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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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1L Zahrganst
Nummer 63
Dienstag, 22. Marz 1921
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 und 952.
Teil-Ergebnisse aus Oberschlesien.
'.risch; Lublinitz 15100 deutsch, 13800 polnisch;
will das nicht tun. Wir
uns
man
1« Satt tie HeranztehuNf-r vvn .Aach-:am Sonnabend abend ebenfalls vor dem Hotel Wahlurnen zertrümmern wollten, von englt-i v-waes-hen. Das Ahümunen ist dem! Lomnitz abgespielt. Ein Deutsschgesinnter, der sich scheu Truppe« bekämpft worden. '
Entscheidung des Alliiertenrates.
Rotterdam. 21 Mürz. (Eigene Draytmel-
Das Gesamtresultat im Kreise Kreuzburg aus sechundvierzig Gemeinden beträgt nackj der Zäh lung bis nachts 12 Uhr deutsch 11558, polnisch 712.
nicht tun. und Em müssen uns aber
gültige Entscheidung soll noch vor Dftern erfolgen und veröffentlicht werden.
Tarnowch 17600 deutsch, 27000 polnisch; Grotz- strelitz 22 500 deutsch. 22 900 polnisch; Oberglo- flau 32 700 drrttsch, 4500 polnisch; Kose! 36 300 deutsch, 11700 polnisch; Gleiwitz Stadt und Land 58 000 drrttsch, 32 000 polnisch; Leobschütz 65100 deutsch, 300 polnisch; Ratibor 48700 deutsch, 20 700 polnisch; Kattowitz 76400 deutsch, 69 800 polnisch; Köniqshütte Stadt 31800 deutsch, 10 800 polnisch: Beuthen 73900 deutsch. 73500 polnisch: Hindenburg 45 200 deutsch, 43 000 polnisch; Oppeln 81 000 deutsch, 26000 polnisch. Die Abstimmungsergebnisse von Plcß und Ryb- nF sind noch ungewiß, doch ist in beiden eine polnische Mehrhett zu erwarten. Bisher find nach dieser Zusammenstellung 671500 deutsche und 369 700 polnische Stimmen ausgczähkt.
(Weitere Meldungen dritte Sette.)
Berlin, 5 Uhr morgens.
Das deutsche Plebiszittommiffariat gibt folgende Zahlen über die Abstimmung bekannt:
verbeten hatte, immer wieder mit polnischen Mktzsschristen beWstiat zu werden, wurde durch die Polen ins Hotel geschleppt.
Wettete AWmmungszahlen.
Bekanntgabe »es deutschen Kommissariats.
(Privat-Tekrgraukm.)
Truppen mußten eingreifen.
Breslau. 21. März. (P-ridat » Telegramm.) -m Kreise Rybnik sanden in einzelnen Orten Kämpfe zwischen Polen und Italienern
kreisen Pletz und Rvbnik ist die Siegeszuversicht sehr stark. Die Abstimmung ist dort im großen und ganzen ruhig verlaufen. Tas Abstim mungsergebnis in der Stadt K a t t o w i tz ist einundneunzig Prozent deutsche Stimmen, Landkreis Kattowitz zweiundsiebzig Prozent, in Oberqlogau 5093 deutsch und 226 polnisch, im Gutsbezirk des flüchtigen Grafen Oppersdorf hundert deutsche und elf polnische Stimmen.
Polnische Ireiftigletten.
Angriffe auf einzelne Drutschgesinnte.
(Privat-Telegramm.)
Beuthen. 21. März.
Hetze in letzter Stunde.
Breslau. 21. März (Privat « Telegramm.) Aus Kattowitz wird berichtet: Ein national- polnisches Exekutiv-Komitee hat in letzter Stunde einen Aufruf in französischer Spräche an die französischen Soldaten der Ueberwochungstruppen erlassen, worin in frecher Weise gegen die Deutschen gehetzt wurde. Es ist frevelhaft, daß die AbMmmungskommisfion so etwas noch zugelaffen hat. Dagegen ist in Beuthen, Kattowitz und Gleiwitz der Aufruf des deutschen Reichspräsidenten an dir Oberschlester nicht veröffentlicht worden.
