Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 23.
11. Jahrgang.
Freitag, 28. Januar 1921
Fernsprecher 951 uns 952.
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Noch keine Entscheidung in Parte.
Sie deutsche Preße.
Zehn Jahre Neichsverband.
Die beruflichen Zusammenschlüsse, die in den setzten Jahrzehnten vollzogen wurden, haben auch die Angehörigen der deutschen Presse nicht unberührt gelassen. Erst verhältnismäßig spät haben sie sich zur Schaffung einer großen Organi- fatton entschlossen. Wie die Presse sich von jeher in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hat, so hatte sie auch immer die Interessen aller anderen Berufsgruppen vertreten und sich selbst dabei vergessen, bis vor etw». fünfzehn Jahren die ersten Regungen zum ZuiiNnmenschluß von Provinzirl- vertÄnden begannen, die bald danach zum Reichsverband führten, dessen zehnjähriges Bestehen in diesen Lagen in Berlin gefeiert wurde. Die Hebung der StanLesintercssen der Schriftleiter und Journalisten ist der Zweck dieses Verbandes, und es ist ein erfreuliches Zeichen, daß die Angehörigen der politischen Parteien ihre Kampfstellung beiseite liehen und dem Beruf zu seinem Recht verhalfen. Nur die fozialdemokca- tisihc Presse sonderte sich ab. Der größte Teil der redaktionell tätigen Angehörigen der deutschen Zeitungen ist jedenfalls jirm Reichsverband zu zahlen. Man darf mit Befriedigung feststellen, daß die Bedeutung der Presse als Instrument der öffentlichen Meinung in dem vergangenen Jahrzehnt sehr zu genommen hat. Neben dem Einfluß, den dabei die Organisation hatte, soll natürlich nicht unbeachtet bleiben, daß auch die Zeitnmstände dazu beigetragen haben. -Während der letzten Fahre und besonders in der Nachkriegszeit ist der ungeheure Wert der Presse für Politik, Volkswirtschaft, Kultur und Gesellschaft immer mehr erkannt worden, und zur Regelung des täglichen öffentlichen Leben s ist ste gerades unentbehrlich geworden.
Diese Unentbehrlichkeit weiß man heule auch an den leitenden Stellen des Reiches, der Staaten, in den Provinzen und Gemeinden zu schätzen. Es erscheint absurd, wenn man sich vorstellt, daß dies vordem nicht der Fall war Es gab einmal eine Zeit, da die Presse von manchen Behörden noch als Störenfried betrachtet wurde, weil ste durch das offene Wort dem auf ein Schema eingestellten Geschäftsgang manchmal unbequem war Währenddessen hatten es aber andere Länder, allen voran das schlaue England, verstanden, dort eine Presse zu schaffen, die Weltbedeutung hatte und die ein Teil jener Kraft war, mit deren Hilfe das britische Reich seine Weltherrschaft befestigte. Ms der Krieg kam, hatte England dadurch alle Fäden in der Welt in seiner Hand, Deutschland über war kaltgestellt, weil die in Deutschland erscheinenden Blätter ihren Einfluß nicht über die Grenze hinaustragen konnten, und die deutschen Zeitungen im Auslände mit ungenügenden Mitteln arbeiteten und vom der fremden überwältigenden Konkurrenz erdrückt wurden. Die Erkenntnis, daß man die Presse eher hätte fördern faßen, kam in Deutschland leider, tote in so vielen anderen Dingen, zu spät. Wenn man der bitteren Lehre nun die Nutzanwendung folgen läßt, ist wenigstens etwas für die Zukunft gewonnen. Die letzten Jahre haben schon eine erhebliche Besserung in dieser Hinsicht gebracht.
