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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hesfische Abendzeitung

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Nummer 262.

Fernsprecher 951 uup 952.

16. Zahrgauz.

Donnerstag, 11. November 1920 Fernsprecher söi und ssL

Ruhiger Verlauf der Revolukiousfeleru.

8er finkende Kurs.

Das Valuta-Problem.

Ms in der -weiten Halste des Vorigen Jahres die deutsch« Mark den schrecklichen Nie- dersang durchmachte umfi> tn der Folg« davon die ausländischen Werte eine phantastische Höhe erreichte«, sing eine allgemeine Hoffnungslosig- kett durchs Boll. Was sollte werden, wenn, wie noch mr Januar dieses Jahres, jür den ameri» kanischen Dollar einhundertundfünf Mark de- zahtt werden mußten (gegen den Friedensstand von vierundeinviertel Mark). ES wäre ja auf die Datier unmöglich gewesen, irgend eine Ware vom Ausland« einzuführen. Sie hätten in Deutschland mit Preisen bezahlt werden müs­sen, di« dem BoK« unerschwinglich gewesen wä­ren. Im Lause des Sommers stieg dann btr Martkuvs so weit, daß der Dollar etwa achtund­dreißig Mark toftete. Gleichzeitig ging eine Verbilligung der Warenpreise damit Hand m Hand, die aus eine Besserung der Lage hoffen ließ. Tatsächlich war ja «ich im politischen Le­ben im Vergleich zum Jahre 1919 eine Festigung wahrzunehmen und auf dem wirtschaftlichen Ge­biet macht« sich ein Aufstieg geltend. Aber die erreichte Höhe des Kurses hielt leider nicht an. Seit AiuMst geht der Wartwert wieder zu­rück und zwar mit einer beinahe vorauszu- sehendeu Stetigkeit. Der Dollar ist bereits auf siebenundachtzig an gelangt. Und diese ungünstisc Bewegung geschieht trotz der vollsogenen Reichs­einheit, trotz der Wiederkehr geordneter Verhält­nisse, trotz der Abnahme der Streiks, trotz der Zunahme des Arbeitswillens.

Beim Erforschen der Ursache des sinkenden Kurses müssen wir unser Augenmerk aHo auf andere Dinge richten, die von chren verborgenen Stelle« auS wirken. Der erste Grund für den Tiefstand der Mark, allgemein genommen, ist die schlechte Reichsfinanzlage. Da der ungedeckte Papiernotenumlaus zweiundstcbzig Milliarden Start betrügt, ist es leicht erklärlich, daß die Papiermart entsprechend gering bewer­tet wird. Die staatlichen Unternehmungen, wie Eisenlcchn und Post, sind leider nicht nur er- tragslos, sondern fordern einen erhebliche« Zu­schuß iwm Reiche. Ueberhaupt nehmen die Aus­gaben einen so gewaltigen Umfang an, daß die Reichseinnahmen nicht im Entferntesten zur Del- kung ausreichen, zumal die Steuererträge nur sehr Langsam eingehen. Auch der neue Etat zeigt keine Aussichten auf Besserung, obwohl dir besondere Ernennung eines Sparsamkeits-KoM- missarS dicke Striche im Ausgabm-Voranschlag durchführen soll. Las Uoberschreiten der Aus­gaben über die Einnahmen läßt sich aber vor- Lmfig noch nicht beseittgen, und so wird die ungünstige Vage der Reichsfinanzen. abseh­bare Zeit die deutsche Valuta nachteilig beein- flüft en. Aber das allein rechtfertigt nicht den hewtigen niederen Kurs. Ein gewisser Gegen­wert, der im Vollsvermögen, im staatlichen Besitz enthalten ist, gibt die Grundlage für einen Kre­dit zur indirekten Deckung des Geldumlaufs, was ja schon Laraas hervorgeht, daß der Kurs im Sommer bedeutend besser stand.