Breslau, 21. März. (Privattslegramm.) Rach den bisher vorliegcitden Abstimmungs-Ergebnissen stimmten in Ratibor-Stadt 75 Prozent, Lublinitz 82 Prozent, Kofel (Stadt und Land) 80 Prozent, Hindenburg 60 Proz., Zaborze 53 Prozent. Kreuzburg 90 Prozent, Bismarckhütte 65 Prozent und Rotenberg 87 Prozent.
Vorläufiges Abstimmungsergebnis: Oppeln 20 000 Stimmen deutsch, 1100 polnisch, Tarno- witz 85 Prozent deutsch, Beuthen 78 Prozeitt deutsch, Königshütte 32 000 deutsch, 10 851 polnisch. Chorzow 62 Prozent deutsch, MySlowitz 5693 deutsch, 4047 polnisch. Kattowitz 92 Prozent deussche Stimmen. »
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Es wurden abgegeben: In Kattowitz 92 Prozent deutsche Stimmen, 8 Prozent polnisch, Beuthen SO Prozent deutsch, 20 Prozent polnisch, in Königshütte 78 Prozent deutsch, 22 Prozent polnisch in Tarnowitz 88 Prozent deutsch, 12 Prozent polnisch. Im Kreise Krruzburg 93 Prozent deutsch, 7 Prozent polnisch, in Oppeln 98 Prozent deutsch, 2 Prozent polnisch.
0eilig mtt einer Unterhosensendung auch en ins eigene Hans schickt. Wenn die Sowjet-Regierung Handelsbeziehungen will, so soll sie ste hoben. Wir wollen gern russisches Holz und russisches Getreide, wenn man uns solches geben kann, und wir wollen ihnen nur Lokomotiven und keine Regierungsmethtoden verkaufen. Mr müssen aber auch verlangen, daß man uns mit der Propaganda des Bolschewismus verschont.
Die Verhandlungen, die wir jetzt mit Rußland führen, berühren noch nicht die diplomatt-
Plane gemäß mtt einer gegenseitigen kurzbefriste- ten Kündigung verbunden. Man möchte wün- chen, daß damit endlich der unsinnige Zustand, der wedeO Krieg noch Frieden war, für immer beseitigt ist, um dem Wiederaufbau Europas die Bahn frei zu machen. =&>
Breslau, A. März. (Privat-Telegramm) Rach den hier eingetrossenen Vieldungen ist die Abstimmung in Oberschlcsien ruhig und ohne Zwischenfall verlaufen. In den Morgenstunden war der Andrang zu den Wahllokalen sehr stark. Die Meldung über die für Deutschland gidn- stige Borabstimmung der Beamten am letzten Sonnabend, die von der Ostdeutschen Morgenpost verbreitet wurde, ist zweifellos richtig gewesen und hat in deutschen Kreisen lebhafte Freude hervorgernfen. Die betreffende Rümmer der Ostdeutschen Morgenpost wurde sofort von der interalliierten Kommission beschlagnahmt Die Berliner Presse hat gerüchtweise von Känrpfen und Artilleriefeurr berichtet. Der Katto- witzcr Kreiskorttrollenr klärt die Sache damit auf, daß die Polen jenseits der Grenze den Vorabend ihres voraussichtlichen Sieges etwas voreilig mit Böllerschüssen gefeiert hatten.
* * *
Versuchte französische Schiebung?
Berlin, 21. Mürz. (Privattelegramm.) Unser Kattowitzer Sonderberichterstatter drahtet: Dem Vorsitzenden der interalliierten Komimission in Oppeln scheint die Anwesenheit ausländischer Pressevertreter keinesfalls ange- nshm zu sein. Es ist ihm sichtlich peinlich, daß sich die Vertretet der neutralen und alliierten Presse gerade in den Gebieten aufüalien, die vor. dem polnischen Terror hciMgefucht sind General Le Rand hat deshalb am Sonnabend versucht, die auislättdibschM Pressevertreter nach Oppeln zu beordern mit der Begründung, sie müßten aus der Gefahrenzone (!) heraus. Er hatte des- haD Befehl gegeben, die Schlafwagen, in denen die JournMsten ein Unterkommen gefunden hatten, nach Oppeln zu führen. Das Vorhaben des Generals ist aber gescheitert an dem Protest der ausländischen Journalisten und zwar insbesondere an den Vorstellungen der englischen ünd der ausländischen Pressevertreter.
