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Nr. 256.

Zehnter Jahrgang.

Kaffeler Neueste Nachrichten

Beilage.

Donnerstag, 4. November 1920.

boot Aflohol der durch das Gift der Seuche bc-

Es sind deshalb mit dem Reichs-Monopolamt

am Geschäft vorüberstreicht:

* Arolsen, 3. November. (Neukommunistifche

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Macchebura bat, tote aus Halle an der Saale C-Qt in Aussicht genomm.n ist.

(Grroerb ein"s

* Münchehof, 3. November.

Bus der Heimat

Die Maul- und Klauenseuche.

Der Reichsminister des Innern hat auf eine

Hause Kottbuferstraße 15 in ihrer Wohnung, im Mfrage im Reichstag u. a. qean->voriet: Die Bette lieand, die siebenundvierzig Jahre alte ReichSreoierung verschließt sich nickt der Not-

vor der

wohl einen Rekord darstellen dürste, ist kür-lich von dem Berliner Amtsgericht erlassen warben. Er taute? über nick' weniger als über den au- ße.ordentlich hohen Bern- von einer Mil- lionMark Es handelte sich nm den Fall ei-

* Neue Bluttai in Berlin An die Berliner Kapitalverbrechen der letzten Zerr reiht sich eine aeue Bluttat. Am Sonntag mittag ist in dem

Schuhmi'<els gegend ie Seuche. Es wird, soweit der Vorrat reicht, überall hin im Reiche durch Vermittlung der Behörden abgegeben.

Bei der Behandlung der M'vl- und Klcm-

wendigkeit einer weiteren Erforschung der Maul-, und Klauenseuche; insbesondere würde cs die Bekämpfung der Seuche erheblich er­leichtern. wenn es gelingen würde, den Erreger der Seuche zu entdecken, oder auf Linstlichent Nährboden zu zückten. Bisher ist dies weder im Jnlande noch im Auslände gelungen. Die wissenschaftliche Fovfchuna hat während des

?K. von hier erwarb die Goßmaunsche Wlrt- fckast a>m Bahubof mit acht Acker Land, an­geblich zum Preise von 125 009 Mark. $t. will die Wirtschaft ein-ehen lassen und den Saal

gemeldet wird, das ehemalige kaiserliche Jagdschloß Letzlingen erworben und

Krieges leider ruhen müssen. Die von Professor Löffler im hyg'-enifchen Institut der Universität

.Welche Kapitalien muß der Mann .verschoben" haben? Er selbst wird wohl keine Antwort dar­

auf geben

* Einbruch bei Wanda Trenmann. Die Woh­nung der Filmschauspielerin Wanda Treumann am Schöneberger Stadtpark, Ecke Nyruphenbur- gerstraße, ist von Dieben heimgesucht worden. Ihnen sind Teppiche und Wertsachen im Werte von mehr als hunderttausend Mark in die Hän-

jnen politischen Ortsgruppen hat sich nun auch noch eine kommunistische gebildet. Die Gründer !sind Lazarettkranke aus Thüringen. Die Grup­pe soll bereits achtzehn Mitglieder zählen.

* Corbach, 3 November. (Heldenehrnng.) Das hiesige Landesgymnasium beschloß, seine im Wclikrieae gefallenen Lehrer, Schüler und ehemaligen Angehörigen durch Ausstellung einer Gedäckstnistarel zu ehren.

* Ullrichstein (Vogelsberg), 3. November. (Fettige Beute.) Einbrecher statteten nachts der hiesigen Molkerei einen Besuch ab und stahlen hundertdreißig Pfund Butter.

unverehelichte Hausbesitzerin Sude Belitz er­mord »t und beraubt aufgefunden worden. Der unbekannte Täter hat Sckmucksachen von hohem Wert und vermutlich auch eine Barsum­me von siebentausend Mark geraubt. Auf seine Ermittelung hat der Berliner Polizeipräsident eine Belohnung von fünftausend Mark ausge­setzt

