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Kasseler Neueste Nachrichten

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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang

Donnerstag, 13. Fannar 1921

Rümmer 10,

Fernsprecher 951 und 953.

Fernsprecher 951 und 952.

Der feindliche Druck dauert an

Die Urabstimmung.

)ßen Kulturvolkes, wie Einwohnerschaft bar«

AuS dem Rheinlands.

Weitere Verhandlungen.

i

der Prozentsatz der für den Streit- stimmenden Beamten noch wesentlich, voraussichtlich bis un­ter 50 Prozent zurüMehen werde. *

Drohung im Ssten?

Polnische Militärmatznahmeu.

Di« ItofleUr S!«U«II«N Nachricht«« erschein«« wochrntltch sechsmal und Mar L de»d«. Der «banneinentSprei« beträgt monatlich 6.00 Mari bei freier Zustellung in» f au«. «u«. wärt» durch die Post bezogen ä.30 Marl monatlich einschließlich Zustellimg. Bestellnagen werden >«derzrtt von der SeschäftSstsll« oder de» «ölen entgegengenommen. Druckerei, »erlag und Sledaltion -. Schlachthoksiiabe 28/20. Für unverlangt eingesandte Beiträge lann die Redaktivn ein, Verantwortung «der Sewähr tn keinem Falle übernehmen. Rückzahlung Le» «ezugSgeldeS oder Ansprache wegen etwaigermcht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

des zur Erhöhung der pnrlanuntnrififien Stoß­kraft im Kreistag, Provinziallandtag und Land-

Genf, 12. Dezember. (Eigener Trahthericht.) Frankreich behauptet, das Kc-HIenavkounncn sei

Streiknergung in Berlin.

Berlin, 12. Januar. (Privattelegrarmn.) Die Angestellten ter Berliner BerkehrS- gesell schäften sind in eine neue allgemeine Streikbewegung getreten. Die Angestellten der Hochbahngesellschaft fordern eine Erhöhung um vierzig Prozent. Die neue Lohnbewegung wird von den Kommunisten mit der ollgemciueu Streikneigung in Berlin in Verbindung gebracht. Gestern sind achttausend Metallarbeiter in Bran­denburg bei Berlin in den Ausstand getreten.

Gegen die RerchSregiernng.

H a n n o v r r, 12. Januar (Privattelegnrmm.) Eine Funktionnrvcrsammlmkg des Eisenbahner­verbandes verwarf die Regierungsvorschläge mit grosser Mehrheit. In einer zweiten Entschlte- tzrmg wurde nahezu einstimmig als die Ausgabe des kommenden Eisenbahnerstreiks der Sturz der bürgerlichen Regierung bezeichnet.

: , Paris, 12. Januar.

In einer Preffe-Melduna heißt e5, Frankreich se' jetzt (das heißt nach der Stellungnahme Eng. lanbS) bereit, anzuerkennen, dass von großen deutschen Zahlungen zur Entschädigm'g gegen­wärtig nicht die Rede sein könne. Daher werde Frankreich keine übertriebenen Forde, rungcn (?) stellen, zu deren Durchdrülkung militärischer Kraftaufwand nötig wäre. Frank­reich stche auf dem Standpunkt, es sei besser, vorläufig mit kleineren Zahlungen zu­frieden zu sein und diese durch Warenliefe. rungen zu ergänzen.

dir Nachlieferung von 350000 Tonnen werde DeutMand eine weitere Frist gestellt werden.

War JeutWanO zahlen soll,

Mildere Forderungen Frankreichs.

E (Eigener Drähtbericht.)

Berlin, 12. Januar. (Pridattelsgramm.) Das : Ergcbnir i>cr Uvabstemmung unter den Eisen­bahnern liegt jetzt ans dert ehemals preußisch- hessischen, sächsischen. ollvenburgtsche» und mccklrn- : durgischen Bezirken vor. Danach haben von ins- ' gesamt vorhandenen 319 732 etwa siebzig Pro­zent, Närnkch 235000, an der Ahstimmimg genenunen. Für den Streik haben nach Miiteilung der RetchSgswvrkschast der Eisend-chn- bearnten 192963, avjo sechzig Prozent der Beam- tenschaft gestimvlt. ES wird angenommen, daß bei Berücksichtigung der noch nicht vorliegenden Ergebnisse aus Bayern^ Württemberg und Baden

Jeutrum m$6 -anaottkanrr.

Ein Wahlbündnis »für lang« Saue»*.

(Prkvat-Tclegrarmn.)

Hannover, 12. Januar.

Weitere Verarunge».

