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MW Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nummer 264.m m SW Sonnabend, 13. November 1920 »> « 1"- Jahrgang.
BLlkerbund-RStsel.
Um Deutschlands Zulassung.
Ist eS wirklich ein Ereignis ersten Range?, wenn am Montag den 15. dieses Monats in Genf der Völkerbund zu seiner ersten Vollversammlung zusammentritt? Auf dem Programm der Tagung steht eine Anzühl wichtiger, zum Teil auch: jur Deutschland bedeutsamer Gegenstände, und es soll ja anscheinend auch zur Erörterung gebracht werden, wie der Völkerbund sich zur Frage der etwaigen Aufnahme Deutschlands in diese .Liga der Nationen- stellt. Älber trotzdem hat man alle Ursache, der Tagung mit abwartender Zurückhaltung gegenüberzustehen, einmal, weil die bisherigen Entscheidungen d»s Völkerbundrates (siche Memel, Danzig und vor allem die gefälschte Volksabstimmung in Eupen-Malniedy, gegen welche die deutsche Regierung vom Völkerbundrat an die Völlerbundversammlung appelliert hat) kein sonderliches Vertrauen zu der Neutralität oieser Wklsonschen Schöpfung gewähren, und zweitens, weil der Völkerbund ein Rumpf ohne Gliche.' ist — und es anscheinend bleiben wird. Das ist er schon deshalb, weil er eben eine Wrl- sonsche Schöpfung ist, dessen Schöpfer ja am Völkerbund politisch zu Grunde g-gangen ist. Der Ausfall der Wahlen in der Nordamerika n i s ch e n Union bedeut'! zugleich ein Votum gegen Wilson und seinen Völkerbund, dem die siegreichen Republikaner keinesfalls in der jetzigen Form beitrcten werden Wenn aber Holdings Programm verwirklicht werden sollte, dann bliebe vom Völkerbund nicht allzuviel übrig. Jedenfalls ist der Bund ohne die Nordamerikanische Union und ohne Deutschland undenkbar.
Zurzeit kennzeichnet sich die vielgerühmte Liga der Nationen jedenfalls im wesentlichen als ein Jnteressenverband der alliierten und assoziierten Nationen, die ihre im Kriege argen Deutschland gemachten Geschäfte jetzt auf diese Weise rentabel fortführen wollen. Wenn man zu der Firma die neutralen Mächte hera:^ geholt hat, die den Alliierten gegenüber in der Stimmenminderhrit sind, so dient das zugleich denselben dekorativen Zwecken, die zum Beispiel die Mtiengesellschaften verfolgen, wenn sie sich einige prunkende Namen für den Aufsichtsrat kaufen. Wenn Deutschland nach den bisher ergangenen Entscheidungen des Völkerbundrates keine Ursache hat. der Genfer Tagung mit besonderen Hoffnungen entgcgenzusehen, können wir es aus diesem Grunde auch mit aller Nüchternheit abwarten, ob etwa an Deutschland die Aufforderung zum Eintritt in den Bund gerichtet werden wird. Es ist berichtet worden, daß von neutraler Seite die Aufnahme von Deutschland und Deutsch-Oesterreich beantragt werden soll, und nach einer Meldung des „Telegraf" erwartet man, daß England, Italien, die füdamerikauischen Staaten und Japan dafür stimmen würden. Damit würde ja die Aufnahme gesichert sein, zu der nach Paragraph 7 der Völkerbunds-Statuten die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der auf der Delegiertenversammlung vertretenen Staaten erforderlich iff
Allein, diese Rechnung wäe ohne Frankreich gemacht Seitens der französischen Regierung wird dafür plaidiert, die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund fürs erste nicht zur Erörterung zu stellen; denn, so lautet die Begründung, „da die Wiedergntmachungsfrage noch nicht gelöst sei. würde die öffentliche Meinung Fra.tkreichs und Belgiens sich einstimmig w eigern, Deutschland in den Völkerbund zuzn- lassen". Die geforderte Entschädigung müsse erst von Deutschland anerkannt werden und Deutschland müsse die Gewahr bieten, daß es diese