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Nummer 61

Sonnabend, 19. März 1821

Fernsprecher 951 itnfc 952.

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Gesetzes

Die Kasselei Neuesien Nachrichten erscheinen wöchentlich iech«mal und zwar abend s. Der AbonnemenrrpreiS beträgt monalltch 6.00 Mark bet freier Zustellung In» Haag. Au«, wärt? durch die Poft bezogen 5.30 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden jebernt! von der Geschäftsstelle oder den Bolen entgexengenommen. Druckerei, Verlag und Redattwn . Lchlachthosstraße 38/30, Für unverlangt etngesandte Beiträge kann die Siebettton eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nichtordnungSmäßiger Lieferung ausgeschlosten.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 18. März.

Neber die vertagte Regierungsbildung in Preußen wird heute früh gemeldet: Die Teutschnationaalen hatten an dir drei anderen bürgerlichen Fraktionen des Landtages Schreiben gerichtet, in denen sie, da es dem durch das Wahlergebnis erkennbar gewordenen Volks- wlllen entspreche, die Bildung einer bürgerlichen Koalitionsregierung forderten. Während die Deutsche Bolkspartei unverzüglich erwi­dert hatte, daß ihr der Gedanke sympathisch sei und daß sie mit den Deutschnationalen eine noch breitere Koalition im Sinne der Einheitsfront verschlügen, haben die Demokraten die An­regung her Deutfchnationalen jetzt abgelehnt und zwar mit der Begründung, daß durch die BeteiliMng der Deutschnationalen die nationale Einheitsfront gefährdet werden würde.

Fraktion der bayerischen Volkspartei lehnt nach wie vor die Zustimmung zu dem Gesetze ab und auch für den demokratischen Vermittlungsantrag hat sich bis jetzt noch keine Mel-rheit gefunden. Unter diefen Umständen dürste cs ausgeschloffen fein, daß das Gefetz noch vor Beendigung des ge­genwärtigen Tagungsabschnittes zustande kommt

ZarsintwaKnungr-Probiem.

Schwierigkeiten des Gesetzentwürfe».

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 18. März.

Der Reichstags-Ausschuß, dem das Gesetz über das Verbot der gegen den Friedensvertrag verstoßenden militärischen Verbände zur Bera­tung überwiesen ist, hat gestern keine Sitzung ab­gehalten. Er wird erst heute wieder seine Ver­handlungen ausnehmcn. Die bisher unter den Fraktionen geführten Besprechungen haben, wie cs scheint, noch keinen Ausweg aus den

Sberschlesiens Abstimmung.

Der Polnische Bankerott.

lPrivat-Telkgramm.)

Kattowitz. 18. März.

Die in Kastowitz erscheinendeGazetta- dowi" vom 15. März (Nr. 61) enthält folgende BÄanntmachung einer Bank:Aus politifchcn, von uns unabhängigen Gründen stellen wir mit dem heutigen Tage die Entgegennahme von De­positen in polnischer Valuta ein. Eine Aenderung des Beschluffes wird zur rechten Zeit bekannt gegeben. Beuthen den 8. März 1921. Bank Ludowi." Die Vorstandsmitglieder der Bank Ludowi in Beuchen sprechen damit den Bankerott des polnischen Staates vor aller OeffentliMeit aus. Die polnische Volks- bank in Glciwitz nahm schon vor vielen Wochen kein polnisches Geld mehr an und weigerte sich, dafür deutsches Geld auszuzahlen. Der Alli- lerten-Rat will die Entscheidung über Ober- fchlesten noch vor Ostern treffen. Das Ergeb­nis der Abstimmung wird bis 21. März, abendö, die Parifer Entfchcidung bis 27. März erwartet.

3niertton6pretfe-. a) Ginh-tmlfche Aufträge- Die einfpalttge Anzelgen.zelle M. 1.20, bte einspaltige aieNamezeiie M. 3.. b> Auswärtige Aufträge - Die einfpalttge Anzetgenzeile M.» 1.50, bte einfpalttge Reklamezeike M. 3.50, alle» einschliebltch TeuerungSzufchlag unb Anzetgenfteuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Sag Hunden Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten unb Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- Hofstrabe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Strabe 5. Telephon Nummer »öl und «52.