Berlin. 12 Januar (Privattelrzramm.) ZUr Eisenvahnerkrise erfahren wir. Satz heute, cm 12. Januar, vormittags, Verhandlungen des Sechzehnerausschusses mit dem Vor­stand der Eisenbahner im Deutschen Ge­werkschaftsbund flattfinden. Der erwei­terte Vorstand des deutschen Eisenbahnerbuu- deö tagt aus diesem Grunde weiter.

Unter Der FrerMerrkSast.

Beratung über die Entwaffnung.

(Eigener Drähtbericht.)

Brüstet, 12. Januar.

Die Auslösung der ostprentzischen Weh­ren bildet noch immer den Gegenstand lebhastekl Meinungsaustausches zwischen England und Frankreilb. England zieht die deutschen ArM- mente wegen der Gefahr eines sowjetrusfischen Angriffes in Betracht, was Frankreich nicht gel­ten lasse» will. C6 ein grundsätzlicher Ausgleich darüber auf der Konferenz der alliierten Stoais- uianncr erjoigt, ist »och ungewitz. Echo de Pa­ris meldet ans Berlin, datz die U e b e r w a - chungslommission sich »ach Ostpreußen begeben lurbe, um über de» Fortbestand der ost­preußischen Grenzwehren an den alliierten Rat zu berichten. Von Ostpreußen begibt sich die Kommission nach Schlesien. DerTemps" veröfsentlicht Auszüge aus dem Gutachten des Marschalls Foch für die bevorstehende Zusam menkunft der alliierten StaatsmSnner. Der Berickst enthält keinen Berzicht auf den Einmarsch ins Ruhrgebiet

Onf«Ttton$preife-, a) Linheimil»« Cuftrage: Die einspaltig« Anzeigen-Zeil« M. 1.00, die einspaltige Rekkamezeil» M. VA b) Auswärtige Aufträge: Tie einspaltige Anzeigen-«»« M. 1.10, di» «tnfpaltige «etlameieUe M. 176, alle» etnschNeulich Tru-rungSzuschlaz und Lnzetgensteurr. Für Anzeigen mit besonder» schwierigem Satz hundert vrozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Ferulprechrr aufgegebene» Anzeigen, feint« für Aufnahme, daten und Plätze kann eine Sewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Echlacht- hofstratz« 28/iü. Geschäftsstelle: »olnisch« Straße ». Telephon Rnmmer »51 und 962.

Wie die Deutsche Volkszeitung mitteilt, ist durch Beschluß der maßgebenden politischen Or­ganisationen der deutsch-hlrnnoverfchen Bartet und des Z e n t r u m s für die ganze Pro­vinz Hannover zu den am 20. Februar stattfin- bcr.bcn Wahlen zum preußischen Landtag und zum Provinziallandtag ein Wahlbündnis abgeschlossen worden. Es wurde ausdrücklich zu- gesichert, daß eS von langer Taner sein soll. Mit Rücksicht auf die Landtags-, Provinzial- und KrrisiagSwahlen und im Hinblick ans die bevor- stebenden großen Aufgaben, die für die Zukunft Hannovers, besonders für Bcrun.iltung, für Sir» elfen und Schulen in Betracht kommen, schien bei­den Parteien das Gemeinsame in ihren Ziele» so überwiegend, daß sie ein Zusammenfasten der entschieden ckrisMchen Kräfte des Hannoverlan-

Derlin, 12. Januar. (Privattelegramm.) Nach dem SchiodHsprvch des tmerikanischen Schieds­richters in der Frage der Rheintonnage solle» anFrankreichabgetrcte» werden: 1. Kahnraum in Höhe von A0000 Tonnen, Schleppkraft in Höhe von 23761 Pserdcträftem 2. Die Einrichtungen der Badischen Wtiengesell- schast für Rheinschiffahrt und Seetransport, die sie im Hafen von Rotterdam am 1. August 1914 besaß. 3. 76 Prozent der Aktien bet Rheinschifs- fahrtegesellsch.rft vormals Fendel-Mannherm 4. Schisse raum und Schleppkoaft von Fondel wird auf Tonnage und Schleppkraft zu 1. voll in An­rechnung gebracht. Die Alliierten hallen ans- führliche Vorschriften edeffen, wonach deutsche Flugzeuge daS Rheinland nicht überstiegen dürfen

Eine deutsche Eingabe.

Berlin, 12. Januar. (Privattelegramm.) Wie wir erfahren, hat dir Reichsrcgiermra am letzten Montag in der Wiedergutmachungösraze eine auffällige Eingabe an die Pariser Friede is- konferenz gemacht. In ihr werden eingehend dix Mögllchkeiren der Wiedergutma ch- tt n (i vom deutschen Standpunkt aus dargrlegt unter Beifügung eines umfangrekchen statisti­schen Materials. Die deutsche Eingabe soll in Brüffel von den deutschen Delegierte» zur Srundlagc der Verhandlungen gemacht werde».

