gnferiioniptetfe •. ■) Etx-itmtsch» Auftrag« - Die einspaltige Anzeige»-Zeile M. 1.00, die etnspaliige Sieklamezetl« M. ISO. M Auswärtige Aufträge: Di« einspaltig« An,eigen,eile M. IM, ei« einspaltige Reklamezeile M. 4.76, alle! einsLlieblich TeuernngSzuschlag und Anzetgensieuer. Mr Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hirndrr. Prozent Aufschlag Mr die Richtigkeit aller Lurch Fernsprecher ausgegedenen Anzeigen, sowie jur Auinahm«. baten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht- hofNrahe 28/3U. Geschäftsstelle: flötnifcbe Slratze Telephon Nummer 951 und 952.
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nummer 5.
Fernsprecher 951 unp 952.
Freitag, 7. Januar 1921
Fernsprecher 951 und 952.
11. Iahrgana.
Der Verlehrsslreik roitö vermieden.
Gleichzeitig wird augedrutet, daß die
Die Bergarbeiter gegen Bayer«.
Köln. 6. Jannor. (Privattelegrantm.) Die sozialdemokratisch« „Rheinische Zeitung« wieder, holt mit großer Bestimmtheit die Behauptung, daß die Bergarbeiter entschlossen seien, die Bayern nötlgensalls zur Entwasfmmg der Einwohnerwehren z« zwingen und daß sie die? in einer Unterredung mit dem Reichsmini- ster deS Innern auch erklärt hätten. Durch diese Erklärung sei die Reise des bayerischen Minister- prSsidenten nach Berlin veranlaßt werden.
besonders auch auS den von den Grenzkreisen eingehenden Protesten ergibt, vollkommen überzeugt, daß bei der gegenwärtigen Lage der Provinz die Beseitigung ihrer Organisationen dazu angetan sei. geradezu einen Ueberrumpe- lungSversuch bolschewistischer oder aber polnischer Abenteurer hervorzirrufe«.
Z«sarmn«n?unft der ATUsrrsn.
Eens, 6. Fanurr. (Eigene Trahtmevdung.) Havas berichtet: In der deutschen Eniwaffnungs- irage ist die Stellungnahme der alliierten Kabinette in Paris eiugetrofsen. Die Haltung Frankreichs erfährt auf die Mitteilung der alliierten Kabinette nur unwesentliche Korrekturen. Der Botschafterrat wird sich am Freitag mit der deutschen Entwaffnungssrag« befassen. Die Zusammenkunft der Minister- präsldcnlsn Frankreichs, Englands, Italiens und Belgiens zur Beratung über die Entwaffnung Deutschlands und die ruderen schwebenden Fragen der hohen Politik wich am 19. Januar in Paris statt finden. EM nach dieser Besprechung der Ministerpräsidenten werden die Verhandlungen in Paris wieder ausgenommen.
Im Direktionsbezirk Kassel haben den Streik bejaht 10315 Beamte — 75,05 Prozent, verneint haben 2997 Beamte — 21,8 Prozent; ungültige Stimmzettel sind von 434 Beamten abgegeben Wochen. An der Abstimmung betei- li.tten sich im Ganzen 13746 Beamte — 92 Prozent der Mitglieder. — Im Direktionsbezirk Magdeburg haben den Streit bejaht 10391 Beamte verneint 2311 Beamte.
England verneint die Berechtigung.
Eens, 6. Januar. (Eigene DrahtmeDimgl Echo dr Paris berichtet: Außer von Marsch.'ll Joch) ist auch von dem englischen GencraGab ein Bericht zur Entwaffnung Deutschlands eiugegan- gen. Auch der englische Bericht verneint die Berechtigung zrmr Fortbestehen der deutschen Einwohnerwehren in Bayern und Ostpreußen.
ras neue Jeutschland.
