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Kaffckr Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitnng

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Kummer 274.

10. Jahrgang.

Frettag, 26. November 1920

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Ne Müstungssrage im Völkerbund.

gene Drahlmöl- berichtet: Kiew

mit dem Minister des Innern Kühn eine Bc,

und der Maßlosicckeit einmal Vernunft und

Organisation, wie ste in Sachse» geführt Werve,

IL ecg-n den Arttkel 177 des FriedensvertrageS ver. der Entjchädigunassnmme spätestens AnfangsNt-ste- F-rstrat Escherich wünschte, daß es her Dezember in der EntschAiigungskommiMsn fal-tOrgemsatüm ermöglicht würde, is Sachsktz «w

Arbeit in aller OesfeMlichleit zu betreiben, damit jeder erkennen könne, daß sie nur ehrliche Ziele zum Schutze der Bersaffung verfolge.

Dresden, 25; November,

Forstrat Escherich hatte am Mittwo-ch in Dressen mit dem Ministerpäsidenten Bmk und

Besprechung in Berlin.

Berlin, 25. November. (Privattelegramm.) Wie dieVosfische Zeitung erfährt, wird der bayerische Ministerpräsident Dr. v. Kahr mit dem heutigen Rachtzug nach Berlin komme», wo er heute die Frage der bayerischen Einwohner­wehren mit der Reichsregierun« bespricht.

Zusammenstoß mit Briten.

London, 25 November. (Eigener Traht- bericht.) Die$imeS melden aus Teheran, daß britische Truppen am 9. November mit den Bolschewisten auf russisch-asiatischem Gebiet zusammengestoßen sind. Tie Kölsch e- Wisten ließen hundert Tote auf dem Schlacht­feld, unter denen sich aber nur zwei Ruffen be­finden. Die britischen Verluste betraget! sechs Mann. Am gleichen Tage bombardierten eng­lische Flu^geuge Ensli am Schwarzen Meer und zerstörten auch die Hafermwle, sowie eine größere Anzahl Lagerhäuser am Hafen.

DaS Wüten der roten Truppen.

sprechung, in der er erklärte: DieOrgesch" habe cs dahin gebracht, daß ein Rechtsputsch nicht mehr möglich sei. Die bayerische Einwohnerwehr fei aus der Organisation aus- geschieden, damit sie nW gegen den 2tit. denövertrag verstoße Der Minister des Innern Kühn erklärte darauf, daß die Lrgesch in Sach­se« ein anderes Gesicht habe und > es ansfalle. daß ste ihre Arbeit so sehr im Geheimen betreibe. Minifierpäfident Buck wiez darauf hin, daß die

Sie Völkerbund Tagung.

Erörterung über die Abrüstung.

(Eigener Drabtbrricht.)

Genf, 25. November.

In der sechsten Kommiffion, die sich mit dem Abrüstungsproblem zu befaffen hat, liegt ein An­trag deS brasilianischen Delegierten Da Eunha vor, der n. a besagt, der Völkerbund faste darauf dringen, daß in ollen Staaten die Erzen- guna von Kriegsmaterial monopsll- iert werde, und zwar unter Ausschluß von Privatunternehumngen uns Pribatkapital. Bei den bisherigen Verhandlungen der AbrvstungS- kommiffion war bereits die Forderung au'gestellt worden, daß das System des bewaffneten Frie­dens durch die Abrüstung esetzt werden müsse. Voraussetzung sei eine wirklich durch den Völkerbund dnrchgesührte Kontrolle. Der Frau, zose Leon Bourgeois erklärte, daß vor der voll, sündigen Ausführung des Friedcnsver rages und vor der Entwaffnung Deutschlands die e ^gemei­ne Abrüstung nicht vor sich gehen könne. Ter schweizerische Delegierte Usteri erklärte, daß die Schweiz wie alle anderen Nationen der schweren Rüstungslast müde fei. Anch der ita­lienische Delegierte Schanze trat für eine Her­absetzung der militärischen Ausgaben ein. die für die Finanzen der am Kriege be eiligt gewesenen Staaten dringend notwendig sei.

Das Problem Deutschland.

