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Kaffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 42.
Freitag, 25. Februar 1921
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 und 952. 11. ZMrgKNtz.
Vorbereitung für die Londoner Konferenz.
JasReglemvgsproblem
Dio Halluug der Parteien.
Nach d«n gestern veröffentlichten Gesamter- Kebrns der preußische» Wahlen Hegt jetzt der Umfang der Parteiverfchiebung klar zutage. Die Landeswvchlleitun« hat schneller gearbeitet als man angesichts der diesmal erschwerten Stiinm- Kälhlung erwartet hatte. Nach dem endgültigen Ergebnis Wird '»et neue preußische Landtag 421 Mitglieder Ausweisen, von denen 229 Mandate auf die Parteien der bisherigen preußischen Re- gierungsioalitron (Demokraten, Zentrum und SosialdemoLraten) entfalken. Die übrigen Parteien zählen insgesamt IM Sitze. Da die * srEute Mehrheit vvn Ml Mandaten 211 Sitze beträgt, verfügen die Kvalitionsparteien also über 18 Sitze über dies« absolute Mehrheit Hin- Ms. Trotzdem ist es nicht wahrscheinlich, daß diese Koalition bestehen bleibt. Die Regierungsparteien im Reiche (Deutsche DoMspartei, Zentrum und Demokraten) sind Msimmrengekormuen und haben Wer die Lage beraten. Das Ergebnis geht dahin, daß diese Parteien im Sinne einer einheitlichen Regierungsumbildung sowohl im Reiche wie in Preußen Verhandlungen ein» znleiten gedenken, d. h. aUfo ins allgemein verständliche Deutsch übertragen, daß innerhalb dieser Parteien der Wunsch und die Ueberzeugung besteht, man Müsse dahin arbeiten, daß in Preußen die Deutsche Volkspartei und andererseits im Reiche die M-chrlhettssaziakdemo- kratie neu in die bisherige Regierungskoalttum tintreten.
Dieser Entschluß der Regierungsparteien im Reiche kann an sich nicht weiter Wunder nehmen. Es sei 3- B. angeführt, daß die parteioffiziüse Zentrumskorresponden, sich bereits unter dem Eindruck der ersten Wahlnachrichten dahin ausgesprochen hat, daß es dem Standpunkt des Zentrums in begrüßenswerter Weise entsprechen werde, wenn die Deutsche Volkspartei in die preußische Reaieruna mit hiwein- genommen werden totttme. Das Parteiorgan verwies im besonderen auf die außenpolitischen Gründe, die hierfür ebenso wie für den Eintritt der Sozialdemokratie in die Reichs- Regierung sprächen. Wir Müssen allerdings in London eine Regierung verhandeln lassen können, deren parlamentarische Grundlage über jeden Zweifel erhaben ist. ES wird von allen Parteien abhängen, wie das aufgeworfene große Problem der doppelten Regierungsbildung gelöst wird. Wenn die nach London zu entsendende deuffche Delegation sich auch darauf berufen kann, daß sie rn der Wiedergutmachungs- frage. d h. in der Wweifuna der wahnwitzigen Pariser Forderungen, alle Parteien hinter sich habe, so liegt es doch in der Natur der Sache, daß die Autorität als Vertreter einer Minder- heitSregierung eine geringere wäre. Dazu kommt, daß auch das Ergebnis der am Montag stattgefundenen ReichstaS-Nachwahlsn in Schleswig-Holstein und Ostpreußen eine weitere Verschiebung der Mehrheitsveghältmsie mit sich gebracht hat, wenn auch die Verluste der Demokraten durch die Gewinne der Deutschen Volkspartei im wesentlichen wett gemacht werden.
Obwohl die Regierung noch nicht offiziell dazu Stellung genommen hat, so wird doch das preußische Kabinett, dem parlamentarischen Brauch entsprechend, seine Demission geben, und es wird sich hierbei Nicht etwa nur um einen rein formalen Schritt handeln, viel- mehr scheint es, daß die Regierung in der bisherigen Zusammensetzung nicht wieder zurückkeh- ten wird. Von einigen Setten wird zwar der Standpunkt vertreten, daß es zweckmäßiger sei, die Regievungsneubikdung in Preußen wie im Reiche bis noch der Londoner Konferenz zu vertagen, aber 'diese Anschauung wird entschieden bekämpft mit dem Argument, das jetzt wieder stärker betont wird, es sei unumgänglich notwendig, für di« Londoner Verhandlungen nach Möglichkeit eine Einheitsfront herzustel- ten, eine Mehrheitsregierung auf breiter Grundlage in die Wege zu leiten.
