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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Stumme: 25.

Fernsprecher 951 Hn> 952.

Sonntag, 30. Januar 1921

Fernsprecher 951 rnn> K2.

11. Jahrgang.

Die Drohung mit fremder Kontrolle.

Aus Sst und Nest.

Dauernd« Lnk-arheit.

Die Konferenz der alliierten Staatsmänner in Paris wird in der kommenden Woche rortsefcv*-, da ein brauchbares Ergebnis nicht erreicht wor­den ist. Frankreichs Forderungen, die durch den Finanzmiinifter Doumer vertreten wurden, sind geradezu phantastisch, so daß selbst Lloyd George die Geduld verlor und den Schwätzer öfters un­terbrach. Auch gestern traten ena!isch-französische Geaensätze hervor, wie unsere Telegramme' be­richten. Wenn wir uns zu einer baren Entschä- digungszahlung von zweihundertundzwanzig Milliarden Goldmark verpflichten und außerdem Naturalien liefern sollen dann ist das gleichbedeutend mit Selbstmord. Wir wür­den dann dir Schlinge, die wir uns in unverzeih­licher Torheit selbst um den Hals gelegt haben, völlig zuziehen. Es ist also ganz unmöglich daß wir überspannte Forderungen anerkennen, wie sie Frankreich stellen möchte, weil sie unerfüllbar sind. Di; Aeußerung, daß Deutschland sehr wohl m der Lage sei, solche Summen zu bezahlen und noch obendrein Geschenke an Waren zu machen, wäre zum Lachen, wenn sie nicht so ernst wäre. Aber sie zeigt uns die französische Gei­stesverfassung, die allerdings einseitig gezüchtet worden ist. In Berlin sitzen die Ententekonrmissioneu, die sich nur au der Ll>er­st äche bewegen und den öffenstichen Verkehr mit all seinen Aeußerlichkeiteu und Auswüchsen sehen Sie beol-achten, wie dort in der Oeffentlichkeit das Geld scheinbar keine Nolle spielt und in ge­wissen Lokalen sträfliche Verschwendung getrieben wird. Dieser Schein blendet sie und sie sind im Glauben, daß Alles schön und gut sei, worin sie umso mehr bestärkt werden, alS sie selbst herr­lich und in Freuden auf Deutschlands Kosten leben. Auch die Umsätze an den Börsen und die Dividenden mancher Jndustriewerke erwecken ihren Neid, aber sie berechnen dabei nicht, das; die Erträgniffe nrir Papiermark sind. Wurden sich die Herren einmal die Mübe machen, in die wah­ren Verhältnisse des Volkes einzudringen, dann sälhen sie muh die schreiende Not. Gin Blick in die Ressorts der FinmzMinister in Reich und Staat, in die leeren Kaffen der Gemeinde-Ver­waltungen und in die leeren Taschen des größ­ten Teile- deS Volkes würden sie eines Besseren belehren.

tret er den der deutschen Regierung ungehindert !N DeutsckBand zugrlaffen wurden. Schmachvoll ist es aber, daß sie in gröblichster Weis« dieses Gastrecht hier verletzt haben. Die Russen haben ihre Freiheit dazu benutzt, in Deutschland auf den Umsturz hinWarbeiten. Mit derartigen »Regie- Äertretern" ist ein friedliches Zusammen- r natürlich unmöglich. Aber auch in w i r t- schaftkicher Hinsicht befielen noch große Hem­mungen. Zwar sind mit diu Sowjetagenten einige Verträge abgeschlossen worden, aber die russische Regierung ist gar nicht in der Lage, da­nach zu handeln, weil sie ja die Wirtschaft ihres eigenen Landes zerstört sat. Sie kann nichts liefern, weil die Produktion lcchm siegt und außerdem kein« Trausvortmittel vorbanden sind. Solange die durch den Bolschewismus verrotte­ten Zustände in Rußland bestehen, ist cm gereael- tes Zusammenarbeiten nicht zu denken. Für Deutschland bleibt also nur der eine Weg übrig, durch geschickte Politik und strebsame Arbeit twifckten Ost und West einen geraden mittleren Kurs zu ftenent K. F. Dr.

