Hessische Abendzeitung
Nummer 70
Freitas, 1. April 1921
Fernsprecher 951 und 952.
11. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Widerstandes der Gewerkschaften nicht erfolgt.
Monarchistische Haltung.
düngen aus den Streikgebieten lassen erkennen, daß die kommunistische Streikbewegung säst überall zusammenbricht. Die Bahnlinie Halle- Leipzig ist gestern mittag von der Schutzpolizei wieder besetzt und die kommunistische Bewegung auch zwischen Leidig und Halle zum größten Teil beseittgt. In Erfurt und Chemnitz hat der Gencralftreikaustuf keinen Erfolg gehabt. In Suhl ist der größte Teil der Arbeiter in die Betriebe zurückgekchrt, ebenso auch in E i s e u a ch und Mühlhausen. In Dresden sind auch heute noch die Staatsgebäude und die Elbbrük ken von den Polizettruppen besetzt, um eine Wiederholung der Putschversuche vom letzten Dienstag unmöglich zu madjen. Mr O stpreutzen ist eine verschärfte Uebcrwachung der zu Schiff ankommenden Fremden angeordnet worden. Iu Tilsit, Königsberg und Avenstcin sind russische Agenten, sowie nach dort gekommene Kommw nistenführrr aus Berlin und Mitteldeutschland verhaftet worden.
Wiederaufnahme der Arbeit.
G o t h a, 3L März. (Privattelegramm.) Nach dem bereits einzcftre Betriebe, zum Beispiel die ZcituugsdruSereicn, gestern die Arbeit wieder a-rfgetwmmen hatten, beschloß abends eine stark besuchte Bcrsamnilung der Arbeiter mit großer Mehrheit, den Generalstreik für beendet M erklären und heute früh die Arbeit wieder aufzunelMen. Die Kommunisten empfahlen selbst die Aufnahme der Arbeit mit der Parole: „Tie Schlacht ist verloren, der Sieg ist unser." (—?)
gnferttonäpretfe-. a) 4tnbetmtf*e auftrag«: Die ttnfoaltige «lyetgen-getle W. 1.20, die einsaitige Rellamezelle M. 3.—. b) Btuäroartlge Aufträge: Ti« einspaltige Mnjetgen»etle SR. 1.60, die einspaltige Reklame,eile ®L 8.50, alle« einkchlleblich Teuerungszuschlag und Bnzeigenfteuer. gär Anzeigen mit besonders schwierigem Satz Hunden Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Plätze kann eine Bewähr nicht übernommen werden. — ruderet- Echlacht- SofftraB« 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische EtraBe ä. Telephon Nummer »51 und »52.
Verhaftungen in Breslau.
Breslau- 31. März. (Privattelegramm.) Im Büro der hiesigen Kommunistenpartei fand eine Explosion statt, die offenbar auf eine Entzündung der dort lagernden Sprengstoffe zurülkzuführcn ist. Schaden ist nur innerhalb des Gebäudes an- gerichtet worden. Der Breskauer AktionsauZ- lchuß ist festgenommen worden.
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Seaif^eitfginhe in Nmerika. Der Fall Bergdoll itnd die Milchkühe. (Eigener Drahtbericht.)
Roch vereinzelte Störungen.
Berlin, 34 März. (Privattelegramm.) Bei der ^aatLarwaltschaft in Berlin Moabii .dueci« bis Mittwoch mittag 980 Strafverfahren gegen Kommunisten wegen Aufnthr, Diebftahl und Gewalttätigketten, fowie Aufforderung dazu anhängig gemacht. Die Aburteilung der Kom- mnnistcn wird auch in Berlin durch ein Ausnahmegericht erfolgen. — Gestern sind wieder vor Berlin mehrfach Schüsse aus Eisenbahnzüge abgegeben worden. Bei Rahnsdorf waren große Steine mtf die Bahnglcise gebracht worden. In Spandau haben die radikalen Bc tribsräte die Arbeiterschaft zur Besitzergreifung der Staatswerle aufgefordert, die durch Reichs wehrtruppcn besetzt worden sind. In der gestrigen Sitzung des ReichÄkabinetts wurde die LaK-» in Berlin und im Reiche immer noch als ernst zugestandcn, doch wurde festgestellt, daß eine
Streit um den Thron.
