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Mckr Nemste Nach

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 56.

Fernsprecher 951 und 952.

Sonntag, 13. Marz 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgang.

Vayem verweigert die

Nach dem Sturm.

Nervöse Politik.

Die fageruumten Sanktionen in ihrem mili­tärischen Teil erweisen sich als ein kläglicher Mißerfolg für die AMierten insofern, als ihnen die beabsichtigte Einschüchterung des deutschen PoWes und der Reichsregierung nicht gelungeit ist. Durch die Anwendung von Gewalt Wird sich jedenfalls keine Delegation zur Unterzeich- rmtngj von unerMSwren Verpflichtungen breit- schlagen lassen. Bis jetzt hat sich gezeigt, daß unser .Rein- richtig war, denn in den Entente- länÄern wachst von Lag zu Dag die Verlegen­heit über das Mißlingen der Konferenz. Man Dchshüstigt sich dort sehr eifrig mit der Frage, wie jetzt eine Brücke herzustellen sei, aus der sich die in Feindschaft auseinander gegangenen Ver- handlungsvarteien wieder mit Anstand begegnen könnten. Soviel ist sicher, daß die bisherigen Forderungen nicht mehr als Grundlage gelten können. Wenn schon neue Verhandlun­gen ausgenommen werden sollten, so kann Lies nur unter Bedingungen geschehen, die für unS eine bedeutende Milderung darstellen würden. Jetzt sind wir in der Lage ab zu­wart en, bis die stolzen Herren jenseits des Rheins und des Kanals, gedrängt von ihren Handelskreisen, uns gute Worte geben. In der deutschen OeffenÄichkeit herrscht eine gewisse Zu­versicht in unsere neue Lage. Neben den mili­tärischen hegt man auch nicht mehr ernstliche Be­fürchtungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen, weil die Anzeichen der Ent- täufchung aus der gegnerischen Seite deutlich wahrnehmbar sind. Lwyd George sieht sich jetzt in der Nolle des betrübten Lohgerbers, dem die Felle sortgcschwomimen sind. Er kann sich darum bei seinen französischen Freunden be­klagen.

Ws Beweis für unsere Zuversicht oder vielleicht gar als Ursache dürfen wir die Stellungnahme des neutralen Auslan­des ansehen. Dort besteht nach wie vor die Meinung, daß Deutschland den tiefsten Punkt der Erniedrigung überstanden hat. Die erst­malige feste Haltwtg der deutschen Regierung hat dort einen sehr Wmfftigen Eindruck hervorge­rufen. Und zwar sind es auch da die wirtschaft­lichen Kreise, die den Zwang als einen Fehl­schlag bezeichnen, der ganz Europa Schaden bringt. Man ist endlich des ewigen Krieges -be zumal kein Gewinn mehr damit zu erzielen ist und verlangt die Wiederherstel­lung des Friedensziustandes, der das Leben wie­der in normale Bahnen lenkt. Wie aus Gens berichtet wird, wollen Mrende Persönlichkeiten in der Schweiz, in Holland, Schweden und Ror- toegen ihre Regierungen dazu vewegen, beim VöWerbund gegen die rigorosen Maßnahmen der Alliierten Einspruch zu erheben, um eine so­fortige Milderung der , Sanktionen" zu erwir­ken. Bestätigend wird dazu gemeldet, daß die neutralen Regierungen wirklich beabsich­tigen, gegen den wirtschaftlichen Zwang feierlich zu protestieren, weil durch diese Maßnahme der Handelsverkehr zwischen Deutschland und den neutralen Ländern auf das schwerste beeinträch­tigt wird. Obgleich wir sonst keine großen Hoff- numgen aus solche Kundgebungen feien dursten, haben sie diesmal doch eine größere Wirksam­keit, weil die Begründung fo triftig ist, daß auch die Handelskreise in den EntentelLndern, soweit sie an der wirtschaftlichen Wiederbelebung Euro­pas interessiert sind, ihr gaiftimroen. Der Grad­messer kür den Stand der deutschen Sache ist, wie immer bei solchen Gelegenheiten, die deutsche Valuta Auf den internationalen Börsen hrt sich die Mark nach einigen gering- sügigen Schwankungen wieder gefestigt und es besteht sogar weiterhin Nachfrage nach deutschen Werten.

