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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

1V. Jahrgang.

DonuersLag, 2. Dezember 1920

Nummer 279

Fernsprecher 951 und S5L

Fernsprecher 951 und 951

Bauerns Politik und die Pfalz

Sie wirklichen Armen

8ia offenes Wort

Auf dsr Suche nach Maschinen.

Di, »alleiet «enef.e* 9tad,rtd;ten end:einen rooctentltd, fectSmal und gtoat abens». Der StttonnemenHsret« betrügt menatl. 5.00 Marl bet freier Zustellung in« Hau«. Bestellungen werben -eberg'tt oen der LeschäftSstelle ober den Boten entgegengenommen. Truckeret. «erlag und Okbattton. Lchkachthofftrabe 28/30. ,';üt unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Beraiitwonunz ober Lewähr in keinem Falle übernehmen Rüttzahlung de« «einglgeibe« oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungrmaßiger Lieserung ausgeschlossen.

deutschen Industriegebiete angetreten, um die Verwendung von ablieferungspflichtigen Ma­schinen und Maschinenteilen aus dem besetzt gewesenen französischen und belgischen Gebiet ftstzustellen.

JnserttonSpretse - ch «tnheimische «uNräge- Die einspalNge Lnreigen-Zeile «. LOO, die etnfpatttge SieklamezeUe M. iM. b) Auswärtige Lustrüge Die etnfpalrig« Knjetgenjeile SR. L30, die einspaltige Reklamezeile M. L75, alle« einschließlich Deuemng«,Uschlag und Lnzetgensieuer. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Platze kamt eine Gewahr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachttzosstr. 28/30. Seschasttstelle: /kölnische ett ch Telephon Mr. 951 u, 952.

Unter fremder Kmttsür. Bostätiguus der volle» Kohlenlieferung. (Vrivat-Telearammst

Berlin, 1. Dezember.

Wie das Berliner Tageblatt erfährt, haben die französischen Meldungen ans Berlin Über die Verzögerungen der Kohlenliese­runge« a» Frankreich in Paris einiges Aus­sehen hervorgerufen und wurden von mehreren Zeitungen ungünstig kommentiert. Ein Presse- Vertreter hat sich im ArbeUsministerium infor­miert und folgende Auskunft erhalte«: Es ist richtig, daß dreihunderttausend oder vierhun­derttausend Tonnen Sohlen in diesem Monat auf dem Wasserwege nicht transportiert werden können. Aber wir haben sofort Mast, nahmen gettoffen, um diese Kohlen durch die Eisenbahn zu befördern. Jedenfalls sind im November die nach den Abmachungen von Spa zu liefernde« Kohlen eingegangen.

Inspektion von Heeresgut.

München, L Dezember. (Privattelegramm.) Nach derMünchner Zeitung" weilte gestern der Chef der Tmnitionskommifsion der Entente, der englische General Biegham, in München. Die Anwesenheit Bieghams dient der Jnlvrk- tion von deutschem "Heeresgut.

Zusammenkunft alter Russen.

Zürich, V Dezember. (Eigener Drcchtbericht.) Ter Twgesanzeiger meldet: Gestern fand in Pa­ris im Gsbäude der russischen Botschaft eine Zu- fammenknnft statt. Bi« setzte sich «ns alten Du m a m i r g l i e d e r « auS Rußland zusam­men, b*e sich g'zenwartig in Parts befinden. Der Zweck der Verhandlungen war, einen Meinungs­austausch zwischen verschiedenen Parteien, die

Am die Einwohnerwehr.

München, 1. Dezamber. (Privattelegramm.) Landeshauptmann Esch er ich hatte, wie jetzt mitgcteilt witt>> in der Aussprache mit dem Chef der britischen Militärkommission Maleolm auf die NoAvendiaLeit der bayerischen Einwohnerwehren hingewiesen und dargelegt, daß zum jetzigen Zeitpunkt eine Aendcrung in der Organisation oder in der Bewaffnung der Einwohnerwehr unmöglich fei. General Mal­colm hat diese Ausführungen zur Kenntnis ge­nommen. »Echo de Paris* meldet, daß Frankreich nach ihm gewordenen sicheren Erklä­rungen der bayrischen Regierung geneigt sei, sei­nen Widerstand gegen das Fortbestehen der Einwohnerwehren in Bayern fallen zu las­ten. An der Zustimmung der übrigen Mliier- ten fei nie zn zweifeln gewesen.

Sie behrischr Fmgr.

Beschuldigung wegen der Sonderpolittk.

