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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung O Hessische Abendzeitung

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Nummer 65. Fernsprecher 951 und 952. Donnerstag, 24. Marz 1921 Fernsprecher 951 und 952. 11. Jahrgang.

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Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der Lbonnementkprei« beträgt monatlich 5.00 Mark bei freier Zustellung ins Haus. Aus­wärts durch die Post bezogen 5.30 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden lederznt von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Berlag und Redaktion-. Echlachthosftraße 28/30, Für unverlangt etngesandt« Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr In keinem Falle übernehmen. Rück,ahlung des BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen elwatger ntchtordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Entwicklung einet politischen Krisis?

zwischen Sft und West.

Die aeue Lage.

Nachdem das WbWmmtmgsergebnis in Oberschlesien die erwartete erdrückende Mehrheit für Deutschland ergeben hat, ist inso­fern eine Entspannung in der Entschädi» gun gs frage eingetreten, als die deutsche Re­gierung Don dem Verbleib Oberschlesiens beim Deutschen Reiche die von Deutschland auf der Londoner Konferenz angebotenen Leistun­gen abhängig gemacht hat. Nach dieser Richtung sehen Wir jetzt wenigstens durch das Abstim- mungsergebnis klar; denn der Oberste Rat, dem die letzte Entscheidung über Oberschlesien zu- komnft, wird nicht durch irgend eine anderweitige Entscheidung dem Selbstbestinrmungsrecht der Völler, das die Entente zu anderer Zett der Welt als Evangelium des Heils gepredigt hatte, glatt ins Gesicht schlagen. Bis zur Entscheidung über Oberfchlesien war gewissermaßen, zwischen dein diplomatischen Lager der Alliierten und dem der Deutschen eine stillschweigende Waffen­ruhe vereinbart worden, die nun aber jetzt bald ihr Ende finden dürste Das Entschädigungs- problem, mit dem die Abstimmung in Ober* Schlesien aufs engste zufammenhing, wird nun zweifellos in ein neues Stadium treten. Denn die Entente hat ja niemals daran gedacht, mit dem Scheitern der Londoner Konferenz die Ver­handlungen über die Entschädigungssrage, die nun einmal nur zusammen mit Deutschland ge­führt werden können, die beille Angelegenheit als endgültig erledigt zu betrachten.

Es gehen Gerüchte um, daß die deutsche Re- üerung binnen kurzem die Initiative zu n e u e n Verhandlungen mit der Entente ergreifen werde. Andererseits haben auch die Staatsmän­ner der Entente in den letzten Tagen so viel von neuen Beratungen über das Enifchädigungs- problem gesprochen, daß man dahinter wohl den Wunsch nach einer neuen Zusammenkunft mit Deutschlands Vertretern erkennen konnte. Die Frage ist augenblicklich die, ob es zweckdienlich ist, von deutscher Seite aus den ersten Schrift zu neuen Verhandlungen mit der Entente zu tun. Die Londoner Konferenz ist nicht von Deutschland, sondern von den Alliierten abge­brochen worden. Nach diplomatischem Brauch müßte also die erste Anregung oder Aufforde­rung zu einer neuen Zusammenkunft von der Entente ausgehen. Der Reichsminister des Aeußern, Dr. Amons, hat vor wenigen Tagen erklärt, daß für Deutschland die Stunde zu neuen Verhandlungen noch nicht gekommen sei. Daraus aber war doch zu entnehmen, daß sie kommen würde, und Mar nicht in allzu ferner Zeit.

Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, daß die deutsche Regierung es abwarten müsse, bis die Entente zu einer neuen Konferenz ein« ladet. Aber im gegenwärtigen Augenblick sind doch die Interessen an einer baldigen Lö­sung der Entschädicpmgsfrage auch für Deutsch­land so groß, daß jedenfalls nichts getan werden darf, um weitere Verhandlungen zu erschweren. Es steht zu erwarten, daß die Entente schritt­weise uns auf dem Wege zu weiteren Beratun­gen entgcgenkommt, und es dürste sich wohl eine Weise finden lassen, daß die beiden Parteien auf halbem Wege zusammenftoffen. Daß von deut­scher Seite allein der erste entscheidende Schritt zu neuen Verhandlungen getan wird, kann dir Entente billigerweise nicht verlangen. Jedenfalls ist die erste Voraussetzung einer gegenseitigen Aussprache, daß die Alliierten die über Deutsch­land verhängten .Sanktionen" außer Krast setzen und ihre Truppen aus den neu besetzten Gebieten zurückziehen. Deutschland kann doch wahrlich an weiteren Verhandlungen kein Interesse haben, wenn es Gefahr laufen müßte, daß jede Konferenz ihm wieder ein Stück deut­schen Bodens kosten würde. Der Standpunkt un­serer Neichsrogierung, das Friedensdiktat, und nur dieses» aW Grundlage für irgendwelche Maßnahmen der Entente gelten zn lassen, muß mit aller Schärfe durchgefochten werden.

