Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Mittwoch, 8. Dezember 1920
Nummer 284
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 und 951
Verschärfung im Vesoldungsstreit
3
vor -er Tür Wr brauch«, -am ganze Män- n.*r. bie nicht vor jeder Drohung der Entente
Wog ins Freie finiben.
S.
ren aus Entfernung vom Amte eingelettct. Der
Amerikanisches Sieh.
Neue Finanz-BertrSse
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ober auch nur bann, können wir hoffen, aus -em Labyrinth des Versailler Friedensvertragcs -en
Ti« Nageln Neuesten NachriSlev erscheinen witchentlich sechsmal und zwar abends. Der ALonnemenlSprelS beträgt inonatl. 5.00 Mark bei tretet Zustellung ins Hau». Bestellung« werde» lederzrlt von der ÄeschöstSstell« oder de» Boten entgegengenommen. Drurkeret, Vertag und Aedattion kchiochthofstrabe 28/30, ?ur unverlangt eingesandte Beiträge kamt die Redaktion «ine Verantwortung oder «ewähr in keinem Falle übernehmen. Rüctzahlung de» BezugSgeide« oder Ansprüche wegen ettoaigernicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.
deutsche Beamtenbund wird am Mittwoch zu der neuen Lage Stellung nehmen. Die Verhandlungen der Beamten in Berlin nahmen bisher eine abwartende Haltung ein. — In gestern in B e r- l i n abgehaltenrn Versammlungen der Beamtenschaft wurde geschlossene Festhaltungcmden ausgestellten Forderungen und Dtreikan- drohuilg für den 20. Dezember beschlossen, falls bis dahin die Forderungen nicht bewilligt find.
Ekregimg im Völkerbund.
Kot den Austritt Argentinien«»
ohne weiteres in die Knie sinken, selbst dort, wo cs die Gegner nicht einmal erwarten. Dann,
Die Teuerungszuschlage.
Berlin, 7. DeiMniber. (Telegraphische Mel- dun« ) Wie von der Regierung bekannt gegeben wird, liegt eine Vorlage über die Erhöhung der Teuerungszuschläge $r den Kinder- Anlagen für die Beamten dem Reichstage zur Beschlußfassung vor, mit dessen Zustimmung zu rechnen ist. Die Fertigstellung der neuen OrtSklasseneintcilung wird mit größter Beschleunigung betrieben. Weiterhin sollen, soweit es möglich ist, noch vor Weihnachten auf Grund der neuen Besoldungsordnung Stach Zahlungen an die Beamten «rs^eführt werden.
bart. Wenn mrch zürn Jahren der MarkkurS noch, nicht über sechzig steht, erfolgt eine weitere Stundung aus fünf Jahre. Nach dieser Frist tritt die Zahlung in Gold ein. Dir Zinse« find zmn Kurse von zwanzig zu entrichten. Je nach dem Stande des Tageskurses tritt eine Erleichterung in der Zinszahlung ein. Bei den Franken- schulden deutscher internierter B^mtter, Wehr- mannsfamilien und Kranker soll von einer überstürzten Beitreibung abgesehen und aus die Der- hältniffe Rückstcht genommen werden. Den Kranke« wird gegebenenfalls eine Stundung, und wenn notwendig auch eine Herabsetzung der Zinsen empfohlen. Bei Schulden deutscher Ge- mcindett und Genossenschaften wird die Regulle rnng durch die Schweizer Glüubiger unterstützt.
Abkomme« zwischen Deutschland und Schweiz (Eigener Drahtbericht.)
Zürich, 7. Dezember.
Das deutsch-schweizerische Abkommen über Volkshypotheken und Franken- schulden ist gestern abe«d in Bern vom deutschen Gesandten, Dr. Müller, und vom Bundesrat Schulte unterzeichnet unv damit ratifi- ziert worden. Für die Hypothclarschulden mit Goldklausel wird in der Abmachung beiderseitige Mttüudbarkci- auf zehn Jahre verein-
10. Jahrgang.
..«m.
Verhandlung^»: mit Holland.
