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Kasseler Neueste Nach

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 39

Sonntag, 20. Februar 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgangs

Fernsprecher 951 und 952.

Beachtet den Wahl-Sonntag!

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Das Ziel der Deutschnationalen.

Frankfurt, a. M-, 19.

(Privattele-

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der Idb*

Die Raffelet Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich fechtmal unti zwar adenüL Ter AdannementSvrelS beträgt monatlich 6.00 Mark bei kreier Znftellun- in« Hani. Du«, wärt» »urch die Soft bezogen 5J0 Mark monatlich einfchNebltch gustellung. Bestellungen werden lebereiü c«n der @efd)äft«fteUe oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Nedaktion. Schlachthofstrabe 28/30. jfüt unverlangt eingefandte Beiträge kann die Nedaktion eine Berantwortung oder Sewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung Les SejugtgelbeS »derAnsprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auigefdt)(offen.

Beschlüsse der Einwohnerwehren.

München, 19. Februar. (Privattelegramm) Bon dreiundzwanzit, bayerischen Einwohner­wehren liegen Beschlüsse vor, wonach sie die Ent- waffnnng, aber nicht die Auflösung zuge-

Jnfertivnspreife I *) «inheimifche Aufträge Die einspaltige Anzeizen-Zelle M. 1.00, die einwultige Reklamezeile M. 2.50. b) Auswärtige Aufträget Die einspaltige Anzeigenzeile M. 1.20, die einspaltige Reklame,eik M. 2.75. alles einschiiebti» Teuerungszuschlaa und Anzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Sg8 hundert Prozent Ausschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme­date» und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden, Druckerei: Schlacht» Hofstrabe 28/30. SetchLstsstelle: Kölnische ©trage 6. Telephon Nummer 951 und 952.

stehen. StantSrnt Escherich sagte gestern in Pas­sau, dir bayerische Regierung gebe sich zu keinen Experimenten her, sondern verlange vor der Entwaffnung die Garantien Berlins und der Entente, ff Sollte die NeichSregicrung zu der Ueberzcugnim gelangen, sich diesem Standpunkt nicht anschliestrn zu können, so müßte sic für alle Maßnahmen, die sic etwa im Rahmen der Ber- saffung treffen wollte, auch die ausschließliche Verantwortung tragen.

zweifelhaft zu erkennen ist der Stimm­zettel kann also auch alle Bewerber oder einen Teil der Bewerber aufzähten oder eine erkennbare Bezeichnung eines Kreis­wahlvorschlages mit der Nummer aus der amtlichen Bekanntgabe, oder

Um Scheins ßntwaffmmg.

Rede des MtuisterprSstdenten d. Kahr.

(Privattelegramm)

München, 19. Februar.

Bel der Besprechung der Ententeforderungen sagte Ministerpräsident Dr. v. Kahr im bayeri­schen Landtag: Die Aussprache, die demnächst in London stattsindet, wird uns vielleicht eine letzte Gelegenbcir biete», doch noch eine Wandlung der Gedankengünge unserer Gegner anzubahnen, die, wenn sie unabänderlich sein sollten, uns zum Aeutzersten treiben würden. Wird diese Hoffnung, enttäuscht und sollte das deutsche Volk aus London mit dem verzweiflungsvollenLaßt alle Hoffnung fahren" zurückkehren, so wird Eu­ropa zur Hölle werden. Diese Einstellung zum Frichensprvblem führt auch in der Entwafs- nungsfrage zu dem Ergebnis, daß trotz dem Dik­tat unsere Einwohnerwehr noch nicht aufgegeben werden darf. Wir haben cs für unsere heilige Pflicht erachtet, diesen unseren Standpunkt auch der Reichsregierung mit allem Nackchruck nahe zu bringe», und wir glauben, angesichts aer Bedeutung der Frage kein verfas­sungsmäßiges Mittel unversucht lasten zu dür­fen, um die Berliner Entscheidungen der Reichs- regierung in diesem Sinne zu beeinflussen.

Sie Londoner Konferenz.

Deutschlands Gegenvorschläge.

lPribat--Tckegramm.>

Berlin, 19. Februar.

