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3m Reiche der Kunst

Staatliche Schauspiele.

.Die Meistersinger von Nürnberg".

Es war ein guter Gedanke, aus Anlaß des Gedenktages der Reichsgründung gestern Wag­ners .Meistersinger" aufzuführcn. Ter macht- voüe AuMang, die Huldigung an die deutschen Meister und die deutsche Kunsts dazu die Verur- tMung von .welschem Tand und welschem Dunst" ist eine zeitgamäßc Ermahnung. Auch durch den harmlos-fröhlichen Geist, den sonnigen Humor und die reine, edle Musik dieser Oper wird man daran erinnert, wieviel Schones und Gutes einst im deutschen Volke steckte. Lebt denn heute solcher Geist nicht mehr? Doch, er ist noch vorhanden, nur hat er sich scheu vor der welschen Auldringlichkeit verkrochen. bis wieder seine Zeit frmrmt. Ein eigenartiges Zusammentreffen ist es, daß die Handlung der Oper in Nürnberg spielt, und auch jetzt, in Deutschlands Nieder­geschlagenheit. der Geist der Gesundung am ersten in Bayern zu erwachen scheint Der Hinweis auf den Gedenktag wurde gestern durch einen trefflichen Prolog, der von dem Kasselaner Paul Dietz versaßt war, gegeben. Schauspieler Karl MbH ardt trug ihn vor Beginn der Vorstellung ausdrucksreich vor, womit eine gewisse feierlich' Stimmung geschaffen war.

'Die Aufführung hat einen glänzenden Ver­lauf genommen. Sanger und Orchester lebten im Waanerschen Geist, den Kapellmeister Längs getreu dem Worte: ehrt eure derttschen Meist u, dann bannt ihr gute Geistcr aufrecht erhielt. Als Besonderheit ist zunächst zu verzeichnen, daß zwei (Wiste anftraten, und zwar für den erkrank- ten Herrn Schwedt war Wilhelm R a b o t vom Staatstheater Hannover hier. Er entfaltete als Pogner einen schönen, vollen, weittragenden Baß. der dieser Partie die ihr zrckommknde Würde ver­lieh. 'enter war von auswärts gekommen: Aa-nes L e n b a ch mtS Berlin, ebenfalls.zur Aus­hilfe. Sie sang die Diakchalene, Evas Amme, mit einem sympathisckjen Mezzosopran Ihre Stimme ist nicht groß, jedenfalls würde sie für umfangreichere Parsten nicht genügen; auch man­

gelt es ihr an Stärke in den unteren Lagen, wo­gegen die mittlere Lage recht gut klingt. Ihr Auf­treten und Spiel ist gewandt. JmWrigcn war die Besetzung wie sonst. Hans Wuzöl war als Hans Sachs wieder am rechten Platze. Alan hat bei ihm den Eindruck, daß er seine Partie mit« erlebt und das teufte Gemüt in die Stimme legt. Eine sehr gute Leistung bot Viktor Mossi .Äs Beckmesser. Ohne int Spiel zuviel zu tun, gab er den neidischen, talentlosen Merker treffend ck>arakteristisch in Maske und Gebahren. Auch ge­sanglich führte er die Partie mit anerkennens­werter Sorgfalt durch. Robert Bartram war als Kothner sehr zufriedenstellend. Den Walther von Stolzing fang Fritz Windassen mit ge­wohnter Frische und voll Temperament. Das wohllautende Organ kam in den Liedern tadellos zur Geltimg und drang in den Enfembleszenm wirksam durch. Vali von der Osten war als Eva stimmlich wie darstellerisch vorzüglich. Das Schöne an ihrer Hellen Stimme ist, daß sie die Empfindungen mit Natürlichkeit und Wärme durchklinaen läßt. Eine gute Darbietung war auch der David des Herrn W a r b e ck. Tas Or­gan ist zwar nicht immer gefügig, namentlich in den hohen Lagen macht es ihm Schwierigkeiten; aber im Spiel teitftnet er sich durch jugendliche Lebhaftigkeit und durch Humor aus. Im Gan­zen wirkten die Massenszenen recht natürlich. Be­sonders srimmungKvoll waren die Szenen im dritten Aufzug in Hans Sachsens Wohnung. Ne­ben der musikalischen Leittrng hatte die Spiel­leitung des Herrn Derichs und die Einrich­tung der Bühne durch Herrn Waßmuth zum Erfolg beigetragen. K. F. Dr.

