Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung -ä Hessische Abendzeitung
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Nummer SS. Fernsprecher 951 und 952. Donnerstag, 17. März 1921 Fernsprecher 951 und 952. 11. Iahrgana.
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Aufrechnung der Entevtefnrdervngen.
Unsere Entwaffnung.
Am de» Gesetzentwurf.
Das dem Reichstage durch den ReichSinnen- minister Koch in Vorlage gebrachte Gesetz über die Durchführung der Artikel 177 und 178 des FriedenSverttages ist von der größten inner- politischen, aber auch internationalen Bedeutung. Tie Reichsregierung macht geltend, daß dieses Gesetz bereits am 15. März 1921 in Kraft treten mußte, um internationale Schwierigkeiten zu vermeiden. Dieses Gesetz steht die Aufhebung der Selbstschutz-Organisationen vor, und zwar allenthalben im ganzen Reiche. Da auch bte bayerischen Einwohnerwehren von diesenr Verbot betroffen würden, hat dieses Gesetz den allerschärfsten Widerstand der bayerischen Reaierung und der bayerischen Politiker hervorgerufen. Man darf sich nicht verhehlen, daß hier Gcfahrenmomente in Frage kommen, bte gegebenenfalls von weittragenden Wirkungen sein muffen.
Nach dem Gesetz werden verboten: Ver- kintgungen aller Att, welche erstens ihre Mitglieder im Kriegshandwerk oder im Gebrauche von Militärwaffen ausbilden oder üben; zweitens sich mit Maßnahmen befassen, die auf eine Mobilmachung hinzielen. Ferner wird Unterrichtsanstalten, Universitäten und Kriegervereinen, Schützengilden, Sport- und Wanderver- eincn, überhaupt Vereinigungen jeder Att verboten sich mit militärischen Dingen zu befassen sowie sich mit dem Reichswehrministerium oder einer anderen militärischen Behörde in Verbindung zu batten." Diese Artikel gründen sich auf den Attikel 177 des Fttedensvettrages, der beinahe den gleichen Wottlaut hat, wie die soeben erwähnten Gesetzbcstimmungen. Schon unter dem 31. August 1919 wurde in einem Gesetz bestimmt, daß solche Vereinigungen auizu- lösen seien. Eine Sttafbestimmun« enthält aber das Gesetz nicht.
Die Entente hat in ihrer Note vom 29. Januar 1921 verlangt, daß bis zum 15. März 1921 weitere gesetzliche Bestimmungen zur Ausführung der Artikel 177 und 178 des Friedensvertrages erlassen werden. Um eine einheitliche Durchführung des neuen Gesetz - Entwurfes sichrrzustellen, soll nach dem Vorbild des Entwaffnungsgesetzes eine Zentralstelle mit der Durchführung des Gesetzes betraut werden. Als solche ist der Reichsminister des Innern oder ein vom Reichspräsidenten zu ernennender Reichskommiffar vorgesehen. Ihm sollen zur Durchführung der Bestimmungen weitgehende Rechte verliehen werden. Die Strafbestimmungen sehen eine Geldsttafe bis zu sunfzigiausend Mark oder Gefängnis bis zu drei Monaten vor. Man kann heute schon sagen, daß das Gesetz in der soeben besprochenen Form nicht endgültig werden wird. Ter entschiedene Widerspruch der Bayern und auch der Ostpreußen hat es iürs erste dahin gebracht, daß das Gesetz zunächst noch einmal in der Kommission gründlich besprochen wird. Die Bayern verlangen verschiedene Abänderungen und Zusätze, die den speziellen Erfordernissen ihres Landes entsprechen. Man wird nun den Gang dieser Verhandlungen und Bearbeittmgen, die nach Lage der Dinge sehr beschleunigt werden muffen, abzuwarten haben. Einen Konflikt so tiefgreifender Natur, wie er allen Ernstes aus der Behandlung dieser Frage sich herausbilden könnte, kann natürlich niemand wollen. In der Reichslagssitzung war man darüber in großer Verlegenheit. Man mutz einerseits den Vorschriften der Feinde nachkommen, andererseits kann man zwei bedeutende Staaten des Reiches nicht vom Reichsganzen abstoßen.