Umso unverständlicher ist eS öfter, daß in Deutschland die Politiker den unfruchtbaren häuslichen Streit fortsetzen. Diesmal dreht sich der Kamps um die deutsche Dele­gation, die in London die Verhandlungen führte. Im Ausschuß für auswärtige Ange­legenheiten und im Reichswirtschastsrat hat sich heftige Kritik erhoben gegen Dr. Simons, der mit dem Angebot des fünfjährigen Prvvifo- rrums feine Vollmachten überschritten habe Hauptsächlich sind e-s die Rechtsparteien, die ihnr zum Vorwurf machen, daß er bei den Verhand­lungen den Gegnern viel zu weit entgegen- gekourmen sei Demokraten und Zentrum halten sich in ihrem Urteil noch zurück, bis auch über die in London gepflogenen geheimen Unter­redungen Aufklärung gegeben fei. Dagegen wird uns durch einen Bericht unseres Ber­liner Vertreters mitgeteüt, Dr. Simons habe seine Vollmachten nicht üfterschritten. sondern es liege ein Mißverständnis vor. Hoffentlich klärt sich die Angelegenheit sofort auf, denn es würde in der Oesfentlichkeit nicht begriffen wer­den, wenn daraus ein Ministerwechsel entstehen würde, da doch die feste Haltung der DÜe- gation in der Ablehnung der Gesamt- jorderung dem Wilken des deutschen

Volkes entsprach. Man erinnere sich nur daran, wie die Delegierten bei ihrer Ankunft in Deutschland mit Jubel begrüßt worden sind. In allen politisch einsichtsvollen Kreisen der Be­völkerung wurde Befriedigung geäußert. Im Reichstage stimmten alle Parteien, mit Aus­nahme der äußersten LiiÄen, dem Auftreten der Delegation zu und bildeten wenigstens darin eine geschloffene Fkont. Deshalb ift es aufs innigste zu wünschen, daß entstandene Gegen­sätze schnellstens ausgeglichen werden. Mag die heutige Reichstags-Sitzung volle Klarheit und innerpMtische Ruhe bringen. K.F. Dr.

Dar klitwassmnM Problem.

Daher» weigert sich energisch.

(Privattelegramm)

München, 12. März.

Die Nachricht, daß der Minister des Innern Koch, im Reichsrat beantragt hat, seinem Mini­sterium alle Fmcktionen und Machtmitel zur so­fortigen Entwaffnung aller Selbstschutz-Organi- sationea zu übertragen, hat in Bayern eine starke Errcguna hervorgerufen. Die Sache soll angeb­lich heute bereits den Reichstag beschäftigen. Der bayerische Ministerrat und die Koalitions- Parteien fmb nach wie vor einig i« der Ableh­nung dieser Zumutung, die für Bayern den Sturz des Ministeriums von Kahr, Auflösung der vereinigten bürgerlichen Regierungsparteien. Bildung eines Ministeriums der Linken und so­fortige Nückkclr zu den Zuständen des Frühjahrs 1919 bedeuten würde. Einer Reichsexekutioe wird Bayern mit allen Mitteln und mit aller Geschlossenheit entgegentreteu.

Die Reichsregierung gibt «ach?

Berlin, 12. März. (Privattülegramm.) D-r Vertreter Bayerns im Reichsrat hat bei der Beratung des jetzt vorgelegten Gesetzes über das Verbot der Selbstschutz-Organisationen im Auf­trag feiner Regierung in aller Form die Oppo­sition Bayerns zum Ausdruck gebracht. Er hat die Ablehnung des Gesetzes verlangt, und scheim tatsächlich erreicht z« haben, daß die Reichsreqie- rung sich um einen Sckstttt zitrückdrängen ließ. Wie man versichert, soll dem bayerischen Wider­stand dadurch nachgekleben werden, daß man in dem Gesetz lediglich ans den Friedensvertrag Bezug nimmt und jede Berufung auf die $ari- fer Rote vom 29. Jammr vermeidet.

