Nummer 49.
Sonnabend, 5, Marz 1921
Fernsprecher 951 »np 952.
Fernsprecher 951 und 952.
11. ZahrganK
Deutschland vor der Entscheidung
Vorbereitung der Zwangsmaßnahme«
Anverauderte deutsche Valuta.
Anhörung der Sachverständigen.
»orbedalten. — Belgische Zeitungen melden: Die belgische Besatzungsarmee in Deutschland wird vom kommenden Sonntag ab um troei Bataillone vermehrt. Belgische Artillerie ist an die Rheingrenze abgegangen.
ist. daß trotz der eingehenden Prüfung der Sv-- ziaftsieruugsvlane noch kein erfolgversprechendes -SUstem gesunden worden ist. obwohl sich alle Wirtschaftsgruppen damit beschäftigt haben. Von fetten der Industrie und des Handwerks wird immer wieder betont, daß die Sozialisierung eine schwere Behinderung der Produktion sein werde. Auch in den Avbeitnehmerkreiscn nimmt die Ansicht zu, daß man vor Experimenten stehe, deren Ausgang Loch sehr unbestimmt sei.
Berlin, 4. Mär;. (Privattelegramm.s DA außenpolitische Lage ist noch völlig ungeklärt Bevor das Neichskabinett über eine Neusormu- lierunq der deutschen Gegenvorschlag«' an di, Entente Beschluß faßt,, sollen die Sachver. ständigen gehört werden. Die Nachrichten aus London bestätig.'«, daß vor der entscheidenden Sitzung am Donnerstag Dr. Simons eine Besprechung mit Lloyd Geodae hatte. Die .Ti-
Die Kasseler NeuesienNachrichten erscheinen ivvchentlich IcchSmal und zwar a dend L Ter Adonnemenrrpret« beträgt Ntvnatltch 6.00 Star! bet freier Zustellung m» Haus «US- Wäxu durch die Dost bezogen 5.30 Marl monatlich etnschltebltch Zustellung. Bestellungen werden lederzM vou der GeschastHstelle oder den Bolen entgegengenommen. Dructerei, «erlag und Redattion-. SchlachtboMrabe 28/30. Für unverlangt etngesändte Beitrage kann di« Redaktion eine Verantwortung oder »ewähr tu keinem Falle übernehmen Rückzahlung deS BezugrgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht orvnungSmäbiger Lieferung ausgeschlossen.
fordert eine rücksictstslÄsc Einoüdn-unq der Pri- vatintercssen in die Zwecke der Menschheit um ein nur eigennütziges Streben zum Schaden der Gesamtheit zu verhiltdcrn. Durch eine im wahren vaterländischen Interesse geleitete Wirtscha-sts. rdec aber kennen die Triebkräfte des Einzelnen dahlir sctenSt werden, daß jeder möaliM viel Assr/lz zur Einsetzung aller seiner Kräfte m g®ble Aller empfängt, ohne daß dies aber aus
Jnleriionspreile < a) Einheinitschc Aufträge^ Die einspaltige Anzeigen-geile M. LOO, die einspaltige Reklltmezeile M. 2.54 t» Auswärtige Austräge : Di« einspallige Anzeigenzetle M. L20. die einspaltige Reklamezeile W. 2.76, alles einschließlich TenerungSzuschlag und AnzeigenKeuer. Mr Avzeigeu mit besonder» schwierigem Satz hmidert Prozent Ausschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegedenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werde». — Druckerei: Schlacht- d Ustratze 28/30. SeschästSstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer 051 und 052.
Haltung der Mchrregienmg.
Beratung neuer Gegenvorschläge.
(Privattelegramm)
Berlin, 1 März, 3« Berlin wird der Stand der Verhandlung gen ruhig beurteilt. Das KaSinett, das sich gestern abeitd mit den Meldungen über die gestrige Sitzung der Londoner Konferenz beschäf. tiffte, hatte nur unvollständiges Material vor. liegen und mußte fich infolgedessen auf eine vor- länsige Durchprüfung der Nachrichten beschränken, Heute, wenn ein erschöpfender Bericht cm. gegangen ist, wird das Kabinett erneut zusam- mentrrten. Die Unvollständigkeit des Materials ist durch eine Störung der drahtlichen Verbindung mit London herbeigeführt worden. Unse. res Berliner Vertreter ist etfinrt worden: Wir werden neue Gegenvorschläge machen. Die Sachverständigen werden heute früh zehn Nhr im Reichsamt des Innern zusammen treten. Damit ist die Wirkung des Ultimatums vorläufig ausgehoben. Die Lage bleibt unverändert führ ernst, aber nicht ganz hoffnungslos.