(Privat-Lelearamm.1

Karlsruhe, 1. Dezember.

Auf dem Parteitag der badischen Sozialdemo­kratie hielt der pfälzische Parteiführer Profit aus Ludwigshafen eine bemerkenswerte Begrüßungs­ansprache. Er betonte, daß die Pfalz trotz aller Bedrückung vurch den französischen Militaris- mns treu zum Reiche halte. Tenn wandte er sich in scharfen Worten gegen Bayern. Die baye­rische Regierung glaube ein Neservatrecht auf die Einwohnerwehren zu besitzen. Auch ar­beite sic durch die Förderung der Königs Partei darauf hi», die Einigkeit der deutschen Republik zu zerschlagen. In jüngster Zeit seien Anzeichen hervorgetretcn, daß Frankreich die bayerische Einwohnerwehrftiige zum Borwand nehmen wolle ntt daS Ruhrgebiet zn besetzen und die P f a l z abzufchnüren Als im Vorgänge nc« Jahre das Pfälzer Volk Bayern und damit dem Reich dir Treu: gehalten hat, sei onS Mün­chen das Echo zurückgelommen, Treue um Treue. Heute sei man bereits so weit, fefiznstellen, daß man in München ans dem besten Wege sei, die geübte Treue durch bayerische Untreue und bayc- isischen Verrat zu belohnen. Die Pfalz klage ans diesem Grnnde die baderische Regierung vor dem Forum des dentschrn Bolkeo an und ruf: dieses und seine Regierung zur Hilfe auf.

Nicht ober durch Phrasen und KÜassenkampf So> ualicuwkratiscbe Führer waren es auch, die laut darüber klagten, daß die Revolution in fing Lohnbewegung rnnaeschlacen sei und keine gei, füge W-llr erzeugt habe. Äm meisten verarmt«, dabei jene Kreise, dir wir hier erwähnt haben. An ihren Türen rocht wirklich das Elend, auf den Schwellen ihrer Wohnungen kauert di- Angst vor dein Morgen Sie darben. Und ihre Lage wirft auf sie um so lahmender und quälender, als sie ihre Mitiellosiakeit zu verbergen suchen. Aber sie werden nicht immer ftimum bleiben können, sie werden ibr vornehmes Scvwrigen brechen und als Massen, die wirklich verelendeten, sich zusam. menschlietzen und ihre Stimme erbeben müssen, Diese Kreise werden selbfwerftandlich nicht aus die Strafe, auf deren polttischen Lärm seiche, so viele Rücksichten genommen wurden, gehen, aber sie werden, vom wirklichen Elend pis-nn- rnengehämmert, das Gewissen der verantwottli. chen Körverschaftcn und Aemter des Datrrlane

solcher SchwierigLeiten besondere Maßnah­men in Deutichland erforderlich sind, um Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe, sowie die Schiffahrt zu fördern, ist Jeder­mann klar. Daher werden die AussührunMn

Ministers über die Organist «n des Wirt­schaftslebens zwar volle Zustimmung finden. Aber mehr noch würde sich das deutsche Volk be- ruhtgen, wenn recht bald ein sichtbarer Erfolg auf Grund der Regierungs-Richtlinien zu ver­zeichnen wäre. K. F. Dr.

Berlin, 1. Dezember. (Pttvat-Telegramm.) Auf Grund zahlreicher Anzeigen durch skrupel­lose Deutsch-e hat die Entente-Uebettvachungs------------ ...

kommission gestern ein« «ue Reil« durch die jetzt in dcw Opposition stehen, herbeizuAchren.

rluserc Wirrfchaftslag«.

Ms in der Ltontagssitzmig des Reichstags der Retchswiltseyaftsminisier Schvlz eine Pro- xrammtreüe hielt, hat er, wie uns der telegra­phische Bericht nteloete, vor einem schwach befeh­le» Hause gesprochen. Liefe Tatsache wirft ein recht trübes Licht aus das Pflichtbewutztsein der Abgeordneten. Alan sollte ü-xh annetzmen, daß die wirtschaftspoLitifchen Richtlinien eines Mini­steriums mehr Ansmerlsamleit wecken müßte»«. Oder sind die VoÄSoettreter bereits so teilnahm- los geworden, daß sic den Lingen, die das gc- satnrc BoA am meisten angcht, nur wenig Ge- fchmack aLgewinnen tonnen und nur dann ans ihrer Zurückhaltung heraustonmicn, wenn es überslüfsige Patteitantpfe auszusechten gibt 7 Möglich ist auch, daß sie von der Liinisterre-de nichts Renes erwarteten. Tatsächlich verkündete Minister Scholz feilte neuen Weisheiten. Aber es tvar doch nötig, daß der Minister wieder ein­mal einen Ueo erblick über die Wirr- schaftslage gab, sozusagen eine Bilanz voc- legte und einen Hinweis daraus gab, was künftig geschehen mutz. Es sollte kein festes Programm sein, aber es sind Grundsätze und Richtlinien wie sie für eine große Arbeit erforderlich sind. Ohne sie fatm keine Regierung und kein Reichs­tag arbeiten, und es wäre bäfier doch empfeh­lenswert für die Herren Abgesttdneten, bei sol­chen Stelegenheiten mehr Interesse zu zeigen. Ein Minister bann sich schwerlich vor leeren Bänken begeistern oder per Abgeordneten, die während der Rede :Hre schriftlichen Arbeiten erledigen.