Leider wird die Neubildung des Kabinetts dadurch erschwert, daß die Parteien sich nicht leicht einigen können. An ein Zusammenarbeiten der Deutschnationalen und der Sozialdemokraten war ja bisher nicht zu denken. Die Deutsche Volkspartei ist grundsätzlich geneigt, in ein Kabinett einzutreten, in dem auch die Sozialdemokraten vertreten sind. Wenngleich in der DoWpartei nach Meinungsverschiedenheiten darüber bestehn, so gewinnt doch der Flügel, der für die praktische Mitarbeit ist die Oberhand. Kommt doch auch in betracht, daß, nachdem die Sozialdemokraten ihre Wahlernte in die Scheuern gebracht haben, ein wesentlicher Grurw für die feindliche Zurückhaltung fortfällt. Die Entschlüsse der Meheheitssvzi a listen dürften auch wesentlich durch den völligen Zusammenbruch der Unabhängigen beeinflußt werden, die zwischen den Rechtssazialisten und den nach Sowjetrußland neigenden Rom« mmrtsten nahezu auf gerieben wurden. VersMe- denklich wird Ms der Rechten der StaNdpuntt
vertreten, daß mkn auch die Deutschnationalen, die die Hautpgewinner im preußischen Wahlkampf sind, zum Eintritt in die Regierung auffordern müsse. Was diese Partei betrifft, so erklärt sie sich jetzt auch grundsätzlich bereit, bei einer Regirtungskoalition im Reiche mitzumachen, falls der Widerstand gegen die Ententeforderungen bis zum letzten garantiert wirb; tu Bezug aus die Verhältnisse in Preußen will sie sich aber die Entscheidung noch Vorbehalten'. Jedenfalls werden die Verhandlungen Wer die Neubildung der Regierung im Reiche wie in Preußen nunmehr ernstlich in Fluß kommen. Es muß dafür der Wunsch zum Ausdruck gebracht werden, daß der Kampf um den Ministerposten nicht aus persönliche Gründen geschieht, sondern daß es darauf ankommt, keistungs- fähige bewährte PorsSulichkerten auf die verantwoAungSvüllen Posten jjtt stellen.
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Noch keine Klärung.
Berlin. 24. Februar. (Privattelegvamw.) Die Verhandlungen über die Neubildung der preußischen Regierung haben noch zu keinem Ergebnis geführt. Die gestern in Berlin statt gefundene Sitzung des Parteivorstandes der Preu- ßisck-en Mehrheitssozinlisten hat gleichfalls keine Klärung gebrächt- Die Mehrheitssozialisten halten an der Auffassung fest, daß sür sie feine Veranlassung vorliegt, ihre führende Stelle im Preu- tzischeu Kabiuett aufzugeben oder schwächen zu lassen. Die Rechtsparteien, auch das Zentrum, wünsche« eine Erweiterung der Regierung.
Sie Abordnung Nr London.
Ernennung de» Konferenzteilnehmer.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 24. Februar.
Im Auswärtigen Amt wurden gestern die Arbeiten für die Zusammensetzung der deutschen Delegation abgeschlossen. Bei der Zusammensetzung waltete das Bestreben ob. die Zahl der Teilnehmer der deutschen Abordnung möglichst zu beschränken. Als Letter der Delegation und Vertreter des Reiches geht der Reichsaußenminister Dr. Simons nach London. Es ist nicht wahrschelnlrch. daß sich ihm wettere Minister anschließen. Die Reichsministerien ffit Finanzen uud Inneres, sowie das Reichswchr- ministerttnn werden durch acht Sachverständige vertreten sein. Vom Auswärtigen Amt selbst werden die Ministerialdirektoren von Sim- son und Göppert, vom Reichsfinanzministerimn die Staatssekretäre Bergmann und Schröder, vom Reichsministerium des Innern Staatssekretär Dr. Lewald, vom Reichswehrministerium General von Seeckt und General Strempel nach London gehen. Als Sondervertreter Preußens wird sich der Geheime Regierungscat FeMnger vom Handelsministerium, als bayerischer Sondervertreter Staatsrat v. Meindel anschließen.
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Heber sechzig Personen-
Berlin, 24. Februar. (Privattelegranrm) Reben den Sachverständigen Werden ungefähr fünfundzwanzig Referenten der verschiedene« Mnisterien zur deutschen Delegation nach London hi>-zutreten. Hierzu kommen noch die unentbehrlichen Burecmbeamten. Dolmetscher, Te- legwphistea, Stenotypistinnen und Diener. Leiter des $BuWu8 der deutschen Delegation wird Geheimrat von Koepke vom Auswärtigm Wnt, dem daZ Amt des Generalsekretärs übertragen wurde. Unter den erwähnten Referenten werden sich auch Vertreter des Reichsschatzamtes und des Luft- fahrtamlcs besinden. Im Ganzen wird di- deutsche Delegation ui^esähr sechzig Mitglieder umfassen. Hierzu kommen dann noch siebet: Vertreter der deutschen Presse.
