Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 259
Sonntag, 7. November 1920
10. Jahrgang.
Fernsprecher 951 um» 952.
Fernsprecher 951 und 952.
Licht- uv- Vertehrsskörms -urch Streik.
Unter dem sremden8och.
Wettere Erpressung »der M.lderung?
Ungunst ge Gerüchte vom Westen galten sich hartnäckig ausrecht. Frankreich Hetze nach teie vor dir Absicht, in das rheinisch-nieitMischc Industrie-Gebiet einzumarschiercn, dir Bergrverte und Eisenhütten zu besehen, um Deutschland damit voliwmmen in der Gewalt zu haben. Dir militärischen Vorbereitungen seien, wen getrosten, Truppen, Munition und sonstige Ausrüstung seien in genügenden Mengen im besetzten Gebiet angefauinidt So berichten französische Avbeitervectreier, die in den letzten Tag n an einer Gewerkschaftsversammlung in Essrn tcilnahmen und bei dieser Getegenheit Anll.rge erhoben gegen ixt, rad?e» und beutegierigen fron» »ösischon Militarismus. Man wird annehmen dürfen, daß ihre Miiieilungen nicht aus der Luft gegriffen sind, denn ihr> Angaben über Truppen- Zusammenziehung sind nicht nur von unseren linksrheinischen Landslrittcu, sondern auch von französischen Abgeordneten, die ein freies Wort Zn Paiis-r Blättern wagten, bestätigt worben.
Unbegreiflich ist dabei nur, daß England das frevelhafte Beginnen seines Bundesgenossen schweigend duldet. Seit dem französischen Bormarsch nach Frankfurt ist doch angeblich der kindische Uebermut der Pariser Militaristen ge- dämp-ft worden durch die Abmachung, daß weitere gewaltsame MaßnalMen gegen Teutschla-td nicht von einer Micht allein ausgeübt werden dürfen, sondekn erst mit den anderen Entente- htedtten besprochen werbet müssen. Wäre es denn möglich, daß England mit Frankreichs neuen Absichten einverstrüden wäre? In London weiß man doch genau — ebenso gut, wie mt.t es in Paris wissen sollte — daß die Bodenschätze mrd die Werkanlage r im Richrgebict d'r wertvollste Teil unseres Vol^sveemögrns sind, cr.r Wert, der noch die hauptsäcUiche Gruudlage für die deutsche Valuta darflellt, der einzige Besiv, der durch die Kohlenausbeute noch das'deutsch.' Wirtschaftsleben auf-echt erhalt. Würde uns diese Stütze auch noch geraubt, dann bräche das schlimmste Unglück über Deutschland herein Industrie unb Berkehr würden erdrosselt, ArbeftS- losiateit, Hungersnot un'o Ausstand waren dir Folgen Und in dem Chaos wurden auch die Forderungen der Alliierten begraben werden Wenn die sonst so geriffenen britischen Staats- Männer das alles nicht vorausföhen, müßten sie« mit Mindh-eit geschlagen ftin.
Irn Gegensatz zu der französischen Kurzstch- ligleit machen sich in England teile Anzetchn pcltcnd, aus denen man schließen könnte daß doch mehr Weitblick dort herrscht. Der (an df- ser Stelle besprochene) Verzicht der Londot'..>r Reglerua-g aus Beschlagnahme wr deutschen Guthaben, die nach Friedensschluß in England an- Sclegt wurden, zeigt dodi den Einfluß der britischen Kandels weit, die sich darüber klar tst, daß mit einem völlig ausgepkünderten Deutschland keine Geschäfte zu machen sind. Auch in den britischen Parlamentskreisen aibt es Manner, die den Wahnsinn der französifch.-n AuAplundertiugspolitik erkennen und warn.