Die Worte des Ministers waren ein Aufruf zur Arbeit an dr- deutsche Volk und eine Mahnung an die ehemaligen Feinde zur end­lichen Rückkehr zur V e r n u n f t. Solange die Alliierten glauben, sich auf Deutsch­lands Kosten bereichern zu können und aus einer hochkultivierten Nation einen Sklavenstaat machen zu dürfen, untergraben sie Deutschlands Kraft, ÄrbeitssreüLigieit und Selbstvertrauen. Damit verfolgen sie älleroinas eins ihrer Ziele, aber sie denken in ihrer Verblendung nicht dar­über nach, daß auf diese Weise die deutsche Lei- stungSsÄhigkeit bald zu Ende sein wird. Des­halb ist es wesentlich, die Enrschädigunasp flickt auf eine bestimmte Summe festzulegen. Soll Deutschland einen geregelten Wiederaufbau ent­falten und seine Berpslichtungen abtragen, so muß es in erster Linie die Höhe feiner Schuld­summe wissen, um danach seinen Etat einrich­ten zu könne«. Sonst bleibt der Etat ein halt­loses Stückwerk in gummiartiger Dehnbarkeit, und ebenso dehnbar bleibt die Valuta. We­der das Reichssinanzministettumt, noch die In- dustrie und der Handel sind in der Lage, zu­verlässig zu kalkulieren, wenn fortwährend mit Valutaschivankungen gerechnet werden muß. Am schlimmsten ist für die Ein- und Ausfuhr die Unstetigkeit des Kurses, wie sie erst im Novem­ber wieder zutage getreten ist Innerhalb eines Monats schwankte die Mark um zwanzig bis dreißig Punkte ab- und aufwärts. Dabei kann unmöglich ein reelles Auslandsgeschäft abge­schlossen werden, da alles von der Spekulation abhänat. Wer in diesen Geschäften heute nach den Grundsätzen des »allen ehrsamen Kauf­manns' handeln wollte, könnte sich begraben las­sen. Wenngleich die Begriffe von Treu und Glauben durch Krieg und Revolution ins Rari- tätenkabinett verschoben worden sind, ist es doch notwendig, daß einmal wieder eine Zeit kommt, in der die deutsche Wirtschaft in einigermaßen festen Formen betrieben werden kann.

Ein gleich großes Hemmnis wie die Valuta ist die Kohlerr-Erpressung Obwohl hn Laufe dieses Jahres die Kvhlenförderung eine steigende Vermehrung erfahren hat. sind die Preise von Monat zu Monat gestiegen. Von der Mehrfförderunq hat Deutschland nur sehr ge­ringen Nutzen. Elektrizität?- und Gaswerke, so­wie Industrie und H auSkohlen-Verbtaucher müs­sen sich notdürftig ohne nennenswerte Reserven behelfen. Aber jede Tonne, die mehr cu? den Schächten herausgeholt wird, muß an Frank­reich und Belgien abgeliefert werden, die, ob­wohl wir nnsere Lieferpflichten vünktlich erfüllt halben, doch noch Deutschland fälschlich der SäumniS beschuldigen. Dian kann dem Minister nur zrikftmmen, wenn er die Alliierten darauf hiulvekst. daß in Frankreich und Belgien so große Koh len vor rate liegen, daß dott d.e von Deurschlaad erpreßten Kohlen an andere Länder weiterverkaust werden. Ja, ez kommt sogar vor, daß deutsche industrielle Werke Kohlen von Frankreich zurückkaufen müssen. Der frev- lertschen Räuberei gegenüber bleibt die deutsche Regierung viel zu geduldig. Wel.klagen und Proteste dürfen überbaupt nicht verstummen. Man stelle sich nur vor, wie im umgekehrten Falle die Franzosen Lärm schlagen w-rden. Wenn die deutschen Proteste auf die westlichen Nachbarn Eindruck machen sollen, dürfen wir uns nicht mit den eigentümlich deutschen sachlichen Einwänden begnügen, sondern müssen die laute fram-osssthe Methode anwenden. Daß angesichts

Rot des Mittelstandes.