Genf, 25. November. (Eigene Drahtmeldung.) Die Havas-Agentur berichtet vom Mittwoch: Die DMerkmndsLonferenz hat sich mit der Frage der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund auch nicht inoffiziell besaßt. Nach einer Erkun­digung bei den Delogierten der in Genf vertte- tenen Nationen ist von keiner Macht beabsich- ttgt, die Frage der Zulassung Deutschlands zur Erörterung zu bringen. Auch Besprechungen der Delogierten über einen späteren Antrag Deutsch­lands finden nicht statt. DemTemps" zu­folge wird die französische Vertretung beim Völkerbund in Genf eine Erklärung gegen die deutsche Kolonialnote avgebeu. Nach demEcho de Paris" findet in der Frage ein ' lebhafter Meinungsaustausch zwischen dem fran- ; fischen und dem englischen Kabinett statt.

Am dem »Srende» M«.

9leue FriedensverhandlungS-Komödie.

(Eigener Drahtbericht.)

Riga. 25. November.

Da aus Moskau gemeldet worden war, daß die polnischen Truppen sich zurückziehen, teilte der Sowjetvertreter Joffe gestern den Polen mit, daß der Wiederaufnahme der F r i e- densverhandlungcn nichts mehr im Wege stehe. Es haben gestern Kommisstonsbera- tungen stattgefunden, und man ist der Meinung, daß Joffes letzte Rote betreffend die Einstelluns> der Verhandlungen ihren Zweck, nämlich einen Druck auf die Polen auszuüben, in diesem Falle voll erreicht habe. Ans Warschau wird gemel­det: Auch die polnische Regierung hat der Wiederaufimhme der Friedensbesprechungen mit Rußland zugestimmt, nachdem dir Ruffen neue Vorschläge unterbreitet haben. Die Verhandluu- gen beginnen nächsten Dienstag unter Ausschei­dung der polnisch-litauischen Beziehungen.

siinwohnerwehr und Lrgesch

Amtliche Besprechung in Sachfen.

(Privat-Tclearamm.)

Wien, 25. November. (Er düng). Aus Südrußland torb ist in der Nacht vom DienLiaa von den B o l - schewisten besetzt. Damit ist Kiew zum vierten Male in die Hände der roten Truppen gefallen. Flüchtlinge berichten, daß die bolscke wistische Armee, die Kiew genommen hat, zwei Divisionen stark ist Aus Krakau kommt die Meldung: Infolge der Einnahme Kiews durch die Bolfchewisten veranstalteten die roten Trup- ven eine M affen-Hinrichtung. Tausende von Einwohnern, darunter F r a ue n und K i n- der, sind nach diesem Bericht erschaffen worden.

Arbetts-Rachweis.

Sine Erschwerung der Arbeitsvermittlung 1 önte» dl»',e» UcberfAtift gaben wir am 19. Sto­vern ber einem An satz Raum, bee auf Rach­teile de« amtlichenSnrivurseS eine» Arbelttnach. weis Gesetze» und be« Do» schlag« zur Schaffung eine» Bereinheitkichung hinwie«. Demgegen­über sendet uns der Leiter br» Kasseler Arbeits­amtes einen Aufsatz, in dem er gewisse Aus­führungen be« erstgenannten Artikel« widerlegt.

len. Diese Zeit muß unbedingt noch dazu be­nutzt werden, um der Entente klar zu machen, daß ihre Bäume nicht biS zum Himmel wachsen können. Schließlich hat es doch auch für die En­tente feinen Zweck, nur aus Stimmungsmache bei ihren eigenen Völkern Riesenfordekiingen zu stellen, von denen sie genau weiß, daß sie nicht er- süllt werden können Besser ein Sperling in der Hand, als eine Taube auf dem Dach« ' S.

Eine Mindestforderung?

Rotterdam, 25. November. (Eigene Draht­meldung.) Den Londoner Blättern zufolge wur. den die Beratungen der interalliictten Wieder- gutmachungs-Kommisston in der ersten Dezem- berwoche in Paris neu ausgenommen. Tie Times" behauptet, daß die Wiedergutmachungs- kommission nach! wie vor auf dem Standpunkt steht, die Höhe der Summe vor der Besprechung mit d«n Deuffchen als Mindestforderung festzusetzen. Zwischen den englischen und fran­zösischen Vorschlägen zeigt sich eine Annäherung.

odc, in eine Vereinigung der Völker anzuknüpfen.