Der evwähnten Feier des zehnjährigen Bestehens -es Verbanides, die im Sitzungssmile des Reichstages stattfand, wohnten außer den zahlreichen Angehörigen der Presse bei: Vertreter der Reichsregierung, der preußischen Staatsregte- rung, sowie der übrigen staattichen und städttschen Behörden, ferner Vertreter von Kunst und Wissenschaft, von Handel und JNdusttie. Aus dem Verlauf der Veranstaltung ist eine Rede des Reichsministers des Aeußern, Dr. Simons über.PolitikundPresse' hervorzrrbeben, wobei er unter anderem sagte: „Die Presse kommt für die politische Leitung eines Volkes in Betracht als Nachrichtenquelle und als Gestalterin der öffentlichen Meinung. Tie Presse wird mit Recht als eine G r o ß m a ch t Mr sich bezeichnet. Sie ist notwendig Mr den Polttiker als Instrument der öffentlichen Meinung. Er ist ein Stümper, wenn et auf diesem Instrument nicht spielen kann. Bismarck war nicht nur ein genialer Staatsmann, sondern auch ein genialer Journalist. Besonders wichtig ist die Verbinvung von Polittk und Presse im demokratischen Zeitalter: jede leitende Behörde hat heute ihren Presseorganismirs." Nachdem der Minister sich Über die Gegensätze der Innenpolitik geäußert hatte, betonte er, daß In der Außenpolitik ein einheitlicher Volkswille geschaffen werden müsse. In manchem Journalisten stecke ein Staatsmann. Die deutsche Presse habe heute die hohe Aufgabe, die politische Idee in ihrer ganzen Macht und Reinhett über unserem Vaterlaude leuchtert zu lassen. Er empfehle nicht Prinzivienreiterei. sondern Großzügigkeit. Zum Beispiel habe die französische und englische Presse eine straffere Selbstdisziplin; ste lebe mehr in der Gegenwart, während die deuffche stärket durch Tradition und Programme, oder durch Vergangerchett und Zukunft geleitet sei.
.Die deutsche Presse ist ein viel reicher instrumentiertes Orchesttr der üffenttichen Meinung als die fremde," sagte Minister Simons .Wo gäbe es sonst eine so charaktervolle und reichhaltige Provinzpresse wie bei uns!" Der Minister erinnerte daran, was die Provinzpresse im bedrohten Norden, Osten und Westen unseres Vaterlandes Mr die Vertretung deutscher Interessen gegen das Ausland bedeutet. Auch gedachte er mit Anerkennung des schweren Kampfes und der hohen Aufgaben der deutschen Auslandspreise im Interesse unseres VEstums. — Charakteristisch Mr die Aufrichtigkeit der deutschen Presse sind die Worte des Ches» ledakteurs Bernhard, der über .Volk und Presse" sprüh: .Wir verlangen keine äußeren Ehren, sondern innere Beftiedigunq durch das, was wir schaffen." Und wenn Geheimrat Prof. Dr. Diels, der das Thema „Wissenschaft und Presse* behandelte, für die Unterstützung btt Wissenschaft durch die Presse dankt und ausruft: „Der Menschheit Würde ist ttr Eure Hand gegeben, bewahret sie/ bann werden die Worte überall freudigen Widerhall finden. K. F. Dr.
War IWsschlanS zahlen fall.
Die Forderrmgsn der Alliierten.
(Eigener Drohtbericht.)
Paris, 27. Januar.
Der französische Finanzministet Do inner gne erklärte in bet gestrigen Bormittagssitzung der Staatsminister, daß die gesamte Entschävi- gungssrrmme, dir Deutschland zu bezahle, haben werde, mit zweihundert Milliarden festgesetzt wurde, von denen einhundertundzwölf Milliarden auf Frankreich entfallen. Zur Bezahlung dieser Summe werde Deutschland dreißig Jahre Zeit gelassen. Wenn eS sich erweisen sollte, daß diese Frist zu Mrz sei, so werde man den Zeitpunkt verlängern. In Boulogne sur mere sprach mau von zweiundvierzig Jahren. Demnach würden die Jahresraten der Zahlungen Deutschlands zwölfMilliarden betragen, das ist eilte Milliarde monatlich. Um dies zu ermöglichen,, hätte Deutschland nach dem Beispiel eines einfachen Bürgers, dessen Schulden größer sind als feine Einnahmen, zu verfahren und es müßte aus diesem Griuwe einen Teil seines Besitzes verpfänden, wie $nm Beispiel die Eisenbahn und die Bergwerke.
