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Kasseler Neueste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 74.

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, 6. April 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgang.

Noch lein Ende der Vnlschgesahren.

Hoheit kehrt wieder.

Habsburger Streiche.

Ein merkwürdiges Zusammentreffen der Er­eignisse. Während auch ein Habsburger, der Ex- erzherz-Lg Leopold Wölfling, in einem Berliner Kabarett cmstrat, und zwar als ein mäßiger Darsteller in einer schlechten Skizze, die in leicht­sinniger Gesellschaft spielt und den geschmacklosen Titel fuhrtHoheit kehrt wieder*, inszenierte Karl der Vierte jene noch pikantere Skizze mit dem gleichnamigen Titel .Hoheit kehrt wieder*. Wenn der ehemalige österreichische Gesandte in Berlin, Ludo Hartmann, diesen Sketch wegen der führenden Rolle, die der Oberst Löhar, der Bruder des Komponisten, dabei spielte, als .die neueste Lehar-Operette von Steinamanger* bezeichnet hat, so konnte es eine Zeitlang scheinen, als ob sich der Ausgang nicht operettenhast gestalten würde. Doch Karl der Virete kann wohl, wie die Parmabriefe zeigten, intrigieren, ist aber keine Napoleon-Natur. Er, den sein Verbündeter, Ferdinad von Bulgarien; als .die erbärmlichste Ftgur des Weltkrieges* be­zeichnete, hat die Vorsicht als der Tapferkeit bes­seren Teil erkannt,,und so muß denn der end-- gillige Titel der neuesten Lehar-Operette lauten:

Hoheit kehrt wieder zurück*.

Wer sie hat doch immerhin eine nicht un­wesentliche Rolle im Repertoire des Welttheaters gespielt. Zunächst ist die große Oefsentlichkeit aus Anlaß dieser Premiere darauf hingewiesen worden, daß Ungarn sich einer ganz eigen­artigen Staais-form erfreut. Es ist eine Art Ge­genstück zu der .Republik mit dem Grotzherzog an der Spitze*. Ungarn hat eine monarchische Verfassung; die Regierung nennt sich königlich, und an der Spitze sieht als Platzhalter für den künftigen Tväaer der Stephanskrone der Reichs­verweser HotGy. Aber das ungarische Parla­ment hat soeben, wenn auch unter Protest des Grafen Andraffy und weniger Getreuer, sich ge­gen die Thronbesteigung Karl? des Vierten ent­schieden. Freilich hat hier der Druck von außen, seitens der kleinen und der großen Entente, stark . sßgewirkt. Wer immerhin haben di« Verhand­lungen ergeben, daß einmal ein nicht geringer Teil der Magyaren, besonders auch in der ein- siuf,reichen Partei der kleinen Landwirte, repu­blikanisch gesinnt ist, und daß auch unter den Legitimisten eine starke Gruppe gegen Karl den Werten und für den minderjährigen Sohn des Exkönigs Otto ist.

Jedenfalls kann das karlistische Abenteuer Nunmehr als gescheitert angesehen werden, und möglicherweise hat Karl der Vierte durch feinen blamablen Ausgang für immer ausgesipielt. Vorn weltpolitischen Standpunkt aus aber ergabt der Verlaus des Staatsstreichsversuches einige be­deutsame Ausblicke. So bat zunächst das Bünd­nissystem der kleinen Entente, der Tschecho-Slowokei, Südslawiens, Rumäniens und Polens, seine Probe gut bestanden. Man war sich dort darüber klar, daß der König von Ungarn, wenn er erst einmal fest im Sattel säße, auf ihre Kosten die Wiederherstellung der Donau­monarchie anstreben könnte, und selbst feinen et­waigen Versprechungen hätte mit Rücksicht aus fehl .Vorleben* niemand getraut. Eigentlich hätte Karl der Vierte sich das alles selbst sagen müssen, oder seine Ratgeber hatten ihn darüber miterrichten können. Das haben sie auch Wohl getan und eben deshalb kann kein Zweifel dar- irfrer bestehen, daß er einen anderen, stärkeren Rückhalt zu haben glaubte. Es sind unwider­legliche Beweise dafür vorhanden, daß er nicht nur auf die Unterstützung einflußreicher engli­scher Kreise, vor allem der Aristokratie (ist er doch, w'e festgestellt, mit einem von der engli­schen Roten Kreuz-Mission ausgestellten Paß durch Oesterreich gereift), sondern vor allem auch >us Frankreich rechnete

