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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 31. Fernsprecher 951 un> 951 Sonntag, 6. Februar 1921 Fernsprecher 951 und 951 11. Zahrgan^

Die europäische (Störung dauert an.

tzovderbsre Wirkung.

Nach den Pariser Beschlüssen.

Es ist setzt eine Woche verflossen, nachdem die Pariser UnheilÄboischaft das deutsche Volk er­schreckt und empört hat. und es läßt sich heute bereits eine bestimmte WirtlMg seststellen. Inner­halb Deutschlands war die natürliche Folge die unsere Zuversicht von neuem stärkt, daß fltimimeiitx P röteste gegen die Entente von allen Parteien erhoben wurden, die dem Wieder­aufbau anstrcben. Ist auch die angeregte Ein­heitsfront nicht sofort zustande gekommen, weil der Deutsche nun einmal die Eigenbrödelci in inneren Angelegenheiten nicht unterlassen kann, so ist doch die einheitliche Haltung in diesem trächtigsten Punkte der Außenpolitik ge­wahrt. Man ist sich klar darüber, daß die gren- zeiilosen Summen, die von den Feinden gefor­dert werden man darf nach diesem Verhalten die Ententemächte weiterhin als Feinde bezeich­nen nickst bezahlt werden können, weil sie Wer unser Veriilögen und über unsere Kraft gehen Ferner ist man sich bewußt, daß die le­bende Generation nicht auch dem zukünftigen Geschlecht Sklavenketten schmieden darf. Wenn jetzt die dsutsche Regierung in ihrer Antwort ein entschiedenesNein" ausspricht, dann ist sie der einmütigem Zustimmung des ganzen Volkes gewiß. Wird sie aber wirklich fest bleiben? Schon tatuyen schüchterne Meldungen aus Berlin aus, raß die "Regierung noch einmal GegerworschläM machen wolle, um eine Milderung herbeizusuh- ren. Liese laue Politik wäre doch bedenklich, denn bei den Gegnern wäre dafür wahrscheinlich kein Verständnis zu finden. Die früheren deut- scheu Vorschläge sollten genügen.

Parallel mit der ablehnenden Haltung geht ein gewisser Optimismus an den deutschen Börsen. Lian glaubt dort nicht, daß die En­tente wirklich Ernst machen werde und hofft, daß Deutschland doch niock) erträglich aus der Ver­wicklung herauskonime. Besondere Hoffnung setzt man auch fernerhin auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Die agitatorischen Aeußcrun- gen des neuen Präsidenten Harding und fest ner Freunde, wonach Harding, wenn er die Prä- sidentscha-ft im März übernommen habe, versuchen werde, einen neuen Völkerbund zu gründen, in dem auch die europäischen Mittelmächte vertre­ten sein sollen, toirten noch nach. Man erwartet in fast kindlicher Unbefangenheit von jenem neuen Manne Amerikas das Heil, als ob wir nicht schon trübe Enttäuschungen erlebt hätten Es sei nur an Wilsons vierzehn Punkte er iw nert. die in Deutschland ein Strohfeuer der Be­geisterung entfachten und die Hoffnung himmel­hoch trugen, bis wir aus allen WoiLen fielen. Als Wilson zum letztenmal $ur Wahl stand, be- ivarb sich neben ihm ein anderer Präsisentschafts- kaitdidat namens Hughes. Auch dieser suchte damals in Amerika auf seinen Agitationsreisen Stimmen zu werben mit einem deutsch-f reund- lichen Programm, um die Deutschameri­kaner und sonstige Ententegegner zu gewinnen, tiaum aber war die Wähl vorüber (bei der er gegen Wilson unterlag), verfiel er wieder in die alte Gewohnheit der deutsch-feindlichen Politik. Haben wir eine Gewähr dafür, daß der kommende Präsident Hadding nicht dieselbe Taktik verfolgen wird? Die gegenwärtigen Nach- lichten aus Amerika sind leider sehr wtde.- spruchsvoll, so daß man sich gar kein genaues Bild machen kann. Den günsttg lautenden Mel­dungen stehen auch andere gegenüber, wonach sowohl die jetzige amerikanische Regierung als auch Harding erklärt haben sollen, sie hätten kein Interesse daran, sich in die europäischen Streitig­keiten einxmnischen.

