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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Mittwoch, 30. Marz 1921

Nummer 68

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Der Bolschewismus im Reiche

Weiterer Dhnarnrtfrevel.

täfle

Ein Verbrechen verhindert.

Halle, 29. Mürz. (Privattelegramm.) In Halle wurde kurze Zeit nach dem Anschlag auf dieSaale-Zeitung auch ein gleicher auf die Hallische Zeitung" verübt. Der Polizei gelang cs in derselben Nacht, unweit des Polizeigebän- dcs einen Mann mit einem Sack zu verhaften, der zehn Kilo Roborit enthielt. Es war geplant, da­mit das Poljzeigrbäude in die Lrrst zu sprengen.

$U Kasseler Reaesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal enb »war a bend r. Der Abonnementspreir betrügt monatlich MX> Wart bei freier Zustellung In» Hau», aus­wärts durch di« Post bezogen L&O Mark monaMch einschließlich Zustellung. Bestellungen werben jeder,rit von der «eschäftSstelle oder de» Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlog und Redalttan-, Schlachlholstraß« 28/30, Für unverlangt etngesandte Beiträge kann die Redaktion ein« Verantwortung oder ®ernähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgeschlosten.

kehr ist unterbrochen. Es ist bisher keinerlei Verbindung mit ta Orte möglich gewesen.

Bereitschaft der Polizei.

Frankfurt,' 29. März. (Privattelegramm.) Das Hauptpostamt ist seit der kommunistische,! Demonstration am SamStag ballernd durch ein Kommando der Schutzpolizei besetzt. Montag nachmittag versuchten Kommunisten, in den vergebenen Stadtteilen Flugblätter und Pla­kate mit aufreizendem Anhalt au die Strassen- ecken zu kleben, wurden aber von der Schutz­polizei daran rcrlnndcrt Mehrere Kommunistin -ny yrxhgssrt Wmdeg, <

Velager«ngsz«ftand im Westen.

Bochum, 29. Mürz. (Prtoattelegramm.) Uebcr die Bezirke Bochum, Gelsenkirchen wld Dortmund, sowie über eine Anzahl rheinischer Jndustrieortc ist der Ausnahme­zustand verhängt worden. Aus Essen wird be­richtet, daß die Schutzpolizei grosse Langmut zeigte. Sie schoß zuerst in die Luft, und erst als sie schwer bedroht war, machte sie von der Waffe Gebrauch Als die Menge zurückwich, wurde jede wettere Abwehrhandluug unterlassen.

gniertionSpreifei a) «tnhetmlsche Auftrage: Die einspaltige Anzeigen-Zelle SH. L», die einspaltige Reklamezelle M. 3.-» b> Auswärtige Aufträge: Die etnspalNge Anzeigenzelle M. L50, die einspaltige Rekiamezeile Dl. 3.50, alles einschließlich Tenerirngszuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- baten und Plage kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Echlacht- hosstraße 23/ZU. veschäftssielle: Kölnische Htrabe 5. Telephon Nummer «51 und «52.

zusamMenftotz im Ruhrgebiet

Sole und Verwundete in Essen.

(Prival-Tclcgramm.)

Essen (Ruhr), 29. Mürz.

Die Kommunisten hatten am Sonntag ihre Anhänger durch Flugblätter aufgefordert, zu den Waffen zu greifen und die Betriebe zu besetzen. Am Sonntag nachmittag war eine grosse Massen­kundgebung auf dem Kopfstadtplatz angesetzt. Die Polizei hatte den Platz bereits uni drei Uhr ab- gepscrrt. Nm 44 Uhr kam es zu einem Zusam­menstoss zwischen Schutzpolizei und Demon­stranten. Es gab Tote und Verwundete. Der Schutzpolizei gelang es schliesslich, die Masse« ab- zudrängen. Später trat wieder Ruhe ein. Das ganze Stadtivncre wurde abgesperrt. Bon wel- chcr Seite der erste Schuss gefallen ist, konnte noch nicht fcstgestrllt werden. Nach Mitteilungen von amttjcher Seite waren biS acht Uhr abends fol­gende Opfer festgestellt: Auf feiten der Schutz­polizei drei Tote und elf Verwundete, darun­ter ein Leutnant, auf feiten der Demonstranten fünfzehn Tote und fünfuaddreitzig Verwundete.

Gefährdung der Antergrundbahn.