Bunter Allerlei.

Prämie« für Säuglinge.

Die Pariser Stadtverwattung Hai beschlossen, den Familie« für jedes dritte und weitere Kind Prämien zu zahlen. Tie Mutter erhält bei der Geburt des dritten Kindes 350 Francs, und 50 Francs für jedes weitere von ihr geborene Kind. Direttor Moricr, der Tezenient der städtischen Wohlfahttspflege, gab dazu die Erklärung, daß eH bei diesen flehten Summen nicht sein Bewen­

Donnerstag, 20. Januar 19ZL

Kasseler Neueste Nachrichten

11. Jahrgang. Nr.

bemerkbar. Ter Mnistcr für die befreiten Ge-

aftr die ihre Be-

ParsS, 19. Januar.

Reuter erfährt aus sicherer Quelle, daß sich die Pariser Konferenz voraussichtlich nur mit der Frage der Entwaffnung Deutschlands und der Wiederguimachttng beschäftigen werde. Die Besprechungen über die Entwaffnungsfrage werden schnell erledigt fein. Die Frage der Wie- dergntmachung werde noch nicht endgültig gelöst werden, weil man vorher abwartcn will, was Deutschland vorfchlügt. In der neuen französi-

sel zu lösen, das der kleine amerikanische Boxer der Sportwelt aufgibt Irgendeiner der im Im Jitsu bekannten Griffe kommt nicht in Frage. Die Berührung, die Coulon ausübt, ist eine ganz leichte unb dennoch paralysiert er den Experi­mentator derartig, daß jede Kraft von ihm zu schwindet: scheint, sobald er den Versuch macht, Conlon in die Höhe zu heben.

btejc Ware zollfrei aus Brüssel von der Kopen­hagener Firma L. Hirsch selb u. Co. als so­genannteLiebesgabe" eingcfühtt worben war und zum Weiterverkauf au Privathänbler ver­schoben werden sollte. Jetzt endlich kam man auf den Verdacht, daß die Geschichte von der ameri­kanischen Wirtschaftshilfe erfunden war, um Le- benstnittel für den Schleichhandel zollfrei nach Deutschland einführen und mit Wuchcrpreisen verkaufen zu können. Ter Reichsfiskus beschlag­nahmte zehn bereits eingeführte Ladungen mit Kakao, Mehl. Tee, Kaffee, Rinderfett und Kon­densmilch Zwanzig Ladungen waren schon verkauft. Tic Erlaubnis für die zollfreie Ein­fuhr ber übrigen siebzig genehmigten Waggons ist sofort zurückgezogen worden. Es hat sich berausgestellt. daß außer der Deutschamerikane- rin auch der Besitzer der Kopenhagener Aus­kauffirma, Herr Hirschfeld, ttnb ein Wiltners- dorser Kaufmann als falsche Vertreter der Wirt­schaftshilfe aufgetreten fütb. Mrs. Moll und der Wilmersdorfer Kaufmann wurden in Ber­lin bei einer neuenWirtschaftshilfe-Konferenz" überrasch und verhaftet. Ihre Helfershelfer waren der Depositenkasseuvorstcher von der Commerz- und Privatbank und der Inhaber einer Schweizer Erponfirma in St. Gallen. Sie batten der Schwindlerin das notwendige Geld für den Auskauf der Lebensmittel gegeben.

Schwindlerin zum Opfer gefallen sind.

Die Beamten hatten in Hamburg einen Waggon Kakao angeftalten und ermittelt, daß

Ein Telegramm an den Kaiser.