Bemerkenswert ist allerdings der Umstand, daß die B ö rs e nur in geringem Maße aus den ZahlenriMsch der Entente reagiert hat. Arn ersten Tage nach Bekanntwerden der Forderun­gen sank zwar die Mark ganz erheblich. Am Dollar gemessen, der immer noch ftir die Tevisen- fchwankungen als Maßstab gilt, stand die Mark vor den Pariser BesckMffen auf 56 für einen Dollar. 2lm Tage nach den Beschlüssen mußten 67 Mark, stundenweise sogar 70, für den Dollar bezahlt werden. Darin spiegelt sich die erste Bestürzung wieder. Im Laufe der Woche ist aber die Mark nicht weiter gefallen wie man hätte annehmen tannen, sondern wieder gestiegen, so daß am Mittwoch 64. am Donnerstag und Freitag nur. 63 Mark für den Dollar bezahlt wurden. I« Holland und in der Schweiz machte die Markvaluta die entsprechende Be­

wegung mit. Könnte das an sich als günstige»!: Zeichen betrachtet werden, so erkennt man doch nicht die währe Ursache. 9htr soviel ist sicher, daß Amerika gegenwärtig ein Interesse an der Besserung der Markvaluta hat, um Deutsch­land kaufkräftig zu machen als Abnehmer für die amerikanischen Vorräte. Es fragt sich nur, Wie lange dies Interesse anhält. Neuerdings glaubt man in Börsenkreisen, die Vereinigten Staaten würben sich, trotz ihrer Fernhaltung von der europäischen Politik, doch gegen die Erschwerung der deutschen Ausfuhr wenden. Die zwölfund- cinhalb Prozent Zoll, die die Entente der deutschen Ausfuhr auferlegt, würden un­seren Außenhandel gänzlich lähmen. Die Alliier­ten verfolgen dabei die Absicht, erstens ein Pfand für die Entschädigungs-Zahlungen zu erhalten, zweitens die deutsche Konkurrenz auSguschalten. Möglich, daß Amerika sich dadurch im deutsch- amerikanischen Handel geschädigt fühlt, aber sicher ist ein.' Hilfe von jenseits des Ozeans dock) nicht. K- F. Dr.

ZLAtWauSr Anspruch.

Vorläufig keine Verhandlung in Brüssel.

(Eigene Drahtmeldung.l

Paris, 5. Februar.

Der deutsche Botschafter besuchtr ge­stern den Ministerpräsidenten Briand, um den deutschen Einspruch gegen die letzten Pa­riser Beschlüsse anzukündigen. Der Botschafter wünschte eine Erklärung, u6 die letzten Pariser Beschlüsse in London zur Verhandlung gestellt werden sollen ober welches die Tagesordnung für London sein würde. Der Ministerpräsident will dem deutschen Botschafter schriftlich antwor­ten lassen. Der Delegierte der deutschen Dele­gation für Brüssel, Staatssekretär Bergmann, hat eine Einladung zur Fortsetzung der Ver­handlungen in Brüssel auf den 7. Februar erhalten. Herr Bergmann hat geantwortet, daß die deutfche Delegation nicht in der Lage sei» der Einladung Folge zu leisten, weil die deusche Regierung augenblicklich mit der Prü­fung und Durcharbeitung der Pariser Entschlüsse beschäftigt sei und hierbei die Hilfe der für Brüs­sel bestimmten Sachverständigen benötige.

Amerika protestiert nicht.

Genf, 5. Februar. (Eigener Drahtbericht.) Echo de Paris" meldet, daß der amerikanischen Negierung eine Abschrift der Pariser Beschlüsse gegen Deutschland zugestellt wurde. Tas Staatsdepartement habe den Empfang der Mit­teilung gestern bestäigt. aber keine (Anwendun­gen erhoben und keinen Protest angekündigt.

