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Nummer 62

Sonntag, 20. März 1921

Fernsprecher 951 unp 952.

11. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Kundgebungen für Oberschlefien

i

Für die deutschen Vorschläge.

Berlin, 19 März. (Privattelcgramm.) Aus

Feier in den Kirchen.

Die »affder Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich lechsmal und -war chbenLL. Ter «donnemenltvres« beträgt monalttd) 5.00 Mark bet treter Zustelluna tnS fou« Au«, wärt« durch ble Post bejogen 6.30 Mark monatlich etnlchliehltch Zustellung. Bestellungen werden leberjitt von der Geschäftsstelle oder Den 'Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion; SchlachtdaMrabe 28/30. ftut unverlangt etngefanbte Beiträge tann bte Redattion eine Verantwortung ober Bewahr in teinem Falle übernehmen. Rückzahlung be« Vezugsgelde« oderAnsvrüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

mift" wird noch gemeldet, daß das Blatt die Entente-Delegierten offen angriff. Die neue Verlängerung der Unsicherheit und Bit- teileit mit ihrer Mitwirkung auf die fle

Karlsruhe, 19 März (Privattelegramm.) Tie badische Negierung hat für morgen kSonntag) ein halbstündiges Geläute aller Kir- chenKocken anläßlich der oberschlessichen Abstim­mung angcordnct- Ebenso soll der Bedeutung dieses Tages im Gottesdienste gedacht werdm. Auch die württembergische Negierung hat für morgen eine gleiche Anordnung erlassen. Dasselbe geschieht in anderen deutschen Ländern.

dazu mit schwerem Geschütz ausgerüstet war. Nack ihrem Einzug in Kronstadt haben die Bol-

dmertlonäcretfe-.> ltinheimische Auftrage Die einspaltige Anzeigen.Zeile M. 1.20, bte einspaltige Reklamezelle M. 3,. b) Auswärtige Aufträge t Die einspaltige Anzeigenteile M. t^ü, die etnspultige Reklamezeile M. 3.50, alle« einschließlich reuerungSzuschlag und Anzeigensteuet. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz Hunden Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Platze tonn eine Bewähr nicht übernommen werben. Druckerei! Schlacht- höMraße 28/30. Beschatt-Melle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer «51 und 952

Sberschlejienr Abstimmung.

Zustrom der Stimmberechtigten.

(Privat-Tclcgramm.)

Berlin, 19. Mürz.

Rach einer Meldung aus Oppeln waren biS gestern im Abstimmungsgebiet 213 000 Abstim- mungsberechtiKe aus dem deutschen Reiche und Oesterreich eingetroffen. Aus Polen find 14 320 und aus deut übrigen Auslande 6800 Oberschlesier in die Heimat zurückgekehrt. General Le Rand

Polen vor dem 8nde.

Der StaatSbankerott ist in Sicht.

(Pvivai-T el egramm.f.

Berlin. 19. Mürz.

Sine treffende Kritik.

Verurteilung de» Zwangsmaßnahmen. (Privat-Telegramm.)

Berlin. 19. März.

Das führende englische FinanzblattEco io- mist" gibt über dieSanktionen* ein vernichten­des Urteil ab. indem es schreibt: Lloyd George hat, anstatt einen mäßigen Grad Geduld zu zei­gen, wie man fie von einem englischen Staats mann einem besiegten Feinde gegenüber erwartet hätte es vorgezogen, für die Galerie zu spielen und zuSanktionen" zu greife», die natür­lich zur Herbeiführung eines wirklichen Vor­schlages ober zur Erlangung von Entschüdi- gungsgeldern absolut wertlos sind. Was die Abgabe von fünfzig Prozent des Kaufpreises deutscher Ware anbetrifft, so wird sic von der City als ein wirkungsloser Unsinn und als ein ernster Schlag für London, als Handels und Flnan Mittelpunkt verspottet. Zudem wird sie ein Vertrauensbruch unsererseits sein, wenn sie, wie der Minister erklärt, ruhig wirkend ge­handhabt wird, weil int verflossenen Herbst un­sere Regierung auf die Beschlagnahme deutscher Güter verzichtet hat. Ernst ist auch die Hcm mung unseres Ein- und Ausfuhrhandels.

ras Versailler Fnedensdiktat.

Ein Vorschlag.