Berlin, 29. März. (Privattelegramm.) In der Nacht von Ostersonntag zu Ostermontag drangen in das Kraftwerk Untersprce bei Span- bau, das die Berliner Untergrundbahn mit Strom versorgt, vier junge Burschen ein und zwangen mit vorgehaltenem Rcvol. ver die völlia überraschte kleine Nachtschicht sich in eine Ecke des Maschinenraumes zu bege­ben. Die Banditen versuchten hierauf, die Schaltung für die Haupttapel zu sprengen, gerie­te« jedoch an eine wenia bedeutende Nebenan­lage. Dadurch daß die Hauptsprengladunq nicht explodierte, erlitt auch diese keinen erheblichen Schaden. Der Betrieb des Werkes erleidet keine Unterbrechung. Die Verbrecher konnten leider ungehindert entkommen

Chronik wieder verzeichnen, die Verwundeten gar nicht zu zählen. Und die TynEtt-Anschläfle dieser Verbrecher haben uns wieder einmal vor Äugen geführt, wie das deutsche Volk immer noch förmlich auf dem Pulvers rsse sitzt. Die Politik des Dynamit, die damit wieder betrieben wird, droht den wunden Körper Deutschlands gong in Fetzen zu reißen. Wenn in diesen^ traurigen Tagen etwas mit Genugtuung erfüllen kann, so ist es die besonnene Haltung der Ar­beiter sch ast im übrigen Dentschwnd. Die Kommunistische Partei, deren klügere Köpfe ge­wiß die LZahnsinnstalcn dieser Tage ablehuen, kann die Verantwortung für das, was geschehen ist, mtd was notwendigerweise noch folgen muß. nicht von sich abwälzen. Was sich jetzt wie­der entladen hat, ist nichts anderes als die furcht­bare Saat ihrer Hetze, die ohne Beispiel ist. Eine politische Idee liegt der Politik des Dynamit wahrhaftig nickt zugrunde.

Die' Plane, die von jenen Menschen. verwrA- Ä6t werden sollten, stellen sich als nichts Md-

Alle Anzeichen lassen erkennen, daß die Fäden ru der gegenwärtige« LoulimMrsiischeu J2___

lution nicht im deutschen Lande selber, fomdern von Moskau her hinter den Kulissen ge­zogen worden sind. Wenn es auch den russischen Bolschewisten gelungen ist, die Gegenrevolution in Rußland wieder einmal blusig niederzuwer­fen, so gibt es doch noch Schwierigkeiten genug. Es erschien den Sowjet-Diktatoren dringend ge­boten, durch einen Erfolg für den Bolschewis­mus an irgend einer Stelle das gesunkene An­sehen wieder aufzufrischen. Der deutsche Boden wurde für ein derartiges Beispiel für gut be­funden. In Moskau weilt ja schon seit langer Zeit anstelle des damaligen Abgeordneten Adolf Hoffmann der jüngere Geyer, der kommunistische NeichstagSabgeordnete. Er ist einer der blusig­sten Kämpfer für den Bolschewismus, einer der­jenigen, die in der Tat vor nihilistischen Mitteln nicht zurückschrecken. Nach allen Informationen, die man über den Zusammenhang der gegenwär­tigen Ereignisse in Deutschland hat, entspricht die Amlaoe und Durchführung des Ausstandes den Befehlen der Diktatoren von Moskau, die ihrer­seits wieder auf die Informationen Geyers sich verließen. Es ist auch schon längst kein Geheim­nis mehr, daß selbst so radikale kommunistische Persönlichkeiten wie Adolf Hoffmann, Levi und Klara Zetkin aus der Zentrale der Kommunisti­schen Partei in Deutschland auf Anfordern Mos­kaus herausgchrängt wurden, um den Vertretern der schärferen und vor allem den bolschewistische n russischen Diktatoren willfährigeren Richtung Platz zu machen. Denn so kurzsichtig ist auch ein Adolf Hoffmann nicht, daß er nicht wüßte, daß unter dm gegenwärttgen VerlMtniffen ein kommunistischer Aufstand aussichtslos sein mußte und nichts weiter als Elend Wer die dmtsche Bevölkernrnr bringen konnte. Man be- merft es ja jetzt schon, daß die Drahtzieher, die Führer", die Hetzer sich wohlweislich tot Hinter­gründe halten. Sie waren die elften, die das Feld räumten, wenn die Sache schief ging. Die- jenigen a>ber, die sie in die Anarchie hineingehetzt haben, müssen die Folgen tragen.