Amsterdam, 7. Dezember. (Eigener Drahibe- richt.) Wie der „Telegraph* meldet, mutz bezüglich des Kreditabkommens mtt Deutschland noch über einige Fragen von untergeordneter Bedeutung ein Uebereinkommen erzielt werden, che der Kreditvertrag mit Deirtschlan- endgültig abgeschlossen werden kann. Besprechungen hierüber schweben noch. Sobald ein« Entscheidung hierzu erzielt ist, wird die Un- tsrze-chunng des Kreditabkommens stattfinden
InternonSpretse, ») «nhetmtse,« Hnftrig«: Dte etnfpdttge «nzetz«.Zette M. IX», M- etefpaUtge R^lamezelle TL 150. b) «uSwärttge Aufträge: Dte einfpalttge «njetgenjetfe M. 1.20, 61« einfpalttge Reklame,eile M. 2.75, alles einschließlich TenenntgS,uschlag und anietgenfteuer. — Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anjeigen, smote für Anfnahmedat« und Blaße kann eine Bewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlachthofstr. 28/30. SeschästSstell»: Kölnisch- Str. a. Telephon Nr. »51 «, 952. j
Die Zulaffungsfrage.
Genf, 7. Dezember. (Eigene Drahtmekdung.) Der itali mische Delegierte Viviani sagte gestern im Völkerbundspalaft den Pressevertretern, datz die Bölterbundsverscrmmlimg während ihrer dreiwöchigen Tagung die Fragen der Geschäftsordnung in verfassungsrechtlicher Beziehung zwi' schon Rat u Bölkerbundversammlung gelöst habe. Dte nächste VölkerbundSversanrnckung findet im September nächste« Iahres statt Am Frage der Aufnahme neuer Staaten erklärte Viviani, daß der Völkerbund ausnahmslos alle Staaten umfassen müsse. Rur müss- der zur Aufnahme werbende Staat Garantieen für die Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen geben. (!) Die Fünfer-Kommission beschloß die Aufnahme Armeniens und der russischen Randstaaten in den Völker- brmd abzulehnen. Diese Staaten können je, doch an der technischen Organisation des Völkerbundes küuftuMn Mitarbeiten.
Ar Haltung der Beamten.
Matzua-me« gegen Dienstverweigerung.
(Privab-Tclearamm.)
Berlin, 7. Dezember.
Der Konflikt zwischen der Regierung und dem Deutschen Beamtenhund hat eine ernste Verschärfung erfahren. Die Regierung will gegenüber der Absicht, den passive« Widerstand auszuüben, wie es in verschiedenen Gegenden schon geschehen ist, mit gesetzlichen Mitteln emschreiten. Der Reichspostminifier z. V. hat deshalb auf Grund eines Kabinettsbeschlusscs unter de,« 3. Dezember a« dir Oberpostdi- rrktione« verfügt, daß bei Dienstver- Weigerung, gleichgültig ob damit ei« Fernbleiben vom Amt verbunden ist, gegen die Beamten eiuzuschreite« sei und Lohndienst- beschäftigte bei gleicher Veranlassung fristlos zu entlasse« seien. Bo« der Oberpostdirek- tion Karlsruhe ist eine Anzahl Hilfsbcmrtte wegen passiver Resificnz entlassen und gegen zwanzig Beamte das Disziplinarverfa h-
(Eigene Drcchtmekdung.)
Genf, 7. Dezember.
Die Rote der argentinischen Regierung, daß fie beabsichtige, stch von den Arbeite« des Völkerbundes zurückzuziehen, erregte in den Kreisen der Völkerbunddelegierten ein geradezu sensationelles Aufsehen, weil trotz gewisser Gerüchte niemand einen solchen Schritt erwartet hatte. Zweifellos wird der Versuch gemacht werden, Argentinien zu veranlassen, von seinem Beschlüsse abzusehen und noch im Lause dieser Tage wieder an den Arbeiten des Völkerbundes teilzunchmcn. Aber die Argentinier scheinen fest zu bleiben, da sich die Anschauungen nrehr dem Standpuntte Nordamerikas näher«. — Das „Echo de Paris« meldet: Der argentinische Delegierte beteiligt sich noch an de« Bee- Handlungen, aber nicht mehr an den Abstimmungen der Völkcrbundtagungen. Bleibt der Delegierte bei dieser Stellungnahme, so bedeutet das tassächlich die Passivität Argentiniens im Böllerbund, worauf der Austritt folge« wird.
