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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 36.

Fernsprecher 951 und 958.

Sonnabend, 12. Februar 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgang.

Ser Kampf um die pariser Beschlüsse.

Deutschlands Zukunft.

Die Hemmung de« Aufstieg«.

Wollen wir unsere wirtschaftliche Lage über- blicken, so mutz dieses von zwei Hauptgesichts- lmnkten aus geschehen. Einmal handelt es sich um die Einschätzung der wirtschaftlichen Kräfte, die anK uns heraus wirtschaftliche Werte er­zeugen, und zweitens, was tim die Feinde, um einen friedlichen Entwickküngsgang M verhin­dern? Was die erste Frage anlangt, so dürfen wir sagen: wir sind auf gutem Wege. Von dem Augenblicke an, seit sich die Akkordarbeit durch­setzte, begannen die Betriebe sich zu beftieden. die politische Streikwut schwand, dem extremen Radikalismus wurde praktisch Las Heft aus den Händen genommen. Zu Ultimo 1920 durften wir ausatmend sagen: Es wird wieder ge­arbeitet in Deutschland. Wo der Achtstun­dentag wie vielerorts nicht reichen wollte, da wurden Ueberstunden gemacht oder in zwei, ja drei Schichten gearbeitet und durchweg mit guter Miene seitens der Arbeitenden. Der Deschäfti- gungsgrad war natürlich nicht überall stabil, es kamen in einzelnen Industrien hier und da Rück­schläge : aber in Summa ließ sich doch ein Aus­steigen der Kurve wirtschaftlichen Gedeihens deutlich erkennen: langsam, langsam schienen die furchtbaren Wunden des Krieges von innen heraus zu heilen. Einen günstigen Umstand bil­dete die Tatsache, daß unsere Armut und der schlechte Stand unserer Währung es uns un­möglich machte, weder größere Posten Rohstoffe hinzulegen, noch eigene Fabrikate für Lager an- zufertigen. Wir halten also fast durchweg fiir unsere Erzeugnisse feste Abnehmer und die Welt- marktskrise hauptsächlich aus dem Rohsto-ffmarkt, die nicht nur in den Vereinigten Staaten, son­dern auch (Wolle, Baumwolle) in Frankreich und England verheerend wirkte, ging an uns gnädig vorüber.

Sehen wir also, daß uns bei ungestörter Ent­wicklung ganz zweifellos gute AuMogmöglich- keiten von innen heraus gegeben sind, so müssen wir andererseits wahrnehmen, wie der Feind sich anschickt, das Werk des Aufbaues in den Fun­damenten zu zerstören. Daß die Feinde zweihirttdertsechsundzwanzig Milliarden Gold- mark oder zweieinviertel Billion Papiermark und ein Achtel unserer gesamten Ausfuhrwerte mich bei denkbar bestem Willen auf unserer Seite nicht erhalten können, ist eine geradezu lächerliche Selbstverständlichkeit. Fordert es die Entente dennoch, so soll damit entweder ein Händlergeist demagogischer Art maskiert werden, oder man sagt sich drüben ganz nüchtern, daß man von Deutschland nicht zweihundertsechsundzwanzig Milliarden fordert, sondern nichts mehr und richts weniger als Deutschlands wirtschaftlichen Untergang. Das klingt brutal, scheint aber wenigstens die Logik der höheren Gewalt für sich zu Haden. Das stimmt aber nur hinsichtlich der Franzosen, deren wirtschaftlicher Steri­lität und Trägheit wir durch unseren Fleiß den Anschein von Produktivität geben fallen. Der englische Kaufmann, sofern er cis jetzt noch nicht weiß, wird bald erfahren, daß er mit einem Deutschland in SKavenketten keine gefunden Ge­schäfte machen kann. Wie sehr er gerade hierzu in letzter Zeit bereit war, beweisen di« gewal­tigen Rohftofskredite, die man unseren Indu­strien anbot.