Selbstschutzorganisatton gesichert ist. Diese Ueber- zeugung besteht in Bayern aber heute noch nicht, und es ist und bleibt deshalb ein uferloses Un­terfangen, wenn man die Entwaffnungsaktion jetzt einfeiten will. Wenn es der Entente darum zu tun ist, eine Scheinentwaffnung sich vollziehen zu sehens so kann sie sie haben. Aber sic darf überzeugt sein, daß es nicht gelingen wird, Bayern die Waffen zu nehmen, die notwendig sind, um eine neue UmsturzbeiveMng wie im Jahre 1919 niederzuschlagen.

wafsnungsfrage gar nicht mehr verhan- d e l t worden, und es lag daher für die deutsche Regierung nicht der mindeste Grund vor, sie jetzt aus die Tagesordnung zu setzen. Das feindliche ' Ausland sieht mit wachsendem Staunen und mit Befriedigung die kaum glaubliche Tatsache, daß «ine Regierung selbst die von ihr mühsam her- zestellte Einheitsfront im entscheidenden Augen- Micfe in Frage stellt.

Es ist als wichtig hervorzuheben, daß die in Frage kommenden Artikel 177 und 178 des Frie­densdiktats sich auf die Selbstschutzorgani- sationen gar nicht beziehen. Was es für einen Zweck haben soll, wenn von deutscher Seite der Entente immer neue Waffen in die Hand gespielt werden, das mag man in Berlin begrei­fen; in München begreift man es nicht. Es ist selbstverständlich, daß die Entente die Zusagen, die Dr. Simons bezüglich der Entwaffnung ge­macht hat, mit allen Mitteln ausbeuten wird.

Amerika gegen den Sloans?

Cine Konferenz in Washington.

lGigener Drohtbericht.)

London, 18. März.

«Daily Telegraph" meldet aus New York: Tie Absicht des Präsidenten Harding, eine Ab- ordnung nach Europa zu senden, die über die internationalen Angelegenheiten berichten soll, scheint aufgegeben zu sein und man erwägt jetzt, Vertreter Europas zu einer großen Konferenz der Hauptmächte nach Wafhington kommen zu laffen. Der Berichterstatter derNewyork Sun" in Washington bestätigt, daß der Plan, eine Sonderdelegation nach Europa zu senden, abaeändert worden ist, da die Verhältnisse für diese Entsendung sich geändert Haden. Man wünsche jetzt die Abhaltung einer großen Kon­ferenz in Washington, da diese Stätte besser ge­eignet wäre, dem Prinzip der offenen Diploma- tic zum Siege zu verhelfen.

Es ist aber ebenso sicher, daß Frankreich, das noch keineswegs all seine Hoffnungen auf einen Abfall Süddeuifchlasids vom Reiche begraben hat, den Widerstand Bayerns gegen die Entwaff­nung stärkt, um die Konflikte im Reiche auf die Höhe zu treiben. Was könnte Frankreich will- kommener sein, als daß sich die Berliner Regie­rung eines schönen Tages vor die Notwendig­keit gestellt sähe, die Reichserekutive gegen das widerspenstige Bayern durchzusuhren? Das würde nur Wasser auf chre Mühlen fein. Man kann es schwer begreifen, warum man in Ber­liner Rsgierungskrei-sen ein so großes Interesse daran Hut, sich eines Tages vor Unmöglich­keiten gvstzllt zu seihen, die doch leicht hätten vermieden werden können. Die Reichsregierung konnte von allem Anfang an erklären, daß sie ihr möglichstes tun würde, um die Entwaffnung Bayerns herbeizusühren, daß sie aber der baye­rischen Regierung überlassen müsse, dieses Pro­blem zu lösen. Dann hätte die Entente sich vor die Notwendigkeit gestellt gesehen, ihrerseits das zu tun, was Die deutsche Regierung durchzufüh­ren nicht in der Lage war.

Zu einer HauSbefitzerdebatte

kommt es beim Voranschlag der Hess. Brand« Versicherungs-Anstalt und zwar über einen An- i-ag, den LandesauSschuß ,u ersuchen, die Frage zu prüfen, ob es sich nicht empfehlen dürfte, beim Minister für VolkZwohffahrt dahin zu wirken, daß zu den Kosten, die der Vermieter auf die Mieter abwsilzen darf, auch die für die Bor- orgeversicheruna zu rechnen sind. Die sozial­demokratischen Abgeordneten Witnock und Schnabri ch bekämpfen diesen Antrag im In. teresse der Mieter. Letzterer bemerkt, die not­leidenden Hausbesitzer seien nur die Scheinbe- itzer, die Hypotheken der Kapitalisten zu tragen Haben, während Abg. Dr. Antoni zum Aus­druck bringt, daß die Mehrzahl der Hausbesitzer nicht zu den Kapitalisten gezählt werden kann. Der Hausbesitz muß erhalten werden, weil die Mieter untergebracht werden müssen. Verfallen die Häuser, daun sind die Mieter die Geschädig- ien. Der Hausbesitz ringt schwer um seine Exi- tenz. was allerdings auch bei den Metern der Fall ist. In namentlicher Abstimmung au! Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wird der Antrag mit Mehrheit angenommen Nachdem Abg. v. Grunelius über

