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Hessische Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Nummer 53.

Donnerstag, 10. März 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgang,

Fernsprecher 951 und 952.

Unter der feindlichen Gewalt.

Sie Garung iu Rußland.

Aufruhr in Nord. Oft und SUd.

Dir Lage in Rußland ist zweifeWos gegen« toärtbg außerordentlich wirr und undurchsichtig. Man wird gut tun, sich an das rein Tatsächliche zu halten und sich vor ilbereKten Schlußsobgerun- gen nach der einen oder anderen Seite hin zu hüten. Gemäß dieser RichMnie wollen wir uns mit den Vorgängen beschäftigen, über Vie Mir trenn auch immer noch unvollkommen, urteilen können. Die Unzulänglichkeit der selbst unseren amtlichen Stellen zur Verfügung stehenden In­formationen rührt daher, daß die MosLmrer De­peschen, wenn sie beim Auswärtigen Amte an- kommen, zuweilen acht Tage aflt oder gar älter sind. Die augenblickliche Lage daß tatsächlich die gegenwärtige sich stärksten Anstürmen von den vetschioden- steu Seiten her ausgesetzt sieht. Fn Kron­stadt hat der General Kosnowski, ein frü­herer russischer Generalstabsvfsi zier, der sich aber seinerzeit sofort der bolschewistischen Bewegung angeschloffen hatte, die Herrschaft an sich geriffen, Aus der bann bekundeten Tatsache, daß Kos« nowski im Grunde sich jedem Wechsel anpaßt, ergibt sich schon, daß man die Wirkung dieser Kronstädter Vorgänge ruhig betrachten muß. Es hat den Anschein, ob die gange Bewegung von den ausländischen Me n schew i ste n, die etwa unseren Unabhängigen entsprechen, geför­dert worden ist. Nach einer Behauptung Le­nins sollen französische Machenschaften im Spiele fein. Es wird jetzt auch bekannt, daß die letzten Vorbereitungen für den Schlag gegen die Sow- jetisien getroffen worden sind.

Ein zweiter Äufrivhrherd ist Petersburg Es steht fest, daß dort Truppen gemeutert haben. Weitere diaci>richten sind nicht zu erlan­gen, da die Meuterer die Mnnkenstationen sofort vernichteten. Hinter der Bewegung stehen hier die rechtsstehenden Elemente, welche die Wieder­herstellung des Eigentums, die freie Verfügung über die Familien-Angehörigen uifw. fordern. Anscheinend sind aber die Svwsetisten in Peters­burg noch Herren der Lage. Aber auch in M o s- kau sind starke Gärirngen. Sie sind um vieles bedeutsamer und ernster zu nehmen, weil es sich hier nicht um rechtsstehende Elemente handelt sondern weil die-Bewegung von den bisherigen bolschewistischen Arbeitern selbst ausgeht, die sich Loslösen wollen, wie ste sagen, von der .In­telligenz" der SowjetfüLrer, unter der ste nun seit Jahren stehen. Die Aufwiegler scheinen Ver­bindungen mit vielen der Arbeiter, namentlich den Bauern, zu halben Di? Ursache der Be- wegung liegt offensichtlich in dem völligen Nie­derbruch der russischen Herrschaft den auch Le- nin in einer Rede in Moskau Men zuge­geben hat

Wohl am witigsten ist aber die Banern- bewegung Sie ist das eigentliche große Zen­trum der Auflehnung gegen die Sow-jetherrschasr. Sie hat ihren Sitz hauptsächlich in den öst­lichen russischen Gouvernements, aber auch in der Ukraine. Ein bis jetzt ganz unbekann­ter Mann, Antonow, betätigt sich als Bauernsührer und verfügt anscheinend über den größten Anhang. Er nahm früher innerhalb der bolschewistischen Regierung einen Posten etwa vom Range eines QberprLsidenten ein und hat offensichtlich in dieser Eigenschaft Beziehungen mit den Bauern artsgenommen, um sie zu Zu­sammenrottungen gegen die Sowjetregierunq zu organisieren. Die Bewegung drückte sich m dem Totschlag der sowsettstischen Kommissare ans, die zur Kontrolle der Bauerni-Gelwite auf das Land fernen, werter in dem Anfreißen der EisenLahn- sclnenen, in der Verweigerung von Getreide- abgabe usw. ustv. In der Ukraine hat diese Strö­mung einen Mittelpunkt.