Ein« Kundgebung Dethmann-HoklwrgS. sra«yst«hcnb» schriftlich« ««»yrrung de« jetzt 6er srordcnen frithrren R«ichSIa>l !«r« ist von Ded«n« nng ftir die Wertung feine« lauteren Charakter«
Im Oktober 1918 veranstaltete der Leiter ter Deutschen Gesellschaft für staatsbürgerliche Erziehung. Herr Arthur Kirchhoff, Berlin, eine Stundftago über die damalige Situation. Siach- dem inzwlsci/en fd)*m der Zusammenbruch und die Revolution in Deutschland erfolgt waren, kam auch das Antwortschreiben des ehemaligen Kanzlers von Bethnfknn-Hollweg: »Seitdem die Rundfragen erlassen sind, ist die Revolution gekommen. Wir stehen neuen Forderungen gegenüber, die für unser Dasein entscheidend sind. Ohne die Bildung einer Regierung, die sich aus das Verl rauer! der Mehrheit des ganzen Volkes stutzt, bekommen wir kein Brot und keinen Frieden, treiben der Hungersnot, dem Bürgerkrieg und der Zertrümmerung des Reiches entgegen. Das gesamte Volk kennt die Lage. In feiner erdrückenden Majorität will eS von Uit» tubeu und Terror nichts wiflen. verlangt es stür- mikch nach der konstituierenden Nattonalversamm- luna, und nur ein ganz geringer Teil ist es, der der Ration wider ihren Willen die einseitige Diktatur das Prolctariars aufz-wingen will. Wir lrtid die Entsrlfeidung fallen? Vier lange Jahre hat das Volk in seiner Masse fast der ganzm > Welt standgchalren — im Schützengraben und ■ daheim —, obwohl Nähr«, nasm angel an seiner fchvsischeu Kraft zehrte, obwohl unsinniger Sftoir über dir Kriegsziele, unselige Verblendung über den U-Bootkrieg und üppig wucherndes Intrigantentum die Gemüter verwirrte Dieser Heldenmut wird
SeMchlsnds stnlvaffyMS
Unzufriedenheit in Frankreich.
Englands Haltung.
Paris, 6. Januar. (Eigene Drahtmewung.) Mn Sußert sich in sran.chsisklfen interessierten Kreisen sehr zuverfichtlich über die Haltung Englands, das anscheinend bereit ist, sich dem französischen Vorgehen in der Eniwaff- mrngsfrkkge vordel-altloS an» u schließen- Bon französischer Seite wird betont, daß die in Spa vereinbarten Strafbepimm ungen so fort zur Ausführung gelangen müßte«, falls Frankreich darauf bestünde und der für ihre An-
(Eigcner Drahtber'^ü)
Paris. 6. Januar
Der offiziöse Charakter der Entwasfnnngck Note wird auch vom „Temps" anerkannt. Ohne Zweifel haben es die Engländer mit der Zufnm menkunft des Obersten Rates nicht so eilig ntte die Franzosen. Ein Teil der französischen Presse sinvet, daß das Kabinett LeygucS. die ganze Angelegenheit der deutsckjen Entwassnimg sowohl gegenüber Deutschland, als auch gegenüber England schlecht geführt habe. Der „Motin" fragt, warum die französische Regierung sich aus einen direkten Notenwechsel mit Deutschland eingelassen und zugleich eine Versammlung des Obersten Rates verlangt habe. Die Engländer Ixibe man ausgerechnet über die Festtage mit einer wichtigen Angelegenheit brüskiert. Auch in parlamntarischen Kreisen Herrscht eine gewisse Unzufriedenheit. Der stühere Minister Renauld hat ein JnterpellationSbegehren eingercicht, worin er sagt, die Regierung habe ihr Versprechen nicht erfüllt und die völlige Entwaffnung nicht erreicht, weil sic zu zaghaft gewesen sei.
Anter französischem Druck.
Berlin, 6. Januar. fPrivattelegramm.l Der „V-ouwärts" teilt zur erfolgten Verständigung in der Eisenbahnersrage eine beachtenswerte Vorgeschichte mit. Es hat dabei namentlich ein Plan des Chefs des französischen Feidbahnwe- sens eine nicht unwesentliche Rolle gespielt, der den Streik dazu benutzen wollte, daS Eisenbahnwesen des besetzten Gebietes französisch zu militarisieren itnb auch zwecks Kohlenversorgung das Richrgodiet mit militärischen Mitteln anzuqrn- fen. Das Bekanntwerden dieses Planes dürste es gewesen sein, daa die Regierung dazu bc- stimmtte, in ihren Zugeständnissen weiterzugehen, alS ursprünglich beabsichtigi war.
Die Streikgefahr ist beseitigt.
Berlin, tz. Januar. kPrivastelegramm.s Die Eisenbahnerorganksationen haben den bereits mitgelcilten Einignngsvorschlägen gestimmt. Die Gefahr eines Eisenbshner- strrikS ist damit beseitigt.