gen auch an die Mensch en, an unsere Stam- meSgenossen, von denen wir wünschen, daß sie dem Vrtterlande erhalten und nicht polonisi ett werden. Die Kulturarbeit die in Oberschlcsien «eleMet worden ist, Nmtrde in erster Linie von Deutschen geleistet Deutsche Arbeit, deuffche Technik, deutsche Wissenschaft haben Oberschlesien zu der wertvollen Provinz gemacht, nach der jetzt gierig polnische Hände greisen. O. daß jeder Einzelne in Obcrschlesien heute sich vollkommen klar darüber geworden sein möchte, was es heißt, deutsch zu bleiben oder pMttsch zu werden Wahrhaftig, man spricht nicht umsonst in der ganzen Welt von derttscher Gründlichkeit und Ordnung, aber auch von polnischer Wirtschaft! (Sehr richtige Der Oberhsiraermeister schließt: Wie es auch kommen mag, wir wollen nicht den Mut verlieren. Ganz im Gegenteil: Kotpf und Herzen hoch! Schweres haben wir lange Iabre ertragen, Schwereres steht uns vielleicht noch bevor. An dem Ausbau unseres Vaterlandes mitzuarbeiten. ist Pflicht eines Jeden — möge jeder Einzelne sich dieser Pflicht bewußt sein und darna-sr bandeln. Richt alle sind eines Sinnes über die beste Metbode, die uns aus dem Elend ftrtb der Knechtschaft befreien kann. Arbeite deshalb Feder nach seiner Ueberzeirmrng — achte aber auch Jeder die Uebcrzeuaunr! des Andern. (Bravo?) Dann wird es wieder besser werden
statt. Tie Italiener haben die Wahlurnen in
. . .. ---------------„------aufgeregte den strittigen Bezirken beschlagnahmt. In Lub-
Menge ju bringen. Ein ähnlicher Vorfall hat sich liuitz sind die polnisä/en Sokolverciue die Vir
Vsr dem Hotel Lomnitz hier entstand gestern afcenb eia großer Menschenauflauf, nachdem bekannt geworden war, daß ein Deutsch gesinnter von einem vor der Tür stehenden polnischen Wächter in das Innere geschleppt worden war. Dir Beuthener Polizei erhielt Ermächtigung, Durchsuchungen anstellen zu dürfen. Als mehrere Beamte danach das Hotel betruen, wurden sie mit Schüssen empfangen. Sie erstatteten Meldung an den Kreiskontrolleur, der einem englischen Offizier mit Sipo-Beamten den Auftrag gab, nach dem Rechten zu sehen. Diesem gelang es bald, Ruhe und Ordnung in die aufgerc
Bisherige Mnzelergebnisse.
Große Mehrheit für Deutschland.
(Privat-Tekcgramm.)
Beuthen, 21. März.
Der Abstimmungseifer in Beuthen und Um
gegend war ungemein groß. Schon eine Stunde vor Beginn der Abstimmung sammelten sich zahl reiche Abstimmungsberechtigte vor den Lokalen an. Ein sehr klares Bild zeigt sich in Beuthen- Land. Es wird mit einem Prozentsatz von - chtzia Prozent deutscher Stimmen gerechnet. In den Städten Plest und Rybnik ist das Wahlergebnis nach den biSlfer vorliegenden Meldungen gut für Teuffchland In den Land-
Ruhiger Verlauf der AbstiMMMg
Starke Wahlbeteiligung. — Sehr günstig für Deutschland.
BertrSge mtt Rußland.
Anknüpfung neuer Beziehungen.
Nachdem jetzt der Abschluß einesenglisch- tuifsischen Abkommens bekannt geworden ist, hat sich auch die deutsche Regierung entflossen, nunmehr den Schleier zu heben Wer die Ver- handlungen, die von deutscher Seite mit den Vertretern Sowjet-Rußlands gepflogen worden sind. Das waren zwei bedeutsame Meldungen an einem Tage. Mir uns ist es besonders erfreulich, daß die deutsche Regierung diesmal den Anschluß nicht verpaßt hat. Wer sich der früheren Reichstaasreden des Außenministers entsinnt. der wußte, daß er manche Ziele mit Sowjet-Rußland erreichen wollte. Die bisherige Veröffentlichung Wer das englisch-russische Han- delsabkommen ist ziemlich ausführlich, während die deutsche Verlautbarung einen allgemeineren Charakter trägt. Wir wir dazu erfahren, besagt das aber nicht, daß die von uns angestrebten wirtschaftlichen Verbindungen lockerer sein sollen als diejenigen, d-ie England mit Rußland anzu- knüpsen versucht. Soeben hat Trotzki einen Sieg über Kronstrdt erfochten. Wettvollere Siege aber erfocht Lenin, indem er die Einbeziehung Sow- jet-Rußlands m das europäische Wirtschaftsuietz gewührleisttte. Nur fe kaum die Produkttonsguelle Rußland wieder zum Fließen gebracht werden, nur so können die rlissischen Kräfte der Kultur nutzbar gemacht werden.