Man kann hier deussch ftrredjen". So steht zu lesen an einem Modeoesckäst In Man. ehester? Marseille? Mailand? Moskau? Mil­waukee? Nein: in Mainz cm »Neuen Brunnen" Wirklich! Man kann auf der Gro­ßen Bleiche" noch deussch sprechen. Wirflich?? Sprechen? Ich möcht' es keinem geraten haben,

Bus oller Welt

Line Paket-Luftreise.

stellen lassen. Elerade als der Laufbursche aus dem Hause trat und im Begriff stand, die Stta- ße zu überqueren, erfolgte die Explosion, die ihn besinnungslos zu Boden warft Als er das Bewußtsein miede erlangt hatte, waren die Wettpapiere verschwunden. Ta nach der Er- plosoin Tausende von Menschen den Schauplatz der Katastrophe besucht hatten, so war die Aus­sicht. das verschwundene Paket wiederzufinden, überaus gering Aber fünfzehn Minuten nach der Explosion wurde der Chef der Bankstrma von einem in einem benachba.ten Hause woh­nenden Makler telephonisch angerufen, der ihm mitteilte, daß sich das Paket mit den Wertpa­pieren in seinen Händen befände. Es war wäh­rend der Explosion durch das geöffnete Fenster feines Bureaus geflogen. Für das Phänomen bleibt nur die Erklärung, daß der starke Luft­druck der Explosion das Paket ben Händen des Laufburschen entrissen hatte, um es säuberlich just in die Wohnung von Leuten zu befördern, zu Deren Zuve stössig'eit man das Vertrauen haben konnte, daß sie das ihnen zugeflogene Paket den Eigentümern zustellen würden.

Aus Weltenfernen.

lieber' eine eigentümliche Himmelserscheinung, die vor einigen Tagen an vielen Orten wahr­genommen wurde, wird von einem Augenzeu­gen aus Münster im Taunus berichtet: Es war 9.33 Uhr am Samstag abend bei sternen­klarem Himmel, als aus der Richtung von Hof­heim her in anscheinend mäßiger Höhe eine helle Kugel, deren Durchmesser ettva dem des Mondes glich, angefloaen kam. direkt über Münster binwrgging und in der Richtung nach dem Feldberg enssckwand. Es sah so aus, als ob im Vorüberziehen sich ans der großen Kugel eine kleinere loslöste, die sich bann wieder mit ersterer vereinigte, worauf das Meteor aus her horizontalen Bewegung in steiler Höhe fick nach oben wandte, immer kleiner wurde und schließlich entschwand. Alle Beobachter rühmen die überwältigende Schönheit der Erscheinung, die mit dem helleuchtenden Kopf und dem lan­gen Schweif in der Tat einem riesigen »feuri­gen Schwert" geglichen habe.

* En Duell mit Militärgeweiren. In ei­nem Dorf des Arondissements Avesues im französischen Departement Nord wurde ein ei­genartiger Zweikampf zwischen zwei Einwoh­nern. die sich alühend haßten, ausgekochten. Ei­ner der Duellanten, ein siebzigjähriger Bauer, hatte sich mit einem deutschen Maitsergewehr be­waffnet, und sein vierzigjähriger Gegner stand ihm mit einem englischen Militärgewehr gegen­über Schon stand das Ende des Zweikampfes bevor, da die Munition des einen zur Neige ging, als der alte Bauer her seine letzt« Pa­trone verschossen batte, mit hocherhobenem Kol­ben auf ben Gegner einbrattg. Im selben Au­ge blick aber erhielt er durch die letzte Kugel deS Gegners einen tödlichen Schuß in den Unterleib.

* Amerikanisches Erbrecht. Das Vermögen des verstorbenen amerikanischen StahlkömgS C a r ne a i e wird mit dreiundzwanzigeinvier- tel Milliarden Dollar angegeben. Nach dem Ge­setz darf die Hälfte dieses Vermögens für öf­fentliche Stiftungen verwendet werden, sodaß das Vermögen selber unaefähr zehn Milliarden Dollar beträgt. Dieses fällt der Witwe zu, so lange diese am Leben ist.

ftrör Branntwein Verhandlungen wegen Bereit­stellung von Alkohol eingeleitet worden, deren alsbaldiger Abschluß zu ermatten steht.