Antrag-er südainerikan.schen Staaten die Völker- .rrranricuen Lo.nosiemen normenmgcrweiie er,nr-
-Lundversamrr.lttng vor der Bertagusg beschäftigt.! ton; müssen sic Loch Las GcML bctontmat, in
akkreditierten Vertreter befinden, muß vollauf gewürdigt werden. Das hindert aber Vicht, daß die Ohnmacht des Reiches für sie selbst ei.ren Eat- schulrigungsgründ nicht bilden darf. Im Gegenteil, das fehlende Rückgrat, das vor dem eigenen Staate ihnen nicht gegeben werden kam-, müssen sie selbst kraft ihrer Persönlichkeit ersetzen. Niemals mußte die Auslese für unsere Auslandsposten sorgsiiltiger und peinlicher betrieben werden, als gerade jetzt, wo es gilt, die durch den Weltkrieg zerrissenen Fäden wieder anzuknüpfen
Man kann nicht behaupten, daß Deutschland mit seinen Vertretern im Ausland, vor allem bei den Staaten, auf die es in erster Linie ankvmmt, Persönlichkeiten akkreditiert hat, die diese notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Sie mögen im einzelnen vom besten Willen beseelt sein, aber die Männer, die das Deutsch« Reich heute draußen nötig hat, sind sic wahrlich nicht. Herr Sthamer ist ein tüchtiger Großkaufmann; als Diplomat in London kommt ihm zustatten daß Heuer die Handelspolitik im Vordergrund« steh,. Herr Mayer spielt in Paris nur die Rolle eines Gesandten zweiten Ranges, und Herr Behren- berg-Goßler hat in Rom mit seiner leidigen Brief-Affäre eben den Beweis geliefert, daß' er für diesen Posten nicht geeignet ist. Man kann schließlich auch von Leuten, die nur mühsam den ihnen übertragenen Posten ausfüllen können nicht verlangen, daß sie in schwierigen Situationen, wie sie sich notwendigerweise jetzt jeden Tag ereignen können, die Tackraft besitzen, die notwendig ist, um Deutschlands Interessen zu wahren.
Es wird heute viel damit argumentiert, daß unsere Vertreter im Ausland, mögen sie nun als Gesaust« oder in irgend einer änderen Eigenschaft dort tätig sein, angesichts der hil,losen Lage Deutschlands alles vermelden müßten, was irgendwie zu Reibungen mit bisher feindlichen Staaten führen kömtte, und daß jeder Schritt zehnmal überlegt werden müsse, ehe er getan weiden könne. Diese Ansicht ist sehr bedingt richtig. Kein vernünfttger Mensch kann sich natür- ltch heute aus den Standpunkt stellen, daß etwa Deutschlands Vertreter in Paris oder London sich so benehmen, als waren sie die Abmssarchtcn legend einer siegreichen Macht Mer voWommen verfthlt ist die Auffassung, daß von unseren Gegnern auch nur der kle'nstc Vorteil dann zu erreichen sei, wemi Deusschlands Vertreter in unglaublicher Werse dienerten. Es ist Zeit, daß man bei uns allmählich sich mit der Psychologie anderer Völker etwotz eingehender befaßt als dies bisher geschehen ist. Dann werden uns manche Enttäuschungen erspart bleiben. Man hat draußen kein Verständnis f... Schmeicheleien, die mtt Recht im Auslaiche als Würde- ko-siglcit angelegt werden. Man braucht nur von Zeit zu Zeit in die französischen und englischen Blätter zu sehen, um sich drvon zu überzeugen, pelch vernichtendes littet' unsere früheren Feinde über -in der.'.rtiges Verhalten fällen. Solange mls -er das Rückgrat fehlt, werden wir nirbtS, über auch rein nichts erreichen. Tas ist die Auffassung aller derer, die das Ausland kennen und . »r e.iem das Seköstbcwußtsein des Franzosen ,ich Engländers, der, wie die Weltgeschichte be- weist, auch in 1 t Niederlage stets eines sich **e- ■ vahrte' seinen Stolz Die Lösung neuer, ' «hwcrsier Aufgaben mit den E-ttentestaaten stehl
Stärkeres Rückgrat.
Unsere neue Diplomatie.
ES ist heutzutage notwendig, daß diejenigen Männer, tue Leutschland bei anderen Staaten Vertreten und deutsche Interessen im Ausiauoe tocchrzuwehmen haben, durch ihre eigenePer- s ö n l i ch k e i t das ersetzen, was ihnen der Staat nicht mehr zu geben vermag. Es war früher ein leichtes. Diplomat zu sein, wo im Notfall« Deutschland noch mit der Faust auf den Tisch sthlagen tonnte und in demselben Augenblicke oie ganze Welt anfzuhorchen begann. Wenn damals der eine oder andere Diplomat im Auslande nicht die starke Persönlichkeit war, die allerdings, wie wir zu unserem Schäden im Weltkrieg crsahreii haben, unbedingt an solcher Stelle hätte sein müssen, so tomrte das Ansehen d»s Deutschen Reiches in der ganzen Welt und die Furcht vor seinen Bajonetten manchen diploma- tifchcn Fehler wieder gutmachen. Die Zeiten sind vorbei. Das jetzige Deutschland, hat in der Welt nichts zu sagen. Auf Gnade und Ungnade einer uubeherrfthten Sicgermeuie ausgeliefert, haben wir feit Fahr und Tag die Bedcutung des Wortes: „Wehr dem Besiegten" erfahren müssen. Deutschland ist nichts erspart geblieben.