Berlin, 12. Januar. (Privat-Tel-gramm.) Die Sonntags-Sitzung des erweiterten Vorstan­des des Deutschen Eiscnbahnerverbandes nahm die Entschließung an, wegen der anhaltenden Geldentwertung die unzureick-ende Erhöhung der Teuerungszulagen und deren unsoziale Abstusung abzulehnen, sowie die Ein­heitsfront aufzurichten, um durch geschloff-ncs Borgehen die Bewegung zu einem befriedigenden Ergebnis zu führen. Der erweiterte Vorstand beauftragte den geschästSführetiden Vorstand, die Verhandlungen weiterzufÄhrrn und im Bedarfs­fälle auch vor dem letzten gewerkschaftlichen Mit- tel, dem Generalstreik, nicht zurückzuschrek- ken. Die Bezirksleitungen sind verpflichtet, Teil­streiks unter ollen Umständen zu vermeiden. Schließlich wendet sich der erweiterte Vorstand noch gegen die Preßhetze derRoten Fahne".

oller besetzten («egenben, während in den ü$tIn gen die deutsche, also die mitteleuropö^ isch e, für die Tageseinteilung des Mtagdaseins bekbrhalkeu werden durste. Si reißt nun also diese plötzliche scharf« Abweisung, nämlich die mit dem 24. Oktober dorgeuommene Rückdattc- rung der IMrt um eine Stunde erst recht eine schroffe Kluft in die allgemeine Abwicklung bei wirtschaftlichen Verrichtungen, verschiebt Anfang und Schluß der Urrternehnmngen der Großin­dustrie. Sie kettet nämlich die mit der Bchn an fahr ende Hauptmasse der FabriLarb eiter an eine um ein» Stunde spätere Tageszeit als die im ober beim Geschäft wohnenden Angestellte! t, beeinflußt so die Wechselbeziehungen zwischen Groß- und Kleingewerbe gar ärgerlich, zerschneidet die Gemeinsamkeit der Mahlzeiten luie überhaupt bet laufenden Geschäfte inner* halb der Familie wie des Hauses und ver­gewaltigt die angeborene und gewohnte Tages­einteilung Whfenbcr deutscher Staatsbürger u rost ihrer Million in Angestellten uno Fami- lismnttglieder. Wo wurde jemals einem so starken Bruchteil eines großen Kirlturvolkes, wie ihm unsere rheindeittsche Einwohnerschaft dar- stellt, eine ähnliche beschränkende und zugleich enttoürbiaenbe Fessel ausgenöttgt? Diese mona­telang, nämlich 'biS Sutzerlich der Frühling .n Dentsa land wieder einzieht, geltende Verfügung greift natürlich automatisch durch die gespreng­te» Eisenbahnanschlüsse u. a. auf daS unbesetzte rheinische Gebiet ebenso störend über,

Rein ߫de der MsoldMMmMN.

Angewiffes Ergebnis der Etreikabstimmunz.

LmmleZSÄSMitte!, SpirllussrA.

Verweigerung der Einfuhr.

Auf eine Anfrage im Reichstag hat der Reichs- lvirtschafisminister unter anderem folgendes ge­antwortet: Einsichrllewilligunsen für Luxus- lebens-mittel, Austern, Hummern und andere Delilatessen, werden grundsätzlich nicht erteilt. Ausgenommen sind nur solche Ware», die in Elsaß-Loth ringen erzeugt sind und von dort Herkommen, und für die der Artikel 68 des Friedensvertrages Zollfreiheit vorschreibt. Für diese Waren hat sich die deutsche Regierung in einem besonderen mit Frankreich aLgeschloffenen Abkommen bereit erklärt, Einfuhrbewilligungen zu erteilen. Als LuxuÄellensmittel aus Elsaß- Lothrinaei: kommen insbesondere Günselebcr- p asteten "und ähnliche Konsewen in Frage, Tie Einfuhr getrockneter Südfrüchte, sowie von Weintrauben und Apselsme« ist tm geringen Um­fang zugriaflen worden. Wenngleich diese Waren für den heimischen Bedarf nicht t&ä wnlledmgt notwendig anzusehen sind, so ist es doch ün Jn- treffc unserer Gesunttwirtschaft irnb insbesondere unserer außenwirtschaftlichen BeziehMlgen nicht zweckmäßig, ihre Einfuhr vvWLudig zu unter­binden.