Beim Abschluß der gestrigen Stadthallen-Feier. bei der auch der bekannte General Exz. Graf Otto von Below teilnahm, wurde auf An- reflttna eines Offiziers beschlossen, dem ehemali- gttr deutschen Kaiser Wilhelm II. und seiner schwer kranken Gemahlin ein Telegramm zu übersenden, in dem zum Ausdruck gebracht wird, daß noch viele Deutsche in ewiger Treue am v-ohenzollernhause festhalten.

Unter feindlichem Krack.

Die Entente will Deutschland verwalte«.

(Eigene Drahtmeldung.s

Ausland attfTaufen. Dazu benötige sie aber die Erlaubnis, die Waren ohne besonderen Zoll nach Deutschland einzusuhren. Ta sie über glaub­würdige Papiere und Legitimationen verfügt, verspricht man der aufopferungsbereiten Deutsch­amerikanerin mit Freuden die notwendigen Er­leichterungen.

Inzwischen richtet die HUfsfreudige Frau für mehrere tausend Mark eine Küche für dte Ange­stellten der Reichseinfuhrbehörden ein, läßt täg­lich etwa tausend gute Mittagessen, bestehend aus Suppe, Fleisch und Nachspeise, zum Preise von je vier Mark beteift-r veranstaltet ferner zu Weihnachten in dieser Küche ein großzügiges Fest für die Angestellten, zahlt im Auftrage ihrer amerikanischen Wirtschaftshilfe zwanzigtausend Mark für Weihnachtsgeschenke, sechzigtausend Mark für Liebesgabenpakete und zweitausend Mait für die Kapelle. Balh ist die Deutschame- rikanerin der gute Engel, die beliebteste Persön­lichkeit bei der Reichseinsuhrbehörde. Natür­lich gewährt man ihr so schnell wie möglich alle Erleichterungen, bis vor einigen Tagen Beamte des Landespolizeiamts bei den Reichseinfuhr- bebörden erschienen und den erstaunten Herren

biete, Loucheur. sagte dem Vertreter des Pa­riser Journal:Wenn Deutschland so weiter wirtschaftet, wird der Martt durch immer neue Ausgabe von Papiergeld fortgesetzt verschlechtert, und wenn es keine neuen Anstrengungen macht, sein großes Defizit anszugleichen, fo wird es eines Tages feinen Bankerott erklären und der Entente sagen:Ich kann nicht mehr, mhm. selbst die Leitung in die Hand." Aber fo lange wird die Entente nicht warten, denn die Entente und namentlich Frankreich haben das größte Interesse an der äSiebcraufrifttung TeutsällandS und werden nicht davor zurück­schrecken. alle erforderlichen M a ß n a h m e n m i t Amerika durch,zufiihren.^ Weiter fugte er daß unter der alliierten Berwaltung höhere Post- und Bahngebühren, sowie neue Steuern kämen.

Polnische Ausnahmebestimmungen.

Warschau, 19. Januar. (Eigene Diahmtcl- buttg.) Durch Verfügungen des polnischen Mi- niftcrrats wurde die Befugnis des Ministers, für das ehemals preußische Teilgebiet. Aus­nahmebestimmungen zn erlassen, verlängert.

Eines Tages erscheint die 32 Jahre Deutschanrerttanerin Virginia Moll, nach beut Kriege aus Sau Franzisko in Hemmt zurückgelehrt ist, bei maßgebenden amten der Reichseinfuhrbehörde und phantasiert ihnen von den ungeheuren Geldmitteln vor, die

sie als deutsche Hwuptabgesandie des amerikant- schcn UnterstützungsvereinsWittschaftshilfe", Sitz Berlin, für hmtgernde und frierende Arbei­ter und Hausangestellte zur Verfügung habe. Vor allen Dingen wolle sie Lebensrnittel im