Das ist umso notwendiger, als die deutsche Regierung der Entente auf die Dauer keinen Zweifel darüber wird lassen können, daß das deutsche Volk niemals dazu bewogen werden kann, die in dem Friedensverttag übernomme­nen Verpflichtungen zu erfüllen, wenn derselbe von der Gegenseite atö ein Fetzen Pa­pier behandelt wird. Die Alliierten hüben bis­her offenbar geglaubt, sich das leisten zu können. Umso mehr muß ihnen von deutscher Seite ein­mal klar gemacht werden, daß die willkürliche Jn- terpretäfton des Versailler Friedensdiktats den Willen zur Erfüllung desselben in Deutschland nur untergraben kann. Es ist billig, wenn Mar­schall Fach bei jeder Gelegenheit mit seinem Sä­bel rasselt und ein paar Regimenter andersrassi­ger Truppen nach Deutschland eimnarschieren läßt. Aber es ist gleichzeitig auch unvernünftig und kurzsichtig, weil das französische Volk auf diese Werse niemals zur Sanierung seiner inne­ren Verhältnisse gelangt, auf die es nun schon mehr Äs Mei Jahre vergeblich hofft. Die sieg­

reiche französische Regierung hat bisher nur den Beweis geliefert, daß sie Politisch wie wirtschast- lrch unfähig ist, ihrem Lande über die Folgen des Krieges hinweg',uhelsen. Aufgabe unserer Politik bleibt es, bei neuen Verhandlungen Mit der Entente, die wir nicht unnöftg erschweret» werden, durch ein vernünftiges und in den Grenzen der Leistungsfähigkeit Deutschlands bleibendes Angebot die feindlichen Staats männer und Völker davon zu überzeugen, daß nicht mit den Spitzen der Bajonette eine neue Welt aufgerichtet werden kann, sondern nur aus dem Wege gegenseitiger Zusammen- a r b e'i t und der Erhaltung der Lebensfähigkeit des Staates, der die Hauptlast in der Entschädi- gungssrage zu tragen hat. 8.

Agitation der Kommnniften.

Vorbereitung zu einer Gegenrevolution.

(Privat-Telegramm.)

Berlin. 23.!vz.

Die Kommunisten hatten Nstekn vier Ver­sammlungen einberufen, in denen zu de» Streiks in Mitteldeutschland Stellung genom­men wurde. Die Kommunistin Fnm Fischer sagte in einet Rede: Der neue Schlag der Ge­genrevolution soll in Mitteldeutschland geführt werden, weil dort die geschloffene Kampf, grrrppe der kommunistischen Partei besteht und weil sich dort das revolutionäre Hinterland be­findet. Wenn die Kommunisten in Mittel- dentschland niedergeschlagen würden, dann sei Berlin isoliert. Deshalb fei es Pflicht des Ber­liner Proletariats, alarmbereit zu bleibe», nm dem Aufruf einer mlliittrischen Aktton zu folgen, wenn der Kampf mit den Hörfingtruppe» seinen Anfang nehme. In der Aussprache bedauerte ein Mitglied der komnnmisttschen Arbeiterpartei daß die Rednerin nicht das entscheidende Wort gesprochen habe. Es müffe sofort gehan­delt werden. Dazu sei es nötig, den General­streik der Berliner Arbeiter zu proklamiere».

Wettere Verhaftungen.