Es scheint nun aber, daß gerade diese gün­stige Entwicklung mancher unserer Industrien die Franzosen maßlos aufgereizt hat, daß zum Beispiel die durch die Weltkrise Halbpleiten Woll- tmpcrteure von Verviers, Roubaix, Tourcoin usw. in Paris einen Heidenspektakel geschlagen haben, den die nationalistischen Deputierten mit Wonne ausnahmen und Weitergaben. Möglich auch, daß englische Leidtragende, m Manchester. Liverpool und London in der ersten Wut sich zu einem ähnlichen Spiel Hinreitzen ließen, des­sen Auswirkung die englischen Kaufleute letzten Endes nur schädigt. Die innere Unmöglichkeit der Milliardenerpreffnng läßt sich aber auch posi­tiv beweisen. Rach dem Diktat würde Deutsch­land 1923 aufzubringen haben dreißig Milliarden Papiermark Kriegsentschädigung, fünfzehn bis zwanzig Milliarven für Rcgeidiners, die laufen­den AusKiLen etwa sechzig Milliarden, Amorti­sation der Schulden zehn Milliarden, ein Achtel des Ausfuhrwertes für die Entente drei Mil­liarden. zusammen rund einhunderundzwanzig Milliarden Mark oder pro Kopf der Bevölkerung, Säuglinge eingesckflvssen. zweitausend Mark.

Der einfachste englische Kaufmann kann sich die Unmöglichkeit dieses Exempels leicht heraus- rechnen. Nehmen wir aber einmal den absurden Fall an, es wäre doch möglich, Deutschland könnte das alles bezahlen und doch weiterexistieren. so müßte jsdes Dorf in Hinteipornmern und Oft« elbien zur Fabrikstadt werden, deren Schlote zweiundvierzig Jahre für die faulen Franzosen arbeiteten. Aber dann, nach zweiundvierzig Jab- ren, wenn wir laut Schein frei sind und alle Arbeit für uns selbst gilt, was soll dann aus Frankreich werden? Man sieht, selbst wenn es ginge, geht es nicht und darum sagen wir schon

lieber gleichRein*. Cs ist anzunehmen, daß die überwiegende Zahl der englischen Kaufleute einstehl, tob* sie bei einem zentraleuropäischen Chaos nur verlieren kann und daß sie der Wahn- sinnspMtik Lloyd Georges Halt gebietet. Was die Ausfnhrsteuer anbelangt, so bleibt ja ohne­hin abzuwarten, was der amerikanische Kauf­mann und mit ihm Washington zu dieser Ver­teuerung der Waren sagt. W. 8.

Bor der Londoner Konferenz. Nur die Wiedergutmachung wird verhandelt.

lEiaene Drahtmeldung.)

Berlin, 11. Februar.

Der deutschen Regierung ist am 9. ds. MtS. eine Mitteilung zugegangen, wonach die Alliier­ten es ab lehnen, in London über die Ent» wasfnnngsfrage mit Deutschland noch­mals zu verhandeln. Die Beratungen in London müssen sich ausschließlich auf die Wieder­er st alt» ngsfrage beschränken. Die Verzö­gerung der Entwaffnung über die gewährte letzte Frist hinaus würde ju den bereits bekannt ge­gebenen Maßnahmen gegen Deutschland führen. Reuter meldet: Die englische Ein­ladung an Deuffchland ersucht um die Ein reichwig der deutschen Gegenvorschläge für die Londoner Konferenz bis 20. Februar.

*

Ger britische Krönrat.

Bakel. 11. Februar. (Eigene Drahtmel- düng ) Die Daily Mail berichtet: In dem gestri­gen Kronrat kam die politische Lage eingehend zur Erörterung. Ter König gab seine Zn- stimmung mit Beseitigung (!) zu den Pa- eifer Beschlüssen, deren Tuechfüheung er für dringend notwendig halte. Für die Lon­doner Konferenz werden die Vertreter sämflicher britischen Dominions (Abhängigkeitsländer) ein­geladen werden. Im Kronrat wurde ferner beschlossen, die britischen Truppen in Kleinasien, Indien und Aegypten zu verstärken-

Abwehr der feindlichen Hebe. Bereinigung aller deutschen «reis».