Mm mit Slum.

Frankreich al« derSchwarze Mann'".

(Eigener Drabibericht.)

London, 29. Januar.

DieTimes* wenden sich anßerordentlich scharf gegen die Form, in der die deutsche Regierung ihre Stellungnahme zum WiederMt- machungSproblem festlegt. Im Wrigen gibt das Blatt zu, daß es sich um ein» Krise handle, bei der man bedenken müffe, daß Briand noch furchtbarer sein könne als PoincarS selbst. Lieber würde Frankreich den Vertrag von Ver­sailles über Bord gehen lassen und die Wirrer- gntmachung sür sich allein erzwingen Das französische Kabinett hat et tust neuen Vorschlag der Staatsmännerkonferenz zugehen lassen, der die Finanz. undWirtschaftskontrolle Deutschlands in allen Einzelheiten festlegt und den Staatsmännern die Annahme des Kontroll- verfahrcnS im Interesse der Zahlungsfähigkeir des deutschen Reiches nahelecst.

Auf englifchek Seite scheint nun geneigt zu fein, die deutsche Notlage zu berücksichtigen, we­nigstens tut Lloyd George so. alS wolle er Deutschland entgegenkommen Aber da man bei den Briten nie wissen tarnt, ob ihr Gesicht echt oder nur Viaske ist, so wird man nicht zu große Hoffnung darauf setzen können. Bisher ist es ja meist so gewesen, vaß George in den öffentlichen Konferenzen die framgösischen Forderungen als zu weitgehend erklärte, im Geheimen sie aber an­erkannte. Immerhin ist es glaubhaft, daß erheb­liche Gegensätze Mischen der englischen und fran­zösischen Auffassung bestehen weil die Interessen verschieden such. Während Englands Stre­ben darauf gerichtet ist. die europäischen Hcm- dels-verhAtniffe wieder lebhafter zu gestalten, also auch DeutsMand so viel Bewegungsfreiheit M lassen, wie es für England vorteilhaft ist, richtet F r au k r e i ch sein Äuigenmevk noch immer darauf, Deutschlandalles bezahlen" zu lassen. Der Finanzminister Doumer mußte eingestehen (und Lloyd George tat erstaunt darüber), daß in Frankreich auf den Kohs der Bevölkerung eine viel geringere Steuer entfällt als in Deutschland und England. Die französtsche Re­gierung wagt noch nickt, der Bevölkerung die Augen zu öffnen, und so wiegen sich die Nationa­listen und Arbeitsscheue in dem beguemen Traum: Deutschland bezahlt alles. Wann wird sich Einer finden, die Träumer zu wecken?

Mr wir ton Wester in ungeklärten Verhüt:, nissen stehen, so ist auch ton Osten unser Ausblick noch dunkel. Die Erörterungen im Reichstag über unsere Beziehungen zu Rußland tonn» len keine Hoffnung auf baldige Besserung aus­kommen lassen Die Schuld liegt wahrlich mcht an uns Von deutscher Seite tft viel geschehen, unt mit Rußland wieder in nähere Berührung zu kommen. Wie Außenminister Dr. Simons er- Kürte und wie es ja auch die öffentliche volitische Entwicklung gezeigt hat, sind die deutschen ehr­lichen Absichten durch russischen Verrat zu­nichte gemacht worden. Der Aufnahme der diplo- motrschen Beziehungen steht immer noch das Hin­dernis entgegen, daß für die Ermordung des deutschen Gesandten Grafen Mirbach (1918) bis heute noch keine Genugtuung geleistet ist Es rft ganz gleichgültig, welchen Namen dieser Gesandte trug, ob er ein Bürgerlicker oder ein Adliger war. und es ist ebenso gleichgültig, ob er von einer kaiserliche oder einer republikanischen Re­gierung entsandt war, Deutschland muß verlan­gen. daß sein amtlicher Vertreter geschitzt wird, wir es im internationalen Verkehr üblich ist Dez Weiteren hat sich die Sowjetregierung nicht ge­scheut, deutschen amtlichen Vertretern in den letz­ten zwei Fahren die EiureiseerlcmbniS.nach Rutz-

*«*»neuexni. wähnend die russischen Der-

Keine Milderung.

