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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Sonntag, 16. Januar 1921
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11. Jahrgang.
kohlenpreise und Lohmerhandlungen.
Verkehr und Wirtschaft.
Die innere Lage.
Das nadjrewolutionäre Zittern des deutschen VoWskörpers will nicht zur Ruhe kommen. Bald droht eine innere Krisengesachr, bald Bedrängnis von Leu Siegerstaalen. In diesen Tagen hat es zwar den Anschein, als sei eine Krise, der Verlehrsstteik, .überwunden, alber sicher ist diese Annahme leider nicht. Verschiedene Umstände spielen in dieser Frage mit, die einer baldigen Lösung harren. Die in Berlin bei den Besprechungen der Rogjerungsvertreter mit den Delegierten der Beamtenverbände erzielte Einigung sittdet nur teilweise Zustimmung der Lrg«ni- salionen, von denen ein großer Teil der Eisenbahner die Regierungszugeständnisse für ungu- reichend erklärt. Es ist als wahrscheinlich anzu- nehmen, daß die Mehrheit aus ihren Lohnford.-- ru-rgen bestehen will. Ob das letzte Mittel, der Ausstand, doch noch angewandt werden wird, öder ob er zu einem Ausgleich kommt, ist heute noch ungewiß Innerhalb der Eisenbahn er- vevbände ist auch eine starke Gruppe gemäßigter Richtung, die zur Ueberlegung nwhnt, weil eine Stillegung der Bahnen einen nnbercchen-- baren Schaden für das ganze Volk nach sich ziehen müßte. Mit einer Einschränkung des Verkehrs wird man ohnehin rechnen müssen wegen des in diesem Winter entstande- nen Kohlenmangels. Tie Bahnen sind nur mit kleinen Verraten versehen, die durch unvorhergesehene Zwischenfälle gefährdet werden köw- nen. Schuld daran sind natürlich die von Frankreich und Belgien rücksichtslos eingesiorderien Kohlcnmengen, Die uns monrtlich verloren gehen, obwohl st? in Frankreich dir Bahnhöfe und Lagerplätze verstopfen. Ein Glück ist es zu nennen, Sei wir einen ;? milder Winter sähen, wodurch d(-r Hausbedarf sehr eingeschränkt wird. Wäre c8 anders, dann hätten Industrie und Eisenbahn bereits unter einer Kohlenkrise zn leiden.
Eine weitere Möglichkeit der Verkehrsgefährdung besteht in der beabsichtigten Gebühren- e r h ö h u n g. Noch ist sie nicht beschlossen, aber der Reichssinatizministcr steht nur den einen Ausweg — wenn das Defizit nicht allzu sehr überhand nehmen soll — in der Erhöhung der Einnahmen an§ Post, Telegraph, Eisenbahn und Steuern. So sehr man auch einen brauchbaren Plan zur Ausbesserung der Reichsstnanz -n be- grüßen würde, ist es doch bedenklich, gerade wacker den Verkehr zu belasten, der schon dem ge- wöhnlichen Sterblichen genug erschwert wird. ES ist ia für den Minderbemittelten fast nmnäZlich, aus familiären oder geschäftlichen Gründen eine größere Reise zu unternehmen: und für die Geschäftsleute, die mit kleinem Kapital arbeiten, bilden die Post- und Tele- araphenspesen bereits ein besorgniserregendes Konto. Deshalb sollte die Regierung es reiflich erwägen, oh eine weitere Verteuerung dieser Ein- richtttngen ratsam ist, da sie letzten Endes doch darauf hinausläuft, aus die Schultern der großen Menge, auf die Verbraucher, teilweise abgcwälzt zu werden, wodurch die allgemeinen 9ebensoeahÄltnisssich noch drückender gestalten. Die größte Benachteiligung würde aber die weitere Erhöhung der Gütertarife Hervorrufen, die alle VerbrauchSasgenstände und Lebensmittel im Preise in die Hälfe treiben müßte. Die Frachten verursachen schon setzt einen erheblichen Aufschlag auf die Warenpreise. Sollte nun gar der Fall eintreten, daß d.r Bahnverkehr infolge Koh- lenmangelS eingeschränkt würde, dann käme zn der Verteuerung schließlich noch eine Wrren- knappheit, die wiederum verteuernd wirken müßte