Irohuns im besetzten Gebiet.

TrupPeuverstLrkuug der Alliierte«.

(Privat-Tclegramm.)

Karlsruhe. L SB., 5. Februar.

Aus Speyer wird geemlbet: In Kaisers­lautern, Pirmasens und Neustadt sind am Tonnerstad neue französische Trup­pen einmarschiert, ohne daß zuvor Truppen aus den Garnisonen abtransportiert waren. Das läßt auf eine allgemeine Verstärkung der Be­satzungsarmee in der Pfalz schließen. Nach hier eingegmigenen zuverlässigen Meldungen aus dem besetzten Gebiet haben die allierten Befehls­haber die erteilten U r l a u b c für Mannschaften und Offiziere widerrufen. An Köln wer­den auch keine Taaesurlaubc an Offiziere in das unbesetzte Gebiet mehr erteilt.

*

Veröffentlichung verboten.

Karlsruhe, 5 Februar. (PridattÄe- gramm.) In Straßburg und Kolmar wurde den dortigen Zeitungen die Veröffentlichung von Nachrichten über Truppentransporte untersagt. Das SBerbot ist anscheinend veranlaßt worden durch die vorzeitige Bekanntgabe des Wiederein­treffens schwarzer Truppen im Grenzgebiet.

Sicherheit in Sberschlesten.

Gegen die franzSfische« Machenschaften.

(Privat-Telegrmnm.)

Berlin, 5. Februar.

Ein hiesiges Blatt veröffentlicht nachstehendes Schreiben einer zurzeit in Deutschland sich «us- haUenden angesehenen englischen Persönlich­keit:Ich habe guten Grund anzunehmen, daß die hier umlaufenden Gerüchte über die Gefah­ren, die den nach Oberschlesien zur Abstimmung reisenden Deutschen drehen sollen, ein Werk

französischer Agenten sind. Eine beträchtliche An­zahl englischer und französischer Truppen wird der Abstimmung beiwohnen, und so weit meine eigenen Landsleute in Frage kommen, bin ich überzeugt, daß sie auf strikte Neutralität undfair play" halten werden. Man mißt der üblichen Großfprechcrci und Prahlsucht der Franzosen viel ?,u viel Bedeutung bei. Wie traurig versagten sie beispielsweise bei ihren An­strengungen, das Wrack eines Wränge! oder Ve- nizelos zu retten! Und nun sollen die Drohun­gen eines Generals Le Rond mit ihrer giftigen Propaganda schon genügen, um das noch hilf­losere Wrack Polen zu retten?!"

Sie Gier nach Sem Mein.

Vorschlag zu dauernder Besetzung.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 5. Februar.

DieMorning Post" schreibt: Das beste Mit­tel, Deutschland zum Zahlen zFbringen, und das beste Mittel für den Fall der Nichtzahlung ist die Besetzung des linken Rhcinnfers dauernd zu gestalten. Frankreich wurde auf biefe Weise seine natürlichen Grenzen am Rhein erhalten. Aehnliche Stimmen tönen aus Paris herüber: DerTemps" unbEcho bc Paris" verlangen, baß bie vorgesehenen Sicherungen Deutsch­land offiziell mitgeteilt werden unb unverzüglich den Gegenstanb alliierter Befprechungen bilben. Teutschlonb habe brei Monate Zeit, um sich ztt überlegen, ob es zahlen wolle.

».Absichtlich übertrieben"?

Paris, 5. Februar. (Eigene Drahttneldimg.) Nach bei Preß-Fnsormation hält man in maß- aebcitben französischen Kreisen die beutfWi Proteste fürabsichtlich übertrieben" unb erblickt in ihnen die Einleitung eines auf die Londoner Konferenz berechneten Revisionsfeldzuges. Die Alliierten sollen dagegen Maßnahmen ergreifen.

Sie ErMrungssorgen.