Wie sich die Lage in Rußland auf Grund die­ser Ereignisse gestaltet, läßt sich im Augenblick noch außerordentlich schwer vorher jagen. Mau muß müh im Auge lnchalten, daß die Sowjet- regierung sich bisher als überaus cmpaffungs- fähig gezeigt fori, und es scheint, daß sie rm jetzigen Falle eine nicht ungeschickte DaAitk da­hingehend befolgt, ihr kommunistisches Pro­gramm feem Programm der Menschewiki zu Hälfem. Naitsirlich würde das ein Abrük- ken von der kommunistischen Idee seihst bedeuten, und das tonnte nicht ohne schwerwie­gende Folgen für die kommunistische Bewegrmg im Auslande sein Bei dem überaus großen territorialen Umsange Rußlands kam alles dar­auf an, daß eine derartige Bewegmrg einheit­lich geleitet wurde. Es scheint aber, daß zwi­schen den einzelnen Aktionen überhaupt kein engerer Zusammenhang besteht. Es herrscht of­fen har keine Initiative Man ist unschlüssig Wer die zu unternehmenden Aktionen und es ist nie­mand da, der sich an die Spitze der Bokbegung stellt Man tut daher gut, dies? Dinge mit aller Ruhe itrtfe Zurückhaltung zu betrachten Mit am wenigsten angebracht wäre eine voreilige Genug­tuung oder gar Freude Über den vermutlichen ZnscunmenLruch der Sowjetherrschaft. Man muß üch vollkommen klar darüber feitt, daß aus dieser

even geschilderten zusammenhanglosen und auch von verschiedenen politisch nNd wirt­schaftlich gerichteten Elementen ausgehenden Be­wegung nicht eine neue politische uito wirtschast- liche Ordnung hervorgeheu würde, sondern daß vielmehr ein neues schweres Chaos zu erwarten wirre. Daß eine derartige EntwiNiung ange­sichts der Interessen unserer Wirtschaft, die uns immer mehr nach dem Osten hiuweist, wün­schenswert wäre, wird ja nttenranfe behaupten können. Wir hohen nur Jntpresse an einem ruhigen Rußland, das die Gewähr für geordne­ten Handel und Wandel bieten Sonnte. J. B.

Sm neubesetzten Gebiet. Besprechungen zwischen den Behörden.

(Privattelegramm)

Düsseldorf, 9. März.

Gestern mittag fanden hier die ersten amt­lichen Besprechungen der Besatzungs-Be­hörde mit den städtischen und staatlichen Behör­den statt. Sie wurden von einem französischen und einem belgischen General geleitet. Sie san­den in französischer Sprache statt und wurden durch einen Dolmetscher ermöglicht. Der fran­zösische Generckl erklärte, daß Düsseldorf vorzugs­weise von Franzosen besetzt werde. Englän­der und Belgier sollten nur in geringerer Zahl teilnehmen. Man betrachtet den Besatzungsakt nicht als eine militärische Aktion, sondern als eine Art der Justiz. Im Lause des Nachmittags wurde der Belagerungszustand ver- hängtz Der Oderkomm-mdicrend« der ganzen Besatzung sei der General Degoutte, der in Mainz stationiert sei. Die Schutzpolizei müsse ihre Waffen an die Entente ablie­fern. Der Zugverkehr Huf bisher keinerlei -Ein- schränkungerr erfahren. Auch Post und Tele­graph arbeiten bis jetzt noch ungestört.

Dke (Entente-,,Selben".