Daß das Schwergewicht dieser Frage in außenpolitischen Momenten liegt, ergab sich durch die Tatsache, daß der Reichsaußenminister Dr. Simons selber das Wort zu der Vorlage ergriff. Simons betonte die außenpolitische Bedeutung dieses Gesetzentwurfs, für welchen er die volle Verantwortung hinsichtlich seiner politischen, also vorab außenpolitischen Grundlagen übernahm. Die Einzelhttten tr?S Gesetzes zu vertreten, will er dem Reichsinnenminister überlasten. Simons stellt sich auf den Standpunkt, daß wir den Friedensvettrag unter allen Umständen in allen seinen Teilen, also auch bezüglich der in Rede stehenden Forderungen erfülle müßten. Ueberall kehtt bei derartigen SimonSschen Versicherungen der Nachsatz wieder: »aber nicht mehr!" Die SimonSschen Erklärungen wurden vom Parlament mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen. Während die Mitte sich zurückhaltend verhielt, die Bayern geradezu in eisigem Schweigen verharrten, demonstrierten die äußerste Rechte und die äußerste Linke, beide fteilich aus verschiedenen Motiven. Die Rede des Ministers sand am Schluß keinen Widerhall. Welchen Wert die Rcichsrcgierung auf die Behandlung diese- kritischen Problems legt, zeigt der Um
stand, daß fast alle Mnister während dieser Szene erschienen waren. Der bayerische Sozialist Hoffmann, ehemals bayerischer Ministerpräsident, stimmte dem Entwurf zu, während Freiherr Edler von Braun, der Vorsitzende des Reichswirtschastsrats, heftig gegen ihn polemisierte. Das Gesetz Wurde schließlich in die Kommission zur weiteren Beratung überwiesen, wo noch erhebliche Aenderungen vorbereitet werden. Niemand ist sich im Parlament darüber im Zweifel, daß es sich hier um ein überaus kritisches Problem handelt, und daß die Art seiner Lösung Schwierigkeiten von heute noch unübersehbarer Tragweite in sich- birgt. J.B.
ZchMmmMldum öerFeinde
Eie fordern handertachtzig Milliarde».
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 16. März.
Die Sckvdcnersatzforderungen, die durch die Rcpnrationtzkommission auf Grund dcS Artikels 233 des Friedensvettrages bei der dentfchen Regierung angezeigt worden sind, belaufen sich auf nicht weniger als hunüertachtzig Milliarden Goldmark, wert« man die in der Landeswährung ausgestellten Forderungen nach dem jetzigen Valutastand umrcchnei. Dir Unterlagen, die diesen Forderungen bcigcgeben worden sind, sind ungemein dürftig und mache« eine gewissen, haste Nachprüfung in der kurzen Frist von zwei Wochbn unmöglich. Selbstverständlich wird tier- sucht werden, gleichwohl in dieser kurzen» lyrist die Forderungen nachzuprüfen und auf diese Nachprüfung den unausbleiblichen Protest zn gründen, in dem auch ver Beweis nicht fehlen wird, daß die Entente bei ihren Forderungen, zu deren Zusammenstellung sie sich zwei Jahre Zeit gelassen hat, gänzlich den ß 234 des Fric- densvertrageS übersehen zu haben scheint, wonach bei der Festsetzung der Forderungen die Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen ist.
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Zahlungsforderung vis 1. Mai.
Paris, 16. März. (Eigene Drahtmeldung.) Die Wiederherstellungskommission hielt eine Sitzung ab, worin der Beschluß gefaßt wurde, Deutschland aufzufordern, den Attikel 235 des Versailler Fttedensvettrages zu erfüllen, der be, sagt, daß Deutschland bis zum 1. Mai 1921 zwanzig Milliarden Goldmarr bezahlen müsse. Die alliierten Sachverständigen crrtftrrn, daß e8 sich um einen Irrtum handle, wenn Deutschland behaupte, bereits einundzwanzig Milliarden Goldmark gezahlt zu haben. Die Wiederherstellungskommission entschied st-h dahin, das, Deutschland lein weiterer Aufschub gewährt werden soll. Sie wird sich auch in kürzester Zeit mit der Durchführung des Artikels 233 befassen und wird noch vor dem 1. Mai die Gesamtsumme der deutschen Entschä- dignngszahlungen fcfisetzen.