Aus politischen Kreisen wird uns geschric« ben: Hundert- und tausendmal wird täglich m der deutschen Presse vom Friedensvertrag ge­sprochen. Die Entente hat es längst mit Dank »inttiert, daß wir uns daran gewöhnt haben, das Schmachdokument von Versailles mit dem Ehrennamen eines Friedensvertrages zu bde*

Volk ist es sich schuldig, daß es mit vollem Bewußtsein und in ernfter Fassung den entscheidenden Trug mitevlebi. Hnndert- tausende deutscher Brüder geben an dem- fli mmungstag ein feierliches Bekenntnis zur deutschen Volksgesamtheit. Ihnen in dem gleichen Gedanken nahe zu sein, ihnen aus allen deutschen Gauen das Bewußtsein d-r Zusammengehörigkeit entgegenklingen zu lassen, um ihnen in ihrem heiligen Kampfe die Hand zu reichen, dazu rufen wir alle deutschen Dolks- genossen aus!" Do mag denn an diesem Ab- stmmlungs-.Sonntag eine Kundgebung von na­tionaler Würde und vaterlandstreuer Begeiste­rung durch die Lande erschallen, wie sie dem 20. März 1921 als einem Gedenktag in der deutschen Geschichte gebührt. Wir glauben da­ran, daß in Oberschlesien

das Deutschtum siegt»

K. F vr.

Ahnungen bei den Alliierten.

Paris, IS. März. (Eigener Drahtbericht.) Die ministeriellen Blätter beginnen seit einigen Tagen auf einen* Umschwung in der Auffas­sung der Abstimmung in Oberschlefien vorzube­reiten. SowohlTemps" wieMcttin" und Journal des Tebats" halten eine Mehrheit für Polen nicht mehr für sicher. DasEcho de Pa­ris" schreibt, daß die Abstimmung wmn den pol­nischen Erwartungen entspreckicn werde. Ans London wird gemeldet: Am Freitag standen bei Lloyds in London die Wetten über den Aus­gang der obersiUesischen Abstimmung zugun­sten Deutschlands 3 gegen 1. Die Wetten kanten jedoch nur aus das Ergebnis der Volks- abstimmung, nicht aber auf die darauf folgende Entscheidung des Alliierten-Rates.

Ein Sowjetbericht.

.Helsingfors, 19. März. (Eigene Drahtmel- dung) Die letzten Berichte besagen, daß der Aufruhr in Kronstadt vollständig erstickt ist. Das Kriegsschiff , Sc bastop ol" hat sich ergeben. Ein amtlicher Sowjetbericht vesagt: In der Kriegs­geschichte ist es noch nie dageniesen, daß Infan­terie eine Seefestung genommen hat, die noch

sütze enthalten eine Bekanntmachung bei Reichs» regierung vom 19. Februar 1921. Sie lehnen sich im wesentlichen an die bereits bisher geltenden Vorschriften über die Gewährung von Baukosten­zuschüssen aus Reichsmitteln an. Zur Unterstüt­zung von Wohnungsbauten können die obersten Laichesibehörden Darlehen ausgeben; jedoch nur, falls die Gemeindebehörde gleichfalls ein mindestens ebenso hohes Darlehen gibt. In erster Reihe sollen Flachbauten mit hinreichendem Gartenlande berücksichtigt werden, dreigeschossige Mehrfannlienhäuser nur innerhalb der Städte oder der Landgemeinden mit städtischer Entwick­lung, Bauten mit mehr als drei Geschossen nur zur Auffüllung von Baulücken. WohnungIbnu­ten auf dem Lande sind besonders zu fordern. Unterstützt werden sollen grundsätzlich nur klei­nere Wohnungen bis zu siebzig Quadratmeter Wohnfläche. Die Mieten in den mit Bau­kostenzuschüssen fertiggerteilten Häusern werden von der Gemeindebehörde festgesetzt itnb alle fünf Jahre nachgeprüst. Für das gewährte Dar­lehen ist eine sogenannte Veihilfenhtzpvthek auf dem Grundstück einzutragen.

Gliiüaus Oberschlefien.

«ine nationale Kundgebung.