Berlin, 23. März. (Privat - Telegramm.) In Berlin sind am Dienstag neue Verhaftnn- gen von Kommunisten vorgenommen worden. In das Nntersuchuugsgesängnis Moabit wur­de» sechs Kommunisten eingeliesert. In der letz­ten Kommunistenversammlung in Weitzensee war beschlossen worden, zur allgemeinen Bewaffnung des kommunistischen Proletariats aufzufordern.

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KrisiS im Haller Bezirk.

Halle a. d. S 23. März. (Privat » Tele­gramm.) Die Arbeiter der Leuma-Werkeüei Halle, etwa zweiundzwanzigtausend Mann, die andauernd Versammlungen abhalten, haben den Betriebsrat abgesetzt und einen Ak- tionsausschutz eingesetzt. An den Leuma- Wcrken mutz stündlich mit der Streikproklamie- tuna gerechnet werden. Die elektrische Kreis­bahn Hettstadt-Helbra hat de» Betrieb eingestellt. Weiterezwangsmaßnaßmen?

Französisch« Umtriebe in der Pfalz.

(Privat-Telegramm.)

Frankfurt a. 23. März.

Rach dem Ankrafttreten derSanktionen" hat der französische Kommiffar in der Pfalz, Gene­ral de Metz, mit mehreren Pfälzer Parteifüh. rern Fühlung genommen und ihnen nahegelegt, datz es Mr die Pfalz jetzt an der Zeit sei, sich nach Westen z« orientieren. General de Metz stellte den Herren die Folgen vor, die das In- krafttreten der in London bestossenen SgMio- nen für Handel und Industrie auch in der Pfalz haben müsse, es sei denn, daß man sich irgendwie an Frankreich anschließe. Daß der General über das Fest halten aller Pfälzer an ihrem deutschen Baterlande nicht im Unklare» gehalten wurde, versteht sich von selbst.

Vorbereitungen der Alliierten.

Düsseldorf, 23. Mürz. (Privat-Tele- pramm) Am Montag find neue alliierte Truppen in Düsseldorf und Ruhrort einge­rückt. Bon Oberhause» auS ist belgische Artil­lerie an der Bahnstrecke nach Essen vorgezogen worden. In Essener Bergbaukreisen schließt man auS einer eingehenden Befichtigung der Schleuse 7, in welcher der Rhein-Herne- »nd der Dortmund.Emskanal znsarn- menstoßen, durch Offiziere der alliierten Trup­pen, daß eine Ausdehnung der Besatzung biö zu diesem Punkte beabsichngt ist, Wer welchen

der gesamte Kohlenversand aus dem Ruhrrevier aus Norden und Open geht.

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Ausdehnung der Besetzung?

P a r i s, 23. März. (Eigene Drahtmeldung.) Der PariserTeinps" berichtet, datz Marschall Fach turnt Alliierten-Rat aufgefordert wurde, bis 15. April ein Gutachten über die Aus­dehnung der militärifchenSanktionen" aus die neutrale Zone abzugebcn.

Um LbrlWesiem Schicksal.

Günstige Beurteilung itt Schweden.

(Eigener Drahtbericht.)

Danzig, 23. März.

DaS Ergebnis der Abstinmmng in Oberschle­sien wird in Schweden allgemein sehr freudig be- grützt und als Sieg der überragenden Kul­tur des stammverwandten Deutschlands gefeiert. An Schweden wünscht man daher auch, datz Oberschlesien ungeteilt bei Deutschlend ver­bleibe.Svenska Tagblad" schreibt:Mitten in der Not, die Deutschland heimsucht, kommt das Abstimmungsergebnis als ein belebendes und stärkendes Zeichen, der Zukunft mutig entgegenzusehen. Trotz Zersplitterung lebt der Patriotismus so stark wie je. Die damit ver­einte Pflichttreue und Disziplin und das be­wundernswerte Organisationsvermögen haben wieder einmal eine glänzende Probe ihres Da­seins im deutschen Bolle gegeben.*

Günstige Auffassung \n England.

Rotterdam, 23. März. (Eigener Drahtbericht.) Die Morningpost meldet: Die Londoner Börse reagiert aus die Nachrichten über die Bollsabstimmung in Oberschlesien mit einer Steigerung der Kurse der deutschen Valuta Die Börse glaubt an eine Einigung zwischen Polen und Deutschland über die Zu­kunft Oberschlesiens. Lloyds in London neh­men feit Montag Wetten auf die Entfcyei- dung der Alliierten über Oberschlesien an. Die Wetten standen Montag abend für eine Zweiteilung Oberschlefiens auf 2 gegen 2, für eine Zuteilung Oberschlesiens an Deutschland 3 gegen 2 und für eine Zuteilung an Polen 2 gegen 3. Die Wetten zeigen kein llares Bild.