SberfÄlksteiis Abstimmung.
Eine Erklärung der Parteien.
(Privat-Telegramm.)
Beuthen, 16. März.
Die Deutsche Volkspattei, die Deutschnatio - nale, die Zentrumspattei, die demokratische Partei und die sozialdemokratischen Parteien veröffentlichen gemttnsam eine Erklärung, in der sie mitteflen. daß das Ziel einzig und allein das Glück und die Wohlfahrt Oberschle- sie ns sei. Sie verbürgen sich, dafür, daß wegen der im Abstimmungskampf begangenen strafbaren politischen Handlung niemand zur gerichtlichen Untcrfudrung gezogen und wegen der im Abstimmungskamps bestrndeten politischen Gesinnung kein Beamter, Angestellter oder Arbeiter daraufhin in seinem Beamten-, Anstellungs-, oder Arbtttsverhältnis geschädigt oder gemaßregelt werden soll. Bei bet Reichsregttrung werden die polittschcn Parteien zwecks Durch, führung dieser Zustände insbesondere die zum Erlaß einer Amnestie erforderlichen Schritte unternehmen, um versöhnend zu wirken.
Franzdfischs „Beobachter."
Paris. 16 März. (Eigene Drahtmelvunast In bett W tnvelgängen der Kammer waren acht Mitglieder bei sozialistischen Parteien ausgewählt worben, die nach Oberschlesieu fahren sollten, um die deutsche Abstimmung zu beobachten. Die Delegation sollte gestern früh abrei- scu, erhielt aber von d- Regierung die Mittei
lung, daß man in Uebereinstimmung mit der britischen Regierung beschlossen habe, dieser Delegation die Pässe zu verweigern.
EnIMung im GsrWsfcml.
Die Prozesse Kessel und Marioh.
jPrivat-Lclcgramm.)
Berlin 16. März.
Im gestrigen Prozeß gegen Hauptmann von Kessel wegen der Berliner Matrosen- c r s ck i e tz u n g kam cs zu einer sensationellen Wendung, indem Hauptmann von Kessel Beschuldigungen gegen N o s k e, ' Staatssekretär Weißmann und den ehemaligen Polizeipräsident Ernst vorbrachte. Hauptmann von Kessel sagte: „Ich will jetzt die volle Wahrheit sagen. Auf direkten Befehl des Oberkommanbie- renbett Noske ist auch bas Unternehmen Marloh in der Franzöfischenstraße zurückzuführen, sowie die Erschießung der vierimbzwanzia Matrosen. In der letzten Verhandlung habe ich auf vieles Drängen Hauptmann Pabst genannt ttttb gesagt, daß er verlangt habe, Marloh müsse weg. Ich muß nun zu meiner Verteidigung erklären, daß ich auf Wunsch alter politisch erfahrener Leute gehandelt habe. Ich war abhängig von der Garbefchützenbivision und hatte täglichvom Polizeipräsident Ernst und Staatsanwalt Weißmann Aufträge zu holen. Hauptmann Pabst fagte mit wiederholt, ein Marloh-Prozctz sei in jeder Situation unmöglich/'
»
Vertagung der Verhandlung.
v r f ‘ tt. 16. MÄrz. (Pr-dathchegramm) Aus bett Erklärungen des Hauptmanns von Kessel geht noch hervor, daß Pabst mit Noske auch darüber gesprochen habe, daß der Marlohprozeß nicht stattfinden dürfe und daß Noske derselben Ansicht gewesen sei. „Ich will nicht alle Namen nennen", sagte von Kessel, „sondern nur meine drei Vorgesetzten. Es tut mir leid, aber es ist zu meiner Verteidigung nötig. ES war in erster Linie der StaalSattwall Weißmann. Deffen ständige Redensart war: Kessel, einen Marlohprozeß erleben wir alle nicht. Jetzt hilft alles nichts, Marloh muß weg. Anders läßt sich der Prozeß nicht vermeiden. Ter damalige Polizeipräsident Ernst hat zur selben Zeit bas gleiche klar gesagt." Auf Wunfch des Angeklagten wird wegen feines leidenden Zustandes die VeriZMblung abgebrochen und auf Mittwoch früh vertagt. Die Enthüllung hinterließ eine tiefe Wirkung
llebeikimden im Sergdau.
