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/ Sonnabend, 1. Januar 1921

Fernsprecher 951 g52

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 1

11, Jahrgang.

BB

1/

^öerfcftärfter Druck aus DeuWlcmö

Di« Safieltt Sieusfim 8tad,rid)tm -richtinen wöcheniNch U*«mal unb pesr a d-nb 8/ Ter Ldonn-n-.eniSprei« beträgt menatt. 6.00 Tiari bet tretet 3uf:eUun3 in« »au«, »eftyiungen werdenebetj.n cen der «es-tzLft«fteUe -d-r den Boten entgegengenommen, ^rucfetei, Berte« »n» RcdoNion-. Sd)-ad>tt)offiraBe 28/30, Svür unoerlangt eingel-ndte Beträge kann die Stebciticn eine Beraritwort.mg ober Gewähr in keinem Ralle übernehmen. Rückza hlung de« SegugSgelbeß oderAnlvrüchewegen erwaigernkchlorLnungsmätziger Lieerung uus^Eschlossen.

dnfertton«pretfc. .) etnbetmtfdte «uftrage $(e etntpalNge Hnjetaen. Aelle M. tno hf, einspaltige Rektarnezetle M. 2.50. b) Su3roat (g(, jiufträae- JJ*

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Kasseler NMte Nachrichtm

Kaffeler Abendze,__,zg Hessische Abendzeitung

K. F Dr.

Wunsch für taj Jahr 1921.

Muß sich Deutschland fügen?

die

Erwägung der Zwangsmaßnahmen.

Paris, 31. Dezember. (Eigene Drahtmel- tunfl.) Am Mittwoch mittag fand in Paris eine Sitzung des französischen Gesamtministeriums statt, an der auch General Rollet teilnahm. Die Pariser Zeitungen bezeichnen die Lage als tm= veisennbar ernst, da nach den Erklärungen des Generals Rollet der Versuch einer neuen Aus­einandersetzung mit Deutschland auf dem Wege deS Notenaustausches nicht mehr gemacht werden soll. DerJntransigeant" ineldet: Bei den gestern mittag zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Leygucs und dem engli­schen und italienischen Botschafter stattge- sundenen Bespreckumgcn wurde die Frage der Z w a n g s m a ß n a h m c n gegenüber Deutsch­land erwogen, falls dieses sich weigern sollte, die Bestimumngen des Friedensvertrages durchzu ? : rett. In den Besprechungen soll auch vom Ruhrgebiet die Rede gewesen sein. Es sei j * vch noch nicht möglich, zu sagen, in wel t .r Weise diese Besprechungen der Staatsmänner bezüglich des Ruhrgebiets erfolgt seien.

Paris, 31. Dezember.

Die gestrige Rachmittagsfitzung der sozialisti­schen Partei in Tours führte die endgültige Ent­spannung herbei. Die von den Anhängern Lon- guetö geforderte Mißbilliung des Telegramms des Russen Sinowjew wurde von der netten Mehrheit endgültig abgelehnt, worauf die in der Minderheit gebliebenen Genossen null, ab- gegebenen Erklärungen den Saal verlie­ßen. Die durch die Spaltung geschaffenen neuen sozialistischen Parteien hielten in verschie­denen Sälen Besprechungen ab. Man prüfte die nunmehr geschasfene Lage. Heute nachmittag wird sich der Kongreß mit internen Fragen be- schästjgen, namentlich mit den Berichten des Se­kretärs, des Schatzmeisters und der parlamen­tarischen sozialistischen Fraktion.

Eine französische Warnung.

Paris. 31. De^mber (Eigene Drahtmel- dung.) Der französische Ministerpräsident hat den deuffchen Botschafter Dr. Mayer empfangen. Die 'Agentur Hadar bemerkt zu dieser Nachricht, es ist gestattet, anzunehmen, daß der Ministerpräsi­dent den Botschrster auf die Gefahren auf« merksam gemacht hab an dürfte, die für Deutsch­land enfftehen könnten, wenn es tt.if feiner Oppo­sition gegen den Vertrag von Versailles und gegen die Abmachungen von Spa beharren sollte. Ter letzte Versuch der Rchsrecherung, die Frage der Entwaffnung an die Verhand­lungen über die Wiedergutmachung zu knüpfen, werde keinen Erfolg bei den Alliierten haben

Berlin, 31. Dezember.