Es wäre zuviel verlangt, wollte man unter den gegenwärtigen Verhältnissen von unseren Diplomaten im Auslände große Erfolge erwarten. Die UnimöglichLeit, irgend einer berechtigt'n Forderung Deutschlands durch Anwendung entsprechender Diachtmittel Nachdruck zu verleihen, macht es den Gegnern leicht, ungeheuerliche Forderungen zu stellen und auch durchs,ssctzen. Die fd*»ien«e Lage, in der sich unsere bei den früher feindlichen Regierungen
der Umstand, daß die deutsche Regierung zu solchen Verpflichtungen ihre Zustimmung gegeben hat, werde jeLx Gebest eiLigkeit bei unseren ame- rikansschsn LaNdslerncu notwendigerweise erstik-
$ie BiehMÜesmmge«.
Erdrückende Foedorvug der Feinde.
We» «8 nv-4 immer nicht begriffen 6ct daff wie durch Ben Versattler Vertrag »verrate-, unb verkauft- find, »er Ian» au# den nachstehenden Forderungen ersehen. tote dir Enrente uns auSbeuten toiU. Das Verlangen der Entente nach Ersatz der Viehschäden, die in gänzlich unfemrollierdaren Listen von den Ctnwohnenr der vom Kriege betroffenen Gegenden anztemeldeu für gut desun- 1 den wurde, ist ausgegangeu, wie diese Drngs : immer ausz-ugchen pflegen: Die Reichsregie- ritttg hat zugestimmt, Verpflichtungen zu übernehmen, von denen sie heute bereits erklärt, daß sie nicht zu erfüllen sind. Die deutschen Delegierten in Paris haben so lange ver- hanLelt, bis ein Abkommen abgeschlossen worden ist, das in zwei Teile zerfällt. Mr haben uns verpflichtet, binnen drei Jähren — Liste A — an Frankreich und Belgien 1174000 Stück Geflügel, 27165 Ziegen, an Serbien «nd Italien 15250 Schweine und außerdem 200000 Kaninchen zu liefern. Stfte B enthält die Foilderuugen an Pferden, Rindern und Schafen. Hier sieht daS Abkommen eine Teillieferung innerhalb von sechs Monaten vor. unbeschadet des Gefamtanspruches. Ps.rde sollen wir binnen dieser Halbjabresfrist dreißig- tcmseüd, an Rindern sechzigtausend Stiere und dreißigtauseud tragende Färsen abgeben, Schase fünfmrdzwanzigtansend Stück. Insgesamt aber werden von uns ruud 150 000 Pferde, 900000 Rinder und 900000 Schafe verlangt. Darüber, binnen welcher Zett d>« Lieferung der überschte- benveit Tiere der Lifte B von unä verlangt werden wird, wird der Wiederherstellung ransschuß vor Ablauf eines halben Jahres „eine neue E'tt- schetoung treffen*. Bei den Verhandli.maen Ha- den unsere Sachverständigen auf die
Nnersüllbarkeit der Forderungen hiugewiescn. Wir erwähnen, daß unter ihneck ein Mann wie Geheimrat Czerny war, der schon beim Austauchen dieser Frage die Unmöglichkeit der Erfüllung der Forderungen nachgewiefen h.tt. Die Bevolluiächrigten haben gleichwohl die Erklärung ob^gegebcu, daß dte deussche Regier«ug berctt ict, die Forderung der Liste B für das nächste halbe Jahr zu erfüllen. Der Zusatz, den sie gemacht haben, daß das nur im Rahmen der Leistungsfähigkeit Deutschlands geschehen könne, tst so ost bereits bei allen erdenk- lichen Gelegenheiten, wo die deussche Regierung immer wieder den Forderungen der Entente Ichlreßlich nachgcgeben hat, gomach-t worden, daß man stch irgend welchen Eindruck von ihm nicht versprechen kann. Aus dem Artikel 244 des Vertrags muß bei der Frage des Ersatzes der ange- torderten Tiere den inneren Bedürfnissen Deusschlands fowcit Rechnung getragen werden, wre zur Austocktorhaltung feines sozialen