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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Freitag, 11. März 1921

11. Jahrgang.

Nummer 54.

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Die Durchführung der Mlitörgmall.

Ser kvIkNteWahnsinn.

Zwecklose GebietSbese-ung.

Nun stehen die alliierten Truppen diesseits des Rheins. Sie Haden die Industrie­städte Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort in ihrer Gewalt, verhängen den Belagerungs- KUfstaiid, erlassen Paßvorjchriften, Das- und Racht- loächter-Verordnlingen, kurzum, sie führen der kotpfschüttelnden Mitwelt wieder einmal Lor, daß sie die Herren Uder Deutschland sind. Die Fran­zosen, deren nationalistische Staatsmänner eine beispiellose Unvernunft gezeigt haben, befinden sich in einem Delirium der Begeisterung, denn endlich stehen sie auf der Höhe ihres Ruhmes: sie haben den deutschen Rhein überschritten! Die belgischen Mitläufer bestaunen selbst ihre eigene Heldentat, und die schlauen Briten begnügen sich, dabei zu sein, um mitbestimmen zu können, weil sie ihre Finger in jeden Brei stecken müssen (Wie man in einer englischen Redewendung sagt). Rach den Meldungen aus dem neuibesetzten Gebiet soll die dafür zusamimcngestelltt Besatzungs­armee hundertzweiundfünfzigtausend Mann stark sein, und zwar hunderttausend Franzosen, sechsnnddreißigtausend Belgier und sechzehntau« send Engländer zählen. Das ist an sich keine große Streitmacht, aber für jene drei Städte und selbst für weitere Ausdehnung der Besetzung ge­nügen diese Truppen,da s»die Bevölkerung chnen gegenüber völlig wehrlos ist, wogegen die Truppen mit Panzerautos, Artillerie, Ma- schinengewehren und großen Munitionsmengsn ausgerüstet sind. Vorsichtig, wie sie nun einmal den bösen Deutschen gegenüber sind, haben sie gleichdie allerstrengstcn Maßnahmen" ergriffen, tjm etwaigen Mderktand zu brechen. Das war, nach ihrem Gedankertgang, gewiß klug und w-üse gehandelt, denn ganz Deutschland starrt noch von Waffen, wenn man bedenkt, daß fast jeder Mann ein Taschenmesser bei sich trügt .. O, ihr Armen im Geiste! Wenn ihr jetzt noch nicht fühlt, wie euch das Militaristenfieber und der Milli arden- . rausch verwirrt hat, dann werdet ihr später, angesichts der Erfolglosigkeit solcher Kraftproben, euch dieser Torheit schämen!

So sehr die Handlungsweife der Alliierten Misere Verachtung verdient, müssen wir doch die möglichen Folgen einer ernsten Betrachtung un­terziehen. Man denke darüber nach, was die Feinde von uns wollen und ob sie ihr Ziel durch Sie Anwendung von Gewalt erreichen können. Sie verlangen in Jahreszahlungen die Summe von über zweihundert Milliarden Mark, außerdem dauernd große Sachleistungen und hohe Zollabgaben. Die deutsche Reichsregierung hat durch ihre Delegation nach gewissenhafter Prüfung die einzig richtige Antwort gegeben, daß wir die Forderungen in ihrem ganzen Um» fange bei bestem Willen nicht erfüllen können. Dazu hat das ganze deutsche Voll, soweit es politisch reif ist, seine Zustimmung gegeben. Nun versuchen die Gegner nach der Ablehnung unserer sehr weitgehenden Gegenborschläge das Gefor­derte gewaltsam aus uns herauszupressen Aber sie Werden dabei aus größere Schwierigkeiten stoßen als sie sich träumen lassen. Wollten sie Bargeld erbeuten, ohne den DollAvillen zu be- rikFfirfjtigen, so könnten sie schlimmstenfalls einen verhülltnismäßig kleinen Teil nur durch Beschlag­nahme öffentlicher Gelder erfassen, aber damit Würden sie eine Panik Hervorrufen, die das ganze deutsche Staats- und Wirtschaftsleben erschüt­tern würde. Infolgedessen wäre die Aussicht auf weitere Gewinne ertötet. Desgleichen wären die Warenlieferungen unmöglich gemacht, da In­dustrie und Handel ins Stocken kämen, und schließlich würde als weitere Folge natürlich auch die Zollabgabe auffören. Man steht also, mit Gewalt geht esnicht! Nur mit dem bei­derseitigen guten Willen läßt fich ein Ab­kommen treffen. Sollen wir uns zur Erfüllung der Verpflichtungen, soweit es möglich ist, bereit erklären dann kann es nur geschehen, wenn die Gegenseite ebenfalls guten Willen erkennen laßt, dos heißt, wenn ste die Truppen zurückzieht un!d unseren BapscbWgen Verständnis entgegen­bringt. Jeder Deutsche, der sein Vaterland liebt, muß es als ein lichtvolles Wort empfunden ha­ben, daß Reichskanzler Fehrertbach in seiner Reichstags rede erklärte, nur unter der Voraus­setzung, daß die feindlichen Truppen zurückge­zogen würden, könnten nette Derhandvmnen be­gonnen werden