Die in der vorigen Woche besonders auf­peitschende Sprache der »Roten Fahne", die ganz unverhüllt zu dem blutigstm Terror gegen alles, was mit dem Bürgertum irgendwie zu tun hat, aufforderte, konnte natürlich auf die geistige und moralische Verfassung der Verhetzten nicht ohne Einfluß bleiben Nun sehen wir die Folgen: Ein paar hundert Tote muß diese schauerliche Chronik wieder verzeichnen, die Verwundeten

I Nach sechs Uhr b- reits erschienen Gruppen trott i Teilnehmern; um sieben Uhr befunden sich Tau- : sende in der Halle und eine Stunde später ähnelte der mächtige Madison Square Garden einem dis Vtm Rand gefüllten Kessel. Als der Vorsitzende.

l Dr. von Mach, die Versammlung zur Ordnung xiej, waren die MÄzeüntamend Ätze bis zum

Agitation im Wuppertal.

Barmen, 29. März. (Privattelegramm.)' Tie Gewerkschaften des Wuppertales lehnten die kommtmistfsche GenerülstreÄparole ab. Tie Kommiuristen beabsichtigen nun die gewaltsame Durchführung des Gesamtausstandes. Die Situ­ation ist kritisch. Unter den Kommunisten in B a r me n hat eine wüsteHetze eingesetzt. Sie fordern aus, die Waffen zu ergreifen zum Kampfe gegen die Regiermm und alle Gegner. Die Hetze findet alber wenig Anklang. Bis jetzt ist alles ruhig. Auch in Elberfeld ist von den Kommunisten der Generalstreik proklamiert worden. In Mettmann sollen schwere Un-

deres als ein System trat Raub, Mord, Plüude-i rung und Brandschatzung dar. Gegenüber solchem Treiben konnte für die Sachwalter der Staats­gewalt nur energisches Vorgehen die Parole sein. Man muß sich wundern, daß ein Blatt wie die 9iiöte Fahne", heute überhaupt noch ihre auf- peitschende Agitation treiben darf. Die Mei» nungsfretheit gewiß in allen Ehren; aber das WoilL von DoM und Reich steht uns doch noch höher. Die Regierung würde alle ordnungiSlie- bendeu Kreise des Landes auf ihrer Seite haben, toenn sie gegen die Macher dieses ,Marz-Aus- staMdes", wenn sie gegen die anarchistischen und nihilistischen Aufrührer mit allen ihr zu Gebote stehenden Machtmitteln schneller vorgegaugen wäre. Die Zustände, wie sie sich jetzt wieder im deutschen Lande entwickelt haben, waren allen­falls eines unkultivierten Volkeswürdig*. 2Btr halten aber das deutsche WoA, das sich gerade jetzt wieder anschickt, zu all dem Vielen, was es schon erlitten hat, noch wettere Opfer und Leiden aus sich zu nehmen, für zu gut, um als Versuchs- karniickÄ herhalten zu müssen. J. B,

Sie schwarzeSchmach.

Maffenprotest der Deutsch-Amerikaner.

06 ist leibet feM,«stellen, dass in Deutsch land di* entsetzliih« Erniedrigung, bl« unS durch di« schwarz» Besatzuua angetan wird, nicht mit eige­ner «rast «»gewehrt werden kann. Umso etfteu- sicher ist es, Satz wir in Amerika bei dem dortigen Deutschtum moralisch, Uutrrstuhnng finde».

Mus Newyork schreibt rotier dem L Mär, der Vertreter des Deutschen Auslands-Instituts ©tuttgort: Mit der Massenversammlung im Mädifon Square Garden sst das Deutschtum von Newyork und der Vereinigten Staaten aus der erzwungenen Abgeschlossenheit während des Krieges in das volle Licht der Oeffentlichkeit ge­treten. Es war ein urgewaltiges Aufflammen, ein mächtiger Pro test gegen di e schwarz« Schande am alten deutschen Rhein, aber über den direkten Zweck der Versammlung hinaus» gehend, liegt die Bedeutung der mächtigen Kund­gebung in der Tatsache, daß ein in Verfolgungen gehärtetes und geeintes Deutsch-Ämerikanertum der Verhetzungen müde und entschlossen ist, nicht länger die Verunglimpfungen alles Deutschen schweigend zu erdulden, foudern wieder hi nauszu treten an die Oeffentlichkeit, ihr Recht als amerikanische Bürger und ihr doll- gerüttelt Maß von Einfluß auf die Politik des. Landes zu fordern. Wenn einer der Redner in die Versammlung hinauSrief: ,SH) bin