Dieser Sonntag, der 20. März, verdient alS ein Tag von nationaler Bedeutung gefeiert zu werden, denn er ist durch die oberschlesische Ab­stimmung ein Sch-icksaEtaa für Deutschland. In der Erkenntnis dieser Höchen Wichtigkeit sind die Berufsgruppen und Behörden im deutschen Reiche Wereingekommen, nationale Kundgebun­gen zu veranstalten, um im ganzen Volke Vas Bewußtsein zu vertiefen, daß heute die Würfel über sein Wohl oder Wehe fallen Denn die Abstimmung in jener deutschen Südostecke :ft nicht nur eine Sache der Oberfchlesier, nicht nur eine Sache der Politik, nicht nur eine Ehren­sache, daß wir jenes Gebiet uns nicht nehmen lassen wollen, sondern fie geht das gesamte deutsche Volk an, ohne Unterschied der Par­tei und Klaffen. Auch hier in Kassel haben sich die öffentlichen Körperschaften vereinigt, wie aus dem Aufruf (der in dieser Zeitung bekannt­gegeben wird) hervorgeht, um auf dem Fried- richsplatz in einer gewaltigen Kundgebung die Einmütigkeit in dieser Frage zum Ausdruck zu bringen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß alle Kreise der Bevölkerung daran teilnehmen, nach­dem in den letzten Wochen bei der Sammeltätig- tett für die Grenzspende, die die Maffentrans- horte, die Verpflegung und Unterbringung der Stimmberechtigten in ihrer Heimat ermöglicht har, so große Opferfreudigkeit hier gezeigt wov-

VorauSfichtlich Ruhr-

Genf, 19 März. (Eigene Dwhtmelduna.) Nach einem Pariser Telegramm berichten dic in Oberschlesien sich befindlichen Berichterstatter, dast tne Abstimmung voraussichtlich ruhig und ohne Zwischenfall verlaufen wird. Unter den Zugeressten überwiegen die Teutfchen anschei - nenb sehr erheblich In Köln standen bis gestern früh englische Truppen noch ab­fahrtbereit für Oberschlesien. Ihr« Abfahrt wurde aus Oberschlesim nicht verlangt. Gewaltig sst die nationale Spannung der Rhein­länder auf das Resultat der oberscklestschen Ab­stimmung, obwohl die Auslassungen der Presse teilweise unter feindlicher Zensur stehen.

Reue WohlmugsSlmten.

Förderung der Bautätigkeit.

®fe Wohnungsnot mach« «S erforderlich» daß mit Sleicye-Staal«. ob. GemeindeGelder» da» Bauen geiötbcvt wird. Zn Nachstehendem werden Mo Richtlinien de« vorläufigen Geletzr« mitgeteil«. Noch immer liegt die private Bautätigkeit fast völlig darnieder, b»i kaum ein Bauunternehmer die hohen Baukosten zu tragen in der Lage ist Daher entschloß sich die Reichsregierung, um einen völligen Stillstand der Bautätig­keit zu verhindern, ans öffentlichen Mitteln Zu­schüsse zum Bau neuer Wohnungen, so­wie zur Ausführung von Nov- und Behelfs­bauten zu geben. Aus Reichsmitteln wurden in den Jahren 1.918 bis 1920 rund anderthalb Mil­liarden Aiark zur Verfügung gestellt. Länder und Gemeinden gaben schätzungsweise anderthalb Milliarden Abart zu dem gleichen Zweck. Dane­ben sind noch besondere Mittel zur Unterstützung des Baues von Bergmannswohmmgen im Ge­samtbeträge von etwa einer Milliarde Mark be» reitgestellt worden, so daß insgesamt für den Wohnungsbau aus öffentlichen Mitteln über vier Milliarden Mark zur Verfügung gestellt sind. Die Aufbringung der in Zukunft weiter noch erfoi» derlichen Kapitalien soll durch ein Gesetz über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des WohnumgAbaues gesichert werden, das im Ent­wurf int Laufe des vorigen Jahres dem Reichs- rat vorgelegt wurde. Der Entwurf dieses Ge­setzes, das gewöhnlich als

Mietssteuer-Gefetz

bezeichnet wird, sieht die Erhebung einer allge­meinen Abgabe von den Nutztm-'sberechtigteu, also Mietern wie Eigentümern, solcher Gebäude vor, die vor dem L Juli 1918 fertiggeftettt wa­ren. Dem Vorwurf, daß die Steuer eine un­soziale Belastung der Mieterschaft darstelle, sollte dadurch begegnet werden, daß solche Mieter von der Steuer befreit bleiben, deren steuerbares Jahreseinkommen einen gewissen Betrag nicht übersteigt. Der Entwurf der Reichsregiernn-g hat nicht die Zustimmung des Reichsrats ge­funden. Dieser hat einen eigenen Entwurf aus- gearbeitet, der die Ausbringung der Mittel auch furtd) Steuern vom Grundvermögen