Zurückweisung der Verdächtigungen.
London. 4. März. (Eigene DrahtmeAmng.) Die deutsche Delegation sah mit ruhigen Nerven der entscheidenden Sitzung entgegen, Indem ste eine Gewaltdrohung als ein uuver- meidliches Fatum betrachtete. Die deutschen Delegierten weifen den Bekdacht. daß sie Gewalt geradezu wünschten, energisch zu- rü ck, ebenso ist die Meinung des „Dailh Telegraph" unrichtig, daß die Stinnrs Gruppe gerade die Abänderuna der Borschläge der Erp er- ten bewirkt habe. Vielmehr ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß die letzte Entschei- duug über die Taktik erst in London von der Delegation getroffen worden ist.
Einigkeit der Alliierten.
London, 4. März. (Eigene Drahtmeldung.) Die Debatte über die Sanktionen war äußerst bewegt. Erst wollte man auch Mannheim besetzen. Dann kam man auf Duisbirrg, Ruhrort und ihnen fügte man Düsseldorf hinzu. Lloyd George äußerte Bedenken, die Italiener und Japaner folgten ihm darin. Der belgische Außenminister Iaspar hielt darauf eine Rede, in der er nachwies, daß es unumgänglich notwendig ser. Deutschland aufs schwerste zu bedrohen. Damit wurden Lloyd Georges letzte Bedenken beseitigt. Es scheint dabei zu einer höchst unerguicklichen Szene zwischen den verschiedenen Sachverständigen gekommen zu sein die die Londoner Zeitungen a(§ bedauerlich bezeichnen. Es hat sich anscheinend um juristische Fragen gehandelt, also darum, ob die Besetzung sofort oder erst am L Mai fiattsinden dürste. Erft um 7 Uhr war die Einigkeit erreicht.
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SoziaWerungsfragen.
Privat- »der Staatswirtschaft.
Von
Eeichstagsbibliothekar Dr. Paul Kirschner.
Wenn die Menschen wüßten. was sie wollten, wäre ost schon viel gewonnen. Die einen leiden unter einem allgemeinen ständigen Drang nach Neuerungen, wobei sie für sich Abwechselung und Gewinn erhoffen, andere sehen zwar ein Abel, ost von einem sehr utopischen Dunstkreis umgeben, wissen aber die Wege nicht, und wie-
Borschläge seien jedoch ««diskutabel.
Ans der vermutlichen bösen Absicht leitete ft dann noch einer langen Darlegung der offenbar von Leuchenr stammenden Schadenberechnung die Notwendigkeit von Zahlungen her. Dabei schien Lloyd Eteorge besonderen Nachdruck daraus zu legen, daß dte Alliierten nicht den Ersatz der Kriegskuste« verlangen (was eine widersprechende Geste Fachs veranlaßte), sondern nur Wiederherstellung des Zerstörten. (?) Lkohd Geer« betonte mit ausgewählten Worten, daß die Alliierten keine Versflwnna, sondern aus eigenem Interesse ein freies, zufriedenes Deutschland wollen (?), wrchin indessen der Wog offensichtlich zu weit ist. Er hob hervor, daß gerade er auf eine Wiederherstellung Europas abziele.