Düsseldorf, 9 März. (PrivattelegTamm.) Die Entente hat iljt Hauptquartier in Düsseldorf im Parlhotcl und im Breiteirbacher Hof aufye- schlagen. Dort weht die blau-weiß-rote Fahne Die Bürgerschaft und die Arbeiter von Düssel­dorf bewahren größte Ruhe. Wie jetzt bekannt wird, hat die Entente die allerstrengsten Maß­nahmen ergriffen, um einen etwaigen militä- rischestWiderstand (?), den sie anscheinend in Düsseldorf erwartete, zu brechen. Die erste» Wagen, die ankamen, waren Panzerwagen. Auch ranzosische Gendarmerie ist in größerer Zahl ein. getroffen. Der ganze Zug wurde dies charak­terisiert die Theaterkomödie der Franzosen kinematographisch aufgenonunen. (!) Nachdem der Belagerungszustand verhängt ist, rnd alle Bergwerke, Eifenbahrren, soweit sic im Betriebe stehen. Schiffahrt und Telegraph dem sranzöstschen General Tegoutte unterstellt.

Unter der fremden Zensur.

Koblenz, 9. März. (Privattelaramm.) Die interalliierte Rheinlmid kommt ssion hat eine Ver­ordnung erlassen, worin verfügt wird, daß der Telegraphen- und Fernsprechverkehr zunächst auf die Dauer von acht Tagen unter die Zensur der Besatzungsbehörde gestellt wird. Desglei­chen sind alle Nachrichten über Trupp enbewszun- ge in den Zeitungen unter Vorzensur gestellt. Eine weitere Verordnung besti-muft, daß die an der deutschen WestgvcnH erhobenen Zölle von den Alliierten beschlagnahmt werden. Weitere Entscheidungen über diese Beschlagnahmung be- HAt sich die interailliierte Rheinlandlommii |ton vor. Unter anderem werden auch die Einrich­tungen der Zollverwaltung im Dienste der deut­schen Reichsfinanzen, zumal die Maß- mchmen gegen die »Kapitalflucht^ unter den Be­fehl der Rhernlcmdkommissiou gestellt.

Die Arnerttaner beteiligen sich nicht.

Berlin, 9. März. (Privattelegramm.) Das Washingtoner Krreqsdepartement teilt mit, daß die amerikanischen Besatzungstruppen sich an dem neuen Bormarsch der Alliierten über den! Mein nicht beteiligen werden.

Keine Blockade der KMe.

Rücksicht auf die Reutraleu? (PiÄvat-Telegramm.)

Hamburg, 9. Mürz.

Ans Kuxhaveu wird gemeldet: Tas Gerücht vom Kreuzen englischer und anderer alliierter Kriegsschiffe vor der Elbmündung bestätigt sich nicht. Gestern abend ist ein Heiltet englischer Kreuzer von See in die Elbemüniwna eingclau- en, aber nur, um später den Kanal nach der Ostsee zn passieren. In einem Gespräch mit dem deutschen Lotsen äußerte der Kotmmrndam des

Schiffes, daß an eine Blockade der deutschen Küste oder eine andere Unterbrechuna der deut­schen Handelsschiffahrt schon aus dem Grunde nicht gedacht werden könne, weil die Neutrale,, und Amerika (!) sich das nicht gefallen ließen.

Re Franzose« fabeln.

Freude über den milttärischen Vormarsch.

(Eigene Drahtmeldung.)

Pariö, 9. März.

Die Stimmung in Paris ist die des Sieges. DerMatin" und derFigaro" haben die Kin­derei begangen, anläßlich der Abreise der Deut­schen aus London und der Besetzung der rechts­rheinischen Städte auf ihren Gebäuden die fran- zöstfche Flagge auszuziehen. In der Kammer und im Senat sind die Nachrichten ans London mit Ruhe, aber mit Stolz aufgenonunen worden. Fn allen Zeitungen wird Briands Erfolg (?) hervorgehoben, die Schuld an dem Bruch aber dem bösen Willen des deutschen Volkes und der ablehnenden Haltung Simons zugeschrie­ben. (!) DaSJournal deS DebatS" behauptet, die Besetzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort fei nur der Anfang zu weiteren Besetzungen, wenn die Deutschen es nicht verzögen, baldigst wieder za verhandeln.

Auch die französischen Arbeiter!

Paris, 9. März. /Eigene TrabSmelyunv J Die Sitzung des französischen Eewerkfchaftsbun- des am Dienstag früh hat den Antrag her fgn dikalistifchen Mitglieder, eine Kundgebung regen, die militärischen Zwangsmaßnahmen der Alliier- ten zu veranstalten, mit großer Mehrheit ver­worfen. Der französische GewertschastSbund stellt sich damit in seiner überwiegenden Mehr­heit auf den Standpunkt. daß er die Zwang s- maßnahmen gegen Dcntschland billigt.