Auch aus einem anderen Grunde sollte die Regierimg bei der Verteilung der Lasten recht vorsichtig fein. Es ist mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß im Lause der kommenden Monate die Lebenshaltung sich verteuern wird. Zwar gibt es einige N rhrungsmittÄl, die jetzt vorübergehend ein wenig billiger geworde r sind doch darf man daran keine rosigen Hofs- nm.gen knüpfen. Die Landwirte deuten bereits an, daß das wochenlan-ge Rrgenwetter sehr ungünstig für die Landwirtschaft fei. Ein Steigen der Karroffelpreise sei schon bald zu en».rrtet, und erhöhte Getreide preise, desgleichen höhere Viehpreise seien später nicht ausgeschlossen. Wie kürzlich berichtet wurde, haben sich schon wieder die Bergwerks-Organisationen und der ReichS- kohlenrat mit der Frage beschäftigt, ob demnächst die Kohlenpreise erhöht werden sollen. — Es -st eine eigenartige Erscheinung, daß, während im Auslände ein Preissturz infolge der Absrtz- swckung stattfindet, in Deutschland sich die Preise für Auslandswaren behaupten. Der Grund ist harlptfächlich darin zu suchen, daß das Ausland mit Waren überhäuft ist, wogegen in Deutschland immer noch die Nachfrage größer ist als das Angebot. Zf vor wird bcrmiitet, daß her Preisrückgang sich auch auf Deutschland Übertrager werde, aber vorläufig ist das nur eine Spekulation und eS ist nicht zu erkennen, wie daS bei dem schlechten V-tlumskaiid geschehen könnte. Ave däse Umstände sollten die Regierung »er-
anlassen, so schnell wie möglich mit dem AuS- lande zu Handelsvereinbarungen zu gelangen. Denn nur durch einen Ausgleich auf dem Weltmarkt- kann uns wirklich geholfen werden. K. F. Dr.
Aur den Kxhlengebieten. Verhandlungen im mttteldentschen Revier.
(Privat-Telcgraunn.)
Halle a. S., 15. Januar.
Nach den am Donnerstag gemachten Zugeständnissen über eine KohlenpreiSerhöhung seitens der Vertreter des Reickzswirtschastsmini- steriums traten gestern die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer deS mitteldeutschen Kohlenreviers zu einer Sitzung zusammen. Verhandelt wurde über die Lohnfrage. Man kam zu keiner Einigung. Die Forderungen der Arbeiter gingen »eit über das hinaus, waS die Arbeitgeber zugestande«, selbst das Mehr der KohlenpreiSerhöhung könne den erhöhten Loh», aufwand nicht decken. Die Frage wurde einem Schiedsgerickft unterbreitet, das gestern um vier Uhr nachmittags zusammentrat. Der Spruch dieses Schiedsgerichts ist heute mittag zu erwarten.
Streif um die Goldmarkpramie.
Duisburg, 15. Januar. (Privattelegvamm.) In den Kreisen der Bergarbeiter des Industriegebiets wird die Forderung der Entente, auf die Goldmarkpramie zu verzichten, Mit großer Beunruhigung verfolgt. Schon vorher glaubte die Bergarbeitenchaft, daß diese Prämie, die zur besseren Ernährung und Kleidung der Bergarbeiter dienen sollte, nicht ihren Zwecken zugeführt werde. Die Leute wollen unterkeinenUm- stäud en auf die Gelder ver zicht en. So hat zum Beispiel die Zahlstelle Sterkrade des Men Bergarbeitewerbandes den Vorstand aufgefordert, das Ueberschichtenäbkormm-n nicht mehr zu erneuern, falls die deutsche Regierung nicht gewillt sei, die Gelder aus der Goldmarkprämie restlos ihrer Bestimmung zuzuführen.
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Nicht für ausländische Schieber.