Die Reichsregieruna wird daraus Bedacht nehmen, die weitere Erforschung der Maul- u. Klauenseuche nach Kräften zu fördern. Das Reichsgesundheit? amt hat einen Plan ausaear- beitet der unter Beteiligung möglichst vieler

Ein selssames Spiel hat gelegentlich der einigen Tagen stattgehabten Explosion in Netovorker Wallstreet der Zufall mit einem Pa­ket getrieben das Wertpapiere in Höhe von vierhundetttausend Dollars enthielt, uns das ei ne in einem Hause der Wallstreet domilizierende internationale Bankfirma durch ihren Laufbur­schen nach dem ihrem Gesckästslokal gegenüber­liegenden Banlha's Morgan u. Cie. hatte be-

ncr Kapitalverschiebung, der auf dem jetzt immer lenseucke wurden auch mehrfach EisensÄze. ins- mebr zur Beschleunigung angewandten Wege ei- besondere Eisenvitriol, angewandt. Amtliche nes Strafbefehls erledigt wurde. Die hohe Nachprüfungen über den Wert dieses Heilmit-'

den die Lust befällt, hier mal Deutsch zu reden Höchstens ganz leise flüstert auf Main- zisch derGöckes vorn Neie Brunne", wenn er

feierte mit feiner Ehefrau das Fest der aolde- neu Hochzeit.

Fulda, 3. November. (Neue Spenden für die Kinder.) Der deussche Episkopat wurde of­fiziell davon verständigt, daß in Amerika und Holland weitere größere Summen für deutsche Kinder zur Verfügung stehen. Die Ueberwel« funa ist bereits veranlaßt

* Frankfurt, 3. November. (Die große Kälte.) In der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag wurden in der Mainebene sechs Grad Kälte gemessen, währeno man vom großen Feldberg im Taunus gar acht Grad unter Null mel­dete. Durch die ungewöhnliche Kälteperiode wurde auf den Feldern, wo noch lange nicht alle Früchte geerntet sind, mancherlei Schaden angettchtet, während die Gättner große Ein­bußen an empfindlichen Pflanzen erfirten, die noch nicht in den Treibhäusern untergebracht waren.

Aus de» Nachbar-Gebiets-:

* Arolsen, 3. November. (Postalisches.) An das hiesige Reichsvostamt wurden vwsetzr

Börsen- und Marktberichte.

** Frankfurter Börsenbericht. Die gestrige Börse zeigte nach der zweitägigen Unterbrechung großes Interesse für Mexikaner-Papiere, dessen Wette $u erheblich höheren Kursen aus dem Markt genommen wurden. Die Tendenz des deutschen Jnoustriemarktes war s.'hr fest. Später ungleichmäßig, vereinzelt schwächer. Die Abendbörfe gestaltete sick reckt lebhaft bei vorwiegend fester Tendenz. Die Mark wurde ans der Schweiz mit 8,05 gemeldet.

** Frankfurter Warenbörse. An der gestri­gen Frankfurt:r Warenbörse verkehrte zum er­stenmal der Fachbörfentag für Holzhandel. Es lagen Angebote in verschiedenen Sotten Holz vor, doch wurde bemerkt, daß diese nicht eilig sind, während sick die Nachfrage für Vor- rathölsier. Ficht mpapierholz und Bretter in bel­feren Qualitäten lebhaft geftaftete. Die Preise bewegten sich besonders für reine und halb reine Ware, sowie bessere Hölzer in steigender Rich­tung. Die ebenfalls tagende Fmhbörse für D ä ck e, Sackleinen und Seilerwaren hatte gleich- fo.lls ein lebhaftes Gepräge. Das Angebot in Vavicrgewsbm konnte der Nachfrage nickt ge­reckt werden. Am Textilmarkt gestaltete sich das Geschäft ruhig. Für Lebensrnittel waren die Preise weiter fest. Der Chemikalien-, Drogen- und Arrneimittelhandel läßt nach wie vor sehr zu wünschen übrig. Nächster Börsen- trog Donnerstag, den 4. November, Fachbörse für Lebensmittel.