Aber nun sollen allerlei neue Sozialmethoden rin Wunder wirken, wobei ebenfalls möglichst aneinander vorbeigeredet wird. Durch solche Sozialisierung soll eine Annäherung und ein Ausgleich der sozialen Gegensätze herbeigcMrt werden^ die Gewährleistung eines menschenwürdigen Dchrlus und die Hebung der Produktion. Solche und ähnttche Vorschläge aber bieten viel Altes und wenig Neues. Richtig angewendet hätten diese Methoden auch im alten Fahrwasser zu einem sicheren Hafen führen können, und bet dm neuen Methoden zeigt sich so viel Parteidogma« tismns und Schablone, das beißt Partei- und nicht Wirtschafts-Interesse, daß man mit diesen Miiteln noch weniger zum Ziele kommen wird. Wenn nun wenigstens bei einigen sich das Abwegige der staffesien Theorien, wenn auch nur dunkel im Dämmerlicht zeigt, so kommt vielleicht in schwachen Umrissen auch die Wahrheit einnral Zum Vorschein, daß alle Sozialisierung lind Sozialpolitik, welche die Persönlichkeit unterbindet, dem Einzelnen zu sehr Risiko und jegliche Gewinnaussicht nimmt und die Kollektiv- idee. das heißt die Gesamtheit hierfür ernteten tvill, gerade am Egoismus der Menschheit scheitert, der bei nur wenigen mehr oder weniger zu besiegen ist. Wer nichts für sich gewinnen kann, will wenigstens am meisten geschom bleiben uu& dem anderen bei Mühe und Sorgen in angeborener Bescheidenheit den Vortritt lassen nach dem Grundsätze: .Weil nun keiner wollte leiden, daß der andere für ihn zahlte, zahlte keiner vou den beiden."
Georges EMwerrmg.
Die Ablehnung der deutschen Vorschläge^ (Eigener Drahtbericht.)
London, 4. März.
Die von Lloyd George verlesene Antwort dek Alliierten in ihren wichtigsten Sätzen hat folgenden Wortlaut: Meine Herren! Meine Kollegen haben muh beauftragt, in ihrem Namen die Antwort der Alliierten zu verlesen. Die alliierten Regierungen sind der Ansicht, daß die Ausführungen, die Herr Simons im Namen der deutschen Negierung gemacht hat, eine Verachtung der grundsätzlichen Bestimmungen des Versailler Vertrages bedeuten. Die Pariser Beschlüsse, die die Forisetzump der Abkommen • von Bowlogne und Brüssel sind, bedeuten sowohl in der Frage der Reparationen als auch in der Frage der Entwaffnung eine wesentliche Erleichterung (?) der Verfügungen des Vertrages. Diese Vorschläge waren im Sinne vou Koqefsi-oncn gemacht worden, um eine freundschastkche Regelung mit Deutschland herbeiMfüIhren.
Die Gegenvorschläge
sind eine Verspottung des Vertrages. Die All» leiten sind zu dieser tkeberzeugung nicht nur durch den Inhalt der Gegenvorschläge selbst gelangt, sondern auch durch die Reden, die Herr von Simons nach der Pariser Konferenz gehalten hat und die wichtige Unterstützung die diese Reden in der deutschen Presse fanden. Eine dieser EMärungen Dr Simonis war diejenige, die er in einer Rede in Stuttgart getan hat, Äs er die Verantwortlichkeit Deutschlands am Ausbruch des Krieges bestritt. Diese Rede sand in Deutschland von einem Ende zum anderen Beifall und sie kann daher als die wirkliche Haltung Deutschlands gegenüber dem Frie- dcnsvertrag betrachtet werden. Nachdem Lloyd George wiederholt betont hatte. Laß Deutschland die Schuld am Kriege trage, fegte er dar, daß und warum die Alliierten annehmen, Deutschland beabsichtige sich seiner Verpflichtungen zu entziehen, indem es die Meierten durch das Angebot eines Viertels der geforderten Sunnne bewußt verhöhne. Die Alliierten hätten cs verstanden, wenn man eine Herckbsetznng der Zahlungsfrist auf dreißig Fahre oder eine Abänderung der Erportfkmer verlangt hätte. Ditz tatsächlichen
Genf, 4t März, (Eigene Drahtmeldung.) Die Schweizerische Börse bleibt gegenüber den Londoner Vorgängen sest Die deutsche Valuta erfuhr dis jetzt keine wesentliche Abschwächung. Die französische offiziSse Havas- agentnr rechnete aestern den Deutschen vor, dass Deutschland nn ErwcrbSlosenunterAützungen ssssd erhöhten Gehältern jährlich acht Milliarden für die Alliierten erübrigen könnte, ohne ne« Steuern austreibrn z« müsse».