Schiedsspruch des SchlichtnngSanSschusses.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 16. März.
Zum Schiedsspruch, den der Schlicks tungSausschuß unter dem Vorsitz des Professors Frank bezüglich der Forderungen der Sergarbeb ter im Ruhrgebiet gefällt hat, wirb folgendes mitgcteilt: ES sollen wöchentlich vier einzelne Ueberstunden gemacht werden unter der Voraussetzung, baß spätestens bis zmn 17. April ein Gesetzentwurf bei den gesetzgebenden Körperschaften eingebracht wird, der die ArbeitS. zeit von sieben Stunden endgültig festsetzt. Die Ueberstunben sollen nur eine Uebergangsmaß- nahme sein. Der Lohnausschlag von hundert Prozent wird auftecht erhalten. Dabei wird die Golbmattprämie der Entente als unerläßlich bezeichnet. Der Schiedsspruch so« bis 15. Mai gelten und zwar soll eine vicrzchntägig? Kündigung zulässig sein. Er ist bisher von den christlichen und polnischen Gewerkschaften angenommen worden, dagegen haben der Bergarbei- terverband mid der Hittch-Dunkersche Verband abgelehnt, doch dürfte diese Entscheidung nicht endgültig fein, da dem Arbcitsministerium die Ablehnung noch nicht offiziell mitgeteilt wurde.
Schiiffakgmsssr Merreich.
«aranrie» für die (Entente.
(Eigene Drahtmelbung.)
Patts, 16. März.
Wie ans London gemeldet wird, hat der österreichische Kanzler Mayr gestern in einer Sitzung der Sachverständigen einen Bericht über bie Garantien, die Oesterreich für eine internationale Anleihe geben könnte, überreicht. Die an gebotenen Garantien bestehen in der Verpfändung der Zölle, Tabak- und Salzmonopol und der Einnahmen der Staatsbahnen. Neue Monopole für Petroleum, Zucker und Alkohol sind in Aussicht genommen und faßen ebenfalls nngeboteu werden. Mayr erklärte ferner, daß der Wert der im Lause dieses Fabres aus dem Auslände für Oesterreich getätigten Einfuhren etwa 12‘/t Millionen Pfund Sterling betragen dürste.
Msfische Berwirrmz.
Ein Aoschwächungsversuch Trotzkis.
De» 9)erteete» unseres NactzrlcHtenbüroS Hal von vliga au« üurti btahtlofc Telegeaphi« mit dem bolschewistischen KriegSininiste« Trotz!i in Verbindung gesetzt und durch Funk- sprach dl, nachstehend» Mitteilung erhalte«, „Das Zusammentreffen der Kronstädter Ereignisse mit dem nahen Ende der russifch- polnifchen Fricdensvcrhandlungen und dem Abschluß des englischen HandelsvettragcS ist kein Zufall. Die russischen Emigranten im Auslände versuchten schon lange, diese politischen Ereignisse zu sabotieren. Bekanntlich meldeten auslän- bische Zeitungen, wie der „Manu", Aufstände in Kronstadt, als dort noch gänzliche Ruhe herrschte. Wie war diese Prophetengabe erklärlich? Die Beziehungen zwischen den Zentten der ««len- revolutionären
Verschwörung im Auslande, den russischen Emigranten und dem Welt« Imperialismus sind nicht nur platonischer Att. Die ungeduldige Boulevardpresse Westeuropas berichtet über Aufstände in Rußland als Tatsachen, während die Organifatoren erst beginnen, ihre Aufträge durchzufuhren. Ich schickte den Artikel des „Slatin" als Warnung nach Petersburg, otzci ich auf ein ähnliches Ereignis des Vorjahres in Nifchnij Nowgorod hinwies. Kronstadl wurde von der Gegenrevolution gewählt als der Petersburg am nächsten liegende Punkt. Die baltische Flotte war durch