Mr können ums vo-rstellen, daß man in Frankreich über diese beiden Ablommen nicht sehr erfreut sein wird, denn »ort regiert nichts anderes als die allgewalttae Politik, ttnb zwar eine Politik, die die einfachsten wittsschastspoliti- fchen Erwägungen außer Acht laßt, eine Politik, die nur auf Lieben oder Hassen eingestellt ist. Die Welt braucht aber ein anderes, will sie wieder gesunden, die Welt braucht ein Gemeinsam- keitSgefühl, braucht gemeinfarne Arbeit. Es ist dabei bedeutsam, daß das bolschewistische Rußland, das seither sich hartnäckig von den West- Mächten sernihielt. endlich seine Weigerung auf- gegeben hat. Natürlich ist daS nicht ohne Grund geschehen. Die Sowjetregienma hat eingesehen, daß ihr System daS ruWsche Volk in den Äd- gränd geführt hat und nie wieder ohne fremde Hilfe enrporftmrmen kann. Die Erklärung Lenins, Rußland könne nur durch die Anlehnung an die kapitalistischen Westmächte gereitet wer- den, spricht Bände. Er gibt bamit den Fehlschlag des bolschewistischen Systems zu, ist aber schlau genug, die helfende kapitalistische Hand zu ergreifen, ehe es zu spät ist.
Es war auf die Dauer nicht möglich, daß das russische Reich mag es eine Regierung haben, welche es wolle, von der Welt angeschnitten wurde. Daß dieser unmögliche Zustand jetzt be- feitiat ist, muß auch der mit Urenden begrüßen, der die Sowjet-Regierung nicht liebt. Die russische Regierung hat mmnä-hr die Möglichkeit, zil beweisen, daß sie es ernst mit der Verantwortung nimmt, und daß ste auch berett ist, ge- fchlossene Verträge innezuhalten. Radek hat einmal gesagt, daß man den nicht nach sei- ner pokittschen Ueberzeugung fragen solle, von dem mcm Unterhosen taufe. Wir wollen das
scheu Fragen; sie beziehen sich vorläufig auf die Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen. Zu- nächst ist ein Protokoll vvn den bisherigen Verhandlungen ausgestellt, das am 18. Februar von den Beauftragten der deuffcheu ReKerung unb des russischen Volkskommissariats unterzeichnet wurde. Die Hauptpunfte des Abkommens, das noch nicht abgeschlossen ist, betreffen das Tätigkeitsgebiet der bereits bestehenden Delegationen der Krtcgsgefangenenfürforge. Die Funktionen dieser Delegattonen fallen nach dem Plane des Abkommens dahin erweitert werden, daß sie mit der Jntereffenwahrnehmung ihrer Staatsangehörigen betraut werden und durch ihnen anäe- gttedette Handelsabteilmm-n die Wittsebafts- beziehungen zwischen den beiden Ländern pflegen follen. Es sind drei Abteilungen vorgesehen: eine für Kriegsgefangen enfürforge, eine Konswlarabteilung, die zur Ausstel- kung von Pässen und Beglaubigungen von Urkunden befugt ist und eine Handelsabtei- lu ng. Dieft letztere versolot die wittschusflicken Interessen der Angehörigen ihres Staates. Für die Ausführung der wirffchaMchen Ausgaben ist Ytnill «fdiff Mi Xit» !
düng.) Die Londoner Times berichten aus - „ , .„ _ ... ™nn _ , ... _ ,
Paris: Hier wird bereits am Mittwoch der Krcuzbura 43 000 deutsch, 2300 polnisch; Rosen- alliierte Rat die Bewertung der BolkSadstin. berg Stadt und Land 24 200 deutsch, 11400 pol- ntnna in Oberschlesien vornehmen Eine end-
KaffelerKuvdgebuug.