London, 29. Januar. Eigene Drahtmeldung.) Dir »Morninghost" schreibt: Wir können nicht glauben, daß Lloyd George die Absicht habe, Deutschland gut davon kommen zu lassen. Wenn dies der Fall wäre, so würde das englische Volk protestieren, denn England sei an der Frage der Reparation ebenso interessiert tote Frankreich DieTimes" macht auf die Gefahr aufmerksam, die ter Entente erwachsen könne, wenn kein Abkommen unter den Alliierten in der Revararionsfrage zustande kommt. Die Zei­tung erklärt, eS sei notwendig, Strafmaßnahmen vorzusehen. Deutschland würde nur zahlen, wenn es sehe, daß die Alliiertcn sich über etwa zn ergreifende Strafmaßnahmen einig sind.

Sie Kohlen-Berteuemng.

Gegensätze zwischen Bergbau und Kabinett. (Prtvat-Telegramm.)

Essen, 29. Januar.

Zu der gestern erfolgten neuen Beanstandung der vom Reichskohlenverband und Reichskohlen­rat beschlossenen Preiserhöhung für rhei- nisch-westfälische Steinkohlen erfährt die Rheinisch-Westfälische Zeitung, daß diese Bean­standung, wie aus der Mitteilung dr8 Staats­sekretärs Hirsch in der heutigen Sitzung deS Reichskohlenrats hervorging, auf einen Beschluß des Reichskabiuetts zurückzuführen ist. Die ent­scheidende Sitzung des Kabinetts fand gestern statt. ES ist Grund zur Annahme vorhanden, dass der Reichswirtschaftsminister mit der Preis­erhöhung trotz der Unterstützung durch den Reichsschatzminifler von Raumer nicht durchzu­dringen vermochte. Der Widerstand im Kabinett ist im wesentlichen auf die drei Zentrumsmit- gliche» zurückzuführen. Der ReichSkohlenver - band wendet sich mit Rücksicht auf die Nuter- bilanz. mit der d-r Rheinisch-Westfälisch- Stein­kohlenbergbau arbeitet, an die Oeffentlichkeit.

Erhöhung für Braunkohlen.

Berlin. 29. Januar. (Eigene Drahtmeldunq.) ES wird ein- sofortige Einberufung des Ple­nums des Reichskohlenrats veranlagt werden, um von ihn« die Frage der Preispolitik wie fie vom Reickskabinett betrieben wich, vor der breitesten Oeffentlichkeit zu erörtern. Für Braunkohlen wurde die beschsoffene hweiS- erhöhuna nick beanstandet, soweit nickt 170 Mark für Rohkohlen, und 12, 0 TOT fSr Bri­ketts übersteigt, wozu kleine Aufschläge von bestimmten Reviere» kommen. Außerdem ha­

ben dir erhöhten Preise nur für vier Monate Gültigkeit Für den Bezirk Frankfurt-Oder kommt noch ein Zuschlag von 25 Prozent, für die Bezirke Forst und Görlitz ein Zuschlag v»n l&l Prozent aus den jetzigen Preis hinzu

Unter fremder Finanzkontrolle

«ntwassnuugsfrage «ud Wiedergutmachung.

(Eigener Drahtbericht.)

Rotterdam, 29. Januar.

Reuter meldet Freitag früh aus Paris: Der Bericht der militärischen Sachverständigen über die Entwaffnung Deutschlands rouitoe den Sachverständigen zurückgereicht, um eine Anzahl Engängungsstageu zu beantworten. In der Notwendigkeit der voMäudtgen Ent- waffnrmg Deutschlands sind sich die Alliierten einig . In der Durchführung der Entwaffnung aber bestehen noch Abweichngen in der englischen und französischen Auffassung. Das Mciche von der Wiedergutmachung. Die belgische Regierung soll mit der Vertagung der Entwaff- uungsfrage bezw mit der Bertagng der Wieder, gutmachungsfrage nur gegen Sicherheiten einverstanden sein. Das deutsche Nationalver­mögen dürfe nickt weiter für unproduktive Staatsausgaben Verwendung finden. Der Mu. tin stellt damit eine Annäherung deS belgischen an den französischen Standpunkt in der Frage der Finanzkontrolle über Deutschland fest.

