
Essen, 11. April. (Privattelegramm.) Die Deutsche Bergwerkszeitung berichtet, daß über die Frage der Kohlen - Zwangsliefe, r u n g e n neue Berhandlungen eingkleiiet werden sollen. Von Paris aus ist die Anregung ergangen, auf die Dauer von sechs Monaten ein neues Lieferungsprogramm festzusetzen. Die Bergwerkszeitung weist darauf hin, daß der englische Bergarbeiter streik für uns von sehr ungünstigem Einfluß ist, weil die Entente versuchen wird, neben der Qualitätsfrage auch noch die Lieferungsmenge »ur Verhandlung zu bringe» und diese evtl, sogar wieder in den Vordergrund zu ziehen Deshalb wurden die Verhandlungen lange dauern und erhebliche Schwierigkeiten verursachen.
Um Oberschleflen.
Erneute deutsch-feindliche Umtriebe.
(eigene Drahtmeldung.)
Breslau, 11. April.
Der Deutsche Ostmarkenverein veröffentlicht Mitteilungen über die Gründung eines Reichs- polenbundes. An der Spitze der Breslauer Zweigstelle stehen sechs Polen mit zum Teil sehr bekannton Namen. Außerdem sind zwei Reiseagenten vorgesehen. Unterstellt ist der Verein dem hiesigen polnischen Konsulat. In Schlesien werden verschiedene Ortsgruppen errichtet werden. — Dem Pariser „Malin" zufolge ist der erste Bericht der interalliierten Abstimmungs-Kommission über Oberschlesten am SmnStaa in Paris eingegangen. Rach dem Bericht gebe es drei Möglichkeiten der Entscheidung d» Alliierten über Oberschlesien.
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Sine neutrale Republik?
Beuchen. 11. April. (Privat - Telegramm.) In Beuthe« und KSnigshütte ist ein Zusammenschluß von Polen und De u t s ch e n erfolgt für die Unteilbarkeit Oberschlesiens durch Erklärung einer neutralen Republik Oberschlesien. Der Urheber deS Planes ist der Herausgeber des deutschen Oberschlesischen Ku- riers, Wensker. Auw eine Anzahl polnischer Zeitungen tritt für die Unteilbarkeit und Internationalisierung Oberschlesiens ein.
Krise im Nahen Osten.
Griechenland vor einer Revolution?
(Eigene Drahtmeldung.)
Wien, 11. April.
Es verlautet, daß Griechenland am Vorabend einer Revolution stehe. Venizelos, der sich in Italien befindet, wo er die Ereignisse abwarten will.
wird sich eventuell von Brindisi aus nach Griechenland einschiffen. Nachrichten aus Athen melden, daß sich das nationale Empfinden mehr und mehr von König Konstantin abwende. Die unglückliche Offensive gegen die Türken und die schweren Verluste der griechischen Armee haken große UnznfriÄenheit unter der Bevölke rung hervorgerufen, die den König dafür verantwortlich macht. — Die Blätter melden, daß König Konstantin nach der Front abreisen wird. Die Gesamtverluste der Griechen an der Front sollen 4000 Mann betragen, davon 600 Tote.
Unter der Fremdherrschaft.
Fortsetzung des Kampfes gegen Deutschland.
(Privattelegramm)
Berlin, 11. April.
Nmh Mitteilungen eines ausländischen Gewährsmannes berichtet die Bossische Zeitung, daß zwischen der Londoner Konferenz und der Bri- andschen Kammerrede ein umfangreiches Abkommen zwischen England und Frankreich getroffen worden fei. In diesem Abkommen sichert England den Franzosen jede notwendige militärische Hilfe gegen Deutschland zu. Für diese Garantie habe Frankreich folgenden Preis bezahlt: Es verzichte aus die wesentlichsten Teile Borderastens, gibt also vermutlich vor allem gewisse Widerstünde in Syrien auf, verzichtet ferner auf eine eigene Politik in Rußland und sichert endlich dem britischen Reiche Waffenhilse mit seiner ganzen Flotte für den Fall eines Konfliktes Englands mit irgend einer ü6erfeeifdjcn Macht zu.
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Ausdehnung der Besetzung.