Die gestern in Berlin übergebene Entente- uote über Oberschlefien enthält die Mitteilung, daß auf Grund netterer Entscheidung der verbün­deten Mächte die reichsdcutschen Ober- schlesier getrennt von den in Oberschlefien wohnhaften abstimmen sollen, und zwar nach diesen. General Le Rand ist angewiesen, mit den deutschen Behörden über die Eittzelheitcn zu verhandeln. Bleibt die Entente bei ihrer Wei­gerung, die Abstimmung nach den Bestimmungen deö Friedensschlusses vornchmen zu lassen, so Ä- gcben sich daraus Folgerungen, auf die mit allein dem E r n st e der Lage entsprechenden Nachdruck von feiten des deutschen Auswärtigen Amte« bei den Alliierten hinzuweisen fein wird.

D?e Unabhängigen im Reichstag.

Berlin, 31 Dezember (Privaftelegramm. > Der Frattionsvorstand der Unabhäogigen im

Unter der Fremdhrrrschgft.

Verschärfnng deS Notenwechsels.

* (Privat-Telemamml

B-rlin, 31. Dezember.

Im Namen der deuffchen Regierung wird

Industrie selbst an den Verhältnissen nicht schuld­los sei und die Staatsregienwg die

Preispolitik deS Syndikats verurteile.

Die Ueberpiodukffon sei schon lauge vorhanden, weshalb man schon vor dem Kriege versucht habe, die Kalivrodukticm auf dem Wege der Gesetz­gebung zu regeln bezw. einzuschränkcn. Durch den Krieg ist jedoch die Aktion ins Stocken ge­raten. Jetzt ist im Reich ein Gesetz in Vorbe­reitung, das denselben Zweck verfolgt. Inzwi­schen har das Kalisyndikat sich zu einer anderen Preispolitik entschlossen. Die Beziehungen zu Amerika werden wieder aufgenommen. und so er­wartet auch die Regierung eine Wiederbelebung der Produktion und Beschäftigung der Arbeiter. Ganz entschieden wurde vom Minister die Un - terstellung der Interpellatrtcn. daß die Un­ternehmer die Betriebe absichtlich unren­tabel gestalteten, zurückgewiesen. Hervor- gehoben wurde von ihm weiterhin, daß es nicht ut den Befugnissen der Regierung gehöre, in die Betriebstätigkcit der Wirke (bezüglich Feier­schichten usw) einzugrcisen: die Regierung sei auch nicht in der Lage, einen Unternehmer zur Fortsetzung seines Betriebes zu zwingen, wenn dieser keinen Gewinn mehr einbringt. Der Mini­ster erklärt schließlich, daß er im Ausschuß (dessen Verhandlungen geheim final nähere Ausschlüsse über die Lage im thüringischen Kaligebiet aeb>'N wolle. Nach längeren Debatten, in denen sich die Redner ittf den Standpunkt der Interpellanten stellen, wird vom Präsidenten eine Entschsießung angeregt und beschlossen, der Regierung im A u s- schuß Gelegenheit zu näheren ErUSrungen zit geben. Zu diesen wichtigen Eröffnungen und Verhandlungen sollen Werksdirektoren, sowie De- legschaftsmitglieder herangezogen werden H. K.

» ^'.rst. i aeiKl.TvAH.n.. .1 jiJ lässige und nicht-ansässige Abstimmiingöbercch tigte stattslnden wird, so wird malt wenigstens versuchen müssen, alle Garantien von der Gegenseite zu erlangen, die auch bei der zweiter» Stimmabgabe eine freie und unbeeinflußte Ab­stimmung und eine einheitliche Feststellung des Abstimmungsergebnisses gewährleisten.

Die Zetkin wird gesucht.

Paris, 31. Dezember. (Eigene Drrrhtmel- dung.) Die Presse beschäftigt sich lebhaft mit der Ankunft Klara Zetkins auf dem Kongreß von Tours. Man meldet, daß Klara Zetkin be­reits entdeckt worden sein soll. Man suche sie zu verhaften und an die Grenze zurück;«befördern.

Klara Zetkin war es gelungen, ohne Paß französische Greirze zu überschreiten.

FrrduMeueid der (hd eilte.