** Berliner Produktenmarkt. Die erneute Steigerung der ausländischen Devisen bewirste aeftern ein weiteres Anziehen besonders der Maispreise im freien Produktenverkehr. Die Einfuhrpreis« für neue Abschlüsse werden hierdurch ganz erheblich verteuert. Die Forde­rungen der zweiten Hand waren bereits we­sentlich höher. Locoware von La Plata-Mais ist kaum zur Stelle. Für Speiseerbsen be­sieht keine Geneigtheit zur Bewilligung höherer Preise, sonst aber sind die Preise für Futter- hülsenfrückre und Oessaaten weiter fest.

usw. für Laoerräume verwenden.

* Grebenstein. 3. November. (Fünfunb- -wanzigjähttges Jubiläum der Synagoge.) Fün-mnbwanzig Fahre sind verflossen, seitdem die hiesige Synagoge erbaut wurde. Man sah von einer Feier, der jetzigen schweren Zeit hal­ber. ab.

* Kirchhain, 3. November. (Kreiswetssämpse.) Unter Leitung des Landrats von Gilsa wur­den hier die Kreiswettkämpse der schulenflassc- nen Fugend zum Rustrag gebracht. Als Sie­ge r im Staiettenlauf wurde der Turnver­ein Kirchhain erklärt, der auch de» vom £ anbrat gestifteten Wanderpreis, einen, wertvol­len silbernen Becker erhielt. Tie Kreismei- sterschaft im Fußballspiel wurde der Sport- abteifima des Tnrnvere'ns Kirchhain zuerkannt, da Kirchhain gegen Allendorf nach hartem Kampfe mit 3:2 Toren siegte

* Neustadt, Kreis Kirchhain, 3. November. (Preisgekrönte Turner.) Bei den in Kirchhain am letzten Sonntag stattgefundenen KreiAve't- kämpfen der schulentlassenen Jugend erhielten nachstehende Mitglieder des hiesigen Turnver­eins folgende Preise: In der Oberstufe siebenter Preis Levi und Lilfenfeld; in der Mittelstufe erften Preis Linker, fünften Riehl und Huber, lecksten Lambett, siebenten Gies, zehnten Wei­ler; in der Unterstufe ersten Preis Engelhard^ fünften Bieker, siebenten ©enger, elften Broker, vierzehnten Bonn, neunzehnten Hoch, zwanzig­sten Zmser, einnndztoanziqften Krapp und Schlitt, vierunzwanzigsten Groll.

* Neustadt, Kreis Kirchhain, 3. November. (Cin neues Dienstgebäude.) Die Abteilung für Domänen und Forsten bei der Regierung zu Kassel beabsichtigt, hier eine eigene Forst- fchreiber-Dienftwobnung zu erbauen.

* Reutzondorf (Rhön), 3 November. (Schwer bestrafter Diebstahl.) AnS dem Stalle des Gast- Witts Rehm hier wurden vor einigen Monaten eine Kalbin im Wette von dreitausend Mark aestokflen Die Diebe, der einnndbreißioiröhrige Versicherungsagent Johann Baier und der vicrundwanziojähttge Holzschnitzer Nikolaus Baier, beide von Dalherda, erhielten vom Bollsgettcht je ein Jahr Gefängnis.