Um die stinwohnxrwehren.
Proteste gegen di« Ententenote.
(Prtvat-T elearamm.1
Königsberg t Pr„ 6. Januar.
Tie Forderung der Entente, daß auch die o st. preußischen LrtS- und Grenzwehren aufgelöst werden sollen, hat m der ganzen Provinz Ostpreußen eine tiefgehende Erregung hervor- geru'en, die sich in zahlreichen Protestkundgebungen laut macht.' Diese Erregung beschränkt sich keineswegs auf reaktionäre Kreise, »ielmchr ist
der ewige Ruhm Deutschland« bleiben. Ihn wollen wir jetzt, wo das Schick« sal gegen uns entschieden hat, erst recht hoch und heilig halten, ans ihm, nicht aus eigener Selbst- zcrsleischimg neue Kraft ziehen. Richt weil deutscher Geist versagt hätte, haben wir die grau- salncn LÄrffeirstillstands-Bedingungen annehmen !nässen, sondern weil nach dem Zusammenbruch unserer Bundesgenossen weiterer Widerstand gr-« gen eine zermalmende Uebermacht einfach aus- sichtslos war. Jetzt aber ist Widerstand möglich. Widerstand gegen die, welche das Chaos wollen. Das ist nicht ein Streit, wie er vor dem Kriege unser Volk zerklüftete. Man sagt, wir Deutschen seien ein unpolitisches Volk. Man mag damit Recht haben. Aber sehr unrecht haben die oberen Klassen, wenn sie meinen, gerade der einfache Mann des Volkes sei unpolitisch. Man findet bei ihm im Durchschnitt nicht nur sehr ausgesprochenes Politisches Interesse, sondern auch politisches Urteil, aufgeb cmt auf gesundem Menschenverstand, arbeitsamem Ordnungssinn und unvoreingenommener Duldsamkeit, wofern nur Gerechtigkeit geübt wird. Woran es fehlt, ist die politische Führung. Leicht war und ist es, bnfür die Regierung allein verantwortlich zu inachen. Aber weder in dem allen Obrigieirs- staat, wo die Parteien in der BeWrnpfun« der Regierung ihre Mission sahen, noch in dem jetzigen Pollsstaat konnte und kann die Regierung ohne die Grundlage großer und von pvlitischcm Leben erfüllter Parteien etwas tun. Solche Parteien hatten wir nicht und haben wir auch jetzt nicht. Sie zu schaffen, scheint mir die Hauptaufgabe. Jetzt für die konstituierende Nationalversammlung, danach für den Reichstag, der ans ihr hervorgehen soll. lieber btn erschreckenden
Niedergang des Varteiwesens
herrscht wohl kein Streit mehr Tie konstttntio« nette, nicht parlamentarische Rogievungssorm und die Eigenart unseres Wahlrechts mag manche beste Kraft dem politischen Leben serngehalten haben. Dazu kam die Leere, die Jdeallosig'ett und die bei dem Alter unwahrhastig gewordene Phraseologie der meisten Parteiprogramme, verbunden mit vielfach gehässiger Kampfesweise gegen den politischen Gegner. Jetzt in dem parlamentarischen System des neuen Bolksstaatcs, mit der komanenden Einführung von Verhält-
Neue Seldscheiue.
Di« rasende Rotenpreffe.
Bon
Professor Dr. Georg Jahn, Braunschweig.