Wien, 31 März. (Eigener Trahtbc richt.) Aus den bisherigen Meldungen ist noch kein klares Bild z« gewinnen und man kann in dieser Stunde noch nicht sagen, inwieweit der frühere Kaiser Karl durch seine Rückkehr die monarchistischen Truppen um sich vereinigt hat. Jedenfalls sind die in der flehten Entente vereinigten Mächte entschloffcn, die Rülkkehr des Exkaisers auf den ungarischen Thron nicht zuzugeben und darauf mit Kriegserkläruna zu antworten. Auch die Wiener sozialdemokratische Partei fordert sofortige Entfernung des Exkaisers und hat veranlaßt, daß heute die Raiional- vcrsammluna zusammentritt. — Aus Budapest wird gemeldet: Völlig unerwartet haben Dienstag nachmittag in Budapest monarchistische Stra- ßenkundgebungcn eingesetzt. In den Abcndstnn- den zögert Bürger, Studenten, Soldaten und auch Offiziere mit Eljenrufen auf den ..Apostoli- scheu König" durch die Hauptstraßen. Schilder mtt monarchistischen Inschriften wurden vorangetragen. Seit Mittwoch früh ist die Drahwer- bindung mit Budapest wieder hergestellt.
Der verlöschende Brand
Erfolg der Polizeitruppeu.
Der Ausstand im Rheingediet.
Duisburg, 31. Mürz. (Privattelegramm.) Wahrend auf der rechten Rhrinscitc bis nach Hamm der A u s st a n d vollkommen beige- - e g t ist und die Arbeiter sämtlich wieder einae- fahren sind, hat auf der linken Rheinseite die Arbeitseinstellung an Umfang zugenom- me u. Die Firma Krupp in Rheinhausen bat dte gesamte Arbriterfchaft entlaffen und zwar alle Arbertcr, die die Arbeit verlassen hoben, fristlos, die übrigen mit gesetzlicher Kündigung. Die Wie- dereinstcllung hat sie sich Vorbehalten.
S-
Gefangennahme bet Remscheid.
Remscheid, 31. März. (Privattelegrcrmm.) Au einem Gefecht zwischen Kommunisten und Schutzpolizei kam cs gestern morgen bei der Rem- V^'der Talsperre. Der Polizei gelang cs, der Anführer habhaft zu werden. Vierhundert Rotgardisten wurden dann gefangen genommen, tkine große Anzahl der Rokgar- drsten entfloh in das besetzte Gebiet.
. Die amerikanische Regierung
.. . sich in einer eigentümlichen Lage, da sie große Schwierigkeiten technischer Art hat. einzu» greifen; denn ossizi.'ll befindet sie sich noch im Kriegszustand mit Dcutschlmch. Ihre zögernde Halttmg findet aber bei den Mitgliedern der be* rüchtigten „American Legion", die aus Kriegsteilnehmern besteht, wenig Anklang. Die arneru konische Legion hat der Regierung eine weitläu. 'N sie Statistik unterbreitet, ans der hervorgeht, ivie groß bereits der Handelsexport Amerikas nach Deutschland ist und wie unsinnig es ist. den Fri.-deuszuyand nicht wieder herbeizuführen Das hat sie aber nicht getan, um etwa so schnäi
der Anschlag galt dem Bahnhof.
Von allen Seiten in später Nacht ein Rennen , und Hasten, zur Sachsenlwüeke am westlichen Ende des Charlottenburger Bahnhofs. Und dorr die Verwüsttrug. Menschen in NachMeidung bänderingenid an den Fenstern. Keine Scherbe heil. Berge von ElasMittern auf den Straßen, geborstene Fensterkreuze, veribeulte Firmenschil- der. ausgerissenes Wellblech an den Geschäften, geköpfte Bäume — Hunderte von Metern weit ae- schlcttderte Eisenstücke einer Bedürfnisanstalt, die. von der Wucht der Bomibe äfcrtt wegrasiert, das Opfer kommunistischen Irrsinns geworden ist. Tragikomik! Aber daS Lächeln über die groteske Situation ist verlernt, wenn man daran denft, wie die Sprengladung ebenso eine andere Richtung hätte nehmen und die Brücke zerstören, rollende Züge vernichten, den Verkehr Hütte lahmlegen können Buberthand bat die Bombe in der Berliner Qsternacht gelegt. Keine arttl- leristtsch geschulte Männerband, denn diese Höl« lenmaschine war dilettantisch angebracht. Gottlob. Aber immerhin, wir an Straßenschkachten gewöhnte Berliner haben die erste Bombe platzen hören, wir haben dynamitne Ostern gestiert. Und etn paar hundert arme Teufel klagen tmt ihre Fensterscheiben, die ihr geschröpftes Säckel märt Etzen kann. Die Volkswut kocht Wer und wünscht die Urheber nicht au den Galgen — aber unter den erzieherischen Stock. Nie noch war der Ruf nach der Prügelstrafe so laut hören wie in der Berliner Ostern acht. M. Pr.