Ausschaltung der deutschen Flugzeuge?

können, dchbei aber daraus hingewiesen, daß un­ter den Belegschaften die Auffassung bestehe, daß bet Konzern die Krise künstlich vergrößere, um die Werke unrentabel zu gestalten, damit die So-

' ziakisterung verhindert werde StaatSmini- fter Dr. Paulßerr gab zu, daß der Regierung die ungünstige Lage in der Kaliindustrie im all­gemeinen und in dm Werken im Werratal usw.

im besonderen bekannt sei, der Mangel an Absatz - aber zu Feierschichten zwinge; der Absatz- mangel sei lediglich eine Folge der nach dem Kriege entstandenen Konkurrenz und zwar nicht nur der elsässischen Werke, sondern unser« eigenen, denn auch bei uns seien die Jchachrtürme wie Pilze ans der Erde geschossen. Der Minister betonte bann des wefferen, daß auch die Kali-

nungen entspre chen tu je Vor Hinsicht .um Beftim mungen deö Friedensvertrages und der Note von Boulognc. Die Behauptung, daß die gegenwär­tige Ordnungspolizei nichts anderes sei, olS eine noch verstärkte Sicherheispolizei. sei nicht gerechtfertigt. Das ergebe sich aus der Bc- unrtchigung, die sich der öffentlichen Meinung dttrch die tief durchgreifenden Reorganisations- mastnahmen bemächtigt hat. In weiten Steifen herrscht die Ueberz-ugung, daß die LrdnungS- polizci in ihrer gegenwärtigen neuen Gestalt ihren Aufgaben nid; - gewachsen ist. Hebet die Beantwortung der neuen Note der Entente ha­ben, wie »ertöntet, gestern im Laufe des Tage? eingehende Beratungen des Auswärti­gen Amtes stattgefunden, au denen auch Ver­treter der preußischen Regierung teilnahmen.

Beurteilung. Die int Oftvbei

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 31. Dezember.

In der letzten Sitzung des Gesandtenrats ist auch die Frage der deutschen Flugzeugindu­strie zur Sprache gekommen. Zu der letzten An- gclcgrnheit lag im Gcfandtenrat ein ausführ­licher Bericht des Obersten Rates vor, in dem auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, die schärfsten Maßnahmen, die zulässig seien, zu treffen, um die Flugzeugindustrie in DcuffcUand nicht;» weiterer Entwicklung kom­men zu lassen. Die Sachverständigen der En­tente auf diesem Gebiete legten der Frage beson­deren Wert bei. dz allem Anscheine nach die Lust­schiffahrt n kommenden Kriegen eine ausschlag­gebende Bedentnng erhalte. Man müsse daher die K o n t r o l l e der deutschen Flugzeugindustrie so ausdehnen, daß es Deutschland nicht erlaubt sei, in absehbarer Zeit auch für ftemde Staaten Fluaumge zu bauen oder Pläne auszuarheiteu.

Wieder ein Rlesenschdr'mdel.

Schädigung der Militärverwaltung.

Aus E m m e r i ch wird berichtet: Einen Rie- fenschwindel, der bei derSamba*1 in Berlin verübt wirrde, deckte das Emmericker Zollkom­missariat auf. Es wurde fcstgestelft, daß die Militärverwakiang durch erdichtete Aufträge um

it.<r eu>, w»4 läh 4t» Sti^.m st<,ch.-gr.>!,

Berlin, 31 Dezember. fPrivattelegramm.) Wen-- man aus deutscher Seite letzt wohl oder ir-U? rft rechnen -ruß, drtz die Abstimmung ffffch.-ge»!».- - *'* -* ' 'i

Frankrrichr Sozialisten

Für oder gegen Moskau.

(Eigener Drahtbericht.)

gegen die Feststellung protestiert, daß Deutschland die Befffmnmngen des Vertrages von Versailles und der Note von Boulogne über die Sicherheitspolizei verletzt habe. Die deutsche Regierung erhebt Anspruch auf gerechte

Reichstage hat an den Reichsiagspräsidenten folgendes Schreiben gerichtet:Im Namen des Vorstandes der Fraktion der Unabhängigen rm Reichstag ersuchen wir Sie, den Reichstag, sofort zusammenzuberufen, da das Ver­halten der Regierung bei den Verhandlungen mit den Ententemächten, insbesondere auch die Verheimlichung wichtiger Noten, es dringend notwendig macht, baß der Reichstag seinen Ein­fluß In dieser Beziehung zur Geltung bringt.*'

Sie Sbrrschksien-Fraze.

Die Latente bestehlt getrennte Abstimmung.