Die erste Sitzung der großen Sachverstän- digen-Kommission im Auswärtigen Amt übtt vir Pariser" Beschlüsse hat M uv* Fz-eita zunächst nur programmatisch mit dem ihr vorge­legten Entwurf der deutsckstn Vorschläge be saßt, ohne im einzelnen dazu Stellung zu neh­men. Der Ausschuß verpflichtete seine Mitglie­der auf Geheimhaltung der Beratungen und setzte zwei Unterkommissionen ein, um die Redigierung des endgültigen deutschen Vorschla­ges bis kommenden Mittwoch vorzubereiten. Die Sachverstaudigen-Beratungen werden heute vor­mittag fortgesetzt. Es ist damit zu rechnen, daß sie auch heute abend noch nicht zu Ende geführt sein werden. Irgend welche Beschlüsse werden noch nicht herbeigeführt Mitte der nächsten Woche sollen sich das Kabinett, die Fraktionsführer und der auswärttge Ausschuß damit beschäftigen.

Sntetefien der Heffenlander»

Besprechung mit Dr. Simons in Darmstadt.

(Privat-Telegramm.f

Darmstadt, fg. Februar.

Auf Einladung der hessischen Regierung hat­ten sich gestern nachmittag im Staatsministcrium führende Männer der Wirtschaft und des politi. schen Lebens Hessens zusmumengestmdcn, um in Anwesenheit des aus Karlsruhe eingetroffenen Reichsministcrs Dr. Simons die besonderen Interessen deS Heffenlandes sowohl im Hinblick auf die derzeitige außenpolitische Lage, als auch hiusichttich der kommenden Möglichkei­ten zu besprechen. Staatsminister Ullrich be­grüßte den Rcichsministrr und betonte wiederum die Geschloffenheit, mit der sich die Landesregie­rung hinter die Reichsregierung stelle. Reichs- Minister Dr. Simons dankte Mr die Gelegenheit, mit Vertretern des hessischen Volkes besonders aus dem besetzten Gebiet Aussprache erhalten zu ?,,<r -Rctsc/fel., atz Mei­nung der durch Oie Absichten der Gegner am mei­sten bedrohten Landesteile zu hören.

Europa nicht ohne deutschen Aufbau.

Darmstadt, 19. Februar. (Privattelegramm.) Bei der Darmstädter Besprechung sagte der Airtzenministcr Dr. Simons, in ganz überwälti­gender Weise sei ihm auf seiner Reise die Lieber«

Merkblatt für die Wühl«.

1. Die Wahlzeit dauert am 90. Februar von neun Uhr vormittags bis sechs Uhr nach­mittags. Nach Schluß der Wahl zeit dürfen nur noch die Wähler zur Stimmabgabe zugelassen werden, die in diesem Zeitpunkte im WcMramn schon anwesend waren.

2. Der Stimmzettel. Die Stimmzettel müssen von weißem ober weißlichem Papier sein und soll?» 9 m-al 12 Zentimeter groß sein. Eure andere ^atibe macht also den Stimmzettel un­gültig; eine abweichende Größe dagegen ist nicht von gleicher Bedeutung. Der Stimmzettel ist nur gültig, wenn aus ihm entweder

a) mindestens die Person eines Bewerbers un-

Vegiun der Vorbesprechungen.

Gens, 19 Februar. (Eigene Drabttneldung.) Havas berichtet: Am Montag wird die Lon­doner Konferenz durch eine Vorbesprechung zwi­schen Lloyd George, Briand und dem Grafen Sforza eröffnet Am Dienstag wird die eigentliche Konferenz eröffnet werden. Der Vor­sitzende der griechischen Delegation wird sich dar­über äußern, inwieweit die griechische Regierung einer Abänderung des Friedensvertrages von Sevrcs zustimmt. Ob die alliierten Staatsmän­ner der Besprechung mit den Deutschen persön­lich beiwohnen, steht noch nicht fest.

grannm.) In seiner Wahlrede wies Dr. Helffe- rich darauf hin, daß es jetzt die wichtigste Auf­gabe in der inneren Politik sei, den klaffendm Riß zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum z« schließen. Das Ziel der Deutschnationalen sei dahin zusammenzufassen, daß die erste Aufgabe eines Staates wieder erfüllt werden muffe, näm­lich, der Schutz der Freiheit der Person und Sicherheit fiir Leben und Eigentum. Sie wollen dafür sorgen, daß für die Auslese zum Beamtentum wieder die Kenntnis und nicht mehr die Parteieoutine maßgebend sei, daß wie­der die Tüchtigkeit gilt und nicht dieGe- sinnnnzstüchttgkeit". Der Reinigunasproztß müsse dort beginnen, wo er am wirksamsten ist, nämlich an den oberen Stellen Darauf wandte sich der Referent den äußeren Angelegenheiten zu und unterstrich besonders den Erst der gegen­wärtigen Situatton vor der Londoner Konferenz.