-n. Im Unterhaus hat vor einigen Tagen der ^lb- geordnete Kennworthy Anfragen an die Regle- runa gerichtet ob die Wiedergiitmachunosloni- Mifiron tatsächlich achthunderttausend Milchkühe von Deutschland gefordert habe, ob in Frankreich und Belgien Milchmangcl herrsche, ob in Dcuischtland eine halbe Million Kinder dttrch rie amerikonisd-e Mission ernährt werden müh. ten. ferner, och Deutschland zu wenig Milchkühe wrd zu wenig Viechkuti-r habe, und endlich, ob die von Frankreich und Belgien verlangten Kühe nicht in einem anderen Lande gesunden werden konnten sie entbehren könne Daraus int* Artete der Unterst lafSfekietär Hirmewortb. er fla'k'e daß 'n Frankreich Milchmangel heft eh» In Belairn aber nicht. Er eab int, daß Denb'ch- lanh selbst zu we"Ig Milchkühe besetze nnd daß unterernährte deutsche Kinder durch Amerikan-r erräbrt werben Wenno-leick die Fotcher"ng a"s Nbliefernng von densschen Milchkühen besteht so machte doch der Unterstaats-sekr.'tär keine ecnaum Angaben sicher bte Zahl. Die Wiederauf* machunoskommission sei rniaewiefen, a-f dz- ^'^'^ckfastlichen Verhältnisse in Deutschland, bi-'mr,»i« soziale Lecken von Bedeutung sind' Rücksicht ,u nehmen. Läßt diefeS Frn--e- nnd Anr>nortkm»s die Hoffnung aus Einkehr der Per-. Mur^Lw; ,9 leider oleichze'tig ein Merichj ans Ports »er daß Frankreich n icki t bäratt denke, *n die HeribmfnNernng der ^aM vt ftefernden Kühe einzuwillfgen well der ftontö*
Bauer unter den Krteo-dfoseen schwer feite ?llle Ansönae zur M-Ideruna fck-itern a^o in her ft an,Susiden 5> trwückirkeik. ES f'tftt ieden- nW fr ft disi In Frankreich ntem tnd ffltf+f w?-c* leibet, wie in T-utschlind ganze VessSklaffett »arten müllen
Einzelne einll.dt-ge Menschen gib' es xw.it auch in Frankreich, wie an.; einer Artlkess rie im "lorifer .Demus" hervroeht T»r fr^nzösifch- Befttiker Fein J?*»f6ert: veröffentlicht !etz« das Ergebnis einer Swdienreiie durch Deutschland
in einer sachlich*« Schilderurg unter dem Titel ,D i e d e u t s ch e K r i s e*. Er erkennt, daß die Wiedergutmachung nur von aer Leistungsfähigkeit avhaittzk und rät der srairzösischen Regierung, iiiefe Altaekcgenheit auch einmal vom deutschen Standpunkt aus anzresehrn. Deutschland fei verarmt. Frankreich solle keine Hoffnung auf bi: Abtrennung Bayerns setzen. Tie deutschen Denkschriften über die Valuta-, Ernähruugs- und Wirtschafts-Schwierigkeiten seien ernstester Beachtung wert, (swänge es Herdette, bei feiner Volksgenossen und vor allem in der französisch.'n Negierunz di: Vernmst zu Wecken, dann kömt- «n doch die deutschen Vertreter mit einiger Hoffnung zur Genfer Konferenz gehen. Aber, aber ... eine Schwalb» macht noch keinen soititiitt. K. F. Di
Sine Sicht nnö Verkehr.
Streik der Berliner Ekektri, tätSarbet er. (Drivat-Tekegrammt
Berlin, 6. November.
In einer Versammlung der städ ischen Elek- krlzitätSarbeiter wurde gestern abend beschlossen, um 3 Uhr nachts in den Streik zu itrtssn und die Strom erforgttn' Brr'inS ein.-«' stellen. Ta sämtliche Kraftwerke, darunter auch das Moabi er, streiken sollen, würde auch die Stromversorgung von Go.pa-Bi'terfe.'d unter, brochen werden. ES handelt sich bei dem Streik um neue Lohnforderungen der städtischen Arbeiter, die ben B rlin r Etat nm vlerundvier- zig Millionen belasten würden. Der Sch eds- spruch in dieser Angelegenheit ist -war v n den Arbeiterführern angenommen, von ben Arbeiten selbst aber abgelehnt worden. Punft S Uhr nachts erlosch überall vaS rlTtriffe Licht. Brrftn ist nun wieder ohne Licht und ohne Verkehr. ES fahren keine Ctratzctwahncn, auch die Hoch- und Untergrundbahn mutzte den Berkel)r einstellen.
2?usstand aurft i$t Schlesien.