Verpflichtungen den Alliierten gegenüber ungeschmälert erfüllen werde. Solange das nicht geschehen ist, will Frankreich gegen die Zulassung stimmen Nun steht dieser Ablehnung aber die englische Auffassung gegenüber, daß Deutschlands aufrichtiger Wille zur Erfüllung der Wiedergutmachung erwiesen sei. Es müsse Rücksicht darauf genommen werden, was Deutschland Ici- freu könne. In erster Linie sei nötig, daß das deutsche Wirtschaftsleben im Gange bleibe. Eine Gewähr für.den guten Willen könnten die Alliierten auch erhaben, wenn Deutschland dem Völkerbund angehöre. Es ist bezeichnend, daß Frankreich im weitestgehenden Falle Deutschland nur als „zahlendes* Mitglied dulden will Das wäre eine Stolle, für die wir uns bedanken können. Dem Bunde anzugehören, hat für Deutschland nur Zweck, wenn es gleichberechtigt mitstimmen darf. Wcnngl.'ich anzunehmen ist, daß auch dieses Stimmrecht wenig nützen würde, weil Deutschland immer in der Minderheit wäre, so Wäre es doch schon wichtig, den deutschen Standpunkt jederzeit klarlegen zu können. Deshalb darf d.-r Versuch nicht unterlassen werden, an den Völkerbund geaen das Unrecht zu appellic- ren, das uns die Alliierten mit dem Versailler Vertrage zugefügt hoben. Zwar sind bei der
gegenwärtigen Zusammenstellung des Bundes die Beklagten im wesentlichen zugleich die Richter, aber trotzdem dürfen wir nicht Nachlassen, ihnen immer und immer wieder ihr Unrecht vorzuhaltei. Da Deutschland und Oesterreich gemeinsam am gleichen Strange ziehen, können die Alliierten auf die Dauer nicht ablehnen, wenn sie sich nicht selbst lächerlich machen wollen. r=k.
Wieder LM mid Verkehr.
Die Regierungs.Verordnung hat gewirkt.
(Privat-Telegramm.f
Berlin, 12. November.
Der L ichtstreik in Berlin ist beendet. Die Androhung der Machtmittel des Staates zur Letriebsaufnahme hat gewirkt. Seit acht Uhr gestern abend hatte Berlin wieder Licht. Die Straßenbahn hat heute früh den Betrieb wieder aufgenommen. Rach dreiMndigen Verhandlungen zwischen der Direktion der Groß- berliner Straßenbahn utzd den Vertrauensleuten der Straßenbahner hatten fich gestern abend die Straßenbahner bereit erklärt, von heute ab wieder zu fahren. Da die Reinigung der Schienen und der Weichen eine mehrstündige Tätigkeit erfordert, kann der Straßenbahnverkehr nur langsam wieder ausgenommen werden. — Gegen eimmddreißig Eisenbahner der Berliner Werkstätten ist wegen F e r n b l e i b e n s von der Arbeit am 9. November die Arbeitsentlassung ausgesprochen worden. Die radikalen Betriebsräte der Eisenbahn fordern als Antwort darauf in gestern nachmittag »erteilten Flugzet- tcln zur Stillegung der Eisenbahnbetriebe auf. ES besteht aber keineReigung.der Aufforderung der Betriebsräte Folge zu leisten.
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Kundgebung und Plünderung.
Berlin, 12. November. (Prtvattelegrantm.) Zu großen Demonstrationen der Arbeitslosen kam es gestern abend. Ein Zug von sünfhundert bis tausend Personen bewegte sich aus dem Zentrum Berlins. Die Arbeitslosen verlangten die sofortige Einsetzung eines politischen Arbeiterrates und die Proklamierung deS Generalstreiks. Der Zug der Demonstranten, die viele rote Fahnen mit fich führten, löste fich erst im Norden auf. — In Spandau haben in der achten Abendstunde große Tumulte der Arbeitslosen eingesetzt. Die Tumultanten versuclllcn vergeblich, die Reichsbetriebe zu erstürmen und in den Besitz der Wasfendepois zu gelangen. In K ö p e n i ck hat der Pöbel Lebensmittelgeschäfte aufgebrochen und ausgeräumt. Auf Grund des Ebertschen Auti-StrcikerlaffeS waren bis gestern früh achtzehn Streikende in Haft g-uomme
Lohnforderung der Hilfskräfte.