AmttEreich in Ungarn?
König Karl erklärt die Militärdiktatur.
Eigener Drahtbericht.)
Wien. 31. März.
Wie das Neue Wiener Tagblatt erfährt, ist im Laust des gestrigen Abends in feierlicher Weise in Stcinamairger dst Militärdikta- tur fur Westungarn ausgcrusen worden. Exkaiser Karl hat als König von Ungarn (?) die Leitung der Militärdiktatur übernommen und den Obersten zum Kommandanten seiner Truppen ernannt. Der Telephon- und Telegen phenvcrdchr mtt Budapest ist sehr erschwert bezw. durch Zensur verhindert. Soweit man mtt Buda-
Langsam nähert sich der Aufruhr in Mitteldeutschland seinem Ende, nachdem die Schutzpoli- zci aus verschiedenen Provinzen und schließlich einige Abteilungen vom bayerischen und badischen Reichsheer wirksam eingegrisstn haben. Die Lage ist jetzt so, daß die Truppen überall die Oberhand haben. Leider ist es nicht ohne heftige Kämpfe abgegangen, bei denen es Tote aus beiden Seiten ged, denn die Ausrührer waren teilweise mit schweren Geschützen versehen, von denen sie rücksichtslos Gebrauch machten. Sie hatten sich auf Bergcshöhen festgesetzt und konnten nur durch entsprechende Gegenwehr unschädlich gemacht Werden Am meisten gefährdet war die Gegend von Aschersleben. Bitterfeld und Sangerhausen. Bei der Ueberwättigung der Aufständischen und bei der Festnahme der mehr als tausend Mann in den Leunawerken bei Halle wurde die wichtige Feststellung gemacht, daß eine große Zahl der Aufrührer in ganz neue russische MiNtärmäntel eingekstidet war. Auch die Herkunft von Waffen und Sprengstoffen deutete, wie einwandfrei festgestellt wurde, ans Rußland hin Dazu verfügten diese Deutsch-Moskowiter über umfangreiches und genaues Kartenmaterial für affe Gebiete Deutschlands Die Putsche im übrigen deutschen Reiche hatten nur geringere Bedeutung, wenngleich in Sachsen durch verbrecherische Sprengungen auch genug Unheil angerichstt wor- den war. Aber in der Hauptsache beschränstn sich jetzt die Unruhestifter dott, ebenso wie im Ruhrgebiet, in Südwestdeutschland und in Bayern auf Streiks und Straßenkundgehungen. Vereinzelt kommt es noch zu störenden Zwischenfällen, die ober leicht unterdrückt werden. Die Aiche.n- gerjchast der Aufrührer ist doch zu gering, als daß ftc etwas ausrichten könnten. Demgegenüber hat uch die Vernunftige Arbeiterschaft erfreulicherweise als ordnungsliebend erwiesen und die Verbreckterischen Taten verurteilt. Sehr bezeichnertd ist, daß die Gewerkschaft der deutschen E t s e n b a h n e r die Regierung durch Telegramme aufgefordett hat, für die Sicherung des Bahnbetriebs energischer zu folgen, andernfalls wollten die Eisenbahner ihre Sicherung selbst in die Hand nehmen
Dieses Telegramm gibt viel zu denken. Einmal zeigt es,'daß die kommunisttsche Saat der Hetze unter den Eisenbahnern auf unfruchtbaren Dvden gefallen ist, und daß das deutsche Volk in allen Schichten die frevelhafte Störung des Wirtschaftslebens entrüstet ab lehnt. Zum an- derii aber bedeutet das Telegrannn einen Vorwurf für dte preußische Regierung, die es unter- wsscn hat, den Ausbruch des Aufruhrs zu verhüten, so daß erst Schaden an Leben und GM arMrtchtet wurde. Die Regierung war zur Genüge vorher gewarnt worden, und sie hätte wir Leichtigkeit wirksame Gegenmaßnahmen treffen können. Aber au5 taktischen Gründen scheute sie sich vor notwendigen Handlungen. Um nicht in de» Verdacht zu kommen, daß sie den Rechtsparteien nahe stände, ließ sie dem linksradikalcn Treiben freien Sauf So hat sich das lange un- ter der Oberfläche schwelende Feuer ausgebrei- «t, bis cs schließlich durchbrach und in hellen Flammen aufloderte. Während sie die bewaffneten bokschervistischen Umtriebe duldete, nahm sie aber Veranlassung, die waffenlosen Selibst- schutz-Organisattonen bürgerlicher Kreise zu teer- folgen und zu verbieten, bis sie endlich doch, t**. Verfassung^ und dem Gesetz Nachkommen», das Verbot airfhob. Zu dieser einseitigen Mih- rung der Innenpolitik hat auch nicht wenig das bekannte Wort eines ehemaligen Staatsmannes: »Der Feind steht rechts* beigetragen, wogegen er heute wohl zugeben wird, daß auch für ihn der. Feind links steht Nicht nur die Mehrbeits- soztaldemokraten, sondern mvch die Unabhängigen weifen die Kommmristenputsche ensschied'en zurück.