Paris, 11, April. (Eigene Drahtmeldung.) Im französischen Kammerausschuß kündigte Lou- cheur in aller Form die B esetzung deS Ruhr° reviers an. Loucheur sprach, man habe jetzt die UeberzeuMng gewonnen, daß Deutschland nicht freiwillig zahlen werde. Frankreich hoffe. Mein vorgehen zu können. — Die Eisenbahnlinie Oberhausen-Wesel-Emmerich ist von den Belgiern besetzt worden. Auf den Stationen der Linie sind gestern belgische Jnspek- tionSvffiziere eingetroffen und haben Wohnungen für Offiziere und Mannschaften angefordert. — Die Entente hat für das abgelaufene erste Vierteljahr 1921 für die Besatzungsarmee und für die Entente-Missionen in Deutschland zwei einviertel Milliarden Mark eingefordert.
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Um den Kieler Kanal.
Berlin, 11. April. (Privattelegvamm.) Die Note der Alliierten an Deutschland wegen Verletzung des Artikels 380 des Friedensvertrages, betreffend die freie Durchfahrt durch den Kanal von Kiel, ist gestern in Berlin eingegangen. Das Reichskabinett wird Mitte der Woche dazu Stellung nehmen. — In dieser Sitzung wird das Kabinett auch über den Zeitpunkt der Wahl des Reichspräsidenten voraussichtlich Beschluß fassen.
Kabinett Stegerwald.
Schnelle Zusammensetzung ist notwendig.
(Privat-Tetegramm.)
Berlin, 11. April.
Der neue Ministerpräsident Stegerwald hat persönlich keine bindende Verpflichtung übernommen, wohl aber ist er das Zentrum interessierende Vereinbarungen eingegangen. Ueber diese stillschweigenden Vereinbarungen zu sprechen, hieße dem Ministerpräsidenten das Werk erschweren. Angesichts der schlimmen außenpo- littschen Lage ist eine glatte schnelle Lösung der Kabinettsbildung dringend zu wünschen. Zur Kennzeichnung der Lage ist aber doch hervorzu- heben, daß die Mehrheitssozialisten neuerdings ebenso wie die Demokraten fiir das Kultusministerium einen besonderen Wunsch hegen. Sie wollen den Ministersessel des Herrn Hänisch einem angesehenen Universitätsprofeffor geben, der zwar nicht Parlamentarier, aber in seiner politischen Richtung Demokrat ist.
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Die Sozialdemokraten gegen rechts.
Berlin, 1L April. (Privat - Telegramm.) Die mehrheitSsozialische Landiagsfrak- tiou beschloß nach der Sitzung des Landtags am Sonnabend bei der Berufung der Minister durch den neuen Ministerpräsidenten, den Widerstand gegen den Eintritt der RechtSpar- teien in die neue Regierung in Preußen aufrecht zu erhalten. Der Eintritt mehrheitssoziali- stifcher Minister in ein Kabinett mit rechtsstehenden Parlamentariern ist durch Entschließung des Larteivorstandes untersag
Für Oberschlesien.
Eine Kundgebung in Kassel.
Am Sonntag mittag sand aus hem Friedrich--« platz eine Kundgebung für ein ungeteiltes Oberschlesien statt. Zahlreiches Publikum hatte sich zur Mittaasstemoe auf dem großen Matze eingefunden. Die Kapelle der Reichswehr konzettiette. Der angekündigte Redner aus Berlin war nicht gekommen, so bestieg Stuvtenrat Dr. Franz Becker die Rednertribüne (in Gestalt eines Lastautos) und führte etwas folgendes aus: Als wir die ersten ZeittrngSmeldungen über die Avstimnuing in Oberschlesten erhielten, waren wir hier im Innern Deutschlands froh ob dieses herrlichen deutschen Sieges. Freude zog in unsere Herzen, denn mehr als drei Fünftel der oberschlesischen Bevölkerung hatte somit bekannt, beim deutschen Reiche verbleiben z« wollen. Doch Oberschlesten ist
noch nicht gerettet!
