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Hessische Abendzeitung

Nummer 78

Sonntag, 10» April 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Die preußische Regierungskrise

Ausbreitung ver Unruhen.

nicht

a n s ä n a i a. Dem gewe obsMäßigm

Urteil Im Hochverratsvrozetz.

Magdeburg, 9. April. (PrivatzLeLegram«.) Im Hochverratsprozetz Vater wurde am Freitag gegen 7 Uhr abends das Urteil gesprochen. ES lautete bei de» meiste« Anaeklagte» üfcer den Antrag des Staatsanwalts hinaus. ES urhiel- len: Ter Angeklage Fak ob zeh« Monate Ge- fängnis.i Well mann. Friedrich Müller, Ditrmaun je sechs Monate Gefängnis, Wendt. Hofmann, Urop fe fünf Monat, Gefängnis, die anderen Anpellasten je drei Mo-

gnfertton^iretfe« e) Sinheimtsche Aufträge: Di« etnfpalttge An,eigen.Zeile M. 1.20, tue «tafpalttg« Reklame,eile M. 8.. b) LuSwLrNge Aufträge: Die einspaltig« An,eigen,eile M. 1.60, die einspaltige Reklame,eile M. MO, Oue« etnschlietzlich DeuerungSjuschlag uns Anzeigen steuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller Lurch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme, baten und Plötze kann eine Gewahr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht, hosstrat« 88/30. Geschäftsstelle: Kölnisch« Straft« &. Telephon Nummer 951 und 962.

London, 9. April. (Eigener Drahthericht.) Die britische Regierung hat über die schotti­schen Grubendistrikte den Belagerungszu­stand und das Standrecht verfugt. In mehreren Städten haben die Streikenden die kommunistische Republik proklamiert. In Kensington sind vier Bataillone der Garde = brigade feldmarschmäßig ausgerüstet eingetrof- fen, um gegen die Unruhestifter vorzugehen. Amtliche Mitteilungen bestätigen, daß infolge der schweren inneren Krise die englische Regie­rung beschlossen hat, alle verfügbaren Trup­pen aus denk Auslande, so mich ans Aegypten und Lberschlcsicn zurückzuziehen. Die englischen Truppen haben bereits begonnen, Oberfchlesicn zu verlassen. Blorgen und übermorgen wird der Rest der englischen Truppen aus Oberschlesien abtransportiert werden.

Gefährdung der Bergwerke.

Rotterdam, 9. April. (Eigene Drahtmeldimg?, Daily Telegraf bringt alarmierende Gerüchte über die Haltung der Arbeiter in Schottland und Wales. Große Banden streifen überall durch das Land um das Pumpen in den Gru­ben zu verhindern, so daß die Bergwerke der Zerstörung ausgesetzt sind. Gerade die Frauen be- nrühen sich dabei am meisten hcrvorztftreten. Den

Einigkeit herbeigeführt würde. Aber leider ist dos nicht der Fall. SeWst der innere Aufruhr hat es nicht einmal vermocht, die Parteien einan­der naher zu bringen. Die Regierungs­bildung m Preußen ist noch um keinen Schritt werter gekornmen. Bisher sind alle Ver­handlungen Mischen den Frattionen am Partei- Egotsurus gescheitert. Soweit man bereits er­kennen kann kommt die äußerste Rechre und die äußere Linke für eine Beteiligung nicht tu Frage

Es steht ein GeschäftSministerium in Aussicht. (Siehe Telgramm.) Aber vorläufig stellen die Sozialdemokraten noch Bedingungen, die den an­deren Parteien nicht annehmbar erscheinen. Es wird von der Geschicklichkeit des Zentrums als der stärksten bürgerlichen Partei abhüngon, er­folgreich zu vermitteln. Wann endlich wird im deutschen Parlamentarismus der Gedanke sich festigen, daß das Vaterland über d»r Partei stehle K.F.Dr.

grwehr-Forumtionen nach Schottland abgegan- aen. In den schottischen Kohlenbezirke«, ebenso in den nardengtischen, find schwere Un­ruhen auSgevrochen. Die Grubenarbetter, namentlich die bolschewistischen Elemente, haben die meisten Gruben im Sturm genommen und unter Wasser gesetzt. Zum ersten Male seit Menschengedenken sind von der engli­schen Regierung ausgedehnte militärische Vorbe­reitungen bei einem Jndustriekonflikt vorgenom­men worden. Di« Regierung hat alle Gemein­den beauftragt, mit der Anwerbung von frei« willigen Polizisten aus Bürgcrkreisen zu beginnen, die vereidigt, in Uniform gekleidet uny bewaffnet werden sollen Die Situation war gestern abend wohl ernst aber nicht ohne Aussicht.