Massenversammlung auf dem Friedrichsplatz Von dr- aeRrifie« Kundgebung der RafteU« Be»Sl>erung filr Sbersck leftrn entwirft unser R. U Mitarbeiter das folgende Bild.
Ein Wettersturz ist Wer Nacht gekommen. Warmen Frühlingstagen folgte ein falter, stürmischer Sonntag. Fasst issis, als wolle der Himmel den Ernst, den furaytlbarcn Ernst der Lage zu Gemüte führen, über den sich des Volkes Mehrheit noch nicht Mar ist. Zehntausend Menschen — es können auch mehr sein — kribbeln auf dem riesigen Rechteck deS Ftteidttchsplatzes dttrcheinander. Vom Altan des Reftdenzschlosses herab gesehen, ein stolzes Bild. Die leuchtenden Fttihlingsfarben der Damcfchüte heben sich frisch heraus. Punkt zwölf Uhr beginnen die Glocken zu lauten und aus der Gruppe des Oberpräsidenten Dr. Schwauder, des Regie- ttlngspräsidenten Springorum, des Landeshanpt- mamrs von Gehren, anderer prominenter Per- sönlichkeiteu und des Bezirksg.ruppen-Vorsitzen- den Wendland von den Heimattreuen Ober- schlsiern tritt
Oberbürgermeister Scheidemann
hervor. Mitbürger und Bürgerinnen! So hallt seine Stimme über den vom Sturm übcrbraustefl Platz. Um mehr als um Oberschlesien handelt cs sich; es handelt sich darunt, ob Deuffchland, das schwergepttiste, noch einen schweren Schlag erhalten soll, oder ob durch die Rettung einer wertvollen Provinz die Aussicht auf die Wieder- genesung wesentlich gebessert werden kann. Schwertscharf fchildett das Stadtoberhaupt die furchtbaren Folgen des Vertrages vvn Versailles, dessen restlose Erfüllung das deutsche Volk $n einem Volke von Sklaven machten müßte. Laute Pfui rufe tönen herauf, als der Redner davon sdricht, daß der Gegner vor der Verwendung fchwarzerTruppenbeider Besetzung deutschen Landes nicht zurückgeschreckt ist, daß Frankreich die Kohlen, die deutsche Bergleute in Sklavenfron schaffen, weiterverkauft, weil es feine Verwendung dafür Hat, und daun wieder empörtes Pfui! bei dem Worte: Unsere Kinder verelenden, weil wir ihnen keine Milch geben tonnen, aber nach dem Versailler Vertrag müssen wir, außer Zehntausenden vvn anderen Tieren, an Frankreich neunMtausend, an Belgien fünf- zigtMlsend Milchkühe n och abßefem. Macht geht vor Reckst — man tarnt mit uns machen, was man will. Deshalb, weil er nickst gewohnt ist, Verpflichtungen einzugehen, von denen er nicht die Gewißheit hat, daß wir sie auch erfüllen können, lehnte er im Juni 1919 die Unterzeichnung des Versailler Diftats ab und ging. Dann stellte der Oberbürgermeister eine bemerkens»verte Forderung ans:
Mindestens ein Auszug des Versailler Ver- trags gehört in jedes deutsche Haus. Ein solcher Auszug müßte von der Reichsregierung beschafft und entweder nmsonst ober aber ganz billig abgegeben werden. Kein dentscheS Haug ohne diesen Hexenhammerr Er wird das deuffckft Volk zusammenschmieden zu dem festen Entschluß: Wir wollen kein Volk von Sklaven sein! (Lebhaftes Bravo!) Eine solche Willenseinheit ist schon unendlich viel!
Allseitiges Bravo findet der Oberbürgermeister auch, Äs er Dr. Simons als aufrechten Mann kennzeichnet, der das Beste Mr unser Satti» gewollt hat, daß alle, die zur gleichen Stunde zu Millionen versamimelt, beseelt sind, von dem einen Gedanken, daß die oberschlesischen Wähler heute deuksch Mlen und deutsch handeln möchten. Dann erneutes Bravo: Die AMerten intb die Polen dachten gestern und denken heute vor allen Dingen an die oberschlesischen Kohlen und Erze — wir denken vor allen Din-