der Deutsch-Ocsterr.sicher nach den deutschen Brüdern, denen man den Anschluß an Deutsch­land verwemerr Aber der Liebe, der unendlich großen Liebe seien keine Schranken gesetzt, sie ströme hinüber über die durch Grenzpfähle mar- kienen äußeren Grenzen. Der Redner ging bann zu einem Vergleich über, wie es vor fünfzig .Jahren um Deutschland stand und wie jetzt. Ter Unierfchied sei so riesengroß, daß man sich wun­dern müßte, daß so etwas in so einer kurzen Spanne W.ltgeschickste möglich fei. Aber wir hätten die heilige Pflicht, unterer Väter zu .ge­denken, die mitgeholfen hätten, das Reich zn- sammenMfchmiedeit, das uns doch wenigstens geblieben sei. wenn auch

die Monarchie

htnsottgefegt sei Aber Deutschland sei nicht bas Land, das sich tm Gewands der Republik wohl fühlen könnte. Eher wüchsen auf der Wilhcltns- k>öbe Dattelvalmen, als daß Deutschland als Re­publik gedeihe. Karl Grube sprach noch von den Marrist-schcn Jrrlebren, von dem Strebe», die Seele des Arbeiters verstehen zu lernen. Redner meinte, die Männer von beute würden schon wieder verschwinden. Wo sei Müller, Scheidemann usw. usw.? Wenn er das läge, müsse er an ein Wort Goethes denken:5Rein, er gefällt mir nicht, der neue Bürgermeister!" Tosender Beifall bricht los. Grube meint weiter, es seien twft Worte Goethes, sie stammen nicht von ihm. Derselbe Goethe habe auch einmal ansgerufen: Er wird mit jedem Tage dreister! Dann verweißt Grube auf das kleine Griechen­land. an dem wir uns ein Beispiel nehmen soll­ten. Trotz der gemeinsten Bedrohungen durch die Entente habe es feinen Willen durchgesetzt, ebenso sollten wir uns an das kleine, aber tap­fere Irland erinnern. Jobn Bull bemerke nun schon bald, daß er hier auf Granit beiße, wenn er versuche, feinen Willen durchzusetzen. Am Schluß seiner Rede brüht tosender, schier nicht cndenwollender Beifall los. Dem Redner wird voii einer Dame ein goldener Kran, mit schwarz- wetß-roten Schleifen überreicht. Umrahmt wur­de die Festrede von musikalischen und deklamato- ttschen Verträgen, um die sich Herr E b h a r b t, Herr Organist Köhler und Fl. K e y f e l l ver­dient machten. Herr Ebhardt trug u. a. einen sehr wirkungsvollen Vospruch von Marie B e ck- Kassel und eine patriotische Dichtting des Brand­direktors Bliesener vor. Herr Studienrat T e m m e hielt die BegrüßungS- und Schlußan- sprache. Mit dem gemeinsamen GelangDeutsch­land, Deutschland üb-zr alles" sand die äußerst nut gelungen Freier ihren Abschluß, worauf sich unter Absingen vaterländischer Lieder ein lan­ger Zug durch die Hohenzollernftraße zum Stän­deplatz bewegte. Rach erneutem Gesang des Deutschliedes und einem Hoch auf das Vaterland $ut gelungene Feier ihren Abschluß, worauf sich

An der deutschen LMenze.

Bedrohung ostprenßischen Landes.

(Eigener Drahtbericht.)

Königsberg, 1g. Januar.

Nach einer Meldung aus Paris sind in der Botschasterkonferenz am letzten Montag die deutschen Vorschläge gegen die Emwaff- r.ung der ostpreustischen Festungen verworfen wordett. Dagegen fei die Frist zur Entwaffnung der Festungen um weitere drei Monate verlän­gert worden. An der ostpreustischen Grenze haben die polnischen T r u p p e n a n s a m m langen auch am Montag angedauert. Am Montag vormittag sind die Grenzübergänge durch die polnischen Behörden ohne Bekanntgabe einer Ursache gesperrt worden

Todesfällen der Großstadt.