Breslau. 6. November. (Priv-ftelegramm.) Gestern voiMihag haben die A'bei.cr bet Elck- k.izftätSwerke Eorzow wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder etegt. Nachmit agS mAßte, nachdem auch die Zweigstellen in Hin- benbrra und Gleiwitz in den Sympathiestreik cinget eten waren, der grsam e Kleinbahnbetrieb eingestellt werden. Tie Betrieb in Glewitz, Kat'owitz. Peilten und Köuitshü 1: liegen still. In diesen Orten können auch die Zeitun en n'cht et scheinen. Man erwarte, das Eingreifen der Technischen Nothille, sowie Besetzung der Werke durch Entente Soldaten
Um ins FndMiegrM.
ErktSrung der srnnzSstsche« Eewrrkscha't.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 6. RovemDer.
Nach der Rückkehr der französischen Gewerk- schafts-Abordnuua auS Deutschland, wo fle die Lage im Ruhrgebiet studieren sollte, wird die Abordn n« Bericht erstatten. Wie schon fetzt fest 'tcbt, ist daS sachliche Ergebnis dieser Studienreise geeignet, den französischen GewerkschaftS- verbanv in seinem biSheri-en Widerspruch gegen die von ben französischen Imperialisten betriebene Besetzung des R'il'rgebieteS zu be- "iärken. Die Nntersuchun'en haben taksächlick' schon zu der Feststellung geführt, daß die amtliche Kontrollkommission der Entente im Ruhrgebiet die Zerstörung von angeblichem „Kriegsmatc - üal" erzwungen habe, da« in Wirklichkeit aus wertvollen, i für die Industrie bestimmten Maschinen bestunden Hobe. Tie Zerstörung die fei Maschinen in De itschland habe also Deutsch, l-tnd nickt militärisch schwäche» können, sondern mir feine wirtschaftliche Leistun ssähi-tett geschädigte zum Sorteti der englisch-sranzSsischen Industrie, di« die Konkurrenz bekämpfte
DeotlÄer „Srinnetungstag".
Trauer oder Freude am S. SksSember» (Privat-Teliarammn
Berkin, 6 November.
In parlamentarischen Kreisen wsi de man d'e Ein ührnna eines nationalen Trauer- <ages für b:« ©efaHenrn beert,ß-n E n va in rehmbet Antrag der Var eien ist in Vorberti- tnna. — Da» Mftd:#,nf'ine,t l ot verfügt saß am 9. November in den Bt'rteben mb Behöwen ht? Reiches nickt rcarhfi'd wird. — Die städtischen । Arbeiter GrostberlinS fordern zur allg'mei- neu LrbeUSruh« am RevolutiouStage, dem 9.
November enf. In dem Aufruf der radikalen Betriebsräte heißt es. daß auch die lebenswichti- een v-etriebe am Lao« bei ersten Äevnlution re* schloffen bleiben müßten. Die S'ellungu hme der MehrheitSfo ia isttn. die für das ganze Reich entfcheiben-> fein würde, liegt auch cute noch nicht vor. (Dazu ist zu bemerken, datz die Kaßeler Arbciterfrk-ast den Beschluß faßte, am 9. November die Arbeit nicht ruhen zu lassen.)
Vs!lerßllnS°Ve8rkb«ngelt.
Berertwilkiakeit zur Verständigung.
(Brivat-Telegramm.l
Frankfurt a. M., 6. Novemb ir.
Graf Bernstorfs, der frühere Botschafter itr, Washiiwton und Bvrsitzcnder der Deutschen Bök* ferLundlrga, hielt gestern hier einen Vortrag über unser künftiges BerbSliniS zu Amerika. Als unsere dringendste Aufgabe für die Zukunft, den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber, br- zcichncie Bernstorsf ein möglichstes Kennen- lernen von Volk zu Volk, wobei wir vte Bcr- gangenheit begraben fein lasten und unter Sn neunter! aus die Zukunft richten müßten, au! die Bereitwilligkeit zu möglichst innigen wirt sckastlichen Bcrpslichtungen mit Amerika und zum Eingehen auf die Vorsch'äg» HardingS zur Wie derbetebung der SckikdSgcrichtsidre oder zur Et riStunz eines besseren Völkerbundes. Redner schloß: „Wir miiffen unS überhaupt zu der Aeber- zengung dnrchringsn, daß nur durch die Soli Parität der Interessen der gesamten Mensch fielt es möglich fein wird, den Wiederaufbau Europas und der Weltwirtschaft durchzuführen."
firn Deutschlands Zulassung.