Keine Bindung gegenüber Europa.

Rotterdam, 25. November. (Eigener Draht­bericht) .Daila Telegraph" meldet aus New- York: Harding sprach m Philadelphia: Amerika könne keine militärisch« und Polnische Bindung übernehmen, tote sie der Völkerbund vorfche. Die Freiheit b»8 HanoelnS der Union muffe aufrecht klhaüen bleiben, wenn die Union die Vormachtstellung AmettwK bewahren wolle.

Die Möglichkeit, Arbeitsuchenden, insbeson­dere hochqualifizierten Spczialkrasten, auch außerhalb des Bereiches des örtlichen Arbeits­nachweises ArbeitsMleg.mheit zu verschaffen, ist keineswegs so aussichtslos, wie es der Auffitz besagt. Ein modernes Arbeitsamt macht sich in gleicher Weise wie der -Einzelne in solchen Fäl­len alle Hilfsmittel, wie Vakanzenlisten, Zeitungsinserate und dergleichen zu­nutze. Darüber hinaus kann er mit den Arbsits- nachweifen anderer Bezirke direkt oder durch di-! Landesarbeitsämter zwecks Unterbringung in Verbindung treten. Die Möglichkeit dieser so­genannten zwifchenörrlichen Vermittlung ist allerdings im Augenblick noch durch entgegn- stehend« Bestimmungen der Demobilmachungse behorden vor allem gilt hier die Reichsord­nung über Freimachung von Arbeitsstellen eingeschränkt. In normalen Zeiten wird der zwischenörtliche Ausgleich reibungslos vor sich gehen; deun nicht die Organisation des öffent­lichen Arbeitsnachweises an sich, sondern die De- mobilmachungebestimmungen stehen dem zurzeit entgegen.

Richtig ist die Auffassung, daß man das Zei­tungsinserat grundsätzlich nicht verbie- t e n soll, wie ja auch der Gesetzentwurf dem Ar- beitsuchenden die Möglichkeit Vorbehalt, ohne Im anspruchnahme der Arbeitsämter Arbeitsmögttch- keit zu erhalten. Der von gewissen Aabeitnehmec- Organisationen geforderte Benutzungszwang war nötig, um in den schwierigen Zeiten der Detrro- bilmachung die Einheitlichkeit auf dem Arbetts- nurrtt »u wahren. Er ist da noch nötig, wo lei* stmtysfLhige, öffentliche Arbeitsnachweise vor­handen sind, wo aber dir Beteiligten sich von ter Zweckmäßigkeit der Einrichtung noch nicht hinreichend überzeugt haben. Er ist nicht mehr nötig, wo die .Interessenten freiwillig den öffent­lichen ArbeitsnaMveis benutzen, und er darf da nicht ausgesprochen werden, wo keine lei« stungs- imd i-ntw IckliMgSsiL) i arn Aibeitsnach- toeife vorhanden sind. Am Schluß dieses Be­richts wird die Ansicht ausgesprochen, daß der Prozeß der Aufsaugung der übrigen ArbeitS-

Heren Beteurung gegenüber den öj-

Sie EnlschiidigMg.

Was kann Deutschland zahle«?

Vor Monaten schon wurden von selten der Entente un-d ihrer Presse bestimmte Zahlen über die Hohe der von Deutschland zu fordernden Entschädigung genannt. Wer die Ziffern vari­ierten sehr stark und ließen daraus schon erken­nen, daß eine definitive Entscheidung in diei-r Frage noch nicht gefallen war. Wochen sind seitdem vergangen und noch immer schwebt die Ungewißheit über die Höhe der von den feindlichen Staaten verlangten Entschädigung über Deutschlands Haupt. Ter Tag, wo die Ent­scheidung fallen muß. rückt aiber immer naher; denn als äußerster Termin für die Genfer Fa- nanzkonferenz wird der Februar des nächsten Jahres angesetzt weiden müssen. Die Entente bemüht sich, nach außen hin den Eindruck zu er­wecken, als ob bezüglich der von Deutschland zu verlangenden Leistungen volle Einigkeit beftnye. In Wirklichkeit aber tobt um die Ernfchäbiguiigs- summe seit Wochen zwischen Frankreich und Eng­land ein erbitterter Kampf, dessen Ausgang noch