Sie Pariser Konferenz.

Gegensätze zwischen Frankreich und England.

(Eigener Drohtbericht.)

Paris, 29. Januar.

Die scharfen Debatten der letzten Tage, wo­bei Lloyd George mit Abbrechen der Berhund. fangen drohte, herben den Weg zu einem Ein­vernehmen geöffnet. Der vereinigte Druck der Engländer, Belgier und Italiener beweist der Oeffentlichkeit, daß die französische Regierung, um eine Isolierung zu vermeiden, auf die Basis von Bonlogm zurückkehren muß. Belgien ver- tritt ein Kompromiß, das JahreSzahlun- gen mit der Bereitstellung von Pfänder« vereinigen dürste auf der Grundlage de« in Bon- logne genannten HöchstbetrageS von fünfund. achtzig Milliarden Goldmaick. Der Vorschlag Doumers, der natürlich nicht ohne BriandS Kenntnis erfolgt ist, ist somit abgeschlagen worden. Der Vorschlag über Erhebung einer Abgabe vom deutschen Export und einer Beschrän- fang der Einfuhr wurde von englischer Sette im Interesse der englischen Ausfuhr bekSmyft. Wenn die Paristt Konferenz eine Einigung auf der Bouloguer Grundlinie erzielt, können die Ver­handlungen mit Deutschland im Sinne der Brüsseler Aussprache weitergeführt werden.

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Richtlinien für die Forderungen.

Paris, 29. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Situation hat sich entschieden verschärft, da die Franzosen im Unterausschuß außer der Boulogner Maximalziffer ansehnliche Jahres - zaUungen und eine Ausfuhrabgabe von 1015 Prozent gefordert haben. Ein Artikel deS Temps" deutet die Grundlinien des angestrrb- ten Kompromisses an und sagt. Frankreich könne nur hosten, daß Lloyd George die Grundlinien des Boulogner Maximums nicht abändern werde. Di« Annahme deS BusschutzentwurfS würde ein glattes Umfaßen bedeuten Die Pa riser Abendblätter rechnen bereits mit der Ge- fafa einer französischen Ministerkrise. DaS Pro. grmmn, das gestern morgen die Konferenz mit der Zuftinuunna Lloyd Georges unterbretttt worden ist, mnsaßt L zweiundvierzig Jahres­zahlungen entsprechend denen, die in Bonlogne aufgestellt worden sind. 2. Deutschland muß von Mai 1921 an jedes Jahr 3 Milliarden zahlen. Zu dieser Summe kommen wettere drei Milliar den Goldman füt die Jahre 1936 bis 1931 und 4 Milliarden Goldmark in den folgenden Jahren.

Weiterberatung nächste Woche.

Genf, 29. Januar. (Eigener DraHtbericht.'i Die Erchange-Agenrur meldet: Am Freitag Vormittag sti befettoffen worden, die Konferenz auch nächste Woche andauern zu lassen. Der englische Antrag, die strittigen Fragen bis zu den Brüsseler Besprechungen zurückzüstellen und später in London m beraten, rft von Frankreich und Belgien in den wichtigsten Fragen der Wiedergutmachung und der Entwaffnung nicht angenommen worden, sodaß weiter verhandelt wird. Es wurden zwei Ausschüsse ffn die neuen Anträge Frankreichs und Belgiens in der We- dergutmachnngsfrage und der Frage der Natu- raleittfchSdiguns durch Deutschland eingesetzt.

Senkt sn Sberschlefie«.

Stimmt für deutsche« Land.