Im Voranschlag des Reiches fiir 1920/21 Ät aus der Einnahme- nn'd ans der A,is- eite achttmddreißig Milliarden Mark. Ob es bei den ordentlichen Ausgaben nut dieser Riesensumme sein Bewenden haben wird, stehi dahin; sicher dagegen ist eS, daß die Enr- na-hmen nicht entfernt an die eingesetzten achtunddreißig Milliarden Heranreickfen werden. Nach den Mitteilungen, die vor kurzem nn Reichsanzeiger^ gemacht wurden, wird sich bei den direkten Steuern und den Verkehrssteuern gegenüber dem Einnahmesoll voraussicktlick ein Ausfall von elf bis zwölf Milliarden ergeben. Ebenso bleiben die Zollcinnal-men hinter dem Voranschlag zurück. Nur die Verbrauchssteuern (Kohlenst-ner. Tabaksteuer, Weinsteuer usw.f entwickeln sich günstig, da sie als Wertsteuern int Gleichsckmtt mit der Preissteigerung bei greick- vleibeiidem Verbrauche einen wachsenden Ertrag abwersen müssen. Im Ganzen rechnet man für das laufende Etatsjahr mit einem Fehlbetrag von mindestens zehn Milliarden Mark. Er wird durch nengedruckies Papiergeld gedeckt. Neben dem ordentlichen Etat steht der außerordentliche, in dem vor allem die Ausgaben aus der Erfüllung des Friedensvertrags untergebracht sind. Die Höhe der Ausgaben siebt hier überhaupt nicht fest, und läßt sich kaum schätzen, so lange unsere Verpflichtungen nicht endgültig normiert sind. Den Hauptposten W det die Bezahlung der zwei Millionen Tonnen Kohle, bte wir noch dem Abkommen von Spa monatlich ohne Gegenleistung an Frankreich, Belgien und Italien liefern müssen. Sie kosten dem Reiche annähernd drei Milliarden Mark im Monat Dazu kommen die BesatzunaSkosten, die Entschädigungen der Schiffahrtsgesellschaften, der Unter nehinungen in den abgetretenen Geb irren, der Ausländsdeutschen nstv. Da lausende Einnahmen nicht vorhanden sind, müssen sie geschaffen werden. Und das Hilfsmittel ist auch hnr wieder die N o 1 e n p r e s s e.
So mußte die Menge des umlaufenden Papiergeldes mit unerbittlicher Notwendigkeit wachsen." Anfang 1919 betrug der Umlauf an Banknoten nnd Darlehnskassenfcheinen reichlich dreiunddreißig Milliarden Mark, ein Jahr spater waren es bereits 4954 Milliarden, und bis An-
niswahlen, kann keine EntschuldiMNg mehr gelten. An den praktischen Rtesenauf- g a be n, die vor uns stehen, nicht an theoretischen Schablonen, sind neue Parteiprogramme aufzustellen, um die sich, befreit von allem Druck von oben und unten, alle, aber auch alle Kräfte der Nation zu sammeln haben. Aehnlich wie bei den Klarieren, liegt es bei der Presse. Nicht Sensation, Verhetzung der einzelnen Bokkskreise untereinander, frmdern Klärung und Lösung der politischen Pröblet. ;e im Kampf der Geister muß ihre Aufgabe sein. All das sind Gedanken, die sich von selbst aufdrängen. Sie werden, nur ausgesprochen, weil sie zeigen, wo die Arbeit allererst einzusetzen bat. Rur lebendige Teilnahme aller geistigen Potenzen der Nation an der po° . .. .. litifchm Arbeit des Parieilebens, der
mendung vorgeschene Fall ohne Zweifel vorlirg.. und Parlamente kann betotttet,
v-*- "=- * an< - daß in diesen Organen wieder geistige Arbeit geleistet wird. Und nur in der geistigen Arbeit dieser Möchte, wckkch» vt« einmal das politische
sang Dezember dieses Jahres war die Summe auf' nickt weniger als 76% Milliarden gestiegen. Am Jahressckluß werden eS annähernd achtzig Milliarden sein, ut d la die Ausgaben in irn- verminderter Stärk- fortlanscn, müssen wir damit rechnen, daß am Schlüsse des EtatSjahrcs, also am L April 1921, die Hunden Milliarden erfüllt sein werden. Wenn die mitgeteilten Scbötzungszahlen sich als zutreffend erweisen sollten, werden wir also das Bild bekommen, daß im Etatsjahr 1920/21 von allen ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben nur achtund- zwanzig Milliarden durch Stenern, der ganze Rest von fünfundvierzig bis fünfzig Milliarden durch neewpdrucktes Papiergeld gedeckt worden sind.