Haag, 6. November. (Eigener DrahkLericht.' Reuter meldet ans Paris: Von neutraler Seite wird in Genf die Zulassung Deutschlands zum Völkerbnud beantragt werden. Ter bulgarisch- Premierminister wiid Lic Zulastiing auch seines Land.'s erhärten. Der Brüsseler Berichterstatter des .Le'eg"wh" erfährt von einer Perfönlickkeit, die engere Fühlung zum Völkerbundsrat hat. es werde erwartet, daß England, Italien und die südamerikani- schen Staaten nicht gegen eine Aufnahme Deutschlands, Deutsch - Oesterreich? und Ungarns in den Völkerbund sein werden.
©ectett den Versailler Vertrag.
Genf, 6. November. (Eigener Trahrbericht) Der „Hrrald" meldet ou8 Newyork: Am Tage vor der Präsidentenwahl ist dem SetlilSausfchutz noch ein Antrag angegangen, der die Zurückziehung des Verfailltr Vertrages und des VülkerbunvvertrageS ans dem Kongreß verlangt. Der Antrag trägt auch die Uuterfchrist deS neuen Präsidenten und bisherigen Senators Harbiug.
Ser Auffiar-d in RMans.
Meuterei und Terrorismus in Moskau.
(Eigener Drahtbericht.)
Riga. 6. November.
AuS HelstngforS eingetroffene rufsifche Zel* hingen Bringen ausführlich« Meldungen über sie Unruhen in Moskau. I» einer Safcroc außerhalb der Stadt meuterten die Soldaten und verlangten warme Kleidung und Stiefel. Eine Abteilung der eigentlichen MoS- lauer Garnison wurde gegen die Auftührer lom mandiert. ging aber zu ihnen über. In allen Straßen find Gefchüüe «mfgefahren. Es herrscht ein furchtbarer Terrorismus. Jede Rächt werden Hunderte von den Bolschewisten hin- gerichtet. Ter Sowfetregierung ist eS bis jetzt noch nicht gelungen, die Leitung d» gegen* revolutionären Bewegung zu finde».
»
Bestätigung bet kritischen Lage.
Rotterdam, g. Rov-mder. (Eigene Drahtm.'l- t’iing.t Ter Korrespondent des Rienve Roit-rr- dänische Eourant ir. Riga meldet feinem Blatte, daß nach Aussagen von Personen, die aus Mos- tau in Riea angekommen sind, deutlich hervor- ardt. daß tn Moskau ernste Unruhen ftattgefuu» len hiten. so daß do.S Dementi der russischen amtlichen Vertreter nicht ernst zu in Baten ist Tie Unruhen scheinen wieder unterdrückt zu sei», trotzdem erscheint die Lage krit'fL
Reichswehrsorgen.
Die Lage des Hunderttausend-Mauu-LeereS. Trotz der Settnittbctung te« t>entf<«en Deere« auf de» trau» g n -Btfia.-.b von »aubeitiauhu» Wann ist fkt bae He.r i^lech er gtfotgt al« e« jemals der Fall war. eie uaa,»«hcnd»n en«, fiihrungen eine« mit beu BerhS »nissrn ver» »tauten Beamten geben ein BUd davon.