stolz darauf, von Deutsche« abzustammeu. tausendmal stoltzer, das erste Kulturland der Welt zur Heimat meiner Vorfahren zu zählen, als ein Nachkomme der englischen Pibgervüter zu fein," so war dies mehr als ei» persönliches Be­sinn tnis: Hier sprach sich der Geist von Tausend den und Wbertausenden aus, zugleich eine Kampf- ansage an diejenigen Elemente tot amerikani­schen Volkskörper, die für sich das Recht der Herrschaft in Anspruch nehmen. Bemerkenswert war die starke Beteiligung von Jrisch-Ame- r i kauern, die auch durch eine Reche von Rednern vertreten waren, darunter den bekann­ten Richter Eohalan. Auch die Ansprache von Oberst Anderson vom 69. Regiment sei hier er­wähnt, das eine Zeitlang tot besetzten Rheinland lag. Er sprach von den angeblichen Greueltaten, welche die amerikanische Presse Über die Deut­schen verbreitete und erklärte: »Ich kann Ihne» sagen, daß nicht in einem einzigen Falle Beweise für irgend welche Greueltat zu meiner Kenntnis oder zur Kenntnis irgend einer andern am Kriege beteiligten Person gebracht worden sind. Me einzigen Greuelfälle wurden Ihnen hier tu den Zeitungen aufgetischt. Und dann kamen wir an den Rhein und lernten hort das deutsche Volk kennen. So vermögen wir jetzt auch das Ent­setzliche «tttzuempstnÄen, das sich atm Rhein ab- spiolt und verstehen, was eS für die Deutschen bedeutet.* Als Vertreterin von Frl. Jane AdamS war deren MÄstreiterin für Frauen­rechte, Sara Baw Meld, gekommen, um im Namen der amerikanischen Frauen gegen die Schande am Rhein zu protestieren. Eine ganze Reihe von irtsch- und deutsch-amerikanischen Geistlichen hielten Ansprachen, worauf Sekretär F. O. Detttmmn vom Bürgerkomitee die Reso-- tittion verlas, welche an den Kuogreß das Er­suchen stellt, den Präsidenten anzuweisen, unge­säumt der französischen Republik zu eröffnen, daß das moralische Empfinden des amerikani­schen Volkes dir augenblickliche Zurückziehung der unzivilisierten französischen Kolonialttuppen fordert. Eine ähnliche Resolution des Repräsen­tanten der Briten von Illinois liegt bekanntlich dem Kongreß vor. Die Versammlung selbst war

eine wogende See von Menschen.

Halle a. S., 29. März. (Privattelegramm.) Bei Muldenstein, Balmstrccke Halle-Berlin, wurde heute nackjt die Eisenbahnbrücke in Revo- i>;e j>ft nesprengt. Auch die Eisenbahnbrücken in der 8tät>e von Wallhausen (Strecke nach Nordhausen) und in der Nähe von Oberröb­lingen (Sttecke nach Erfurt) sind von den Kommunisten gesprengt worden. In Sanger­hausen haben die Kommunisten das Haupt­postamt in die Luft gesprengt und den Bür- germeifter und einige andere Einwohner als Geiseln festiienommen. Das Innere des Haupt­postamtes ist durch die Sprengung völlig vernich­tet und ganz äusser Betrieb gesetzt worden. Am Sonnabend nachmittag traf ein Zug mit würt- tembergischen Militär ein, besetzte den Bahnhof und säuberte die Stadt. Abends fanden in San­gerhausen wieder heftige Kämpfe stuft.

Mitteldeutschland und Ruhrgebiet

Sprengung von Drücken nnd Gebanden im Bezirk Halle.

Berlin ist noch ruhig.

Sicherheitsmaßnahmen bet Polizei.

(Privattelegramm)

Berlin, 29. März.