lin selbst ist die polnische Mark im freien Handel zum Berliner Börsenkurs nicht mehr anzubrin­gen. So hat die Vertretung einer groben Wei- ßenfelser Schuhwarenfabrik die Uebttnahme eines polnischen Millionenauftrages abgelehnt, weil die Bezahlung in dentscher Reichsmark von der polnisck/en Fabrik nicht bewilligt werden konnte nnd die Bezahlung in polnischer Mark abgelehnt wurde. Nach der ganzen Sachlage kann man den finanziellen Zusammenbruch Po­lens für die nächsten Wochen mit absoluter Sicherheit vorherbestimmen, wenn die Entschei­dung bei der Abstimmung in Oberschlesien zu Nn gunsten Polens ausfallen wird.

Reichstag hat, um möglichst bald eine gesetzliche Grundlage für die Bereitstellung weiterer Mittel zum Wohnungsbau zu schaffen, zunächst ein vor- läuftges Notgesetz angenommen^ das Gesetz,, betreffe nb die vorläufige Förderung des Woh­nungsbaues vom 12. FÄwuar 1921. Nach diesem Gesetz sind die Länder verpflichtet, zur För­derung des Wohnungsbaues in den Jahren 1921/22 zum mindesten einen Betrag von dreißig Mark auf den Kops der Bevölkerung aufzuwen­den. Zur Deckung der aufzuwendenden Beträge haben sie für die Rechnungsjahre 1921 bis läng­stens 1940 eine Abgabe von den Nutzungsberech­tigten solcher Gebäude zu erheben, die vor dem 1. Juli 1918 fertiggestellt sind.

Die Grundsätze

für die Bemessung und Erhebung der Abgabe treffen die Länder, sofern sie nicht bis znm 1. Mai 1920 durch Reichsgesetz geregelt smd. Bis zum Erlaß eines derartigen Reichsgesetzes stellt die Reichsregierung mit Zustimmung des

Nach hier vorliegenden Telegrammen aus ________________________

Basel nnd Rotterdam haben die schmcizersschen schewisten die wichtigsten Forts besetzt und den und holländischen Börsen die Notierungen der Kommandanten der Ossseeflotte, sowie ben Vor-

Vergnügungen finden würde. Das dentschepolnifchen Valuta gestrichen. In B.r-sitzenden des Sowjets von Kronstadt befreit.

gestern in die Ortschaften der polnischen Grenz­zone Verstärkungen von französischen und eng- lischen Truppen legen lassen. Tie von einem Teil der Presse wieder gegebene Meldung aus Berlin, wonach Abstimmungsberechtigte nach dem 19. März, 11 Uhr nachts, nicht mehr in das Ab­stimmungsgebiet eiureifen dürsten, ist unzutref­fend. Wie ans Paris gemeldet wird, hat die Botfchasterkonferenz beschlossen, an Deutschland wie aucl, an Polen eine dringliche Warnung vor Uebergrifsen gelegentlich der Abstim­mung in Oberschlesien zu richten.

drückte Geschäftslage sei nm so bedauerlicher, als sie völlig unnötig erscheint. Weil die alliier­ten Führer es unter ihrer Würde hielten, eine Woche zu warten, wttd die ganze Welt Monate warten müssen. Die Pariser Vorschläge mit zweiundvierzigjährigen ZwangSzahlungcn wa - ren gänzlich unvereinbar mit dem zukünf tigen Frieden Europas Die ersten deutschen Gegenvorschläge standen auf der richti gen Linie, da sie diefe Zahlungen zu ihrem jetzigen Werte kapitalisierten. Das Blatt steckt bann fest, daß die oherkchlesifche Frage für DensschlandS Zahlungsfähigkeit erheblich ist

Ser norVruMcke Kampf.

Wir Kronstadt gestürmt wurde.

lEigener Trahibericht.)

Riga, 19. März.