Hammelburg (Rhön), 3. November. (Gol­dene Hochzeit.) Steuerverwalter Felix Groß

Summe, die erst durch das neue Gesetz gegen die tels finden zurzeit an verschiedenen Stellen im Kapltalsfluckt ermöglicht wurde, ist auch bereits Reiche statt, sind aber noch nicht zum Abschluß bezahlt worden. Die gragejiegr dahu nahe:'gelangt, sodaß ein abschließendes Urteil noch nicht möglich ist. Das bisher sckon mehrfach an­gewandte Verfahren, Heilimpfting mit defibrl- niettem Blute von genesenen Rindern vorzu­nehmen, ist neuerdings den Tierärzten empfoh­len worden. Die Verwendung von Alkohol, der allerdings kein spezifisches Heilmittel ge­gen die Seuche ist, läßt für die Behandlung der erfranften Tie-x, insofern einen gewissen Nutzen erhoffen, als durch die Verabreichung

* Eine Million Mark Strafe. Ein Sttafbefehl, Löffler int Hy g-em scheu Institut der Univerptat de- hinsichtlich der Höhe der festgesetzten Strafe Greifswald ausgeführten Arbeiten beschäfssgen " ....... - - - - - -- sich handssächlich mit der Gewinnung eines

de gefallen. Die Diebe entkamen mit chrer vlu, VEt w

Beute unaeiehen Vor geraumer Zett ist lck-nsnb->rz geschädigte He-zm-skel gekräftigt wird, einmal auf ähnliche Weite bei Frau Treumann - - - ---- - - - -

eingob-ochen worden

hierzu oeeiantter Institute im Reiche eine ge- die Herren Oberpostsekretär Schneider, cm« Ha- llllc . f'eigerte Forsckimastätiak-it vorsiebt. Die Durch- gen i. W. und Postsekretär Siegfried aus Bao

Ei 'krieb di"'"^rung dieses Planes ist allerdings von der Orb bei Hanau.

Bewilligung de- erforderlichen Geldmittel ab- * Arolsen, 3. November. (Neukommunistische

wird es zu einem Heim für pensionierte Beamte.Grundbesitzes.) ' Der Borsten-' und Fellhändler umbauen. ' (» nnn i'rYnnrf» hip Knsimannsckp Alitt-

Kränk** . ____,___, _. _______ . _____________

Scklosi «»etzlinaen als Pension Die Stadt bängia, deren Ansorderuna in einem Nachtrags- Ortsgruppe.) 8u all den hier schon Vorhände-

ienge leben. Und auch die Scanner leiden dar

Er nickte.Ja, es ist getviß viel. Aber ich dachte so still bei mir, wen ich Euch zusammen sah, ob er dir nicht eines Tages mehr werden könnte."

Langsam schüttelte sie den KopfN-'n! Du weißt ja, daß ment Herz nicht mehr frei ist."

Aber der M iuu. dem es gehört, wird eine andere heimführen. Und eine Liebe, die feine Erwiderung findet, muß eingehen wie eine Blume, die keine Nahrung erhält. Willst du nun dieser aussichtslosen Siebe willen einsam durchs Leben geben?"

Ich habe fa dich, Vetter."

Jetzt noch. Aber wenn ich einmal die Augm schließe?"

Das wird hoffeuttich noch recht lange dauern, meit lieber, lieber Vater."

Sie umfaßten sich und sahen sich innia an.

Asso ist feine Hoftni'ng .für Wilbner X* fragte er halb ernst, halb lachend.

Ein Schatten flog über ihr Gesicht.Es würde mir furchtbar leid tun, wenn ich Wilbner irgendwelche Hoffnung zerstören müßte."

Zättlich ftrich ei ihr über das Haar.Nun,

Römerhaus huschen, aber nicht als das fleißige, abgehetzte Arbettsbienchen, wie im Rodeckschen Haisse, sondern als unseren heczlieben -Zaft,

Aber Sie kamen nicht. Statt dessen sind Sie weit, weit sottgeflogen, in ein fernes Land. Und von hier fiingt Ihnen manch fehlssüchtiger Ge­danke nach Das eine stobt aber bei mir fest, »ich muß in Verbindung mit Ihnen bleiben. Wen

Aber dabei dachte er hoffnunasfroh: In die­ser Angelegercheit ist ja noch nicht das letzte Wort besprechen worden. Brittas Herz wird sich ganz sicher von dem anderen lösen. Wenn er eine Herta meiner Britta vorziehen konnte, dann kann er mir leid tun. Und Geovg Wilbner ist ganz der Scann, über eine aussichtslose Mädchen- schwävmerei zu siegen. Da er ihre Sympathie gewonnen hat. wird er ihr mit der Zeit sicher noch mehr werden.