Das Schwanken der Valuta wird vielmehr durch unsere Beziehungen zum Ausland« ver­ursacht, durch das Angebot der Mart an aus- lärMschen Börsen oder durch die Nachfrage nach ausländischen Werten an dm deutschen Börsen. Brauchen wir große Einfuhrmengen, Wa­ren, Rohstoffe oder Lebensmittel, vom Auslande, dann benötigen wir stemde Devisen zum Zweck der Zahlung. Das ist jetzt wieder der Fall. Wie der E rnährungsmin ister Hermes mitt eilt, muß für etwa zweiundelnhalb MAarden Mart Ge- treide eingeführt werden. In diesen Monaten werde» schon Aftchlüsse Ptr Lieferung ausliän- discher Ware getätigt die im Laufe des Winters und nächsten Frühjahr- abgenommen wird. So­lange Deutschland als Käufer austritt, hat der Martkurs eine sinkende Tendenz, Brauchen wir dagegen zeitweise keine Waren vom Ausland«, wie beispielsweise im letzten Sommer, dann be­nötigen wir auch keine ausländischen Zahlungs­mittel, imd der MarKurs steigt infolgedessen wie­der. Diese Schwankung macht sich natürlich auch die internationale Spekulation zunutze, die einen gewissen Einfluß auf die Kurse hat. Im Ver­gleich zu ihr ist die deutsche Spekulation nur von geringer Bedeutung, und es war ein Mang.'l an Sachkenntnis, als vor einigen Wochen von einer gewissen Panei angeregt wurde, daß die Bankkonten nach stemden Devisen durchsucht werben loCtm. Leben dem Unterschied von An-

infolge »tret« hat Wiede« rinmal bic «e»tzl-

NHLabl .chea Ruf, eine bar b«eti*ea etübta |b feix, tn betten snorbmtng xrtb Seerot herrfttzt.

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Kredits.

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Gegen LberMsfige Rüstung.

als zunLM mit einer Ablehnung der toor- bertmaen, dann ntit einet He6ertafitotg btr En».

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und nut

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er von den Teilnehmern bezeichnet wurde, in

gebot und Nachfrage stellt sich noch ein schwere- Hindernis in den Weg: die unsichere außen» politische Lage. In allem, war wir tun, sind wir vom Auslande abhängig. Irgend ein Plan, der zuui Wiederaufbau Deutschlands Ment, kann von der Entente umgestoßen werden. Die ständige Drohung mit der Besetzung des Ruhrgebiets macht uns die Unsicherheit am ein« drücklichsten klar. Obwohl sich diese Schädi­gung nicht in Zahlen errechnen läßt, ist sie eine frevelhafte Untergrabung des deutsche

Das elektt aber die SStri

Streitfragen zwischen Reinen Völkern habe der Bund schlichten können, ehr daraus neue Ver­wicklungen erwuchsen. ES heißt, daß Harding dem Plan günstig gesinnt sei, ba et ein Bestand­teil seines Wahlprogramms datstelle.

Oesterreich ersucht trat Aufnahme.

Wien, JO. November. (Eigene DnchtmÄdung.) Der Haupwusschrch des Parlaments beschloß, die Regier«»« mit der Einreichung eines Gesuchs um Aufnahme in den Völkerbund $n be­auftragen. Zum Präsidenten beS heute zusam- mentretende» Nationalrats ist der christfich-fo- ziale Dr. Weißkirchner ausersche».

Berlin, S. Nodemb«. keuchtet zwar wirt»«, W »och still. Am Re-

Revolnttont-GrLeMriern.

Stürmische AuSctnandersrtzung in Derli«. tVrtvat-Telearamm.1

Berlin, 10. November.