die LandeSkredttkaffe

Bericht erstattet, bringt Abg. Wittrock zuw Ausdruck, daß es wünschenswert ist, aus dieser Anstalt möglichst große Einnahmen zugunsten der GesamtverwaLtung zu erzielen, ohne daß sie ihre bewährte Tridition verläßt und Baukge- schäfte macht, die teilweise an Wuchergeschäfte grenzen. In der mkhsten Zeit werden wieder große AnfordevunMN an Geld acfteWt Für Wege- und Straßenbauten" allein fünf Millionen mehr als bisher. Abg. Kreiß (Dn) beantragt eine gemischte Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Landesausschusses und Sachverständigen zur Prüfung der Frage, o6> unb wie ans der Landeskreditkaffe höhere Ein­nahmen gezogen werden können. Abg. Jordan (Sog.) der in der .Hitz- des Gefechts« oder aus Gewohnheit unter allgemeiner Heiterkeit den deutschnationalen Kollegen Kreiß mit Genosse anredet, unterstützt' diesen Antrag. Geheimrat v. Sachs, der Leiter der Landeskreditkasse, hält einen längeren Vortrag, der leider unverständlich bleibt. Abg Pappenheim (U. S. P.) ist enttäuscht darüber, daß die Landeskreditkasse nicht mehr ein Gegengewicht gegen die Banken sein soll und in der Ausbeutung der Geldsuche'r- ben ihr Ideal erblickt. Die Landeskreditkaffk mutz eine billige Geldgeberin bleiben. Äbg. Wittrock (Sog.) kennzeichnet die Merkwürdigkeit daß sein ehemaliger Parteifreund Papp.mheim fiir die Diktatur des Proletariats ist und gleich­zeitig ein Her, für den Mittelstand besitzt. Die Stadr Kassel muß jetzt über drei Millionen

Selbstschutz in Nutzem.

Kann Bayern entwaffnet werden f

(Don unserm 8.-Mitarbeiter.)

Durch die Einbringung des Gesetzes gegen wen Selbstschutz ist eine innerpolitisch gespannte Lage geschaffen worden, die zu den ernstesten Pöoenk.'n Anlaß geben muß. Die Hoffnungen auf einen _ Ausgleich zwischen dem Reich und Bayern mögen sitz erfüllen, vorläufig ist die Lage so, daß durch die Stellungnahme der Reichsregie­rung zur Einwohnerwehrfrage Bayerns der kaum etwas zusammengeleimte Riß zwischen Nord- und Süddeutschland wiederum kluftartig erweitert worden ist. Richt ohne Grund hat der bayerische Ministerrat seine allerernste- sten Bedenken gegen das Gesetz betreffend das Verbot der Sellbstschutzorganifationen geltend ge- macht und deshalb um Reichsrat durch feine Ver­treter schärfsten Widerspruch erheben lassen. Denn man wußte in München nur zu gut, daß damit der wundeste Punkt berührt wurde, der zwischen Berlin und der Jsarhauptstadt immer besiwNoen hat. Daß die Reichsregierung im gegenwärtigen Augenblick die Frage der Einwohnerwehren zur Diskussion gestellt hat, war, politisch genommen, ein Fehler. In London war über die Ent-

(H. A. G.). Felde (H. A G.), Fusti (H. A. G.) Murawski (H. A- G.), Dr Hantier (D. V SB.) Moene (Soz.) Schnabrich (Soz.) Jordan (Soz > Hildwein (Sog.) Antoni (Ztr.) Dr. Schröder (Dem.) und Linker (Ztr.). Zum Vorsitzen­den des Land es aus schuss cS wird dann Es der Reihe der Mitglieder auf Voranschlag des Aeltsstenausschuffes Landrat Thoene tSoz.) zum st Eve rtr elenden Vorsitzenden .Dr. Antoni (Ztr.) gewählt. Einige weitere Wahlen rinden schnelle Erledigung