Die Soldaten werden jetzt als Beamte auji- gefaßt, die, wie diese, nach der Beso-duilgsors- nung entlohnt werden. Leu Beanlteu wird neben dem Gehalt nichts weiter gewährt; es ist aaher bogränoet, daß ben Militärpersonen für die in natura gewahrte Unterkunft ein Abzug gemacht wiro. lieber die Art der dafür geleisteten Unterkunft wird jedoch lebhaft Klage geführt; sie beschräntt sich an mattchen Otten auf eine.t Strohsack im Massenquariier. Infolgedessen ist zunächst auf eine Anzahl von Monaten der Abzug auf die Halste ermäßigt worden. Die inzwischen erstrebt.' Verbesserung oer Unter! tu# stößt leider auf sehr erheblich« Schwierigkeiten. Tie Kasernen des alten Heeres waren am zahlreichsten in Ben westlichen nnd östlichen Grenzgebieten; durch den Friedensvettrag sind daher etwa zwei Fünftel des verfügbareii Unterbring. ungSrauntas verlorengeangen. Der Nest unter« .iegt der Verwaltung durch das Reichsschatz- minKerium. Wenn auch Bit
Verwendung von Kasernen
für nicht militärische Zwecke int Grundsatz an bte Zustimmung bei Heeresverwaltung gebunden .-.ar, so sind doch, die Kasernen an vielen Orten >ie borftf'eraef'ei;» ohne Garnison waren, jetzt .inbertoeit benutzt, zur Uu.erbringung von Beamten unb anderen Flii,'Äingen aus abgetretenen Gob-eten, als Notwohnungen, als Quartier Ar Sicherheitespolizei, als Geschäftsräume für Behörden, besonders für Finanzämter u. a. m. Ein großer Teil des Raumes tst auch noch von Familien der früheren Unteroffiziere belegt, die leine anoere Wohnung gefunden haben. Nur all. mählich werden wieder so viel Kasernen freige- inacht werben können, tote zu einer überall men« 'cheknwirrdigen Unterbringung der Reichswehr notwendig sind. Der Zustand und Die Instand« Haltung der Kasernen läßt gleichfalls viel zu wünschen übrig. Hier macht es sich fühlbar, daß das Heer nicht mehr völlig selbständig über teilt« Verwaltung verfügt. Es hat dazu als Orga.'« nur noch sie mit Zahlmeistern besetzten Wirt« schastsämter bei den Truppen. Dagegen hat die Beschränkung der Zahl des Heeres auf hundert- tausend Mann, einschließlich der Offiziere, Slerzte und Beamten, dazu gezwungen, sämtliche Garnisonverwaltungen Bem Reichssckatzministe- Aum zu unterstellen. Zwischen den berechtigten Bedürfnissen der Truppen einerseits und dem Svattomkeitsdrang der Garnisonverwaltungen andererseits klafft ein Zwiespalt, bei dem oet Soldat der Leidtragende ist. — Die Fürsorge für bte erkrankten Soldaten leidet nämlich unter een gleichen Unzuträglichkeiten. Es klingt fast -rnglaublich daß das fetzige Heer über eigene Lazarette überhaupt nicht verfiigt. Die Venvaltmnaen der früheren Lazarette lehnen die Aufnahme von Rcichswehrsoldaten ab, da fle nur für die Kranken des früheren HeereS da feien. Es bleibt Daher nur übrig, bürgerliche Krankenhäuser in Anspruch zu nehmen, deren Insassen infolge der politischen Verhetzung den militärischen Kranken gelinde auSgedrückt sehr nufteundlich gesinnt sind. Daß der erkranfte Soldat vaher völlilla aus dem militärischen Rah. men ansscheidet und der sonst auSgefcfmlteten wlitifchen Bearbeitung unterliegt, ist offenbar ein unmöglicher Zn stand. Auch hier ist iedoch Me Besserung im Werden; eS ist beabsichtigt, das Heer teleoer mit eigenen Lazaretten ausznsttt- ten. — Usbrr den
Zustand der Bekleidung
der Reichswehr ließe sich gleichfalls manches Ja* gen. Er entspricht «um Teil noch nicht den An» iprüchen des berechtigten Selbstgefühls des Sol. baten. Er erklätt sich vor allem ans Bem lieber. qangsMtund, in dem sich die Reichswehr befindet, und der gtoßr Beschaffungen für die noch vorhandene größere Zahl, als sie envgültia vorhanden fein wird, nickt zuläßt. ES ist aber zu erwarten, daß das Hundetttausend-Mann-H'er auch in angemessener Weise bekleidet sein toi*. Bei den Vergleichen, die in bezug auf Besold duna, Bekleidung und Unterbringung zwischen Reichswehr und Sicherheitspolizei angessellt werden und die zugunsten der letzteren ausfal- len, ist zwar zu bedenken, daß die Beamten der Sicherheitspolizei sämtlich im UnteroffizlerS- ranee stehen und Rinser gediente Leute sind. Die Anforberangen, die in Zukunft an den inneren Wett des HeereS gestellt werden müllen, uns die Notwendiokeit, für es einen guten Ersatz zu et* haften, zwingen jedoch dazu, diesen Unterschied zu be'eittgen, fok-akd die Venninvemug be8 HeereS es gestatt er ES ist klar, daß bei allen diesen Verbesserungen brr Grundsatz der Sparsam k ei t zwar m't beachtet werden mutz, aber nicht allein entscheiden darf. Ob mit bet Spar- stwck-ft gin SendinftigeS Matz gehalten wird