Mob-n diese Entwicklung füfnrt, steht allen Wissenden mit unheimlicher Klarheit vor Augen Da die dauernde Geldvermehrung nicht mit einer entsprechenden Steigerung der Gütererzeugnng Hand in Hand geht und in dem erforderlichen Umfang gar nickt geben kann, muß sich im Verhältnis zur Geldausgabe mmusgesetzt die Nachfrage vermehren. Wachsende Nachfrage aber bedeutet steigende Preise. Und so kommt die Verschiebung der Preise nach oben überhciupt nickt zum Stillstand und nnlergräbt Mimt rlle Berechnung und geordnete Wirtschaftsführung in Staat und Gemeinde, Unternebmnng und Haushalt Aus diesem ewigen Krisenzustand der Volkswirtschaft gibt es nur einen Ausweg: Der Staat muß die Notenpresse Über den Verkehrs- bedarf hinaus st i l l e g e n und seine Ausgaben wieder ausschließlich aus dem Ertrage von Steuern und Anleihen decken, da er nur so die Verfügung über wirtschaftlich vorhandene Kmifkraft erhält. Dann erst hört di- von der Geldseit.' kommende Aufblähung der Preise auf und ihre Bildung wird — allerdings auf höherem Gesamtniveau — wieder daS Ergebnis des Wechselspiels von Angelvt und Nachfrage auf dem Markte.
Die Gesundung unserer Wirtschaft hängt also durchaus ab von der Gesundung der Reicks- nreamen. Das kann keinem Zweifel unterlieaen. Indessen, können wir denn überhaupt noch "die ungeheuerlich« Finanzwirtschast des Reiches durch Stenern und Anleihen allein wieder etn- renken? Die breiten Massen sind allerdings seit der Einfiührung des Steuer-chzugs <m der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, aber es laufen noch Hunderttansende, vielleicht Millionen in Deutsckland herum, die tat Vergleich zu ihren Einnahmen lächerlich gering- Steuern zahlen und das Reich um Milliarden und aber Milliarden betrügen. Jeder S chie-
Sie Neamten Mgidnng.
Erhöhung be» LenerungSzuschlagS.
(Privat-Tele^amm.1
Berlin, 6. Jonimr.
In den gestrigen Verbandlnnoen zwischen dem Sechz ebn er-Ausschuß der Eifenbahn.-r und den Vertretern deS Reichsverkehrsmini sterinms über die Forderungen der Eisenbahner wurde folgende vorläufige Einigung erzielt: Für die Beamten soll mit Wirkung vom 1 Januar dieses Jahres an der Teueru n g S - Zuschlag »nm Grundgehalt und Orszuschlä gen von 50 auf 70 Prozent in Ortsklasse A, ans 65 Prozent in OttSklass« B, auf 60 Prozent ui Ortsklasse C, auf je 56 Prozent in den OrtsNgs- sen D nmd E erhöht werden. Für die Ar beiter soll vom gleichen Zeitpunkt an der Stundenlohn in der Ortsklasse A um 50 Pfg., i n Ortsllasse B nm 40 Pfg., in Ortsklasse C um 30 Psg., in Ortsklasse ® um 20 Pfg. und in Ortsklasse E nm 10 Psg. erhöht werden. Außerdem soll den Beamten gleichzetttg durch weit.-re Neberteuerungszuschüsse tn durch hohe Jndustrielohne besonders beeinflußten Orten im Rahmen der bisherigen Richtlinien nach- geholsen werden. Der Vorsitzende der Verhandlungen, Staatssekretär Siieler, erklär!« sich bereit. diesen E'.nigungsvorschlag dem Roichsver- kehrsminister zur Vertrettma in der Reichsregie- rungs-Sitzung zu empfehlen.
Negierung an die Geltendmachung s-lcher Recht« Ntrzeft «icht deute
herprozeß deckt groß« Einkommen und Der-sman auch auf sozialdemokratischer Seite, wie sich mögen aus, die der Steuerbehörde unbekannt sind. Wenn die Einschätzungsiommifftonen und Finanzämter rücksichtslos duvchgreiffen, lassen sich Niesensummen für das Reich gewinnen, durch die das Loch im ordentlichen Etat sicherlich zu einem erheblichen Teil gefüllt werden kann. Sodann aber muß unter allen Umstünden und so schnell wie möglich die unverantwortliche Defizitwirt- sckast von Eisenbahn und Post aufhören. Sie ist der Ruin der Reichssinanzwirischaft. Rosige AuKsickten für unser Wirtschaftsleben sind das wahrhaftig nickt; ober daS Wichtigste bleibt nach, wie vor die Sttllsetzung der Notenvresse, otw die Deutschland immer mehr tn russische Zustande hineingerät und dem Verfalle preisgegeben ist.
Die Abstimmung.
Berlin, 6. Januar. (Privattelegramm.) Von den bis gestern abend gezählten 143000 abgegebenen Stimmen waren 124500 für den Streik.