Der Direktor des städttschen Arbeitsamtes Kassel, Dr. Steinbrück, schreibt zu dem vor­stehend erwähnten Artikel (vom 19. November): Der Ksrnpurckt des Artikels gipfelt in dem eilten kurzen Satz: »Ter Arbeitsuchende wird (beim öffentlichen Arbeitsnachweis) zur reinen Num­mer * Man sieht daraus, daß das vor Jahr­zehnten gegen die öfsenttichen Arbeitsnachweise geprägte Schlagwort von der Rummerufolge auch heute noch von ihren Gegnern immer und immer wieder verwandt Witin Unter der Num­mernfolge versteht man die Art der Vermiitlimg, die einlaufenden Aufträge der Reihe nach zu er­ledigen und dann bei ven Arbeitsuchenden in der Nummernfolge zu überwerfen, wie sie sich melden. Dieses priniltive System, das allerdings auf die Individualität des Einzelnen keine Rück- icht nimmt, kommt nur noch vereinzelt da zur Anwendung wo die Arbeitsnachweise noch in den Kinder schuhen stecken. Der moderne Arbeits­nachweis steht davon ab, es sei denn, daß meh­rere gleidsgeeignete Beiverb er vorhanden sind. Man verfährt individuell unter Beachtung des Grundsatzes, den rechten Mann an den richtigen Platz zu stellen. Tie Zetten sind vorüber, wo sich die öffentlichen Arbeitsnachweise darauf beschrän­ken miißten, Handwerksburschen und Gelegen­heitsarbeiter und später allgemein die unaelern­ten Berufe zu vermitteln. Seit Jahren schon ist man dazu übergegangen, die Arbeitsnachweise fachlich zu gliedern, das heißt für einzelne Branchen, Gewerbe oder verwandte Berufs grup­pen besondere Fachabteilungen zu errichten. ES ist hier also eine weitgehende Arbeitsteilung ein­getreten, so daß sich dre einzelnen Vermittler, die . in der Regel selbst aus dem betteffenden Ge- , werbe stammen, spezialisieren können und den , einzelnen Aufträgen und den Arbeirsuchenden sich : eingehender widmen können. Damit ist die in­dividuelle Behandlung gegeben. Darüber hinaus , ist zu bemerken, daß die zahlreichen bisher be­stehenden Arbeitsnachweise der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisationen, die bisher eine Fachv-rmitÜung betrieben, mehr und mehr dazu übergehen, ihre eigenen Arbeitsnachweise als Facharbeitsnachweise den öffentlichen Arbeitsnachweisen anzuoliedern und auf dem Weg tariflicher Regelung die Verpflichtung zur i Benutzung dieser Fachnachweisi- auSzufprecben. . Daraus geht einwandfrei hervor, daß die Inter- : effentert selbst sich von der Zweckmäßigkeit und i Brauchbarkeit der Organisation des öfieniliche« Arbeitsnachweises überzeugt haben.

Sie empfehle« daher, ein Konrpromiß zu schlie­ßen. In diesem Falle hätte Senator Lodge als Vorsitzender de8 Senatsausschusses für auswär­tige AngelKniheiten die beste Aussicht. Der Se !. .nator Mar Cormick wird gemäß einer mit Har- bing getroffenen Vereinbarung in den nächsten Tagen nach Europa reisen, um biet private Verhandlungen mit den europäische« Staatsmännern über die Möglichkeit des Ein­tritts der Bereinigten Staaten in den Völkerbund

Regierung eine fest fixierte Entschädigungssumme genannt werden müsse. Frankreich steht diesem Gedanken keineswegs wohlwollend gegenüber, obwohl es von amei ikanischer Sette aus eben­falls dazu gedrängt wird, sich dem englischen Standpunkt anzuschließen. Ohne weiteres irrrb sich die französische Regierung dazu Ober nicht verstehen; denn Millerand und seine Clique fürchtet, sie könnte schließlich gar zu wenig von Deutschland verlangen und eines Tages geprallt sein. Diese Sorge'erscheint allerdings mehr als unöegrüudet. Tcun Wenn auch die Wahrschein­lichkeit besteht, daß nunmehr von selten der En­tente eine feste Summe gefordert werden Wird, fo kann sich doch kein Zweifil darüber er­heben, daß die Höhe dieser Summe dieselbe groteske Form aitfovetfen Wirb, wie alle anderen bisherigen Forderungen der Entente. Es müßte mit merkwürdigen Dingen zugehen, wenn in Gens wirklich cm die Stelle der Gewalt

immer ungewiß Ist. .