Zn stürmischen SuSeinandersetzunge» zwischen den Anhängern der alten sozialdemokratische» Partei auf der einen Seite und den New und Altkommunisten auf der anderen kam es bei einer Revolutionsgedenkfeier in der Bockbrauerei. Ter Sozialdemokrat Richard Fischer ging in seiner Gedenkrede auf den gegenwärtigen Streik der Berlin« Elektrizitätsarbeiter ein. AlS er er klärte, die deutsche Ration werde es sich auf die Dau« nicht gefallen lassen, daß sürrf- zehuhundert gewalttätige Leute de« ganze« Be­trieb einer Großstadt lahm legen, wurde et durch tobenden Lärm und Pfuirufe unterbrochen. Auf den Zuruf eines Unabhängigen:Wenn wir erst den Sozialismus haben, mir» es anders l" er widerte Fifckjer:Ja glauben Sir denn, Levi und die ZeMn könnten Ihnen auch nur ein Krümchen Brot »tehr geben?" Eine Sozialisierung, so fuhr Fischer fort, würde die großen Laste» der Aroettcr nicht von heute auf morgen verändern könne». TaS Destzit der Sttaßen- und Eisen­bahnen zeige, daß die Sozialisierung in einem wirtschaftlich ruinierten Lande ihre Kehrseite habe. Bon einem sozialisierte» Bergbau sei kei­nesfalls eine schnelle und gute Wirkung zu et- warten. Infolge der dauernden lärmenden Un­terbrechungen durch die Opposition war Richard Fischet schließlich gezwungen, seine Rede abzu- brechen. Nachdem mehrere Neukommmtisten mit dem Erfolg auf getreten waren, daß weiter rechts­stehende Bersammlungsteilnehm« ihren Wider- sprach in lärmender Weise zum Ausdruck brach­te», mußte die Versammlung ausgelöst werden.

Sie Alliierte« Mer sich.

TransSfisches Mißtrauen gegen England.

(Eigen« Drahtb-richt.)

Paris, 10. November.

DerEclair" sucht in einem sehr tntereftmrien Stimmungsbild festzustellen, warum daseg- alliierte" England systematisch gegen Frankreich arbeite. Die britische Regierung sei überzeugt, daß der nächste internationale Konflitt zwischerl England and den Bereinigten Staaten stattftode. Man könne diesen Konflikt hinauSschieben, aber nicht vermeiden. England hätte dann ein Frrterefse, Frankreich an feiner Seite gn sehen. Dafür habe England Frankreich völlig In feine Abhänigkeit bringen wollen und wolle Frankreich zwinge», gegebenenfalls auf Seite Englands zu treten. Rach dem Eclair" hätte England vielleicht fein Ziel er­reicht, wenn ss Frankreich stark patt schwach ge­macht hätte. So aber vertiere England durch die Schuld Lloyd Georges mW sein« Regierung den einzigen wahren Freund, den es in der Welt habe Rach der anderen Seite hin solle das fran- zöstsche Boll die energischen Maßnahmen der Re­gierung unterstützen. Damit ist jedenfalls mrter anderm die Besetzung des Ruhrgebiets gemeint.

ihnen gegenüber genau «ach denselben verfahren wird, wie de» ©fe

wobei freilich zur bedenken ist, daß eit, gehen nur die Konsequenz der selbst geprÄ-tgten Lehr«« istl Die ganze Einwohnerschaft dbtt tMß leidim und besonders diejenigen, bte nach Qrvnung, Ruhe und frteMicher EuSwsiLun« sich

EleÄrizitLisarbeiter in den fW-Äschen KrafVver- (en streifen nach dem Beispiel der dreißig Heizer, die vor vierzehn Tagen schon die ganzen etettri- kchea Kraftquellen Berlins Mcgten, und schä­digen so vas ganze «ms die elektrischen Kraft- quellen angewiesene Scitrn, also nicht nur den Straßenvahuverkchr, sondern auch große Lette der Jndusttie, der Handwerks betriebe, der Gr» schäfte und der Privatunternehmmvgen. Hmi-

Belgrea wirbt um England.

Brüssel, 10. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Der belgische sozialistische Minister Dan- dervelde hatte vor einigen Tagen eine Bespre­chung mit Lloyd George üb« Me englisch-belgi­sche Politik. Vandewelde suchte Lloyd Georg« die Auffaffung der belgischen Bevökternng flat zu machen, soweit sich diese mit dem französische» Standpunkt deckt, daß Belgien ebenso tote Frankreich für die Zukunft srcherge stellt Werben müsse, damit beide Land« nicht noch einmal in einen Krieg einbezogen weiden. Von dem belgisch-französischen Vertrag, sagte Vander- velde, erhoff« Belgien nichts, wenn England sich ans der kontinentalen Politik zurückzichen sollte. Lloyd George erwiderte ihm, daß England nach wie vor seine Politik mit der Lage auf dem Kontinent eng verbinden müsse, doch fei es zum Schutze Belgiens nicht erforderlich, daß England dazu ein Bündnis ntit Belgien ein- gehe. Die bereits bestehenden Verbindungen mit Frankreich genügen vollkommen, nm auch Bel­gien zu schütze». Mnftweilen sei England weder Willens noch in der Lage, eine andere Richtung in dieser Politik einzufchlagen.