Es ist unwidersprochen behauptet worden, daß französische Generäle, darunter auch Foch, den Exkönig hätten wissen lassen, daß Frankreich feine Kandidatur für den ungarischen Türon im Grunde nicht ungern sähe und keines­wegs militärisch eingreifen werde. Run bat frei­lich der .Temps* in einem sogenannten Dementi der über Frankreichs Haltung verbreiteten Ge­rüchte erklärt: .Die französische Regierung, die allein das Recht hat. im Nomen unseres Landes »it sprechen, hat nichts versäumt, um zu zeigen, daß es ihren Entschlüssen und den Verbündeten treu bleibt*. Daraus muß man schließen, daß gewisse Kreise, die nicht .das Recht haben, im Namen Frankreichs zu fprechen*, Karl den Vier­ten in feinen Putschplänen begünstigten. Weiß man doch längst, daß Kork die Gelder für feine Pläne vorwiegend aus Frankreich bezog. Jene Streife sind eben die. die den Habsburger vor allem auch auf den österreichischen Thron heben wollten, um jede Möglichkeit des Anschlusses an Deutschland zu unterbinden. Nach dieser Rich­tung hin bat allerdings der Putsckwersuch Karls gewirkt wie ein Teil vonjener Kraft, die stets bas Böse will und doch das Gute schifft*. Ist doch dadurch die bedeutsame Kundgebung der deutsch-österreichischen Nationaltersammluna ge­

gen die Habsburger auSgelöst Worden, während die christlich-soziale Negierung Mayr zugleich die Abstimmung über den Anschluß an Deutschland in ganz Oesterreich für den Mo­nat Mai zusagen mußte Das ist umso bemer­kenswerter, wenn man sich erinnert, daß Start der Vierte bisher eine starke Anhängerschaft in der christlich-sozialen Partei hatte. Der jetzt ein­getretene Umschwung, der äußerlich in der Be­urlaubung des als .Karlisten* bekannten Partei- obmannes Prälat Seipel hervortritt, gibt die Ge­währ, daß die Abstimmung Liber den Anschluß sich- zu einer gewaltigen Kundgebung für Groß- Deutschland gestalten wird. Eine Stundgebnng des VoAswillens, über welche die Entente im Zeichen des SslbstbestiMiNMNWsrechtes doch nicht so leicht zur Tagesordnung wird übergehen können. Dr. P.

Set Aussicht testet teertet.

Die Räuberei in Mitteldeutschland.

(Eigene Drahtmeldung.)

Halle a. d S-, 5. April.

Die kommunistische Bande, die Nauendorf und Wett in berührte, hat im Wettiner Post­amt einen sich ihr entgegenstellenden Landiäger erschossen und fiinftiftausend Mark geraubt. In Schraplau ist einer der Haupträdelsführer Rein­hold aus Koblenz standrechtlich erschossen wor­den. Der Kommunistenfübrer Francke ist in Raumbura verhaftet worden. T-er Eisenbahn - verkehr im Direktionsbezirk Halle ist jetzt in vol­lem Umfange wieder ausgenommen worden. In Torgau wurden vier Kommunisten erschossen. Die Deutsche Allgemeine Zeitung meldet, daß die Meldung von der Belohnung auf die Ergrei­fung des Hölz in Höhe von 100600 Mm! von feiten der preußischen Regierung in dieser Form nicht zutrifst. Die Summe wurde vielmehr aus­gesetzt auf die Ergreifung aller Baudenführer, die bei der Inszenierung de- kommmnistischen Aufstandes hauptsächlich mitwirkten. Der Te­lephonverkehr mit Weißenfels ist gestört. Airs der Umgebung werten Brandstiftungen und Plünderungen gemeldet.

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Neue Anschläge in Berlin.