(Privat-Tclegramm.)

Berlin, 11. Februar.

Die Nationalkorrespondenz meldet: Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, beschäftigen sich maßgebende Vertreter des Volkes, der Wirtschaft und des Geisteslebens mit bet Gründung einer alle Kreise umfassenden beutfdjen Gesellschaft zur Bekämpfung der feindlichen Propa­ganda wegen der angeblichen Kriegsschuld und der deutschen Krjegsverbrecheu. Di- Gesellschaft beabsichtigt, darüber hinaus auch endlich einmal den Nachweis zu führe«, daß von feindlicher Seite der Krieg planmäßig Jahre lang vorbereitet worden ist. welche Kriegsgreuel von den Feinden begangen wurden und in welcher Weise die feindliche Blockade auf die deutsche Volksentwicklung wirkte.

Feindliche Methoden im Ausland.

Berlin, 11. Februar. (Privattelegramm.) Eine Ausgabe der geplanten Gesellschaft zur Be­kämpfung der feindlichen Propaganda ist es auch, bekannt zu geben, wie man das Deutschtum im Auslände behandelte mid in welcher Weise nach Abschluß des Friedens man den Kampf gegen den Deutschen in den feindlichen Ländern und im besetzten Gebiet fortgesetzt hat. Aus bei Kreisen der Deutschen Volkspartei sind eS vor allem die Abgeordneten Dr. Stresemann und Freiherr von LerSner, die an den Vor­arbeiten der Gesellschaft tellnehmen.

Seulschlands Halwng.

Vorläufig keine Negrerungs-Erweiterung.

(Privat-Tclegramm.)

Berlin. 11. Februar.

Nachdem auch die demokratischen Mitglieder des ReichSkabinefts sich gegen eine Einbeziehung der Deutschnationalen in das Reichskabinett ausgesprochen haben, kann der Plan einet Der. breiterung der Regiernngsbasis als vorläufig gescheitert angesehen werden. Die noch fottlaufenden Besprechungen zwischen der deut­schen Bolkspattei und den Deutschnakionaken be­

treffen nur die Möglichkeiten für den Fall einer weiteren Berschäsung der außenpolitischen Lage.

Die Protest-Kundgebungen.

Berlin, 11. Februar. (Privattelegramm.) Für kommenden Sonntag sind wieder in Bersin und in vielen deutschen Städten große Kund- gedungen gegen die Ententeforderungen ein- berufen. In Berlin finden sieben Dersamm- lungen, in den Vororten fünf Protestkundge­bungen statt. Wie nachträglich ans Hamburg gemeldet wird, nahmen an der letzten Protest- verammlung am Sonntag, währens die Glocken sämtlicher Kirchen läitteten, 50 000 Personen teil

Ment und das Reich.

Zustimmung zur Entwaffnung»

(Privat-Teftgramm.)

München, 11. Februar.

Gestern abend um zehn Uhr wurde eine amt­liche Entschließung bekannt gegeben, in der es unter anderem heißt: Staatsregierung und Koalitionsparteien haben der Bedeutung und Schwere des AugenUicks in jeder Weise Rechnung getragen und der Entwaffnung zngeftimmt. Die Ausführung bleibt der Neicksregierung überlassen. Wenn trotz­dem ar. dem bisherigen Standpunkt der baye­rischen Regierung festgehalten wird, fo heißt das erneut, daß das bayerische Volk und seine Regie­rung iw der Erhaltung des unentbehrlichen Selbstschutzes auch heute noch eine Lebensfrage erblicken. Die bayerifche Regierung hat demzu­folge von Anfang an den Standpunkt vertreten, daß die Reichsregierung, wie sie die ungeheuer­lichen Reparationsforderungen abgelehnt hat. auch den unmöglichen Entwaffnungsbedingungen nicht zustimmen dürfe, da beide zusammen ein Ganzes bilden. Wir verkennen hierbei nicht, daß der Reichsregierung die letzte Ent- f cheidnng und auch die Verantwortung für alle kommenden Entscheidungen zufällt.