Truppen beherrschen die Lage.
Verhaftung der Führer. — Zusammenbruch der Streikbewegung.
IynamitMern.
Bomvenexplosion am ersten Feiertag.
•le RstöftShanplftadl ist diesmal von dem tont« maulftts-hen «nf»»hr verschont gedliedeu. Ade» D-rfuch- 43 greoeltaicn find doch erfolgt. St«, die rechtzettigen Viapnahme» der <p»tt,«i haben arSftere« Unheil in Berlin verhindert, liebe» den Berlanf der vftrrtage wird un« geschriebenr Der toanne, knospenweckenlde Frühling der Karwoche geleitete sacht in den kalten Mißmut eines frostigen Ostertagcs hinüber. In die Auf. erstshungs stimm ung kam die Kunde von blutigen Ercigniissen, die auch in den Straßen Berlins nicht awAblieüen. Das Echo wüster Hetzreden zerschneidet die friedliche Osterstille. Bange, sorgen- schwer geht man an dem Abend, der das Fest der ewigen Erneuerung einleitet, Mr Ruhe Soll die Passionswoche noch nicht M Enlde fein? Bo- ffinnt eine neue Woche, ein neuer Abschnitt der Leiden? Heller als der erste grüne Knospen- logen, 'der die Bäume überrieselt, leuchten durch den harten Schein der Gaslampen die roten An- schlage an den Litfaßsäulen, die AnsamMungen unter freiem Himmel verbieten. Der böse Berliner März kann auch dies Fahr nicht zu End« gehen, ohne Sturm und Leidenschaft, ohne Angst und Not auszuwiihlen. Hinter dem Nebolrav eines riesigen Hofes 'Mißt der Abnehmende Ndond immer mehr von seinem EMmze ein. ©tiff und ruhig wächst die Nacht. Me mag es nun im Berliner Norden $uigeben? Man fühlt sich im Westen $u sehr beruhigt, denkt nicht an die Möglichkeit gewaltsamer Störungen. Mitternacht ist lange vorbei. Der Ostertag ist da! Aber auch die Bubenhände sind zur Sattle, die ibn in seiner ersten Stunde entweihen. Ein großer, voller, heller, kurzer Knall! Dann Stille — und erst Sekunden später ein Prasseln urb Stürzen und Splittern. Dieser Knall reißt die Menschen ans den Betten. Sie wissen, ohne zu überlegen, was er bedeutet! Eine Bombe ist geplatzt. Man hat diesen Knall im ganzen Ber- ltner Westen gehört: selbst ins Zentrum der Stadt drangen die letzten, dumpfen Ausläufer der Schallwellen. Wer aber in der Nähe des Charlottenburger Bahnhofes wohnte, der zwet- fclte nicht:
Karlsruhe, 31. März.