DuiSburg, 15. Januar (Privattelegramm.) Die Kommunisten arbeiten mit besonderem Nachdruck darauf hm, daß keineUeber- schloffen, überhaupt keine Uebeifchichten mehr zu zum großen TeU kommunistisch organisierte Belegschaft der Zeche „Diergardt" in Duisburg beschlossen, stberlfanpt keine Uxberschichten mehr zu fahren. Weil die dadurch gewonnenen Kohlen nid# der deutschen Bevölkerung, sondern nur den ausländischen Schieber« zugute kämen. Erst wenn die Regierung eine Kontrolle durch die Bclegschasten selbst einrichten werde, wolle matt wieder Ueberschichten verfahren.
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Frankreich hat genug Kohlen.
Luxemburg, 15. Januar. (Eigene Draht- meldung.) Rach einer Blättermeldung konnte in Paris die Kohlenkarte abgeschafft werden, das heißt mit anderen Worten: Paris hat wieder reichlich Kohle«. Trotzdem wird weitere Lieferung von Deutschland verlangt.
Kamps gegen Die Srgesch.
Die Stellungnahme See Ministers Severins (Prkvat-Tclegrarmn.)
Berlin, 15. Januar.
Gegenüber Pressemeldungen, daß bet preu- rische Minister des Innern Severtng seinen Erlaß über die Orgesch zurückgenommen oder waS gleichbedeutend fei, einschneidend revidiert habe, wird von zuständiger Seite ausdrücklich betont, daß der zweite Erlaß Scverings lediglich eine uriftische Neurevidierung einzelner runtte gebracht hat, daß aber sachlich an dem Vorgehen gegen die Orgesch nicht das Mindeste geändert sei. Herr Severtng und mit diesem die preußische Staatsregicrung steht nach wie vor auf dem Standpunkt daß bewaffnete Organisationen, die sich Polizeifunktionen anmaßen und zum Teil gegen die bestehende Staatsform arbeiten, eilte fdtroere Gefahr darstcllen, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln un» t erd rückt werden müsse.
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Auch in Niederschlcsien.
Berlin. 15. Januar. (Privat - Telegramm,) Im Zusammenhang mr. der amtlichen preußi
schen Erklärung über die Orgesch Wird auch die Mitteilung gedeutet werden müssen, die Herr Sevcring in der Donnerstag-Nachtsitzung der preußischen LandeSversammlung machte, daß er dem Oberprasidenten der Provinz Nieder- s ch l e s i e n den strikten Auftrag gegeben habe, auf das Enerqifchste gegen die Orgesch vorzugehen und alles zu tun, um der Verstimmung der Bevölkerung über das Gebahren der Orgesch keinen Grund zu geben.
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Die Alliierten verlangen Entwaffnung.
Paris, 16. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Aus London berichtet der „Motin", daß in der Frage der Entwaffnung der deutschen Einwohnerwehr und der Orgesch volle Uebereinstim- muttg zwischen London und Paris bestehe. London habe sich vollständig der Anschauung Frank" teiihs in dieser Frage angeschlossen, die ohne jeden Aufschub die Entwaffnung auch der bayerischen und ostpreutzischen Wehren verlangt.
Sie Sttetk-AWmmmw.
Das Endergebnis fstr de« Ausstand.
» (Pri mtt-Te!« gramrn.)
Berlin, 15. Januar.
Nunmehr liegen die endgültigen Zahlen über das Ergebnis der Urabstimmung unter den Eisenb ahnrrn vor. Bisher Hatton die Resultate aus den drei süddeutschen LSnder.r, Bayern, Württembera und Baden noch gefehlt. I« Württemberg beteiligten sich 2798 Eisen, bahnbeamtr an der Abstimmung. Von ihnen sind 2050 für den Streit In Baden Waren von 7200 Stimmen 5760, in Bayern Bo« 4900 Stimmen 3972 füe den Streik. Von imgesähr 270000 ein getragenen Mitgliedern der Reichsgewerkschast deutscher Eisenbahnbeamier haben sich im Ganzen 250 000 an der Abstimmung beteiligt und von den abgegebenen Stimmen lauten für den Streik einundachtzig und dagegen fünfzehn Prozent.