*

Der Reichskommifsar nach München.

München, 11. Februar. (Privattelegramm) Die gesamte Münchener Presse kommentiert die gestrige Antwort Bayerns an die Reichsregie­rung, wonach Bayern der Reichsregierung die letzte Entscheidung in der Entwaffnungsfrage überläßt, dahin, daß die bayerische Regierung ihre Mithilfe °zur Entwaffnung prinzipiell zugesteht. Der Reichskommissar für die Entwaff­nung. Dr. Peters, trifft Mittwoch kommen­der Woche in München ein. Ter Beschluß des Münchener Kabinetts ist nach Mitteilungen aus dem Landtage nicht einfturanig gefaßt worden.

Sie Neckar-Kanalisierung.

Zwei Milliarden Mark Baukosten.

(Privat-Tekegramm.)

Stuttgart, 11. Februar.

Heber die neuerdings geplante Finanzie­rung des ReckarkaualS erfährt die Schwäbische Tagwacht, daß auf Vorschlag des Reiches zur Aufbringung der gesamten Kosten, die heute auf rund zwei Milliarden Mark geschätzt werden, eine Aktiengefellfchlst ins Le­ben gerufen werden soll mit einem Kapital von fünfhundert MMonen Mark und ein Obligati- onsauflommen von fünfzehnhundert Millionen Mark. Die Bauzeit ist auf zwölf Fahre ange­nommen. Das Reich wird für die gesamten Obligationen die Zinsgarantie übernehmen und hofft, daß dahinter auch die Garantien der Län­der treten. An der Akttengefellfchast wird das Reich mit fünfzig Prozent sich beteiligen und, wenn die Länder das Gleiche tun, in ungünstigen Fahren auf die Verzinsung verzichten.

*

Aufgabe der Aktiengesellschaft.

Stuttgart, 11. Februar. (Privattelegramm.) Die zu bildende Aktiengesellschaft gur Neckarka- ualisierung wird den ganzen Kanal bis Plochin­gen einschließlich der Kraftwerke bauen. Die Einnahmen aus dem Strom sollen zum Bettieb und zur Erhaltung der Waffetkrastwerke sowie zur Verzinsung der Obligationen des Gesautt- baukapitals herangezogen werden.

Ass dem Rshrgediet.

Ergebnis der Verhaftunge«.

Heber die kür,lick, im Ruhrgebiet vorgenommenen D.rhaituuge» von Führern der -Steten Armee--, die über ganz Deutschland verbreitet ist, wird der Deutschen Slachriehten-Agentnr geschrieben. Die kürzlich gemeldeten Verhaftungen einzel­ner Führer der «Roten Armee" im Jndustrie- bezirk haben zu bemerkenswerten Feststellungen geführt. Danach befindet sich die Zentrallcitunz der Noten Armee in Berlin. Berlin direkt unterstellt sind fünf Hauptbezirksstellen, von de­nen sich eine in E s s e n als Zentrale für West­deutschland befindet. Als Angehörige der Roten Armee gelten hauptsächlich die Mitglieder der K. P. D., die der Freien Arbeiter-Union und dis der linken U. S. P. D. Im allgemeinen sind die Mitglieder achtzehn bis sünftmdvierzig Jahre alt. Sie müssen gediente Soldaten fein. Ver­pflichtet werden sie durch Handschlag, der nicht wieder zu lösen ist. Die Starke der Roten Ar­mee wird im Rheinland und in Westfalen aus achtzehn- bis dreißigtausend Mann berechnet. Nm die Gefahr einer Entdeckung möglichst zu verringern, werden die teils durch dir Post, teils durch Kurirr versandten Briese stets an sechs Adressen gerichtet und bei vertraulichen Au- gelsgenbeiten in Zifferschrist abMfaßt. Tie Organisierung ist nach durchaus militäri­schen Gesichtspunkten vorgenommen worden. Es sind folgende Dezernate einge­richtet worden: Waffendezernat, Verpflegung^ dezernat, Finanzdezernat Fahrwesendezernar, Nechrichteüdezernat und ein BeKeidimasdeze''- not. Das Beztrkskommandv hat über sämrlichs Mannschaften der Roten Armee eine Stammrolle zu führen, welche sortlmifeird zu berichtigen ist. An Löhnung sollen Angehörige der Roten Ar­mee ohne Unterschieb des Ranges neben freier Derpflegueg und Kleidung zehn Mark pro Tag erhalten. Außerdem flotten den Anasbörtqen der Verheirateten dreißig beM. fünf Mwk je Frau und Kind gezahlt werden. Wie weit die Or- gani'sation vorgeschritten ist, geht daraus hervor, daß bereits sünfzigtausendSoldbücher in Auftrag gegeben, daß auch die Erkennungs­marken, Stempel uflw. vorhanden sind, und selbst die Abzeichen der Führer bereits festgelegt wurden. Neben der eigentlichen Roten Armee, die als Haupttruppe dienen soll, sind auch noch sogenannte