17

Einige Tage waren vergangen. Da kam ein Brief von Frau Johanna Römer, der folgenden Inhalt hatte:

Mein liebes Kind! Soweit ich mir aus- reckmen konnte,, wird dieser Brief ungefähr zur selben Zett mit Ihnen in Kolombo eintreffen. Gern hätte ich Ihnen schon früher Nachricht ge­geben, aber wir wußten feiber nicht Ihre Cey- loner Wrcffe.

So kann ich Ihnen also erst jetzt meine und meines Sohnes Glückwünsche senden zu der gnn- ftigen Wendung, die Ihr Schicksal genommen hat. Slöge sich damit für immer das Glück an Ihre Fersen heften.

Aber so sehr ich Ihnen Ihr Glück gönne, für mich persönlich bedeutete es eine große Enttäu­schung, daß Sie Deutschland verlassen haben. Warum? So werden Sie fragen. Und so ganz offen kann ich Ihnen leider vorläufig nicht dar­auf Antwott geben Jedenfalls war ich sehr be­trübt, daß Sie meine Einladung nicht anneh­men konnten, die ja wohl nun auch in Ihre Hände gelangt ist.

Wir hatten uns so sehr auf Ihr Kommen ge­freut, mein Sohn und ich, hatten uns ansze- macht, daß wir Sie so recht nack Herzenslust verwöhnen wollten. Do gut soü.c es Ihnen bei uns gefallen, d.ß Sie sich gar nicht wieder sorssehntnt. Wir sahen Sie im G.'ist als be- lebetrbm Sonnenschein durch unser großes stilles

Ja," sigte Hermann Riebberg.diese Rück­kehr ist nur eine Frrore der Zeit. Gar zu lange möchte ich dich bem Klima hier nicht aussen en,

nun! Mache nickt so bange Augen, mein Kind!

... ... Wild ne r ist ein ganzer Mann. Der n-ird auch

denn die Frauen verblühm schnell, wenn sie hier mit einer sehlgcschlagenrii Hoffnung fertig wer- icwoe leben. Und auch die Siänner leiden dar- den," sagte er.

unter Selbst der kräftige Georg Wildner mutzte eine Erholungsreife antreten. Run wirb er es wieder einige Jahre aushalten. Abe ich glaube, auch er wirb später für immer nach Deutschland zurückkehren. Er will nur feine Planagen ttst rcoch mehr h* die Höbe bringen, damit er sie ent­weder verwalten lassen kann, ohne Schaden zu leiben, obe- sie günstig verkaufen kann."

So betrachtet auch et feinen Aufenthalt in Ceylon nur als UebergangSstädium?"

Ja Gewissermaßen tun das alle Europäer. Uebtigens wie gefällt dir Wilbner bei nähe­rer Bekanntschaft?"

Er ist ein sehr sympathischer Mensch, lieber Baier. Ich habe ihn sehr 'gern. Und wir sind gut Freund miteinander.' sagte Britta ernst.

Forschend sah der Vater sie an.3?ur gut Freund, Britta?"

Ihre Augen blickten groß in die seinen.Ist daS nicht viel?"

ZeIchrtmsAM.

40) Roman von H. Courths-Mahler.

Er stammt von dem ersten Gatten Rosarias. Dieser soll die Steine für hunderttausend Mark gÄaust Haden, nach deusschem Gelbe, aber sie sind sicher viel wertvoller. Die Saphire werden ja hier gefunden, und man hat zuweilen Ge­legenheit, einen günstigen Kauf abzuschließen. Das hat Herr von Lehden anscheinend vesstcw- deii. Auch Rubine- Dpinellen, Turrneline und Katzenaugen werden hier gesunden. Du siehst alle diese Steine bei diesen Schmucksachen ver­arbeitet. Sicher sind sie alle bei Gelegenheit ver­hältnismäßig billig gekauft worden."