Polnische Schreckenrhmschaft.

Die GewalttSligkett in Oberschlefie«.

(Privat-Telegramm.)

Kattowitz, 23. März.

Die Lage hat sich an der Grenze, die zwi­schen Tarnowitz und Myslowitz läuft, bedenflich verschärft. Offenbar will Polen, enttäuscht über den Ausfall der Abstimmung, seine Forderungen mit Gewalt durchsetzen. Schon setzt die F l« ch t der ansässigen Bevölke- rnng, soweit sie das Deutschtum verkörpert, ein. Man sucht die Flüchtlinge vorläufig noch zu be­ruhigen u»ti zum Ausharren zu veranlassen, aber man wird sich ihrer auf die Däner tatkräf­tig annehmen müssen. Während es sich bisher um vereinzelte polnische Banden aus Oberschle­sien handelte, wurde gestern abend gemeldet, daß reguläres polnisches Militär in Birken­thal, einem Orte südlich von MySlowitz, einge- rückt ist. Sollte nichts geschehen, daß das pol­nische Militär sich zurückzieht, unp die Grenze gesichert wird, so ist mtt einer verschärften Wie­derholung der Aufstandsbewegimg vom August vorigen Aahres zu rechnen.

Deutsche muffe» fliehe«!

Kattowitz, 23. März. (Pftvattelegramm.) Arn Landkreife Kattowitz herrscht seit ge­stern offlier polnischer Terror. Schon in den Nach- mittagsstnnLen betrug die Zahl der deutschen Flüchtlinge, die aus dem Landkreise in die Stadt gekommen waren, sechshundert bis steben- hwndert. Die Polen stehen mit Gummiknüppeln bewaffnet umher und prügeln die deutschen Leute fort, die noch am Abstimmungstage sich in den Orten deS Lmückreises aufgehalten hatten. Tie Abftimmungspolizei bleibt völlig un­tätig. Ebenso die interalliierte Behörde des hiesigen Kreises. Die Franzosen haben auf Be­schwerde hin in Kattowitz den Marktplatz besetzt und abgesperrt, wo sich die Flüchtlinge sammeln. An den Landkreis haben sie dagegen, soweit fest­gestellt werden konnte, bisher eine einzige Pa­trouille von fünfzehn Mann entsandt. Dir Grenze nach Polen ist bei Sosnowieze offen. Polnische Banden ziehen tjerü6et nnd hinüber Die wahre Hölle ist jetzt hier los.

Sberfchlesier-Heimlehr.

Empfang der ersten Kasseler Heimkehrer.

@«fiten abend 8.10 Uhr kamen mit Sonderznß von Debra aus die ersten sverschlefter ans Staffel, die an der Abstimmung tciigenommen Hatten, in die hiesige zweite Seinrat »uruck. Unser «.».-Mitarbeiter berichtet darüber:

Um 7,21 Uhr sollten die erste» Oberschlesier hier eintreffen. Als ich von der Stadtverord- neten-Versaimnlung aus auf dem Bahnhof er­schien, sah ich bereits den bunten Schmuck von Fähnchen. ,Es ging also/ sagte einer der vie­len schon Wartenden, .nachdem aufgemuckt wor. den toar!" Der Zug läuft ein, bringt jedoch nur einen Heimkehrer mit, dafür aber die Mit­teilung, daß der große Sonderzug von Breslau eine Stunde Verspätung hatte, und daß deshalb für die Kasseler ein Sonderzug bereits stellt sei, der in einer Stunde komme. Schade, daß dies nicht vorher bekannt war, es hätte sonst Musik bestellt werden können.' Nun toarS zu spät! In der Wartezeit durch die Meldung, daß ber Zug Guntcrshausen passiert hat, wo die Abstim-. menden aus dem Kreise Fritzlar abgebrochen haben, angenehm verkürzt wird bekannt, schon tagsüber feien eine ganze Anzahl Heim­kehrer einzeln angekommen und verpflegt wor­den. Auch die berühmt gewordene Oberschlesier- Familie Kowallek kehrte in bester Stim­mung zurück. Ganz plötzlich läuft der Zug ein, Hoch Oberschlesien" ertönt es. die Abteiltürcn fliegen auf, alle Angehörigen drängen hinzu, ein lachend-weinendes Umarmen und Küssen, hastiges Grüßen von daheim u. kurzes Berichten, dann sammelt stellvertretender Bezirksgruppen- firhrer Wend land die Heimkehrer um sich- Er übermittelt ihnen den Gruß, den kurz vorher