Berlin, 5. April. (Privattelegramm.> Die Verbrechens-Versuche in Berlin häufen sich Zu dem Anschlag auf eine Villa in der Ko­lon!« Grünewald und die Treptower Dammweg- brücke gesellt sich ein solches aus das Haus Uhlandstraße 197, wo auch Mitglieder der Ententemission untergebracht sind. Man fand dort unter der Kellertreppe einen Papp­parton mit vierzehn Sprengpatronen und einer Handgranate. Auch hier ist der Anschlag nur durch das Versagen der Zündschnur vereitelt worden. Die Berliner Elektrizitätsarbeiter haben beschlossen, am Mittwoch, dem Tage der Beerdigung des Kommunisten Sylt die Arbeit auf zwanzig Stunden einzu stellen. Die übrigen städtifchen Arbeiter streiken nicht. Sie sind damit einverstanden, daß den Arbeitern, die es wünschen, Gelegenheit gegeben wird, an der Beerdigung leilzunehmen.

Sozialdemokraten gegen Kommunisten.

Köln, 5. April. (Privatteleßramm.) Am Montag fprach im Volkshaufe zu Köln der Ab­geordnete Sollmann in einer sozialdemokratischen Vertrauensmännerverfammlung über den kom- munistifchen Dutsch. Er warnte vor der vielfa­chen Auffassung, als ob biefet Putsch das letzte Aufflackern kommunistischer Gewalttaten in Deutschland gewesen fei. Nach längerer Aus- spräche wurde einstimmig eine Enlfchließung angenommen, in der aufs schärfste die gewalttä­tige Taktik der Kommunisten verurteilt wird. In diesem vollsschädigenden Treiben der Kom­munisten erblickt die Versammlung eine Schwä- chung der sozialistischen Bewegung und eine Stärkung der Reaktion. Daher fei es notwen­dig, sie mit allen Kräften zu bekämpfen.

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Waffensunde und Verhaftungen.

Berlin, 5 April. <Ptivattelegramm.f In Berlin, Neuköln und Spandau wurden gestern neue Waffensunde gemacht. Auch in Köpenik wurde ein kommunistisches Maschinengewehr­depot entdeckt Aus München wird gemeldet, daß dort Neben mit Explosionsstosfen zugereist Berliner Kommunisten verhaftet worben sind. - Unweit von Oberhausen kam es gestern ku einem Zusammenstoß zwischen belgischen Truppen und bewaffneten Kommunisten. Das Feuergefecht an

der Bahnlinie dauerte eine halbe Stunde. Die Kommunisten ließen vier Tote zurück.

»gältet' der Äussuhrdartei.

Hochverratsprozeß gegen Kommunisten.

(Privat-Telegramm.)

Schmutz «ud Schund.

Sas kommende Reichsgesetz.

®er Verein zu, Bekämpfung von Sktzund enb Schmutz in Wort »ud Bild vesatzt« sich gefttru «beit» in einer Versammlung im Rathau« mit den» in Vorbereitung befindlichen Sefetz zur Bekämpfung des Schunde» in der Literatur.

Magdeburg, 5. April.

Der Lochverratsprozeß gegen die Kommuni­sten Baier aus Magdeburg, Jakob aus Bielefeld, und achtzehn weitere AngeNagte findet am 15. und 16. April vor dem außerordentlichen Gericht des Gruppenkowmandos im Magdeburger Schwurgerichtssaale statt. Die Anklage Mtzt sich auf Angaben, welche die Behörden trotz strengster Geheimhaltung erhielten, wonach jur Durchführung linkSradikaler Putfch- Pläne im ganzen Reiche eine Rote Armee organisiert werden follte. Die Verteidigung hat die Ladung Efcherichs beantragt.

AngriffsplLne in Berlitz.

Berlin, 5. April. (Privattelegramm.) Zwei der verhafteten Verbrecher, die die Berliner Sie- gesfaule fprengen wollten, haben Montag früh ein G e st ä n d n i s abgelegt. Tas Geständnis be­stätigt, daß H ö l z der Urheber des Dynamit- ansiKags war und daß er für die Ostertage auch einen größeren Angriff auf das Berliner Re­gierungsviertel vorbereitet hatte, der aber nicht zur Ausführung gebracht werden konnte.

Ein ketrunkener Abgeordneter.