SbetWesieas Abftimmmg.
Wie die Pole« sich vorbereiten.
(Privat-Telegramm.)
Kattowjtz, iS. Januar.
In Verbindung mit den soeben durch die deutsche Regierung aufgedeckien Aufftandsplänen der Polen gewinnt nachstehende Meldung aus Kattowitz erhöhte Bedeutung, die aus verläßlicher Quelle kommt: ES scheint zum Plane der polnischen Abstimmungskampftnechode zu gehören. Wenige Tage vor der Abstimmung sämtliche Verbindungen Oberschlestens mit dem Reich zu zerstören Die bestehenden polnischen Ab- stinnmmgsorganisationen haben dem Vernehmen nach Anweisung, sämttiche telephonischen und telegraphischen Leitungen, sowie die Post- und Eisenbahnverbindungen an einem gegebenen Tage vor dem Begin» der Abstimmung zu zerstören. Durch diese Maßnahme würde bann Oberschlesien völlig Bom Reich isoliert und für die Polen die Beeinflussung der Abstimmung in weitem Matze gegeben sein. Die Durchführung dieses Planes kann unschwer in einem Lande erfolgen, in dem jeder Bergarbeiter in der Loge ist. sich Dynamit in der Menge zu verschaffen, die ihm behagt. Die deutsche Regierung wird wettere Schritte dagegen unternehmen.
5t6n!teii6s neues Sabinet
Eine schärfere deutschfeindliche Regierung.
(Ergene Drahtmeldung.)
Paris, 15 Januar.
Folgende Ministerliste wird als endgültig be- kanntgcgebrn: Ministerpräsident Peret, Aeutze- res: Briand. Finanzen: Loucheur, Justij- ministcr: Bonnevey, KriegSminifter: Rai- b e r t i, Marineminister: Do u m e r, Ministerium des Innern noch unbesetzt, wird wahrscheinlich von Peret selber übernommen werden. Man hatte schon Poincars das Finanzministerium angeboten, das er jedoch ausgesdjlagen hat. — Der „Matin" schreibt, datz die politische Lage in Frankreich als burdjauä ernst zu bezeichnen sei. Frankreid) benötige mehr denn je eine starke Re- girrung, die sich die notwendige Autorität zu Berschafsen vermöge. Das kraftlose Ministerium Lcygucs habe es zu Wege gebracht datz heute wieder von einer Deutschcngefahr (?) und zugleid) aber aud) von dorbolschewistischen Gefahr innerhalb der französischen Lan- dcsgrenzeu gesprochen werden könne.
Amerikanische Sargen. Propaganda gegen die Einwanderung.
In eimerila wird v»n bchSrdlicher nnb sonstig«» i»tereM«rt«r Seite nenerding« scharf gegen di, Zuwanderung von Eftropftern gearbeitet, wie ans folgenden Siewyorker Berictzten hervorgeht. Die Zunahme der europäische Einwanderung macht dem amerikanischen Volke anscheinend eruftcre Sorgen als alle Erörterungen über Völ- keibund und Abrüstungen. Diese Besorgnis wird noch vervielsacht durch die Erklärungen des E i n- wanderungs - Kommissars Gammelt: über die Ergebnisse seiner Uni-rsuchung in Europa. Er telegraphierte feiner Regierung in Washington, nach den ihm mitgetrillen Zahlen wünschen Millionen Europäer gegenwärtig nach Amerika auszuwanidern. Die großen Schiff- fahrrsgcsr llschaften hätten wenigstens unzählige Anfragen. Der Präsident der Einwandermrgs- kommission im Repräsentanienhause fügte dieser Ankündigung bet, die meisten dieser .Einwande- rungskandidaten* seien Frauen, Greise und ihn» der, die folglich weder für die Industrie, noch für den Ackerbau nutzbringend wären. Die einzige Ursache dieser Uebersluttmg sei das wachsende Elend in Mitteleuropa. Der Ein» wanderungskommissar von Long Island kam zu- dem zur Kennttris zahlreicher Versuche zur Umgehung der strengen