MlWimmMg in England.

Neigung zn weiteren Verhandlungen.

tEigener Drahtbericht.)

London. 9. März.

DieTimes" berichten: Lloyd George sagte im Unterhaus: Wir sind entschlossen, mit den Deutschen neue Verhandlungen autzu- mchmen und die Deutschen wieder einzuladen. Wir hoffen, daß uns die Deutschen in vierzehn Tagen amrehmüarerc Vorschläge nrachen werden. Wir werden daun in eine Erörterung eintreten, ob und wann wir die Truppen aus den be­setzten Städten zurückziehen können. Wei­ter wird gemeldet: Bei der A b r e i s e der deut­schen Delegation war auch der Privatsekretär Lloyd Georges ans dem Bahnhof und vorab- schiedcte sich von Dr. Simons. Er überbrachte die Grütze des Premierministers und sprach die Hoffnung aus, daß London die deutsche Delegation bald wieder sehen würde.

*

Gestörte Handelsbeziehungen.

Rotterdam, 9. März. (Eigene Drahttnelbmrg.) Der Londoner Berichterstatter desNewyork Herold" teilt seinem Blatte mit, daß die Zeichen der Zufriedenheit über den Verlauf der Konfe­renz nur gering find. Die Eity ist besonders da­von wenig eingenommen, denn es eertoutet, daß alle Handelsbeziehungen mit Deutsch-- land wieder abgebrochen und bereits er­teilte Aufträge zurückgezogen werden. Auch in politischen Kreisen triumphiert man nicht, »md es ist noch sehr zweifelhaft, wer bei dem Er. eignis am besten wegkommt. Allgemein hcrrfcht die Ansicht vor, daß noch nicht alle Fäden abgeschnitteu sind.

Sie Haltung der Regierung.

Besprechung mit Dr. Simons.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 9. März.

Bevor nicht Dr. Simons in Berlin einge­troffen ist, was erst heute erfolgt fein wird, wird auch feine endgültige Stellung­nahme des Reichskabinetts über die weitere HÄtung gengenüber der Entente erfolgen. Rach Erklärungen Fehrenbachs zu Parlamemu- riern wird Deutschland vor der Aufnahme neuer Verhandlungen mit der Entente die v o r h e - rige Räumung der defekten rechtsrheinischen Städte verlangen»- Auch sein Protest an den Völkerbund ist in Aussicht. Auch die anderen deutschen Vertreter haben gestern mittag Lon­don verlassen. Zwifchenfälle hoben nicht stattgeffknden. Stahmer, der deutsche Botschaf­ter, ist nach Berlin berufen wurden und ist gleichfalls von London abgereist.

Protest im Reichstag.

Rede bei Reichskanzlers Fehrenbach.

(Eigener Gericht.)

Berlin, 9. März.

Vor Eintritt in die Tagesordnung erteilte Oe* stsrn tot Reichstag Präsident Loebe dem Reichs- kanzlet Fehrenbach das Wort zu Erklärungen über di« Stellungnahme der Regie itlig zu »en gestigen Londoner Vorgängen. ReichMmMr Fehrenbach führte u. a. aus:. Die Londoner Verhandlungen sind abgebrochen. Unsere Delegation tft aus dem Rückwege. Ich bin feer Meinung, daß in eine Erörterung den in London geführten Verhandlungen erst nach der Rückkehr unseres Außemninissters Dr. Siuwus eingetreten -werden kann. (Zustimmung). Wer zu einer Maßnahme, welche die alliierten Regieriungen beschlossen und bereits in Wirffam-, feit gesetzt haben, glaube ich verpflichtet M sein, Stellung M nehmen, nämlich zu den Sank­tionen. (Zustimmung). Ich beginne damit, daß ich dieses Wort in das richtige Deutsch über­setze. (Lebhafter Beifall). Es sind nichts ande­res als

Gewalttaten.