Selsserichs Wahlreden.

Eins stürmische Versammlung in Frankfurt.

(Privat-Telrgramm.)

Frankfurt a M 19. Februar.

In einet deutschnationalen Versammlung per, suchten sozialistische Gruppen die Rede Dr. Helfferichs zu stören, doch konnte diese Opposition nicht auskommen. Helsferich wandte firft zunächst den innenpolitischen Fragen zu. Es werde ihm diesmal schwer, so begann er. wie sonst Sie scharfe Klinge aus der Scheide zu ziehen. Die Bedrohmig von mißest sei so ungeheuerlich, daß das ganze deutsche Volk von den Deutsch- nationalen bis zu den Kommnnisteu einig zu- sammenstchm müßte. Feder Deutsche ohne- Un­terschied der Partei müßte doch in dem Anderen den Blutsverwandten sehen. Der Redner ging dann auf das Thema Preutzenwahl über und betonte dessen besondere Wichtigkeit. Der Ausgang der Reichstaaswahlen vom 6. Juni sei nach devtschmttionaler Aufassunq ein Schritt vorwärts gewesen. Dieser Schritt habe sich aber nickst answirken können, weil in Preußen die Verhältnisse mit der Entwicklung im Reiche nicht Wereiuftimmen. Für eine Ausglcickfung an die Reichsverhältniffc müsse jetzt Sorge ge­tragen werden durch die Wahl.

ES geht also nicht um die Todesart für btt ja schließlich der einzelne auch seinen besonderen Geschmack haben dürste; und sei es, daß er nach der alten Anekdote als Todesursache die durch Altersschwäche wählte sondern darum, ob gestorben werden soll oder nicht. Hat der Wähler einmal erst die grundlegende Ent- und Unterscheidung gewonnen, dann wird eS ihm nicht allzu schwer fallen, auf dem Wege eines fortgesetzten Substraktionsverfahrens darüber klar zn werden, welcher von den Parteien er seine Stimme am unliebsten gäbe. Wem alle Parteien übel dünken, es sei nicht mit ihm gerechtet. Aber das tarnt man verlangen, daß er tonfcQucnt bleibe und sich darüber klar werde, welches von diesen U-beln denn nun das kleinste für ihn ist. Das soll und muß er wählen. Eine solche Pflicht wird er nicht mit kcchmdcr Begeisterung erfüllen. Selbstverständ­lich. Das ist auch nicht nötig Nötig ist nur, daß er sich die größeren Uebel gegenwärtig hält, diese vermeiden h ilft, wenn er sich sür das klei­nere entscheidet. Darüber aber, daß von allen Nebeln das größte unzweifelhaft sein würde, wenn sich die ruhigdenkenden Staatsbüraer selbst von jeder Einfltchnahme auf die Geschicke ihres Volkes und Staates ausschalten darüber dürfte auch beim renitentesten NichKvähler letz­ten Endes kein Zweifel sein.

stcn Provimen berichtet, daß die Agitation der Parteien diesmal nicht so scharf ist wie es bei den Reichstagswahlen der Fall war Einmal hat diese Mäßigung ihre Ursache in den durch die außenpolitische Not herbei geführten Einig- keitsbestrelungen; dann aber auch im Geldman­gel, da die Quellen für die hohen Agitations­kosten nickst mehr so reichlich fließen. Verhält­nismäßig große Anstrengungen hat die sozial­demokratische Partei gemacht, die um ihre Vor­herrschaft in der preußischen Regierung bangt. In Kassel traben wir in hiejer Woche das Schauspiel erlebt, daß die büraerlkfie Presse infolge des Buchdruckerstrcils an der Wcchlpropa- ganva gehindert wurde, was von der soziasde- utokratischer Presse weidlich auSgenutzt wurde, Ob die Wahen dadurch en ftp rechend beeinflußt werden, sei dahingestellt Der jetzige Sonntag wird über die Zusammensctzuna der Parla­mente im Staate Prenßen. in den Pro­vinzen und in den Kreisen entscheiden. Das Bürgertum rechnet mit einem ähnlichen Ergeb­nis wie bei den Reichslagswablen. Ver­säume Niemand die Wahlpflicht, denn es hängt viel davon ab! K. F. Dr.

Gebt Eure Stimme ab!

Etwas vom Wählen und Nichtwählen.