Schließlich wird die Reichsregierung doch er­klären müssen, daß sie nicht die Macht habe, Bayern zu entwaffnen. Trotzdem wird durch das bisherige Vorgehen das Verhältnis zwischen Nord- und Süddeutschlaud eine Trü­bung erfahren, die um des Reichsgedankens willen um jeden Preis hötte vermieden werden müssen. Es ist eine durchaus verkehrte Auffas­sung, wenn u«m in Berliner Regierungskreisen immer wieder höN, daß es Bayern nur darauf ankomme, der Reichsregierung bei jeder Gelegen­heit einen Knüppel zwischen die Beine zu wer­fen. Das beweist lediglich, daß man auch nach dem Kriege die Frage Bayern von einem völlig verkehrten Standpunkte aus auffaßt. Wenn die bayerische Bevölkerung sich heute weigert, chre SelWschutzoiganffation aufzulösen, so ist der Grund dafür der Selbsterhaltungstrieb des bayerischen Volkes, der Mtühtiaer ist als der Wille unserer Feinde. Diejenige baye­rische Regierung, die es wagen würde, dem Wil­len der Mehrheit des bayerischen Volkes nicht Rechnung zu tragen, würde auch nickt einen Tag länger am Ruder bleiben können Die Fran­zos e n dr o h c n, daß sie Bayern besetzen wer­den. Derartige Drohungen können aber nicht verfangen. Die bayerischen Bauern sind bereit, eine Okkupation über sich ergeben zu lassen. Aber Frankreich denkt ja im Grunde seines Herzens gar nicht daran, eine solche Besetzung durch- Zufuhren.

Frankreich wird also Bayern nicht entwaff­nen. Selbst dann nicht, wenn cs tatsächlich zu einer Besetzung bayerischen Gebiets Mreiten sollt-- Bayern kann entwaffnet werden in dem Augenblick, wo das bayerische Volk die Ueber- zeugung gewonnen Hal, daß die Ordnung und S-chprchr!^ in* stocßvi <vich qHmr das Bestehen der

° den, müssen mit dem Sichtvermerk bei bette s- , senden lrreiSkontrolleur- versehen fein,

Sie 6ntente-Wnfl6men.

; Kein Durchgangszoll in Belgien und England (Eigene Drahtmeldung.)

Brüssel, 18. März.

Minister des Auswärtigen, Jaspar, hat den Vorsttzenden der Handelskammer in Antwerpen wissen laffen, daß deutsche Güter, di- im Durchgangsverkehr über Antwerpen gehen, nicht von der Aussuhrsteucr betrof­fen werden. Tiefelbc Bestimmung gilt bekannt- lich mich für deutsche Waren, die im Durchgangs, verkehr über England gehen. Ta aber bereits von den verschiedenen Regierungen Verschär­fungen der Bestimmungen in Aussicht gestellt sind, so ift die Benutzung Antwerpens und der englischen Häse« natürlich mit einem hohen Risiko verbunden. Iustizministrr Bandervclde er­klärte gegenüber den Blättcrmeldungen, datz er sich gez-m die Londoner Beschlüsse gewendet habe er hätte in London ebenso gehandelt wie die an­deren belgischen Minister. Die Deutschen müßten gezwungen werden, annehmbar; Vorschläge zur Enffchädigung zu mache», damit die alli­ierten Mächte aus der Kriegsatmosphäre heraus, kämen. Erst komme das Vaterland und dann erst die internationalen Beziehungen.

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Verhandlungen oder Zwang.

Gens, 18. März. (Eigene Drahtmeldung.) Rach demPopolo Romano" will man in ena- lifchen Kreisen die Ucbcrzeugung haben, daß die Verhandlungen über die Entschädigungs- sragc demnächst wieder nufgenommen werden. »Echo de Paris" meldet: PoincarS hat im Senat den Antrag gestellt, die Erfüllung des Verfaillcr Vertrages bis 15. Juni von den Dcuffchen unter Androhung der allgemeinen Blockade zu Wasser und zu Lande zu verlangen. Der Se vatsausfchuß vertagte die Aussprache über den Antrag PoiucarZ bis nach Ostern. Lam Be­richten derDaily Mail« hat England jetzt die Verwaltung des ganzen ehemaligen deutsch- ostafrikanischen Gebietes übernommen.

Der bayrische Standpunkt.