Unsere modernen Großstädte sind zumeist nth einem Netz breiter, bequemer Straßen umgeben, die von allen Seiten an den äußeren Gürtel heran,ubreu, und auch im Herzen der Stadt hat man dafür gesorgt, daß der große hier zuiiiu- menftremembe Verkehr sich aus geräumigen Stra­ßen und Plätzen entfalten kann. In dem Zwi- febenrauut zwischen der Peripherie und der City" gibt es aber, besonders bei Städten, die auf eine uralte Geschichte zuttickolickeu, noch viele winklige Gassen, vorspringende Ecken, gefährliche Kreuzungen. Das sind die eigentlichenTodes­fällen" der Großstadt, die allährlich ihre Opfer fordern. Plan hat auf die Verbreiterung und den Ausbau der zu den Hauptstädten direkt hin- füftrenben Wege im achtzehnten Fahrhundett, als cs noch keine Eisenbahnen gab, mehr Wert ge- legt als später. So lange man nur mit dem Wagen reifte, war die Frage der Chausseen eine Lebensfrage, und jeder passierte die Wege, die ins Her; der Stadt fiihrten. Ws man da-tu mV beit Eifenbahnen stets an bestimmten Bahnhof.-n ankam, htt man im neunzehnten Jahrhundert den städtischen Zufahrtsstraßen toeinger Aufmerk­samkeit geschenkt. Welch eine furchtbare Ernte dieseTodesfällen" in einer modernen Großstadt halten, dafür ist London das beste Beispiel. Tie rzahl der bei Sttaßenunfällen Getöteten betrug 1905 172, die der Verletzten 11 688. 1910 war die Summe der Getöteten auf 388, die der Bettetzte» auf 17 560 angewachsen, und 1915 war bic. ?.ch1 der Toten aus 847. die der Verletzten auf 26 487 Die Opfer derTodessallen" haben sich aho in zehn Jahren vervielfacht. Man will sich naher in London jetzt aus Antrag des Magistrat.., ;>j einer durchgreifenden Verbesserung der Strafen, siege entschließen und dieTodesfällen" nach Möglichkeit zu befeitiyen verfloßen.

Das neue Projekt.

An ber Stelle der Zypressengruppe soll eins lebende Hecke erstehen, die d m Aufbau des Hau­ses einen freu» stieben Anblick gibt. Eme eben, solche Grünhecke ist auch bestimmt, das Drahtgit­ter z» ersetzen, durch das heul» der Vorgarten nach der Schönen Aussicht und nach der Funs- fensterstraßc abgeschlossen wird. Entlang dieser Hecke werden sich dann Linden nut breit be­schnittenen Kronen ziehen, hinter denen sich da. Schlößchen erhobt. Nach der. Zeichnungdes Stadtbanamt.'s macht diese Losung der Frage einen outen und schönen Eindruck und auch dir an den Bürgersteig vorspringende Flügel, tn bent sich einstmals der Hessische Staatsschatz befand cewinnt an Wirkung, sodaß man sich mit beit Plane sehr wohl anfieunben kann, wenn nicht bas Gefühl mitspricht, bas sich, ^.e, aciagt, an Gewöhntes klammert unb dem es schmerft, wenn als schön Empfundenes verschwinden soll. Sickor ist. daß die n eit e Anlage, wie tm Rachanse geplant wird, außerordentlich vorteil­hafte Seiten hat. Die Bevölkerung hat ja in den nächsten Tagen Gelegenheit, sich mit der Angele­genheit zu beschäftigen.

Die Mttch°Veessrg«ns.

^cr Magistrat gibt heute die am morMert Donnerstag, am Freitag und Sonnabend erfol­gende Ausgabe der neuen Mil-Matten m bat BrotkattttiauSgiabestellen (nicht auf der -cilch- zentralei bekannt. Alle Haushaltungen, die eme recht,zeitige Abholung der Milchratten unterlaz- sen, können nickt damit rechnen, daß sie vom I. Februar ab ordnungsmäßig beliefert werden. Es werden beliefett:

Kinder im 1. und 2. Lebensjahr mit% Liter, Kinder im 3. und 4. Lebensjahr mit A Liter.