Stoßtrupps ausgestellt, die tot Dortmunder Bezirk beispielsweise 425 Mann stark sind, deren Bewaffnung 237 Ge­wehre, 132 Pistolen, 20 Handgranaten und vier schwere Maschinengewehre beträgt und die außer­dem noch über einen Zentner Dynamit nebst den nottoendigen Zündschnüren verfügen, die aus Beständen der Zechen nach und nach entwendet worden sind. Der allgemeine Kriegs­plan geht dahin, daß zunächst jede Mion voll­kommen überraschend öttlich eingeleitet und nach Möglichkeit selbständig durchgesührt werden soll. Falls sich die Unmöglichkeit heransiftellt, durch örtliche Kräfte den Ge-gner zu vertteiben, soll das sofort den Unterbezirken gemeldet werden, die für Unterstützung durch freie Kräfte Sorge zu tragen haben. Um die Aktion vorzüberciten. fin­den unter der Maske harmlöser Spaziergänge und WanderunMn Hebungen statt, die regelmäßig auch nachts, besonders in den Rächren von Sonn­abend auf Sonntag durchgesAhrt werden. Zwi­schen den größten Orten sind direkte Stafetten­linien eingerichtet worden. Iw Laufe der Zeit ist die Organisation derart gut vorbereitet wor­den, daß nach mehreren Proben fo herrschte WM Beispiel vom 1. bis 10. Dezember erhöhte Alarmbereitschaft für Ende Januar die eatd- gültige Aktion festgesetzt worden war. Sie war zuerst für Mitte Januar tot Anschluß an den Hamborner Putsch in Aussicht genommen, dann aber für vierzehn Tage verschöben worden, da es der Berliner Zenttale ganz unmöglich wär, ihr Afitte Januar eine einheitliche Aktion über MS ganze Land einzuleiten. Durch die Verhaf­tung der maßgebenden Organisatoren und bei Führer der Roten Armee ist dieser Plan zwar ür das erste zunichte gemacht werden, es besteht edoch kein Zweisel, daß neue Borbereittingen ösort wieder ausgenommen und daß bei ihnen die bisherigen Erfahrungen auAgenutzt werden

Nachklänge vom Kavv-Pnssch.

Mordprozeh gegen Rotgardisten.

tPrivot-Telegramm.)

Essen, 11. Februar.

Dor dem Schwurgericht nahm gestern vor mittag der große M ord Prozeß seinen Anfang» in dem die Niedermetzelung der Besat­zung des Essener Wasserturms während des Einzugs der Rotgardisten am 9. März vorigen Jahres zur Verhandlung steht. Angekkagt sind ünfzehn ehemalige Rotgardisten, unter denen ein Betriebsratsmitglicd der Firma Krupp sich , befindet. dessen Freilassung die radikale Arbcl»