und wirtMastlichen Lebens notwendig ist. Diese eine Bestimmung gibt die rechtliche Besttgnis, die Erfüllung -er Viehsordermvg abzulehnen, denn alle Sachverständigen sind sich darüber ermg, daß unsere Volkswirtschaft diese Belastung nicht tragen kann, ganz gleichgültig, ob nun uns ^f das tormne^e Halbjahr die Ablieferung von Mil cht ü h c n erfpart bleibt, und wir statt dewn tragendes Jungvieh liefern müssen das ja bereits im nächsten Jahre als Milchliefc- rant vorr Bedeutung wäre, oder nicht. Die Erkenntnis von der Nnmenschlichikcit der Fordermt- Ssn an uns ist keineswegs auf Deutschlands Grenzen beschrankt. Me-nungsäußerungen inter- nativlialer Frauen lauten, daß die Forde-uuacn dcr Entente rttr mit einem großen Schrei der Entrüstung beantwort^ werden könnten, und daß mit allen Mitteln gegen sie ange» kämpft werden müsse. Leider^ist festzustelle«. schrctot dazu der Berliner Lokalanzeiger daß dte denssche RegievUM die Stimme -er Webt M ursserc« Gunsten nicht mobil mackste.
Fast wie ein Hohn wirkt es, daß das Acuz guade jetzt mitteilt, das erste amerikanische Mch für uns sei unterwegs. Es handelt ich um 124 Kühe, zwei Bullen und zwei Kälber. Sie sind gesRnmelt von hundert Deussch-Amcri- kauern in Fredericksburg (Texas) unter Leitung des Herrn Horm Ostrotv, wozu der Gillefliie Crunth HtWverein noch 33 Kühe hinzugekaust hat. Enssprechende reichliche Mengen Futtermit- te$ sind mit den Kühen mitgesandt. — So außerordentlich dankenswert diese Liebestat unserer Landsleute in Texas ist, so bitter wirkt es, sie in dem Augenblick zu verzeichnen, in dem feststthh daß uns im nächsten talben Jahre 60000 Stiere und 30000 tragende Färsen abgeno-'nncn werden. Wir fürchten auch.
Forderung der Eisenbahner.
Berlin, 7. Dezember. (Prrvattelegramm.) Im „Deutschen Eisenbahner- wirb nach der „Freiheit" auf Vorschlag des Deusschen Essenbahnerverbandes ein Ausruf veröffentlicht, nach dem allgemein die Forderung ausgestellt wird, die d e - wegliche Teuerungszulage um eine Mark für die Stunde zu erhöhen. Für Beamte wird gefordert, die Tetterungszulage nicht mehr nach der Einkommensstufe fesigusetzen, sondern für alle Besobdungsgruipipen gleich zu bemessen und zwar wie folgt: Ortsflassen A und T> 8000 Diark, Ortsklassen C und D 7500 Mark, Ortsklasse E 7000 Masst. Die Kinberzulagen sind allgemein um hundert Prozent z« steigent. Ten nichtetatmäßigen Beamten ist außerdem der volle Teuerungszuschlag, wie für dir etatmäßigen Beamten, zu gewähren. Die Vorlage foll rückwirkende Kraft ad 1. Oktober 1920 erhalten.
Auch Chile und Brasilien i
Genf, 7. Dezember. (Eigener Drahlbericht.) Tie Sensation des Tages sind die Essftärungen der Delegierten vsn Chile mW Brasilien, die ausdrücklich die Stellungnahme Argentiniens anerkenne». Der argennnsschc Delegierte hat am Montag noch an den Sitzungen der Völkerbundstagu tg tcilgenommen. Er hat aber abgelehnt, zu der Tagesordnung im Namen seiner Regierung Stellung zu nehmen. — Laut einer Havasmeldung wird der Vertreter Chiles veranlassen, datz die Frage der Ausgestaltung des Statuts des Völkerbundes und der Aufnahme neuer Staate» nochmals als
Der Widerstand läßt nach?
Karlsruhe, 7. Dezember. (Privattele- gre.mm.) Die passive Resistenz der Postbeamten im Oberpostvirektionsbezirk Karlsruhe ist wieder im Abflauen begriffen.