Sie LondsnerBechaMuogen
Sn der ersten Märzwoche.
(Eigener Drchtbericht.)
Rotterdam. 24. Februar.
Havas meldet auS London: Der alliierte Rat hat die Beratungen mit den Deutschen aus die Zett vom 1. bis 6. Mir» festgesetzt. Auf der Tagesordnung steht lediglich die Wiedergut- machungsfragr und es werden leine Er- örtcrungen über die Entwaffnung zugelassen.
Das Referat über die Pariser Beschlüsse ist Bri- and übertragen. — Der Pariser „Tcmps" stellt in einem Komentar zu der letzten Rede des deutschen Außenministers Simons fest, daß die Haltung Deutschlands eine Herausforderung (?) der Alliierten bedeute, der man mit Gewalt antworten müsse. Briand erklärte vor seiner Abreise nach London in der Senalskommisston: Die Pariser Forderungen seien ein Winde stprogramm, er werde keilte Abschwächung derselben zulasscu.
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Die Orientfragen»
Rotterdam, 24. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus London wird berichtet: Die begonnene Londoner Koiifereuz, die sich zunächst mit der Orientftage beschäftigt, hat zu englisch- französischen Meinungsverschiedenheiten geführt. Es scheint, daß Frankreich den englischen Forderungen bezüglich Kleinasiens und der Türkei nachgrbcn muß. Man glaubt, daß dafür die Engländer den Franzosen in der deutsche« Frage Nachbeben werden.
BorschlSse Nr dir KsMerrz.
Beschlüsse des ReichSkabmettS.
(Privat-Tclcgramm.)
Berlin, 24. Februar.
Die deutschen Gegenvorschläge für Loudon werden am Sonnabend in der Sttzun« des Rcichskobinetts verabschiedet. Die deutsche Delegation für London verläßt am Sonntag Berlin. lieber den Inhalt der deutschen Gegcnvor- schläge verlautet zuverlässig, daß er fich genau mit den Ankündigungen des Ministers Simons im Reichstage und im Auswärtigen Ausschuß deckt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach der Ueberreichung in London. I« Berlin rechnet man mit einer zehntägigen Ab- wcsenhett des ReichsministerL.
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Weitgehende Zugeständnisse?
Basel, 24. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Wie der Berliner Korrespondent der Basler Nm tionalzeitung erfährt, wird die deutsche Regierung in London über die bisherigen Grenzen hinausgehende Zugeständnisse in der Wjedcrgut- machrmgssragc machen. (Der Berliner Korrespondent der Basler Nationalzeitung ist der Re. dakteur Dombrowski vom Berliner Tageblatt, der ein Freund des Ministers Simons fein soll.)
Um LberschleKen» Schicksal.
Sicherungs-Maßnahmen der Alliierten.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 24. Februar.
Tas Pariser „Journal" meldet: Beim Bot- schafterra t ist Mittwoch früh der Auftrag der Londoner Staatsmänner eingegangen, die erforderlichen SicherungsmatznahmenfürdiL Abstimmung in Oberschlesien unverzüglich einzuleiten und die Anordnung fßr die Durchführung der Abstimmung zu überprüfen, bezw. zu ergänzeu. Der Botschafterrat wird sich am kommenden Sonntag mtt der Biaterie beschüs- tigen. — Infolge der Entscheidung der Londoner Konserenz in der Frage der Abstimmung in Oherschlcsieu. die bekanntlich die gleichzcj. tige Abstimmung aller Sberfd>«e|ier her- fügt, hat der polnische Außenminister Sapeha der gegeiavärtig in Paris weilt, dem Marschall PUfudski sein RücktrittSgcsuch als Minister des Aeußern übergeben.
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Die Frage der Truppentransporte.
Paris, 24. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Havas meldet zur oberfchlesiSchen Abstimmung: General Le Rond ist nach Paris berufen, um Weitete Instruktionen für die Abstimmung entgegen zu nehmen. Von dem Bericht des Generals wird die Entscheidung abhängen über weitere militärische Truppentransporte der Alliierten nach Oberschlesicn für die Dauer der Abstimmung. — Der Pariser »Mattn* meldet; Die Abstimmung in Oberschlesien wird in Zonen zu erfolgen haben.
Iss Arbeitswrse«.
Dio Wiedereröffnung des Reichstags.
(Telegraphischer Bericht.)
