Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 67
Sonntag, 27. März 1921
Fernsprecher 951 und 952.
11. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Der Bolschewismus dauert an
BermeldetGMWe mit Feinden
stabt und Klostermansfeld wurde den ganzen Tag Wer geschossen. Die Aufständischen hat- tat sich «Ms den Höhen hinter den Halden der Bergwerke verschanzt und beherrschten so die Zufahrtsstraßen zu den Orten. Im Laufe des Tages wurde« die Aufrührer von den Höhen durch Militär verdrängt. Sie versuchten aber, auf ihrem Rückzüge Häuser in die Luft zu sprengen. Es wirrde großer Schaden ungerichtet. Die zahlreichen Agenten, die in den umliegenden Ortschaften für die Rätearmee zu werben suchten, bemühten sich vor allem, junge Bur- scheu von vierzehn Jahren für die Sache zu gc- Winnen und unter Drohungen ihren Eintritt zu erzwingen. Im Laufe des Tages entwickelten die Aufrührer, besonders im Kloster Mansfeld,
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AuSnahmr der Strecke Halle-Kassel und des Straßenbahnverkehrs — im Gange. Seit Frcitaa gibt es wieder Wasser, Licht und Gas. Ob die Arbeiterschaft heute früh geschloffen in den Streik tritt, steht noch nicht fest, da die Stimmung hei einem großen Teil der Arbeiterschaft entschieden gegen den Streik ist.
Der Karfreitag ist in Berlin ruhig verlaufe«. Die Vorstände der Bezirksverbände Großber- lins der Mehrhcitssozialdemokratie und der unabhängigen Sozialdemokratie haben gestern längere Erklärungen veröffentlicht, in denen die Berliner Arbeiterschaft dringend gewarnt wird, der Streikparole der Kommunisten Folge ,n leisten. Die Regierung hatte für den flejtriwt Tag umfassende Sicherheitsmatznag- men vorgesehen, um etwaige Ausschreitungen im Keime zu ersticken. So waren die öffentlichen Gebäude mit Sicherheitspolizei besetzt. I« einem Vorort Berlins, in Marienscldc, mißlang ein Anschlag von Kommunisten gegen das Haus eines Landjägers. Die Polini hatte von dem geplanten Attentat rechtzettig Mitteilung erhalten und beschlagnahmte zwölf Kilogramm Roh dvnamit. Die Täter sind «och nicht ermittelt.
Halle, 96. MSrz.
In der Gegend von Halle ereignete sich ein neues Verbrechen gegen einen D-Zug. oHjnter Großkogcl auf bet Strecke von Halle nach Leipzig entgleiste der Hamburg. Leipziger D-Zug 151 dadurch, daß verbrecherische Hände die Schienen gelockert hatten. Die Lokomotive, der Packwagen, der Postwagen und zwei D-Zugwagen Mitten die Böschung hinunter und stürzten nm. Der Materialschaden ist beträchtlich. Verletzt sind der Lokomotivführer, der Zugführer, ein Postbeamter, zwei Reisende. Ein Hilfszug brachte alsbald auf dem freigebliebenen zweiten Geleis die Reisenden, die mit dem Schrecken davonkamen, nach Leipzig.
Die Strecke Kassel-Halle gesperrt.
Berlin ist noch rnhig.
Sicherhcitsmatznahmen und Warnungen.
(Prttxtt-Telegramm.)
Berlin, 26. März.
bat keineswegs nur seelische, sie bat elx-nfo kulturelle «nd soziale Kräfte, und Julian Schmidt hat vollkommen recht: Weder die Politik noch die Volkswirtschaft sind imstande, ohne Beihilfe anderer sittlicher Möchte die Menschheit besser und glücklicher zu machen.