Pläne des Reichsministeriums.

Die Produkte oer deutschen Lendwirschast find auch weiterhin ungenügend und miiffen durch auSlLndifchcErzeuguitse ergSnztwrrdcn.DasMi» nisteriunr hat daher folgende PlSne aufgestellt.

Zur Behebung der ErnLhrungsschwierigkeiten Wird das Reich wieder in diesem Frühjahr tief in den Säckel greifen müssen, hat teilweise auch bereits große Zubußen geleistet, um die jÄr eine notdürftige Sicherstellung der Volksernährung erforderlichen Verpflegungsmittel zu beschaffen. Mit der Bewilligung von Milliardenkrediten zum Ankauf von ausländischen Nahrungsmit­teln ist aber erst ein Teilstück des Ernährungs­problems gelöst. Eine voraussthauende Wirt- schaftspvlilik niutz daraus bedacht sein, gleich.

I Eine Million Zentsche

« werden heimatlos, wenn Ober» schlesien verloren geht!

Webt zur Grenzspende

Annahmestelle:

Geschäftsstelle dieser Zeitung.

zeitig die Abhängigkeit von den WuslandSbezügen möglichst zu verringern, was die Steigerung der inländischen Produktivität zur Voraussetzung hat. Fm Hinblick hierauf worden in den Nach­trägen zum Reichs-Haushältseniwurf für 1921, die dem Reichstag baldmöglichst zugehen sollen, zu den früheren Bewilligungen weitere sieben Milliarden angefordert. Von der aroge« gebenen Gesamtsumme sollen 1,3 Milliarden ytr Verbilligung von

Meins Arbeiterschaft.

Ein Protest ter National-Lozialisten.

(Privat-Telcgramm.)

München, 5. Februar.

Die bayerische Arbeiterschaft hat sich zum ent­schlossenen Widerstand gegen die Pariser Be­schlüsse erhoben. Tas kam zum Ausdruck in einer von der national sozialistischen Deutschen Arbei­terpartei einberuscnen unb von vielen Tausenden von Arbeiter» besuchten Massenprotcstversamm lnng. die emstimmiq eine scharfe Entschließung faßte, in bcr e. u. a. heißt:Wir erwarten von der bayerischen Staatsregierung, baß sie in Ber- lin gegen jedes weitere Nachgeben schärfsten Ein­spruch erhebt. Die Antwort auf ba-3 Verlangen bet Westmächte kommt beut deutschen Volke selbst zu. Wir verlangen die Durchführung eines Volks-Referentums. Wir fordern bas beuifdje Volk auf, allenthalben in bett Ratio- nalstrcik einzutreten!" Im Verlaus ber Ver­sammlung fielen auch scharfe Angriffe gegen ben deutschen Friedensunterhändler Erzberger. . ber bedauerlicherweise noch heute bentscher Reichs- tagsabgeorbneter sei. Wenn bie Rcichsregierung nicht bie Kraft aufbringe, Erzbeiper auszuschal ten, bann solle bie bayerische Negiermtq Etzber- gcr, wenn er seinen Fuß auf bayerischen Bvben setzen sollte, hinter Schloß unb Riegel bringen.

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Straßenkundgjebungen.

München, 5. Februar. (Privattelegramm) Nach der großen Versammlung der national- fogialistifchen Arbeiterschaft schlossen sich Tau­sende von Arbeitern zu einem Demonstra- tionszug zusammen, der, vaterländische Lie­der singend, durch die Stadt vor das hiesige Quartier der Ententekommission zog. Auch dort wurden patriotische Lieder gesungen, worauf die Demonstranten sich zerstreuten, ohne daß Zwischenfälle eingetreten sind.

Weifet Anffaffunzw.

Tardieu ist noch nicht zufrieden.

(Eigener Trahtbericht.)

Paris, 5. Febmar.