3«tfelge tot krankhaften wirkfttznftltth«« Eut- toidittng iS gan, brfonderS der deutsch« Mittel, stand in Slot geraten. Erfrertlicherweise hat fich der Raffele» Magistrat auch einmal der «ei. nen gtentner angenommen, deren Einkommen nicht mehr gum Leden anSreicht. Qeder die neue »«mut wird uns Folgendes geschriedttt: Mft Hungerlöhnen von 19000 Mark können die Elektrizftälsarbeiter nickst leben, erklärte der Ab­geordnete Tr Moses am Samstag im Reichs­tage, um den wilden Streik der Berliner Elek- rrizttätsarbeiter, der den Tod mehrerer Perso­nen verschuldete, zu rechtfettigen. Mit Hunger- löhncn von 19 000 Lllatt. Tie Mutter aus armen gebilveten Kreisen, die für ihr Kind keinen Kin- Dcrwagen und keine Leibwäsche kaufen kann, ist gewiß in Not Nur denkt sie nicht daran, sich auf unrechtmäßigem Wege diese Diitge anzueig­nen. Ebensowenig Wie die Mütter aus Arber - tcrkreiscn Gerade weite Kreise des Bürgertums Äidcn nnenülich schwer unter den hohen Le­bens mittelpreisen, und noch weit schwerer als große Teile der Arbeiterschaft. J>n Bürgettume sind Heute hie Armen zu finden. Und die wirk­liche. die große Not hat sich bei den kleine« Rentnern den Pensionären, den Beamtenwitzweu zn ©ailc geladen. Bei ihnen und den KttegZhm- lerbliebenen fchleicht die Sorge durch alle Schlüs- fellScher Diese Kreise wären glücklich, wenn sie die Hälfte derHungerlöhne- der Berliner Elek­trizitätsarbeiter ^beziehen könntm. Diese Armen hallen sich zurzeit noch zurück. Ihr Feingefühl, Peranlagung und Erziehung, gestatten ihnen nicht, ihr Eleno vor der Oesjenttichkeft au.^u - breiten Wie der keuschen Königin in Hebbels Gvgcs-Tragödie kein Schleier dicht genug sein kann, so suchen sie ihr Elend mit einem Schleier vor den Angen der Welt zm verdecken Ihr Kleid ist sauber, aber abgetragen, aus ihren Wohnun­gen verschwindet ein Möbelstück nach dem ande­ren, um tu Geld umgesetzt zu werden; alte, liebe Andenken. Schmuck und Bilder, werden Abgege­ben. Die wftrz-ige Rente gestattet keine Ver­gnügungen.

Um den Schein zu walycen, wird der äußere Menschgepsseat; schiefe Ab­sätze bleiben ein Ding der Unmöglichkeit, an dem' kärglichen Tische ober sitzt der Hunger, und dos Gespenst der Not begleitet diese Dulder abends zu Bette und emv-fängt sie früh morgeus beim Aufwachen. Eine stumme, aber um so tie­fere Verzweiflung hat Unzählige dieser Menschen ergriften. Immer wieder hören Vertraute das unselige Wott:Sislange es halbwegs reicht, so­lange noch einige Geldmittel beschafft werden können, leben wir: dann machen wir Schluß.- Eine grenzenlose Niedergeschlagenheit hat diese Kreise crgriffen. Die Schamröte steigt den Dar­benden ins Gesicht. Und doch sind sie nur Opfer. Und doch ist es nur das deutsche Volk, das ihr Elend seit dem Herbst 1918 verschuldete. Diese Armen.des Mittelstandes und der gebildtten Kreise sind die Vcrelnideten. Unser Volk ist arm Ist Sklavenvolk durch eigenes Verschulden geworden Stetgcnde Löhne können die üebens- haltttng, da in der Dolkswittschaft Glied in Glied greift, nickst besser gestalten. Ans dieses Einmaleins der Nattonalökonomie weisen auch Arbeiterführer hin. Nur Arbeit bttnat uns vor- wätts Aber auch sie nur, wenn lie Ket: m von Versailles, die der innerpolitische Novem- berspnk von 1913 verschrrkdet hat, beseitigt oder gelockert werden Wir haben, wenn Parallelen gestattet sind, fast alleHungerlöhne-, emtch wen« wir stakt acht, täglich zwölf und viernhn Stun­den grbciie«, nur die Schieber in Waren und Politik haben gute Zeiten und können sich män sten. Versailles mackst unsere Arbeiter mrd An. gefftellten arbeitslos: diesen Arbeitswilligen, dis ohne Verschrrlden feiern müssen versagt kein Volksgenosse fein Mitgefühl. Aber mich ihneu kann nur geholfen werden, wenn die Grund übst! unseres Wtrrschastselends schwinden, eine gewiss senhaste Arbeit in Fluß kommt,