Kein Volk aber bedarf der Religion so sehr als ein am Boden liegendes. Denn nur aus ihr kann es Mut und die Hoffnung einer Aufrich- tuma schöpfen, nur aus ihr die Kräfte neuen Strebens und heiligen ausbauenden Ernstes. Soll die Religion diese Aufgabe erfüllen, so darf man sie nicht zu einer Angelegenheit der äußerlichen Form machen, sondern muß sie mit Geist und Leben erftillen. Aber auch nicht zu einer Angelegenheit des Dogma. Mehr Religion — weniger Theologie! Das ist das Zeichen, unter dem die Religion ihre Auferstehung feiern muß, soll sie der Menschheit unserer Tage, soll sie insbesondere dem derttschen Volk das werden, was wir von ihr srhoffen: Kraft imd Weg zum neuen Aufbau. Aber nicht nur die Religion, auch die Kirche muß Auferstehung feiern. Denn oaS Eine ist klar: In die furchtbare Krisis, in deren Entwicklung wir jetzt stehen, und bei der eS sich um Sein und Nichtsein handelt, wird auch die Krrche mit hineingezogen. Religion und Kirche, das sind die beiden Mächte, die entscheidend bei den Geschicken unseres Vaterlandes mitzufpre- chen haben.
Wie war es denn in der schweren und bedeu. tungsvolleu Zett vor über hundert Jahren? Erwies sich da neben dem nationalen und politischen nicht auch das religiöse und kirchliche Element von großer Wichtigkeit für die Wiedererrichtung des Vaterlait- d e s? Hat neben Arndt und Fichte nicht auch Schleiermacher zum Ausbau das Seine bei getragen? Freilich, dazu muß sich etwas ganz Neues im Wsttstn und Streben der Kirche vollziehen. Will sie. wozu sie in erster Linie doch berufen, wieder das ethische Gewissen weiter Kreise toerben, ihnen Trost Kraft, Ausrichtung leihen, so muß sie unter völliger Ausschaltung der Be-
Ätmbgebtmg im Ruhrgebiet.
Essen, 26. März. (Privattelegramm.) Aus dem Ruhrrevier wird gemeldet, daß am Karfreitag eine in Bochum einberufene Demonstration ruhia verlaufen ist. Die Bergarbeiter- Nuion hiett eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, heute in den Streik zu treten. Der Verband der Bergorbetter Deutschlands, der deittsche Metallarbeiterverband und der Zentral- vcrband der Mechaniker und Heizer Deutschlands hat einen Ausruf an die Arbeiterschaft des Ruhrreviers erlaffeu. in dem diese gewarnt wird, sich zu Unbesonnenheiten hinreitzeu jn lassen.
Gefahr für stisenbabazüge.
Entgleisung eine« V-Zuges,
Zerstörung eines BahnhofsgebSndeS.
Hettstadt, 26. März (Privattelegramm.) In der Nacht zum Karfreitag versuchten Kommunisten das Bahnhofsgebäude in Hettstadt zu stürmen. ES entspann sich ein Ge- fecht zwischen den Kommunisten und der Schutzpolizei, in dessen Verlauf die Kommunisten einige Tote hatten. Der rechte Flügel des StationS- gebäudes wurde durch Dynamit völlig zer- stört. Dem Stattonsvorstand und den anderen Beamten gelang es, sich in Sicherheit zu bringen. Beim Rirderwersen des kommunistischen Anstandes mutzten auch Geschütze in Tätigkeit treten, da die Höhen um Hettstadt von den Aufrührern mit Maschinengewehren besetzt waren. Es gab auf beide» Seiten Tote und Verwundete.
zeickmungen .Klerus' und „8<rie* und unter tatkräftiger Mitarbeit christlicher Männer und Frauen daS werden, wozu sie bestimmt ist: eine Volkskirche. Eine Volkskrrche, die den Weg zu den Herzen der Menschen zu finden weiß, ihren Bedürfnissen, ihren Nöten, ihren Sehnsüchten sich anzupaffen vermag. Denn die Kirchlichkeit allein tut es heute nicht mehr. Auch nicht die Lehre. Das Leben, der Ernst, die christliche Innerlichkeit, mit der es gelebt wird, das ist die Hauptsache.