Deffau, 5. April. (Privattelegramm.) Der kommunistische Abgeordnete Moehring, der am Oftersesttage nach der Siegesfeier bei den letzten 'lnrphcn in ftNLlos betrunkenem Zttst-nte Ungefetzlichkeiten beging, hat nunmehr fein Landtagsmandat niedergelegt.

Ja» eegatifde Abenteuer.

Bestimmung der Abreise dos Königs.

(Eigene Drahimeldung.)

Wien, 5. April.

Don zuständiger Seite Wird gemeldet, daß die Rückreise des Exkönigs Karl im Einverneh­men mit der österreichischen und ungarischen Re­gierung für h e u t e feftgefetzt tft. Die Wiener Re­gierung wurde von diefer Tatfache ou8 Budapest amtlich verständigt und erfucht, in ihrem Wir­kungskreis die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Die Krankheit des Königs, auch wenn sie ernst wäre, wird keine Veranlassung bieten, die un- garifche Regierung von ihrer entschiedenen Hal­tung abzubringen. Das Ungarische Korrespon- denzbureau gibt bekannt: Aus Steinamanger wird gemettet: Exkönig Karl wird Diens­tag früh ^10 Uhr nach der Schweiz abreisen. Seine Temperatur ist im Sinken.

Vertreter verschiedener Vereine und Berufsver- tretwngcn, der Jugendpflege, der Schulen, der Volksbildung, des Verlagsbuchhandels und der Presse sande» sich gestern abend zusammen. Der Verein zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in Wort und Bild, der, wie sein Vor­sitzender Geheimer Regierungsrat b. Sachs et- karte, in Kassel leider feine große Verbreitung hat, hatte sie zirsaimnc »gerufen, um ein gemeinsames Vorgehen herbeizuMhren. Bemerkenswert sind einige Mitteilungen über bte letzte Vereinstätig- teit. So sind in jüngster Zeit in einem hiesigen Geschäft Schriften entdeckt worden, die ein Ver­gehen gegen den § 184 des R. St. G. darstell-'« Ferner würde die Aufmerksamkeit des Vereins gelenkt auf eine in Kassel weit verbreitete Zeit­schrift der Homosexuellen. Die Letzteren hatten gerade Kassel ausgesucht, um hier die Grün- dungsvevsammlunq eines großen, Deutsttzlaw umspannenden Verbandes abzuhalten. Dieser Verbandsrag, der während der Osterfeiertage ab» gel-alten wurde, endete mit einem Ball in Wil» heümÄhöhe..Landgerichtsvat Dr. Bähr be­trachtete die Sachlage von der rechtlichen Sette unb legte eine große Anzahl in einem hiesigen gute» Geschäft beschlagnahmte Hefte ter, b»e einen äußerst schlüpfrigen Inhalt auftvetse» und

mit aufreizenden Titelbildern

versehen sind. Diese Eyzeugmsse Waren öffent­lich ansgeleät. Welches Unheil, so legte er bar, wird angerichtet, wenn em Jugendlicher in einen solchen Laden kommt, um Schulhefte, Fe­dern usw. zu Saufen unb gerät fcwei an die of­fen ausliegenden Schriften! Ez muß aber dar­auf gedrungen werden, daß das kommende Ge­setz energische Maßnahmen ermöglicht nicht nur zum Schutz der Juigrudlichen. Das ganze Volk wird vergiftet, unser ganzes sittlich herunterge­kommenes Volk. Wer es ehrlich mit unserem Volke meint es gibt batet keine Ausnahme, keinen Unterschieo zwischen höheren und mede» reit Schichten, kann darüber nicht im Zweifel fern, daß das Möglichste getan werden mutz, sittüch gefährliche .geistige* Nahrung, wie die in Kassel ausgefumdene beispielsweise, dem Volke femju* halten. Dem Gesetzgeber ist daher vorMchilageu, die neuen Vorschriften nicht auf die Jugend zu beschränken, fentern das Uttel an der Wurzel zu fassen und tunlichst die ganze Verdreftuna bet Schmutz- und Schundliteratur zu verhinveTu. Die Reichsverfassung gibt bereits die TOgluWctt zum Erlaß eines derartigen Gesetzes. Der Dor» stand des erwähnten Vereins hat deshalb enta Prechente Richtlinien ausgestellt, big von dw gestrigen Versammlung nach ausgiebiger Ans- jpiache gutgeheißen worden sind. U. a. trat Lyzeall-Hrer Hassenpflug dafür ein. daß

Weitere monarchistische Versuche.