Sobald es der Milcheingang Müßt, werden auch die Fünfjährigen und hieran an­schließend die fechsjährigen Kinder mit 'A Liter beliefert werden. Für den AugenMck ist dies ie- odck nicht möglich. Hoffende Mütter (H-Katteri) erhalten 'A Liter. Mag ermilchkarten werden nicht ausgegeben. Infolge des enor­men Rückganges des Milcherngan- g e s kann mit den zur Verfügung stehenden ge­ringen Mengen keine regelmäßige Belieferung gewährleistet worden. Soweit Magermilch täg­lich verfügbar ist, wird diesem dem ge; amten Milchbandel zu gleichem Verhältnis zur Abgabe an MngettnilckMmpfangsberechttgte zugeteilt werden; in erster Linie natürlich an solche Haus­halte, in denen süns- und sechsjährige Kinder

den haben solle. Die Stadt Paris will daniit nur eilte Maßnahme troffen, um die Rogierung zu Maßnahmen anzuregen, die bent Zweck die­nen können, den Geburtenrückgang zu bekämpfen Die städtischen Prämien werden übrigens nicht nur verheirateten, sondern auch ledigen Müttern gezahlt, sofern das Kind in der von der französi­schen Gesetzgebung geforderten Form vom Vater auciLaunt worden ist.

wurde vorläufig angehalten. Wie hier schon kürzlich bargelegt wurde, i!st die Sache selbst nichts Neues. Schon vor saft einem Jahre Wa­den Zypressen das Todesutteil gesprochen, weil den Bewohnern des Palais durch die Bäume das Licht genommen wird und well was den eigentlichen Anlaß gab unter dem Schutze dies-.u Zypressen ein Dieb in das Haus eingestio- gen war. Jetzt erst sollte mit der Vollstreckung des Todesutteils, das nicht die Stadt gefällt, sondern ber Besitzer des Hauses, Landgraf Chlodwig von Hessen, begonnen werden.

In einer Unterredung mit dem Vorsitz.mdon der Gattenbankommission, Stadtrat Oberftlcut- naitt Henrici, wies dieser darauf hin, da« nun an eine Wiederherstellung d e s früheren Zu stand es gegangen werde« soll Bei der Anpflanzung der Zypressen waren diese Büsch.' und daß sie bis znm Dache reichen sollten, dicht vor Fonstern, kann unmöglch die Abfistt des Schöpfers dieser Anlage gclvesrn sein Zumindeßens hätte er die Bäum« dann weiter vor in de« Gatten gesetzt. Nnnmehr mnß aus Sichcrbeits. und Lichtgründon an die Um­wandlung b-r GartenverhWnisse herangegangen worden. Das Sladtb-mamt bat drei Zeichnun­gen angesettigt, einen Lageplan, ein anschauli­ches Bild des gegentoärtigen Zustandes und ent solches des künftigen Aussehens Dtcse Zetch- nunaon sollen auch in dem Schaufenster der Kasseler Neuesten Nachrichten" au-qebaugt wer­den (was seit heute der Fall ist. D. Schriftl.), um dor Bevölkerung Gelegenheit zu geben, sich über die Sachlage zu unterrichten.

ZK BerschwmduW irr VerSm.

Saure Milch durch Nachlässigkeit.

Vor einigen Tagen hat, wie dieBerliner Morgenpost" mitteilt, das Milchamt, die frü­here Fettstelle. Berlin, bic Gebäüoe der Meieret Bolle in Moabit bezogen, und sich dort eine Ein­richtung äu ge schafft, die mit der von den Behör­den angeblich geübten Sparsamleit in scharroin Widerspruch steht. Im übrigen scheinen auch" die lcichtsettize Gcscktrstsführung und die geringe Sachkenntnis des Milchamtes nicht mehr über­troffen toetbn zu können. Da gewöhnlich die Milchzufuhren nach Berlin nm den Jahreswech­sel vcrlsiiltnismäßtg gering sind, hatte das Milch­amt ang-eordnet, daß auf die Bierterliter-Karten Büchfenmilck und auf die Halbltter-Kartcn ein Viertel Liter frische Vitlch Verteilt werden sollte. Dieser eingeschränkten SVuSgabe stand aber eine um täglich siinfzchir- bis zwanzigtaufend Liter erhöhte Milchzufuhr gegenüfter.