Ministerrat und Parteien.

München, 12. März. (Privattelegramm.) Wie die Münchener Neuesten Nachrichten vernehmen, hat gestern eine bayerische Ministerratssitzung stattgeflmden. ES wende Liber die SelDstschutz- Organisationen und die Maßnahmen beraten, die vom Reich bezüglich der bayerischen Einwoh­nerwehren in Aussicht genommen sind. Nach der Satzung" hatten dir LandiogS-FvaktiMMfichrer eine Besprechung mit der Regrevung.

Um hie deutsche Delegation.

DertrauenSkundgestung im Reichstag.

(PAvat-Telegramm.)

Berlin, ß. März.

Nach dem Ergebnis der Verhandlungen des Auswärtigen Ausschusses wird sich die heutige Sitzung deS Reichstages zu einer DertrauenS- knndgehung für Dr. Simons gestalten. Die Re­gierungsparteien werden eine gemeiu- fame Erklärung abgeben, die von Dr. Trim- born (Zentrum) Detlefen werden wird. Außer­dem fprechen für die Deutschmrtionalen Gras Westarp, für die MchrheitSfoziolitzen Hermann Müller und für die Unabhängigen Breitfcheid. Die Koalitiouspartemn haben eine Vertrauens- kund geb ung formuliert. Der Hauptsatz in ihr be­sagt, daß der Reichstag die Ablehnung der Pariser Forderungen billigt. Ebenso ist be­stimmt damit zn rechnen, daß diese Erklärung von allen Parteien, mit Ausnahme der Unab­hängigen und Kommunisten, angenommen wer­den wirr». Die Debatte soll heute unter allen Umstände« zn Emde geführt werde«.

Kabinett «nd Parteien.

Berlin, 12. März, (Drivatteleyramm.) Gestern abend fand tot Reichstage eine B e - fprechung des Reichskabinetts mit den Führern der Fraktionen ftatt, an der auch die Botschafter Meyer und Sthamer und der Gcfandte Landsberg teilnahmen. Die Be- fpreckflingen dienten, wie verlautet, informatori- jcken Zwecke« und galten der Vorbereitung der

heutigen Reichstagssitzung, in der Minister Dr. Simons einen Neberblick über den Verlauf der Londoner Konferenz geben wird. Das Weiß­buch über die Londoner Verlmndlungen wird hettte zur Ausgabe gelangen.

Die Knientt-Berlesenßeit. ffi« Loch in der Zollgrenze.

(Privat-Telegramm.)

Koblenz, 12. Mär;.

Die wirtschaftliche Absperrung am Rhein kann vorläufig nicht durchgeführt werden, weil die Amerikaner sich noch nicht de« Alliierten ange- fchloffen haben. Ein Telegramm des Korrespon- denteu des Rewyork Herald in Koblenz bcfagt, daß die Rheinland-Oberkommifston zu dem Be- schl«ß gekommen sei, daß in der Errichtung der Zollgrenze gegen das rechtsrheinisch- Deutschland nichts ohne die Mitarbeü oder wenigstens das Einverständnis der amerika­nischen Truppen unternommen werden könne. General Allen, der amerikanische Be­fehlshaber, habe keine Jnstruttionen über diefe Angelegenheit ans Washington erhalten. Vian erwarte, daß die Alliierten mit der amerikanischen Regierung verhandeln werden, aber inzwischen l)errsche Verwirrung. Vor einigen Tagei» hat Washington amtlich erklärt, daß die amerika. Nischen Truppen am Rhein nut gemäß den Klau­seln des Versailler Vertrages zu wirken, nicht aber an den Sanktionen teilzunehmen haben.

Die Anssuhrabgabe.

London, 12. März. (Eigene Drach (Meldung.) Di« Gesetzesvorlage, nach der englische Unterta­nen, die in Deutschland Waren gekauft haben, fiiitf$ifl Prozent des Betrages an das englische Schatzamt abtreten müssen, wurde gestern vom Schatzminister Chaurberlain tot Unterhause ein­gebracht und in erster Lesung bewilligt. Dir zweite Lesung findet am Montag statt. Der Mi­nister gab eine Erklärung ab dahingehend, daß das Gesetz sobald als möglich in Kraft treten soll. Die Mehrheit dasür gilt als gesichert.