Wien 5. April. (Eigene Drahtmeldung.) Auffallend ist. daß Exkönig Karl nach Mitteilung aus feinet Umgebung auf jeden Fall die heutige Sitzung derNationalvcrfammlungab- warten will. Gerüchte wollen wissen, daß ein Putschte! Lchartruppen in Budapest vorberei­tet fei und die Nationalversammlung gesprengt werten soll. Man spricht auch davon, daß die Nationalversammlung die Wahl des Kronprin­zen Otto, des ältesten Sohnes König Karls, auLsprechen würde, wodurch eS dem Exkönig ermöglicht werten soll, wenigstens einen morali­schen Erfolg nach Haufe zu bringen.

Preußen »s6 Das Reich.

Besprechung über die Regierungsbildung.

(Privattelegramm)

Berlin, 5. April.

Nachdem am Montan Vertreter der drei R e- gierungsparteien mit dem Reichspräfi, beuten Ebert die Frage der Regierungsbildung i« Preußen im Zusammenhana mit der Partei- konstellation im Reiche besprochen hatten, träte» die Mehrheitssozialdemokraton, das Zentrum und die Demokraten gestern vor- und nachmittag zu interfraktionellen Befprechungen zusammen. Aber auch biefe Uutertenbhmgen haben kaut Berliner Tageblatt noch zu keiner Klärung ge­führt, fodaß fie heute fortgesetzt werden sollen.

ein allgemeines Verbot erlassen wird, tvenn er sich auch die Schwierig feiten nickt verhehlt, die tei den heutigen Frvi- heitsverhMnissen entgegenstehen. Von anderer Seite wurde darauf aufmerffam gewacht, daß meist die Titelbilder aufreizender find als der Inhalt und baß nicht alles Nackte beispielsweise als Schmutz und Schund bezeichnet werden kann. An oer .Aufmachung* Regt meist alles. Erfahrungsgemäß sind ost gute Jugendsch-viften deshalb nicht abzusetzen, weil ihre schlichte Auf- machung dem kindlkch-phantassischen Sinn nicht entspricht. Der Kernpunkt der gemachten Vor- schlüge war ter: Eine Reichssftruchkammer in Leipzig, als Sitz des Buchhandels, tunlichst aus däm Personalbestand der Reichsgerfchtsräte zu­sammengesetzt, stellt eine Reichsverbots, kiste aus, gegen die es kein weiteres Rechtsmit- te$ gibt Landesspruchkammern sollen Gr zur Seite stehen. Die anwesenden Damen und Her­ren waren sämtlich überzeugt, daß scharf zugr- gnffen werten muß, um der weiteren Entsiv- [iefiuna unb Berwährlosima unserer Fugens ater auch unseres ganzen Volkes entaegenzuar- teiten und erwarten tesbctkb vom Reichsminister des Innern, daß der Entwurf bei Gesetzes zur Bekämpfung von Schund und Schmutz In Wort unb BÄd bald dem Reichstage zugeht. EL

Deutschland und Südamerika.

Wiedereinführung des deutschen Handels, üiigener Drahtbericht.)

Bayerns Entwaffnungsfrage.

München, 5. April. (Privat . Telegramm.) Tie Spannnn« zwischen München unb Berlin in der Entwaffnungsfrage hat sich weiter »er. schärft. Man erwartet, daß der bayrische Land­tag Berlin znm Tross die von der Regierung von Kahr für die Erhaltung bet Einwoh­nerwehren angefotdcrten fünfzehn Millio- f?n Mark bewilligen wirb.

Washington, 8. April.

AuS einem Bericht tes amerikanischen Han- belS-Attachcs Mogneen a«S Santiago (Chile) an bas Handels-Departement ist zu ersehen, daß Deuschlanb in seinen Bemühungen um die Wiedererlangung seiner alten Handelsstellung in billigen Artikeln für Süd-Amerika gute Fort- fcht itte macht. Deutschlands Erfolg beruhe namentlich auf den billigen Preise«, wenn diese auch höher seien, als vor dem Kriege, Die