Einwanderungs-Kontrolle, ilm den Einreise-Scbwierigkcitcn zu entgehen, hätten sich Anarchisten, Bolschewisten und Verbrecher auf zahlreichen Dampfern als Mäschi- nisten, Kellner usw. einaeschifft, um sofort nach der Ankunft tn Amerika ihre Posten zu verlassen. Nach der Wiederherstellung des Friedenszustan- des mit Deutschland und Rußland würden auch viele Deutsche und Russen erwartet Trotz all dem haben die Gesetze, die ein Verbot der Ein- wanderung bezwecken, wenig Aussicht auf Ai:- nähme, weil es auf dem Felde an Arbeitskräften fehlt, während in den Industriezentren drei Mil- honen Arbeiter arbeitslos sind Für die
Bergwerke und die Feldarbeiten möchte man daher die Einwanderung freilassen. Senator France wies nach, daß bet der Motivierung des Gesetzes, welches die Einwanderung beschränken soll und das vom Abgeordnetenhaus bereits angenommen ist, völlig verdrehte Angaben gemacht, die vom Senat geprüft werden, wodurch die Annahme des Gesetzes jedenfalls hinfällig wird. Durch eine bewußte Propaganda habe man dem Wgeordnetenhans Eine Gefahr vorgetäufcht, die nicht besteht Es seien in der Presse fortgesetzt Arttkel verbreitet worden, als wollten acht Millionen Deutsche und hunderttausend Polen sich nach Amerika begeben. Der Einwanderungs-Kommissar habe ebenfalls diese Behauptung ausgestellt. France w-tdcrlegt die Höhe dieser Zahlen, indem er die
Kosten nach der heutigen Valuta berechnet, welclx die Auswanderer ans Europa zu tragen hätten. Die Uebersahri im Zwischendeck koste hundert bis hundertzwanzig Dollars, dazu vomme die Kopfsteuer von acht Dollars) für die Fahrt zur Hafenstadt, Umzug usw. würde noch em Betrag einzusetzen sein, so daß zweihundert Dollars pro Person schon mal von vornherein notwendig seien. Das madjc heute in Deutschland fünfzehntausend Mark. Wenn man den Barbetrag hinzuzählt, den jeder Einwanderer in Amerika besitzen muß, so kommt man auf zwänzigtausend Mark. Eine Fa- vnlie von drei bis vier Personen mußte also achtzig- bis hunderttausend Mark besitzen, um cuswandern zu können Dann stände sie in Amc- rfka mittellos und wäre ihr Vermögen los Wo man heute, die acht Millionen Menschen suchen wrll, die sich diesen LuxnS der Auswanderung gestatten können, sei ihm cm Rätsel. Nicht einmal zehntausend seien zu finden In Polen liegen die Dinge noch schlimmer. Was tne unerwünschten Clemente ans Polen <mbc- langt, s» könne man die Gesuche zur Einwanderung gründlich prüfen und alle diejenigen Per- onen von Anierika fernhalten, die man nicht haben wolle ohne besondere Gesetze.
Gegen die Nstenhamfterel.
Eine Gefahr für das Reich.
Die Nottnprefse arbeitet Tag und Nacht, um immer neue Papiermilliarden herzu- tellen. Aber wie in einem Fasse ohne Boden versinken die neu gedruckwn Umlaufsmittel. Ein großer Teil wandert ins Ausland, ein anderer verschwind^ in den Hamstcrverstccken des Inlands. Der Reichsbankpräsident Havenst"" har die Summe dos im Auslände befindlichen jcitt» <ben Papiergeldes auf Manzig Milliarden, ric im Jnlande gehamsterte Summe ,".f etwa zehn Milliarden Mark gesetzt. :
ist diese Summe noch zu niedrig gegriffen ise n Olger, dieser Rotenhamsterei liegen Na zn- tage. Im Verkehr mit dem Auslände ocr- fiert oaS deutsche Geld an Werl. Alle der- hängnrsvolliN Erfcheinungen treten ein, die sich an den Riederga-ia der deutschen Valuta