Die 'Prtueentnablen fielen nunmehr bevor. Der 20. Februar tft ein Grvtzwahltag, da für drn Landtag, die Provinz und für den Krei« setelibie wird. Es ist Pflicht für jeden Staatsbürger, dafl er zur Wahi geht. Ans die Frage von unschlüssigen Wählern, die nicht wissen, wen sie wählen sollen, fei gesagt, daß der mit alten Parteien Unzufriedene eben in die ihm noch am wenigsten unsympathische Partei hineingehen müsse, um an ihrer Umgestaltung nach der Richtung hinzuwir- kcn, die dem Nichiwähler die wünschenswerte er­scheint. Mer man muß sich darüber klar sein, daß solcher Rat lediglich mit einem Achselzucken ausgenommen würde. Wir Deutsche, auf die Bin­senweisheit stößt man immer wieder, sind eben tein politisches Volk Und daß sich im Gegensatz zu der Partei zerklüstung namhafte und wertvolle Teste des Dolles durchaus dagegen stemmen, par­teimäßig abgcstcmpelt zu werden, ist rein vom Seelischen und Moralisck/en aus gesehen, entschie­den rein Passt bum, son dern ein Miwum des deutschen Volkes. Wenn nur die Praxis nicht wäre! Wenn wir nur nicht vor der Tatsache stünden, daß alle

Gewalt in Deutschland vom Volke imsgche, und daß dieses Volk keinen and et re n Weg besitzt, seinen Willen zur Gcltttng zn bringen, als die Mgabe der Stimmen bei Wah - len und gelegentlich beim Volksentscheid. Hat der Nichtwähler endlich einmal zugegeben. daß seine Nichtwühl mit an dem Schuld ist, was ihm .richt jci'Vvt, so tarnt er sich der weiteren Einsicht unmöglich verschließen, daß ihm die weitere Entwicklung immer weniger gefallen wird, je mehr sich er und seine Gesinnungsgenossen bei der Sichtbarmachung des Bolkswillens selbst ausschalten. Tatsächlich liegen die Tinge bei der Frage, wen man wählen soll, doch nicht so, wie sie bei der anderen Frage liegen würden, ob man lieber gehängt, geköpft, ertränkt oder ver­giftet werden wolle Denn das, was die ein­zelnen Parteien anstreben, ist doch zum minde­sten, wenn man marxistische und nichtmarxisttsche Parteien miteinander vergleicht, grundsätzlich vollkommen verschieden. Es handelt sich nickst um die Art und Weise, wie etwas herbeigesührt werden soll, sondern auch um das,

was herbeigeführt weiden soll.

zengung enrgegengetreten, daß der 'Aufbau des wirtschaftlichen Lebens Europas mit der Zer­trümmerung der wirtschaftlichen und moralischen Kräfte Deutschlands unvereinbar sei. Die Pa­riser Beschlüsse feien deshalb gegen die eigenen Interessen der Entente. Der Minister schloß mit einem Appell an die deutschen Bolksftile und BeruMMudc. An die Reden schloß sich eine Aussprache, an der verschiedene Manner der Jn- duisöric, der Landwirtschaft, des Handels, ' GewerWasten. sowie der Arbeiterschaft in Hafter Weise sich beteiligten.

Ein kurzer lleberbliü.

Die Politik dieser Woche.

Infolge des Buchdruckerstreiks, der das Er­scheinen der hiesigen bürgerlichen Zeitungen seit Montag unmöglich machte, sei ein kurzer lieber- blick über die Ereignisse dieser Woche gegeben. Innen- wie außenpolitisch ist eine schlep­pende Entwicklung zu verzeichnen, da Deutschland immer noch unter dem lähmenden Einfluß der Pariser Beschlüsse steht. Lieser Zu­stand wird voraussichtlich unverändert bleiben dis zur Londoner Konferenz, Ende Fe­bruar oder Anfang Mürz. Naturgemäß bilder diese Konferenz den Mittelpunkt der Presse-Er- örtertmgen und den hauptsächlichen Beratungs- gegeustand in den Regierungen. Während in Berlin die deutschen Sachverständigen tagen, untemünmt der Außenminister Simons eine Reise durch Süddeutschland, um über unsere ge­spannten Beziehungen zur Entente Aufklärung zu verbreiten. Seine Reden haben dabei eine dapprltc Bedeutung. Neben der aufklärenden Absicht gegenüber unseren eigenen Landsleuten haben sie den Zweck, den Alliierten eine Andeu­tung über die deutsche Haltung zu geben. Das gegenüber den letzten Forderungen ausge­sprochene »Nein" klingt auch jetzt noch durch die Reden des Außenministers. In Sttittgart und Karlsruhe hat er nachdrücklich betont, daß die Pa­riser Beschlüsse für die Reichsregierung nicht an­nehmbar sind, weil ihre Ausführung unmöglich ist. Aus dem gleichen Standpunkt stehen auch die süddeutschen Regierungen, wie es von Büherkf schon chinrösthetL bekannt ist. Äch WLrr. titnbcrg und Baden stellen sich fest hinter die Reichs-regierung. Die Erklärungen der genannten Regierungen sind ein starke Stütze für die Haltung unserer Delegierten in London, die mit dem Bewußtsein zur Konferenz gehen müssen, daß das deutsche Volk ciuMütig zu ihnen hält.