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DaS Spiel mit dem Bankerott.
Paris. 27. Januar. (Eigene Drahtmel- dung.) Dotzinergue erinnert an die vielen Toten, die Frankreich zu beklagen hat und die verwüsteten Provinzen. Es brauche 54 Milliarden für Penf ionen und 48 Milliarden für den Kie- de tauf bau. Ohne diese Summen müsse Frankreich den Bankerott erklären. Man sagt, daß Deutschland dieselbe Gefahr bedrohe. Wenn aber ein Staat bankerott werden sollte, dann sei es moralischer, wenn ein Land bankerott werde, das den Stieg begonnen habe. (!) — Pariser Zeitungen melden, daß im ftanzösischen Rachtragsetat weitere viereinhalb Milliarden Franken für den Wiederaufbau angefordert werden zu Lasten der deutschen Gefanttzahlungen
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Keine entgüttige Entscheidung.
Paris, 27. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Sitzungen der Pariser Konferenz werden nicht vor Wochenende $um Abschluß kommen. Die Twgunzsberichte der Zeitungen lauten übereinstimmend dahin, daß auch die jetzige Konferenz noch keine endgültige Entscheidung bringen wird Bereits kündigt der Matin die neue Konferenz der alliierten Staatsmänner unmittelbar nach den Brüsseler Besprechungen an.
Französische Sonderwsinsche.
Sie »erlange« noch mehr Steinkohle«.
(Eigener Drahtbericht.)
Amsterdam, 27. Januar.
Die französische Regierung hält die in Bou- logna ausgestellten Forderungen für ungenügend. Man untersucht gegenwärtig die Frage, ob cs möglich sein wird die Steinkohlen-Lieferung zu erhöhen. Auf keinen Fall scheint Frankreich von den Bürgschaften abgehen zu wollen, welche in jedem Bertraze mit Deutschland enthalten fein müßten Man schätzt die Zahlungen, die Deutschland bereits geleistet hat auf über acht Milliarden Goldmark. Der ftanzösische Finanz- Minister Doumergue berichtete über die Frage der Wiedergutmachung und die von der $tonfe ,renz verlangte Präzisierung verschiedener Punkte
Die Frage werde daher neue Besprechungen notwendig machen, sobald die Mitglieder Kenntnis von diesen Dokumenten haben werden.
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Günstig für Frankreich.
Basel, 27. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Pariser Konferenz hat an den Schweizer Börsen eine Steigerung der ftanzösischen Valuta bewirft. Nach den von der Schweizer Agentur ausgegebenen Pariser Berichten erwartet man in Paris keinen Abschluß der deutschen Frage zwischen den alliierten Staatsmännern, wohl aber eine vorläufige Einigung auf Grund der französischen Vorschläge.
Sherschlksienr Äimmuas. Ein franzSstsch-polnischer Handel.
(Eigene Drahimeldung.)
Kattswitz, 27. Januar.
Der „Oberschlestsche Wanderer" bringt in seiner Nr. 19 einen aufs ehenerregenden Artikel unter der Ueberschrfst: „War Oberschlesien Haudels- objeft?" den er sich als eigenen Bericht aus Rotterdam drahten läßt. Darin heißt es: „In Kreisen der Ententediplomatte wurde gestern ein Artikel der Londoner „Dailh Mail" viel besprochen, in dem es unter anderem heißt: In Paris mag man den Polen Oberschlesien versprochen haben, das Versprechen Trnttr aber keineswe^ eingelöst werden, wen» es keinen Stein aus dem Friedensvertrage herausdrücken soll. Dem Berirage gemäß soll das Selbstbe stimmimgsstecht. der oberschlesischen Bevölkerung die Entscheiduna bringen. Die Sicherheit der Stimmbcrechtigten muß gewahrt bleiben, das ist Bertra^Spflicht der Alliierten! Wenn einer unserer Verbündeten nickst in der Lage ist, diese Sicherheit sowie Ruhe und Ordnung wäh- rend der Abstimmung zu gewährleisten, dann müssen andere Staaten die Ausführung dieser Aufgabe übernehmen, nicht aber darf durch irgendwelche Machenschaften die Einlösung des Versprechens erzwungen werden." — Der „Ober- schlesische Wanderer" schreibt dazu: „Diese Ent- hüllimgen machen uns Oberschlesiern vieles er- klärl-ch Wft wc Jen danach handeln."