Im Lager der LlMierten dämmert bereits die Erkenntnis, daß die Zwangsmaßnahmen von recht zweifelhaftem Werte fein können. Haupt­sächlich ist es die englische Geschäfts­welt, die das Zwecklose des militärischen Vor­dringens einsieht und schwere Nachteile für Handel und Finanz in ganz Europa befürchtet. Gerade begann der internationale Verkehr sich wieder auzubahneü. Englands Industrie und Handel setzten wieL-r einige Hoffnung auf die Verbindung mit Deutschland und man überlegte, wie am besten eine Welthmtdelskrise verhütet werden könne, Deutschland selbst war im Be­griff, seine wirtschaftliche Lage zu festigen, da er­eignete sich die plumpe Tat der Alliierten, die

wie der Ochse im PvrzellanÄden (um wieder eine englische Redewendung zu gebrauchen) alles zerstören Wenn sich jetzt eine schädigende Wir­kung geltend machen wird, so bleibt sie nicht aus Deutschland beschränikl, sondern trifft in gleichem Maße auch die Ententeländer. Für Deutschland ist jetzt eine gewisse Grenze erreicht; nicht nur die Grenze der nationalen Ehre, sondern auch die Grenze zwischen Gewinn und Verlust. Die Lage ist jetzt so, daß durch die feindliche Besetzung unser Verlust nicht größer wird, als er durch die Annahme der Pariser Beschlüsse geworden wäre. Nur wenn uns die Möglichkeit gegeben wird, nutzbringerL zu arbeiten, kann sich d>ie Lage bes­sern Solange die Feinde ihren Rechtsbruch und Gewaltakt fortsetzen, muß das9?ein* unserer Regierung bestehen bleiben. Pflicht des Volkes ist es, die Regierung einmütig darin zu unterstützen. K. F. Dr.

I3m neubesetzten Gebiet.

9ie Beschlagnahme der Zölle.

(Pvwat-Teletgramm.)

Koblenz. 10. März.

Der ReichSkommiffar für die besetzten Rhein­gebiete teilt mit: Rach der bei der interalliierten Rheinlantckommisfion getroffenen Feststellungen sind lediglich die Zolleinnahmen an der West­grenze durch Verordnung 77 bestätigt. Es ist aber nicht etwa beabsichtigt, Bankdepots zu be­schlagnahmen. Das dahin in der Bevölkerung gehende Gerücht entbehrt jeder Grundlage. Der Voranschlag der alliierten Sachverstän- digen berechnet durch die Errichtung der neuen Rhcinzollgrenze eine jährliche Ttmiahnrr für die Wiedergutmachung in Höhe von einer bi« ein» cinhalb Milliarden Franken. (Reuter zufolge wurde einer Ausdehnung der Zollgrenze aus die deutschen Seehäufen vorläufig nicht näher getre­ten.) Nachrichten aus Koblenz besagen, daß die Beschlagnahme der Zöll, für die Alliierten bereit» begonnen habe.

* *

Pottzei-Vorschrifte«.