i Lebhafte Zustimmung). Dis ehrwürdigen B» griffe des Rechts feafeen mit einer solchen Aktion nichts zu tun. (Sehr richtig). Den Protesten, sie der Harr Außenminister Dr. Simons da- gegen schon tn London erhoben hat, schließe ich mich namens der deutschen Regierung und namens des deutschen Volkes an. OeiWr Aes« MLiLshruL siottL auch -Ll'.rch juristische Verkleidungen nicht verhüllt werden. Me vergangenen Wochen haben uns nur in der Uoberze-uMng befsMgen können, daß durch diese von den alliierten beliebte Art weder eine Re­gelung fear europäischen Verhältnisse, noch eine Sicrmifeientna des Krieges möglich ist. (Sehr wahr). Und wenn in dieser Weise fort gefahren toi cd, tarn

das Nebel nur Vergrößert

werden. An feie Stelle der Gewalt nttuß feer ehrliche Wille treten. (Beifall) Wir sind bereit, mit zu unserem Teile eine Weltgomemschaft des guten Willens, feie das oberste Ziel sein muß, zu bestätigen. Wir haben uns nicht geweigert, aus dem VovLust des Krieges die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Wir sind uns Kar ferr« üiber, daß bei einem Wiederaufbau der Welt Deutschland feie schwerste Last zu tragen hat. Wir hüben uns redlich beimüht, unsere Gegner zu überzeugen von dem Grave feer Leistungsfähig­keit, feie uns geblieben ist Es beginnt für das deutsche Volk abermals eine schwere Zeit. Jetzt gilt es, feie Höhe seiner Spaunkrasit zu bc- toeifen, feie Ausdehnung seiner Geduld und sei­ner Treue. Ich haibe das Vertrauen zu dem deutschen Volke (Lebhaster Veisall). Vor allem aber gedenken wir in diesem Augenblick feer Teile des deutschen Vaterlandes, die wir mit hei­ßer Liebe umfassen, die zunächst von feen Maß­nahmen feer affilierten Mächte betroffen werden. Es war erhebend $n vernehmen, welcher

Geist in den betroffenen Gebieten

herrscht, der Geist feer Entschlossenheit, bet AuS« dauer, des Mutes, alles auf sich z-u neh­mest wenn es gilt das Vaterland zu retten. Beisall). Wir danken ihnen für dieses herrliche Zeugnis vaterWidifcher Gesinnung. Wr wer­den alles tun. um ihre schwere Lage zu milderst Das Urteil feer Geschichte steht heute schon fest. Die Geschichte wird nicht nur über feie Schuld am Kriege urteilest souoem auch ülber das Dik­tat fees Versailler Friedens. (Lebhafte.- Beifall). Aus Antrag be§ Wbg. Stresemann (D. Dpt.) wurde in eine Erörterung übe.' die Erklä- rnng des Reichskanzlers nicht eingetreten. Der Reichstag erledigte danach die Tagesord­nung: Kleine Anfragen, Beratung fees Ge-fetzent- Wurfes Wer feie Entlast,ma feer Gerichte und feen Haushalt des RÄchsschatzministeriums. Di; Sitzung verlief sehr ruhig. In der heuti­gen Sitzung soll ülber die Kalrindustrie gespro­chen und feie Etatsberatung fortgesetzt werden.

Erk!3rnng der batzrischen Regierung.

München, 9. März. (Telegraphischer Bericht ) Jim Wtaatshaushaltsausschuß gab gestern mft- ta.fi in Anwesenheit feer gesamten Regierung Mi­nisterpräsident Dr. v. Kahr folgende Erklärung ab: Trotzdem unsere UtocrtjänMcr in London in UebereinftnuniWng nut feem Willen feez gesamten deutschen Volkes zur HerftÄlung eines ehrlichen Friedens feen Forderungen unserer Gegner dis an fei« äußerste Grenze des Möglichen ent« gegengekounkren sind, Woben feie Derhanrllungen ergebnislos. Die Gegner beharren bei ihrem ungerechten und unmöglichen Pariser Dittfit, lveil sie urrs vernichten wollen. Tag deutsch: Volk batte im Bewußtsein feiner Ehre und seines Rechtes abgetönt, zur eigenen von U>'- wahrheit «ich Huß ersonnenen Versklavung seine