Berlin, 12. November. (Privattelegrammm) Die städtischen Hilfskräfte haben dem Magistrat ein Ultimatum gestellt, um über eine neue Festsetzung der Gehälter für städtische Hilfskräfte zu verhandeln. Trotzdem sich der Magistrat prinzipiell zu Verhandlungen bereit erklärte, wurde in einer Sitzung der Tarifkom- mifsion imd der in Frage kommenden Verwaltung, die am Donnerstag nachmittag stattsimd, beschlossen daß die Hilfskräfte, um die Finanzen der Stadt nicht unnötig zu beschweren, bis zur Aufstellung eines neuen Etats von wetteren Lohnforderungen abfchen sollen.
Ieutscher Besitz in England.
Nur eine beschränkte Freigabe.
(Privat-Tclearamm.1
Berlin, 12. November.
Der Berliner Berichterstatter der „Daily News" berichtet, er habe ans Kreisen der Hochfinanz erfahren, daß die britische Regie- r u n a beschlossen habe, das während des Krieges beschlagnahmte deutsche Eigentum nur in begrenztem Ausmaße den Eigentümern wieder zurückzuerstatten. Der Wert des so freigegebenen Eigentums wird fich in jedem einzelnen Falle bis auf mehrere hundert Pfund belaufen. Doch wird ausdrücklich betont, daß wohlhabende Deutsche der vorerwähnten Konzession nicht teillzaftig werden sollen. Ter Korrespondent weist darauf hin, daß sich unter dem -mückzuerstatt-nden Eigentum auch Möbelstücke und persönliche Effekten befinden. Erfolgt inner
halb einer bestimmten Frist seitens der in Frage kommenden Deutschen die Anmeldung ihrer RückerftatiungSaasprüche, dann, so betont der Korrespondent, werden viele Hunderte kleiner Leute (Friseme, Kellner. Gouvernanten, kleine Geschäftsleute usw.) auö dieser Konzession auch den Nutzen ziehen könnnen.
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Gewisse Konzessionen.
Berlin, 12. November. (PrivattelegraMm.) Ueber die Meldung, daß in England eine beschränkte Freigabe des deutschen Eigentums erfolgen fille, war an den amtlichen Berliner 'Stellen eine Bestätigung bisher nicht zu erhalten, wohl aber wird von gut unterrichteter politischer Seite bestätigt, daß die in der Berliner Meldung des „Dailv NeWs*-Korrefpondenten wieder- gcgebenen Tatsachen zutreffend sind und daß tatsächlich die britische Regierung sich zu gewissen Konzessionen in der Frage der Freigabe des deutschen Eigentums entschlossen hat.
Sie Sszialisimmsrsrsgr.
Stellungnahme gegen die Vorschläge.
lVrivat-T elegromml
Berlin, 12. November.
Der Vorstand desBerbandesderBerg- arbeiter Deutschlands sendet der „Freiheit" eine Erllärnng über die Sozialifierun« des Bergbaues, in der es heißt, der Vorschlag der Unterkommission des ReichSwirtschaftsamt-s, Kleinakiien auszugeben, sei eine Fälschung deS SozialifierungSgedankens und lause auf eine Verstärkung des Privatkapitalismus hinaus. Der Verbandsvorstaud verlangt daher von allen VerbandSmitgliedern, daß fie die Stinnes-Sil- verbergschen Vorschläge betreffend Kleinaktien oder einen ähnlichen Vorschlag energisch bekämpfen, andernfalls würden die in Frage kommenden Kameraden gegen die Beschlüsse ihrer Organisation bandeln und müßten daraus die einzig richtigen Folgerungen gezogen werden.