Düsseldorf, 10. März. (Prwattelegvamm.) Die Besatzungsbehörden haben verfiigt, daß von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens sich niemand aus der Straße aushalten darf. Die Sicherheitspolizei muß von ihrer gegenwär­tigen Stärke von elf hundert Mann auf sechshun­dert Mann herabgesetzt werden. Uniformierte Beamte unterliegen dem Grußzwang gegen­über den Offizieren der Bcsatzungsarmee. Nach Mitteilungen der französischen Befatzunysbehörde geht der Eisenbahnverkehr nach allen Richtungen weiter. Es besteht in der Rheinland» kommissiou zurzeit nicht die Absicht, die Ber­ke hrs frei heil zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet anfzuheben.

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Gefährdung der Kohlenversorgung.

Berlin, 10. März. (Privattelegramm.) Der Reichsverkehrsminister hat gestern Anordnungen an die Eisenbahndirektionen erteilt zur schleu­nigen Aufsüllung der Kohlenvor­räte der Staatsbahnen. Es wird ernstlich da- mit gerechnet, daß die Ententekontrove der ge­samten Kohlentransporte über Ruhrort unv die Rheinhäfen zu einer Stockung der Kohlen­transporte für die Eisenbahn und damit zu Betriobseinschränkungen sühren kann.

Sie Haltung der Regierung.

Beratung im Rabinettckrat.

(Privat-Telegramm.)

London, 10. Mürz.

In politischen Kreisen erwartet man, daß der bevorstehende Kabinettsrat in Berlin von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Dinge sein werde. Man glaubt, daß Deutsch­land den Versuch machen werde, die Berhand­ln n g e n mit den Alliierten so bald als möglich wieder aufzunrhmen. Namentlich die Tatsache, daß die deutschen Botschafter in Paris und Lon­don sosort nach Berlin berufen worden sind, wird in politischen Kreisen als Zeichen angesehen, daß Deutschland wenigstens versuchen werde, die Fä­den wieder anzuknüpfen. Man ist überzeugt, daß Dr. Dthamer und Dr. Mayer deswegen nach Berlin berufen worden seien, um an der Formu- tienma der neuen Anschläge mitzuwirlen.

Heutige Sitzungen.

Berlin. 10. März. ^Privattelegramm.) Das ReichSkabinett trat heute vormittag zu einer Sitoinq zusammen, um den Bericht des

Ministers Dr. Simons über bit Verhandlungen in London entgegen zu nehmen. Der Aus­wärtige Ausschuß des Reichstages versam­melt fich nachmittags um 4 Uhr.

Die Aussprache im Reichstag.

Berlin, io. März. (Privattelgramm.) Die große politische Aussprache im Reichstage wird am Freitag fortgesetzt und zwar im Anschluß an die Rede des Außenministers Dr. Simons.

SteBunonahme der Mente.

Die Mißstimmung in England.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 10. März.

Hier ist die Stimmnng trotz des rechtsrheini- scheu Vormärsche« keineswegs begeistert. Die nüchterne Betrachtungsweise der Ge­schäftswelt gewinnt Boden. Bezeichnend ist ein Artikel derTimes". Er schildert die fa­tale Wirkung der wirtschaftlichen ZwangS- maßnahmen, vor allem die Unsicherheit der Käufer in dem Fall, daß die deutschen Expor- teure mit dem vorgesehenen Zahlungsmodus nicht einversMnden wären. Die Geschäftswelt findet Lloyd Georges Idee unprakttsch. Zahl­reiche schwebende Geschäfte werden rückgängig gemacht, wobei bereits angeschasste bedeutende Marckguthaben englischer Importeure verkauft worden find Andererseits fließen Guthaben von Deutschen, darunter auch sillche von amttichen Körperschaften, aus England ab. Trotzdem aber bewahrt di« Ctty einen gewissen Optimismus in. auf künftige Verhandlungen

Durchführung des Zwange».

London, 10. März l Eigene Drahttml- dnng.) Offiziell wird mitgeteilt, daß gestern in den Sitzungen der Leiter der alliierten Dele­gationen die Einzelheiten über die D u r ch f ü h. rung der Sanktionen für Deutschland ge­regelt wurden. Man kam überein, daß die Sank­tionen nur dann rückgängig gemacht werden fei­len, wenn eine befriedigende Lösung in der Frage der Schadenersatzleistung und der Frage der Be- sttafung der Kriegsschuldigen gegeben sein werde Daneben wurde die türkische Frage besprochen' In der Mttagsfitzung erklärte Briand, daß die franzöfische Regierung nicht beabfichttge, die deut- scheu Provinzen am Rhein dauernd zu besetzen oder einzuverleiben. Frankreich wolle mit me Sicherung der Ausführung des Friedensvertrags.