Durch den Schandfriedensvertrag von Versailles ist es möglich, daß einzelne Teile, in denen eine Stimmenmehrheit für Polen zustande tont, nach Polen verschlagen werden. Unsere Feinde sind fest entschlossen, uns noch mehr Schikane anjutun intb Oberschlesien in Stücke zu zerreißen. DaS Land rechts der Oder will man Polen gehen. Wie der polnische Terror gewütet hat, ist ja hinlänglich bekannt. Man knebelte die Presse und sandte die Schriftleiter in die Gefängnisse, wenn sie die deutsche Sache verfochten Die Be- amten mußten fliehen und das Mut der Ermordeten schreit zum Himmel! — Wenn Oberschlesten geteilt wird, dann kommen mehr Deutsche unter polnische Herrschaft, als fünft Polen unter deutsche Herrsckwft. Das SelbstbestimmmvgSrecht der Völker, das von unseren Feinden so in alle Welt hinanspofaunt wird, wird unterdrückt. Die zur Tatsache gewordene
deutsche Mehrhett ist da.
Daran soll nicht gerüttelt werdend Wir wissen, wie sehr die Deutschen um ihr Oberschlesien gekämpft Haben. Wir wissen, mit welchen Mitteln man die Deutschen an der Abgabe ihreS Stimmzettels zu hindern versuchte. In sieben h urdc rtj ähriqer Entwicklung ist Ober> schlesien mit uns verbunden. Das Recht ist auf unserer Seite. — Die Reichsregierung steht in schwerem Kampfe, doch stehen ihr keine Machtmittel $tn Verfügung, ihr Recht gellend zv machen rmd es durchzusetzen. Daher mutz da» gesamte deutsche DM geschlossert hinter der Regierung stehen, und die heute in rund tausend Orten ftattfirtbertben Kundgebungen für ein ungeteiltes Oberschlesten sollen der Reichsregie- rung eine Stütze fein. Unseren Feinden sollen sie von unserer Liebe zu dieser Provinz zerren. — Der Redner verliest damr eine
Entschließung,
die wie folgt tautet: .Wir erwarten von der Regierung des deutschen Reiches, daß sie gegenüber den französisch-polnischen Bestrebungen, trotz des deutschen UbstimmnnEsteges Teile Oberschlestens oder gar das ganze Santi an Polen zu bringen, das Recht Deutschlands standhaft verficht. Ober-, schlesien ist eint unteilbare Einheit. gcrstückett müßte es seine Lebenskraft vertteren.
hne Oberschlesten kann Deutschland nicht wieder gefunden. Rach dem Sekbssbefiimmungsrecht der Völker muß dem klaren Willen der Mehrheit der oberschlestschen Bevölkerung stattgegeben werden: Wir fordern ein ungeteiltes deutsches Oberschlesien V — Wie nicht anders zu erwarten war, wurde diese Entschlie-- ßnug einstimmig angenommen. Mit dem Liede: „Ich hab mich ergeben* schloß die kurze, ab« eindrucksvolle Kundgebung. F..#e;
preußischer Landtag.
Stegerwald als Ministerpräsident gewählt.
(Eigener DrahtberiLt.)
Berlin, 11. April.
In der Sonnabend-Sitzung deS Preußischen Landtags wurde die Wahl deS preu- ßischeu Ministerpräsidenten vorgenommen und damit der Anfang zur Regierungsbilduna gemacht. Die Wahl erfolgte durch Stiumvzettel. Es wurden abgegeben 388 Stimmen. 332 Stimmen sind für den Minister für VoWwohlfahrt Stegerwald (Zentrum), 25 für Ludwkg -US.), 1 Stimme füt Iacobi-Rotfau! (Zente. ■ - Große Heiterkeit.), 1 Stimme für Adolf Hoffmann (Komm.), 1 Stimme für Schalem (Kommunist). Unbeschrieben waren 23 Stimmzettel, ungiftig 4 Stimmen. Minister Stegerwald ist somit zum Ministerpräsidenten gewählt. — ES folgt di« Berattmg eines kommunistischen Antrages auf Haftentlafsuug d«S Abg. Plenge, der von der englischen Besatzungsbe- hörde in Solingen verhaftet und nach Köln gebracht wurde. Der Antrag forderi weiter, bei den Besatzungsbehörden dahin zu wirken, daß bie Immunität der Abgeordneten ton besetzten Gebiet allgemein in vollem Umfang gewährt