Die Kognakmenge», dir sich zurzeit i« DeurschSand im Handel befinden, find zum weit­em § größte» Teil in einer Zeit eingefuhrt wor­den, als dos sogenannte Loch htt Weste» «ch 4geu wag und die Eiaflchrkonttollr « her West-

Wenn seit einigen Tagen wieder ernste Nach­richten aus Oberschlesten komme», so habe» wir sie alS Zeichen für dis Versuche der Polen anzu- srhen, die deutschen Wstimmungsberechtigten un- Uischüchtcrn und die in Oberschlesien wohnenden Trutschen zu vertreiben. Mit welch skrupelloien Mitteln die östlichen Grenznachbarn t-abri Vor­gehen, ergibt sieb fortwährend aus dem Treiben der polnischen Plünderer- und Räuberhorben, die regelrecht orMnisiert find und sogar l-c» Zweck von Stoßtrupps haben. Sie komme» nachts über die Grenze, überfallen die deutschen Dörfer und Städte und verschwinden nach vollbrachten Gewalttaten wieder, ehe die von der Enten ie- kormnisfion beaufsichtigte Polizei, die eigentlich für die Sicherheit sorgen soll, aus der Bildfläche erscheint. Die Banden begnügen sich nicht mit der 33erbtettuna des Schreckens, sondern nehmen allerlei Beute mit nachhause. Vielfach ist es ihnen gelungen, bie L-ohnselder der Jndustrie- toerte zu rauben. So wurden in den letzten Tage», wie zuverlässig berichtet wird, auf der Eminenz-grube und dör Schellerhütte namhafte Summen, die zur Löhnung bereit lagen, ent­wendet. In beiden Fällen waren organisierte stapfe Banden eingedrungen, die das Personal übemäftigt hatten. Besonders bemerkenswert ist, daß die beabsichtigte Beraubung der Scheller- Hütte, da man das Ärrrücken der Polen sah, »och vor der Tat sogar der Polizei mitgeteilt und sie um Schutz gebeten Wurde, aber bei französische Befehlshaber in Kattowitz lehnte jede Maßregel ab. Es ist auch vorgekvmmen, daß Straßenbahn- Wagen und selbst ein Eisenbahnzu« angehalten und die Fahogäsie ausgeplündert tovrden find. Die oberschlesischen Zeittingen Werden leider von der Ententeausficht Mzwuugen, diese Borfillle zu Verschweigen.

Wie diese Gewalttaten die Bevölkerung im Kleinen bedrängen, so ist eine Bedrohung ganz O berschlesiens int großen Stile im Gange. E4 Erfolge» polnische Druppenzusammenziehun- gen unweit der tzdrenze. Während noch bis vor drei Vconaten an der pvlnisch-deuisthen Grenze, von der Ostsee bis Oberschlesien, im Estrnzeu knapp sechstausend Grenzwachtreiter eingesetzt waren, sind inzwischen zahlreiche Divisionen an» gesammelt worden, die jetzt die Zahl von hun- dertundsiebzigtausend Mann erreicht bdben. Diese Ansammlungen bedeuten nicht nur die Möglichkeit, sondrm die Wahrscbsinlichlett eines beabstchttgteu Angriffs wenn ObersMefirn durch die Abstimmung bei Deutschland bleibt. Denn der berüclKgte General Hallet hat ja iMenttich erklärt, daß Pole» sich nöttgensalls Overschlesien mit Gewalt holen werde. Die

Westeurö-Nfche 3M.

Mißstände im besetzten Gebiet.

Ein bea»R l ti"te Störung der Verbindung«» »wischen dem iint». ur.'o reHt«rtzewifH«u Ge­biet ist die Verlegung der sranzSflschrn Zeit nach Dsutsck-rand hinein. Au» beut Stheiillanh wird uns dazu Nachstehende« geschrieben