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Hue gegen Wagner.
Köln, 12. November. (Privattelegramm.) Der sozialdemokratische Bergarbeiterführer Otto Hus wie auch der Führer des alten Bergarbei- tewerbandeS protestieren, wie die Blätter melden, öffentlich dagegen, daß ein Mitglied des Bergarbeiteriverbandes,-- Wagner, die Stin- nesfcheu Sozialist erungsvor schlüge unterzeichnet habe. Hus nennt den Vorfall einen Skandal. Seine Erklärungen bezeichnen in erster Lmie die von Stinnes vorgefchlagene Gewinnbeteiligung der Arbeiter als Umgehung der Sozialisierung.
Gegen den KomWAmrmvs. DieSozialdemokratie warnt ihre Mitglieder.
(Privat-Tefearmmn.s
Berlin, 12. Söoveutber.
Der „Vorwärts" veröffentlicht folgende Aufforderung des Vorstandes des Bezirksverbandcs Berlin der Sozialdemokrattschen Partei Berlin: „Die kommunistische Betriebsräte - Zentrale, Münzstratze, will die Betriebsräte GrotzberlinS zum Sonntag den 14. November zu einer Versammlung einladen, in der sie einen General- streikbeschlutz durchdrücken will. Für die auf dem Boden der Sozialdcmokmtischen Partei stehenden Betriebsoblenie gelten nur die Beschlüsse der Gewerkschaften und nuferer Partei. Wir fordern daher die Betriebsräte auf, der Versammlung In der Münzstratze fern- zubleiben. Einer von dort ausgegebenen Parole zum Generalstreik wird sich die Arbeiterschaft Berlins mit ollen Mitteln, erforderlichenfalls mit Gewalt, widersetzen.
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Protest der Entente.
Genf, 12: November. (Eigener Tvahtbericht.) Havas meldet: Nach den Ermittlungen der Berliner Ententekominisstoi werden bolschewistische Agitatoren aus Gefangenei- lageru in Deutschland auf Stunden und Tage zur Teilnahme an kommunistischen Versammlungen beurlaubt. Der alliierte Rat wird sich in der kommenden Woche mit einem ernsten Protest an die deutsche Regierung zu befassen haben.
An neues Ansen«.
Volkswirtschaftliche Sammlung in Leipzig.
In Deutschland« schwerster Zelt wird i«e Leipzig ein Institut errichtet, da» wohl verdient, in teeiten Kreisen bekannt und »rächtet und Unterstützt zu werden. ist da» SlcichSwirtschaft«- Musenn». Matz schreibt uns darüber Ioigendrs;
Leipzig, 11. Novemebr.
Die Grundlage zu dem neuen Reichswirt, schafts-Museum in Leipzig bildet das frühere deutsche Kriegswirtschastsmuseum, das mit Unterstützung der deutschen Erwcrbsstände, vertreten durch oen deutschen Landwirtschafis- rat, den deutschen Industrie- und Handelstaz und den deutschen Gewerbe- und Hanvelskam- mcrtag gegründet und 1918 eröffnet wurde. Durch die Errichtung dieses Museums sollte eine fühlbare Lücke ausgefüllt werden, indem hier ein Institut geschaffen wurde, das zum ersten Male die Volkswirtschaft in ihren inneren Zusammen h ä n g e n, in ihrer Abläugigkeit von der Weltwirtschaft und in der Möglichkeit der Unäbhängigmachnng von einer Einfuhr in -gewissem Umfange darstellt. Der Krieg hat uns gelehrt, daß wir über unsere wirtschaftliche Schwächen, über unfere Abhängigkeit vom Welthandel, über die Möglichkeit, eine Volkswirtschaft zu führen, nur ungenügend orienttert waren. Während des Krieges haben wir erkannt, daß viele der Maßnahmen, die ergriffen worden' waren, zu anderen Zeiten, bei anderen Völkern, während anderer Kriege schon versucht, als unbrauchbar verworfen oder als zweckmäßig eingeführt Worden waren. In vieler Hinsicht wäre die Kriegswirtschaft anders auf-gebaut und geleitet Worden, wenn wir aus „Vorgängen" hätten lernen können. — Auf Grund der großen Satmn. lungen, die noch Während des Krieges geschaffen waren, und derjenigen, die ihm auf Veranlassung der Reichsvegierung überwiesen wurden, wird nunmehr von den zuständigen Wrssen- schaftlern ein Wirtschaftsnmseum aufgebaut, das in der Lage sein soll, dem lebenden Geschlecht ein Bild der deutschen Volkswirtschaft in ihren HauptwirtschastsZweigen und von den Veränderungen, die durch die Kriegswirtschaft notwendig waren, zu geben, und den kommenden Geschlechtern ein Führer durch schwierige Zeiten zu sein. Da es das erste Institut seiner Art fein wird, ist die Frage berechtigt: wie soll dieses Ziel erreicht werden? Dreierlei Aufgaben sind dem Mufuem zunächst gegeben:
Forschung — Belehrung — Anregung.