(Prwat-Telearamm.l

> ika tu guten Beziehungen, dann hat Deutschland wenig zu buffen. Sollte sich aber dort die Ri­valität verschärfen, dann taucht für uns die Aus­sicht auf Besserung auf. Enigland tvüroc sich nicht den politischen >md wartschasilichen Luxus leisten, während überseeischer Verwicklungen das europäische Festland in Mrung zu lassen Gegen­wärtig hat es den Anschein, als ob in dem iieu- gewäWen Präsidenten Amerikas uns ein Freund erstehen werde) immerhin ist Vorsicht geboten, denn wir sind sckwu zu oft mit unserer Ver­trauensseligkeit hereingefallen. Sollte wirklich in unseren außenpolitischen Beziehungen eine Besserung eintreten, dann kämen wir auch im Innern wiederauf einen grünen Zweig". Vorbedingung dazu ist die Revision des Frie­dens von Versailles! Die Aenderung dieses Friedeusvertrages, die Befreiung ans diesen Sklavenketren ist das größte Sehnen eines joden Deutschen. Daß die furchtbare Last, die auf uns ruht, vo-n rms genommen werden möge, damit endlich das deutsche Volk tnieder frei aufatmen kann, das ist unser innigster

Um dieFahreswevde.

Ern Rüchblitk und Ausblick.

Läßt man am Ende des Jahres die Ereignisse tu großen Zügen an der Erinnerung! vorüber- ziehen, so gewinnt man erst ein Urteil über das, was man richt!« rwer falsch gcnracht hat. Wie im Leben alles nnr nach dem Erfolg bemeßen wird, so läßt sich gerade in den jetzt gen verwor­renen Zeiten eine Tat erst dann bewerten, wenn sie ihre Wirkung ausgeübt hat. Vorher beruht leider alles nur auf Spekulation. Selbst das alte Sprichwort, daß man Küger aus dem Rat­haus herauskomme, als man beim Hineingehen war, trifft heute nicht mehr zu, weil im Rat­bause selbst die Grundsätze ustd Richtlinien ver schoben und die Begriffe nicht nwhr ganz klar sind Bei einem Rückblick auf das Vergangene müssen wir uirs affin nach den fertigen Ergebnis­sen richten. Daran erkennen wir in den metflen Fällen, was uns zum Wohle und was zum Nachteil gereicht. Im ö-ffentlrchen Leben ist dem deutschen Volke Gutes urtb Böses widerfahren und zwar so, daß baiS Böse infolge der Abhän­gigkeit vom Auslande überwiegt. In den inne­ren Verhältnissen wäre zweifellos eine größere Besserung zu verzeichnen, wenn Deutsch­land nur für sich selbst arbeiten dürste. Berück- sichtiigt nmn, daß oas Ergebnis unserer Arbeit zum größten Teil den fremden Unterbrüdern M- N gute ton mit, so stellt sich heraus, daß trotz aller ? .jnneren und äußeren Störungen eine erheb­liche Leistung vollbracht worden ist. Das Fahr 1920 hat uns gegenüber dem Vorjahre je­denfalls den Fortsckxritt gebracht, daß die Lebens­mittel vermehrt worden find, Handel Und In­dustrie sich geßsstrgt hüben, die Kohlenförderung f worden |rt irUd daß in den

bebau dien" Was yter rur tssbcki «wfts ceste/furid'ien V>-Äes der itottfc mmg und Z....I Ausbau stärker geworden ist. Die Störungen des Wirtschaftslebens durch die Aus­stände haben allerdings große Schäden hervorge- rusen, die für die Allgemcincheft nicht ohne nach- teilige Wirkung geblieben sind. Waren die Lohn- kämpse eine Urfadjc der Teuerung, so war auch i'Mgekehrt die Teuerung eine Ursache der Lohn- fämyfe. Eins treibt das Andere. Die Wurzel alles Uebels liegt in der Bodränguna von außen, die die Grundlage unseres Aufbaus erschüttert und unserer Eigenart,eit unaufhörlich Hinder­nisse bereitet.