Seit dem vorigen Winter 1919-20 hatten die militärischen Behörden des fremden VesatzunzS- heeres süimtkichen besetzten deutschen Landern cm Mein für de» vollen amtlichen und private» Verkehr die westeuropäische Zeit ausgeOvungru. Wer disse e i »s ch n e i d e n d e Maßregel nicht ton eigenen Leiva verspürt und so Gelegen­heit gehabt lMt, ihre alltägliche Wirluna aus -Ä- len Seiten des Verkehrs vom besetzten inz im- l»osetzte Gebiet aus der ganzen Lange der Grenze zu beobachten, kann fick- keinen Begriff davon machen, was für eine Unordnung dieser ein- stündige Unterschied zwischen dem rechten und linken Stvomuser, dauernd hervorrief. Für die Wende 1920=21 hatte zunächst ntemand oiesLioe oder eine ähnliche Gewaltmaßnahme befürchtet, am allerwenihsten aber eine solche, die, scheinbi: ermäßigt, dennoch in die Tageseinteilung der MMonen deuhscher StaatsÄürger der besetzttn Landschaften noch weit unangenehmer und nach­teiliger eingriff als jene schwer empfundene deS ersten «Friedens-Winters. Keine Feststellung der mannigßgchen Schädignnq des öffenilichen und bürgeruchen Wrischaftsslebens, welche die ge­knebelte und durch die sogenannten «Delegier- ten bet Ententemächte zensierte Presse andm- lekr, fein vorsichtig durch klingender Widerstand der in ihrer Zeitüherlieserung für den Werktag deS Familien- und Berufsdaseins empfindlich belÄsi-gten BevöAcrung. fein zarter ....

deutscher AmtssteAen vermochte bie Derovdnung der «Rheinischen Oberkornmisston* hinanzichal- ten. Jetzt gilt nämlich feit 23. Oktober 1920 die französische, b. L bie n«6 Paris gerichtet« wssteuvopäisch». Zeit

für dr» gefantten Eisenbahnverkehr A

durch Deutschland nicht erfüllt worden. Für die __________ _ .

nachträgliche Erfüllung des Abkommens und kür tag für titiaaeub erwüosch» hielten.

deutsche Reaierunq, die für diese Tatsachen Be- weis-material tn den Händen hat, besitzt auch sichere Nachrichten über neue Ausstands- p 1 ä u e der in Oberschlesien tätigen geheimen polnischen Kampf-Organisationen Fie französischen Beamten der alliierten Kom­mission sehen diesem Treiben ruhig zu. Sie cr- ,-untern die Ausrührer sogar dadurch, daß sie die s'olizei nach und nach mit Polen durchsetzen. So i t das gesamte Pol-izeiwesen Oberstblesteus in trotze Unmdnung geraten und überall, wo Deutsche auf ihrem Recht Heftchen, greisen fror.« zöstsche Offiziere zum Nachteil der Deutschen ein. Selbst Haftbefehle der deutschen Staatsanwalt- schast werden dort von den Franzosen zeitweise teseitigt und erst wieder hcraus-gegeben, wenn per Verbrecher gewarnt worden ist und sich in Sicherheit gebracht hat. Diese Haltung der Fran- i»sen ist natürlich nicht etwa Eigenmächttgkeit Mt dortigen Offiziere, sondern sie handeln nach ten Befohlen von Paris.

Nack diesen Feststellungen ist auch als sicher wMnehmen, daß die oflüiertcn Truppen ix Ober- shlesien nicht di« Absicht haben, ein wUitarrfches ktorgehen der Polen zu hindern. Oder wenn sie cs hirtd-rn wollten, könnten sie gar nichts gegen (litt solche liebermacht tun. Die polnischen De­jan ptun gen. daß deutsche Reichswehrfornmtionen wett über bas erlaubte Maß hinaus in C&er« schlesien zusammengezogen seien sind aus der Luft gegriffen und sollen nur die Auimerkfcrmkcii von den eigenen Planen ak-lenken. Die Alliier- ten-Kommission tn Ovpeln hat sich bereits davon tüberzeugt, daß bie Stäckke der R eichsw eh r tn Obersthlosien genau den Vorschriften des Friedensvertrags entspricht. Die deutsche Regierung hat. wie sie mittrilt, Veranlrs- fwrg genommen, bei den Reoieruneen in Lon­don, Paris und Nom auf die durch die Polen aeschaffene bedrehlickk« Lage hin-uloeisen. Tie fiat auch ebenso die polnische Regierung auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die sich daraus für Oberschlesien und für den Gang der Abfiiin- mung ergeben müssen. Die Ab st i m m u n g soll vom Alliiertenrat bis März vertagt worden fein. Bis dahin kann sich noch mancherlei ereig­nen. Es ist nicht ansgeöcklloffen, daß mittlerweile die Russen den polnischen Truppen onberweitige Beschäftigung geben, bie den Polen setzt unange­nehm sein toi®. Die es auch kommen man. die

träte Bevölkerung OberjchSesiens und die tm Reiche wohnenden Wsttummnssberechtt.g.en werben sich, wie die DraneLdumgen zur Abstim­mung zeigen, durch nichts von der Wahrung ihres Rechtes ablenken lassen und mit dafür sorgen, daß Oberschlksien Derrtsthlwid erhalten bleibt. L.k'.vr.