wenn ein Rad bn-3 andere treibt.

Am Sem gSrendm Men.

»ie Gegner der Vslschewifto*.

(Eigene Drahttnekdung.)

Wien, 1. Dezember.

Aus Südrußland wird berichtet, haß unter der Bevölkerung autibolschcwistisckfe Ausstände ausgebrochen sind. Die von den Bewohnern der Städte eingesetzten Kollegien haben die erste weißrussische Brigade zum Kampfe ge­gen die Bolschewisten geschafft«, zu der sich sofott Tausende von Freiwilligen meldete«. Die Baseler Nachrichten melden ans Mailand: Im Hafen von Karthago find viertausend Soldaten der Armee Wrangel eingeträfsen. Weitere zehntausend Soldaten WraugelS sollen folgen. General Wrangel hat der französischen Regierung mitgcteilt, er sei bereit, nach Paris zu kommen, um mit den Alliierten über die Rcuorganisatton seiner Armee zn sprechen. Diese mufaffe heute stebzigtausend Manm Die gleiche Zahl ist auch in Paris bekannt. Die Truppen sollen eine neue Aktion gegen Sowjctrußland unternehmen.

Sie Mkerbimd-Tssms.

Antwort aus die deutschen Proteste.

(Eigene Drahttnekdung st

Genf, 1. Dezember.

Der Rat des Bölkerb,indes, der sich vorge­stern versammelte, beschloß infolge des Berichtes des brafiltanische« Delegietten, eine Antwort an die deutsche Regierung bezüglich der Frage Eupen und Malmedy. DaS Generalftkre- iaritrt des Völkerbundes wird die von der dcm- scheu Regierung tr!;ntfencit beiden Noten in der nächsten Zeit veröffentlichen. Die Blätter von gestern berichten aus London, daß auch die Stärft der Besatzungsarmee in Deiftsch- land zur Erörterung gestanden habe. Das Echo de Paris" will erfahren habe«, d«ß, im Gegensatz zu der ablehnenden Haltung Lloyd Georges «t Frankreichs Botffchläge« in der ober- schlesischen Abstimmungsfragc, die Zusttmmung des englischen Premierministers zu dem franzö­sisch n Antrag erfolgt fei, die Entscheidung der StvYke der Besatztmgsarmee für alle Zeiten de« p-r fit arischen Instanzen zu überlassen. et? e

. Oesterreichs Zulassung.

Wien, 1. Dez>nnber. (Eigene Drahtmeldung.) Die in der Völkerbnudsversammlung abgege­bene Erklärung des Schweizer Bundespräsiden­ten Motta, daß im Falle tiefgreifender staattichcr Veränderungen in Oesterreich für Vorarl­berg das Selbstbestimmungsrecht ge­wahrt bleiben werde, hat in Vorarlöcrg einen starken Eindruck gemacht. Dies hat bei den Freunden der Schweiz einen mehr oder minder großen Pessimismus erweckt, während die Geg­ner deS Anschlnsses an die Schweiz die Erklä. rung als eine glatte Absage an Vorarlberg be­trachten. Wie ans Genf gemeldet wird, ist die Aufnahme Oesterreichs in den Botter- bund beschlossen worden.

Russisch-polnische Kriegsvorbereitung.

Kopenhagen, 1. Dezember. (Eigene Drahttnc'.dung) Nach Telegrammen aus Riga berichtet ein in Riga eilt getroffener Augenzeuge, daß an der polnische« Front umfangreiche ruf- fische Truppen -Zusammenziehun­gen stattfinde«. Tie Truppen werden in aller Stille in Eiscnbalmzügen an die polnische Front gebracht. Alle Stationen unterwegs sind abge- fpertt während die Züge di: Stationen passieren, tret zu verhindern, daß Privatpersonen Einsicht in die mikitättsck>ci« Maßnahme« erhalten.

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