Freilich, diese neuersteh-nd« Volksftrche wird n. muß Bekenntniskirche sein. Eine rechte Ostern- ftrche muß sie werden, in deren Mittelpunkt Ehristus steht, der Gekreuzigte und Todesüberwinder, eine Kirche, gestützt auf das Priestertum aller Gläubigen. Im Lichte eines erlebten und lebenden Ehristus alles beleuchten: nicht nur die persönlichen, sondern die sozialen und na- ttonalen Angelegenheiten unseres Volkes, durch seine Kraft und Größe Mut zum Handeln, Aus- I)(irren im Leid, Trost im Sterben, Hoffnung auf Wiedersehen mit denen, die uns der Tod genommen, und alles in allem fülle, starke Freudigkeit empfariaen, das heißt die rechte Ostern- ftrche bauen. Die Osternkkrche die schönste lUch ihr Führer de? lebendige Chri-
in Hettstadt, Dorndorf a. S. mrd Heiligenthal ■- r.e Obhafte 2Ä-rvetötigkeit. Aus^Furcht vor einer Zwangsaushebung hat eine Mnze Anzahl wehrfähiger Männer die genannten Orte verlassen.
' Set Mitteldeutsche Aufruhr.
Kämpfe und Terror der „Rätearrnce".
(Privctt-Telegramrn.)
Magdeburg, 26. März.
Ans Sauderslebcn wird gemeldet: In Hett-
Auferstehungstag.
Zum Osterfest 192L
Von
Artnr Brausewetter.
Die Zeit, in der wir dies Mal Ostern feiern, kft einer gewaltigen Krisis vergleichbar. Wird unser Vaterland durch sie hindurch gesunden? Oder wird es in unheilbarer Krankheit befangen bleiben? Wird es in seinem Todesschlaf beharren ? Oder eine Auferstehung aus ihm feiern ? Die Auferstehung ist die Idee des Osterfestes. Alle Hypothesen für und wider die wirkliche Auferstehung Jesu berühren uns heute nicht mehr. Das aufrichtige Verlangen nach Religion leb* in den weitesten Kreisen des dentschen Volkes. Aber in der Religion, wie wir sie heute haben, ist Vieles so alt und brüchig, so verstaubt und vertrocknet, daß die Zahl der Menschen wächst, die nichts mit ihr anzufangen wissen, die sic haben möchten und schmerzlich Mlen, daß sie sie nicht haben. Und doch braucht sie unser Volk notwendig wie das tägliche Brot. Denn gibt es keine menschliche Tätigkeit von wahrhaft geistiger Bedeutung, die nicht in einer mehr oder minder bewußten Beziehung zu Gott und göttlichen Dingen ihren Ursprung hat, so läßt sich eine große, des Namens würdige Nation nicht denken, deren politisches Leben nicht von religiösen Zielen angeregt und erhoben würde. Die Religion ist int letzten Grunde nicht nur etwas Persönliches, sondern zugleich etwas Völ- ftsches. Ein Staatsleben, gleichviel in welcher Form.es sich vollzieht, bleibt ohne Religion und ihre Mitwirkung undenkbar. Denn die Religion
Verfarrnrrlrrngsverbot in Bayern.
München, 26. März. (Privat - Telegramm.) Radikale Arbeiterversammluugen unter der Parole der Generalstreikproklamierung waren für Freitag abenv in München, Augsburg. Nürnberg und anderen bayrischen Städten einberufen. Die bäurische Regierung hat auf Grund der Ermäch- tiguua von Berlin die Abhaltung solcher Versammlungenverboten. — Der Reichstagsabgeordnete Wendvlin Thomas, der gestern abend in der kommunistischen Parteiversammlung über die Vorgänge hn Reiche sprach, ist auf Grund seiner Rede, die eine Aufforde- rung znm Hochverrat enthielt, gestern feft- g c n o mm c n worden. Wie die Münchener „Zeit" meldet, wird Thomas dem Gericht zngeführt.
Gefahr im Martsfelder Bergbau.
Magdeburg, 26. März. (Privattelegramm.) Nach Aussagen geflüchteter Bergleute find Drriviertel aller Arbeiter in dem Mansfelder Grubenbczirk gegen den Streik. Sie sind aus Angst infolge der Drohungen der Aufständische» von der Arbeit fern geblieben. Große Befürchtungen bestehen hier unter der Arbettcr- schast wegen der Bergwerke, die nach ihrer Ansicht st, bald als möglich unter militärischen Schntz gestellt werden müßten, weil andanernv Sabotageakte versucht werden. Insbesondere wollen die Aufständischen mit Gewalt die Waffer- pumpen stiliegen. Dadurch würden zahlreiche Schächte versaufen und der Betrieb auf lauge Zett hinaus Wllgelegt werden. Inzwischen ist aber eine Verstärkung von Sicherheitsmaun- schaften nach Hettstadt abgegongen.