Der Druck auf Deutschland.

London. 10. März. (Eigene Drahtmeldung.) Der interalliierte Oberste Rat hat gestern mit- tag unter dem Borfitz Lloyd Georges eine Sit­zung abgehalten. Sie hat die Bedingungen ge- prüft, unter denen die Sanktionen auSge- führt werden und hat fich weiter mit der Frage der Entwaffnung und de Revision der Liste der deutschen KrtegSschikldkgen besaßt. Die finanziellen und juristischen Sachverständi­gen haben ntchmittaqs eine Ätzung abgehalten, nm einen Bericht Über die Berwalttmg der Zollerhebungen in den besetzten Gebieten auszuarbeiten. Dieser Bericht ist noch am Abend dem Obersten Rat unterbreitet worden.

sirllSumg des Außenministers

Dr. Simon« über die Konferenz.

(Eigener Drahtbericht.)

Bettin, 10. März.

Wie auS London berichtet wird, gewährte Dr. Simons vor seiner Abreise auS London einem Vertreter derDaily News" eine Unterredung, in der er unter anderem sagte: Die deutsche Dele­gation schlug zuletzt ein Provisorium von fünf Jahren vor, das bei der Kürze der Zeit als der beste Ausweg aus dem Dilemna erschien. Das Provisorium war, was immer Lloyd Ge- orge sagen mag, uns von verschiedenen alliierten Regierungen angeraten worden. Es war uns erflärf worden, daß die Regierungen geneigt fei-n, dieses Provisorium anzunehmen. Ich vermag bei allem Wien Willen nicht einzusehcn, daß die Alliierten jetzt durch die Besetzung deutscher Gebiete die größte Un­ruhe in die Welt bringen. Durch die Anwen­dung der Santtionen haben die Alliierten gegen den Fricdensvtrtrag und gegen das Völkerrecht verstoßen. Die deutsche Regierung wird den Völ­kerbund anrufen, da es sich um eine Verletzung der Bölkerbundsakte handelt. Deutschland ist durchaus bereit, Einsicht in seine wirtstlmstliche Enrwicklung zu gewahren und diejenige Zay- lungöweisr anzunehmen, die ihm alsdann vor­geschlagen wird. Es erscheint jedoch zweifelhast, ob jetzt nach den ZwangLmatznahmen in nächster Zukunft eine Konferenz wird stattfinden können.

Rach Sderschlefien!

Di« Ausreise de» Ersten aus Kassel.

S«6ee bi« gestrig« 9!u*t«ife der ersten UH. stimaranglberechtigten an« dem Bereich, der Landedgrupp- »essen Wnid-U. Wechla» berichte» unser R. » Mitarbeiter Folgende«.

Nun sind sie hinaus, der fernen oberschlesi- ßen Heimat entgegen! Im Saale des Rest- nztheaters am Sllnideplatz haben sie sich alle zusammengefunden, die zur ersten Gruppe ge­hören, die abzustimmen Haven in den Kreisen Namslau, Rosenberg, Kreuzburg, Lublinitz und Tarnowitz Die Papiere stimimen, man findet sich zusammen und bann ... Abmarsch zum Bahnhof! Rasch ist der Zug der hundert- undachtzig Frauen und SDlänner formiert. Die Hofgeismarer Reiteomusik setzt sich an die Spitze und eine große Menschenmenge begleicht den Zug, im Takt marschierend zur Musik. Hinter der Kapelle wird das Gruvpenfchitd getragen und 'daraus steht klipp und klar:

Wir wählen deutsch!

Den Zug seMt eröffnet die Familie Kowalek ont5 Rothenditmold: Vater, Mutter und fünf abstim­mungsberechtigte Kinder!