In ber gestrigen Kammersitzung hielt Tarbien seine K r i t i k an ben Pariser Beschlüssen. Er er- Mlte, bie Pariser Beschlüsse seien zwar eine Verbesserung; sie bieten neue Garantien. Aber bie Frage bei brutschen Lieferungen fe: nicht gründlich genug besprochen worden. Tar­dieu sordert bie Lieferung bentscher Waren, die in ben Ländern ber Entente nicht hergestellt wer­ben können, ferner eine Erhöhung ber direk­ten Steuern in Deutschland unb eine Kon­trolle der deutschen Ausfuhr. Briand trat so­fort den Ausführungen TardieuS entgegen und schilderte bie Schwierigkeiten, die bie Frage ber Wiebergutmachung mit sich gebracht habe. Viel­leicht körnte sie ein anberei Mann besser lösen.

Auslaubsmais für Futterzwecke verwandt werden. Im vorigem Sommer wär versucht worden, die Landwirtschaft lausend mit Futtergctreide (Mais, Gerste) auf Grund von LieferungSveitrügen mit einer holländischen Gruppe zu versorgen und hierbei Stadt und Land durch Schweinemgftverträge in möglichst unmittelbare Beziehung zueinander zu bringen. Diese Bemühungen sind wenig erfolgreich ge- Weifen, weil die Landwirte den Mais zu dem durch den Einkauf bedingten hohen Preis, der um ein mehrfaches höher als die Preise für inländisches Getreide war, nicht abnehmen woll­ten und die Gemeindeverwaltungen andererseits sich außerstande sahen, der wenig kaufkräftigen Bevölkerung das Schweinefleisch zu Preifen an- zubieten, die gemäß den teueren Produktions­kosten entsprechend hoch angesetzt werden mutz- ten. Inzwischen hat die Lage sich Weiterhin ver­schlechtert, indem der Maispreis abermals einen starken Sprung aufwärts gemacht hat und die Ablieferung von Gewerbe trotz aller Maß­regeln zu einer verschärften Erfassung noch wei- t«r zurückgeaangen ist. Vielfache Erwägungen hatten die Notwendigkeit erwiesen, zur Verbil- liMing von Mais R e i ch s z u sch üs s e bereit zu sMen. Durch die Darbietung von MaiZ als Futtermittel für die Schweine würde die inlän­dische Fleifchprodukiion nach Menge und Preis günstig gestaltet werden, andererseits Würde mehr

inländisches Getreide zur Ernährung auf dem Wege der Ablieferung zur VerfiiMng 'when. Tie Reichszufchüsse sollen allerdings von bestimmten Gegenleistungen der Landwirtschaft abhängig gemacht werden. Die Aussichten für den Mschluß von Schweinernastverträ- g e n liegen zwar nicht besonders günsttg, da bei den derzettigen Fleifckvreisen im freien Verkehr sie Landwirte ihre Schweine viel lohnender Verwerten können, immerhin Würden sich bei der

Einfuhr von ausländischem Mais zur Schweine­mast gegenüber der Einfuhr von Schweine­fleisch sehr wesentliche Vorteile ergeben. Der verbilligte Mais soll außerdem zu Tausch­geschäften mit den Landwirten verwertet werden, indem diese für den Empfang von Mais dann Getreide über ihre Lieferpflicht hinaus hergeben »ollen. Nach den ministeriellen Schätzungen würde das Reich auch hierbei Ersparnisse von dreiviertel Milliarden durch den Wegfall des toeit teureren ausländischen Getreides erzielen können. Eine weitere Mion des Ernührungsmini- steriums betrifft die Bereitstellung eines Gesantt- kredits von rund sechs Milliarden zur Dek- kung der Kosten für das im Interesse unserer Br otaetreide-Versorgunq zu beschaz- sende Auslandsgetreide, für die Frud- druschprümien und die Verbilligung der Meht- preise im rheinischen Besatzungsgebiet. Die von der Reichsgetreidestelle veranschlagten Mehlprc:-,c sind bereits so hoch, daß ihre Steigerung im Einklang mit dem enorm verteuerten AuSlands- mchl ausgeschlossen ist. Zur Aufrechterhaltung