Wie bereits gemeldet, haben die Sowjettrup. peu Kronstadt im Sturm genommen. Rack Helsingforser Meldungen fetzte gegen Abend die getarnte verfügbare Artillerie in Petersburg und in den Rüftenfortö mit fcharfem Feuer gegen Kronstadt und feine Batterien ein. Am Don­nerstag morgen 3 Uhr erfolgte der erste Jnfan- tcricangriff über das Eis im Schutze des Nebels vou drei Seiten her. Die zum Sttirm angefebte siebente Sowjetarmee und ander« Truppen, im ganzen etwa fechzigtanscnd Mann, trieben den Angriff bis an die Stadt vor. Einer Abteilung roter Offizierfchüler gelang es, in diefe einzn- dringen. Abends 8 Uhr war die Stadt völlig ui ihrer Hand. Gin großer Teil der A u f - ständifchen ist über das Eis nach Finn­land entflohen. Am Freitag morgen wa­ren dort bereits siebcntanfend Flüchtlinge ge­zählt worden. Die finnifchrn Meldungen lassen erkennen, daß Trotzkv den Angriff aufs gründ­lichste vorbereitet hatte.

Meter Neueste Nachrich

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Wie Oberschlesien nur weiter bestehen »ad aujdlühen kann, wenn es mit Deutschland verknüpft ist, so kann Deusscklland nur leben, wenn ihm Oberschlesien erhalten bleibt. Der große Ernst der Lage ist jedem denkenden Menschen klar. Daher wird mich die Bitte der Oberfchlesier, vaß wir ihrer am Ab- stimmungstage in warmem Liebe gedenken sol­len gerne Gehör finden Sie bitten das deutsche BoA: ..Durchlebt zusammen mit den Oberschle­siern den stbicksalsschweren Tag in ernster und würdiger Weise. Es wär« nnverständlich und über alle Maßen unwürdig, wenn jener Tag, der über Deutschlands Zukunft bis in d'r sernst-n Zeiten hinaus entscheiden wird, im deutfchen Volk als Echo den rauschenden Lärm leichter

Volksmeinnng nichtig verstanden und anerkannt und smd dem Rus der Reichsregierung gefolgt. Wie aus allen Gegenden Deutschlands die Ober­schlesier in diesen Tagen ihrer Heimat zuge- strömt find, so haben auch diejenigen aus Sta si, Kreis und Regierungsbezirk Kassel nnd weiter ans Hessen-Nassau und den Nachbargebieten sich vollzählig zur vaterländischen Pflicht bereitgc- futtden. um mit dem Stimmzettel dazu beizu- tragen, daß Oberschlesien deutsch bleibt!

Mit Begeisterung fuhren sie, und Begeife­rung brachte man ihnen überall entgegen. Hai man doch überall begriffen, um was es sich b e i dieser Abstimmung handelt' Von dem ErgÄmis, ob Oberschlesien weiterhin beim Reiche Mei6t oder nicht, hängt das Fortbestehen od»r der Untergang Deutschlands ab! Seu-sem Deutschland ein Industriestaat ist, wird fein Ge­deihen vom Besitz der Kohl: und des Erzes beein­flußt. Das Saargebiet sst uns von den Feinden ge­nommen worden, aus dem Ruhrgebiet müsse« wir ihnen einen Teil der geförderten Kohlen ab­geben, und nun bilden die oberschle fischen Bergwerke den Lebensnerv unserer In­dustrie. Würden sie vom Reiche getrennt, dann wäre die übergroße Mehrzahl der Industrie zur Sttlleguna verurteilt und der Eisenbahnverkehr würde aus den Stand zurückgeworfen, wie er vor fünfzig Jahren War. Weitere Arbeitslosigkeit und Rot im ganzen Reiche wäre die unvermeid­liche Folge. Wäre Oberschlesien in polni­schen Händen, dann wäden die Kühlen- und Erzgruben gar bald verkommen. Man sieht ja jetzt schon, alles, was in polnische Wirt­schaft gerät, geht an Verloddenmg zugrunde, seien es mm Eisenbahnwagen oder Fabriken oder sei es di« öffentliche Verwaltung. Trotz der Milliarden-Nnterstützung, die Polen jetzt von Frankreich erhält, ist der Staat bankerott. Die Polen sind niemals in der Lage, einen Staat aus­zubauen und gut zu verwalten, weil sie keine Ordnung halten können into die Volksmoral sehr tief steht. Jeder deutsche Oberfchlesier weiß das. Er weiß aber auch, daß alles, was Oberschlesien in wirtschaftlicher und kultureller Hinstcki be­sitzt, nur Deutschland urb den deutschen Oberschlesiern zu danken ist.

dem kritisierenden Aufsatz des LonvonerErono

mist" mirs norfi aemefbet. daß das Blatt sie Jahres dem Reichstag vorgelegt. Der