Berliner Leide«.

®e» Schad«» durch de« DerkehrsftiSfianb.

man damals den Arbeiter» das neue »egöment von Berlin in asten bockenden Farve« zu schil­dern gewußt! -Was Wunder, daß die Atzbeiter nunrrtehr auch die Konsequenzen an- den Ver­sprechungen zogen, und den Wechsel zur Ein-

voLmionö-Jahrestrae haben auch di« Hoch- und Untergrundbahnen den Betrieb eingestellt. 3hm sind wir ja derartige Enscheimmgeu in ganz be- gnwnten kürzerer oder läugetrn Abständen tn «liu gewöhnt, aber die Gewohnheit in bieten Trugen ist darum doch nicht weniger schmerzttch und empfindlich Das Slillegen de- elektrischen Srraßenbahnvertehrs in einer Riesenstadt von vier Millionen Eitttoohnern bedeutet schwerste geschästlithe, berufliche und persönliche Schädt- gung Hunderttansender auf ihren Er- Werb angewiesen« Menschen! Sie bedeutet eine Rücksichisliosigkeit von unerhörter Gmusamreit gegenüber all denjenigen Arbeitern, Beamten und AngestMen, die geMmngen sind, stunden­lange Wege tn bitterer Kälte bei Bekleidung und mangelhaftem zulegen. Sie bedeutet des weitere» ernt gegenüber den tausenden itab Kriegsbeschädigten, die stisrdemveit durch die Straßen hirmpetn müssen, um zu ihrer Gr- werbsstätte zu kormnen. Zwar fhti> es nicht die Straßenhahner selber.

Elektrizitätsarbeiter «kamen de» Schiedsspiuck der hinsichtlich ihrer Forderungen auf neue Loh« erhöhungb» von der ordmnlgSmäßigeu Stell gefällt worden war, nicht an. Statt ab« de ordnungsmäßigen Weg des Einspruch- «n neuer VerstÄtdigtUlgsverhandlungen zu beschrei t<n, gingen sie zur terroristischen GewEanw«! düng mittels Betriebssabotage üb«. De bei muß man folgendes sich vergegenwärtigen Tie neuen Lohnforderungen der stabil sche« Arbeiter beläfien Vie Stad-tgemeiude B«lii ntit einem jährlichen Mehraufwand »tut vier nndvierzig Millionen Shirt. Mit da Lohnerhöhungen für die übrigen AMtstellten de Stadt ergibt sich ein Mehr von armähernd vi e v hundert Miklionen Mart. Um wenigstens die Zubußen für dir Lohnerhöhungen der techni­schen städtischen Arbeiter hernnsxubrtngen, müs­sen die Einwohner von GkMberlln eine neue rchermoNae überaus schwere Erhöhung atter Elettrizttäts-, GaS- uns Wass«-Gebikhren auf sich nehmen. Auch eine Erhöhung des Stra­ßenbahntarifs «m bis 30 Progent ist erforderlich. Auf wen aHo fasten wicder Ke Lasten zurück? Auf die Einw-ohuer, auf die Av- beiter von Serti« selb«! Nie zeigt sich Vie Wrthrhett des Wortes, daß der Mensch

des Mensche« größter Feind

ist, fumfällign, als gerade bd diesem engen Wh*» schaftlichen Zusammenhänge in einer ganz auf Erwerb- und Existeng-AoSoeubWeiten eingestell­ten Stadt wie Großberti«. Der neue BerSnek Gemeinderat, der ja nun unter dem aus­schließlichen Wachtgebvt der ««einigten Sozia-