Der Busruhr in Rußland. Beteiligung französischer Schiffe»?

(Eigene Drrchttneldung.)

Ri ga, 12. März.

Aus HelstngforS wird gemeldet: Der Kampf um Petersburg hat wieder angefangen. Die B e - schketzun g der Batterien Kronstadts wurde fortgesetzt und sie übertrifft an Heftigkeit alle früheren. Kronstadt hat durch Signale Krnßnaja Gorka aufgefordert, sich sofort zu über­geben, foust werbe ihm vollkcmmene BernicAung angedroht. Zwei Orte bei Kronstadt stehen in Flammen. Rach «eueren Mitteilungen fall sich die Aufruhrbewegung auch nach der Kareli­sche« Insel verbreitet haben. Wie aus Re­val gemeldet wird» sind leichte französische Seestreitkr äste hier im Hafen ein gelaufen, haben mehrere Abteilungen an Satti» gesetzt und von Reval Besitz ergriffen. Unermeßliche Vorräte, die für die Bolschewisten bestimmt und zum Abtransport dort eingelagert waren, sind beschlagnahmt worden. Die Franzosen sollen ge­meinsam mit de« aufrührerischen Matrosen, die in Gegenrevolution gegen Petersburg und Moskau stehe«, operiere«.

Ernahrungs.Schwterigkeiteu.

London. 12. März. (Eigener Drahtbericht.) Laut einer Dieldung desTimeS" aus Reval breitet sich dar Aufstand in Rußland immer wei­ter ans. Der Ernährungszustand ist äußerst schlimm. Seit dem 11. Februar sind aus Sibi­rien keine Lebensmitteltransporte mehr ange- kommeu. 40000 Mann Truppen nähern sich Pe­tersburg. Bon ihrer Zuverlässigkeit ist man nicht überzeugt. Das erste Schiff mit Lebens- Mitteln vom amerikanischen Roten Kreuz nach Rußland gesandt, ist gestern früh in Kronstadt unter »mgeheurem Jubel dex Bevölkerung ein- getroffen. Das amerikanifche Rote Kreuz will die Sendungen fortsetzen. Demnach untttftützt Amerika die Gegenrevolutionäre.

Karnpf in Russisch-Asien.

Stockholm, 12 März. (Eigene Drahrmelonug.). Die Times berichten aus Konstantinopel, daß die georgische Armee aufgehört habe zn existie­ren. Die Sowjettruppeu rücken rasch von Norden nach dem Widen vor. Die georgische Regierung hat die türkischen Truppen ersucht. Satum zu besetzen, damit die Stadt nicht in die Hände der Bolschewisten falle.

Sie krMhnmgslage.

Getreidebewirtschaftung und Futtermittel.

3*e Sicherung bee «rnührung ha» de« Au«, lchuy der deutsche» Laudwirlichast selgendeu Brlchlutz gesagt «der dt- <yetteib«betolr». schastung und bie Futtermittel. Einsuhr. Der Reichsausschuß der deutschen Landwirt- schast beschließt, bei der Reichsregierung nut dem Reichswirtschaftsrat zu beantragen, daß nut Rücksicht auf die völlig neue Situation, die durch die jetzigen Forderungen des Feindbundes ge­schaffen ist, die Entscheidung über die Regelung der Einfuhr von Brotgetreide bis zur Klärung der von Deutschland zu überneh­menden Lasten zuruckgestcüt wird. Abgesehen hiervon ist der Reichsausschuß der Ansicht, daß solange und soweit geeignete Handelsverträge nicht abgeschlossen werden können, ein Mono- pol für die Einfuhr von Brotgetreide nicht um­gangen werden kann. Der Reichsausschuß hält hierbei die Errichtung einer besonderen Monopol- Verwaltung nicht für erforderlich und glaubt, daß auf dem Wege einer entsprechenden Umge­staltung der Reichsgetreidestelle durch Angliede­rung einer auch mit landwirtschaftlichen Sach­verständigen mit bestinrmenden Einfluß ju be­setzenden Geschäftsabteilung der verfolgte Zweck einfacher erreicht werden kann. Das von der zu­ständigen Verwaltungsstelle ongelaufte aus- ländische Brotgetreide ist