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Gute Stimmung der Deutschen.
Kattowitz, 27. Januar. (Privattelegramm.) Im Kreise RNbnik ist die Stimmung für Deutsch, land iu den letzten Tagen bedeutend günstiger geworden. Die Furcht vor dem polnischen Putsch ist allmählich gewichen und es fetzt sich jetzt die Ueberzeirguna durch, daß eine geordnete Abstimmung auch in biefem Steife möglich fein wird. Die Bevölkerung, die die Folgen des vol- nifdjen Terrors täglich am eigenen Leibe erfährt ist überwiegend ordnungsliebend und beginnt jetzt selbständig für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu sorgen. Das deutsch? Plebiszitkommissariat erflärt, daß cS von allen Seiten Berichte und Zuschriften erhalte, aus denen hervorgeht, daß auch in den Grenzdörsern und dem südlichen Industriegebiet die Bevölkerung zu erkennen beginnt, daß allein bei Deutschland eine günstige wirtschaftliche Entwicklung für Oberschlesien zu erwarten ist.
Sesirneichr Anschlußfrage Keine Hilfe von den Alliierten.
(Eigene Drcchtmeldung.)
Paris, 27. Januar.
Der Konferenz-BericAerstatter Pertinar, der sich um das strenge Schweigegebot, das für die Verhandlungen erlassen ist. nicht kümmert, et- f'ärt im „Echo de Paris" .daß Lloyd George sich über den Staatskredit fßt Oesterreich ausgesprochen habe, er könne nicht einmal die Aroeitslosen in London et bauen, wie solle er es da anfangcn, einem fremden Volke auf die Füße zu helfen. Dies fei eine Angelegenett der Banken. Darauf habe Briand erwidert, daß die Alliierten für das Unglück nicht verantwortlich feien. Lloyd George glaubt, daß Frankreich und Italien ein befonbereS Interesse an bet Hilfe für Oesterreich hätten, während England in einem Anschluß Deutsch-Oesterreichs an Deutschland nichts gefährliches sieht.
Frist für Sberschlesten.
Anmeldung bis »um 3. Februar.
Jede» Dd«rschlef!sr, der stimmberechtigt ist, me# daran ernten, das er nur noch wenig« läge zur Eintragung Zeit hat and das er diese Eintragung nicht bi» zum letzten Tag verschieben darf. Die interalliierte Kommission in Oppeln hat bi» Frist zur Eintragung der Stimmberechtigten in die Stimmlisten zu kurz bemessen. Daran kann gar kein Zweifel sein. Nicht nur aus Deutschland, auch aus dem Ausland«, aus Holland, Dänemark, Norwegen und Sclxweden, sowie aus Wien und aus allen Teilen Deutsch-Oesterreichs find bei den Regierungsstellen Proteste gegen die kurze Fristbemefsnng cingelaufen. Am 3. Februar, abends 6 Uhr, läuft die Frist zur E i n « tragung in die Stimmlisten ab. Nie- mand kann damit rechnen, daß die Frist verlängert wird. Jeder Abstimmungsberechtigte ans dem Reich muß bis zu diesem Datum seine Eintragung erwirkt haben. Zeit ist jetzt mehr als Geld. Niemand darf zögern, niemand darf die Eintragung bis auf den letzten Tag hinausschie- ben und glauben, daß er immer noch rechtzeitig komme. Das Eintragungsformular sieht
eine Reih« von Formalitäten
vor, die unbedingt erfüllt sein muffen. Wird wegen Zeitmangel der einen oder der anderen Dor- Ichrift nicht genügt, so wird nachher von polnischer Seite bestimmt die rechtmäßige Eintragung in die Stimmlisten besftitten werden. Es har sich auch gezeigt, daß bereits eine Reihe von Rückfragen nötig geworden ist. Zur Erlediguaz solcher Rückfragen braucht es aber auch Zett, und schon ans diesem Grunde ist es verkehrt, vis zum letzten Termin $u warten. Erfreulicherweise lauten die Berichte, die bei den zuständigen Stellen in den Letzten Tagen über die Lage in Ober« Schlesien eingegangen sind, gut. Das Deutschtum hofft zuversichtlich auf einen guten Wahlsieg. Der deutsche Erfolg wird nicht fehlen, wenn die Brüder aus dem Reiche ihre Pflicht tun. Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß die Zahl der Eintragungen in die Stimmlisten schon überaus groß ist. Aber wir brauchen
jeden Mann und jede Frau.