Di« Raffel«« Neue Ile» Nachrichten erscheinen wöchentlich t«ch«mat unb zwar abenb* Der AbannementspreiS beträgt monatlich 6.00 Mark bet freier Zustellung tn« Hau« au«, »art« durch btt Poft bezogen 6.30 Mark monatlich einfchlietzll» Zustellung, «estelltmaen werben leberzUt von der <Sefchäft«ftell« ober ben Boten entgegengenommen. Druckerei *'*?j Redaktion > Cchlachlhofstraße W/30. Für unverlangt eingefanbte (Beiträge tann

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Sendungen mit R eklameausdrucken.

In letzter Zeit haben sich in verschieden«! °«t Unternehmungen aufgetan, die geweribs- Reklamen sammeln, Briefumschlaoe, Kartenvriese oder Karten damit bedrucken oder bedrucken lassen und sie zu ermäßigtem beliebige Abnehmer vertreiben da- it diese sie zu Versendungen mit der Post tarier

Kommunisten Bekämpfung.

Sicherheitsmatz« ahme» im Ruhrgebiet, (Poivvt-T elegranrm.)

Bochum, 9. April.

Das außerordentliche Gericht zur Aburteilung der Ausrührer wird in de» nächsten Tagen hi« zusammentretrn. In das hiesige Gericht wur­den sechzig Kommunifkn eingeliefert, die drin­gend verdächtig find, an den Plünderun. gen in Gevelsberg und Schwelm beteiligt ge­wesen zu sein. Bei der Aufhebung einer Kom- munistcnzcntrale in Gelsenfirchen hat man große Mengen von Zwanzig-, Zehn- «ud Fünfmark, scheinen gefunden, mit dem Ueberdruck »Deutsche Räterepublik" und mit der UnterschriftDeutsche Arbeiterunion". Von den belgischen Bcsat- zungsbehärden ist angeordnet worden, daß die Kommandanten in jedem Orte über die ansässt- aeu Komunisten Liste« führen. Kommuniftische Betriebsräte werden nicht geduldet.

Segen die Sondergerichte.

Berlin, 9. April. (Privat « Telegramm. In einem Briefe an den Präsidenten dcS Reichs­tages fordert Ledebour im Namen der Nnaühän- gipcn Sozialistenpartri die sofortige Einüeru- fung des Reichstages, um die Verordnung über Bildung der Ausnahmegerichte rückgän­gig zu machen. Außerdem erfordere die zugespitz­te Lage gegenüber den Ententestaaten das Ein­greifen des Reichstages. Ledebour verweist fer. ner auf die Beschlüsse er Amsterdamer Konferenz.

tim vreußens Regierung.

Immer »och stark« Parteigegenfätze.

(Prtvat-Telegramm.)

UeberallHemmungen

Do» Autzen und Innen.

Goldbestand «ach dem Marktwert

»urzeit ungefähr MSlfmal so hoch ist. Demnach ist die, tatsächliche Lage der ReichAbauk wesent- lich günstiger, als es den Anschein hat, so daß eine Aendermrg der TecknngSvorschristen ehr wohl beschlossen werden könnte. Freilich be» ^^ssrrhebliche Bedenken, eine unser Geld- und Währungswesen so nahe berührende Neu­regelung vorzunehmen, ehe für die weitere Ent­wicklung des deutschem Finanzproiblems die Richtlinien sich feststellen lZsen. Dah^sthe^ man auch nicht willens, die DrittÄdeckuma, tote sie »m Minkgesetz vorgesehen ist, schon jetzt prin- zipiell abzuandern. Die Reichsvank soll te» dMtch erm achtigt werden, die Notenausgabe über den dreifachen Betrag der jeweiligen Bar­deckung hinaus, etwa für die nächsten drei Jahre, n erweitern. Die Noteuderkung würde dadurch keineswegs verschlechtert werden, da außer txm bisherrgen Deckungsmitteln des Bankgesetzes die kurzfristigen Wechsel und RetchsfchatzanwMun- gm wie bisher als Sicherheit dienen würden. Die in den Devisen, dem Guthaben auf das Aus­land und tn dem BarrensNber liegenden Sicher- heriem bleiben unberührt. Ebenso bliebe die Re- ewe bestehen, die sich ans der Wertberechnuna bei Gdlde- ergLbt. Alles in allem würde der Status der R-.ichsbank durch den Woc^all der Rottvendtgkett, einen bestimmten Betrag an Dar- ?.^siErrscheinen behufs formaler Deckung zu beschaffen, an Klarheit nur gewinne».