Am Bahnhof hebt ein Sturmlanf an auf die Fahrkartenschalter. Bahnsteigkarten sind ein be­gehrter Artikel. Aber Geduld ... auch die Be­amten wollen wenigstens vom Fenster aus den Zug sehen und die Musik. Der Zug von Hagen tauft ein. Seine achmnigslosen Reffenden stau­nen nicht schlecht ov der Menge und des fest­lichen Empfanges. Frisch-fröhlich hallt es ihnen entgegen: »Wir halten fest und treu zusam­men . .1* Die Abschiedsstunde schlagt envgiltig.

Ein Vertreter des Magistrats hält eine An­sprache. Er übermittelt im Namen der SftLtz- Verwaltung dei besten Glückwünsche dafür, daß diese Fahrt von vollem Erfolge für Deutschland begleitet fein möge. Daß Sie, so sagt er, voll­zählig zum schweren Gang erschienen find, be­weist Ihr hohes vaterländisches Pflichtgefühl, Ihr staatsbürgerliches Verständnis und gibt die sichere Zuversicht, daß die Abstimmung in Ober- schlcfien zugunsten unseres ganzen deutschen Va­terlandes ausfMen wird. Der Stadtrat erin­nert an den Versuch der Gegner, uns ein 4Ljüb­riges Sklavenjoch aufzuzwingen und erklärt: Die Abstimmung in Oberschlesien muß der erste und nachhaltigste Protest fein gegen diese Per- gewoltignngsabsicht,

der erste Faustschlag inS Gesicht unserer Gegner »avon zeugend, daß das deutsche Volk nicht att Dauer Schindluder mit sich treiben lassen totti Sie als Oberschwester sind als erste berufen, Ihre Stimme zu erheben zu­gunsten des deutschen Volkes gegen die Gewalt- Politik der Gegner, für baS gute Recht, das wir halben, mitzureden. wenn über unsere Zukunft entschieden wird. In unserem schönen deutschen Vaterland wird es Oberschlesien noch immer besser gehen als unter polnischer Herrschaft, de­ren Mißwirtschaft von jeher aller Wett bekannt ist. Jubelnd wird elngestinmtt in das Hoch auf das deutsche Oberschlesien und da» deutsche Va­terland. Als

Vertreter deS RegierungSpräfidettte« überbringt Oberregienut aStai Dr. Lewald die Abschiedsgrüße der preußischen Regierung Die Augen aller treuen Deutschen, betont er, ruhen auf Ihnen und das ganze Vaterland begleitet Ske nut heißesten Segenswünschen. Gerade in tiefen schweren Tagen gilt mehr als je baS Wort: Was deutsch ist, muß auch deutsch blei­ben! (Allgemeines Bravo!) Wenn alle Deutschen o ihre Pflicht tun, der Heimat und dem Vater­lande gegenüber, wie Sie, dann brauchen wir nicht zu verzagen, dann können wir aufrecht uns getrost in die Zukunft blicken und die feste Hoff­nung hegen, daß die Sonne des Glücks und des Ruhmes uns später wieder leuchten wird wie ruher. Mit Gott! Kehren Sie wieder

mit Erfolg und Ruhm

gekrönt! (Bravo!) Aus den Reihen der M» iimmungsberechtigten heraus getobt Herr Gro­in o t ka: Wir alle stimmen deutsch!

Nun in die vier airgchöngten Wagen hinein» ein letztes, allerletztes Abscbiednehmen und immer wieder Heißfis: Auf Wiedersehen auf Wiedersehen! Händedrücken, Wfteiltiiren ichlie- ßen sich, die Lokomotive zieht an und unter Hoch» rufen auf Oberschlesien verläßt der Zug den Bahndos. Die Musik spielt .Deutschland über alles'- Lange blinken noch Tränen in den Augen, lange flattern weiße Tücher >..!

Der nächste Transport.

dbn Sonnaberch (12. März> Vormittage 6,33 Uhr, fahrt Gruppe 5 von Kassel ab. Die Gruppe umsaßt die K reite: Hindenburg, Kattowi^ und Konlgshütte-Dtadt und -Land. TrMmnkt dei slbnimmungsbercclnigten früh ab 4y2 Uhr im Restaurant des Resibenzthoaiers am Ständevlaft Mr Entas»nncckm>- -aer Fahrscheine und