Seiner darf zaudern, keiner darf fehlen Und wenn einer hier und da Bedenken tragen sollte, wegen der Unsicherheit im Abstimmungsgebiet nach Oberschlesten zu reifen, so sei ihm gesagt, daß die deutsche Regierung alles tun wird, um auf eine Abstimmungin Ruhe und Ordnung zu wirken. Schon hat die Interalliierte Kommission eine Reihe von Anordnungen erlassen, die die Sicherheit verbürgen sollen. Die deutsche Regierung wird aber darauf bringen, daß diese Anordnungen nicht auf dem Papier stehen bleiben. Es hat also keiner das Recht, jetzt aus Aengstttchkeit oder Furcht zu Haufe zu bleiben. Die Heimat ruft, und diesem Rufe muß jeder Mlgen. Vor allem aber kommt es jetzt daraus an. die kostbare Zett, die wenigen Tage bis zum 3. Februar, nicht verstreichen zu lassen, sondern jeder Stimmberechtigte, der noch- nicht in die Listen eingetragen ist, muß so schnell wie möglich die Vorbedingungen erfüllen, die die Gewähr dafür bieten, daß sein Stimmrecht gesichert ist.
»
Interalliierte Grenzwache.
Kattowitz, 26. Januar. (Eigener Bericht.)'Es steht nunmehr fest, daß mehrere Kompagnien englischer Soldaten aus den westlichen besetzten Gebieten in den nächsten Tagen nach Oberschlesien abtransportiert werden mit der besonderen Bestimmung, die Grenze nach Polen sorgsam abzuschließen. Tie Vorbereitungen Mr die Durchführung der Grenzsperre sind bei der Interalliierten Kommission im Gange und dürften bereits ht der nächsten Woche ihre Wirkung zeigen. Die erste VerMgung wich ein Befehl jein, daß aus jeden, der die Grenze unbefugt überschreit ei' versucht, sofort geschos- sen wird Wahrscheinlich werden auch die italienischen Truppen verstärkt werden, nm die Ordnung während des Abstimmungsvorgaiv- ges anftecht zu erhalten Oberschlestsche Blatter melden bereits die Zahl von fünftausend italienischen Soldaten, deren Abtransport nach Oberschlesien in den nächsten Tagen erfolgen soll.
Sine ßrMrnng ßscherichs.
Tie Gesetzlichkeit der Organisation.
Aus München wird geschrieben: Forstoat Gscherich gewährte dem amerikanischen Korrespondenten Frank E. Mason eine Unter« - düng, in der er sich über die legale Grunolrge seiner Organisation folgendermaßen äußerte: „Die Orgesch ist unter der Verfassung und den Gesetzen des Deutschen Reiches geschützt, und wenn Frankreich die Auflösung dieser Vereinigung befiehlt und die deutsche Regierung ver- lucht, diesen Befehl auszuführen, so werden sie hierzu einen gesetzlichen Weg nicht fiitoen. Die Orgesch hat vor den Gerichtshöfen von Breslau und Stettin den Sieg oavongettagen und der