Vost-Bestlmmungen.

Aufruf au Freiwillig».

London, 9. April. (Eigene Drahtmeldung) In der gestrigen Sitzung des Unterhauses er­klärte Lloyd George, es sei jetzt ganz augenschein- lich, daß die Bergleute entschlossen sind, die

Bergwerke der Zerstörung auszusetzen. An­gesichts einer solchen Gefahr habe die Regierung beschlossen, einen Aufruf an Freiwillige zu er, lassen, die den öffentlichen Verkehr und die öf­fentlichen Einrichtungen sichern sollen. Um über die notwendigen mobilen Kräfte zu verfügen würde es notwendig sein, die Reserven be§ HeercS und der Marine einzuberufcn.

Berlin, 9. April.

®ie Zentrumssraktio» des preutzi- schea Landtages beschloß gestern nach langwieri­ge« Verhandlungen nur in eine Regicrunasbil- dung in Preußen einzutreten, worin a l l e P a r- teie« von der deutschen Voffspartei bis zu den M^hnhettssozialisten einschließlich vertreten find. U-°^, dies« Umständen ist di- Bildung eines der Voraussicht- AuSweg aus der Krifis. Die Forderungen der deutschen Vvlkspartei und der Sozialdemo­kraten find miteinander nicht zu vereinbaren, da E« die bürgerliche Besenung des Minist-- rtmns dez Innern und der Ministeriums für Landtoirtschaft fordern, wählend die Sozialdc- ?wkrm«n daran sesthaltrn, daß diese beiden Mini- si^ien sn deu Handen ihrer Genossen Braun mt Seveüug blekben solle«.

öoiiatoemofratrn gegen Dolkspartei.

Widerstand auf beiden Seiten.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 9. April.

. Der Telegraf meldet aus dem nordcnglischen Kohlengeüiet: Die Arbeitgeber haben late qvrffch erklärt, daß ihr letztes Wort gesprochen sei. Die Führer der Bergleute Kreisen die Dör­fer der Kohlewdistritte und halten Reden, in de- nen die Arbeiter aufgefordert werden, unter allen Umständen dnrchzuhalten und die Versammlun­gen zu besuchen, in denen über die Durchführung einer gemeinsamen Mion gesprochen wird.

Langsam nur schleppt sich di« politische und wirtschaftlich- Entwicklung im Innern und Aenßern weiter. Es ist kein Schwung in der Vorwärtsbewegung, weil das Ziel verschwom­men und unklar ist. Nicht nur in Deutschland ist es so, auch bei den Alliierten ist es versuchs­weises Weitertasten Es fehlt allgemein der Mut zur Wahrheit, zur Erkenntnis der Weltkrankheit und zu der so dringend nötigen Beseitigung des Schädlings Alle Welt ist auf niederen Egois­mus eingestellt, der das Gefühl führ Gemeinschaft erstickt hat. Unter dieser Gemein sch ast ist, all­gemein gesprochen, das Wohl der Menschheit zu verstehen, und im Zusammenhang damit das Vollswohl. Das sind nicht etwa verschiedene Be­griffe, sondern sie gehören zusammen, heute mehr denn je. Das Gedeihen des einen Volkes ist nicht denkbar, ohne die Duldung des andern. Gesteht jedes Voll dem andern die Lebenssreiheit zu, wie es menschlich selbstverständlich fein sollte, dann werden die Schäden des Krieges schnell gehöilt sein und die Menschheit geht wieder den glücklicheren Zeiten entgegen, die sie überall her- beischnt. Diese Besserung kann aber nur erreicht werden durch gemeinsame Arbeit. Solange es einigen Völkern gestattet ist, die Rechte eines an­dern mit Füßen zu riete», ist kein wirklicher Aus­bau möglich und wird kein Frieden cinkehren Solange die sogenannten Siegerstaaten dem Wahnsinn verfallen bleiben, die Unterlegenen als Sklaven behandeln und auspressen zu können, solange stören sie ihren eigenen Frieden.