Abgeschnitten vom Weltverkehr und Welthandel hat Deutschland säst fünf Jahre laug eine eigene Innenwirtschaft, eine Volkswirtschaft im alten Sinne, geführt. In welchem Umfange uns in absehbarer Zeit der Weltverkehr wieder möglich sein wird und in welchem Umfange vielleicht in späteren Zeiten sich kr-ieder die Notwendigkeit einer Volkswirtschaft ergeben wird, Wßt sich nicht übersehen. Daher wollen wir aus den Lchren der letzten Jahre lernen und sie verwer- tön. Dadurch wollen Wir bei dem Ausbau der deuffchen Volkswirtschaft praktische Mitarbeit leisten. Demzufolge ist es Aufgabe des Museums, festzustellen, in welchem Umfange eine Umstellung der Volkswirtschaft erfolgt ist. In welchem Umfange sind wir mit unserer Volkswirtschaft von der Weltwirtschaft abhängig und wie ist es uns gelungen, uns selbständig zu machen. Das Museum soll dem'Schüler, dem Lehrling, dem Studierenden, aber auch dem Kaufmann, Industriellen, Beamten, Handwerker und Arbeiter die Möglichkeit geben, sich über die einfachsten und selbstverständlichsten Dinge Kenntnis zu verschaffen. Wer das Institut betritt, soll Ausschluß erlangen können über die Rohstoffe und ihre Herkunft, die Anfertigung und ihre Schwierigkeiten, von alle den Dingen, die er trägt, die er sieht, die er ißt nffv. Dadurch soll er lernen
mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Sem Blick soll geschärft, fein Verstand geweckt werden. Er soll erkennen lernen. Was aus Deutschland stammt und wovon Wir vom Auslande abhängig sind. Die Schwierigkeiten der Einfuhr, des Transportes, die Rot- Wendigkeit der Bevorzugung des deutschen Materials soll gezeigt werden. Im engen Zusammenarbeiten mit den Forschungsinstituten aller Wirtschaftszweige Werden die Ergebnisse der Forschung, sobald sie für die Praris verwertbar sind, zur "Darstellung gelangen. Dadurch wird sich den Besuchern eine neue Welt erschließen. Tas was sie vergeblich aus Büchern zu lernen versucht haben, wird ihnen hier, von Wifien- sck-asrlent und Wirtschaftlern aufqebaut, durch Mooelle oder Bilder ergänzt vor Augen geführt werden. Wir werden uns ein neues Geschlecht er-iohen, das weltwirlschastliche Zusammenhänge verstehen lernen wirv, da es die Kraft seines Vaterlandes, aber auch die großen Schivä- chen und Abhängigkeiten kennen gelernt hat. Und durch diese Arbeit wird dem Institute selber Anregung von allen gegeben werden, vie es teils selber v-rweireu, teils an die Forsch'mgsInstitute weiter geben kann. Dadurch wird eine ge-