Eine Erklärung des HansabundeS.
r .®aS, Präsidium des deutschen HansabMrdcS ruhtet folgmde Auforderuna an die Geschäftswelt: „Bereits nach den Pariser BeschWssen haben wir am 9 Februar in Versol« Vielsacher An- rogungen aus den Kreisen unserer Mirafieder den Gedanken einer äußersten Zurückhal- tung im Verkehr namentlich mit franzöfiscken machen und belgischen Waren der OefstnK kett bekannt zu geben. Die dann in London be- ch-ossenen Zwangsmaßnahmen haben eine au- y.ioHentlich große Anzahl der uns angeschlosse- nen Verbände und Firmen veranlagt, uns auf- zufvrdern. nunmehr mit aller Energie geaen die sogenannten „Sankttonen" und iusbesondcre ge- gen bett verfehlt:n Versuch, über das Deutschland mogftche Maß der Entschädigung hinaus eine Abgabe von fünfzig Prozent auf deutsche Waren zu erpressen. Stellung zu nehme»
Nach zuverlässigen Nachrichten fmb sowohl französische wie englische Handelskreise gegen bie zwangsweise Beschlagnahme des Wertes der deutschen Ansfichr und macken leb- Hafte Versuche, di« Vorschriften des Gesetzes M
Snferttonipretfe: a) 6tn6ctmtf*e auftrage: Sie einspaltige »nzelgen-geiie M. LZO, die einspaltige ReNamezeile M. 5.-. b) Auswärtige Auftrage: Die einfpaltige Anzeigenzeiie M. 1.50, die einspaltige Reklamezeile M. 8.50, olles einschließlich Teuerungszuschlag und Anzeigenfteuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme. baten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht- Hofstraße 28/80. DeschäftSstelle: Kölnische Sirabe 5. Telephon Rümmer »51 und 952.
stiis, ein unveräußerliches. Erlebnis unserem Volke, der Erlöser von den Schranken der Gebundenheit und das Enge und Arme dieser Zett und ihrer Not. Das ist die größte Auferstehung im Leben eines Volles, wenn es sich auf sich selber und die Quellen seiner Kraft besinnt, wenn es sich im gemeinsam verlebten Leid nur um so fester und untrennbarer einer an den anderen und alle gemeinsam an Gott und einen Kraft und Frieden spendenden Heiland anschließen. So laßt uns dieses Mal Ostern feiern, still und froh und geborgen in aller Unruhe und allem Kampf, die uns umgeben, als ein Fest des Sieges, der Freude und des Lebens!
Umtriebe im ganzen Reiche.
Zn Lachse» »nd Schlesien.
(Privattelegramm)
Leipzig, 26. Marz.
Jn Chemnitz rmd Planen wurden vorgestern abend in den Fabriken Flngzettel verteilt, die zur Errichtung der Sowjetrepublik aufforder- ten. In Borna bet Leipzig traten Vertteter der sächsischen Kohlenbergwerke heute zusammen, itin zu den Vorgängen in Mitteldeutschland und zur Gcneralstrcikparole der Kommunisten Stellung z« nehmen. In den sächsischen Revieren ist die Mehrheit der Bergarbeiter gegen den Streit — In Breslau hat eine Bande int Bankgeschäft Wallenberg. Pachaly und Eo. in der Taueutzien- stratze eine Bombe gelegt, um die Bank zu sprengen und auszuplündern. Die Bombe explo büj.«., w/ut jvvwt, größeren Schaden anzurichten. Die Bank selbst ist nur wenig beschädigt. Man nimmt an, daß auch dieses Attentat kommuuistt- schen Ursprungs ist. Die Verbrecher ergriffen die Flucht. Die Polizei hat bereits eine Anzahl verdächtiger Personen festgenommen.
Tirol bleibt treu.
Für den Anschluß an Dentschland.