Zaghaft faßte Britta nach ben Schtnuck- sochen.Und das soll nun alles mir gehören?"

Ja. mein Kind, bas alles ist dein Eigen­tum. Gefällt dir der Schmuck?"

O. lieber Vater, er ist wundervoll, aber er paßt nicht zu meiner bescheidenen Persönlichkeit."

Stolz sah er auf feine schöne Tochter.Du wirst bald lernen, beite Persönlchfeft damit in Einklang zu bringen. Die Hauptsache ist. daß du deine Freude daran hast."

Zu ihrem Vater auffehend, sagte Britta schel­misch:Ich glaube nicht, baß es eine Frau geben könnte, die an solchen Schmucksachen nicht ihre Freude hatte. Nur beängstigt mich ihr hoher Bert. Ich muß mich erst daran gewöhnen. Und außerdem werde ich wohl kaum viel Gelegenheit haben, den Schmuck zu tragen."

Das wird sich finden. W.r kommen auch hier zuweilen zu großen Festlichkeiten, wo du ihn tragen kannst. Deshalb drang ich ja auch darauf, daß du bir einige große Toiletten tauf- Mtt. Und wenn wir später nach Teusschlanb znrückkedren. wirst du noch öfter (Helegenheit ha­be«, ihn zu tragen."

e®u rechnest also sckon positiv mit dieser Rückkehr nach DentschlaNb?"

bie Römers einmal In ihr Herz geschlossen haben, den lassen sie nicht wieder aus.

Sie müssen sich schon gefallen lassen, daß ich bie Hoffnung nicht aufgebe, Sie bennoch eines Tages im Romerhaus begrüßen zu können. Cey­lon liegt ja nicht ans der Welt so sagte ick zu meinem Sohne. Und wir interessieren mis nun sehr für biefe Insel. Sie werden uns sehr erfreuen, wenn Sie uns recht ausführlich von Ihrem Leben erzählen. Und nun soll ich 0k noch im Auftrage rnfines Sohnes fragen. Sie noch zuweilen an bie schönen Morgenstun­den beulen, die er in Ihrer Gesellschaft verleben durst i, unb bie er nie vergessen wird. Darauf müssen Sie mit in Ihrem nächsten Briefe Ant­wort geben.

Damit will ich Mr heute schließen, liebes Kind. Ich hoffe, bcckbigst von Ihnen zu hören. Leider wirb es ja lange, lange bauern, bis ich auch Ihre schnellste Antwott in ben Händen habe. Gott mit Ihnen! Und herzlichste Grüße von meinem Sohne und mir.

Ihre Johanna Römer.*

Mit großer ©ra-amtg batte Britta diesen, von Frau Römer scht diplomasssch abgefaßten Brief gelesen. Einige Stellen las sie immer wieder.

Und von hier fliegt Ihnen manch sehnMch- tlger Gedanke aich."

Wessen Gedanke r flogen sehnsüchtig hinter ihr her? So fragte sie sich.

Am meisten beunruhigte sie die folgende Stelle:

U Tb nun soll ich Sie noch im Auftrage mei­nes Sohnes fragen, ob Sie noch zuweilen an bie fchönen Mvrgänstunben benlett, bie er in Ihrer Gesellschaft verleben durfte, unb bie er nie vergessen wird."

Mit brennenden Augen foh sie darauf nie­derDie er nie vergessen wird." Wie selssam, daß feine Mutter ihr solche Worte schrieb.

(Forssetzung folgt.)'

«»«Glück.

Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt.

Tauscht in Sekunden feine Pfade.

Ist heute mir. dir morgen how

Und treibt die Narren rund im Rade.

K M. AmÄ