Die Folge davon war, daß alle Behälter der Meierei BMe und auch der übrigen V-cio- teien zum 11 eher lauf en voll waren. Ta aber der 1 und 2. Januar Feiertage waren lie­ßen sich die leitenden Herren dos Milchamtes in ihrer Sonntagsruhe nicht stören uno die Milch wurde nicht veraus-gal't. Als sie endlich an die Verbraucher gelangte, war sie drei Tage alt, ttinb infolge der sriWingSmäßtgon Wittern tg waren dretßtgtansend Liter in Säuerung übergegangen. Dor uitvcrant'wottlichcn Lässig­keit dieser veratttwerklichen Stelle haben es, 'chreibt dieMorgenpost", also die Derlinrr zu verdanken, daß ihnen eine derartig gewaltige Menge als Fttschinilch entzogen werden mußte

Eine rätselhafte Erschelnnng.

In der Pariser Sportwelt erregt der Fall des amerikuuischen Boxers Coulcn das aller­größte Aussehen. Coulon wiegt nur fünfzig Ki­logramm, und es gelingt niemanden, ihn empoc- zichebeit. wenn der Borer mit seinem Zeigefin­ger den H-rls und mit den Fingern der linken Hand beit Puls desienigeu berühtt, der dieses Experiment unternehmen will. Zahlreiche Ver­suche, die mit Coulon vorgcnommen worden sind, ergab-.n, daß eine Verlegung des Schwer­gewichts nicht in Frage kommen kann, da das Erperiment glückt, sowohl wenn Coulon in ge­rader Haltung dasteht, als auch wenn er den Oberkörper nach vorwätts oder nach rückwärts beugt. Außerdem liegt es völlig in der Macht Conlons, das Emporheben seines Körpers zu verbindem ober zu gestatten, selbst wenn die ge­nannten Berührungen stattfinden. Aber auch wenn eine sogenannte Kette horgestellt wird, ge­lingt das Experiment. In diesem Falle wird folgendermaßen Verfahren: Coulon legt die Fin­ger der reMen Hand an den Hals eines der Teilnehmer an dem Experiment. Dieser reicht einem zweiten seine Hand. Der berührt einen Dritten und diesen wieder berühtt Coulon mit den Fingern der linken Hand am rechten Puls. Hingegen kann Coulon denjenigen, den er bc- riiftrt, nicht daran hindern, ein anderes Gewicht, in die Höhe zu heben. Die Wirkung erftretff sich also nur aus fein eigenes Körpergewicht. Cou­lon nimmt jede Herausforderung an und stellt sich jedem Arzt zu Untersnchnngszwecken zur Verfiiguna Bisher ist es noch niemand gelun­gen, den Bann zu brechen, der von Conlon aus- zugehett scheint. Weder Aerzte noch Spotts rch- verständigc sind in der Lage gewesen, das Rät- '

Virginia Mali.

Eine Licbesgabcnschwinblettn.

Bellevue-Schivßchen.

Eine Grünanlage anstelle brr Zypressen.

An was sich b:r Mensch gewöhnt, bas findet er schön. So ist's auch mit den hohen dunklen Zypressen vor dem sogenannten Hcaiheotc'- schen Palais, dem Bellevuc-Schlötzcken an der Schönen Aussicht. Wild romantisch muten die düsteren- schlank emporragenden» Bäume des Südens an und namentlich abends, wenn die er­sten Schatten sich senken, bann gewährt baS Atts- sehen dieses Gebäudes einen idyllischen Anblick Als nun jüngst bic Axt a» diese Bäume gelegt wurde, erhob sich ein Sturm der Entrüstung in der Bürgerschaft. Die Beseittgimg der Bäume

heb ei geströmt seien, |in Worte deutschvölkischer fchen Regierung macht sich der schärfere Ton schont die Nachricht übermitteln, .daß sie einer Treue zu hören. Er sprach von der Sehnsucht bemerkbar. Ter Mnister für die befreiten Ge- ~1 1 rv