Oberbürgermeister und Stadtverordnete den Getreuen entboten haben und führt fort'. Innigsten Dank, tausendfachen Dank euch, die ihr als Kämpfer hinausgezogen seid und dis ihr als Sieger heimkehrt. Wir wissen es zu wür­digen, in welche Gefahren ihr gingt, wie ihr mutztet tapfer sein, um den Anfechtungen, die an euch herangetreten sind, zu widerstehen den Siegerpreis habt ihr davon getragen. Deutsch bleibt Oberschlesien und besonders die der ersten Gruppe: Kreuz bürg, Rosenberg usw., sie sind es, die den Stützpunkt des deutschen Oberfchlesien weiter bilden werden. (Bravo!) Der Redner zollt noch bm Behörden Dank da­für, datz diesmal der Bahnhof geschmückt ist. In der Vorhalle begrüßt, genau wie auf dem Bebraer Bahnsteig, eine große Menschenmenge die Heimkehrer; dann geht es im Zuge durch die Kurfürftenstratze und über bett Ständeplatz bas Lied der Deutschen singend zum Ver­eins- und Sammellokal der .Heimattreuen", zur N e u e n T a n t e. Dort cmgekommen, wird ein Hoch auf bas deutfche Oberschlesien ans- gebracht und drinnen geht ein lebhaftes Erzäh­len los von dem freundlichen Empfang bei den Deutschen, der tadellosen Organisation in Bres­lau, dem entgegenkommenden Verhalten der Engländer und niederträchtigen Auftreten der Franzosen, von Sturmfzenen und Ueberfällen und ... deutschen Hieben. Von Kattowitz aus war ein

polnisches Brandkornmondo in den Kreis Kreuzburg geschickt worbe» mtt dem Auftrag, alles in Brand zu stecken! Lauter jimge Bengels. Etwa zwei Dutzend sind festge- nonmnen worden, nachdem sie ordentlich deutsche Prügel bekommen haben. Ein polnischer Agi­tator erhielt eine derarttge .Reibung", datz er vorläufig keine Neigung mehr zu Ueberfällen haben dürfte. Auch von Fauülien hörten wir, die auseinanbergerissen worden sind. Von Kon- f litten zwischen Eltern und Kindern der Abstim­mung wegen. Viele Geislliche wetterten von der Kanzel herab am Abstmmmngstage gegen das .gottlose Deutschland". Es soll eine Be­schwerde an den Bischof von Fulda gerichtet werden. So geht's fort. Trefflich schmeckt das Bien Verschiedene haben feit drei Tagen keines mehr gesehen, well an den Ab- stinmrungstagen die Wirtschaften geschlossen wa­ren. Viele Wirte wagten nicht einmal, eine Zigarre an Deutsche zu verkaufen aus Furcht vor polnischem- Terror ...! Der Gruppenfüh­rer Gronotka bringt Grüße aus der Heimat und dantt der Ortsgruppe der V. V. h. O. für ihre mühevolle Arbeit. Herr Wendlanb ver­liest die Rede des Oberbürgermeisters, erzählt von der Demonstration auf dem Friedrichsplatz und betont, daß die Viertelmillion Oberschlesier aus dem Reiche den Ausschlag gegeben hat Sonst wäre es mau gewesen. Rasch eilt die Zeit dahin und die Reisemüden denken ans Bett ...!

Ein Sieges-Einzug.

Am 30. April kommen die letzten Heimkehrer in Kassel an. Zu ihrem Empfang werden sich alle vorher Eingetroffenen am Bahnhof einfin­den nnd dann soll unter Vorantritt von Musik ein Festzug aller, die in Oberschlesien abge-