Brüssel, 10. November. (Eigene Drcchimrl- bung.) Bei der Besprechung «nnserveldes mit Lloyd George kamen auch die sehens Belgien und Frankreich auf Grund ihre« neuen Vertra­ges vorzunehmenden Rüstnuge« ytr Spra­che, wobei Lloyd George «niste Mahnungen an Belgien richtete, nicht dem Beispiele Frank. reichS zu folgen, und diese Rüstungen über feine Kräfte hinaus auszudehnen. Soweit Englands Interesse dabei in Betracht käme, betrachte Lloyd George es als völlig überflüssig, an der Flandri- scheu Küsie bedeutende Fefttm^werte avzulegen. Gegen die nicht mehr bestehende deutsche Flotte könnten sich bufe doch nicht mehr richten. San- --------------- , dervelde erhielt aus Lloyd Georges Mitteilungen

de« ersten Streitfragen, die in Europa errtstan-j pen Eindruck, daß Belgien alles unternehmen ______ _____

den. bereits versag habe. Richt »imual mutz, m» L» Englands Freundschaft v» erhalte». Lädlmng, Ruhe

6ie neuer Völkerbund?

Suter amerikanischer Führung.

(Eigene Drahtmekdnng.j

Hmtzh 10. November.

Aus Washington wirb berichtet: Durch dir Wahl HardingS haben sich die Gegner des Pa­riser Völkerbundes bereits zn ein« Besprechung veranlaßt gesehen und beschloffe«, eine toter- nationale Kampagne unter arncrikanischcr Füh. tung einzuleiten, um einen neuen Völkerbund zn gründen, der ein Programm führe« soll, dem pch aktenichtimperialistischen und nicht- militärische« Staate« anschkieße» kön- nm. Es soll ein Kampf gegen beu Krieg to die­sem Bunde geführt werden, wobei man weiter beabsichtigt, zur Unterdrückung eines Krieges dir schärfsten Gegenmaßregeln in das Progra uu des Bundes aufzunchme«. I« den Besprechun­gen, an denen namhafte Autoritäten der revn- blikanischm Pa'' i teilnahmen, kam deutlich zmn Ausdruck daß der Pariser Völkerbund, wie

Eine Srftänutß HardingS.

Senf, 10. November. (Eigener Drahtberscht.) Der .Slatin* meldet ans Newyort: Hardinq hat erklärt, « werde vor Dezember di« Frage der KabinettsbiSmng nicht in Erwägung ziehen. Er werde für Schutzgölle eintreten und in der Völ- kerbnndfpage eine lose gefügte Vereinigung zu­stande bringen. Dte Sozialisien haben nur eineinhalb Millionen Stimmen statt der zwei- eiuhakb Millionen, mit denen sie rechneten, für sich zu verzeichnen gehabt.

derttaufende von apbeitswillögen Menschen wa­ren zum Fei«« gezdvmmen. Die Schäden, die sich bei dem komplizierte« JneinMiLcrgreifen altes wirtfchafilichen Tun und Lassens dl einer Riesenstadt wie Berlin auch mir auS wenigen Stunden d«artig« erzwungener Stillegung et» geben, gehen in die Hunderte von Millionen!

Aeberall ruhiger Verlauf.

Berlin, 10. November. (Privattelegramm) Soweit Meldungen bisher vorliegen, sind die RcvolutionSfeiem überall ruhig verlaufe«. Irr den meisten Betrieben Berlins wurde ge­arbeitet. Nach Meldungen aus dem westdeut­schen Industriebezirk hat in den großen Industriestädten des Westens die Arbeiterschaft nur in bescheidenem Maße an den gestrigen Re- volntionSfciern teilgerommen. Auch die Berg­arbeiter deS Ruhrreviers sind entgegen der kom­munistischen Aufforderung fast vollzählig zu de.» gestrigen Schichten eingefaßten. Wie aus München b«ichtet wird, blieb in Süddeutsch­land die Fei« des gestrigen Tages vollständig ^ndrnckslos. .In München und dem übrigen Bayern verbot das Ministerium kurzerhand alle anberaumten Umzüge, so daß vS bei den üblichen Versammlungen gebfieben ist In Diünchen und Augsburg wurde nicht gearbeitet.