Das Urteil der deutschen Geruhte gegen die amerikanischen Detektive, die unter erschwerenden Umständ.m den Amerikaner Berg' doll im Badischen verhaftet hatten, bat tn Amc- rtfa unangenehmes Aussehen erregt. Staatssette- . tär Hughes hat erklärt, der Sache seine besonde- « Auftniksamkeit widmen zu wolle» und aus -------eine diesem Grunde wird täglich eine offizielle Kund, tts cinöcrufen hat. gebung erwartet. Die amerikanische Regierung Kundgebung der Ar- befindet sich in einer eigentümlichen Lage, da sie
Wien, 31. März. (Privatteteyrmmn.) Der Ludapester „Hirlap" meldet, daß der Rcichsver- wcser nach dem Empfang des Exkönigs Karl eine Gesamtsitzung des l a 6 i n e i. _ Weiter wird gemeldet: Tie Kundgebung der Ar- beiterfchaft gegen den Empfang des Exkönigs Karl beim Reichsvcrwescr wurde von der Regie- rmig verboten. Als bcdeussckm für die wirkliche Stellungnahme der ungarischen Regierung gilt, daß die amtliche Telegraphen- Agentur in ihr-m Bericht nicht von dem Exkönig, ondern von Seiner Majestät dem apostoli- chen König Karl spricht. Ter Oberhofrrmr- sck all Graf Huntzady fprach laut Pefter Lloyo bei der Abreife zu dem diensttuenden Wachkom- mandantcn vor der Ofener Burg: „Auf Wie»
wenn die P r o z e sse geMn die Aufrührer statt-1manger noch die Papiere für seine unaefiin- ftrtben werden, wird euMch die Ernüchterung d^ Au-'reise aus llngam erwa tett 3 kommen. Wie der Reichspräsident angeordnet j ' Ungarn erwa.iel.
hat, sollen alsbald Sondergerichte eingesetzt werden. Zu diesen Verhandlungen ist nur zu wünschen, daß nach Gesetz und Recht geurteilt und nicht wieder eine schwammig-weiche Amnestie erlassen wird. Der Oberprästdent Hörsigg in Magdeburg hat sich schon gerade genug geint, als er in den ersten Ansruhrtagen eine Amnestie für diejenigen, die ihre Waffen abliefern würden, versprach, ohne dazu ermächtigt zu fein. Die preußische Regierung hat nachher in einer gewundenen Verlegeicheits-ErMrmra die voreilige Bekanntmachung des Herrn Hörsing als ungültig bezeichnen müssen. Die Sondergerichte offen in K a s s c l und andern Städten ihren Sitz hoben. Wir werden also hier wieder einmal das schon zur Gewohnheit werdende Schauspiel eines umfanareichen Ausrührer-Prozesses erleben zur AusmerAMg eiroeS Schandflecks im deutschen Reiche. K. F Dr.
Berlin, 3L März. (Privat . Telegramm.) i Ausdehnung der Generalstreikbewegung infolge Die bis Mittwoch nachmittag vorliegenden Mel- Widerstandes der Gewerkschaften nicht erfolgt.
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Kasseler Abendzeitung
Nur eine Erklärung für die Haltung der Regierung gilt es allerdings: Wenn sie überzeugt war, daß der Aufruhr sehr bald zusammenbrechen mußte, so wandte sie ihre Taktik des Zögerns an, um die wilden Elemente sich 'ustvben au lassen, damit der kommu- «isttsche Fehlschlag befto gründlicher erfolgen solle Es sst nun wlchl als sicher vor- auszuschen, daß nach dieser mißglückten Kraft- prrwe der von Moskau gelenkten Kommunssien dieie Partei der Radikalinski ihrem Untergänge zusteuert. Merkwürdig genug, daß die Partei. Whrer sich aus dem Staube gemacht haben uns die Rotgardgren ihrem Schicksal überlassen. Jene verblendeten Leute, die von der rohen Gewalt einen Vorteil erhofften, werden jetzt doch klüger geworden sein und sich von den blutigen Hetzern abwenden. Als bei der letzten Wichl die Kommun, ften einen großen Zulauf hatten, glaubten die Ueberlaufer, die nur unreife, jugendliche Mcmchen gewesen sein können, die Freiheit der Terroristen-Willkür in Deutschland herbe-führen ju können, freute müssen sie sich bereits als ein« rrrogeteitete, utteibslose Menge bettachten, tüchl
pest sich verständigen kann, werden dort alle diese Nachrichten bestritten. Gestern abend ist in Budapest ein halbamtlicher Erlaß erschienen, der iu wirren Worten die Ereignisse der letzten Tage aufzahlt, die Haftung Horthps rechtscttigt und ettlärt, datz datz ganze Kabinett auf feiner Seite steht. Gerüchte waren in Budapest verLrcitet, daß Erkaifcr Karl bereits Steinamangcr verlassen und die Reise nach Spanien an getreten habe,_________ UU1 uut x
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