Dir Folgen der stümperhaften Ententepolitil zeigen sich heute schon sehr deutlich. In F r a n k- reich besteht eine fieberhafte Ungeduld unter dem Volke, das die versprochenen Früchte des

zwei Rrfervcbataillonen von Malta, die Dienstag nach England eiugefchifft wurden, sollen andere , züberfeeifckse Truppen folgen. Fm Kensington- Park find itoei kriegsstarke Regimenter gelagert. Fm Unterhause wurde Dynamit vorgefunden.

Mit allen Augstmitteln versuchen nun die Franzosen den verfahrenen Wagen aus dem sumpf zu ziehen, wobei sie aber am verkehrten Ende anfassen. Anstatt Deutschland zur Mit- aibeit freie Hand zu lassen, gehen sie daran, es riMh mehr zu zerstückeln. Ihre Agitation, Ober- ich le sie n von Deut schwind loszureißen, er­streckt i«h nicht nur auf Polen, sondern auch aus die Tschecho-Slawakei, die deutsches Gebiet be­setzen soll. Die ausführliche Protestnote der deutschen Regierung an die Entente zeigt, adie französischen Umtriebe gegenüber Ober- iren ungeschwächt fortgesetzt werden. Mit Recht Weist die Note auf die kulturelle und toirt- jchastliche Zugehörigkeit Oberschlesiens zu Deutschland hin, sowie auf den untrennbaren Zusammenhang der einzelnen Teile und Gemein­den innerhalb Oberschlesiens. Es wäre ein neuer Skandal, würden die Alliierten nochmals Stücke vom deutschen Volkskörper losreißen, um die franzöpfch-polnische Tollwut sich austoben zu lassen. Die schädigende Wirkung für ganz Europa würde nur desto schneller einrieten.

Angesichts dieser kritischen Entwicklung rings um uns herum sollte man meinen, daß wenig- stens in Deutschland dadurch eine nationale

Banknoten-Llmlauf.

Eine Aenderung des Vankgesetze«.

Die bisherige umfangreiche 9totenau«gaBe b* die bentfeben Finanzen bekanntlich tn Stbtoie »igkeiten gebracht. E« soU jetzt versucht werden, wentgstens die gesetzliche Grundlage den neuen Verhältntgeu auzupaffen. Mau schreibt baritber

Don gutunterrichteter Seite erfährt die »Dena", daß eine Aenderung des Banthesetzes geplant fei, durch die die Reichsbank ermächtigt Wird, zeitweilig die Vorschrift außer Kraft $u setzen, wonach der dritte Teil des B anknoten- umlaufS durch kursWiges deutsches Geld, Reichskassenscheine oder Kirch Gold in Sorten und ausländische Münzen gedeckt sein soll. Die für die gesteigerte Notenausgabe maßgeben­den Gründe sind bekannt. Auch durch die Ein- beziehung der Darlehnskassenscheine in die Bestände, die bei der Bardeckung in Rechnung zu stellen sind, hat das Verhältnis zwischen dem Notenumlauf und der Bardeckung nur mühsam aufrecht erhalten werden können. Die Bemühun­gen der Reichsbank zur Verbreiterung der Me- talldeckung sind infolge der Opferwilligkeit der Bevölkerung von schönem Erfolge begleitet gewesen, mußten aber natürlich in bestimmten Grenzen sich bewegen. Die lange hinausgescho­bene Mobilmachung der Dartchnskaffewscheine konnte, nachdem sie unternommen war, zwar ausgedehnt- werden, da ihr Ausgabeberiag von der Gesamtsumme der ausgeliehenen Darlehen ab- hängit, doch ist es wenig wahrscheinlich, daß der Zugang an Darlehen gleichen Schrift mit dem fortgesetzten Anwachsen der schwebenden Schuld halten kann. Man hat vielmehr damit zu rech­nen/ daß binnen kurzem sehr große Rückzahlun­gen auif die entnommenen Darlehen ersolaen werden. Die