zur Sicherung der Ernährtmg

der Bevölkerung.zu verwende«; eine wei­tere Abgabe von Brotgetreide soll nur zum Zwecke der Regulierung des Inlandsgetreide- .Preises erMtyyt. Für die Ainfu h r von Vxvtt erget reibe nnftyite^uaS Mai § lennt der Reichsausschuß die Monopolisierung unter allen Umständen ab. Die Bewirtschaftung des

I n l a n d-Brotgetreides einschl. der Gerste ist sobald tote möglich aufzuheben. Für die er- forderliche Uöberqangszeit muß die Erfassung des inländischen Brotgetreides auf die Ausschrei­bung einer Umlage begrenzt werden. Die von der Umlage nicht erfaßte Brotgetreide- und Gerstenmenge wird fier den Verkauf im Jnlaude frei gegeben. Die Regirlierung des Pretsez jur dieses Getreide erfolgt durch entsprechende Be­schickung des Marktes mit dem von der zirstärÄi- gen Stelle eingeführten Getreide.

Die Verteilung der Umlage

erfolgt durch besondere Ausschüsse der landwirt­schaftlichen Bern fsor Ionisationen. Das Ar­beitsgebiet dieser Ausschüsse ist nach Wirtschaft, lichen Gesichtspunkten ab;,rgrenzeu. Die Umlage soll den Charakter eines öffentliche« Lie- ferungsvertrages tragen und das Höchst- ntatz der zu einem festen Preise abzuliefernden Getrmdemenge darstellen. Die Umlage darf beim einzelnen Besitzer je Hettar tot Durchschnitt der Anbaufläche von Brotgetreide einschl. Gerste acht Zentner nicht übersteigen. Bei schlechter Ernte oder bei Vorliegen anderer Hinderungs- gründe ist die Umlage entsprechend zu ermäßi­gen oder zu erlassen. Die Ausschreibung der Umlage erfolgt bezitts- oder gemeindeweise; die Lieferung durch Gemeinde bezto. entsprechende Lieferverbände. Bei der Aufbringung find land­wirtschaftliche genossenschaftlich« Organisationen und Handel heranzuziehsn. Die empfangene« Stellen haben das in handelsüblicher Qualität gelieferte Getreide abzu nehmen. Für die

Festsetzung des Preises

für das Umlagegetreide find die Feststellungen der Jnfterkommifftonen maßgebend. Der Preis ist auf dieser Grundlage gesetzlich festzulegen. Er muß die von dieser Kommission festgestellten Produktionskosten nebst einem ausreichenden UntrrnetonergQvtnn voll decken. Für das Führ 1921 ist der Preis schleunigst bekannt zu geben. Alle vorstehend genannten einzelnen Getrei­dearten müssen untereinander vertreten sei«. Auch die Lieferung von Hafer ist zulässig, wenn andere Getreideartm nicht geliefert wer­den können. Bei Sieferungsverzug, der durch unanfechtbare Gründe nicht entschuldigt werden kann, kann die Vergüftrg eines Schadenersatzes in der Höhe der Differenz zwischen dem Umlage, preis und dem Welthandelspreis auferlegt wer­den. Eine Beschlagnahme des UmlagegetreideS ist unzulässig. Die Einführung irgend einer Anbauzwanges lehnt der Reichsausschuß grund- sätzkich ab, da ein solcher nur zu einer Vermin­derung der Produktion, niemals aber $ur Ver­besserung der Ernährung führen kann,

Weniger Arbeit im Bergbau.

Seine Ueberschichtrn mehr.

Wvidat-Telegramm.)

Essen, 12. März.

Wie mitgeteilt wird, ist in den Verhandlun­gen zwischen den Bergwerksverwallungen, de« Arbeitervertret.>rn und Regierungsvertreter« leine Einigung erzielt worden. Die Arbeiter-