Nicht bloß einer oder zwei, sondern minde­stens zehn Vorschläg« Waren es, die von der Env- sckädigungMimmission der Entente bisher ge­prüft und Wieder verworfen worden sind Die Schwierigkeiten, die Forderungen der einzelnen Staaten unter einen Hut zu bringen, haben sich dabei eher erhöht als gemindert. Lange hat es gedauert, bis sich Frankreich dazu versia"den hat, die von ihm im Sommer dieses Jahres einze- reichten Vorschläge zuruckzuziehm. Es ist dazu von der übrigen Entente auf Grund des Ma­terials, das Deutschland auf der Konferenz tn Brüssel über den Stand feiner Finanzen und die MögllÄkeit seiner Zahlungen überreicht hat. veranlagt Worden. Die Entschädigungskommis­sion der Entente Will es sich zwar selbst nicht gestehen, kann aber doch nicht umhin, zuzuaeber., daß ste sich ein wirkliches Bild über die Zah­lungsfähigkeit Deutschlands zu machen, auch heute noch nicht in der Lago ist. Das liegt nicht etwa daran, daß die deutsche Regierung der Entente das noftrenblge Material vorent- halten hätte, sondern ganz einfach an der Tat­sache, daß eine Reihe von wirtschirftlichen Fm-- ponderabilien dabei zu beMckstchtigen sind, die ständigen Veränderungen unterliegen.

Es ist bei uns in Deutschland in der letzten Zeit unendlich tiiel darüber geredet und geschrie­ben woidcn. ob in der Frage der Entschädigung in Gens die chnuvimsttsch- französische oder die gemäßigtere englrsch-italienische Richtung den Sieg davouttagen werd«. Die elftere läuft darauf hinaus, aus Deutschland die letzte Mark herauszupreffen, während die andere dahin gebt, alle Anstrengungen auf die Wieder­herstellung Deutschlands zu konzenttieren, um sich aus bent Gewinne bezahlt zu machen. Wie tie Dinge heute liegen. Wird Weder die eine, noch die andere Auffassung in der eben vorge- Är Form sich durchsetzen können Es scheint h'r, daß innerhalb der EntschädizMigskam- mission ein mittlerer Weg gefunden Werden will. Damit wächst die Wahrfcheinlichkeit ziem­lich stark, daß man auf den englischen Plan zu- aückgreift, der eine derartige Gestaltung der Ent- schädizungsleistimgen vorschlug, daß jeweils nach der Wirtschrstlichen größeren oder geringeren Leistungsfähigkeit Deutschlands die Beträge er­höht oder verringert Werden könne«. Mit dieser Regelung der Frage scheint sich nun auch Frankreich adgefunden zu haben.

Der springende Puntt. über den aber noch keine Einigkeit er$Mt ist, ist sie Frage einer festen oder einer unbestimmten EntfchädigunaS- sunnne. Ter englische Standpvntt War nach die­ser Richtung in den letzten Wochen nod; sehr un» . Run aber hat Lloyd George vor wenig n n erklärt, daß die englische Regierung die Meinung toertnte, daß in Genf der deutschen

Amerikas Aellunanahme.

Die Polittk der neuen PrLfsdente«.

(Eigene Drahtmeldunq.!

Washington, 25. November.

Zuverläsflgen Informativ re« zufolge hat Harding darauf verzichtet, Root in sein Kabinett zu nehmen. Die größte Aussicht, Staatssekretär g« werden, hat Senator Knox. Die polittschen Freunde Hardings glauben, daß er Befürworter eines Sonderfriedens mit Deutschland sei, damit er erneut die Stellnngnahine der Bereinig- ten Staaten gegenüber Europa feftlegen könne.