Ctnen lehrreichen Vergleich »wischen einem dentschen unb einen» polnischen Sderschiessen Gibt Pros. Dr. <3isfe (Frankfurt). Danach wird jedem Sberschlesier tlar werden, datz er feine Stimme für »entschland abgeben ronfi, Deutschland hat nichts versäumt, um den hei- mattreuen Oberschlesiern ihre Entscheidung zu- grinsten des Deutschen Reiches leicht zu machen. Ein besonderes Reichsgesetz vom 27. No­vember 1920, das, in der Reichsverfassung ver­ankert, zu einem integrierenden Bestandteil ihres Textes erhoben worden ist, ermöglicht es der oderschlesischen Bevölkerung, sobald sie sich für daS Verbleiben beim Reiche ausgefpriochen Hai, in einer zweiten Volksabstimmung mit einer für das Reich unbedingt matz gebenden Wirkung die volle staatliche Selbständigkeit ihres Landes im Reichsverbaude zu beschließen. In­nerhalb zweier Monate, nachdem die deutschen Behörden die Verwaltung des zurzeit besetzten Gebietes wieder übernommen haben, soll eine Volksabstimmung darüber stattsinden, ob ein Land" (das heißt Gliedstaat) Oberschlesien ge­bildet werden soll. Die Entscheidung ruht einzig und allem bei der oberschlesischen Bevölkerung. Wird die Frage nach der Errichtung eines selb­st Ändi gen StaatesOberschlesien" bejaht, so muß dieser Staat unverzüglich eingerichtet werden, ohne daß es einer weiteren reichSgefetzsichen Maßnahme, einer erneuten Zustimmung deS Reichstages, des Reichsrates, des preußischen Landtages oder sonst einer Stelle bedürfte. Auf Grund einer vom Reichspräsidenten nach den 6e kannten Grundsätzen des ReichSwahvgesetzes zu erlassenden Wahlordnung wird ein Parla­ment gewählt, das den Träger der obevschtesi- scheu Staatsgewalt, nämlich

das oberschlesische Staatsvoll. repräsenttert und vor allem die oberschle fischen Landesgesetze frei zu erlassen befugt tft Die Lmt- desversammlung ist binnen drei Monaten nach der amtlichen Feststellung des Avstrmmungsergeb- uisses emzuberufen, um eine Landesregierung (Staats-Ministerium) einzusetzen und eine Staats­verfassung für das Land zu beschließen. Der Reichspräsident wird sodann im EinverstLnduis mit der olberschlesrschen Lanidesversammltmg be­stimmen. an welchem Zeitpunkt das Land als Staat mit eigener Staatsgewalt, eigenem Staats­gebiet und eigener Staatsangehörigkeit ins Se­hen treten soll. Das Reichsgesetz bestimmt genau, wer die oberschlesifche Staatsangehörigkeit erwer­ben kann: die ansässigen Oberschlesier ohne wei­teres am Taae der Errichtung des Staates, die atiS dem oberschlesischen Gebiet stammenden Preußen, mögen sie auch außerhakb Preußens wohnen, durch ausdrückliche EEärung gegenüber der oberschlesischen Landesregierung Ist der Staat Oberschlesien an dem bestimmten Tage ins Leben getreten, so bildet das Land einen Glied­staat des Reiches, der den übrigen Gliedstaaten wie Thüringen, Württemberg, Baden, ja selbst Preußen voMommen gleichgestellt und gleich­berechtigt, auch am VersassungAorganismus des Reicktes, insdei andere durch Verttetung im Reichstag nud durch Bevollmächtigte »um Reichs- rat, in genau derselben Wette tote die übrigen ßänfcer3 des Reiches

mitzuwirken befugt ist.

Unb was bietet dagegen den Oherschlestern das schon viel früher von Polen erlassene pol- Nische Autonomiegesetz. daS sogenamtt«

Oherschlefler!

Nur noch wenige Tage, dann ist die Frist zur Ein­tragung in die Stimmliste unwiederbringlich verstrichen.

Wendet Euch sofort

an die nächste Ortsgruppe der

Seteiniaten BerbZnde heimatrtteuet Sdrrfchleffer