die Lage der Republik lahmgelegt, die besten Mannschaf, tat der revolutionären Armee an wichtigeren Stellen beschäftigt, der Ersatz bestand aus tetti« schon, estnischen und finifchen Matrosen ohne re* voluttonäre Tradition. Ein tletner totaler Kon- ffikt wurde v-m Agenten ausaenutzt und ausge- bauffcht, bis die Matrosen nicht mehr znrück- konntcn. Die Meuterer besetzten zwei Schiffe und die mächtige Arttllerie der Festung Kronstadt. Ä Meldungen über Unruhen in und über eine Beschießung von Petersburg sind frei erfunden. (??) Unser Vorgehen schont nach Möglichkeit bie friedliche Bevölkerung. Die offiziellen Organisatoren der Meuterei sind Mensche- wisten oder gehören dem rechten Flügel der Sozialrevolutionäre an. Im Hintergründe steht aber ohne Zweifel die Gegenrevolution. Zu glauben, daß die Sozialrevolutionäre oder die Mewschewisten fähig und in der Lage Wären, eine Regierung zu bilden, hieße bezüglich der inneren und äußeren Lage Rußlands die Idee« Mr. Pickwicks vertteten. Im übrigen halte ich bie Kronsiädter Meuterei noch lange nicht für den letzten Versuch der bürgerlichen Staaten, der russischen Arbeiter-Republik den Todesstoß zu versetzen." — Entgegen dieser Trotzkischeu Darstellung ist e8 ratsam, auch zu hören, was von anderer Seite
über Kronstadt gesagt wird. Nach einem Bericht aus Helstngfors hü» der Kanonendonner um Petersburg und Kronstadt Tag für Tag und Nacht für Nacht an. In der Nähe von Systerbäk und Petersbnng toben blutige Nahkämpfe. Tas Geknatter der Maschinengewehre ist weithin hörbar. Kronstadt steht noch vollkommen ungebrochen. Die Revolutionäre von Kronstadt melden, daß vorläufig noch genügend Lebensmittel für das Militär vorhanden feiern für die Zivilbevölkerung werde man aber m Kürze die Hilfe des Auslandes in Anspruch nehmen müssen. „Stockholms Tidninaen" bcttchten. daß die Unterhändler, die Kronstadt nach (Petersburg gesandt hatte, auf Befehl Trv-tzkis erschossen worden seien. In russischen Emt- grantenkreisen in Finland sind ferner Meldungen eingelaufcn, nach denen bie Sowjetmacht in Kiew, Tambow unb Orel gestürzt worben ist. In Zarizin soll die Stimmung ausgx- prägt aufrührerisch sein. Hundertfünfzig bolschewistische Kommiffare wurden von den wütenden Bauern verhaftet und später sämtlich gekreuzigt. In Pttersdurg dauern bie Streiks der Arbeiter an. Dci Arbeiter verlangen die Einberufung der Nationalversammlung und die Becmtten der Sowjettegierung sollen mit Gewalt entfernt werden. Die Sowjeiregierung hat nunmehr Kronstadt formell den Krieg erSärt. Ein Trupp RotgarList-n von siebentausend Mann, der gegen die Ausrührer vergehen sollte, ist zu den Kronstädtern übergegangen. Krasnaja Gorka wird ununterbrochen beschossen.. Die Meldung, daß das amerikanische Rote Kreuz Kronstadt mft Lebensrnitteln unterstützen will, scheint sich zu bestätigen. Oranienbaum brennt an allen Ecke«.
AukrahmeN der PsN und SM.
Bessere Aussichten.
Die Einnahmen der Post dürften den Erwartungen entsprechen, die dem RrichshaushaltS« plan für das laufende Rechnungsjahr biS zum 31. März zugrunde liegen. Die Reichs-Post- unb Telegraphenverwaltung erwartet bies mit Recht auf Grunb ber bisherigen Einnahmen. Für bas ganze Rechnungsjahr sind diese mit 4075 Mil-