Berlin, 24. Februar
Nach den mehrwöchigen Ferien sür die prcw tzische Wahl trat geltent der Reichstag wieder zufaurmcn. Die Beratungen gingen noch langsam vonstatten. da das Haus schwach besetzt war. Dagegen hatten sich viele Zuhörer aus den Tribünen eutgerunbeu. Nach Eintritt tu die Tagesordnung wurde zunächst ein Antrag der Staats« anwaltichast auf Genehmigung der Strafverfol- gung des Ab«. Erzberger (Zrntr.) wegen Steuerhinterziehung und Kapitalflucht und em weiterer auf Strafverfolgung des Abg. Reich (Komm.) wegen Diebstahls, Unterschlagung und Urkundenfälschung dem Geschäftsordnungsans, schuß Wertviesen. Der Entwurf eines Gesetzes betreffend zeitweise Aussetzung der Erhebung der Verkehrssteuer auf den natürlichen Wasserläufen des Reiches wird in allen drei Lesungen angenommen. — Es folgt die Beratung des Haushalts des ReichsarbettsministeriumZ.
Reichsarbeitsministe r Braun teilt mit daß der Etat des Reirhsarbeilsminisieriums mit einem Gelamtzuschutz von beinahe 4 Milliarden Mark abfchließt In dieser Summe stecken gewaltige Aufwendungen sür dir Allgemeinheit. So sind eingesetzt hundert Millionen Reichszuschuß für Invalidenversicherung, hundertzwan- zi« Millionen für die Wochenhilse und Wöchq nerinnenfürsorge. fünfhundert Willis, neu für die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen und neun» hundertfünfundzwanzig Millionen ' gr nett-? Wohnungen. Der Minister betont nachdrücklich die Notwendigkeit, die Erwerbslose nfürsorge angesichts der schlechten Finanzlage des Reiches möglichst produktiv zu gestalten und tritt der im Ausland sich geltend machenden irrtümlichen Ansicht entgegen, daß der deutsche Arbeitsmarkt nicht so ungün- stig liege. Von den Maßnahmen des Arbeitsministeriums. die der Erwerbslosigkeit steuern sollen, erwähnt er den Entwurf eines Gesetzes über die Ausgestaltung der Arbeitsnachweise, der in Kürze dem Kabinett zugehen werde. Den Arbeiter- und Angestelltenverbänden, die sich zusammengetan haben, um durch Konsumgenossenschaften ihren Bedarf z« decken, sind Kredite zur Verfügung gestellt worden. Weiter ist eine
vvrläusigr Arbettsloseiwersicherung
in Aussicht genommen. Eine endgültige Rege» luna der Arbeitslosenversicherung soll so schnell wie möglich horbeigeführt werden. Die Zahl der arbeitslosen Unterstützungsempfänger betrug am 1. 12. 1920 349282 und stieg am 1. 2. d. I. auf 432281, die der unterstützten Familienmitglieder zu dem gleichen Zeitpunkt 352 resp. 495000. Während im Januar 1920 für Erwerbslosermn- terstiitznng 54 Millionen ausgegeben wurden, mußten im Januar dieses Jahres für denselben Zweck 113 135 000 Mark aufgewcndet werden. Redner erwartet, daß die gewerkschaftlich organisierten Bergleute Einsicht genug haben würden, durch friedliche Beratungen mit den in Be- tracht kommenden Körperschaften das Reich tu die Lage zu versetzen, seinen Verpflichtungen nach innen und außen nackkommen zu können. Eine Erhöhung der K o h l e n p r e t s e sei bedenklich, da die Weltmarktpreise die Tendenz zeigen, sich unseren Jndustriepapieren zu nähern. Redner schildert das Bestreben, bie L oh n fra- gcn überall mit den wirtschaftlichen Forderungen des Tages in Einklang zu bringen und regt mit Rücksicht auf die verschiedenartigen Teuc- rungslverhältnisse im Reiche einen
Ausgleich der Lohntarife
an, indem er nach dem Vorbild her Ortsklassen« einteilung bei den Beamten die Arbeitgeber zu ähnlichen Maßnahmen auffordert. Der Tartl- gedanke hat sich dlrrchgesetzt. Es sind bereits 9,3 Millionen Arbeiter von Tarifen geschützt. Die Verhältnisse gestatten leider die Beseitigung der Demobttimachungsbesttmmungen immer noch nicht, wenn auch der Hauptwert nur noch auf die großen Städte gelegt wird. Die Herstellung neuer Wohnungen im Bergbaugebiet und auf dem Lande bleibt eine Hauptfrage des Ministeriums. Nötig ist aber eine Verbilligung der Baurohstosse. Wenn der Staat aber wenigstens die Verzinsung der Baukosten garantieven soll, kann er dies nicht, ohne die Metsfiener zu erheben, über die dem Hause eine Vorlage zugegangen ist. Redner verbreitet sich alsdann über beabsichtigte Erweiterung bei der Rentengewährung, der Wiedereinsirhrung der Zwangs- Versicherung sür Hausangestellte, bie Wochenhilfe usw. als Vorläufer der beabsichtigten Reform der Sozialversicherung. Die Angestelltenver. sicherung soll in gewissen Punkten ebenfalls abgeändert werden. Redner erklärt sich für unbedingtes Festhalten am Achtstundena.