Die erhShte Bereisschast der Polizeibeamten bleibt bis auf weiteres bestehen. In unterrich­teten Kreisen wird die Lage in Berlin sehr ruhig beurteilt. Man sicht, falls heute von unverant- worüicher Sette neue Putsche verübt werden sollten, den Dingen ohne Erregung entgegen. Da nach gewissen Nachrichten von kommunistischer Sette eine Besetzung bürgerlicher Zeitungen be­absichtigt ist, sind entsprechende Massnahmen ge­troffen worden, um jeden derartigen Versuch im Keime z« ersticken. Die Feiertage sind in Ber­lin ruhig verlaufen. Dagegen wurden vor den Toren Berlins mehrere Anschläge auf Eisen- bahuzüge verübt. Die Polizei hat im Büro der Roten Fahne" einige zehntausend bedruckte Proklmntionen beschlagnahmt, die die Ausru­fung der Räterepublik Deutsckstands ankündigte.

Reichsgebietes schlagartig eine große Mion zu beginnen, ste mit den rücksichtslosesten Gewalt- mittete in möglichst kurzer Zeit derart zum Er­folge zu führen, daß die Gegenseite aller Mittel zum Widerstand beraubt wäre, und daun in bet Reichshauptstadt der bolschewistischen Rätcherr- fchaft zum Erfolge zu verhelfen.

Dynamit-Politik.

Die schmachvollen Vorgänge im Reiche.

Der Aufruhr hat auch Während der Ostertage nicht geruht. Wie war es nur möglich daß der TerroriJums mitten in Deutschland gedeihen konnte? Die DynamitanfchWge auf große Ge- richtsaebäude und Rathäuser, die RaubüberMe auf öffentliche Kassen, die Freveltaten gegen Eisenbahrrzüge, die Plünderungen unter Anwen­dung von Waffengewalt, die gewalttätige Be­setzung von Fastrtten und Werkstätten, all das sind Methoden eines Bolschewismus, der in sei­nem U _ schon längst überwunden ist. Fast um dieseilbe Stunde epplödierten in fünf ve "ebenen Städten in den GerichisgebSü­den die Höllenmaschinen. Dergroße März- Aufstand" der Kommunisten sollte nach dem ursprünglichen Plane msr werden, wenn die Nachricht von einer geglückten Sprengung der Sie- aossanle zu Berlin in die Laude gekommen märe, Der Dynamttanschlag auf die Siegessäule ist da­mals durch einen merkwürdigen Zufall im letzten Augenblick mißglückt. Die kommunistische Aktion mußte daher Witter einsen rn, und sie litt an einer Verzettelung. Die Absicht war, wie früher schon, an den industriellen Brennpunkten des deutschen

Frevel in Franssurt i. K.

Versuchte Brandstiftung im Opernhaus.

(Privat-Telegramm.)

Frankfurt, a. M.. 29. März.

In der Nacht zum Ostermontag mürbe auf das Kuliffenhaus des Opernhauses ein verbret cherischer Anschlag verübt, bet aber zum Glück keinen Erfolg hatte. Ein Feuerwehrmann hatte bei einm Revisionsgang in einem Reinen Raum der Nordostecke einen Brandherd entdeckt. Bren­nende Zündschnur war durch ein kleines Fenster, das die Verbrecher eingeschlagen hatten, ins In­nere geworfen worden und hatte einige Geräte to Brand gefttzt- Die Wache hat dann sehr rasch die Gefahr beseitigt. An amtlicher Stelle ist man geneigt, die Tat als einen dummen Jun­genstreich anzusehen. Wenigstens liegen be­stimmte Anhaltspunkte dafür, dass es sich um ein von Kommunisten geplantes Verbrechen han­delt, bis zur Stunde nicht vor.

Halle, o. S., 29. März. (PAvat-Telegramm.) Eine Anzichl neuer kommunistischer Ver­brechen find an den Cfterfeiertagen im Bezirk Halle verübt worden. Nicht weniger als s e ch s wichtige Brücken wurden von den Kommu­nisten gesprengt. Bei der Sprengung der grossen Eisenbahnbrücke bei Annnendorf wurden die Schicneugleife auf über tausend Me­ter weit in die Lust gesprengt. Der Verkehr Mi­schen Halle und Thüringen war gestern abend noch nicht möglich. Im Bezirk Eisleben und Mansfeld wurden gestern wiHer dreizehn be­waffnete Russen festgenommen. Die Züge Berlin-Halle treffen mit sieben bis acht Stunden Verspätung ein. Nach Angaben von Reisenden sollen mehrere Personenzüge beschossen worden fein. Junge Burschen, mit Gewehren bewaffnet, drangen in die Züge ein und revi­dierten sie. Ein Zug mutzte infolge heftiger Be­schießung nach Wittenberg zurückkehreu.