der andere glauben diese zu kennen, kommen aber aus solchen Gründen aus unfruchtbaren kaftfpteligen Versuchen nicht heraus, wobei genau gesehen, ganz planlos vorgegangen wird. Bei der Erstrebung derneuenWirtschafts- ziele sehen wir ein derartiges Schauspiel. Die große Masse weiß gar nicht, worum es sich handelt. Sie lernten nur ihre Unzufriedenheit. Schlagwörter, deren Sinn gang oder meist Wv- bekamit sind, dienen hierbei nur als Mittel für die Bezeichnung der mehr oder minder stürmisch gestellten Wünsche und FoiderunMN. Wie un- llar anderen wieder die Ziele vorschweben, beweisen die Planlosigkeit und die Zerfahrenheit bei sogenannten Verbesserungen. Daß man bei der Verstaatlichung zium Beispiel schließlich nur den tüchtigen PrivatkapitaWswn gegen den schlechter wirtschaftenden Kapitalisten Staat vertauscht, wurde allerdings manchem allmählich Lar.
Mit Grausen vepgteicht der konsumierende Bürger die staatlichen Verteilungsstellen mit der .verrotteten" kapitalistischen, der »guten alten" Zeit, und wenn die Not gar M drückend wurde, so 'tour der privatwirtschaftliche kapitalistische und viel geschmähte .Schieber" doch die letzte Zuflucht, da eben die Hoffnung aus Gewinn sich, als ein besserer Wirtschafter zeigte als alle noch, so schönen, von Menschenliebe triefenden Ge- meinwirtschaststheorien. Andere derartige Pläne wie Wifsslsche Planwirtschaft und ähnliche Kon- strickttonen halben sich als M fempftziert oder idealistisch erwiesen, die Unlosten, das Eigengewicht und die nicht etnlaSuIterten Tücken des neuen Motors machten das ganze Unternehmen unrentabel. Zwar ist man skeptischer geworden, belehrt freilich noch nicht, man probiert immer noch weiter. Daß eine Vollsvzialisierung — nach Rathenauschem Muster etwa — eine Aushebung aller Privatwirtschaft und somit das Ende jeder Volkswirtschaft bedeuten würde, haben die rus- en Beispiele manchem klar gemacht. Der Un- hmer ist eben doch nicht ganz avsMschal- len, imd selbst Sowjet-Rußland liebäugelt wieder Mit ihm.
Antwort der SrstkLen.
Dis Widevlegnng-chirrch Dr. Simons. sEigene Drahtmeldung.)
London, 4. März.
Dr. Simons' kurze ruhige Aiftwort betrifft das Hauptargnment des angeblichen bösen Willens und sodann auch den Anlaß zu Repressalien. Diese zerfallen in militärische und wirtschaftliche. Der Unterschied besteht darin, dass die milttärt- fchen Repressalien automatisch mit Ablauf der Frist des Ultimatums eintreten sollen, während die Belafinng der Zahlungen für deutsch» Exporte an dir Genehmigung des Parlaments gebunden ist, die den Sckmtzzollcharakter nicht verkennen werden. ES ist anzunehmeu, dass auch die dritte Repressalie (die Errichtung einer Zollgrenze am Rhein) nicht frei von politischen Bedenken ist. Dagegen besteht voöfommeue Klarheit bezüglich der Ansdehnung der Besetzung, wozu nach dem genannten Umfang ritte Neumobilisierring notwendig wäre, waS für England ausschlaggebend ist. Ein Schritt kann allerdings leicht zu mehreren führen. Diese Möglichkeiten sind während der Schwebczeit noch zu hedenken. Andererseits ommt Amerika als Hindernis nicht in dem vrel- ach vorausgesetzten Masse in Betracht
Sie Wirkung im Ausland.
Hoffnung auf fachlich« Arbeit.
(Eigene Drohrmeldtrngp
Genf, 4. März.
DaS wichtigste Ergebnis des gestrigen Tages ist, dass das Ultimatum nicht ein absolutes Dik- tat der Pariser Vorschläge bezweckt, sondern die Möglichkeit weiterer Vorschläge nicht aus. schließt. Der Wortlaut der Erklärungen Lloyd Georges ergibt immerhin angesichts der mehrfach geschilderten Sachlage wähend der nächsten Tage eine Möglichkeit, sachliche Arbeit zu machen, die vielleicht eine geeignete Basis ergeben kann, wenn man sich die früheren Berhand- lungen der Sachverständigen zum Muster Nimmt. Jedenfalls ift der Zeitgewinn wertvoll.