München, 18. Mürz. (Privattelegramm.) In der gestrigen Landtagssitzung sprach Minister- präfident Dr. von Kahr über die Einwohner­wehren und erllärtc, daß die bayerische Regie­rung sich für verpflichtet halte, alle Eventualitä­ten zu erschöpfen, um die bayerifchen Einwohner­wehren zu erhalten, weil die Forderung nach Auflösung der Einwohnerwehren weder im Frte- dcnsvcrtrage noch im ungeschriebenen Rechte der Völker nach Selbstbehauptung eine Begründung habe. Von einer Revolte gegen die Reichsregie­rung sei selbstverständlich niemals die Rede ge­wesen. Es sei unzutreffend, daß die Beibehal­tung der Einwohnerwehren und das Festhalten am Reiche unvereinbar miteinander sei. Die bayerische Regierung sei im Gegenteil der Mei­nung, daß der Kampf für die Erhaltung der Einwohnerwehren ein Kamvf nicht gegen, son­dern f ii r die Einheit des Reiches sei.

Verkehrs-Erschwerung.

BreSlan, 18. März. (Privattelegramm.) «eit Restern nachmittag 5 Uhr sind die tele­phonischen Verbindungen mit Oberfchlesien gesperrt. Auch Preffegefprüche sind gegenwär­tig nicht durchzubringen. Die alliierte Abstim- mungskoululifsion in Oppeln hat verfügt, daß der Telephon- und Telegraphenver- k e h r vom Sonnabend den 19. März 1912,12 Uhr mittags, bis Montag den 21. März, 12 Uhr mit­tags, für das Publikum gesperrt ist. In Fällen, die besonders wichtig und dringend sind, Sterbe- sälle, schwere Krankheiten, Unfälle, wende man ich an den Kreiskontrollcur, um die Erlaubnis zu erhalten, den Telegraphen zu benutzen. WaS die Prefsetclegramme betrifft, fo können le nur durch Zeitungsbcrichterstattcr, die ihre Identität nachweifen können, abgesandt werden. Alle Telegramme, die durch die Telegraphen ämtcr der verschiedenen Kreise übermittelt wer-

Schwierigkeiten eröffnet, die der rechtzeitigen j Verabschiedung dcS Gesetzes entgegenstehcn. Die

49. Kommnml-Llmdtag' Die «estrige Plenarsitzung; das Kriegerdenkmal; Gefallenen Ehrung; Vertaguna des Landtages.

Kassel, 18. März.

Der gestrigen Plenarsitzung liegt zunächst eint Eingabe des Hanauer Geschichtspereinis vor. in der Beschwerde darüber erhoben wird, daß vrr- lchiedene alte Bauldenkmäle zerstört worden sind, oHwe daß wenigstens Gelegenheit geboten wor­den ist, Messungen »der photographische Aufnah­men vorzunehmen. Die Eingabe wird dem Lan- desausschuß zur Prüfung überwiesen. Dann bc- schaftrgt sich der Landtag mit der Neuwahl des Landesausschuffes. Dr Antoni-Fulda empfiehlt einige vom Aeltesten-Ausschuß beschlossene Aeu- derungen der Wichlvorschristen. Abg. Witt­rock (Soz.) beantragt Erweiterung des Länses- ansschusses von 12 auf 15 Mitgliedern. In der Aussprache über diesen Antrag verweist Abg. ?r e l d e-Schmalkalden auf die kommende Pro- vrnzautonomie. Es sei daher die künftige Ge- staAmng des Kommunallandtages noch nicht zu überblicken. Präsident v. K e rid e l' verliest die in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmun­gen, wonach eine solche Erhöhung der Mitgur- devzahl nicht ziMssig ist. Auch Abg Dr. Antoni - ist ans denselben Gründen wie Abg Felde für den Augenblick gegen eine Erhöhung. Schließ­lich wird der Antrag Wittrock dem LandeSaus- schuß zur Prüfung überwiesen. Landeshaupt­mann v. Gehren bringt noch zum Ausdruck, daß noch völlig angewiß tft, ob und wie die Autonomie kommt. Die

Neuwahl des Landesausschusses ergibt fossgende Ziisammensetzung: v. KeudeK

Protestbewegung der Danken.

Bafel, 18. März (Eigene Drahtmeldung.) Aus Rrwyork wird berichtet: Die Bewegung in Amerika gegen dieSankttonen" nimmt weiter zu. An der Spitze der Protestbewegung stehen die großen Bank gruppen von Rew- york, Philadelphia und Ohio. Verschiedene Börsenblätter verlangen sofortiges Eingreifen der amerikanischen Regierung gegen bte Londo­ner Beschlüsse zu Gunsten Deutschlands.

Preußens Regierunssbildung

Roch keine nationale Einheitsfront.

Meier Neueste Nach

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung