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11. Jahrgang.

Dienstag, 18. Januar 1921

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 14

Fernsprecher 951 und 952.

ES

Kundgebungen von links nnd rechts

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I

3nfertton3pretfe-. a) Sinheimlfche Auftrage- Di« etnfpatttge Anzeigen-geil« M 1.00, die einspaltige Reklainezeile M. 2.50. b) AuSwärttg« AusirLge: Die einspaltige Anzeigen,etle M. 1.20, ote einspaltige Reklamezeile M. 2.75, aller einschliesslich Tenerungszuschlag und Anzetgenlieucr. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag Für die Richtigkeit aller durch lsernlprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme­daren und Platze kann «ine Gewähr nicht übernommen werden. »ruderet: Schlacht. Hofstraß« 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Sirai« 6. Telephon Nummer 951 und 952.

Anabhangige und Kommunisten.

Leipzig, 17. Januar. kPrivattelegramm.) Die Leipziger Unabhängigen und das Ge werk sch aftskartell haben ans Anlaß des Todestages Karl Liebknechts und der Rosa Luxemburg zahlreiche Bersammlungen abgehal­ten. In den verschiedenen Reden wurde die Ein­heitsfront der Arbeiter gegen Kapitalismus und Bürgertum gefordert. Die Kommunisten dielten eine Versammlung auf dem Platze vor dem Reichsgericht ab. Rach Schluß der Ber- sammlmlgen gab es noch Straßenkundgebimgen der Unabhängigen und dann der Kommunisten auf dem Augustaplatz, den die Züge trotz des polizeilichen Aufgebots erreichen konnten. Bis zur Mittagsstunde war alles ruhig verlaufen.

Reichsgkündungr-Gtdenttag.

Deutsch-völkische Feiern im roten Halle.

(Pridat-Tclegr ammsi

Halle a. d. Saale, 17. Januar.

Die vom deutschvölkischen Schutz- und Trutz­bund aestern vormittag hier avgehaltene Veran­staltung ans Anlaß des Gedenktages der Reichs­gründung gestaltete sich zu einer großen nationa­len Kundgebung. Das Versammlungslokal war von etwa viertausend Personen gefüllt. Chef­redakteur W u l l e - Berlin sprach über das The­ma: Das fünfzigjährige deutsche Reich und das deutsche Volkstum. Ein starkes Po­lizeiaufgebot umgab das Versammlungslokal. Die während des Vormittags gepflogenen Ver­handlungen mit den Behörden über die Zurück­ziehung des Umzugsverbots hatten nur den Er­folg, daß eine Deputation von zwanzig Mann Kränze am Heldendenkmal niederlegeu durste.

$as Besoldungs-Problem. -

Rvch kein Sude der Beratungen. .

lPrivat-Telegramm.)

Berlin, 17. Januar.

Die Beamten- und Eisenbahnerbewegung ist durch die zustimmenden Beschlüsse des ReichS- kabinetts immer noch nicht zu Ende gebracht. 1 Am heutigen Montag finden Sitzungen der B e - amtenverbände statt, um zu den neuen Zugeständnissen endgültig Stellung zu nehmen. In der gestrigen Abendsitzung der Gewerk­schaften wurden auch die neuen Teuerungs- Zuschläge von bett Vertretern der Eisenbahner immer noch als gänzlich ungenügend bezeich­net. Die beim Reichskanzler mtt den Vertre­tern der SpitzenorWnisationen der Beamten und Arbeiter abgehaltenen Beratungen hatten folg-n- des Ergebnis: Für die Reichsbeamten sol­len die Teuerungszuschläge zum Grundgehalt und Ortszuschläge erhöht werden in Ortsklasse A auf 70 Prozent, in Ortsklasse B auf 67 Prozent, in Ortsklasse C auf 65 Prozent, in Ortsklasse D auf 60 Prozent, in Ortsklasse L auf 55 Prozent. Für die R e i ch s a r b e i t e r soll der Teuerungs- zuschlag für die Stunde erhöht werden: in Orts- kkaffe A nm 0,60 Mark, in Ortsklasse B um 0,50 Mark, in Ortsklasse C um 0,40 Mark, In Orts­klasse D um 0,30 Mark, in Ortsklasse E um 0,20 Mark. Die entsprechende Gesetzesvorlage geht den gesetzgebenden Körperschaften sofort zu.

Umstürzlerische Kundgebungen.

Berlin, 17. Januar (PrivatttlezrMVM.) Am gestrigen Sonntag fanden in Berlin große Demonstrationen der Eisenbahner, der radikalen Beamten und der Kommunisten statt. Die Eisen­bahner und die radikalen Beamten haben in fünf größeren Versammmlungen die neuesten Z u g e- st ä n d n i s s e der Regierung in Sackten der Be­amtenbesoldung verworfen. Resolutionen forderten den Sturz der Regierung. Die Kinn muniftcn demonstrierten gleichfalls gegen die Re­gierung im Friedrichshain und in mehreren : Straßen des Nordens. Neberall wurde der b e - vorstehende Umsturz der bürgerlichen ; Gesellschaft Deutschlands durch die Hilfe Sow- , jetrußlands in Aussicht gestellt.

Damals in Berfailles.

Deutsche Kaiserkrönung vor 50 Jahren.

«US Anlatz be« fünfzigjährigen Gedenktages ist eS angebrach«, daran tu erinnern, tote damals die deutsche SieicySgrSudung vollzogen wurde.

Der ErinuerimgStag an den HMchundert- ährtgen. Geburtstag des Deutschen Reiches be- chwört in uns mit dem Gedanken an jene Mn- zende Feier ernste Gedanken herauf, denn deute nach fünfzig Jahren, ist die damals! so siegerjreu- dig aus der Taufe gehobene Schöpfung rings von Gefahren umdräut, und die Kaiserkrone, die damals das Sinnbild der deutschen Einigung wurde, ist den Symbolen der Republik gewichen. Aber wenn wir uns zuMMtersetzen in den trüben, regenfeuchten Morgen jenes 18. Januar 1871, an dem erst spät die Sonne durchbrach so wollen wir uns doch den Glauben an Deutschlands Größe, der sich damals so stütz offenbarte, nicht nehmen lassen, sondern jene Hoffnung in uns stärken, die der wechselvolle Gang der Geschichte lehrt. Wie das Geschick der Volker und beson­ders das der Deutschen sich im ewigen Mus und Mb vollzieht, so wollen tote daran fesihalten^ daß auch den jetzigen Tagen dos Niedergangs wieder

eine Zeit des Aufstiegs folgen

Kranzniederlegung am Heldendenkmal.

Halle a. d. S., 17. Januar. (Privat-Tele- qrarmn.) Eine Deputation be5 deutschvölkischen Bundes begab sich unter Vorantritt der Fahnen­träger zum Heldendenkmal. Ihr folgten mehrere hundert Personen in geschlossenem Zuge und unter Absingen vaterländischer Lieder. Die Polizei versuchte, diese Personen zurückzu- h alten, die jedoch bis zum HeSdendenkmal ge­langten. Eine Gruppe jugendlicher Kommuni- ten versuchte, die Kundgeber durch Absingen re» voluttonäirer Lieder zu stören. Am D enkmal wurde ein Lorbeerkranz mit schwarz-weitz- roter Fahne unter Hochrufen auf das Vater­land niedergelegt. Zwischenfälle gab es nicht.

Ti« Raffelet Neuesten Nachrichten erfcheinen wöchentlich fechSmal und zwar a den bk. Ter Kboi:neirent$pret8 beträgt monatlich 6.00 Mart bet freier guftellun- in« -au« Au«, wart« tmrch die Post bezogen 5.30 Mark monatlich etnfchltebltch Zustellung. Bestellungen werben eberjitt von bet chefchaftsstelle ober Den Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag unb Rebattion. Schlachthofstraße 28/30. stur unverlangt etngefanbte Beiträge kann ble Siebaktton eine Verantwortung ober Bewähr in keinem stalle übernehmen. Rückzahlung be« BezugStze be« ober Ansprüche wegen eiwalgerntcht orbnungkmäbtger Steuerung aukgefchloffen.

Frankreichs neues Kabinett

Briand als Ministerpräsident.

^Eigener Drahtbericht.)

Paris, 17. Januar

Iustizministcr Bvnnevay, Minister der besetz­ten Gebiete Lvucheur, Ackerbauminister Le- fredu-Prey, Penflousminister Maginot, Kelonialminister S ar raut, ArbeitSministcr D auiel B t» z e n, Minister der Hygiene L e - red», Handelsminister Dior. Das neue Mi­nisterium hat gestern abend den ersten Minister rot abgehalten. Im Verlaufe des Ministerrats wurden die Staatssekretäre ernannt. Die Pariser Blätter betonen in ihren Besprechungen, daß Briand ein Man» derscharfen Richtung" ist.

Link-radikale Kundgebungen.

Ernster Zusammenstotz in Berlin.

(Privat-Tele gramm.s

Berlin, 17. Januar.

Tie kommunistischen Massendemonstrationen, die auf Sonnabend, zwei Utzr mittags, eintet rufen waren, verliefen ohne Zwischenfall. Kom- munistische Redner sprachen zu der zahlreich ver­sammelten Menge. Zu ernsteren Zusammen- stützen kam es aber unter den Linden. Die a n - marschierenden Züge fielen einzelne Per­sonen an nnd bemächtigten sich eines Autos, des­sen Insassen Übel zngerichtet wurden. Als der Menschenstrom die Absperrung in der Wilhelm- fttaße zu durchbrechen suchte, gab die Wache nm Brandenburger Tor Schreckschüsse ab. Ver­einzelte Schüsse waren bereits vorher aus der Menge gefallen Der Sicherheitspolizei, die mit zwei Lastautomobilen bald zur Stelle war, gelang eS, die erregte Menge zu zerstreuen. Dazu wird später noch mitgeteilt, daß eine Frau von einem Schüsse in die Brust getroffen wurde. Gin Mann erlitt einen Oberschenkelschuß, zwei andere Männer erlitten Streifschüsse.

der» lediglich zur Verteidigung unserer geleiste­ten FriedenSarbeit. Das beispiellose Aufblühen ' dmdeutschen Konkurrenz" hatte den Neid der ' Westmächte aeweckt, deren Sinnen auf die Ver­nichtung unserer Machtstellung gerichtet war , Diese Zerstörung ist ihnen gelungen, allerdings nur durch ihre haßerfüllte Diplomatie, di» der 1 unseren an Schlauheit und Sknipellosicckeit über- legen war. Unsere Schwäche war eine falsche, Politik, die unrichtige Auswahl unserer Verbün- teten gegenüber der feindlichen Einkreisung.

Der Sturz von stolzer Höbe in schmachvolle Tiefe infolge des verl-orenen Krieges trifft das deutsch' Volk umso härter, als es das Opfer seiner Tüchtigkeit geworden ist. Das klingt paradox, doch ist es nicht zu bestreiten, daß d»r Krieg nicht gekommen wäre. wenn wir nicht den einzig dastebenden wirtschaftlichen und knltnrellm Frfolg ae-hNbt hätten. Wäre Teutsckss-and ein be­deutungsloser Agrarstaat geblieben, bei dem nichts zu holen gewesen wäre, dann hätte sich ein so großzügiger gemeinsamer Ueberfall fftr die Nachbarn nicht gelohnt. Nur in Deutschlands Einigkeit nnd Größe erblickten sie eine Gefahr der Ueberikiiaelung. DerKampf gegen den Militarismus" hat sich ja deutlich genug als ge-

Das Kabinett Briand ist definitiv gebildet worden und setzt sich folgendermaßen zusammen: Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen Briand, Finanzminister Doumergne, Kriegsminister Barthou, Marineminister I u i ft h a u. Minister des Innern M a r r i a u t, Minister des öffentlichen Unterrichts Berardt,

Feier stand

König Wilhelm in Andacht versunken und hob den Blick nicht vom Boden. Neben ihm hoben sich als die bedeutendsten Erscheinungen heraus der Kronprinz und Bismarck, tote der eng­lische Berichterstatter Russell gut geschildert hat- Bleich, aber fest aus den starken Beinen, stand während der kirchlichen Feier der Soldat-Mini« fier, der sich von seinem Schmerzenslager erhoben hatte, eine Hand auf toen Degenknopf gelegt; zu­weilen streifte sein Mick den König. Aber fafl ununterbrochen schaute er zum Kronprinzen hm. Wer, der, in ungezwungener Haltung, beide Hände im Korbe seines senkt echt vor sich hinge- stellten Schwertes ruhen ließ umd kaum einest Blick auf den Kanzler wandte. Eher schien er mir in weite Gedanken verloren/ Nach dem Segen des Geistlichen und dem dreisachen Amen des Chors schritt der König durch die zweit» Hälfte des Saals vor die dort endete Stufen, bühne, aus die alle Anwesenden treten mußten. Die Versammlung ordnete sich nett,_fo daß btt Minister und höchsten Würdenträger unter Vorantritt Bismarcks int offenen Halbkreis gegen die Stufen standen. Der König trat m bi? Mitte der Tribüne zwischen dem Kronprinzen und dem Großherzoa von Baden und verlas mit lauter fester Stimmer seine Ansprache, worauf Bismarck, näher an die Sttifen heran, tretertb, die Proklamation an das deutschi Volk verkündete. Danach herrschte einen Augen, blick tiefe Stille. Dann verneigte sich bet Großherzog von Baden gegen den Kai­ser> bat uni die Erlaubnis, sich an die Der- samnimlung wenden zu dürfen. _Sein Sautet Ausruf:Seine Kaiserliche und Königliche Ma, jesfät Kaiser WiMelm lebe hoch!* entfesselte bi< allgemeine Begeisterung Unter den Klängen vonHeil Dir im Sieaerkranz" wurden fctf HeÄne hochgesckwenkt und die Fahnen fentten sich vor dem Herrscher, der in tiefer Bewegung da- stand Als erster brachte ihm der Kronpriiu

wird, die uns auf eine Höhe unserer Geschichte führt, wie sie sich in der ReichÄgrünbmta offen­bart Jedem von uns ist ja das figurenreiche Gemälde der Kaiferproklamation bekannt; aber die Einzelheiten des festlichen Vorgangs, Wie sie uns von den Augenzeugen überliefert sind, muß­ten erst durch sorgfältige Forschung gesammelt werden, und dies ist von Dr. Th. Toeche-Mittler in einem Buch geschehen, aus dem tote den Ver­laus des Altes nachzeichnen:Die geladenen Teil- uebmer versammelten sich nach zehn Uhr auf dem Schloßhof und füllten dann allmählich tote Sirte* gclgalerie, die zum Schauplatz der Proklamation ausersehen war. So 'baute sich langsam ein großartiges Bild aus in dem von Gold mck» Glanz schimmernden Festraimr, von dessen Decke die prunkvollen, des Sonnenkönigs Taten ver- berrlichmiden Szenen herabschauten. Die Ver­sammlung nahm so Ausstellung, daß vor dem Altar, an dem der kirchliche Teil der Feier flott* finden sollte, der Raum frei blieb. Kurz vor zwölf Ubr erschien zuerst der Kronprinz, um seinen Vater tnt empfangen. Hurrarufe Wnde- ten um zwölf Uhr an, daß der Sßayen König Wilhelms nahte. Von einem Choral des Sängerch,rs begrüßt, trat er in das Halbrund gegenüber dem Altar. Hinter ihm ordneten sich die Fürsten, wobei die Flügelunkte des offenen HaWrunds rechts der Kronprinz und links Bismarck entnahmen Als Auftakt der Feier wurde von Allen der ChoralSei Lob und Ehck dem höchsten Gutt gesungen. Nachdem der Kron- PrinzHelm ab zum Gebet' wmmandiert hatte, nug Hofprediger Rogge die Liturgie vor und knüpfte in seiner Predigt an die Verse des Kir­chenliedes an, indem er Gottes wunderbare Fü­gung in den Gedanken Deutschllntds austoies. Nun danket alle Gott!' erklang es dann von aller LI ppm. Während der ganzen kirchlichen

Beschuldigung der Demonstranten.

»erlin, 17. Jammr (Pridattelegrammsi Zu dem Zusammenstoß am Sonnabend in Berlin schreibt derVorwärts" unter anderem-: Bei der gegebenen Sachlage ist die vom PoltzeivrAsitoen- ten bereits eingeleitete Untersuchung durchaus am Platze, die sich- namentlich darauf zu erstrecken falt, ob nicht irgend ein Uebereisriger Befehle gegeben hat, bereit praktischer Nutzen in keinem Verhältnis zu dem angeridrteten politischen Scha­den steht. Dagegen steht sch» jetzt einwandfrei fest, daß das allgemeine Atffttrten der Sicher­heitspolizei durchaus nicht herausfor­dernd war und daß diese Beamten sich, redlich bemüht haben, mäßigendtrtb beruhigend auf die Menge einzuwirken und geduldig Schmähungen sowie tätliche Angriffe über sich ergehen ließen. Alles wäre vermieden worden, wenn nicht irgend welche Führer der Massen den ftivolen Ehrgeiz gehabt hätten, die poli­zeiliche Sperrung zu durchbrechen.

Jas Zeutschs Reich.

Fünfzigjährige Einheit.

Mieinem heiteren unb einem nassen Auge' Mieten wir heute auf ein halbes ^ahrhimdeit »e irischer Reichseinheit zurück. Als am^8. Januar 1871 - mit der Kaiserkrönung im schösse zu Versailles das Deutsche Reich aus der Taufe »ehoben wurde, war endlich ein Jahrzehnte ton- oC5 Sehnen der vaterlandsliebeniden Elemente pes Boltes erfüllt. Die vorher Gott Jet § ge- dtaert' im Hader lebenden deutschen Stamme begruben die Streitaxt, und die Fürsten vergaßen die durch kurzsichtige Eifersucht und törichten Eigensinn genährte Zwietracht. Einer Jangm «eit hatte es allerdings bedurft, ehe Deutichla.nd sich zur besseren Einsicht durchraug Ständige Bevormundung und Bedrohung von außen lie­ßen schließlich den Gedanken des Zusammen- Mnsses reifen unb zur großen Tat werden. Ge­meinsam erduldetes Leid führte erst die Einigung herbei. Ein Kreis der besten deutschen Männer tat sich zusammen, um einer besseren Zukunft den Wog zu ebnen; an der Spitze standen unsere Hel­den, der damalige preußische Minister Bismarck im Verein mit Roon und Moltke. In den Kämp­fen gegen die Dänen, gegen Oesterreich und das neiderjullte Frankreich wurden die Grundsteine zum Bau gelegt, bis endlich die große Zeit der Reicksgründung kam.Die deutsche Ein­heit ist nickt durch Reden und Majoritäts- be'Ä'Mse geschaffen worden, sondern durch Blut und Eisen," stellte der Schöpfer dieses festen Ge­bäudes, Bismarck als erster Reichskanzler, fest. Wie er fein hohes politisches Ziel das eigent­lich so selbstverständlich war und doch so spät erre-cht wurde unbeirrt durch alle Hindernisse zäh verfolgt hatte, so war er auch der starke Mann, der das Ziel dann weiter steckte, als er der Nation in den Sattel geholfen hatte, und sie in sieghafter Bahn zum gewaltigen Erfolge

schicktet Schwindel herausaestellt. wie der Frie­densvertrag überhaupt das beste Beweisdoftiment für b'e von den Westmächten verfolgte Zer- störungsahsicht ist. Ihr Streben ist die --------------------------

Svaldma d-s Einboitsreiches, die Vernichtu.iglMinister der öffentlichen Arbeite« Trocquer,

führte.

Mit elementarer Straft entwickelte sich das ge­einte Reich zu einer Großmacht, die den frucht­baren Stern Europas bildete und im Rate der Völker lächo Geltung hatte Durch die unter den Kaisern dreiundvierzig Jahre lang aufrecht er­haltene Friedenszeit gewann Deutschland inen überragenden Fortschritt auf allen Gebiete.:. Wir haben nicht nötig, uns an berauschenden Phrasen zu begeistern urtb uns selbst zu beweih- räudjern, wie es die Art 'der welschen Nachbarn ist, wir brauchen nur die Tatsachen reden zu lassen. Kein anderes Volk Hit in der verhält­nismäßig kurzen Zeit einen gleichen Aufstieg vollzogen. Bettachten tote zunächst das Gebiet der Wirtschaft, das am erfolgreichsten war so fetjen wir eine Vermehrung der national>n Güter durch die Arbeit der Industrie, des Han­dels, bet Technik und der Landwirtschaft, wodurch ein DoMwoblstand geschaffen wurde, wie ihn eine fleißige Nation verdient. Auf kulturel'- l e m Gebiete errang die deutsche Wissenschaft und Kunst eine führende Stellung, die nicht nur uns Vorteil brachte, sondern ans der auch das Aus­land gerne Nutzen zog. Und die durch die Schule b-m Volke beigsbrachte deutsche Gründlichkeit war geradezu sprichwörtlich «worden und wurde überall anerkannt. Um diese materiellen unb ideellen Güter zu schützen, teuf man -ine große Flotte unb ein helden­haftes Heer, das es fertig brachte, vier Jah^e lang dem an Zahl vielfach stärkeren Ring von Feinden Widerstand zu leisten. Nicht aus Krisgs- itnib (5r ob eräuge lüft wie es die Gegner hin- stellen, und wie es durch manche unkluge Aenße- rung von deutscher Seite den Anschein fachen konnte wurde die Wehrmacht geschaffen, son-

unseres Außenhandels und damit die Zerttüm- mening unserer Industrie und Finanzen, die Niederhaltting unserer Landwirtschaft und die Untergrabung unserer VoliksMsundheit. Was ihnen auf den Schlachtfeldern nicht gelungen ist, suchen sie durch Wirtschaftskrieg zu vollenden. Aber die Durchführung dieses Rcöchepstmes d>Z zweiten Versailles soll ihnen nicht gelin­gen. Mit dem Rest unserer Volkskrast wollen wir uns dagegen wehren. Erinnern wir uns an die Zeit vor hundert Jähren, als Deutschland ähnlich unter dem Druck der Fremdherrschaft dar- riederlag. Wie damals napoleonische Willkür die Unterdrückten in der Demütigung einte und dadurch aus der Ohnmacht die Auferstehung folgte, so wird auch aus dem jetzigen Eluid n e u e s L e b e u wieder erblühen. Wenn wir nur, die kleinliche inner politische Streitsucht beseitig n, das Vaterland über die Partei stellen und Ord­nung und Sitte vflegen, dann können wir das treue Gelübde ab legen: Das Reich must uns doch bleiben! K. F. Dr

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