Jetzt ist man in Berlin an der Arbeit, die Richtlinien für die nach London zu entsenden­den Vertreter auszuarbeiteu und die deutschen Gegenvorschläge aufzustellen, die am Dienstag bereits den alliierten Kabinetten über- reicht werden sollen Ueber die Art der Vor­schläge verlautet heute noch nichts. Nur allge­mein wird darüber mitgeteilt, daß zwar eine weitgehende Milderung verlangt werde, die aber doch noch fahr hohe Verpflichttmgen übrig lasse. Die dentsche Regierung werde den Gegnern kein zu niedriges Angebot machen; man müsse sich in Deutschland damit abfinden, da die wirkliche Mb- sicht bestehe, endlich auik einen für beide Teile gangbaren Wege zu kommen. Es sei möglich, daß wir eine bestimmte Ziffer, ebenso eine Reihe von Jahreszahlungen Vorschlägen werden, die sich immerhin wesentlich von den Enlenteforderungen unterscheiden, denn cs ist unmöglich, für Jahr­zehnte sich als Schuldner festzulegen. Selbst auf die Gefahr hin, daß unfere Vorschläge im feind­lichen Auslande einenSturm der Entrüstung" erregen, dürfen wir nichts unterschreiben, das die kommende Generation in Fesseln legt

In der Haltung des Auslands hat auch die abgelaufene Woche keine Klärung gebrackst. So­weit die Ansichten in der Presse zum Ausdruck kommen, haben wir von England kein Eat- gegenkommcn zu erwarten. Lloyd George drückt sich, wie immer, recht zweideutig aus, so daß sich seine wahre Meinuna nicht ergründen läßt. Was er mit oer einen Hand gibt, zieht er mit der an­dern zurück Frankreich zeigt sich noch wie vor ablehnend gegenüber jeder Revision. Es sei bis zurGrenze des Möglichen" geganaen ttnb werde keine Konzessionen mehr machen. Die Un­klarheit der ganzen FrggcnanHäusuna beruht weiterhin auf der Znvückhattuna Amerikas. Infolge des bevorstehenden P-rästdentenwechsels ist die Regierung der Vereinigten Staaten so sehr mit eigenen Angelegenheiten in Anspruch enontmen, daß sie an Europa erst in zweiter Li­nie denkt. Immerhin wirft der kommende Prä­sident seinen Schatten voraus, der den Ueber.nut der Alliierten verdunkelt imb abkühlt. Don eng­lischer Seite ist versucht Worden, Dem deutschen Entschädlgunasproblem die Wendung zu geben, d'e auch Amerika angcht: Amerika solle die Kriegsschulden, die die Entente in Amerika hat, annullieren, dann könnten die deutschen E uttchädignn gsschulden gegenüber der Entente ermäßigt werden. Das hat Amerika glatt abge­lehnt. Oder: Deutschland solle die Entemeschul- dm in Amerika be-ahlen, um dadurch Englands, Frankreichs und Italiens Verpflichtungen irb- zulösen. Auch zu dieser Transaktton ist Amerika nicht geneigt, weil Deutschland Dafür doch nicht »enügend Sicherheit bieten könne. Ob Deutsch­land mm nirkkich einen Dorteik von Amerikas Halruna ?u erwarten hat oder nicht, kann hcttte noch niemand sagen. Frankreich befürchtet seit einiger Zeit, daß die amerikanische Politik lang­sam von der Entente abrückt. So sei zum Bei­spieldie schlechte Lage der stanzösischen Sache im Rhdnlcinde" den Amerikanern zuzuschreibcn :

Innervolittsch stehen die Preußenwah- 1 len im Vordcrgrirnde. Es wird ans den md=i

c) ein zulässiges Kennwort enthält. Ungültig sind Stimmzettel,

a) die mit einem unzulässigen Kennzeichen ver­sehen sind. Der AufdruckLandtag"