Wie stehen wir beim zu den brächten, die sich uns gegenüber immer noch feindlich verhal­ten? Um nichts besser als vor einem Jahre. Die Alliierten bestehen nach wie vor darauf» daß wir die uns vemichtimden Bedingungen des sv- aenannten Friedensvertrages vollständig erfüllen sollen. Die dem Staat gehörige bewegliche Habe ist im Laufe des Jahres schon größten­teils in die Hände der Ausbeuter ge­wandert. Durch die Ablieferung von Heeresgitt, Luftschiffen, Kriegsschiffen ist Deutschland ein- waffnet und die Rüstung der Feinde vermehrt worden. Desgleichen ist Deutschland durch die Auslieferung privaten, im öffentstchen Dienst stehenden Eigentimis Handelssehisfen. indu- ß.rit unb landwirtschaftlichen Maschinen, Bieh, fdohlen verarmt, und die Feinde sind damit bereichert worden. Daneben haben wir an Bargeld über einmndvierzig Milliarden Mark gezahlt und mußten die Losreißnug wirtschaftlich wichtiger Gebiete erdulden Schimpf und Dchande rst uns angetan worden, und in Westdeutschland stehen die feindlichen Truppen marschbereit um Deutprland noch mehr zu knechten, wenn nie alliierten u eberwachungs-Ko>nmissionen es be­antragen. Alle deuffck?en BemÄhunven, eine Ver- herbeizuführen, sind gescheitert. Weder die Nachgiebigkeit der Regierung, noch die An- ualherungsversuche der Sozialdemoikraten oder die Lchalmeienffänge der FriedenSgesellschast ha­ben etwas genützt. Richt einmal Verständnis für das uns angetane Unrecht ist bei den alli- rerten VöSeru damit g-weckt worden. Erst die letzte,.' Tage haben dies wieder bestätigt. Glaubte man- .aus der Brüsseler Finanzkonferenz Ent- gegenwmrnen zu finden, so wurde man sehr bald enttauscku. als die ablehnende Stellune- alliierten .Sachverständigen*' bÄamit wur^ Roch mehr wurde man abaekühlt durch »te Ententenoten, in denen uns Versetzung des »rrledensvertrazs vorysworfen wird, sowie durch n<?uXn Haßgesang in der französi­sch eil,Kamm er und in der Pariser Presse, eZwangsmaßnahmen oegen England, das äußer- ~f' PinsTtt '-nstzeHetm mit Frank- wir auch Ende 1900 noch dvuHlos der femdüchen WilWr preisgegeben.

Haben wir nun vom kommenden Jahre Besse­rs zu erwarten X Niemand kann daraus eine fid?ere Antwort geben. Es richtet sich alles nach der potttircheu Enkwicftung in den uns um­gebenden Ländern. Diel tammt darauf Bolschewisten endgülttg avwirttcyasten oder weiterhin die Macht behalten Mehr aber >roch hängt davon ab, wie das Vcr- valinis zwischen England, Amerika und Jaden sich ßeftonen wird. Bleiben England und Amo-

Thüringer Kan-Ved,, .

Dor einer BetriebS-Stillegung

Sie Lage In »et Kali I»dnstrie ist Dueu> 6e« AvsaHmangel sehr kr!t»,ch geworden, so datz de» WeimarisO»eLandtag si-r, ernstlich damitbeichSs. tigt. An« Weimar wird UNS daritder geschrieden.

Eine schwere Krise hat sich in den letzten Wochen in dem Kali-Grubengebiet de- Werratales, sowie der angrenzeiiden Gruben­gebiete entwickelt, eine wirtschastticke NoÄ-age, welche im Weimarischen Landtage Ge. genstand einer Jmerpcllation wurde, und von der Staats regierung, welche selbst mit einer An­zahl Millionen an dem Kalikonzern Wintershall um diesem handelt es sich in der Hauptsache beteiligt ist, als bestehend zugegeben werden mußte. Die von zehn Älbgeordneteu oer Linken unterstützte Interpellation war von einem Ab geordneten eingebracht worden, der selbst An ft höriger eines großen Werkes und dWrgemäß -h^ der Mate-rie, vor allem aber mit der Stimmst^ und SteMngnäyme der Arbeit e r sch a - durv.aus vertraut ist. Als tatsächlich ist festzu» stellen, daß allem im Dermbacher Bezirk (Werra- und Feldatal--, sowie Ulstertalgebiet) zehn Schächte stillgelegt worden find. Wahrend die Werke noch im Spätsommer dieses Jahres sortwährend neue Arbeiter einstellten, sind Tau­sende jetzt nach und nach emlaffen worden und die anderen arbeiten nur noch mtt einem Vier­tel ixr Belegschaft oder mit stark verWrzte"V Dchichtzeit, Billigerweise haben die Werft., /'-.i erster Linie solche Mitglieder der Sdft k.«, entlassen, welche nebenbei Landwirtschaft Handwerk betrert^ ' -^leichwobl ist ganzen KcklioK^ /

SS "So enttiEÄ- Ä aber haben wir se-oK^UchkpM nicht <£-V ______.-

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Hnterpellatton wurden diese Verhältnisse a*5 -e- stehend angeführt und von der Regierung Aus- . fünft da rüber gefordert, welche Maßnachmen idrerfeils als direkt Beteiligte getroffen seien, nm wieiser

mehr Absatz zu erzielen.

damit die Arbeiter wieder voll beschäftigt werden!