Meter Neueste Nach
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Ziehen wir das Facit, so finden wir, tafc ohne Eigentum, ohne Gewinn aussichten oder Risiko, ohne gegenseitige Verständigung oder Vereinbarung sich kein Wirtschastsbild gestatten wird. Hiermit soll freilich nicht gesa« werden, daß die Kräfte etwa roh walten dursten mit allen den Sünden eines Manchestertums sondern das gomeinwirtschastliche Wohl, das heißr das Wohl für die Gesamtheit des Nntr-L
Parts, 4. März, (Eigener Drahtbericht.) "m,,-dempS" wir aus Lonvon gemeldet: Marschall Fach erklärte in der Besprechung der alli- !£rt,e« Tachverständigen, daß er keinen einzigen Soldaten neu anzufordern brauche, um die Zwangsmaßnahmen in Tetttschland dnechzusüh- rcn. Frankreichs militärische Bor- bercitungen seien derart, daß die Besah zungsiruppen am Rhein vollauf geintgten, die geplante Erweiterung der Besetzung vorzunehmen. — Der Alliterteirrat hat in feiner -------wtl u S-tzung dem Einmarschplan mit Marschall Joch Losten des ganzen Volkes geschieht. Bezeichnend ^gefümmt. Die Entscheidung über den Termin
Einmarsches hat fich der AMertenrat
Beratung der Delegation.
Rotterdam, 4. März. (Eigene Drahtmeldung.) Der .Courrant" meldet aus London: Nach der Donnersiagsitzuug empfing Lloyd George einen Vertreter des Reuterbüros. Er führte unter anderem aus: Er hoffe auch jetzt noch, daß die Deutschen Einsicht zeigten und daß die Konferenz am Montag fortgesetzt werden könnte. Die deutsche Delegation traf gestern abend in London zusammen. Es verlautet, daß ste der Reichsregierung neue Gegenvor- chläge anempfehlen wird.
$as Ultimatum der tzittente.
Drohung mit sofortigem Einmarsch.
(Eigene Drahtmeldung.)
London. 4. März.
Die gestern überreichte Note der Alliierten lehnt die deutschen Vorschläge ab. Sie stellt sodann die „zahlreichen Verletzungen des Friedensvertrages" (?) fest, die Deutschland begangen habe: Verletzung der Bestimmungen über die Kohlenlieferimgen, über die Entwaffnung, über die Zahlung von zwanzig Milliarden in Gold vor dem 1. Mrtt und über die Ausliefertma der Schuldigen. Die Note erklärt weiter, dass die Ablehnung Deutschlands, die Bestimmungen des Pariser Abkommens zu unterzeichnen »nd die bisher eingegangenen Berpfsichtungen auszu- fiiliren. die Aufhebung der Kvnzefsionen und Vorteile zur Folge haben werde, die Dentfch- land auf den Konferenzen von Doulogne. Spa usw. eingeräumt worden seien. Llovd George teilte den deutschen delegierten im Namen der Alliierten mit, daß. wenn Deutschland bis spätestens M o n t a g die Enffchtz7-sse der Pariser Konferenz nickst unterzeichnet habe, folgende Sanktionen getroffen dterden:
Besetzung von DuiSburg, Ruhrort und Düsseldorf.
Tarierung des Verlaufspretses der deutschen Waren,
Errichtung einer Zollt nie am Rhein unter der Kontrolle der Allkierten.
Wenn Deutschland dagegen bis Montag die Parffer Beschlüsse angenommen und unterzeichnet haben wird, dann wird ihm gestat tet werden. Gegenvorschläge zu unterbreiten, die stch jedoch nur auf die A r t der B e - zahlnng beziehen dürfen. Keine Herabsetzung der im Pariser Abkommen festgesetzten Höhe der EutschädigungSsnmme wird zngelaffen werden.
Englands Haltung.
London. 4. März. Mgene Drahtmekdung.) Wie „Daily Telegraph" erfährt, hat dke englische Admiralität am 2. März die Nord, seeflotte in erhöhte Warmbereitschast gestellt. Es werde« keine Urlaube an Mannschaften und Offiziere mehr erteilt. — Die Niederländische Agentur meldet aus London: In der Be- rattmg der englischen Sachvexständigen haben die Arbeitervertketer den Ausscksag gegeben. Sie hoben für die Anwendung do« Zwangs Maßnahmen gegen Deutschland gestimmt jedoch nicht vor dem 1. Mai beginnend.