»Die Deutschen bezahlen alles." Darauf warten die Franzosen und haben sich seit zwei Jahren dem süßen Nichtstun hingegeben. Ihre zerstör­ten Gebiete liegen noch zum größten Teil in ver­lottertem Zustande, weil ihre Aufbaukommission möglichst lange die Gelder einstecken will. Das deutsche Angebot zum Wiederaufbau der zerstör­ten Snidte und Dörfer haben sie abgelehnt, weil ihre Industrie und Schieberlieferanten die deutsch! Konkurrenz fernhalten wollen. Aus ma- terteller Habgier schädigen die französischen Machthaber chr eigenes Volk. Um die Ungedul­digen zu beruhigen, sah sich Ministerpräsident Bnand, der ehemalige Sozialist, genötigt, jetzt wieder einmal Kanonen aufzusahren, in der Richtung Deutschland natürlich, und den fwsen Deutschen, die nicht zahlen wollen, mit der »starken Hand" zu drohen. Das srauzösische Volk fchenft unwissend genug zu sein, um nicht ein,tu- s^hen, daß Deutschland nicht zahlen kann, solang^ es durch das Versailler Friedensdiktat an Hän­den und Mßen gefesselt ist. Es wird eine Seit kommen, m der die verderbliche Frucht der gif­tigen Saat aufgeht. England beginnt schon letzt davon zu ernten. Die dort entstandene Wirtschaftskrise ist eine Folge jener Be­mühungen, Mitteleuropa vom Handel auszu­schalten und am Wiederaufbau zu hindern. In­folge des Absatzmangels ffxtte die Industrie, und jetzt kommt die Krisis im Bergbau durch Streik end ernsten Aufruhr zum Ausbruch. Frankreich ist von ähnlichen Ereignissen nicht mehr fern.

vorgeschriebene Drttteldeckvns würde alsdann nicht mehr einguhalten sein, so daß die Rerchsbank sich genötigt sehen könnte, mit der Notenausgabe ein Ende zu machen, weil aus formalen Deckungsvorschriften weitere No- tenausgabe unterbleiben müßte. Die Schwierig­keit ließe sich beseitigen durch eine Aenderung des Dardeckungsverhältnisses frei Erweiterung des Kreises der zur Bardeckung geeigneten Dek- kungsmittel. Taffächlich besitzt die Reichsbank heute in einem früher nicht erreichten Umfan« weitere Deckiimgsmitter von anerkanntem Wert« und internationaler Geltung nämlich ihre Be. stände an Devisen, an ausländische« Guthaben und an Silberfrarren, die sie nach dem geltenden Recht nicht in die sogenannte Bardeckung einrechnen darf, obwohl eS sich dabei wm Aktiva von unzweifelhaftem, jederzeit reafi. (urbarem Werte handelt. Die Einbeziehung die- fer W-rte in die Bardeckunysmittel etwa bis zu einem festzusetzenden Höchstberiage würde durch­aus gerechffertigt fein. Zu beachten ist auch daß der in den Bankausweisen nur mit etwa einer Milliarde fretoertete

Dor dem Generalstreik.

L o n d o n, 9. April. (Eigene Drahtmeldung.) Der Bollzugsausschiß der Bergleute hat es endgüttig abgelehnt, in neue Verhandlungen ein­zurieten und einer neuen Konferenz mit den Bergwerksbefitzern beizuwohnen. Die Führer der Eisenbahner und Transportarbei- t er und der Bergleute haben gestern nachmittag eine gemeinsame Sitzung abgehalten, «m sich über die Einzelheiten des bevor^hendeu Ge­neralstreiks auszusprechen.

"nie Gefängnis. Ei« Teil der Angeklagten, dar. unter Vater, nmrden frei gesprochen.

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Aufruhr auch in England!

Zerstörung von Bergwerken. Militärische Gegenmaßnahmen. Truppen-Heimberufung.

Balin, 9. April. (PrivattÄegramm.) Die sozialdem»»--rrzch'e Fraktion lehnte in Pi _ ......... .....

muerEMfchließunq von gestern spät abends jede mit diese sie tu Versendungen mit der SP oft inrier ^^erhandluna mtt der deutschen Vo^lks- der ÄfyrifT Zitzen

Die Sozurldcnwkwtie erklärte, sich sollen. Dieses Verfahren ist nach den postaesetz- »ur an ftner Regierung auf Grund der bis he. ltchen Vorschriften und nach d« Posto^un« riae» Koalition beteiligen z» wollen. nicht anaänaia. Dem aewerLsm-ötzia^

London, 9. April. Eigener Drahtbericht.)

L ; .TS Keine Derhanblungen mehr

sind starke Arttllcrie-, Kavallerie- und Maschinen-