$ee nach Oesterreich entsandte Sondervertreter unseres SlachrichtenLLrvs nahm in Tirol Ge. legenheit, mit den maßgebenden -persönlich, ketten Rücksprache zu halten. Der «gesamtem, druck sei in nachstehenden Zeile» geschildert. Tirol bleibt treu! Es läßt sich nicht durch Wiener Erwägungen beeinflussen, es weiß, wo sein Platz ist und es will diesen einneymen. Man sicht hier ohnedies bie Stunde kommen, wo man sich entscheiden muß, mau Mit, daß man eines Tages den Zusamenbruch erleben wird. Heute hat Deutsch-Oesterreich schon zweiundvierzig Milliarden Schulden, dreizehn Milliarden soll die zwauzigprozentige Vermögensabgabe einbttngen, sechzehn Milliarden verschlingen. aber schon die neuen Beamterrforbe- rungen. Und bie Ententehilfe, sie liegt fern, vielleicht kommt sie nie. Vielleicht laßt man Deutsch-Oesterreich zusammenbrechen, und bann werden sie alle amnarschieren, bie Tscheche» Slowaken, die Ungarn, die Jugoslaven und die Italiener. Italien allerdings würbe mit sich reben lassen. Es hat «in starkes Unbehagen vor den Abgeordneten der „befreiten" Gebiete. Bei
Halle a. d. Saale, 26. März. (Privat-Tele- w»uwu. x-te xmer zino n»a) nickt ermittelt, firamm.) Trotz des von der kommunistischen | Auch cm Karfreitag wurde die Morgenausgabe Parteileitung ergangenen Aufrufs zum Gene- der „Roten Fahne" von der Polizei beschlag- ralstrcik ist in Halle selbst bis Freitag abend alles! nahmt. Tas kommunistische Blatt kann vorläu- ruhig verlaufen. Ter Eisenbahnverkehr iß^mit'fls niLt erscheine».
‘ der Abstimmnug über Monarchie oder ' Republik in der italienischen Kammer hatte . bie Monarchie scchsundzwanzig Stimmen Mehrheit, in ihr waren aber vterunbzwanzig Staats- fekrctäre und ähnliche Beamte einbegriffen! Blieben zwei ganze Stirnmen Mehrheit. Wären bie dreizehn Abgeordneten aus den neue» Gebieten dazu gekommen, bann war der Zusammenbruch der Monarchie besiegelt. Italien ist also 'n töt abgeneigt, unter gewissen L'äwalitäten auf Südtirol zu verzichten, eS würde eine Befestigung des Brenner sich ausbedinaen und bei aller politischen Freiheit eine Oberhoheit anstreben. Es sind sogar schon sokhe Fühler in Nordttrol ausgestreckt worden. Aber te fanden einstimmige Ablehnung. Tirol wird sich nie freundlich in italienische Souveränität begeben, es würde nur einer Gewalt weichen, und cs weiß, daß, sobald in Wien eine Kommunistenputsch ausbricht oder wenn in Tirol eim' Gewalttat erfolgt, italienische Truppe» ein» marschieren werden. Italien sucht «M einer Handhab«, endlich die ersehnte
direkte Grenze mit Deutschland
rrr bekommen und es ist infolgedessen ÄleS andere als anschlußfeindlich. — Auch ttr England beginnt die Auffassung Raum zu gewinnen, daß man nicht alles durch die französische Brille ansehen darf, und daß man an Ort und stelle überzeugen muß. DaS hat die englische Regierung lungst getan mit dem Ergebnis, daß der AnsMußgedanke in Tirol fest verankert ist und nicht gelockert werden tonn. ■ Die Tiroler mb Idealisten, aber sie führen Realpolitik, sie wissen, baß nicht nur ber Geist leben will, sondern auch der Magen. Sie gehen also ihren etgenen Weg und wenn bie Abstimmung in Oberschlesten vorüber ist, bann werben die Norvtirvler, bie übrigens mit Genchmi- gung ber Entente gut bewaffnet sinb und eine flranaenbe Organisation aufweisen, am 24/ Avril an die Wahlurne treten; darüber, wie die Entscheidung mlsfallen wirb, kann es ^,^fel nicht geben. Sicherlich fast ein-
Jf,CriD£L "Fl Herzenswunsch Ausbruck gehstt Anschluß an Deutsch.
DeutscAand liegt ihre Zukunft, Sehnfucht, und ber starre Sinn der Tiroler, der Männer aus Andreas toirt>nW ablaffen, bis bis ist Und baß sie es ereichen, da- von sinb wir felsenfest Überzeugt.
BerthoH Wolf.